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Musikalische Fastempfehlungen und Erwartungen für den Frühlingsommer

Wenn man dieses Blog liest, dann könnte man meinen, ich würde den ganzen Tag nur hier sitzen, mir über Politik verzweifelt die Haare raufen und dabei irgendwelche amerikanischen Serien anschauen, von denen bis dato noch niemand etwas gehört hat.

Natürlich stimmt das nur begrenzt.
Ich höre nämlich auch noch Musik.

Hier ein paar Empfehlung für Musik, die entweder bereits raus ist und mir gefällt, oder aber erst raus kommt und mir gefallen könnte.

Amazon-Links sind Partner-Links. Wenn ihr über den Link die Mp3s kauft, so unterstütz ihr dieses Blog ganz automatisch ein ganz klein bisschen, ohne selbst etwas mehr zu bezahlen1.
Zwischendurch sind ein paar Spotify-Links versteckt. Toller Service, mit dem man neue Musik hören kann – ein Music-On-Demand-/Streaming-Dienst.

Passion Pit – MannersPassion Pit – Manners
Neue Band, die ich durch die Hype Machine kennengelernt habe2. Spielt irgendwas zwischen Alternative, Elektronik und Pop – aber eine großartige Mischung. Wenn ihr den aktuellen Titel »The Reeling« noch nicht kennt, so aber sicherlich das schon etwas ältere »Sleepyhead«.
In Deutschland ist das Album noch nicht so recht raus, aber beim Soundsystem 78s kann man es sich online anhören und mit etwas Geschick und dem richtigen Firefox-Plugin3 auch in feiner Qualität abspeichern.

Little Boots – HandsLitte Boots – Hands
Little Boots ist eine dieser britischen Künstlerinnen, die über das Internet bekannt geworden sind. Ihr kennt doch sicherlich ihr grandiose Tenori-On-Cover von Hot Chips »Ready For The Floor«? Und spätestens ihr sehr4 poppiges »New in Town« wird ja auch von diversten Radiostationen gespielt.
Bald (weltweit am Montag, in Deutschland erst am 26. …) bringt sie ihr erstes Album »Hands« raus. Mal abwarten, ob das was taugt.

Gossip - Music For Men(The) Gossip – Music for Men
Gossip waren für mich ja immer ein paar abgefuckte Punkrocker, da konnte mich auch Beth Dittos tolle Stimme nicht zum Albumhören bewegen. Mit »Standing in the Way of Control«, bzw. dem tollen Soulwax-Cover davon fing sich das an zu ändern. Und dann kam »Heavy Cross«. Ein wirklich großartiges Lied, mit seinen Steigerungen und elektronischen und funkigen Elementen5. Und da das das erste Lied aus dem am Monatsende erscheinenden Album »Music for Men« ist, könnte die Platte auch so gut werden. Warten wir’s ab – auch hier.

Kasabian - West Ryder Pauper Lunatic AsylumKasabianWest Ryder Pauper Lunatic Asylum
Auch wenn Kasabian jetzt für mich nie die große musikalische Erfüllung waren, sie machen eine hübsche verelektronisierte Rockmusik. Das neue Album mit dem bescheuerten Namen hört sich nach erstem Anhören auch so an.

The Sounds – Crossing the Rubicon
Die sympathischen6 Schweden von The Sounds haben von mir völlig unbemerkt ein neues Album rausgebracht: »Crossing the Rubicon«. physikMitBlogger André hat es schon ein paar Mal durchgehört und für gut befunden. Ich bin noch nicht so intensiv dazu gekommen.

Billy Talent – Billy Talent III
Auch wenn ich mir hiermit alle Kredibilität kaputt mache: Mir hat Billy Talent II gefallen. Die Musik ist alles andere als komplex, aber doch gut anzuhören. Besonders wenn man mal wieder Nachtstunden aufbleiben und einer ermüdenden Arbeit nachgehen muss.
Jedenfalls gibt’s jetzt »Billy Talent III«. Wollt ich nur mal erwähnt haben.

Moby – Wait For Me
Gar nicht so lange her, da hat Moby »Last Night« rausgebracht. Fand ich gar nicht mal so gut. Aber vielleicht wird ja sein nächstes Album »Wait For Me« (30. Juni) wieder besser.

