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Rückblick des Jahres 2007: Maschinelle Songcharts

Hier geht’s lang zum Rückblick-2007-Übersichtsbeitrag!

Das Gerät, vor dem ihr gerade sitzt, gemeinläufig Computer genannt, ist, wenn man alle Nostalgie und Sentimentalität mal außen vor lässt, auch nur eine Maschine. Eine Maschine, selbst ohne Geschmack und Präferenz (außerhalb von dem energetisch günstigsten Zustand und der kleinsten Entropie und 0en und 1en aber nie 2en und sowieso).
Wenn so eine Maschine mitprotokolliert, dann also ohne subjektive Geschmacksempfindungen, wie wir sie so gerne bei Blogs haben. Deswegen schreiben Computer auch keine Blogs, klingt logisch, oder?

Und meine Maschine protokolliert mit, außerhalb von den Lauscheinrichtungen diverser Regierungen. Nein, ganz freiwillig lasse ich ein kleines Programm im Hintergrund automatisch die Musik, die ich mit iTunes und Winamp höre, an das soziale Musiknetzwerk last.fm senden.
Bei last.fm gibt es die Möglichkeit „fortlaufende Jahrescharts“ für Künstler, Alben und Songs anzuzeigen; was auch immer sich genau hinter „fortlaufend“ verbirgt. Für Songs und Alben folgen jetzt die jeweiligen Listen.
Außerdem habe ich meine 2007-er Songs bei iTunes nach Hörhäufigkeit geordnet, unten auch diese Liste (besonders hier fällt auf, dass iTunes nicht der alleinige Musikspieler meines Vertrauens ist).

In Klammern dahinter die jeweilige mitprotokollierte Abspielanzahl, die in Wahrheit wahrscheinlich teils wesentlich höher liegt, da nicht alle Abspielmedien von dem last.fm-Programm erfasst werden.

last.fm: fortlaufende Jahrescharts Songs:
1. Maxïmo Park – Books From Boxes (48)
2. The Fray – How to Save a Life (30)
3. Mika – Any Other World (24)
4. Mika – Happy Ending (21)
5. Damien Rice – 9 Crimes (20)
5. Snow Patrol – Shut Your Eyes (20)
7. Fall Out Boy – Thriller (18)
8. Foo Fighters – The Pretender (17)
9. Snow Patrol – You Could Be Happy (16)
9. 30 Seconds to Mars – The Kill (16)
11. Fall Out Boy – „The Take Over, The Breaks Over“ (15)
11. Snow Patrol – It’s Beginning To Get To Me (15)
11. Mika – Billy Brown (15)
14. Snow Patrol – Open Your Eyes (14)
14. Snow Patrol – Chasing Cars (14)
14. Justice – D.A.N.C.E. (14)
14. The Chemical Brothers – Saturate (14)
14. Fall Out Boy – This Aint A Scene, It’s An Arms Race (14)

last.fm: fortlaufende Jahrescharts Alben:
1. Massive Attack – Collected (150)
2. Snow Patrol – Eyes Open (136)
3. Justice – Justice (90)
4. Fall Out Boy – Infinity On High (88)
5. Polarkreis 18 – Polarkreis 18 (75)
6. Coldplay – X&Y (74)
6. Cassius – 15 Again (74)
8. Panic! At the Disco – A Fever You Can’t Sweat Out (73)
9. 30 Seconds to Mars – A Beautiful Lie (69)
10. Athlete – Tourist (67)
11. Mika – Life In Cartoon Motion (66)
12. Billy Talent – Billy Talent II (60)
13. Digitalism – Idealism (58)
13. Travis – The Boy With No Name (58)
15. The Kooks – Inside in Inside Out (56)

iTunes: nach Häufigkeit des Hörens geordnete 2007er Songs
1. Sportfreunde Stiller – (Tu nur das) was dein Herz dir sagt (13)
2. Die Fantastischen Vier – Nikki war nie weg (12)
2. Die Fantastischen Vier – Du mich auch (12)
2. polarkreis 18 – Chiropody (12)
5. Beatsteaks – Cut Off the Top (11)
5. Die Fantastischen Vier – Yeah Yeah Yeah (11)
5. polarkreis 18 – Dreamdancer (11)
5. polarkreis 18 – Somedays Sundays (11)
5. polarkreis 18 – Crystal Lake (11)
10. Die Fantastischen Vier – Einfach sein (10)
11. Beatsteaks – Jane Became Insane (9)
11. Beatsteaks – Sharp, Cool & Collected (9)
11. Beatsteaks – Meantime (9)
11. Die Fantastischen Vier – Mehr nehmen (9)
11. Die Fantastischen Vier – Fornika (9)

Was die Aussage dieser Listen ist – naja, da bin ich mir nicht ganz sicher. Aber sie zeigt doch, wie das subjektive Empfinden vom quantitativen Hören abweicht. Oder so.

Liebe mit-last.fm-User. Wie sehen eure beiden Toplists aus? Ab damit in die Kommentare, auch gern als Pingback!

Rückblick des Jahres 2007: Platten für den Hintergrund

Alle weiteren Teile meines 2007er Rückblicks sind bei der Mutter aller Rückblickposts zu finden.

Bei mir muss immer Musik laufen. Quasi immer. Und soviele Gelegenheiten es gibt, so unterschiedlich passende Musik gibt es auch. Hier meine Liste, der Musik, die ich im letzten Jahr am liebsten im Hintergrund habe laufen lassen. Meistens Elektronisches, was auch klar ist, denn viel Sprache erfordert auch immer größere Konzentration. (Alternative Überschrift übrigens: Platten abseits des Mainstreams.)
Vorhang auf, für die Freakigste aller Kategorien dieses Rückblicks:

Nu:Tone – Back of Beyond
Gut, das Album ist bei weitem nicht jedermanns Geschmack. Es ist eine Mischung aus Electronic und Drum ’n‘ Bass. Sehr schnell und progressiv und forttreibend (Anglizismenredundanz!). Aber trotzdem: Es hat solche Perlen wie System. Oder What’s Your Leisure?. Mir gefällt’s und besonders dann, wenn ich mich wiedermal selbst motivieren will, ist es der musikalische Ansporn.

