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MGMT: Konzert und Mix

MGMT @ Live Music Hall CologneAm Dienstag war ich in Köln.
In der Live Music Hall.
Und ich habe mir das Konzert von MGMT angesehen1.

Bilder davon habe ich bei flickr hochgeladen.

Die Plattenfirma von MGMT hat einen Mix gemacht mit den Tracks des „Oracular Spectacular“-Albums und noch ein paar mehr. Nicht sooo toll, aber immernoch gut anhörbar. Zumal es gute MGMT-Songs für umme gibt. Also. [via Rivva]

  1. Das Konzert war alles andere als gut. Die Vorband „A Place to bury Strangers“ sollte sich lieber in „A Place to bury your Musical Taste“ umbenennen. 40-minütiges asketisches Herumschrabbeln auf Gitarren und Schlagzeug. Langweilig, schief, sinnlos und bescheuert. Highlight war die zerstörte Gitarre, die leider direkt danach wieder durch ein funktionstüchtiges Modell ersetzt wurde.
    Um 21:06 kamen dann die fünf Jungs von MGMT auf die Bühne. Und es wurd nur halb besser. Alle Songs wurden zu langsam abgespielt, mit Gitarrensoli in die länge gestreckt und allgemein irgendwie verschremmelt. Dabei war der Gesang schlecht abgemischt. Sie schafften es selbst, das so tolle „Time to Pretend“ in der Liveversion dermaßen untanzbar zu spielen, dass mitgehen nach den ersten paar Minuten des Songs keinen Spaß mehr machte. Zur Zugabe kamen die Herren MGMT dann mit „Kids“ wieder auf die Bühne — der einzige Lichtblick des Konzerts. Irgendein Remix wurde dageboten, von Platte wohlgemerkt. Letzteres ist so ironisch wie bezeichnend, für das Konzert — der einzige Track, bei dem das ganze Publikum extatisch herumspringt kommt vom Band, alle livegespielten Songs luden mehr zum Einschlafen und Tennis-auf-dem-Handy-spielen ein, denn zum mitgehen…
    Ja, ich glaube, das war mein schlechtestes Konzert bisher. Schade um MGMT. []

I would have been ready for the floor … — Hot Chip im Gloria

Ich würde ja gerne über meinen Besuch des Konzerts von Hot Chip im Kölner Gloria erzählen.

Ich könnte dann anfangen, wie bei Regen und Sturm eine Kuh auf den Bahngleisen meine Fahrt von Aachen nach Köln immer noch ein Stückchen mehr verspätete, wie ein Zug nach dem Anderen zum Ausfall gebracht wurde und die Ansagen darüber im Regen untergingen. Wie ich dann mit dem ICE doch noch nur 30 Minuten verspätet in Köln ankam und schließlich das Gloria noch garnicht-so-voll erreichte.

Ich könnte erzählen, wie dann um 21:10 The Letter G ein Live-Sample-Mix auf die Bühne legte und dabei mit den Bassboxen zeitweise kleines Augenflimmern erzeugte (ca. 80% des nach ISO-DAFTPUNK Maximalaugenflimmerns). Wie er hinter seinem MacBook stand und an seinen Reglern drehte, dabei Musik produzierte, die ich mir zu Hause ob ihrer Monotonie niemals anhören würde, die im Gloria an dem Abend zu dem Zeitpunkt allerdings einfach nur rockte. Wie ich dann in geschickten Nebensätzen erwähnt hätte, dass der Buchstabe G seinen Namen wohl daher hätte, weil er zeitweise in eben jener Haltung, die im Profil wie ein „G“ aussieht, rhythmisch hin- und herwaberte.

Ich könnte dann erzählen, wie die Roadies eine satte halbe Stunde immer und immer wieder sämtliche Gitarren, Mikrofone, Keyboards und Wasweißichgeräte getestet haben. Bei den Gitarren jede Seite einzeln liebevoll mit unsichtbaren südvietnamesischem Rosenöl (oder Vergleichbaren) eingerieben haben müssen.