Dann noch ein etwas weiterer Ausblick:
Im September kommt ein neues Album der Beastie BoysHot Sauce Committee«) heraus. Und mindestens genauso überraschend: Auch Massive Attack planen für den Oktober eine neue Scheibe. Das wird definitiv ein toller Herbst.
Die französischen LieblingsDJs von Daft Punk arbeiten auch an neuer Musik: Sie machen den Soundtrack zur Neuauflage des Sci-Fi-Klassikers Tron (»Tron 2.0« …). Allerdings soll der Film erst 2011 in die Kinos kommen, wir müssen uns also noch etwas Around The World drehen bis dahin…

  1. Ich freue mich darüber, wenn ihr’s wahr nehmt! []
  2. Wie das so ist. Ich hab mir populäre Tracks anzeigen lassen, einen Remix von Calvin Harris entdeckt, ihn für ganz ok befunden und nach der Band gesucht. Und zack. []
  3. FlashGot! []
  4. Etwas zu… []
  5. Ich stehe ja momentan auf jedwede Funk-Verwurschtelung in Songs! []
  6. Das ist ja auch so ein Wort, was in keinster weise zu diesem Star-Business passt. Sympathisch kann einem doch nur jemand sein, den man kennengelernt hat, oder? Jedenfalls: Die Musik ist sympathisch – und das, was man von den Personen so mitbekommt. Ich bin da radiobrenntgebrandmarkt. []

Musik der letzten Wochen

Lernen klappt bei mir am besten mit guter Musik. Und neben einer Reihe von Podcasts und Live-Mixes, habe ich auch ein paar neue Alben gekauft und hoch und runter gehört.
Ich möchte hiermit in mehr oder minder Toplistenreihenfolge meine Empfehlung aussprechen, für:

Kate Nash – Made of Bricks
Aus England kommt diese Singersongwriterin, die zumindest dort ein wenig über MySpace bekannt wurde. Kategorisieren kann man sie vielleicht als Indie-Pop, was aber dann auch nicht viel schwammiger mehr geht. Allerdings: Spezifischer wird auch schwierig, weil auf „Made of Bricks“ ein großes Spektrum abgedeckt wird. Mein Beschreibungsversuch: Kein Lied hört auf, wie es anfängt. Da ist z.B. Mariella, das Lied über eine Klassenkameradin, die sich auf einmal entschloß, ganz in schwarz zu kleiden. Mariella fängt nahezu schrecklich an, mit lauten Paukenschlägen, wird dann großartig und springt am Ende dann mit lauten Wiederholungen fast darüber hinaus.
Aber eben wegen dieses handgemachten, riesigen musikalischen Horizonts und wundervoll abgedrehten Texten (wie kann man bitte ein komplettes Lied über seinen Mund, seine Knochen usw. machen?!): Empfohlen!

Modeselektor – Happy Birthday!
Ganz im Kontrast zu Kate Nash steht die neue Platte des Berliner Elektroduos von Modeselektor (deren Name mit „k“ sich ausgesprochen ausgesprochen doof anhört). Vorher von Modeselektor gehört hatte ich höchstens einmal entfernt; der Kauf von „Happy Birthday!“ stellte sich ungefähr so dar: Ersten Track im iTunes Store vorhören, zweiten Track vorhören. Dritten Track. Einen Vierten, per Zufall ausgeliefert. Ok. Gefällt. Gekauft. Und bereut habe ich es nicht. Die Platte ist (im Gegensatz zu „Made of Bricks“) ganz klar dem Genre „Elektro“ zuzuordnen. Dort allerdings werden mehrere Teilgebiete bedient, von Uptempo bis Downtempo — alles dabei. Hervorzuheben ist der mit Maximo-Park-Sänger Paul Smith aufgenommene Track „(I can’t sleep) Without music“, bei dem man allerdings nicht schlafen kann. Hab ich probiert. Klappt nicht.

