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Top Things 2008: Maschinelle Songcharts

Es geht weiter mit meinem kleinen popkulturellen Jahresrückblick.
Heute sind die Charts dran, die last.fm ganz automatisch, Tag für Tag aufzeichnet.
Für jeden Zahlenjunkie1 ist das ein Segen. Man kriegt zu allem möglichen Kram Daten geliefert und kann, wenn man denn will, sogar noch weiter in die Tiefe gehen. Man kann Sachen herausrechnen, Statistiken er- und Vergleiche anstellen. Toll!

Im letzten Jahr gab’s zu den last.fm-Listen auch noch meine iTunes-Charts. Leider habe ich bei meinem kürzlichen Umzug auf den Mac meine iTunes-Mediathek neu erstellt, so dass alle Spielanzahlen verloren gegangen sind.

last.fm: Letzte 12 Monate » Songs:
1. MGMT – Time to Pretend Titel (22)
2. Stars – The Night Starts Here (19)
2. Stars – Barricade (19)
2. Donots – Stop The Clocks (19)
5. Polarkreis 18 – Tourist (17)
5. Coldplay – Violet Hill (17)
5. Stars – Take Me To the Riot (17)
5. Jason Mraz – Make It Mine (Album Version) (17)
9. Polarkreis 18 – The Colour of Snow (16)
10. Polarkreis 18 – 130 / 70 (15)
11. Stars – My Favourite Book (14)
11. Stars – The Ghost of Genova Heights (14)
11. Dúné – 80 Years (14)
14. Polarkreis 18 – Allein Allein (13)
14. Black Kids – I’m Not Gonna Teach Your Boyfriend How To Dance With You (13)
14. Stars – Midnight Coward (13)
14. MGMT – Kids (13)
14. The Wombats – Moving to New York (13)

last.fm: Letzte 12 Monate » Alben:
1. Soulwax – Most Of The Remixes… (159)
2. Stars – In Our Bedroom After the War (154)
3. Polarkreis 18 – The Colour Of Snow (110)
4. Jason Mraz – We Sing. We Dance. We Steal Things. (90)
5. Keane – Perfect Symmetry (86)
6. Snow Patrol – A Hundred Million Suns (85)
6. The Beatles – Love (85)
8. MGMT – Oracular Spectacular (80)
9. Black Kids – Partie Traumatic (67)
10. Band of Horses – Cease to Begin (62)
11. Groove Armada – GA10 (61)
12. PeterLicht – melancholie und gesellschaft (59)
13. Digitalism – Idealism (56)
13. Peter Fox – Stadtaffe (56)
15. Justice – Justice (43)2

last.fm: Letzte 12 Monate » Künstler:
1. Soulwax (166)
2. Stars (160)
3. Polarkreis 18 (137)
4. The Kooks (129)3
5. Keane (121)
6. Justice (97)
7. Snow Patrol (95)
8. Jason Mraz (90)
9. The Beatles (85)
10. MGMT (83)
11. Coldplay (80)
12. Digitalism (77)
13. Panic at the Disco (75)
14. Moby (71)
15. Groove Armada (70)

Was bleibt festzustellen?
Songs: Mit großem Abstand schaffte es im letzten Jahr Maxïmo Parks »Books from Boxes« mit 48 Spielungen (dieses Jahr übrigens: 2) auf den ersten Platz der Songs. Da kann MGMTs »Time To Pretend« nicht mal annähernd mithalten — hatte das doch weniger als die Hälfte an Spielanzahlen. Überhaupt habe ich 2008 weniger gleiche Songs gehört: Die Summe aller Spielanzahlen der Top 15 2007 war 345, 2008 war es 270 — ca. 80%. Es treten sehr viele Songs der Stars auf. Allein 96 Hörungen der 280 gesamten gehen auf ihr Konto (ca. 1/3).
Alben: Machen wir direkt mit den Stars weiter. »In Our Bedroom after the War« steht auf Platz 2, taucht aber in meiner manuellen Alben-Topliste nicht auf? Ja! Mein Fehler! Das Album erschien 2007 und ich hab es um den Jahreswechsel gehört. Und kurze Zeit danach — aber darüber hinaus hab ich es viel zu sehr vergessen. Dabei ist es doch so toll! Ist im manuellen Alben-Beitrag natürlich nachgetragen.
Irgendwie scheine ich in diesem Jahr tatsächlich weniger von last.fm aufgezeichnete Stücke gehört zu haben. Bei den einzelnen Titeln taucht der 2008 Anführer »Time To Pretend« in der Alltime-Statistik erst auf Platz 13 auf.
Das müssen wir ändern, Andi.