Nu:Tone bei MySpace, bei der Wikipedia und auf der offiziellen Labelseite. Der Track „System“ bei YouTube.

Deadbeat – Journeyman’s Annual
Auch ein Album aus dem Genre „Electronic“. Aber dieses hier ist wesentlich langsamer. Und Electronic ist es auch nur, weil man sonst Probleme hätte, alle Songs des Albums unter eine Kategorie zu packen. Es werden jazzige Stimmungen, ruhige, fast schon rockige Beats und, ja, auch schnelle, treibenden Rhythmiken angestimmt. Sehr schön zum Kopfmitwippen.
Bei der iTunes-Version des Albums war der grandiose Remix des Saul-Williams-Stücks „Black Stacey“ bei. Eine Perle!

Deadbeat bei MySpace und in der Wikipedia.

Eric D. Clark – E=dC2
Ok, ich gebe zu: Initial aufmerksam geworden auf das Album bin ich wegen des Titels. Verdammt! Ein Titel mit Gleichzeichen! (Und wer errät, woher die Formel kommt, der … hat gewonnen) Durchgehört und für sehr gut befunden. Auch Herr Clark deckt ein weites Spektrum des eher minimalistischen Elektronik ab, experimentiert dabei viel (zeitweise erinnert das Album an Titel von Architecture in Helsinki), unterhält dabei aber auch immer.

Mo‘ Horizons – Sunshine Today
Draußen regnet es, schon wieder, die Herleitung will einfach nicht in den Kopf und der Kaffee hat auch schon mal besser geschmeckt. Manchmal braucht man einfach ein bisschen Sonnenschein. Dafür ist dieses Album wunderbar geeignet. Lockere, leichte, latineske Housestücke, die hintergründig manchmal fast schon an 80er Sounds erinnern. Und wenn dann tatsächlich im Laufe des Albums die Sonne raus kommt (schon erlebt), dann muss man unweigerlich lächeln.

Mo‘ Horizons bei MySpace und in der Wikipedia. Die offizielle Label-Webseite, inkl. Link zum Potcast (!) (MP3). Außerdem: Mo‘ Horizons Discography mit Previews der meisten Songs als MP3 downloadbar! Zwar von einem seltsamen ftpgelegenen MHTML-Dokument (was bei mir nur der IE öffnen will), aber, hey!

VA – reMIXED 4
Die einzige echte Compilation in meiner Liste. Unbekannte Stücke geremixed von unbekannten DJs. Aber wie bei Mo‘ Horizons vorher: Gute-Laune-Musik. Und gutes-Wetter-Musik. Groovige, mitwippende Housestücke die auch gut mal zur Abendinitiierung taugen.

Möglichkeit zum Vorhören (und Kaufen) bei trackitdown. Die unergiebige Webseite des Labels und die Seite bei der Wikipedia.

Groove Armada – GA10
Die britischen Mainstreamdancegodfathers von Groove Armada haben letztes Jahr nicht nur ihr mäßiges Album Soundboy Rock rausgebraucht, sie haben zum Jahresende (und ihrem 10. Geburtstag) auch eine Art Best-of-Compilation herausgebracht. Dabei wurden wenige bekannte aber viele unbekannte Stücke der letzten zehn Jahre auf eine 2-CD-Platte gepackt und so gut wie alle geremixed. Ein paar von externen DJs, die meisten von Groove Armada selbst. Die erste CD bildet den eher progressiveren Part, die zweite CD den chilligen, Background-Sound-Part der Groove-Armada-Zusammenfassung.
Mir gefallen besonders die unbekannten Stücke, bei denen man trotz der Unbekanntheit irgendwie immer hört, dass sie doch von Groove Armada sind.

Groove Armada in der Wikipedia, außerdem ihre offizielle Webseite mit einer Reihe vorhörbaren Stücken.

Trentemøller – The Digital Chronicles
Auch der Däne Trentemoller hat Ende des letzten Jahres eine Best-of-CD herausgebracht. Auf der ersten CD eigene Lieder, auf der zweiten CD die besten Remixe, die er gemacht hat (und er macht gute Remixe!). Basslastiger, tiefer Technosound, der aber irgendwie kein klassischer Techno ist, sondern eher wunderbar monotone Loungemusik. Schwer beschreibbar, aber auf jeden Fall immer passend.

Trentemoller bei MySpace mit ganz vielen Videos zum anschauen. Außerdem in der Wikipedia.

Air – Pocket Symphony
Von Air habe ich mir mit ihrem neuen Album viel, viel mehr erwartet. Beim ersten Hören von Pocket Symphony dachte ich nur „Oh, mein, Gott. Das sind Air!?“. Wenn man aber seine Erwartungen einfach von dem legendären Namen der französischen Elektronikern loslöst und runterschraubt, dann ist Pocket Symphony ein schönes, ein beruhigendes Album für die späten Abendstunden. Kann keines Falls mit anderen Songs von Air mithalten aber in dieser Topliste hier passt es ganz gut rein (wenn auch ganz klar weit unten…).

Air in der Wikipedia und auf MySpace. Seite zum Album bei der Wikipedia, offizielle Seite zum Album mit großer Vorhörmöglichkeit.

Die folgenden Platten fallen nicht unbedingt in die Kategorie der Hintergrundmusik, aber ich möchte sie, wie schon bei den bisherigen Kategorien auch, nicht unerwähnt lassen. Sie können zwar zu hintergrundesken Zwecken eingesetzt werden, und ich mache das auch häufiger, allerdings kann ich verstehen, dass das für viele zu anstrengend ist.
(Links auf den Namen gehen zur Wikipediaseite der Band.)

