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Von Von Mails, Zeit- und Virtualmaschinen — Macifizierungsfortschritt #2

Ich stieg also auf deinen Mac um. Von Windows XP.
Wie ich das allgemein empfand, das könnt ihr im Beitrag von gestern lesen.

Hier jetzt meine Probleme, die Lösungen und was ich sonst noch so zu Mac OS X zu sagen habe.

Mails

  • Ein major PITA1 war der Import meines Mail-Archivs von Outlook 2003 in Apples hauseigenes Mail. Überall sagt man, folgender Weg wäre der Einfachste: Bei Thunderbird (Windows) aus Outlook importieren. Die Thunderbird-Datenbank dann in Mail importieren. Eigentlich easy? Ja! Wenn’s nur klappen würde!
    In meinem ersten Versuch brach der Import an einer Stelle ab. Per Divide and Conquer2 habe ich dann meinen Mailbestand immer in Unterordner halbiert bis ich die eine, böse, importzerstörende Mail from Hell gefunden habe. Der Import klappte danach, allerdings blieben von den 18.000 zu importierenden Mails gerade mal 12.000 übrig. Habe probiert, eine Systematik dabei zu finden – aber es scheint beliebig zu sein. Irgendwann habe ich resigniert und mich Mail gegenüber geschlagen gegeben. Was soll, notfalls habe ich sie ja noch in Thunderbird…
  • Das all-inkl.com-IMAP-Zertifikat für die sichere Verbindung hier zum andisblog.de-E-Mail-Server will sich partout nicht dauerhaft bestätigen lassen. Trotzdem ich den „Nicht mehr nachfragen“-Haken setze, tut er das beim nächsten Mail-Start.

Firefoxing
Auch auf dem Mac benutze ich den Firefox zum Surfen. Zwar werden die neuen (und tollen) Drei- und Vierfingergesten des Multitouchpads nicht unterstütz3, aber die hatte ich bisher schließlich auch nicht. Und darüer hinaus ist der Firefox einfach mein Liebling — ich keinn mich aus und er macht das, was ich von ihm will.
Die Macversion hat nur einen kleinen Schönheitsfehler: In der Lesezeichen-Symbolleiste werden die Favicons, also die kleinen bunten Bildchen, die die meisten Webseitenbetreiber gratis zur Homepage dazu geben4, nicht angezeigt. Die Firefox-Entwickler wollten so wohl Mac-Look nachahmen…
Für mich sind die Favicons aber wichtig; ich verzichte sogar ganz auf Text bei den Lesezeichen in meiner Lesezeichen-Symbolleiste und orientiere mich nur an den Favicons. Das Sparkassensymbol ist schließlich ziemlich eindeutig.
Aber für das Fehlende-Favicon-Problem gibt es eine relativ simple Lösung, die über die userChrome.css funktioniert. In dieser Datei hat man die Möglichkeit selbst via CSS Änderungen am Äußeren von Firefox durchzuführen, da die komplette Firefox-Oberfläche mit CSS gehübscht wird. Wie das geht erklärt das Äpfelchen-Blog. Wem das zuviel Arbeit ist, für den ist vielleicht dieses Userstyle eine Lösung, die im wesentlichen das Gleiche macht. Nötig ist lediglich das Stylish-Plugin.

Backups mit Time Machine

  • Ich habe ein kleines NAS5 zu Hause rumstehen, was ich natürlich für Backups mit der Time Machine benutzen möchte. Apple erlaubt aber per se nur Backups auf seine eigene Time Capsule oder auf eine via USB / Firewire angeschlossene Festplatte — also nicht auf ein beliebiges anderes Netzwergerät.
    Mit zwei einfachen Schritten kann man die Time Machine aber dazu veranlassen, auch auf seinem Server zu speichern. Dazu muss man erstmal die Option generell freischalten und dann ein virtuelles Dateisystem („Sparsebundle“) erstellen und rüberkopieren. Ich hab’s aus der c’t, aber bei macnotes steht’s auch online.
  • Das stündliche Backup der Time Machine geht mir ziemlich auf die Zeitachse. Denn irgendwie wird immer gesichert und immer das Netzwerk ausgelastet.
    Das Intervall kann man umstellen – entweder manuell oder durch ein kleines Tool.