  1. z.B. … MICH. []
  2. Auf Platz 16 steht übrigens auch Justice mit der Live-Version ihres Albums: Justice – A Cross The Universe (42). Mit diesen Plays zusammen wäre Justice auf Platz 6 mit Snow Patrol. Aber »A Cross The Universe« ist ja weit mehr als eine einfache Liveversion einer Platte. Daher lohnt sich die Aufspaltung hier auf jeden Fall. []
  3. Sind hier hauptsächlich, weil ich neben dem neuen, auch immer noch das alte Album höre. []

Rückblick des Jahres 2007: Andere Toplists

Als letzten Teil meines unglaublich ausgedehnten Jahresrückblicks für 2007, sozusagen als letzte Tankstelle vor der Grenze, möchte ich auf ein paar Listen anderer Blogs in diesem Internet (ja, jetzt isses raus: Es gibt noch andere.) verweisen.
Ich habe das unbestimmte Gefühl, dass die folgend aufgezählten Listen nicht alle Listen sind, die es im Internet gibt. Es ist nur eine völlig subjektive Auswahl von Listen der Blogs, die sich so in meinem Feedreader tummeln. Subjektivität und Blogs sind ja so: . (Mist, hab ich Spruch in so kurzer Zeit zwei mal rausgehauen.)

Wenn Sie sich, liebster aufmerksamkeitsdefizierter Blogger (ob das nicht sogar synonym ist? hmm) an dieser Stelle unterrepräsentiert fühlen, so scheuen sie nicht davor, dies kund zu tun und einen Link zu Ihrer Liste in die Kommentare zu setzen. Husch husch!

Lukas hat bei Coffee And TV zwei Listen bebloggt: Einmal seine Songs 2007 und einmal seine Alben 2007. Außerdem hat er das Publikum befragt und den Jahresaufguss 2007 wählen lassen (ich habe mitgemacht, jawohl).

Der Popkulturjunkie hat in seiner allerbesten anachronistischen Manier die Listen von großen Zeitschriften/Magazinen gesammelt und diese dann sogar insgesamt ausgewertet und eine Totalchartliste erstellt.

René hat in seinem Nerdcore vier Listen veröffentlicht: Top 20 der Alben, der Filme; Die besten Songs laut iTunes und laut seiner eigenen, gefälscht-subjektiven Meinung.

Auch bei Spreeblick gibt es eine iTunes-generierte „Beste Songs 2007“-Liste.

Christian Junklewitz hat für die Serienjunkies sein Serienjahr 2007 verlistisiert: Nummer Eins und Nummer zwei.

Auch Sascha hat in seinem sablog einen Listen-2007-Eintrag gemacht, unterteilt in beste Künstler, beste Drama-Serie und beste Comedy-Serie.

Im Blog des Fernsehlexikons haben die drei Autoren auch Toplists erstellt — alle unterschiedlich lang und ergiebig.

Dann sei außerdem nochmal Eays Topliste erwähnt und die beiden Blogger, die auf meinen last.fm-Aufruf reagiert haben: André und Tanja und natürlich Vreni und dirki in den Kommentaren zum passenden Beitrag.

Das war es dann mit dem Zurückblicken für das Jahr Zweitausendundsieben.
2008 kann kommen.
Juchu.

Und wer mehr als 532 „Toplist“s zählt, darf sich eine Topflist überlegen.

Jetzt hab ich aber auch genug gebloggt für dieses Jahr. Melde mich dann im Sommer wieder.

Rückblick des Jahres 2007: Bücher

Zur Übersicht der Jahresrückblicke bitte dem weißen Hasen folgen.

Über gute und nicht ganz so gute von ihnen blogge ich hier zwar relativ regelmäßig, trotzdem möchte ich sie in meine Endzeitbetrachtung anschließen. Bücher. Dieses analoge Medium meines Vertrauens hat nämlich immer noch, trotz aller digitaler Fiktion ein paar Tollitäten zu bieten.

Die Erklärungen fallen hier etwas kürzer aus (wen höre ich da aufatmen?!), aber immerhin habe ich schon mal über die Bücher geschrieben. Details gibt’s also in den verlinkten Posts.