Kilians – Kill the Kilians
Diese recht frische Band aus Dinslaken macht, wie ich zumindest sagen würde, klassischen Rock. Allerdings, dann doch nicht so klassischen, als dass er langweilig würde. Aufgefallen ist mir die Band irgendwann auf Einslive abends. „Fight the Start“ ist einfach ein unglaublicher Ohrwurm. Und als ich dann bei coffeeandtv.de das sehr sympathische Interview (Teil 1 | Teil 2) mit Sänger Simon den Hartog sah, zack, „Kill the Kilians“ war gekauft. Die Lieder zu Anfang des Albums gefallen mir am Besten, rein subjektiv. Nach hinten hin wird’s nicht mehr ganz so gut. Achja: Wie mir aus Insiderkreisen (ich wollte das schon immer mal schreiben) gesteckt wurde sind alle Plattenvertragsgeschichte erfunden! In Wirklichkeit war es so:

Athlete – Beyond the Neighbourhood
Das dritte (richtige) Album der Engländer mit dem Frontmann mit der eingänglichen Stimme. Ist etwas elektronisch-angehaucht, ganz leicht, macht es damit anders als die bisherigen Alben, aber erst richtig interessant deswegen. Ich musste mich in „Beyond the Neighbourhood“ erst reinhören, wie das manchmal bei Alben so ist, aber mittlerweile mag ich den Sound sehr gerne. Eine gute Komplettierung meiner Athletesammlung.

Hard-Fi – Once Upon a Time In the West
Ob man das Releasedate, das gleichzeitig mit dem von Athlete gesetzt wurde, als Kampfansage werten muss, hoffe ich nicht. Denn Hard-Fi ist zwar auch Englisch und auch Alternative, aber anders. Schneller, unmelancholischer. Und trotzdem frontmannbedingt mit einer grandios eigenen Stimme ausgestattet. „Suburban Knights“ ist ganz klar das beste Stück von „Once Upon a Time In the West„, in den Rest muss man sich, wiedermal, erst reinhören. Das Album an sich ist nicht ganz so gut wie Athletes; leider nervt die Stimme von Richard Archer ebenso schnell, wie sie eingänglich ist.
Lustig ist, dass Hard-Fi in UK erfolgreicher als Athlete sind. In Deutschland ist das eher anders herum.

Boys Noize – Oi Oi Oi
Ein stilistischer Stilbruch kann ja auch Stil sein. Zu den besten Remixen von Popsongs, die ich kenne, gehört der Boys-Noize-Remix von Feists „My Moon My Man“ (den Track in normal finde ich zu langweilig). Seitdem war Boys Noize auf meinem Radar, auch wenn ich da noch nicht wusste, dass es sich bei Boys Noize um das zweite Image von Berliner Kid Alex handelt. Mit Boys Noize springt er auf den momentan zu recht erfolgreichen Zug um den Krachelektro vom Ed-Banger-Label auf. Der Name „Oi Oi Oi“ ist schrecklich, das Cover (ein Spiegelkugeltotenkopf) geht noch so gerade, aber die Musik, die rockt. Klar, sie ist schnell und wild und abgedreht. Aber sowas braucht man ja auch manchmal. Grandios sind Anfang und Ende der Platte. Sozusagen Intro und Outro. Ein schlichtes „Hallo“ aus dem Stimmsynthesizer, gefolgt von einer Sekunde Pause und dem instantan einsetzenden Bassmachinekrach. Am Ende genau so, nur eben mit einem „Goodbye“. Cool!

Foo Fighters – Echoes, Silence, Patience and Grace
Die Band um Exnirvanaraner Dave Grohl liefert mit dem viel zu lange betitelten Album ein ganz solides Stück ab. „The Pretender“ lief bei mir immer und immer wieder. Es hat diese tolle Abwechslung aus ruhigen Teilen, die sofort wieder in Energetischere umschwenken. Und es hat die tolle Textzeile „I’m what’s left, I’m what’s right“ – viel mehr Doppeldeutigkeit kann man in sechs Worte nicht packen. Leider werde ich es zur Schadensvermeidung jetzt nicht mehr so häufig hören können. Man möchte sich ja nicht überhören. Der Rest des Albums steht meiner Meinung nach im Schatten des Tracks. Alles Ok, aber keine so grandiosen Stücke mehr.

Vielleicht konnte ich ja zu einer musikalischen Inspiration dienen.
Was läuft bei euch gerade im Plattenschrank hoch und runter?