Könnte dann endlich dazu kommen, wie um 22:00 Hot Chip auf die Bühne gekommen wären. Begleitet von grellem Gegenlicht ihr Set mit lauten Trommeln begannen hätten. Um dann kaum verständlich, weil sprachlich viel zu schlecht abgemischt irgendwann zu „Boy from School“ zu kommen. Wie sich dann Stück für Stück der Klang doch noch verbessert hätte, während sie sehr tanzbare Versionen ihrer Lieder pausenlos spielten. Wie lustig nerdig der Mensch am Zentral-Synthie ganz hinten aussah. Und wie gefährlich weit sich der tanzende große Mensch im Publikum von seiner Herde entfernte!

Und wie ich dann nach unterhaltsamen 30 Minuten wieder aus dem Gloria gegangen wäre, weil mein Zug würde fahren müssen.

Ich würde also gerne über meinen Besuch des Konzerts von Hot Chip im Kölner Gloria erzählen.
Tue ich aber nicht. Ich hab schließlich nur 30 Minuten mitbekommen.
Und für meine nächsten Konzertbesuche (Fettes Brot und Digitalism in Köln) werde ich mir frei nehmen. Und mit dem Auto Hubschrauber fliegen. Und die Zeit anhalten. Und einen Notfallfluxkompensator in der Tasche bereit halten. Jawohl.

Es könnte alles so toll sein. Isses auch. — Die Fantastischen Vier in der Kölnarena

Concert Die Fantastischen Vier #13: Hands up!

Concert Die Fantastischen Vier #12: 3/4 at the centre

Concert Die Fantastischen Vier #11: Video-screens

Concert Die Fantastischen Vier #10: Gorillas on the screens

Concert Die Fantastischen Vier #9: Singing

Concert Die Fantastischen Vier #8: Video-screen

Concert Die Fantastischen Vier #7: Orange singing

Concert Die Fantastischen Vier #6: Green backgrounded

Concert Die Fantastischen Vier #5: Kölnarena

Concert Die Fantastischen Vier #4: Blue dusty

Concert Die Fantastischen Vier #3: Feet in red

Concert Die Fantastischen Vier #2: Fantame

Concert Die Fantastischen Vier #1: Red and Stage from Above

Zwei Tage nach dem wilden und vollen Konzert der Beatsteaks, einen Tag nach unserer grandiosen physikBlog-Geburtstagsparty stand dann am Sonntagabend das Konzert der Fantastischen Vier an.

Die Karten für die Veranstaltung entzogen sich leider unserer Bestellfähigkeit. „Bestellen wir morgen, ok?“ „Ja, ok“. Morgen: „Mist, ausverkauft. Wo kriegen wir denn jetzt welche her?“ „Ich such mal im Netz.“ „Hab was. Aber jetzt ist mir zu spät. Mach ich morgen, ok?“. Morgen²: „Mist, ausverkauft.“ Dann haben wir sie uns bei eBay erkauft. Schlappe fünf Euro über Normalpreis. Sitzplätze wären zu dem Zeitpunkt noch frei gewesen, aber, hey, SO alt bin ich dann doch noch nicht. Außerdem: viel zu weit weg.

Aus unseren schlechten Erfahrungen vom Beatsteakskonzert lernten wir, nahmen einen frühen Zug und fanden uns schlappe 1,5 Stunden vor Beginn im fast leeren Innenraum der Kölnarena. Die Wartezeit überbrückten wir souverän mit dem Genuss von Fanta (!), dem Schießen und Sichten von Fotos.
Um 19:45 machte sich dann die Befürchtung wahr, die ich hatte, als wir in die Halle kamen: Miss Platnum ist Vorbandactbespaßung. Mochte ich ja vorher nicht so wirklich. Mag ich, seitdem ich dort noch mehr von ihr hören musste, noch weniger. Obwohl ich zugeben muss, dass ihr ponybedingt stirnloses Gesicht, umgeben von putzfraubekleideten Tänzerinnen, die immerzu Tücher rhyhtmisch in die Luft warfen durchaus unterhaltsam war.

