Schlagwort-Archiv: Doctor Who

Top Things 2008: Serien (Rundumschlagversion)

Wenden wir uns in diesem Jahresrückblick endlich meinem Lieblingsthema zu. Den TV-Serien. Meine Damen, meine Herren, halten sie sich fest, für den wohl längsten Serienbeitrag aller Zeiten. Im ganzen Universum. Mindestens.

2008 war ein sehr seltsames Jahr für die TV-Serienlandschaft. Wegen des Streiks der Drehbuchautoren am Anfang des Jahres, wurde von vielen Serien nur eine halbe Staffel gesendet. Manche schafften es sogar gar nicht erst in den Flimmeräther.
Aber so verquert das klingt: nicht alles am Streik war schlecht. Die fehlende Konkurrenz der großen Broadcaster ließ den kleinen Kabel-Sendern mit ihren Serien, zu recht, viel Beachtung zukommen1. Und die Saison 2007/2008 als eine „Lightversion“ einer normalen Saison, hat Serien im Herbst 2008 eine Rückkehr auf den Bildschirm ermöglicht, die sonst vielleicht eingestellt worden wären.
Und der Streik brachte uns »Dr. Horrible’s Sing-Along Blog«. Und das war schon eher gut2.

Aber genug der Schwafelei. Es folgt meine lange Liste der Lieblingsserien der letzten Monate3. Serien, die zum ersten Mal hier vorgestellt wurden, haben ein kleine, grünes »neu« verpasst bekommen.

Chuck
ChuckChuck schafft es auch in der zweiten Staffel mich immer noch zu begeistern. Und zwar mehr denn je! Der Witz der Serie ist grandios, die Dramatik stimmt, genauso wie eine Riege toller Schauspieler; der nötige Nerd-Faktor ist vorhanden, die Liebesgeschichte ist herzzerreißend und nervt auch nach so vielen Folgen nicht und es gibt immer noch alle 1,3 Folgen einen Twist, den man so nicht auf dem Radar gehabt hat — meistens sogar mit Cliffhanger.
Ja, Chuck stellt in seiner aktuellen Staffel das Maß aller Serien für mich dar. Die Tollpatschigkeit und die Genialität, mit der sich Chuck dann doch wieder aus der Terroristenwelt befreit. Die verzwickte Beziehung zu Sarah. Und der wunderbare Casey…
Wenn man sich einmal auf die Prämisse eingelassen hat, dann ist man auch schon im Bann der Charles Bartowski und seiner Persiflage einer Spionageserie.
[Chuck: offiziell | IMDb | Wikipedia]

Eli Stone
Eli StoneDiese Serie lässt sich in manchen Bereichen mit Chuck vergleichen, ist aber dann in mindestens genauso vielen Bereichen komplett unterschiedlich. Jonny Lee Miller spielt den aneurysmageplagten Neuzeitprophet mit einer derartigen Überzeugungskraft — allein für ihn lohnt sich schon das hinschauen. Auch Eli Stone ist in der der zweiten Staffel und hat im Laufe schon eine tolle Ideen vom Writer’s Room auf den Bildschirm transportieren können. Auch hier muss man sich erst einmal stark auf die Prämisse einlassen, aber dann ist Eli Stone eine tolle Mischung zwischen »Fall der Woche«, den Eli immer irgendwie quer mit seiner Vision lösen muss, und einer folgenübergreifenden Handlung. Klappt die Neuausrichtung der Kanzlei? Wann kommt Eli endlich mit Maggie zusammen? Wie wird er der dunklen Kraft seines Akupunkteurs nicht wiederstehen? Wie wird er als nächstes die Beziehung mit seinem Bruder ruinieren? Und hier wird es etwas langweilig. Schon wieder der Bruder!?
Aber gut, lieber schon wieder der Bruder, als gar nicht mehr der Bruder. Die Absetzung von Eli Stone ist beschlossene Sache. Zum Schreibungsdatum dieses Eintrags verbleiben noch vier ungesendete Folgen und dann ist Schluss mit dem prophezeiendem Anwalt mit dem verwirrtem Blick. Sehr schade.
[Eli Stone: offiziell | IMDbWikipedia]

The Mentalistneu
The MentalistDer erste Neustart der aktuellen Saison in meiner Liste. Und auch, da sind sich Kritiker und Zuschauer einig, der einzig richtig Gute. Seh ich auch so.
Patrick Jane kann Feinheiten an Tatort und an Personen erkennen, die den restlichen Ermittlern seiner Staatspolizei entgehen. Er setzt sie geschickt zusammen, provoziert hier noch etwas, überspitzt dort noch etwas und schon ist der Fall gelöst. Nebenbei jagt er noch einen speziellen Mörder namens Red John. Der hat seine Familie brutal ermordet. In seiner ersten Karriere als TV-Mentalist hat Jane Red John beleidigt — Janes Familie musste büßen.
The Mentalist ist eine Art Psych in ernst. Dabei ist The Mentalist eigentlich alles andere als ernst. Simon Baker als Patrick Jane tritt mit einer derartigen Verschmitztheit auf, führt seine Gegenüber mit diesem überlegenen Lachen vor — es macht einfach nur Spaß zuzuschauen.