Die Links zu Amazon sind erstmalig in der Jahrhunderte alten Geschichte andisblogs Partnerlinks. Wenn ihr euch also zu spontanen Käufen entscheidet, macht das am besten über die Links. Für euch entsteht kein Nachteil. Im Gegenteil: Endlich das beruhigte Gewissen, euer Lieblingsblog unterstützt zu haben. Toll, oder?

Michael R. Baier – Coruum
Auf die ersten zwei Teile dieser fast schon epischen (aber rein im positiven Sinne) Sci-Fi-Trilogie bin ich durch Michael aufmerksam geworden. Zum Glück. Denn Michael Baier bringt das Buch in Eigeninitiative heraus, man wird es in keiner großen Buchhandlung finden.
Milliarden deutscher Science-Fiction-Fans wissen also nicht, was sie verpassen.
Das Buch hat alles, was ein Sci-Fi-Buch für mich haben muss. Intelligente Dialoge und Verstrickungen, wilde Kämpfe quer durch Galaxien, einen Haufen neuer und spritziger Zukunftsideen, sympathische Hauptdarsteller und noch vieles mehr.
Wenn ihr Sci-Fi-Fan seid: Lest dieses Buch unbedingt! Wenn ihr noch kein Fan seid, ich behaupte einfach mal, das Buch gefällt euch auch dann, denn es geht viel tiefer als „normaler“ Sci-Fi.
Bei soviel Werbung, Herr Baier, wann geht’s endlich weiter?

Mehr dazu: Meine Buchkritik. Amazon-Partnerlink für Coruum 1 und Coruum 2. Offizielle Seite des Autors über die Trilogie, mit viel Lesestoff.

Christopher Moore – Die Bibel nach Biff
Dieses Jahr bin ich zum absoluten Christopher-Moore-Anbeter geworden. Alles, was dieser Mann schreibt, strotzt nur so vor Kreativität, vor Humor und tiefgründigen Ideen. Die Spitze des Eisbergs war (das schon etwas ältere) Die Bibel nach Biff. Allein für die Grundidee, sollte man ihm einen Grammy Oscar Bambi Preis verleihen: Er lässt die jungen Jahre von Jesus, die ja bekanntlich in der Bibel so gut wie inexistent sind, von seinem (erfundenen) besten Freund Biff erzählen. Was dann folgt ist ein Roadmoviebuch, bei dem wir Biff und Joshua durch die halbe Welt auf der Suche nach dem Heiligen Geist begleiten.
Dabei hat Moore derart viele, tiefgründige und viel zu oft viel zu absurde Ideen, erstellt groteske Situationen und kreiert diese wunderbaren Hauptdarsteller, dass man einfach nur Lachen muss — besonders, wenn man Freizeitreligionsinteressierter ist. Ich sage immer wieder: Bei Büchern von Moore kann man irgendeine Seite aufschlagen und man findet mit Sicherheit eine Stelle, die man vorlesen kann und die die restlichen Anwesenden herausprusten lässt.

Robert C. Wilson – Spin
In diesem Soft-Science-Fiction lässt Robert Charles Wilson die Sterne verschwinden. Und die Zeit sich stauchen. Hat man sich mit dieser etwas abstrusen, aber im Sci-Fi-Bereich ja durchaus irgendwie zulässigen Ausgangssituation abgefunden, befindet man sich im einer schönen, erschreckend möglichen und immer intelligenten Zukunftsvision.
Hier kämpfen keine Raumschiffe gegen einander, werden keine intergalaktischen Wurmlochautobahnpotenziale explodiert, hier wird sich viel mehr mit den Konsequenzen der Personen beschäftigt und damit gespielt.
Ich freue mich, wenn im April dieses Jahres mit „Axis“ (Amazon-Partnerlink) die Fortsetzung von Spin herauskommt.

Christopher Moore – Ein todsicherer Job
Das ist das Buch, was alles ausgelöst hat: mein erstes Moore-Buch („Kinder, damals, als Herr Moore nicht Bundeskanzler war, da hab ich ihn schon gelesen…“). Es geht um eines der Lieblingsthemen Moores. Um den Tod. Spezieller geht es um Charlie, der vom Universum oder vom Tod oder von … ist ja auch egal, jedenfalls wird er beauftragt, die Seelen von dahinscheidenden Menschen aufzusammeln und sie neuen zukommen zu lassen. Nebenbei muss er noch die Welt vor dem Untergang retten.
Auch hier: Ein hervorragend gezeichneter Hauptcharakter, der von einer seltsamen Situation in die nächste stolpert. Erwähnte ich eigentlich schon die tolle Detailiertheit von Moore? Und sein Gespür für abstrakten Humor? Und …

Natürlich gab es darüber hinaus noch eine Vielzahl Bücher im letzten Jahr, die mir sehr gut gefallen haben. Über schlechte Bücher schreibe ich erst gar nicht hier im Blog. Für mehr Bücher schaut einmal in die entsprechende Kategorie.