Gusgus – Forever
Die housig-technoigen Islander haben mit Forever ein durchweg tolles Album hingelegt. Hinter einem grünen Pipelinecover verbirgt sich ein großes Spektrum von französisch wirkender (allerdings das Französisch der letzten Generation), härterer Clubmusik. Besonders gut „You’ll Never Change“.

Modeselektor – Happy Birthday!
Als Vocal-Techno könnte man den Stil von Modeselektor beschreiben. Mit der Hilfe viele Gastkünstler wurde da ein treibendes Album abgeliefert. Über das Album hab ich schon mal an anderer Stelle geschrieben.

Underworld – Oblivion With Bells
Sehr schönes Hintergrundalbum von den Opas des Techno von Underworld. Dieses mal eher ruhig und manchmal fast schon Chill-Out.

Moonbootica – Moonlight Welfare
Die aktuelle Single von Moonbootica mit Jan Delay zusammen teasered relativ schön, was auch auf dem Rest des Albums zu finden ist. Dunkle Beats, harte und auch weiche Rhythmen. Vieles eigentlich.

Simian Mobile Disco – Attack Decay Sustain Release
Wäre Justice nicht gekommen, dann wäre Simian Mobile Disco sicherlich nicht nur in meine Alben-2007-Liste eingestiegen, sondern wahrscheinlich sogar relativ weit oben. Aber, ich finde immernoch zu recht, haben die beiden Gerechten die Simian Mobile Disco nach unten verdrängt. Das Album mit dem viel zu langen Titel ist gut und geht ab, ja, aber es wird viel zu schnell langweilig. Ihm fehlt die Abwechslung.
(Justice waren übrigens diejenigen, die mit ihrem Remix von „We are your friends“ der Simian-Mobile-Disco-Vorgängerband Simian den Track so richtig erfolgreich gemacht haben, dabei haben sie noch nicht mal beim We-are-your-friends-Remixwettbewerb gewonnen. Danach wurde dann aus der Gitarrenband Simian die Synth-Elektroband Simian Mobile Disco. Also ich find‘ das irgendwie lustig.)

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Rückblick des Jahres 2007: TV-Serien

Rückblick? Jawohl! Hier geht’s zur Übersicht zu meiner kleinen Rückblickreihe inkl. aller Links zu den bisherigen Epsioden.

Es gibt noch mehr auf dieser bunten Welt als Musik. Neben Betonmischmaschinen und Engelvisionen, z.B. TV-Serien. Und da Letztere (der Rest natürlich auch!) einen großen, zeitfressenden Bestandteil meines Freizeitlebens darstellen, hier die passende Liste dazu.

Chuck
Diese Serie ist in der momentanen TV-Saison in den USA gestartet und leidet gerade, wie alle anderen auch, unter dem Autorennstreik. Chuck Bartowski ist ein zwanzigdreißigjähriger Supermarktberater. Er arbeitet am „Nerd Herd“ (wegen dieses Namens allein könnte die Serie ganz oben auf der Liste stehen), einem Beratungspanel für sämtliche elektrischen Geräte und trägt dabei immer weißes Hemd mit schwarzer Krawatte (Stil, yes!). Eines Tages bekommt er eine E-Mail von einem alten Studienkollegen, worauf hin er sämtliche Top-Secret-Informationen des FBI, CIA und NSA in seinem Kopf hat. Wird er durch etwas Bekanntes getriggert, so sieht er einen Flash von den Daten, die die Datenbanken dazu zu liefern hatten.
Er ist der einzige, der noch über die Informationen verfügt und muss deswegen beschützt werden. Von zwei Geheimagenten, mit denen er von Folge zu Folge Fälle lösen muss. Und natürlich verliebt er sich in eine Agentin.
Hat man sich erst einmal mit der völlig hirnrissigen Ausgangssituation abgefunden: Eine absolut tolle Serie. Zachary Levi spielt seinen Chuck so dermaßen melancholisch, dabei aber intelligent und zynisch, dass man ihn mögen muss. Immer ist eine gewisse Ironie im Agentenraum, die auf subtile weise den ganzen Geheimkram auf die Schippe nimmt. Aber nie so, dass es zu einem slapstickigen Agent 00 oder Ähnlichem wird. Auch die Nebendarsteller: groß. Sarah hin und her gerissen von ihrem Job und ihren Gefühlen, Morgan, der vertrottelte, aber liebenswürdige Versagerfreund von Chuck und Adam Baldwin als Casey, immer grimmig dreinschauend und den harten Part mimend, so sehr, dass man nur auf den Moment wartet, wann er endlich auch mal ein bisschen weich wird.
Und dann sind da noch diese ganzen Anspielungen, diese nerdigen Einwerfer auf Videospiele, auf Handies und wasweißichnoch. Sympathisch.
Ganz klar ganz vorne.

Übersicht zur Serie bei der iMDB und bei tv.com. Offizielle Seite von NBC, bei der man alle Episoden sehen kann, wenn man aus US and A kommt (Pfeifproxypfeif). Ein Promoclip bei YouTube.

Californication
Eine 12-episodige Kabel-TV-Serie, die den Buchautor Hank Moody bei seiner Selbstwiederfindung begleitet.
Fesselt die Serie am Anfang noch durch ihre groteske, mundoffenstehenlassende Krassheit (Ein schmutziger, arschlochiger Moody, der sich um nichts und gar nichts zu kümmern scheint; 7 unterschiedliche Paare Frauenbrüste in den ersten zwei Folgen!), wird dieses fesselnde Element im weiteren verlauf geschickt weitergetragen und die Tiefe der Geschichte gezeigt. Mann fängt fast an, Moody zu verstehen, wie er zu dem Antiheld wurde, der er irgendwie ist. Man fängt ihn sogar fast an zu mögen und leidet mit ihm.
David Duchovny ist nicht länger Mulder, er ist Hank Moody. Sie passt ihm einfach wie auf den Leib zu geschnitten.