Was The Mentalist sonst noch so herausragend macht? Die Drogenbeauftragen bei Serienjunkies haben sich dessen einmal angenommen.
[The Mentalist: offiziell | IMDb | Wikipedia]

House
HouseDie vierte Staffel House war wegen ihrer Streik-Komprimierung schon sehr gut. Aber die Fünfte? Huiui! Sogar noch besser. Die »Patienten der Woche« bleiben gut. Aber die Geschichten im Team von House und um House selbst herum, die werden besser. Vielschichtiger. Ohne zu viel zu spoilern: Wilson. Cuddy. 13. Foreman. Harold-and-Kumar-1/2 Kutner.
Ich finde die fünfte Staffel House außerordentlich gelungen. Macht einfach nur Spaß.
[House: offiziell | IMDb | Wikipedia]

Lost
LostGibt es eigentlich schon einen Namen für sowas? Etwa: Den Losteffekt? Mit immer verwirrenderen Stories, immer mehr Rätseln und immer seltsameren Geschehnissen spielte sich Lost in der Gunst der Fans runter. Das merkte man bei den Verantwortlichen, primär weil die Quoten runtergingen. Man richtete die Serie neu aus, was im wesentlich hieß: Man gab ihr eine feste Anzahl noch verbleibender Folgen (da noch 48 Stück). Außerdem veränderte man das (gefühlte) Verhältnis aufgeklärter Rätsel zu neu aufgeworfener Rätsel4. Und?
Heraus kam eine absolut grandiose vierte Staffel Lost. Nicht zu spoilern geht ja bei Lost gar nicht5. Aber das Zusehen macht Spaß, die Ideen sind nicht mehr allzu abgedreht6 und es ist so ungefähr das komplette Gegenteil von langweilig.
Ich kann es kaum erwarten, das bald die fünfte Staffel startet.
[Lost: offiziell | IMDb | Wikipedia]

How I Met Your Mother
How I Met Your MotherAuch How I Met Your Mother (HIMYM) lief Gefahr, in den langweiligen, immer-wieder-das-gleiche Trott zu verfallen7. Aber hier ließen sich die Macher ein paar tolle neue Charaktere einfallen, neue Stories, neue Beobachtungen aus dem Leben, die sie auf ihre spezielle Weise überspitzt persiflagisieren. Und natürlich gibt es die altbekannten (grandiosen) Charaktere, die ihre altbekannten (grandiosen) Stories aus dem altbekannt ändernden Leben bespielen.
Die Dialoge. Die Ideen. Herrje, HIMYM ist einfach immer noch die beste Comedy aller Zeiten. (Und beinah hätte ich es geschafft, HIMYM über den Himmel zu loben, ohne auch nur Barney Stinson zu erwähnen.)
[How I Met Your Mother: offiziell | IMDb | Wikipedia]

Breaking Badneu
Breaking BadBreaking Bad läuft auf einem dieser kleinen Kabel-Sender, die eigentlich niemand kennt8.
Die Geschichte der Serie kann man nicht erzählen, ohne einen kleinen Spoiler vorwegzunehmen. Ein Grundsatzspoiler, der kurz nach Start der Serie quasi zur Ausgangssituation zählt. Wenn ihr also meinem Urteil blind vertrauen wollt: Die Serie ist herausragend besetzt, wunderbar inszeniert und stellenweise so depressiv, dass sie fast wieder heiter wird. Fast.
Blindes vertrauen? Dann überspringt folgende Inhaltsbeschreibung und geht weiter zur nächsten Serie. Achtung: Walter White ist Chemielehrer. Und jobbt bei einer Autowaschanlage. Sein Schwager ist bei der DEA, der amerikanischen Drogenfahndung. Eines Tages ergibt es sich, dass Walter Krebs diagnostiziert bekommt. Lungenkrebs. Im Endstadium. Tödlich in ein paar Monaten. Walters Welt bricht zusammen. Er hat nicht nur zu wenig Geld für eine Chemotherapie, nach seinem Tod wäre seine Familie auch praktisch Pleite. Und das bei einem behinderten Sohn und einer schwangeren Frau. Walter überlegt, wie er an Kohle kommt. Und schon bald kommt er drauf: Crystal Meth brauen. Er hat den nötigen wissenschaftlichen Background, um mit seinem Drogenkumpanen das reinste Meth der Stadt zu brauen.
Aber natürlich tauchen beim Weg auf seiner Drogenkarriereleiter einige Probleme auf, die allesamt sehr unterhaltsam sind.
[Breaking Bad: offiziell | IMDb | Wikipedia]