Rückblick des Jahres 2007: Maschinelle Songcharts

Hier geht’s lang zum Rückblick-2007-Übersichtsbeitrag!

Das Gerät, vor dem ihr gerade sitzt, gemeinläufig Computer genannt, ist, wenn man alle Nostalgie und Sentimentalität mal außen vor lässt, auch nur eine Maschine. Eine Maschine, selbst ohne Geschmack und Präferenz (außerhalb von dem energetisch günstigsten Zustand und der kleinsten Entropie und 0en und 1en aber nie 2en und sowieso).
Wenn so eine Maschine mitprotokolliert, dann also ohne subjektive Geschmacksempfindungen, wie wir sie so gerne bei Blogs haben. Deswegen schreiben Computer auch keine Blogs, klingt logisch, oder?

Und meine Maschine protokolliert mit, außerhalb von den Lauscheinrichtungen diverser Regierungen. Nein, ganz freiwillig lasse ich ein kleines Programm im Hintergrund automatisch die Musik, die ich mit iTunes und Winamp höre, an das soziale Musiknetzwerk last.fm senden.
Bei last.fm gibt es die Möglichkeit „fortlaufende Jahrescharts“ für Künstler, Alben und Songs anzuzeigen; was auch immer sich genau hinter „fortlaufend“ verbirgt. Für Songs und Alben folgen jetzt die jeweiligen Listen.
Außerdem habe ich meine 2007-er Songs bei iTunes nach Hörhäufigkeit geordnet, unten auch diese Liste (besonders hier fällt auf, dass iTunes nicht der alleinige Musikspieler meines Vertrauens ist).

In Klammern dahinter die jeweilige mitprotokollierte Abspielanzahl, die in Wahrheit wahrscheinlich teils wesentlich höher liegt, da nicht alle Abspielmedien von dem last.fm-Programm erfasst werden.

last.fm: fortlaufende Jahrescharts Songs:
1. Maxïmo Park – Books From Boxes (48)
2. The Fray – How to Save a Life (30)
3. Mika – Any Other World (24)
4. Mika – Happy Ending (21)
5. Damien Rice – 9 Crimes (20)
5. Snow Patrol – Shut Your Eyes (20)
7. Fall Out Boy – Thriller (18)
8. Foo Fighters – The Pretender (17)
9. Snow Patrol – You Could Be Happy (16)
9. 30 Seconds to Mars – The Kill (16)
11. Fall Out Boy – „The Take Over, The Breaks Over“ (15)
11. Snow Patrol – It’s Beginning To Get To Me (15)
11. Mika – Billy Brown (15)
14. Snow Patrol – Open Your Eyes (14)
14. Snow Patrol – Chasing Cars (14)
14. Justice – D.A.N.C.E. (14)
14. The Chemical Brothers – Saturate (14)
14. Fall Out Boy – This Aint A Scene, It’s An Arms Race (14)

last.fm: fortlaufende Jahrescharts Alben:
1. Massive Attack – Collected (150)
2. Snow Patrol – Eyes Open (136)
3. Justice – Justice (90)
4. Fall Out Boy – Infinity On High (88)
5. Polarkreis 18 – Polarkreis 18 (75)
6. Coldplay – X&Y (74)
6. Cassius – 15 Again (74)
8. Panic! At the Disco – A Fever You Can’t Sweat Out (73)
9. 30 Seconds to Mars – A Beautiful Lie (69)
10. Athlete – Tourist (67)
11. Mika – Life In Cartoon Motion (66)
12. Billy Talent – Billy Talent II (60)
13. Digitalism – Idealism (58)
13. Travis – The Boy With No Name (58)
15. The Kooks – Inside in Inside Out (56)

iTunes: nach Häufigkeit des Hörens geordnete 2007er Songs
1. Sportfreunde Stiller – (Tu nur das) was dein Herz dir sagt (13)
2. Die Fantastischen Vier – Nikki war nie weg (12)
2. Die Fantastischen Vier – Du mich auch (12)
2. polarkreis 18 – Chiropody (12)
5. Beatsteaks – Cut Off the Top (11)
5. Die Fantastischen Vier – Yeah Yeah Yeah (11)
5. polarkreis 18 – Dreamdancer (11)
5. polarkreis 18 – Somedays Sundays (11)
5. polarkreis 18 – Crystal Lake (11)
10. Die Fantastischen Vier – Einfach sein (10)
11. Beatsteaks – Jane Became Insane (9)
11. Beatsteaks – Sharp, Cool & Collected (9)
11. Beatsteaks – Meantime (9)
11. Die Fantastischen Vier – Mehr nehmen (9)
11. Die Fantastischen Vier – Fornika (9)