Unser frühes Vor-Ort-sein machte sich bezahlt: Wir standen ca. 10 bis 12 m vor der Bühne (Fühlmeter), ungedrängelt, ohne Ellbogen im Rücken!, als dann das Licht ausging und unter grünem, nebelartigem (so stelle ich mir Biohazard im Allgemeinen vor…) Licht das Fornika Intro ertönte. Leider viel zu lang und leider war der Übergang zur Show danach nicht ganz perfekt. Aber ich glaube, das war dann auch alles, was ich am Konzert aussetzen kann.
Die Fantastischen Vier spielten eine routinierte, aber nicht weniger tolle Show runter. Auch sie garnierten ihre Schlager vom aktuellen Album mit einer Reihe älterer Stücke und sogar einem Medley von Songs ihrer ersten Platte (von der ich keinen einzigen kannte) mit Michi Beck hinter dem MacgeBookten Turntable rockend.
Spätestens, wenn man den Blick von der Aura der Fanastischen Vier erweiterte, herauszoomte, und einmal Technik, also Bühnenaufbau und Licht betrachtete, da wäre sicherlich auch dem letzten Punkrockemokid bewusst geworden, dass die Herren Vier in einer anderen Liga spielen als die Jungs der Beatsteaks.
Gekonnt wurde immer ein anderes Bandmitglied bei seinem Lied gefeatured, bis dann bald wieder ein ‚gemeinsames‘ Lied an die Reihe kam.
Und spätestens als dann bei „Krieger“ eine der Grünlichtquellen vom Anfang heruntergefahren kam, sich um 90 Grad nach vorne hin zum Publikum beugte, auf diese Art eine runde LCD-Fläche preisgab und sich im dampfdifussiertem Blitzlichtgewitter ein monochromer Thomas D. flackernd darin gefangen fand, da wure aus der „wow“-Show eine „woooohow!“-Show. Für den Rest des Abends sollten die sieben LCD-Screens hängen bleiben und den Gesang durch Bilder unter-, nein, übermalen. Darunter so tolle Animationen wie ein rhythmisch bananenessender Gorilla. Zusätzlich gab’s im Hintergrund dazu noch einen riesigen LED-Teppich, der ebenfalls ins Videogeprolle eingebunden war. Von den restlichen Moving-Heads, deren Anzahl gefühlt in die hundert gegangen ist, und den riesigen Flutern muss ich nicht erzählen, ja?

Natürlich gab’s auch von den Fantastischen Vieren das Rockstargesülze (Selbstzitat, yeah): „Wir dachten ja, gestern, in Leipzig, das sei fett gewesen. Aber, Köln, wir sind gerade erst bei der Hälfte der Show, und bereits jetzt ist es schon dermaßen geil!“, aber irgendwie schafften sie die nötige Authentizität zu wahren und mir doch noch so etwas wie Einzigartigkeit zu vermitteln. Spätestens dann, als Herr Smudo wiederholt zur Heliumpartygasflasche griff und mit erhöhter, Comic-Stimme „Viva Colonia“ ansang und, natürlich, stimmten alle Menschen in der Arena ein. Albern. Klischee. Egal.

Überhaupt, die Menschen: Schon lange kam ich mir mit meinen illuminatischen Jahren nicht mehr so jung vor! Ich war ganz klar im unteren Zehntel der Alterspyramidegaußkurve. Aber das war angenehm. Zum Einen war es, wiedermal, durchaus spaßig, Menschen, die ohne weiteres meine Eltern sein könnten, wie Teenies bei Rockkonzerten rumhüpfen und armemitrhythmieren™ zu sehen, und zum Anderen hat das den tollen Nebeneffekt, dass auch im ersten Viertel vor der Bühne kein Gedränge stattfindet. Keine Umkippenden Menschenmassen, die einen mitziehen. Immer Platz um sich herum. Und trotzdem grandiose Stimmung. Toll!

Zur Zugabe passierte dann etwas, das wirklich ein gekonntes Finale des Abends darstellte und die bisherige Steigerung fast exponentiell erhöhte. Vom Großteil (Ok, wenn man bedenkt, dass der Großteil wohl hinter und neben uns stand, dann wohl: von uns) unbemerkt, gleitete in der Mitte der Halle von der Decke eine Traversenkonstruktion an Stahlseilen hinab. Direkt über den Abmischstand. Als die Konstruktion unten war, wurde eine Leiter angelehnt, das Licht darauf gelenkt und von drei Fantastischen Vier gestürmt. Da haben sie einfach mal so eine Bühne in der Mitte der Kölnarena gebaut. Auf der sie dann Troy und andere Reißer hinsangen. Das war schon toll, sich einfach mal um 180 Grad drehen zu müssen. Und dabei zu sehen, wie groß diese Halle ist; wieviele Leute in dieser Halle sind, wieviele Leute da gerade in dieser Halle sich mit einem mitreißen lassen (und wie weit vorne vor der Bühne man selbst steht, hihi).

