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Rudirockt Weihnachtswichteln – Essen, Schenken, Videokonferenzen

Vor über einem Monat, damals also, als die Welt noch in Ordnung war, als sich Fuchs und Robbe noch im Winter zitternd Gute Nacht sagten, damals als noch eine Sieben des Datums letzte Stelle schmückte, um genau zu sein: am 20. Dezember 2007, damals jedenfalls fand eines dieser studentischen Events hier in Aachen statt.
Fleißigen Lesern diese Blogs ist es schon ein Begriff: rudirockt. Für nicht so fleißige Leser gibt es eine Erklärungsfußnote1.

Beim letzten Mal monierte ich noch, dass ich beim Webmontag das rudirockt-Team verpasst hätte. Das hat sich mittlerweile aber geändert. Beim letzten Webmontag durfte ich die drei Jungs kennen lernen. Sie waren sogar so freundlich, mir einen Packen alter Plakate (als Anspielung auf mein liebevolles Entwenden im letzten Video) mitzubringen.
Da erwähnten sie bereits, dass sie vor hätten, eine Weihnachtsversion des rudirockens zu machen.
Wer konnte da ahnen, dass bereits am nächsten Tag eine passende E-Mail in mein Posteingang flattern sollte?

Natürlich: Andi ist dabei.
Und neben mir auch noch eine Reihe weiter Studenten (und Nichtstudenten). Zwar keine 1300 wie beim letzten Mal; es meldeten sich ’nur‘ 120 Menschen an. Studenten tendieren einfach dazu, an und um Feiertage herum nach Hause zu fahren. Tz.
Aber letztendlich war es auch egal, denn die 12 zu treffenden Leute trifft man auch so.

Mein Lieblingskochpartner Christoph und ich bekamen die Vorspeise zugelost. Unser Wunschgericht.
Nach einem griechischem Originalrezept bereiteten wir detailgetreu eine französische Zwiebelsuppe zu. Bei den liebevollen Klängen südperuanischer Fruchtbarkeitsharfen rieben wir jedes Zwiebelstück einzeln mit einer streng geheimen Kräutermischung ein. Kein Aufwand war uns zu groß und so besorgten wir extra zu dieser Gelegenheit einen Satz stilistisch ganz weit oben anzusiedelnder Suppenschüsseln und sechs edle Weingläser.
Ja, Rudi, extra für dich.

Beim weihnachtlich dekorierten gemeinsamen Verzehr mit unseren Gästen wurden wir dann auch unsere Wichtelgeschenke los. Wichtelgeschenke? Ja! Wichteln gehört doch zu Weihnachten wie Sekt zu Silvester. Also gehörte zu dieser Runde rudirockt natürlich auch das Verteilen von Geschenken.
Aber auch das Erhalten von Geschenken; Christoph und ich sollten etwas später ebenfalls bewichtelt werden. Ich darf jetzt voller Stolz einen filigran gearbeiteten Schneebesen mein Eigen nennen. Gut, es ist der Dritte, aber jetzt habe ich wenigstens alle möglichen Größen. Gibt es dafür eigentlich einen Messerblock? Einen Schneeblock?

Bei der Hauptspeise danach wurde unser Gaumen mit zwei verschiedenen Sochten Fleisch (selbst gefangener Hase!) verwöhnt. Außerdem Spätzle und Knödel und …

Stop.

Schaut’s euch doch selber an.
Denn wie schon beim letzten Mal, habe ich den Abend mit der Videokamera begleitet.
Aber dieses Mal ist das Video ganz besonders geworden.

Denn parallel zu unserem rudirockt-Abend hat mein physikMitBlogger André auch seinen Weg auf Speicherkarte gebannt.

Mit Hilfe modernster Trick- und Schnitttechnik dürfen wir euch also jetzt ein außerordentliches Stück der kulinarischen Web-2.0-Videokunst darbieten.
Mit Spannungsbogen und unvorhergesehenen Wendungen. Mit epischen Musikstücken und grandiosem Wortwitz. Mit nervenkitzelndem Drama und Happy End.

Meine Damen und Herren, hier das wohl beste Video des rudirockt Weihnachtsevents. Danke, André, für diese Meisterleistung des Schnitts.