Was die Aussage dieser Listen ist – naja, da bin ich mir nicht ganz sicher. Aber sie zeigt doch, wie das subjektive Empfinden vom quantitativen Hören abweicht. Oder so.

Liebe mit-last.fm-User. Wie sehen eure beiden Toplists aus? Ab damit in die Kommentare, auch gern als Pingback!

Rückblick des Jahres 2007: TV-Serien

Rückblick? Jawohl! Hier geht’s zur Übersicht zu meiner kleinen Rückblickreihe inkl. aller Links zu den bisherigen Epsioden.

Es gibt noch mehr auf dieser bunten Welt als Musik. Neben Betonmischmaschinen und Engelvisionen, z.B. TV-Serien. Und da Letztere (der Rest natürlich auch!) einen großen, zeitfressenden Bestandteil meines Freizeitlebens darstellen, hier die passende Liste dazu.

Chuck
Diese Serie ist in der momentanen TV-Saison in den USA gestartet und leidet gerade, wie alle anderen auch, unter dem Autorennstreik. Chuck Bartowski ist ein zwanzigdreißigjähriger Supermarktberater. Er arbeitet am „Nerd Herd“ (wegen dieses Namens allein könnte die Serie ganz oben auf der Liste stehen), einem Beratungspanel für sämtliche elektrischen Geräte und trägt dabei immer weißes Hemd mit schwarzer Krawatte (Stil, yes!). Eines Tages bekommt er eine E-Mail von einem alten Studienkollegen, worauf hin er sämtliche Top-Secret-Informationen des FBI, CIA und NSA in seinem Kopf hat. Wird er durch etwas Bekanntes getriggert, so sieht er einen Flash von den Daten, die die Datenbanken dazu zu liefern hatten.
Er ist der einzige, der noch über die Informationen verfügt und muss deswegen beschützt werden. Von zwei Geheimagenten, mit denen er von Folge zu Folge Fälle lösen muss. Und natürlich verliebt er sich in eine Agentin.
Hat man sich erst einmal mit der völlig hirnrissigen Ausgangssituation abgefunden: Eine absolut tolle Serie. Zachary Levi spielt seinen Chuck so dermaßen melancholisch, dabei aber intelligent und zynisch, dass man ihn mögen muss. Immer ist eine gewisse Ironie im Agentenraum, die auf subtile weise den ganzen Geheimkram auf die Schippe nimmt. Aber nie so, dass es zu einem slapstickigen Agent 00 oder Ähnlichem wird. Auch die Nebendarsteller: groß. Sarah hin und her gerissen von ihrem Job und ihren Gefühlen, Morgan, der vertrottelte, aber liebenswürdige Versagerfreund von Chuck und Adam Baldwin als Casey, immer grimmig dreinschauend und den harten Part mimend, so sehr, dass man nur auf den Moment wartet, wann er endlich auch mal ein bisschen weich wird.
Und dann sind da noch diese ganzen Anspielungen, diese nerdigen Einwerfer auf Videospiele, auf Handies und wasweißichnoch. Sympathisch.
Ganz klar ganz vorne.

Übersicht zur Serie bei der iMDB und bei tv.com. Offizielle Seite von NBC, bei der man alle Episoden sehen kann, wenn man aus US and A kommt (Pfeifproxypfeif). Ein Promoclip bei YouTube.

Californication
Eine 12-episodige Kabel-TV-Serie, die den Buchautor Hank Moody bei seiner Selbstwiederfindung begleitet.
Fesselt die Serie am Anfang noch durch ihre groteske, mundoffenstehenlassende Krassheit (Ein schmutziger, arschlochiger Moody, der sich um nichts und gar nichts zu kümmern scheint; 7 unterschiedliche Paare Frauenbrüste in den ersten zwei Folgen!), wird dieses fesselnde Element im weiteren verlauf geschickt weitergetragen und die Tiefe der Geschichte gezeigt. Mann fängt fast an, Moody zu verstehen, wie er zu dem Antiheld wurde, der er irgendwie ist. Man fängt ihn sogar fast an zu mögen und leidet mit ihm.
David Duchovny ist nicht länger Mulder, er ist Hank Moody. Sie passt ihm einfach wie auf den Leib zu geschnitten.