Display aus beim MacBook
Es ist anscheinend tatsächlich nicht so leicht möglich, das Display des MacBook Pros auszumachen, obwohl das Gerät dabei weiterläuft. Strg+Shift+Release6 macht zwar die Hintergrundbeleuchtung aus, aber das Display an sich läuft weiter – bis der Bildschirmschoner an und das Display später aus geht. Schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung. (Nachtrag: Mittlerweile macht auch bei mir diese Möglichkeit das Display richtig aus… Ich habe nicht herausgefunden, wieso zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Beitrags die Tastenkombination nicht funktioniert hat.)
Ganz aus macht das Display ein kleines Widget, das simplerweise aus einem einfachen Aus-Symbol besteht und auf den Namen Off hört. Nach Drücken dieses und einem kleinen Countdown geht das Display aus7.
Mausbewegung oder Tastaturanschlag weckt in beiden Fällen das MacBook-Display aus seinem Schlaf.

NTFS schreiben mit OS X
NTFS ist ja dieses Dateisystem von Microsoft. Und das ist auf verdammt vielen externen Festplatten vorhanden, auf die man eben mal zugreifen müsste. Mac OS X kann das aber nur lesen, nicht schreiben. Aber diesen Umstand kann man leicht ändern. Alles was man braucht ist MacFUSE und NTFS-3G. Die beiden Tools runterladen, erst MacFUSE, dann NTFS-3G installieren und schon kann man, als wäre nie etwas gewesen, NTFS-Dateisysteme beschreiben.

Windowsprogramme auf OS X
Seit einiger Zeit ist es ja möglich, ganz offiziell Windowsprogramme auf dem Mac laufen zu lassen. Das geht via Boot Camp erst nach Neustart oder mit Parallels oder VirtualBox auch während des Betriebs.
Wozu überhaupt Windows, wenn OS X doch ca. drei Zehnerpotenzen besser ist? Ganz einfach: Manche Programme gibt es einfach (noch?) nicht für OS X. In meinem Fall ist das uTorrent, für das es einfach kein komplettes Substitut für Mac OS X gibt.

  • VirtualBox
    Die GPL- und damit kostenlose Alternative zu Parallels ist SUNs VirtualBox, welches auch für Windows und Linux gibt. Durch die Anlegung einer virtuellen Festplatte wird man mit einem Wizard geleitet. Das Installieren von Windows danach klappt problemlos. Wenn man dann noch den VirtualBox-Clienten auf dem Gastsystem installiert kann man den „Nahtlos-Modus“ auswählen, bei dem sich Windows komplett in OS X integriert. Durch ein kleines Symbol unten in der VirtualBox-Box, oder aber in den Einstellungen, kann man angeben, welche Ordner das Tool an Windows als Netzwerkfreigaben weitergeben soll. Klappt auch mit Ordnern, die in Mac OS selbst aus dem Netzwerk eingebunden sind. Allerdings führte das bei mir zu Read Errors in uTorrent — damit war VirtualBox für mich gestorben.
    Weil ich danach gesucht habe: Man kann Ports in die VirtualBox weiterleiten. Allerdings gibt es dafür keine grafische Oberfläche; man muss sich eines Kommandozeilenprogramms bedienen. Dann muss man aber drei relativ simple Eingaben machen, die sich die VirtualBox auch nach einem Neustart merkt.:

    VBoxManage setextradata Fakeandi „VBoxInternal/Devices/pcnet/0/LUN#0/Config/uT/HostPort“ 5000

    VBoxManage setextradata Fakeandi „VBoxInternal/Devices/pcnet/0/LUN#0/Config/uT/GuestPort“ 5000

    VBoxManage setextradata Fakeandi „VBoxInternal/Devices/pcnet/0/LUN#0/Config/uT/Protocol“ TCP

    Wobei natürlich Fakeandi durch den Namen der eigenen virtuellen Maschine, uT durch einen beliebigen, frei wählbaren Namen und die einzelnen Ports durch die Gewünschten zu ersetzen sind.

  • Darwine
    Einen etwas anderen Ansatz verfolgt Darwine. Darwine ist eine Implementierung des für Linux-Systeme verfügbaren Wine8. Wine wiederum bildet eine Laufzeitumgebung für Windows Programme, so dass man diese in Mac OS laufen lassen kann. Man erhält also die Möglichkeiten einer virtuellen Maschine, aber ohne die Maschine drumherum; man braucht keine Lizenzen, keine Windowsinstallation; das Windowsprogramm läuft einfach so in der X Window Umgebung von X11. Nachteil des Ganzen: Es ist etwas unstabil, nicht alle Funktionen sind verfügbar und die ganzen Windowssystemprogramme sind nicht vorhanden.