Ein in allen Punkten tolles Konzert. Tolle Musik, tolle Show; tolle Unterhaltung.
Geil. (Um das einfach mal bei Christian zu klauen).

Wer sich für die Setlist des Abends interessiert, das müsste ca. diese hier sein (ganz unten).

Und, natürlich, die adäquate mediale Nachbereitung: Fotos bei flickr (rechts), bzw. alle im Album bei Picasa; Impressionsvideo folgend.

Link: sevenload-Direktvier

Eng und weit — Beatsteaks im Palladium

Bevor sich das Konzert noch verjährt…

Concert Beatsteaks #8: b-Background

Concert Beatsteaks #7: Girl on shoulders

Concert Beatsteaks #6: Armin with guitars

Concert Beatsteaks #5: Ceilling.

Concert Beatsteaks #4: Beatme

Concert Beatsteaks #3: The Stage

Concert Beatsteaks #2: Hall filling

Concert Beatsteaks #1: The Entrance

Das Palladium war mal eine alte Maschinenhalle. Oder so etwas in die Richtung; jedenfalls eine hohe und lange Halle.
Die Beatsteaks sind eine Punkrockpop-Band. Oder so etwas in die Richtung; jedenfalls eine laute und meist wilde Band.

Zum Konzert ankommen am Palladium hieß in der 150 m langen Schlange zu stehen. Die wurde zwar relativ schnell kürzer, im Inneren war es aber nicht weniger voll. Der Vorraum quoll über, der Zugang zur Garderobe und zur Toilette mit eine großen Menschentraube bevölkert.
Bei meinem vergeblichen Versuch, die mit 2000 Haken versehene und bereits übervoll besetzte Garderobe durch meine Jacke zu verschönern, verpasste ich die Vorband Turbostaat. Machte aber nichts, mag ich sowieso nicht.
Erst dachten wir, wir könnten uns noch in die ersten 20-30 m vor die Bühne implementieren. Fremde, schweißnasse Arme an seinen eigenen; fremde, schweißnasse T-Shirts an seinem, den Zustand ebenfalls langsam erreichenden eigenen; ein Haufen blauer Flecken und Beleidigungen später verwarf ich den Plan aber. Kennt ihr das, wenn ihr Teil einer homogenen Masse (geteilt in „oben“ und „unten“ durch die breitesten Stellen des Körper, Hüfte – oder meistens: Bauch) seid und diese Masse auf einmal umkippt? Initiiert von irgendeinem spaßigen Menschen vorne? Die Unfähigkeit, irgend etwas zu tun außer mitzukippen und hoffen, dass weiter hinten irgend jemand die Bewegung umkehrt? Ganz unangehmens Gefühl.
Da habe ich mir lieber weiter hinten einen etwas ruhigeren Platz gesucht. Punkrock schön und gut, aber entweder bin ich zu friedlebig, zu unwild oder doch schon zu alt für Konzerte solcher Musik. Jedenfalls: „Weiter hinten“ heißt auch genau das im Palladium. Die Halle ist eher schmal und deswegen wesentlich länger als breit. Etwas doof, handelt es sich bei Licht und Schall doch um eine Welle die sich gleichmäßig in alle Richtungen ausbreitet. Und erfahrungsgemäß heißt das besonders für Licht: Weiter hinten sieht alles tendenziell kleiner aus.