Dexter
Seine Rolle ebenfalls auf den Leib geschneidert bekommen hat Michael C. Hall als Serienkiller Dexter Morgan. Ja, richtig, die Hauptperson dieser Showtime-Serie ist ein Serienkiller. Er kümmert sich um die Leute, die sich irgendwie aus dem amerikanischen Rechtssystem herausgeschlichen haben, aber trotzdem schuldig sind. Wenn Dexter gerade nicht killt, dann ist er Blutmusteranalyst bei der Polizei. Passt, irgendwie, denn Dexter bringt seine Opfer nicht irgendwie um, er macht es stiril und trotzdem brutal, ganz wie es ihm sein Vater gelehrt hat.
Diese Serie ist nicht erst dieses Jahr gestartet. Sie ging dieses Jahr allerdings in ihre zweite Staffel und die war so gut, dass Dexter auf jeden Fall noch eine neue Erwähnung finden muss. Eine zweite Staffel ist immer eine kritische Sache, besonders bei Serials, also Serien mit episodenübergreifenden Handlungssträngen. Aber was die Damen und Herren Autoren hier aus der Geschichte gezaubert haben? Wow! Hut ab. Für mich sogar spannender als die erste Staffel. Klar, es geht der „Boa, wir schauen gerade wirklich einem kranken Serienkiller bei seiner Arbeit zu“-Effekt verloren, aber dafür kommt der „Hey, den Dexter mag ich doch jetzt, du kannst den doch nicht einfach so auffliegen lassen“-Effekt. Kinnladenrunterklapp mit Symapthieteil wird durch Sympathie mit Kinnladenrunterklappteil vertauscht.
Natürlich liefert Michael C. Hall wieder eine lehrbuchhafte Darstellung des gefühlslosen, ausdruckslosen und kopforientierten Dexter ab. Und auch die neue eingeführten Charaktere passen einfach perfekt in die Story.
In allen Teilen die beste zweite Staffel, die ich jemals gesehen habe. Die beste zweite Staffel einer der damit jemals besten Serien. Jawohl. Es lebe der Superlativ.

Passende iMDB-Seite. Dexter’s Greatest Hits (!) bei YouTube (offizielles Promovideo). Promo für die zweite Staffel bei YouTube. Die erste Staffel, reduziert auf 5 Minuten. Heises Telepolis zum kommenden Deutschlandstart über Dexter. Man beachte besonders den Verweis auf die Anspielungen und Verweise.

The Big Bang Theory
Stell dir vor, du bist ein Freak. Ein Physikfreak. Du wohnst mit deinem besten Freund zusammen, auch Dr. der Physik und noch mehr Freak als du. Deine beiden Freunde, mit denen du dir die Tage und Nächte geekig beim Videospielen und Durchführen anderer dem Geektum zugeordneten Tätigkeiten verbringst: auch zwei Physikfreaks. Und jetzt stell dir vor, in die Wohnung neben dir zieht eine heiße Blondine, die mitten in ihrem mindestens ebenso klischeebehafteten Leben steht. Und dann verliebst du dich auch noch, irgendwie zumindest, in sie.
Herzlichen Glückwunsch, du bist Leonard und spielst die / eine der Hauptrollen in der Big Bang Theory.
Diese 20-minütige Sitcom beobachtet den Zusammenprall der beiden Welten und scheut nicht davor, einen Haufen nerd-physikalischer Witze und Anspielungen zu machen. Könnte es etwas schöneres für einen Physikstudenten geben? Comedy und Comedy über Physik, toll gespielt, grandios übertrieben. The IT-Crowd für Physiker. Und jedes Mal ein noch größeres Lächeln auf meinem Gesicht, wenn ich eine der Physikanspielungen verstanden habe.

TBBT bei der iMDB. Trailer im passenden Channel bei YouTube. Im Channel sind ein paar Ausschnitte, z.B. dieser hier.