    Darwine installiert eine kleine Zusatzapplikation namens Winehelper, mit der man schlussendlich Programme starten kann9. Ordner und Netzwerkshares kann man als Windowslaufwerke mounten oder einfach direkt auf die Unixstruktur zugreifen.
    All das klappt ganz ordentlich, sogar Ports scheinen automatisch weitergeleitet zu werden. uTorrent läuft seitdem prima auf meinem zweiten „Space“.

Programme
Unter einer Vielzahl von Programmen, die ich auf meinem Macweg bisher installiert habe, halte ich folgende für erwähnenswert:

  • uTorrent: Heute morgen ist eine beta-Mac-Version von uTorrent erschienen. Sieht schon mal super aus. Ihr fehlt nur leider einige wichtige Features, darunter das des des RSS-Readers. Schade!
  • CoverSutra: Mit Cmd+Space durchsucht man Spotlight (nach Google die wohl beste Suche der Welt) und startet Programme oder öffnet Dokumente. CoverSutra macht dasselbe, nur mit der iTunes-Mediathek. Man kann damit sehr bequem seine Songs durchsuchen und sie direkt starten. Die Software verfügt auch noch über ein paar andere Cover- und Miniplayer-Features; Michael hat darüber etwas geschrieben.
  • Dropbox: Bereits seit der Beta-Version des Dienstes benutze ich Dropbox. Lange Zeit kaum, aber manchmal viel. Dropbox ist wunderbar zum Schreiben von Texten und Arbeiten auf mehreren PCs, zum sichern wichtiger Daten und zum schnellen publizieren von Dateien. Besonders für Menschen, die keine 70 Euro für eine iDisk bei MobileMe ausgeben wollen vielleicht eine Alternative.
  • MenuMeters: Mit diesem Programm kann mich sich ein paar Informationen über seinen Rechner in der Menüzeile als Menulet anzeigen lassen. Bei mir z.B. die CPU-Auslastungen und der Netzwerktraffic. Ist so etwas wie der kleine Bruder von iStat, reicht mir aber in seinem Funktionsumfang (und sieht irgendwie besser aus, obwohl man das sicherlich anpassen kann).
  • Linkinus: Als richtiger Nerd muss man auch in einem IRC-Netzwerk abhängen10. Einen Quasistandard, wie es mIRC für Windows ist, gibt es für OS X nicht. Am besten gefiel mir Linkinus – das hat alles, was ich brauche und ist hübsch dabei. Colloquy ist auch ok, kann aber nicht ganz mithalten an.
    Die Studentenlizenz für 10 Dollar von Linkinus kann man sich auch durchaus leisten. Ich hatte Probleme, meine Lizenz zu aktivieren, aber durch einen netten Mailaustausch mit dem Programmierer funktioniert nun alles. Gut!

Anmerkungen und Beschimpfungen bitte in die Kommentare.
Das war’s dann hier erstmal wieder mit Mac-Content.
Ich will schließlich nicht zum Freakblog werden. ICH nicht. Nein. Nie.

  1. Pain In The Ass. []
  2. Naja, quasi… []
  3. Es gibt allerdings eine custom-built, die dieses Problem löst. Alternativ gibt es einen Weg mit MultiClutch – aber auch nicht so toll. []
  4. Ein Favicon gibt’s bei mir immer noch nicht, werde ich gerade mal durch meine nichtvorhandene Sekretärin auf meine nichtvorhandene Todo-Liste setzen lassen. Moment. []
  5. Für die Nicht-Nerds: kleines Ding mit Festplatten zum drauf speichern aus dem Netzwerk. Network-attached storage. []
  6. Also ‚Rauswerfen‘ – der Knopf, mit dem die CD wieder aus dem Laufwerk kommt. []
  7. Ich vermute übrigens, dass das Program für eine kurze Zeit die Dauer bis zum Einsetzen des Bildschirmschoners ganz herunterstellt. Aber nur eine Vermutung… []
  8. Wine is not an emulator! []
  9. Oder habe ich die etwa manuell nachinstalliert? Ich weiß es nicht mehr… []
  10. Liebe Kinder, IRC ist so etwas wie Twitter von vor 15 Jahren. In hässlich und in privat. Also nicht direkt aus dem Web linkbar. Könnt ihr euch das vorstellen? []