Dexter
Seine Rolle ebenfalls auf den Leib geschneidert bekommen hat Michael C. Hall als Serienkiller Dexter Morgan. Ja, richtig, die Hauptperson dieser Showtime-Serie ist ein Serienkiller. Er kümmert sich um die Leute, die sich irgendwie aus dem amerikanischen Rechtssystem herausgeschlichen haben, aber trotzdem schuldig sind. Wenn Dexter gerade nicht killt, dann ist er Blutmusteranalyst bei der Polizei. Passt, irgendwie, denn Dexter bringt seine Opfer nicht irgendwie um, er macht es stiril und trotzdem brutal, ganz wie es ihm sein Vater gelehrt hat.
Diese Serie ist nicht erst dieses Jahr gestartet. Sie ging dieses Jahr allerdings in ihre zweite Staffel und die war so gut, dass Dexter auf jeden Fall noch eine neue Erwähnung finden muss. Eine zweite Staffel ist immer eine kritische Sache, besonders bei Serials, also Serien mit episodenübergreifenden Handlungssträngen. Aber was die Damen und Herren Autoren hier aus der Geschichte gezaubert haben? Wow! Hut ab. Für mich sogar spannender als die erste Staffel. Klar, es geht der „Boa, wir schauen gerade wirklich einem kranken Serienkiller bei seiner Arbeit zu“-Effekt verloren, aber dafür kommt der „Hey, den Dexter mag ich doch jetzt, du kannst den doch nicht einfach so auffliegen lassen“-Effekt. Kinnladenrunterklapp mit Symapthieteil wird durch Sympathie mit Kinnladenrunterklappteil vertauscht.
Natürlich liefert Michael C. Hall wieder eine lehrbuchhafte Darstellung des gefühlslosen, ausdruckslosen und kopforientierten Dexter ab. Und auch die neue eingeführten Charaktere passen einfach perfekt in die Story.
In allen Teilen die beste zweite Staffel, die ich jemals gesehen habe. Die beste zweite Staffel einer der damit jemals besten Serien. Jawohl. Es lebe der Superlativ.

Passende iMDB-Seite. Dexter’s Greatest Hits (!) bei YouTube (offizielles Promovideo). Promo für die zweite Staffel bei YouTube. Die erste Staffel, reduziert auf 5 Minuten. Heises Telepolis zum kommenden Deutschlandstart über Dexter. Man beachte besonders den Verweis auf die Anspielungen und Verweise.

The Big Bang Theory
Stell dir vor, du bist ein Freak. Ein Physikfreak. Du wohnst mit deinem besten Freund zusammen, auch Dr. der Physik und noch mehr Freak als du. Deine beiden Freunde, mit denen du dir die Tage und Nächte geekig beim Videospielen und Durchführen anderer dem Geektum zugeordneten Tätigkeiten verbringst: auch zwei Physikfreaks. Und jetzt stell dir vor, in die Wohnung neben dir zieht eine heiße Blondine, die mitten in ihrem mindestens ebenso klischeebehafteten Leben steht. Und dann verliebst du dich auch noch, irgendwie zumindest, in sie.
Herzlichen Glückwunsch, du bist Leonard und spielst die / eine der Hauptrollen in der Big Bang Theory.
Diese 20-minütige Sitcom beobachtet den Zusammenprall der beiden Welten und scheut nicht davor, einen Haufen nerd-physikalischer Witze und Anspielungen zu machen. Könnte es etwas schöneres für einen Physikstudenten geben? Comedy und Comedy über Physik, toll gespielt, grandios übertrieben. The IT-Crowd für Physiker. Und jedes Mal ein noch größeres Lächeln auf meinem Gesicht, wenn ich eine der Physikanspielungen verstanden habe.

TBBT bei der iMDB. Trailer im passenden Channel bei YouTube. Im Channel sind ein paar Ausschnitte, z.B. dieser hier.

Burn Notice
Diese vermeintlich kleine Serie lief im Sommer auf einem Kabel-TV-Sender. Sie ist in großen Teilen dafür verantwortlich, dass dieser Sommer in den USA als der Sommer der kleinen Networks galt. Denn dann, wenn die Großen (wie FOX, NBC etc.) mit ihren teuer produzierten Serien pausieren, dann bleibt Platz für (meist) Kabelsender, ihre Produktionen zu versenden. Dieses Jahr kam da u.a. Burn Notice dabei heraus.
Michael Westen ist mitten in einer Geheimmission, er ist Geheimagent, als ihn seine Burn Notice erreicht: Er ist raus. Aus irgend einem Grund lässt ihn die CIA fallen und will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Er schafft es sich nach Miami zu retten, zu seiner alten Freundin Fiona (die eine Paraderolle macht, wie man ganz hübsch sein, sich aber noch zehn mal hübscher spielen kann (oder anders: wie man völlig übertrieben mit sämtlichen billigen erotische Reizen des Rezipienten herumspielen kann)) und seinem alten Kumpanen Sam (ein glorreicher Bruce Campbell, der toll den pensionierten Geheimagenten mimt). Dort versucht er, dem Grund für seine Burn Notice auf die Schliche zu kommen (der Serialpart der Story) und sich währenddessen mit dem Lösen kleiner, privater Probleme über Wasser zu halten (der Episocialpart der Story).
Die Serie lief auf dem USA-Network unter dem Titel „Characters Welcome“ und Burn Notice macht diesem Titel alle Ehre: Jeffrey Donovan spielt den Michael Westen mit einer Ruhe, einer Tiefgründigkeit, einer Verschmitztheit und mit einer Intelligenz, dass es einfach nur Spaß macht ihm zuzuschauen. Auch der Rest der Story unterhält und macht Spaß.