Sevenload-Direktwichtel.2

Und beim nächsten Mal möchte ich auch den Rest des Web-2.0-Aachens bei rudirockt sehen! Dieses Mal waren es ja wenigstens schon mal ein paar mehr…

  1. Bei rudirockt meldet man sich auf der passenden Webseite an und bekommt nach einer Deadline, zwei Tage vor dem eigentlichen Event ein Gericht zugelost; Vor-, Haupt- oder Nachspeise. Am Tag des Geschehens bei uns also am 20.12., bereitet man dann sein Gericht vor und begibt sich schließlich auf den Weg zu seiner ersten Station (wenn man sie denn nicht selber hat), denn neben einem Gericht hat man auch die Personen zugeteilt bekommen, bei denen man die fehlenden Gänge zu sich nimmt. Man ist also ein mal mit seinem Kochpartner zusammen selbst Ausrichter einer Speise und zwei mal mit seinem Kochpartner zusammen Gast bei fremden Leuten. Das bringt neben einer Reihe von delikaten Speisen vor allen Dingen Eines: Spaß. Nach dem eigentlichen Kochevent geht’s natürlich noch zur passenden Party. []
  2. Und wer das überschwingliche Begrüßen des Mondes mit „Hallo Monde“ für eine sprachverstörte Albernheit hält, der hat bei der wöchentlichen Kultvideosichtungssession wohl nicht ganz aufgepasst. Der Maulwurf auf dem Mond ist die Lösung. []

StudiVZ: revisited nach 1,5 Jahren

Liebe Studenten, Studentinnen, Unstudenten und Unstudentinnen, lieber Rest, es folgt ein anglizismenüberladenes, semigut-strukturiertes Post. Wiedermal also bitte: Festhalten.
Heute auf den Tag genau vor ein einhalb Jahren habe ich mich bei einem damals ziemlich neuen und unbekannten Social Network angemeldet. StudiVZ, oder, wie es damals noch hieß: StudiVerzeichnis.
Das mit dem unbekannt, das sollte sich damals rasant ändern. Die Älteren von euch mögen sich noch an die wilden ersten Tage erinnern, damals, als wir noch jung waren. Der Gründer, der sich daneben benommen hat und bei Erklärungsversuchen das alles noch viel schlimmer gemacht hat. Die auch sonst eher suboptimale Kommunikation. Die Userdaten, die komplett gestohlen wurden. Die Investition von den Jambabrüdern und natürlich der Aufkauf durch Holtzbrinck. Diese enthoben oben genannten von seiner Position und seltsamer weise wurde es dann sogar fast ruhig um studiVZ.
Was ist seitdem passiert?

Zahlen
StudiVZ hat sich mittlerweile europaweit ausgedehnt und dort insg. (lt. Wikipedia) 3,3 Millionen Mitglieder (vor einem Jahr sprach ich in einem Blogposting von 600.000). StudiVZ hat eine Tochter gegründet: SchülerVZ, die mittlerweile in Deutschland (ebenfalls lt. Wikipedia) 1,2 Millionen Mitglieder hat und den Trend des social-networking unter Schülern aufgreift und fortführt. (Interessanterweise gibt es unter den Schüler-Sozialnetzwerken mehr Konkurrenz als unter den studentischen…)
Soviel nur zum Einordnung der Größenordnung, in der sich studiVZ mittlerweile bewegt.

Abmeldungen
Nach den Ausuferungen vor ca. einem Jahr hat sich so manch einer von studiVZ abgemeldet. Was man verstehen konnte, immerhin führte es zumindest zu einem Gewissenskonflikt, irgendetwas mit dem Unternehmen zu tun zu haben. Ich hatte mich nicht abgemeldet. Ich reduzierte die von mir dort so schön übersichtlich zusammengefasste Preisgabe meiner Daten auf das, was auch der etwas internetaffinere User mit ein wenig Recherche im Netz finden konnte. Ich machte für mich aus, dass das genug Konsequenz aus der studiVZ-Affäre, nein, aus den -Affären war. Immerhin machte (und macht) das networking Spaß.