Burn Notice
Diese vermeintlich kleine Serie lief im Sommer auf einem Kabel-TV-Sender. Sie ist in großen Teilen dafür verantwortlich, dass dieser Sommer in den USA als der Sommer der kleinen Networks galt. Denn dann, wenn die Großen (wie FOX, NBC etc.) mit ihren teuer produzierten Serien pausieren, dann bleibt Platz für (meist) Kabelsender, ihre Produktionen zu versenden. Dieses Jahr kam da u.a. Burn Notice dabei heraus.
Michael Westen ist mitten in einer Geheimmission, er ist Geheimagent, als ihn seine Burn Notice erreicht: Er ist raus. Aus irgend einem Grund lässt ihn die CIA fallen und will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Er schafft es sich nach Miami zu retten, zu seiner alten Freundin Fiona (die eine Paraderolle macht, wie man ganz hübsch sein, sich aber noch zehn mal hübscher spielen kann (oder anders: wie man völlig übertrieben mit sämtlichen billigen erotische Reizen des Rezipienten herumspielen kann)) und seinem alten Kumpanen Sam (ein glorreicher Bruce Campbell, der toll den pensionierten Geheimagenten mimt). Dort versucht er, dem Grund für seine Burn Notice auf die Schliche zu kommen (der Serialpart der Story) und sich währenddessen mit dem Lösen kleiner, privater Probleme über Wasser zu halten (der Episocialpart der Story).
Die Serie lief auf dem USA-Network unter dem Titel „Characters Welcome“ und Burn Notice macht diesem Titel alle Ehre: Jeffrey Donovan spielt den Michael Westen mit einer Ruhe, einer Tiefgründigkeit, einer Verschmitztheit und mit einer Intelligenz, dass es einfach nur Spaß macht ihm zuzuschauen. Auch der Rest der Story unterhält und macht Spaß.

Greek
Ich schaue gerne Serie (und auch Filme), die den Anschein haben, Teenieserien zu sein. The O.C. gehörte da z.B. zu. Wenn man die Serie nicht kennt, könnte man meinen, es handele sich um eine billige Serie wie GZSZ oder ähnliches. Klar gibt es bei The O.C. soapige Elemente (reichlich), aber wenn man mehr als zwei Folgen gesehen hat, dann wird man feststellen, dass es dort wesentlich mehr zu sehen gibt, als eine Aneinanderreihung von Beziehungskisten und intrigöse Probleme, die an Haaren von vom Aussterben bedrohten Tieren aus Guatemala herbeigezogen sind. Da gibt es humoristische und tiefgründige Dialoge, Projektionen von Gesellschaftsproblemen und noch viel mehr.
Und zu dieser Kategorie „Sieht von außen aus wie eine Teenieserie, ist aber eigentlich viel mehr“ gehört auch Greek. Es geht um Rusty, einen Außenseiter, wie er im Buche steht, der zum Studieren auf den Campus zieht und somit unfreiwillig in den Lebens- und Handlungsbereich der Studentenverbindungen (die sich bekanntlich in Amerika immer mit griechischen Buchstaben betiteln…) eindringt. Seine Schwester ist ausgerechnet an der Spitze der tussigsten aller Frauenverbindungen.
In den paar bisher gesendeten Episoden folgt eine kurzweilige Kritik des oberflächlichen Verbindungsleben, das dann doch irgendwann, irgendwie nicht mehr so oberflächlich scheint. Natürlich gibt es die typischen Teenieprobleme: Eifersucht, erste Liebe, zweite Liebe, Anerkennung und all so etwas, aber das Ganze ist mit einem derartigen Charme erzählt, dass es Spaß macht zuzuschauen.
Etwas oberflächlicher erzählt ist da das ebenfalls neugestartete Gossip Girl. Aus der Sicht einer elitären Bloggerin wird das Leben der schönen und reichen Teens der New Yorker Upper Eastside erzählt. Wie ein Unterschicht-Außenseiter Seth Dan endlich die Liebe seines Lebens kennenlernt und die volle Faust des intrigen Lebens der Reichen zu spüren bekommt. Bei weitem nicht so toll wie Greek, aber immer noch leicht-erholsam genug, um es nicht ganz unerwähnt zu lassen.

Greek: Übersichtsseite bei der iMBD und Trailer bei DeinTube.
Gossip Girl: iMDB, Trailer bei YouTube.