Mad Menneu
Mad MenUnd noch eine dieser Serien auf »irgendeinem dieser Kabelsender«9.
Als »Mad Men« wurden in den 50ern die aufkommenden Werbegestalter der Madison Avenue genannt — so sagt es uns zumindest die erste Episode. Es geht um Don Draper, seines Zeichens erfolgreicher Slogangestalter. Und es geht um das Leben und das Lebensgefühl der 60er. Die zunehmene Kommerzialisierung. Das Großstadtleben, mit all seinen Genüssen und Fallen. Die ziemlich penetrante Allanwesenheit von Zigaretten und Cognac. Um Männer, in den ihren typischen Rollen als Führer und harte, verehrenswerte Wesen. Aber auch um Frauen in ihren typischen Rollen, als Zuarbeiter, Bewunderer und für die Familie zuständig — und wie sie sich langsam aus dieser Rolle emanzipieren.
Eingebetten ist dieses bewegte Foto einer noch gar nicht so alten Gesellschaft in ein perfektes Bühnenbild. Überall typisch pomadesiertes Haar, feine Anzüge, aufwändige Kleider, alte Möbel, Einrichtungen und Geräte. Ein Augenschmaus!
Mad Men ist aber auch inhaltlich sehr interessant, eben weil es einen historischen Einblick liefert, ohne dabei an irgendeiner Stelle penetrant oder lehrreich zu erscheinen. Die Geschichten unterhalten und passen trotzdem sehr nahtlos in die gezeichnete Zeit.
[Mad Men: offiziell | IMDb | Wikipedia]

Dexter
DexterDie dritte Stafel unseres Lieblingsserienmörders startet eher enttäuschend. Am Ende der zweiten Staffel fehlte der große Cliffhanger, der das Warten auf die dritte Staffel hätte schwer machen können. Dexter muss erst etwas tun, was zum Thema der Staffel wird. Als er das hat (es hat mit einem Tod zu tun!), dauert es aber noch etwas, ehe die Staffel an dextertypischer Fahrt aufnimmt. Die ersten acht Folgen tröpfeln so vor sich hin und erzählen ihre Geschichte. Klar, all das dort Geschehene ist wichtig für die Staffel und das große Ganze, aber ich finde, man hätte das auch locker in drei Folgen packen und die Geschichte dadurch straffen können. Dann hätte sie sich nicht so gezogen.
Danach ist Dexter makellos. Genau so wie wir ihn lieben — ich zumindest.
Allerdings gibt’s auch am Ende dieser Staffel keinen großen Cliffhanger, gut möglich, dass es die nächste Staffel ähnlich schwer hat in Fahrt zu kommen…
[Dexter: offiziell | IMDb | Wikipedia]

True Bloodneu
True BloodTrue Blood ist die Geschichte von Sookie Stackhouse. Sookie lebt und arbeitet in einem kleinen, typisch amerikanischen Dorf. Sookie hat eine Gabe und einen Fluch: Sie kann und muss die Gedanken anderer Leute hören. Es begibt sich, dass sich vor kurzer Zeit die Vampire geoutet haben. Vampire leben nämlich schon seit Ewigkeiten unter den Menschen, aber jetzt ist es ihnen Gelungen, synthetisches Blut („Tru Blood“) herzustellen. Sie sind damit nicht mehr auf Menschen als Nahrungsquelle angewiesen und können friedfertig mit ihnen leben.
Bill Compton ist einer von ihnen. Bill Compton ist es auch, der wagt, in eben jenes kleine, typisch amerikanische Dorf zum Anwesen seiner Vorfahren zurückzukehren. Die Bürger sehen das mit sehr gemischten Gefühlen, die meisten wollen ihn lieber wieder jenseits der Dorfgrenzen sehen. Besonders, als reihenweise Menschen sterben, die irgendetwas mit Vampiren zu tun gehabt haben…
True Blood ist toll besetzt — allen voran Oscarpreisträgerin Anna Paquin als Sookie. Die Serie zeichnet ein idyllisches Bild des amerikanischen Lebens, mit all seinen Vorurteilen und Aufgeschlossenheiten. Klar, es ist »yet another vampire series«, aber True Blood ist so wunderbar ruhig erzählt, größtenteils ganz unreißerisch und trotzdem voll spannender Momente und wendender Situationen.
[True Blood: offiziell | IMDb | Wikipedia]