Greek
Ich schaue gerne Serie (und auch Filme), die den Anschein haben, Teenieserien zu sein. The O.C. gehörte da z.B. zu. Wenn man die Serie nicht kennt, könnte man meinen, es handele sich um eine billige Serie wie GZSZ oder ähnliches. Klar gibt es bei The O.C. soapige Elemente (reichlich), aber wenn man mehr als zwei Folgen gesehen hat, dann wird man feststellen, dass es dort wesentlich mehr zu sehen gibt, als eine Aneinanderreihung von Beziehungskisten und intrigöse Probleme, die an Haaren von vom Aussterben bedrohten Tieren aus Guatemala herbeigezogen sind. Da gibt es humoristische und tiefgründige Dialoge, Projektionen von Gesellschaftsproblemen und noch viel mehr.
Und zu dieser Kategorie „Sieht von außen aus wie eine Teenieserie, ist aber eigentlich viel mehr“ gehört auch Greek. Es geht um Rusty, einen Außenseiter, wie er im Buche steht, der zum Studieren auf den Campus zieht und somit unfreiwillig in den Lebens- und Handlungsbereich der Studentenverbindungen (die sich bekanntlich in Amerika immer mit griechischen Buchstaben betiteln…) eindringt. Seine Schwester ist ausgerechnet an der Spitze der tussigsten aller Frauenverbindungen.
In den paar bisher gesendeten Episoden folgt eine kurzweilige Kritik des oberflächlichen Verbindungsleben, das dann doch irgendwann, irgendwie nicht mehr so oberflächlich scheint. Natürlich gibt es die typischen Teenieprobleme: Eifersucht, erste Liebe, zweite Liebe, Anerkennung und all so etwas, aber das Ganze ist mit einem derartigen Charme erzählt, dass es Spaß macht zuzuschauen.
Etwas oberflächlicher erzählt ist da das ebenfalls neugestartete Gossip Girl. Aus der Sicht einer elitären Bloggerin wird das Leben der schönen und reichen Teens der New Yorker Upper Eastside erzählt. Wie ein Unterschicht-Außenseiter Seth Dan endlich die Liebe seines Lebens kennenlernt und die volle Faust des intrigen Lebens der Reichen zu spüren bekommt. Bei weitem nicht so toll wie Greek, aber immer noch leicht-erholsam genug, um es nicht ganz unerwähnt zu lassen.

Greek: Übersichtsseite bei der iMBD und Trailer bei DeinTube.
Gossip Girl: iMDB, Trailer bei YouTube.

Skins
Wenn wir schon bei Teenieserien sind, dann darf eine Serie nicht fehlen: Skins. Aus pro Episode änderndem Blickwinkel einer Person wird das Leben einer britischen Jugendclique betrachtet. Und das Leben hat es in sich. Sex, Drogen, Intrigen, Drogen, Selbstverwirklichung, Drogen und Anerkennung. Und Drogen. The O.C. auf Crack. Böse und verstörend, aber trotzdem sehenswert. Von der Story abgesehen, die toll ist und bei der der Zuschauer Stück für Stück immer Tiefe hinter die Kulisse der kranken Jugendlichen schaut, allein die Technik mit den verändernden Sichtweisen lohnt ein Anschauen. Und so wenig wie das kitschige Lip-sync-Ende zum Rest der Serie passt, so toll ist es und so sehr bildet es einen versöhnlichen Abschluss. Außerdem stehe ich auf Musicalelemente in Filmen / Serien.

Übersicht in der iMBD. Trailer zur ersten Staffel bei YouTube. Brandneuer Trailer zur zweiten Staffel bei YouTube. Artikel zu Skins im Sablog.

Jekyll
Englische Serien mag ich sehr gern. Nicht nur wegen des tollen Akzents, die Regisseure trauen sich dort etwas. Sie können nicht auf die riesengroßen Budgets ihrer Teichnachbarn zurückgreifen, sie müssen das Publikum durch ihre Ideen und ihre Technik überzeugen.
So tut es Jekyll, eine moderne Adaption des zweigesichtigen Klassikers „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“.
James Nesbitt spielt dabei die Hauptrolle des Tom Jackmann, der auf einmal anfängt, sich zeitweise in eine andere Persönlichkeit zu verwandeln.
Wenn man alles andere ausblenden würde und nur Nesbitts Gesicht zeigte: Das wäre alleine schon Grund genug zuzuschauen. Ich habe noch nie eine gespaltene Persönlichkeit so perfekt gespielt gesehen. Wiedermal: Wow.

Seite bei der iMDB. Trailer bei YouTube. Seite bei der BBC. Der Anfang der ersten Folge bei YouTube (Ja, richtig, die Dame hat später im Jahre die Bionic Women vergespielt).

Hustle
Diese englische Serie läuft eigentlich schon etwas länger, aber ich habe sie erst im letzten Jahr entdeckt. Und direkt alle vier Staffel (zu á 6 einstündigen Folgen) im Eiltempo konsumiert. Es geht um eine Gaunertruppe mit Ehre, die durch Betrügereien schlechten Menschen das Geld wegnimmt. Der Zuschauer ist immer Teil vom Spiel und man freut sich eine drei-viertel-Stunde lang auf die Auflösung am Ende. Alle Charaktere sind toll getroffen, besonders der Hauptcharakter Mickey Stone, der hoffentlich in der fünften Staffel zurückkommt…

Seite bei der iMDB und bei der BBC. Trailer bei YouTube.

Die restlichen Serien möchte ich nur kurz erwähnen (die Links hinter den Namen gehen jeweils zur iMDB-Seite der Serie):

October Road – Soapiges Drama über einen Schriftsteller, der in seine alte Stadt zurückkehrt. Kleinstadtwelt vs. Großstadtwelt. Auch toller Hauptdarsteller.