NichtstudiVZ
Mit heutigem Tag habe ich 170 „Freunde“, also bestätigte Kontakte. Von denen habe ich eine Reihe seit längerem weder im analogen, noch im digitalen Leben gesprochen. Bei Vielen ging selbst das jemals nicht über ein „Hallo“ oder ein „Hallo, wie geht’s?“ hinaus.
Von den 170 Freunden in studiVZ sind 38 Stück keine Studenten. Das macht eine Quote von 23 %, also fast ein Viertel meiner Kontakte. Und das ist ein Trend, der klar zu erkennen ist. Waren es am Anfang, als studiVZ noch neu und damit noch regelmäßiges Gespräch auf dem Campus (themengebunden also) war, natürlich Studenten, die das Verzeichnis infiltrierten wie Bienen Gänseblümchenfelder, so ist bei denen mittlerweile fast eine Sättigung erreicht (wann habe ich den letzten Studenten geaddet, der sich erst vor Kurzem angemeldet hat?!). Jetzt sind es (junge) Leute aus anderen Ausbildungsarten bzw. aus anderen Berufen. Nichstudenten also. Da wird sich dann einfach eine Hochschule ausgesucht, die einem gefällt, und schon ist man angemeldet.
Woran das liegt? Relativ einfach: StudiVZ ist das größte Social Network (und, ja, leider immer noch das Beste) und welchen Sinn macht es für eine beliebige Person, sich im Nicht-das-größte-Netzwerk anzumelden? StudiVZ nähert sich also, wieder mal, dem amerikanischen Facebook an, das offen für alle Internetnutzer ist – eben nicht nur für Studenten.

Fotos und Tagging
Nachdem studiVZ die Möglichkeit eingeführt hatte, Alben anzulegen und Fotos via Javaupload massenweise hochzuladen, benutzen immer mehr Menschen ihr, zumindest prinzipiell privates studiVZ-Profil dazu, Fotos zu speichern und sharen (also nur einer relativ kleinen Benutzergruppe zugänglich zu machen…). Dazu gibt es sogar extra eine eigene Domain, imagevz.net, die wohl als Fileserver für die Fotos dient. Etwas unverständlich seltsam ist Taggen von Personen auf Bildern, auf denen sie gar nicht drauf sind. Da gibt es beispielsweise die Wiese, auf der einfach ein Personentag an den anderen gepappt ist. Ob diese Leute ein ernsthaftes Aufmerksamkeitsproblem haben? Man weiß es nicht.

Dating auf studentisch
Immer noch, denn das war bereits kurz nach studiVZ-Start in, dient studiVZ als Datingplattform. Im Reallife kennengelernte Beziehungen werden via studiVZ ausgebaut und vertieft. Oder es wird einfach direkt im studiVZ kennengelernt, viel komprimierter können Likes und Dislikes schließlich nicht dargestellt und gefunden werden. Gleichzeitig allerdings auch nicht viel ungezwungener, denn entgegen neu.de und Konsorten ist studiVZ prinzipiell keine Datingplattform. Es ist eine Studentenplattform mit Datingfeature, sozusagen.

Stalking auf studentisch
(Fast) Jeder ist drin, (fast) jeder gibt persönliche Daten preis, (fast) jeder hat Fotogalerien oder ist auf Fotos verlinkt. Perfekte Grundlagen also zum Stalken. Oder etwas netter ausgedrückt: Perfekte Grundlagen also zum Kennenlernen und Nachverfolgen. Das fängt an, mit „Hey, die ist aber hübsch, mal schauen was die sonst so treibt“ und mündet im „Krass, auf dem Foto ist die mit DEM Typen im Arm? Und das war doch DIE Party, da hat mir vorher gesagt, sie sei krank!“. Ok, zugegeben, Letzteres habe ich noch nicht erlebt, aber zumindest Ähnliches habe ich im Umfeld schon mal gehört.