Andi läuft jetzt auf Mac OS X — Macifizierungsfortschritt #1

Seit ein paar Jahren bin ich überzeugter iPod-Besitzer1, seit dem Sommer habe ich ein iPhone und bereits vor einem Jahr war mir klar: Wenn das nächste MacBook herauskommt, dann ist es meines. Die Macifizierung würde voranschreiten.
Am 14. Oktober war es dann soweit. The Steve himself stand wiedermal rollkragengepullovert auf der Bühne und stellte das neue MacBook vor. Komplett Alugehäuse. Zwei Grafikkarten. Multitouchpad. Und. So. Weiter.
3 Stunden später war das Ding bestellt.
3 Wochen später war das Ding zu Hause. Es war ein MacBook Pro mit zwei Mal 2,4 GHz und 4 GB RAM geworden2.

Und seit dem steige ich um und richte immer ein Stückchen weiter ein.

Software und Hardware sind wirklich außerordentlich toll. Alles ist wunderbar einfach, durchdacht und wirkt wie ein honiggeöltes Zahnrad. Schnell ist das Ding und das passt perfekt zu den mactypischen Workflow. Und leise ist es. Und ich kann endlich x264-kodierte Filme schauen, selbst 1080p-Trailer sind weniger als kein Problem. Spotlight funktioniert auch hervorragend! Ich bin wirklich, in jeder Hinsicht, absolut begeistert.
Gewöhnungsbedürftig sind aber trotzdem ein paar Sachen.
Fenster bleiben immer offen und gehen eher selten in die ‚Taskleiste‘, die bei OS X das Dock ist. Zumindest zur Hälfte, die andere Hälfte ist das Dock Startmenü.
Schließen schließt ein Programm noch lange nicht, dazu muss man schon Cmd+Q drücken.
Sowieso: Schließen klappt jetzt links — nicht mehr rechts3! Die Menüleiste eines Programms ist jetzt nicht mehr am Programm selber dran, sondern ganz oben am Bildschirmrand. Macht ungefähr genau so viel Sinn wie am Programm dran, ist aber eine ziemliche Umstellung.
Und grandioser Klopser ist allerdings das @-Zeichen. Bei Windows und anderen Systemen findet man das bei AltGr+Q. Unten rechts und oben links. Passt. Beim Mac ist das @ allerdings auf Alt+L – ok, das ist blöd, aber sicherlich auch nur Gewöhnungssache. Richtig blöd ist allerdings, dass bei der Position von AltGr+Q beim Mac Cmd+Q liegt. Und das heißt immer Q wie Quit. Meistens auch direkt, ohne Nachfrage. Ich habe schon so einige Formulare mit meinen Daten ausgefüllt, am Ende meine E-Mail-Adresse eingetragen um dann mit einem beherzten AltGr+Q-Druck alles brav wieder zu schließen. Toll!
Hotkeys gibt es beim Mac überall. Für alles. Ich glaube, ich brauche ungefähr fünf Lichtjahre4, bis ich die alle drauf hab. Dann werde ich allein eine Gehirnhälfte nur für Hotkeys gebrauchen. Aber: Das rockt. Wenn man sie erstmal drauf hat: Huiuiui. Workflow und so.

Im wesentlichen ist das Arbeiten mit dem Mac Eines: Fetzig. Es macht Spaß und funktioniert. Nur das Umgewöhnen erfordert seine Zeit. Aber das liegt schließlich an meinem beschränkten Horizont und meinen Windowsgewohnheiten.

Ein paar Probleme musste ich auf meinem Weg des Umstiegs auf den Mac lösen und ein paar Anmerkungen habe ich.
Die kommen im nächsten Posting morgen.

  1. Genau genommen seit dem iPod Mini 2004. []
  2. An dieser Stelle sagen die meisten: „Warum hast du denn direkt von Werk aus die 4 GB bestellt und nicht manuell, später upgegradet?“ – ganz einfach: Es hätte mir zwar eine Ersparnis von ca. 60 Euro gebrach, aber das war mir die Unsicherheit nicht wert. Zum Glück, wie sich mittlerweile herausgestellt hat, es funktionieren wohl nur ganz bestimme und bei weitem nicht alle RAMs. []
  3. Erstaunlicher weise ging der Umstieg ziemlich schnell []
  4. Naaah? []