Whistler – Kanadische Serie über einen Wintersportort und die Einwohner. Viel Snowboard und auch viel Soap. Macht trotzdem Spaß.

How I Met Your Mother – Taucht nur so weit unten auf, weil die Serie eigentlich schon vor drei Jahren anlief. Aber sie ist immernoch … legendary. DER Maßstab für alle andere Comedy.

30 Rock – Intelligente Comedy aus dem 30. Stock des Rockefeller-Gebäudes über eine Comedy auf NBC. Selbstironisch wie es nur geht und mit Alec Baldwin in der Hauptnebenrolle grandios besetzt. In NBCs grüner Woche war sogar Al Gore zu Gast, dessen „Quiet. A Whale is in trouble. I have to go.“ allein schon großartig war. Läuft ebenfalls schon in der zweiten Staffel und ist ebenfalls nur deswegen hier unten.

Switch Reloaded – Auch, und eigentlich: gerade in der zweiten Staffel einer von zwei (bzw. drei) Hoffnungsschimmern im deutschen Fernsehen. Switch kennt keine Tabus und macht einfach Witze über alles. Allein die Stromberg-Persiflage „Obersalzberg„. Perfekt getroffen, sie, wie alles.

Dr. Psycho – Das ist der andere Schimmer. Christian Ulmen spielt wunderbar den Polizeipsychologen. Mehr dazu hatte ich schon mal geschrieben.

Doctor Who (2005) – Neuauflage der legendären englischen Sci-Fi-Serie über den Zeitreisenden Doctor. Erst dieses Jahr für mich entdeckt, aber für äußert gut befunden.

Puuuh, was ein langes Post.

Rückblick des Jahres 2007: Songs

Einleitung zum Jahresrückblick gibt’s ein Post älter, die besten Alben 2007 gibt’s auch ganz in der Nähe.

Im Gegensatz zu Alben, die entweder durch eine Vielzahl einzelner toller Stücke, oder aber als Gesamtzusammenstellung (um „Gesamtwerk“ zu vermeiden — fieses Wort) überzeugen, fällt es mir schwerer für einzelne Songs eine Liste zu erstellen. Denn viel mehr als bei Alben spielt die „Ultimate Listening Experience“ (das Wort habe ich bei einem fremden Blog geklaut, ha) eine viel größere Rolle. Also das, was man mit dem Song verbindet. Wann hat man ihn das erste Mal gehört, was war die Stimmung zu dem Zeitpunkt. Hat man sich dann in ihn hineingestürzt oder langsam warm gehört (bis zur Überhitzung?)? Und dann gibt es Songs, die man einzeln eher selten hört, sich aber freut, wenn sie im Album als nächstes an der Reihe sind.

Trotzdem natürlich ein Wagnis, was ich für dich, lieben Leser, gerne auf mich nehmen will. Das Risiko und ich, wir sind ja so Gesteeinfügen.

Die Liste gibts nach dem Klick als YouTube-Playlist anzuschauen/-hören. Am Besten beim Lesen starten.

Maxïmo Park – Books from Boxes
Ich singe gerne bei Liedern mit. In sozialer Umgebung versuche ich das weitesgehenst zu unterdrücken. Klappt aber nicht immer. Leider kann ich in vielen Fällen den Text gar nicht. Und das klingt dann ziemlich peinlich. Books from Boxes gehört aber zu den wenigen Songs, von denen ich behaupte, den Großteil des Texts zu kennen (Da fällt mir sonst gerade nur Wonderwall ein…). Liegt daran, dass ich es so häufig gehört habe, dass es in einem Zug auf Platz Eins meiner last.fm-Liederhörtopliste hochgewandert ist.
Toller englischer Akzent, toll eingängliche Melodie und natürlich großartiger Liedtext. Wird auch irgendwie nicht langweilig.

Hören & Sehen: Song im FoxyTunes Planet. Song bei YouTube.

Justice – D.A.N.C.E.
Wohl DER Song vom Album. Etwas lieber und netter als der Rest (ihr wisst, Knarzmusik und so), aber dadurch um so tanzbarer. Musikvideoschauer bin ich nicht, aber dieses Video ist ebenso legendär und stilprägend wie es Justice an sich schon sind.
Außerdem bin ich stolz, dass ich weiß, was PYT ist. Nein, keine Krankheit in der Lendenregion.

Hören & Sehen: Der Song bei YouTube und in der Hype Machine (unbedingt den MSTRKRFT-Remix beachten.

Foo Fighters – The Pretender
Kein Song kann so gut die Energetik (Energie klingt so abgedroschen; Mehr erfundene Synonyme!) der verwendeten Musikstücke rüberbringen, als eben dieser. Text ist in Ordnung, erinnert mich aber an Schulhofpunk. Wie die Gitarren samt Gesang immer aufdiefresse-ig einsetzen, wow. Mit dem Song habe ich meine Lernzeit überstanden und mich motiviert und aufgeweckt.
Und außerdem hat es kein anderer Song geschafft, durch André auf der Autobahn einen Lautsprecher meines Autos zu defektieren.

Hören & Sehen: Song bei YouTube und in der Hype Machine.

Kate Nash – Mariella
Klar, der Frau Nashs Foundations ist groß. Aber beim Hören des Albums habe ich mich in Mariella verliebt. Wie (beim ersten Hinhören) grausam dieser Song mit Pauken anfängt. Das klingt schief, irgendwie. Aber dann ist das Ganze nur ein viel, viel zu langes Intro für eine herzzerreißende Geschichte über eine Standardschulfreundin von damals. Und am Ende kommt dann dieses „never ever“-ge-zungengebreche. Muss man nicht mögen. Tu ich aber. Sehr sogar.

Hören & Sehen: Song bei YouTube und in der Hype Machine.