Gut, das ist ärgerlich, aber damit kann man klarkommen. Und auch so kann man das Konzert der Beatsteaks genießen.
Denn natürlich lieferte die beste Liveband der Welt, wie man sie manchmal bezeichnet, ein hervorragendes Konzert ab. Sie spielten die besten Songs ihres aktuellen Albums und, zu meinem Leidwesen, die besten Songs ihrer alten Alben. Da bin ich nämlich überhaupt nicht so fit. Mehr überhaupt gar nicht. Trotzdem: Genug Songs zum mitspringen und (ganz wichtig) zum mitsingen. Genug Songs zum Armemitrhythmieren™.
Dabei natürlich das übliche Rockstargesülze „Köln, ihr seid die Besten! Yeah!“ und „Als wir damals im Underground angefangen haben …“. Die Bühnenshow war, konnte man erwarten, eher zurückhaltend: Ein paar wechselnde Hintergrunde und buntes Licht (und bei „She was great“ sogar Seifenblasen!). Bei den Beatsteaks kommt es halt ganz auf die Jungs rund um Sänger Arnim an. Wäre die positive Interpretation.

Ganz entgegen des irgendwie unterschwellig vorhandenen Tons dieses Beitrags fand ich das Konzert toll! Die Beatsteaks sind wirklich eine hervorragende Liveband, sehr publikumsnah („Hey Security, lasst doch endlich mal die Leute hier in den Vorraum! Verdammte <schimpfwort>, wir sind ein Punkband!“) und auch das drumherum stimmte. Wäre es nur nicht so verdammt voll gewesen…

Traditionell habe ich folgend wieder meine Impressionen in einem kleinen Video zusammengeschnitten. Die besten von-sehr-weit-weg Fotos gibt’s in meinem flickr-Account, alle in meinem Picasa-Account.

Sevenload-Direktentfernung

Andi on Tour …

Einfach mal aus dem, was einen verhindert, dieses Netz noch ein Stückchen mehr zu befüllen, Netzbefüllung machen. Aus der Not eine Tugend machen. Punk is not dead. Jippia-yeah!
Ich habe eine tourige Woche vor mir. Werde durch die Weltgeschichte reisen wie einst Bill und Ted. Naja. Fast.
Hier steht jetzt erst einmal eine Vorschau auf das, was ich in den nächsten Tagen mache. Stück für Stück werde ich das dann versuchen in ein Review zu verwandeln. Evtl. mit eigenen Artikeln, mal schauen.

Dienstag, 20.11.: Vortrag von Wolfgang Back über „Sind Internetmedien die besseren Lehrmeister?„.
Vorher: Der Vortrag war ein Tag vor Beitragerstellung. Geskippt.
Nachher: Wolfgang Back mag dem älteren Eisen durch die diversen Computerclubs bekannt sein. Der WDR Computerclub oder der CCzwei als Podcast. Gestern sollte er dann organisiert vom AStA-Kultur über Internet und Lernen referieren. Wenn man als Maßstab ansetzt, dass er vier bis fünf Mal das Wort „Lehrmeister“ eingestreut hat, dann hat er sein Pensum erfüllt. Aber über Internet und Lernen hat er so gut wie kein Wort verloren. Er hat dafür eine Stunde und 45 Minuten über Gott und das Internet geplaudert, hat bewundernswerte Sprünge innerhalb eines Satzes gemacht („Und als dann der WDR zwei Jahre vor meiner Pensionierung den Computerclub abgesetzt hab, da hab ich mich ein wenig gefühlt wie Conrad Zuse, der… Also, sie kennen Conrad Zuse, ja? Der hat ja seine Maschine im 2. Weltkrieg gebaut, und dann ist er mit Wernher von Braun bis nach…“ 15 Minuten über Zuse…), Fragen zum Beruf des Reporters, zu seiner Person, zum Podcast und zum Fernsehen beantwortet. Das alles war sehr unterhaltsam, aber hatte nichts mit dem Erhofften Thema des E-Learnings zu tun. Schade eigentlich, hätte mich es doch irgendwie interessiert, immerhin sammele ich drüben im physikBlog ja in loser Reihenfolge Internetangebote zum ‚Lernen‚.