Werbung
Lange Zeit wurde sich gefragt, wie sich studiVZ zukünftig finanzieren wird. Einfache Bannerwerbung? Blöde Flash Fly-ins? Must-click-to-continue-Seiten? Oder wird man gar irgendwann einmal für studiVZ bezahlen müssen? Im Hause studiVZ macht man Ersteres, also Bannerwerbung. Die kann man wunderbar mit einem Adblocker unsichtbar werden lassen. Die Damen und Herren aus Berlin machen aber noch ein Zweites: Eine Reihe über die Startseite vermarkteter Werbekampagnen und Partnerprogramme. Für die neue Juli-CD oder ein total hippes Webangebot von Weißichnicht zum Beispiel. Dazu gibt es noch eine dritte Art Werbung: Die böseste aller Websuchmaschinen, Yahoo, hat ein Suchfeld in studiVZ integriert, listet die Top-5-Suchbegriffe, die nebenbei ziemlich willkürlich und unecht aussehen, am linken Rand jeder Seite auf und zeigt zusätzlich dazu am unteren Ende mancher Seiten ähnliche „interessante“ Suchbegriffe. Mit Adblocker also eigentlich halb so wild und halb so schlimm, wie befürchtet. Nur die Werbebotschaften auf der Startseite nerven, wenn sie in zu großer Zahl vorhanden sind.
Gleichzeitig wird aber studiVZ auch von anderen Leuten als den Betreibern als Werbeplattform benutzt. Besonders Einladungen in Gruppen diverser Parties flattern in mein Postfach wie Geldtransfergesuche aus Nigeria. Das ist ganz nett und befindet sich noch im erträglichen Rahmen, könnte aber schnell Umschlagen, wenn „professionellere“ Kreise (die Parties, von denen ich gerade Sprach, sind meist studentisch organisierte Parties, wenn auch im nicht ganz kleinen Stil) anfangen Guerillawerbung via Gruppen / Pinnwand / Nachricht zu machen. Hoffen wir, dass das nie eintrifft.

Kurz erwähnen möchte ich nur, dass es mir unbegreiflich erscheint, warum dieser Blödeste-Gruppentitel-Wettkampf immer noch läuft. Und warum immer noch so viele mitmachen. Gut, ich muss zugeben, so manch ein Gruppenname bringt mich auch zum Schmunzeln, aber ihr deswegen Beitreten? Das hat, ganz rational betrachtet, überhaupt keinen Mehrwert. Bis auf Albernheit und die Kenntnis für mich als Profilstalker, in welche Schublade ich denjenigen einordnen darf. So herum betrachtet, eigentlich … macht doch weiter, mit dem Gruppenbeitreten.

Toll ist übrigens das Geburtstags-Feature. Ich kann mir generell schlecht Geburtstage merken. Die müssten nämlich ins Langzeitgedächtnis und das ist bei mir im Dauerurlaub auf Habichvergessen. Es ist also ziemlich toll, wenn man daran erinnert wird. Hat natürlich auch seine Nachteile: Nicht jeder hat seinen Geburtstag eingetragen (Paranoiker!) und würde jemand einen falschen Termin eintragen, zu einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit würde ich ihm trotzdem gratulieren (Ich bitte von praktischen Fallstudien abzusehen!).

Zusammenfassend also? Der Hype ist vorbei. Um studiVZ ist es ruhiger geworden. Zumindest in Internet- und Studentenkreisen. Dafür treten immer mehr Nichstudenten dem Social Network bei. Fotos hochladen und taggen ist in, Dating immer noch ein Größe in der Community.
Ich bin ja dazu übergegangen, das studiVZ je nach Benutzung anders zu nennen: stalkerVZ, fotoVZ, geburtstagVZ. Und jeder versteht sofort, was gemeint ist. Das nenn‘ ich mal Branding. Spread the word!

Sommerbloch

„Der Didi-Hallervorden-Gedächtnispreis für schlechte Wortspiele, geht an …“
Wer sich wundert, dass in diesem Blog noch weniger als sowieso schon los ist: Es ist Sommer. Und während die eine Hälfte Deutschlands an der Ostsee liegt, die andere Hälfte an Südseestränden Cocktails schlürft und die dritte Hälfte Heimaturlaub am örtlichen Baggersee undoder Naherholungsgebiet macht, wird dem gemeinen Studenten der Physik in Aachen (=mir) das Sommerloch mit ein paar delikaten Klausuren schmackhaft gemacht.
Auch im vierten Semester heißt „Vorlesungsfreie Zeit“ immernoch nicht ohne Grund so (und nicht etwa „Semesterferien“, tz! Sowas ist für Geisteswissenschaften oder Schlimmeres!) — eine Klausur jagt die Andere und übertrifft sich dabei nahezu jedes Mal bei der Uninteressantheit der Themen (Residuen! Wer braucht Residuen!?). Glücklicher weise ist es mittlerweile warm geworden, so dass ich über etwas anderes meckern kann, als über Lernen.
Und das mache ich auch zur Genüge (aber nicht nur!) in meinem Twitter-Account, den ich trotz Blogsilencium ganz ordentlich mit Irrelevanz fülle; mein Web-2.0-Beitrag light sozusagen.