Band of Horses – Is there a Ghost
Erst in den letzten Wochen heraufgaloppiert (Hat eigentlich mal jemand die Pferdemetaphern gezählt, die im Zusammenhang mit dieser Band genannt werden?) aber direkt für sehr gut befunden. Die Männer haben zwar lange Bärte, aber die sieht man, wiedermal, zum Glück nicht (selbst im tollen Video so gut wie nicht).
Und sag noch einer, elektronische Musik hätte ja immer so wenig Text und sei deswegen blöd. Er möge sich bitte dieses repititive Meisterwerk anschauen.

Hören & Sehen: Der Song im FoxyTunes Planet. Das Video dazu bei YouTube und auch hörbar bei der Hype Machine.

Mika – Happy Ending
Auch hier, das Kate-Nash-Schrägstrich-Newcomer-Phänomen: Grace Kelly war anfangs großartig. Diese verspielten Rhythmen, der leicht-lockere Gutelaunepop. Aber auf dem Album dann habe ich mich an Happy Ending nicht satt hören können. Wie sich das Lied Stück für Stück steigert und immer kräftiger wird. Toll. Und dann noch zum Gipfel am Ende dieser kitschige Chor im Hintergrund? Wow!

Hören & Sehen: Der Track im FoxyTunes Planet, bei YouTube und in der Hype Machine.

Sportfreunde Stiller – (Tu nur das) Was dein Herz dir sagt
Die Sportfreunde Stiller sind ja so eine Sache. Auf der einen Seite sind sie eine der wenigen deutschen Bands, die irgendwie ihren eigenen Stil haben, dabei relativ sympathisch sind und auch ganz nette Lieder machen. Auf der anderen Seite sind sie eine Teenieband, spielen diese pseudotiefgründigen Songs und sind für „’54, ’74, ’90, 2006“ verantwortlich. Und Burli konnte mich auch nicht so recht überzeugen.
Aber dieses baladeske (kann man das schreiben?) Stück ist einfach nur schön und schön langsam. Mehr braucht man dazu nicht sagen. (Ok: Wiedermal Pseudotiefgrund, aber noch im erträglichem Maße. Vielleicht auch überproduziert, aber auch noch im erträglichem Maße.)

Hören & Sehen: Das Stück beim FoxyTunes Planeten und bei YouTube.

Daft Punk – Harder, Better, Faster, Stronger 2007
Eigentlich ist es für einen Künstler peinlich, wenn er sich selbst covert. Das klingt immer so nach Erfolgslosigkeit, nach Verzweifelung, nach Dorfdiscotour. Aber bei Daft Punk ist das etwas anderes. Denn die 2007er Version ihres Songs ist nicht einfach ein Cover des alten Klassikers. Es ist ein riesiges Mashup, ein Verwurschtelung von Songs. Härter als das Original und irgendwie im (nicht-?)Trend. Besser als das Original, wie ich finde. Und es fasst perfekt die Alive-2007-Tour zusammen, in einem einzigen Song.
Und dem blöden Herrn West nehme ich es übel, dass er für seine erste Singleauskopplung unbedingt den Song mit dem legendären Daft-Punk-Sample benutzt hat. Der Blöde. Den lad ich nicht mehr zum Kaffeetrinken ein.

Hören & Sehen: Das Video bei YouTube, der Song in der Hype Machine.

Die Fantastischen Vier – Du mich auch
Ernten was wir säen, Einfach sein. Beides tolle Lieder und wohl am Ehesten die, die man im Kopf hat, wenn man an Die Fantastischen Vier denkt undoder das Fornika-Album identifizieren sollen. Für mich ist aber Du mich auch ein Track, den ich auf meine Topliste setzen möchte. Auch der ist eher etwas härter, aber noch im grünen Bereich. Und, muss ich das sagen?, hat einen tiefgehenden Text. Lässt mitwippen.
Gut, es könnte auch Nikki war nie weg sein. Auf das passt die Beschreibung auch. Und die beiden spiegeln, neben den erstgenannten Singles die Viel-falt wieder, die man auf dem Album findet. Aber, nee, ich bleib bei Du mich auch.

Hören & Sehen: Song im FuchsigTunes Planet (leider weder Video noch MP3…).

Das war die Speerspitze meiner Jahresliste, unerwähnt lassen möchte ich aber nicht:

Shout Out Louds – Tonight I Have To Leave It
Lief laut durch meine Wohnung, am Stück, sehr lange. Unheimlich eingänglicher Refrain. Toll.

Hören & Sehen: … in der Hype Machine.

The Chemical Brothers – Saturate
Das Album der Altmeister der Elektrochemie hat mich nicht so ganz überzeugt, aber dieser instrumentale Track mit seinem tiefen Bass und den verzogenen Strings (nennt man das so?, egal!), einfach toll. Besonders wenn der Bass am Anfang zum ersten Mal einsetzt. Wow.

Hören & Sehen: Song beim FoxyTunes Planet.

Róisín Murphy – Let me Know
Irgendwann im Herbst kamen Roisin Murphy, die Frontdame von dem großartigen Moloko, und Robyn, die … Frau mit Ypsilon, irgendwie gleichzeitig auf mein Radar. Und erst da wurde mir bewusst, dass Let me Know von Roisin Murphy ist und wie toll ich das finde.

Hören & Sehen: FoxyTunes-Planet.

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Rückblick des Jahres 2007: Alben

Die Einleitung zu meinem sehr kleinen und völlig übergewichtig über mehrere Beiträge ausgedehnten Popkulturrückblick gibt’s einen Post weiter.