Donnerstag, 22.11.: Vortrag von Prof. Radermacher über den Global Marshall Plan (Titel „Jetzt die Welt retten„) um 19:30 im Papst-Johannes-Haus in Düren.
Vorher: Tobias hat im Namen der Pfadfinder im Bezirk Düren den Mitverbreiter der Global-Marshall-Plan-Initiative eingeladen. Ich habe bisher nur ein sehr oberflächliches Verständnis von dem, was der Global Marshall Plan überhaupt ist und bin sehr skeptisch, wie er überhaupt funktionieren soll. Mal schauen, ob der Abend mich für die Theorie(n) begeistern kann…
Nachher: Wow. Ich bin begeistert. Total platt. Hin und weg. Dieser Mann hat mit einem dermaßen ansprechenden Vortragsstil ein ein halb Stunden (mit Fragen sogar zwei) am Stück vorgetragen, dabei frei gesprochen, eine Gesamtstruktur gehabt, von der mancher Ablesevortrag nur träumen kann, und auch in strukturellen Details, wie seinen rhetorischen Mitteln, einfach nur geglänzt. Er erläuterte die Probleme, die es momentan in der Welt und auf dem Weltmarkt gibt und stellte die Lösungen durch den Global Marshall Plan vor. Ein fünf-Punkte-Programm bereits ratifizierter internationaler Agendas zu einer sozialeren Marktwirtschaft. Immer mit starkem Fokus auf ärmere Länder (Afrika, Asien), aber so gut wie ohne Einschnitte bei reichen Ländern. Er konnte mich begeistern, inhaltlich und formell. Einheit von Form und Inhalt und so. — Wenn meine Vorlesungen in der Uni so wären, ich würde nicht mehr schwänzen verschlafen. (Mit ein wenig Glück digitalisiert Tobias den Vortrag und lädt ihn hoch…)

Freitag, 23.11.: Konzert der Beatsteaks im Palladium in Köln.
Vorher: Man sagt ja, die Beatsteaks seien eine der besten Livebands, die es gibt. Aber schon auf der letzten Platte gefallen mir die Herren sehr gut. Deutet also alles darauf hin, dass es ein toller Abend wird. (Siehe auch mein erster Beitrag dazu)
Nachher: Sehr wildes, fast so gar zu wildes Konzert für mich. Trotzdem sehr genial und sehr rockig. Leider ist das Palladium sehr unvorteilhaft geschnitten. Mehr in einem gesonderten Post später.

Samstag, 24.11.: Die große physikBlog-Geburtstagsparty!
Vorher: Vor einem Jahr haben André und ich unserem physikalischen geistigen Ausfluss eine Platform gegeben: Das physikBlog. Eine Reihe semi-ernstgemeinter Artikel, Videos und Entdeckungen sind in den Internäther (hihi) geschickt worden. Das wollen wir gebührend feiern. Einladung und mehr Infos gibt’s drüben.
Nachher: Die physikBlog-Geburtstagsparty war ein großer Spaß und hat allen viel Freude gemacht. Wir haben experimentiert, mein kurzfristig geschriebenes Gedicht vorgetragen (Jaha, in mir steckt doch ein Reimer; ein kleiner) und häufiger angestoßen. Genaueres und Fotos gibt’s drüben im physikBlog.

Sonntag, 25.11.: Konzert der Fantastischen Vier in der Kölnarena.
Vorher: Auch das letzte Album dieser popkulturellen Urgesteine gefiel mir richtig gut. Und nach unserer Kartenodysse vor ein paar Monate MUSS das einfach ein toller Abend werden. Jawohl.
Nachher: Woow! Das war eine Show; das war ein Konzert! Eine volle Kölnarena und wir 15 (20?) Meter vor der Bühne. Die Fantas mit Neuem und Alten auf zwei Bühnen. Ein Erlebnis von dem ich noch lange träumen werde. Mehr ebenfalls später in passendem Post.

Drei mal Daft Punk

Auch wenn es langsam viel zu viel musikalische Popkultur für dieses Blog wird. Das muss sein.

Vor ein paar Monaten durfte ich Zeuge eines Auftritts einer kleinen, unscheinbaren und unbekannten Band aus Frankreich werden. Zeuge von Daft Punk. Das Konzert in Düsseldorf war ja leicht atemberaubend. Wirklich nur ein wenig!