Skins
Wenn wir schon bei Teenieserien sind, dann darf eine Serie nicht fehlen: Skins. Aus pro Episode änderndem Blickwinkel einer Person wird das Leben einer britischen Jugendclique betrachtet. Und das Leben hat es in sich. Sex, Drogen, Intrigen, Drogen, Selbstverwirklichung, Drogen und Anerkennung. Und Drogen. The O.C. auf Crack. Böse und verstörend, aber trotzdem sehenswert. Von der Story abgesehen, die toll ist und bei der der Zuschauer Stück für Stück immer Tiefe hinter die Kulisse der kranken Jugendlichen schaut, allein die Technik mit den verändernden Sichtweisen lohnt ein Anschauen. Und so wenig wie das kitschige Lip-sync-Ende zum Rest der Serie passt, so toll ist es und so sehr bildet es einen versöhnlichen Abschluss. Außerdem stehe ich auf Musicalelemente in Filmen / Serien.

Übersicht in der iMBD. Trailer zur ersten Staffel bei YouTube. Brandneuer Trailer zur zweiten Staffel bei YouTube. Artikel zu Skins im Sablog.

Jekyll
Englische Serien mag ich sehr gern. Nicht nur wegen des tollen Akzents, die Regisseure trauen sich dort etwas. Sie können nicht auf die riesengroßen Budgets ihrer Teichnachbarn zurückgreifen, sie müssen das Publikum durch ihre Ideen und ihre Technik überzeugen.
So tut es Jekyll, eine moderne Adaption des zweigesichtigen Klassikers „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“.
James Nesbitt spielt dabei die Hauptrolle des Tom Jackmann, der auf einmal anfängt, sich zeitweise in eine andere Persönlichkeit zu verwandeln.
Wenn man alles andere ausblenden würde und nur Nesbitts Gesicht zeigte: Das wäre alleine schon Grund genug zuzuschauen. Ich habe noch nie eine gespaltene Persönlichkeit so perfekt gespielt gesehen. Wiedermal: Wow.

Seite bei der iMDB. Trailer bei YouTube. Seite bei der BBC. Der Anfang der ersten Folge bei YouTube (Ja, richtig, die Dame hat später im Jahre die Bionic Women vergespielt).

Hustle
Diese englische Serie läuft eigentlich schon etwas länger, aber ich habe sie erst im letzten Jahr entdeckt. Und direkt alle vier Staffel (zu á 6 einstündigen Folgen) im Eiltempo konsumiert. Es geht um eine Gaunertruppe mit Ehre, die durch Betrügereien schlechten Menschen das Geld wegnimmt. Der Zuschauer ist immer Teil vom Spiel und man freut sich eine drei-viertel-Stunde lang auf die Auflösung am Ende. Alle Charaktere sind toll getroffen, besonders der Hauptcharakter Mickey Stone, der hoffentlich in der fünften Staffel zurückkommt…

Seite bei der iMDB und bei der BBC. Trailer bei YouTube.

Die restlichen Serien möchte ich nur kurz erwähnen (die Links hinter den Namen gehen jeweils zur iMDB-Seite der Serie):

October Road – Soapiges Drama über einen Schriftsteller, der in seine alte Stadt zurückkehrt. Kleinstadtwelt vs. Großstadtwelt. Auch toller Hauptdarsteller.

Whistler – Kanadische Serie über einen Wintersportort und die Einwohner. Viel Snowboard und auch viel Soap. Macht trotzdem Spaß.

How I Met Your Mother – Taucht nur so weit unten auf, weil die Serie eigentlich schon vor drei Jahren anlief. Aber sie ist immernoch … legendary. DER Maßstab für alle andere Comedy.

30 Rock – Intelligente Comedy aus dem 30. Stock des Rockefeller-Gebäudes über eine Comedy auf NBC. Selbstironisch wie es nur geht und mit Alec Baldwin in der Hauptnebenrolle grandios besetzt. In NBCs grüner Woche war sogar Al Gore zu Gast, dessen „Quiet. A Whale is in trouble. I have to go.“ allein schon großartig war. Läuft ebenfalls schon in der zweiten Staffel und ist ebenfalls nur deswegen hier unten.

Switch Reloaded – Auch, und eigentlich: gerade in der zweiten Staffel einer von zwei (bzw. drei) Hoffnungsschimmern im deutschen Fernsehen. Switch kennt keine Tabus und macht einfach Witze über alles. Allein die Stromberg-Persiflage „Obersalzberg„. Perfekt getroffen, sie, wie alles.

Dr. Psycho – Das ist der andere Schimmer. Christian Ulmen spielt wunderbar den Polizeipsychologen. Mehr dazu hatte ich schon mal geschrieben.

Doctor Who (2005) – Neuauflage der legendären englischen Sci-Fi-Serie über den Zeitreisenden Doctor. Erst dieses Jahr für mich entdeckt, aber für äußert gut befunden.

Puuuh, was ein langes Post.