Justice – †
Die Damen und Herren dieser französischen Tanzkapelle haben mit ihrem Debutalbum nicht nur elektronische Tanzmusik weiter gedacht und dabei härter gemacht (ohne aber zu Techno oder Minimal zu werden), sondern sie auch wieder in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gerückt. Ob es die Erfindung eines Trends ist, wie man so gerne behauptet, das weiß ich nicht und ist vielleicht zu viel gesagt, aber ihr Knarzsound™ hat auf jeden Fall für Trouble gesorgt und die totgesagte Dancemusic zum Vampir werden lassen (Metapher auch ™, jawohl).
Im Fuhrwasser von Justice und ihrem Ed-Banger-Label gibt es dann auch noch so tolle Bands samt Alben, wie: Digitalism – Idealism oder der Berliner Boys Noize mit seinem „Oi Oi Oi„-Album.

Kate Nash – Made of Bricks
Das Album, was sich genremäßig irgendwo zwischen Indie, Pop, Experimental, Folk und Wasweißich einordnen lässt, wartet nicht nur mit schönen und schrillen Rhythmen auf, sondern auch mit ironischen, tiefgründigen, platten und unterhaltsamen Texten auf. Der wunderbare Englische Akzent von Kate Nash macht auch ihren sonderbaren Kleidungsgeschmack wett (zumal man sie ja hört, und nicht sieht).

Die Fantastischen Vier – Fornika
Die Fantastischsten Vier waren auf meinem Radar irgendwie verschwunden. Einfach rausgelöscht aus dem Kopf. Vielleicht war es also Freude, die ihr neues Album so weit ‚vorne‘ in meine Liste gebracht hat, aber vielleicht war es auch einfach die Abwechslung, die sich innerhalb des durchweg tollen Albums finden lässt. Da gibt es sanfte Beats, repititive Hip-Hop-Beats, knallharte Beats und natürlich immer tolle Reime und Texte.

Mika – Life in Cartoon Motion
Entdeckt, bevor er in Deutschland schwerrotiert wurde (ja, glaubt mir) und damals schon für sehr gut befunden. Besonders die etwas balladigeren Stücke des Albums, Happy Ending und Any Other World haben es mir angetan. Aber auch die oberflächlich lustig, eigentlich aber sehr tiefgründigen (und deswegen passt dieser Titel einfach so perfekt) Titel wie Billy Brown (ich möchte mein Gesicht nochmal sehen, als ich zum ersten mal die Zeile „…then Billy Brown fell in love with another man“ hörte) sind toll. Leider ist die Anzahl der Songs ein bisschen knapp bemessen.

Maxïmo Park – Our Earthly Pleasures
Erst gefiel mir das Album ja nicht. Wirklich sehr nicht. Velocity allerdings schon gut. Und als dann Books from Boxes ausgekoppelt wurde. Hui. Mittlerweile hat mich der impulsive Maximo-Park-Stil gepackt und ich find das Album herausragend. Besonders die ersten Songs.

Daft Punk – Alive 2007
Vor diesem Sommer war Daft Punk eine, zwar eine alte und für die komplette Kultur prägende, aber eben nur eine DJ-Combo, die coole elektronische Musik spielt. Dann war ich auf ihrem Konzert in der Philipshalle in Düsseldorf. Und wenn ich beim Schreiben dieser Zeilen daran zurückdenke. Leckofanni. Dieses Licht. Dieses Licht mit tausenden Scheinwerfern und verschiedenen Ebenen von Displays. Dieser Sound. Sound mit wummerden Bässen und mit Songs, die es vorher nicht gab. Perfekt wurden Daft-Punk-Lieder ineinander gemixt. Zusammengewurschtelt. Als wären sie von Anfang an dafür bestimmt gewesen; als gäbe es sie gar nicht anders.
Und dann bringen die Robothelme das auch noch als Live-CD raus? Mein Gott! Harder, faster, better!
Leider kann ich die CD nicht häufig hören, weil ich sonst in Erinnerungen schwelge und wie paralisiert dem Raunen der Menge im Hintergrund lausche. Und dann kommt man ja einfach zu nichts…

Die Ärzte – Jazz ist anders
Ähnlich wie bei Den Fantastischen Vier haben auch Die Ärzte auf einmal ein neues Album rausgebracht. Bisher waren Die Ärzte immer eine nette Band, von der ich mal hier und mal dort einen guten Song mitbekommen habe. Aber an diesem Album kann ich mich nicht satt hören. Gnaz klar hört man den altbewährten Ärztesound durch, aber trotzdem sind dann so vielseitige Stücke wie Nur einen Kuss drauf, die mit allem Üblichen brechen und mir gefallen.

Beatsteaks – Limbo Messiah
Als letztes möchte ich das neue Album der Punkpopband aus Berlin erwähnen. Hier gibt es auch das komplette Spektrum der Musik, das die Herrschaften aus ihren Gitarren rauszaubern können. Abwechslungsreich und fesselnd. Gehört auch irgendwie auf diese Liste, obwohl ich es schon lange nicht mehr ganz durchgehört habe. Der Sättigungszustand ist sozusagen erreicht.

Außerhalb dieser Liste möchte ich noch drei Alben nicht unerwähnt lassen:

Polarkreis 18 – Polarkreis 18
Bei diesem Newcomer-Album mag ich, wiedermal, besonders die Abwechslung. Elektrische Beats mit Rock sehr gut gemischt. Mag ich gerne hören.

Hören & Sehen: Webseite von Polarkreis 18 mit ganz viel aktueller Info. Und die passende MySpace-Seite.

Underworld – Oblivion with Bells
Die Altmeister des Techno lassen es im neuen Album etwas gediegener und sanfter angehen. Allerdings keineswegs ruhig. Für die zur Motivation eingelegte Hintergrundmusik perfekt geeignet.

Hören & Sehen: Underworld bei der Wikipedia und bei MySpace.

Mark Ronson – Version
Coverversionen sind eine heimliche Leidenschaft von mir. Da führt im Moment kein Weg an Mark Ronson vorbei, der auf der Platte große Künstler (die er häufig auch schon produziert hat) große Stücke anderer großen Künstler covern lässt. Was dabei raus kommt ist sehr interessant.

Hören & Sehen: Mark Ronson bei MySpace.