Damit man aber noch mehr Liveexperience von Daft Punk haben kann, bringen die Damen und Herren eine Live-CD ihrer Tour heraus. Aufgenommen auf einem Konzert in Paris (wo sonst?) gibt es eine CD voller Alive 2007. Das Album kommt am 19. November heraus. Vorher gibt’s eine Singleauskopplung vom „Harder, Better, Faster, Stronger“, ebenfalls die passende Liveversion. Das Video dazu wurde von 250 Konzertbesuchern in New York gedreht, die alle eine Kamera in die Hand gedrückt bekamen. Klingt sehr interessant.
Bei jeder anderen Band hätte ich gesagt: Unnötiges Geldmachen. Liveversion. Pff. Gerade bei elektronischer Musik. Die spielen doch sowieso nur ihre Stücke hintereinander ab.
Aber nach dem Konzert? Das war ein riesiges Mashup. Tracks gestreckt, gestaucht, Tracks gemixt, bis zur nahezu Unerkennbarkeit mit anderen Stücken verstrickt.
Und wie sich das anhören wird kann man auf der MySpace-Seite von Daft Punk feststellen. Vielleicht ist an der Stelle auch dieser Link irgendwie hilfreich. Oder gar der hier. [via Oh, what a world.]

Auf YouTube gibt es auch einen Account zur Alive-Tour, bei dem es im Gegensatz zu den sonst so allgegenwärtigen user-generated Videos (done my part…) professionelle Mitschnitte mit ohne übersteuertem Sound zu sehen gibt. Für die afterconcert-experience, quasi. (Mein Blog braucht mehr Buzzwords, jawohl!.)

Bei Google-Video wiederum gibt es „Daft Punk’s Electroma„, der einstündige Film aus 2006 von und mit Daft Punk, der bei uns nur auf Festivals lief und den zu sehen ich eigentlich schon abgeschrieben hatte. Aber zum Glück gibt’s ja dieses Internet hier. Hach. [irgendwie via Nerdcore, glaub ich]

We. Are. Your Friends. Nicht ganz. — Justice im Prime Club

Justice #4: The Hands

Justice #5: The Cross

Justice #3: Reduce to the Max

Justice #2: Crowd in the light

Justice #1: Mixing Console

Wenn ich jemandem den Musikstil von Justice erklären soll, dann benutze ich gerne „Knarzelektro“. Keine andere Band schafft es, so viele Unsounds zu einem melodischem Brei zu schlagen, der vollständig rockbar ist. Das hört man schon auf dem Album wunderbar.

Aber das hörte man gestern beim Konzert von Justice im Prime Club NOCH besser. Die beiden Franzosen spielten in ihrem knapp einstündigen Set die meisten Tracks ihres Albums. D.h. sie spielten sie nicht nur: sie webten sie regelrecht ineinander. Den Anfang machte, ganz wie im Album „Genesis“ — wenn auch eine halbe Stunde später als angekündigt. Das Stück konnte man noch ganz gut erkennen. Aber dann ging’s los. Dann wurden mehrere Samples der verschiedensten Stücke von Justice miteinander Verknüpft, die Tonspuren ineinander geschoben, eine Portion Extrabass drunter gemischt. Und ab geht’s. Ganz schön wow.

Ganz im Recordlabelnamen konnte man grandios ‚Ed Bangen (jetzt kann man so einen offensichtlichen Wortwitz noch machen — aber auch nur, damit ich dann später sagen kann „Alt, hab ich schon Nullsieben gebracht“), der Bass wummerte konstant nackennickend. Man konnte, wenn man denn genug Platz hatte.
Denn der Prime Club ist nicht groß. Genau genommen ist er ist alles andere als das. Aber wer konnte ahnen, dass „ausverkauft“ synonym zu „überfüllt“ ist? Gleichmäßig wie das pulsierende Leuchten des Kreuzes auf der Bühne kamen neue Leute von hinten und füllten jeden Nanometer der feuchten Restluft, drängelten nach vorne und rieben ihre nassen Körper wild durch die Gegend.
Dabei trugen 110% der Männer von ihnen idealer weise zwei Röhrenjeans (anders kann ich mir die hohe Röhrenjeansdichte nicht erklären), hatten emoige Haarprachten im Gesicht hängen und ließen sich etwas später mit Händen vom Publikum durch die Gegend und gegen die Scheinwerfer tragen, dabei den eh schon beschränkten Blick auf die Bühne verdeckend.

Die Musik war toll. Die Stücke ihres Albums zusammengewebt ohne Fehler — und ohne Langeweile. Und dann kurz vor Ende das Immernochfavourite „We Are Your Friends„. Arme hoch und mitgröhlen. Aber der Ort? Viel zu voll. VIEL zu voll. Und dazu Gedränge, Geschweißtropfe von der Decke. Und ganz schön viele ganz schön seltsame Leute.
Justice? Gerne. Prime Club? Nein. Nicht freiwillig.

Zur Nachbearbeitung in Bild und Video:

Rechts seht ihr die Besten der (wenig guten) Bilder über flickr.

Ein kleines Video vom D.A.N.C.E.-Intro (Leider musste ich zwischendrin einem der ewigen Stagediver einen Arm geben. Dafür lohnen sich die letzten 20 Sekunden, da kriegt man trotz der grandiosen Tonqualität einen Eindruck vom Rock.):

Direktgerechtigkeit

Alle ansatzweise nicht verwackelten Bilder gibt’s in meinem Picasa-Account.
Und wäre das nicht genug der medialen Nachbearbeitung, hat Martin mich sogar auf einem Bild bei Einslive gefunden. Ich bin Walter.
Aaaaußerdem haben die Damen von Les Mads vor dem Konzert ein kleines Videointerview mit den Herren von Justice gemacht. Anschauen!

Und, verdammt, ich brauche so ein tolles Justice-/Ed-Banger-T-Shirt

Konzertherbst: Justice, Beatsteaks & Fanta Vier

Wäre ich eine Funktion, würde ich vor lauter Steigung fast nach hinten kippen. Bin ich aber nicht.
Und deswegen komme ich damit klar, dass ich innerhalb von zwei Monaten meine Besuchtekonzerteanzahl mal locker verdoppeln werde. Sehr gut sogar.

Concert Ticket: JusticeDen Anfang des Konzert-Triathlon (genial, oder?) macht am 12. September Justice (bei MySpace).
Die elektronischen Franzosen auf dem Label „Ed Banger„, was irgendwie ziemlich kult sein soll (und wenn man sich sonst so ihre Künstler anschaut auch ist) haben mit ihrem Debutalbum Cross/Kreuz/†/Justice/whatever einen ziemlichen Smash hingelegt — etwas hart teilweise, aber passt schon. Justice spielen, hoffentlich dann auch mit dem fancigen (!) Kreuz im Primeclub ein t.a.n.z.bares Set.
Die passende Web-2.0-Links: Justice-Konzert bei wevent und bei last.fm (und der Vollständigkeit halber auch bei Upcoming).
(So, und jetzt üben wir gemeinsam das Kreuzsymbol, zum trendysein!)

Concert Ticket: BeatsteaksZwei Monate später folgen am 23. November im Palladium die Beatsteaks (bei MySpace). Besonders mit ihrer letzten Platte (Limbo Messiah), die ich lustigerweise erst nach dem dritten Hören nichtmehr ganz so schlimm, sondern immer besser fand, haben sie mich überzeugt, doch auch mal ein Konzert von ihnen zu besuchen. (Und könnte ich einer Konzertkarte, die einen Astronauten zeigt wirklich widerstehen?) Immerhin ist ihr Livebandruf legendär. Sicherlich werden sie das auch in Köln sein – genau wie es mir gefällt. (SCNR)
Netzzweinullverknüpfungen: wevent, last.fm (und auch hier: böses Yahoo-Upcoming).

Concert Ticket: Die Fantastischen VierDann zwei Tage später spielen am 25. November Die Fantastischen Vier (MySpace9 auf ihrer „Fornika für alle“-Tour die Kölnarena wund. Hoffentlich. Die Fantas gehören seit Ewigkeiten in meine Rige der „die möchte ich aber schon mal live sehen“-Bands. Und bei SO einem letzten Album? Keine Frage. Unsere Odyssee zur Ticketbeschaffung bedarf eigentlich eines eigenen Posts, doch darauf möchte ich aus Peinlichkeitsgründen verzichten. Kann ja auch nicht alles einfach sein. Man wird mich in der Kölnarena jedenfalls im Mittelstehraum finden.
Moderne Sozialverbindungen: wevent, last.fm.

Jemand der Mitleser auch an einem der Konzerte physisch vorhanden? Man könnte sich, rein spontan natürlich, kulminieren.