Fringeneu
FringeOhje. Fringe. Fringe war wohl die neue Serie in dieser Saison. Es gab riesige Werbeflächen und einen noch größeren Hype. Schließlich ist es eine neue Serie vom Vater des Hypes persönlich, von J.J. Abrams — der Mann hinter Lost, Alias, Cloverfield und dem neuen, ebenfalls heiß erwartetem Star-Trek-Film.
Es geht um eine Art Neuauflage der X-Akten im 21. Jahrhundert, mit stärkerem Charakterbezug, fetziger Technik und einer großen Portion Verschwörungstheorie. Das Ganze eingepackt in tolle Kamerabilder und Gegenlichtblendenflecken10. Storymäßig heißt das, wir verfolgen ein Team von Spezialbeamten und Wissenschaftlern, wie sie sich um »Fringe Science«, also Grenzwissenschaften kümmern. All das Wissenschaftliche, was man klassisch nicht für möglich gehalten hätte11. Schnell wird klar, dass irgendwo in der Welt gerade jemand mit eben diesen Wissenschaften Schindluder betreibt. Unsere Helden müssen herausfinden, wer das ist, und ihn stoppen. Na klar.
Fringe macht einem die Bewertung alles andere als leicht. Die Produktion ist perfekt, die Bilder und Kameraeinstellungen ein Hingucker. Auch die Charaktere sind toll gezeichnet, toll verquerter Humor ist anwesend; Verschwörungtheorien sind eh spitze. Und es gibt Folgen, da denkt man nur: „WTF?“, so großartig wurde mit Cliffhangern und kleinen Stories darauf hingearbeitet.
Aber dann gibt es eben auch Folgen, die sind derart belanglos12, derart lasch erzählt, es wird fast langweilig.
Zum Glück aber nur fast, denn Fringe oszilliert zwar auf der Tollheitsskala aber mit ganz klarer Tendenz zum Positiven.
[Fringe: offiziell | IMDb | Wikipedia]

The Big Bang Theory
The Big Bang TheoryAuch die Theorie des großen Knalls, kurz TBBT, legt eine famose zweite Staffel hin. Das Spiel der Personen untereinander, aber besonders die ganzen nerdigen Bezüge zur Popkultur und zur Wissenschaft — einfach sehr witzig.
Der Grund, warum TBBT nicht nach weiter oben gerückt ist: Ich finde, die zweite Staffel konzentriert sich zu sehr auf Sheldon. Natürlich ist Sheldon der stärkste, bescheuertste und deswegen wichtigste Charakter der Serie, aber so langsam geht’s mir einfach auf die Nerven. Das fühlt sich an, als hätten die Produzenten in einer Seherumfrage festgestellt, dass Sheldon in Staffel 1 allen am besten gefallen hat. Die Marketingfirma hat darauf hin vorgeschlagen, Sheldon doch einfach noch weiter in den Mittelpunkt zu rücken. Und das kam dabei raus…13
Trotzdem: TBBT hat den nerdigsten Witz aller dieslistigen Serien.
Und welche Serie hätte uns sonst das »TBBT Formeln im Hintergrund auf Whiteboard erkennen«-Spiel gebracht?! Eben.
[The Big Bang Theory: offiziell | IMDb | Wikipedia]

Burn Notice
Burn Notice»Characters Welcome«. Das ist immer noch der Slogan, mit dem Pay-TV-Sender USA Burn Notice teasert. Und so ist es auch: Der Charakter von Michael Weston steht im Zentrum — und wird einfach unvergleichbar gespielt von Jeffrey Donovan. Ihm macht es Spaß zuzuschauen, wie er Stück für Stück dahinter kommt, wer ihn geburnt hat — natürlich um es wahrscheinlich nie zu erfahren.
Die Mischung aus MacGyver-im-21.-Jahrhundert, Spionage und tollen Schauspielern ist auch in seiner aktuellen Staffel immer noch ein Hingucker. Oder zwei. Oder drei.
[Burn Notice: offiziell | IMDb | Wikipedia]

Skins
SkinsAuch die zweite Staffel des britischen Skins ist immer »auf die Fresse«-ig.
Mittlerweile kennen wir alle Charaktere und wissen, wie bescheuert und verkorkst sie sind; was sie so tagtäglich für verrückte Aktionen machen. Man könnte also meinen, da bleiben nach der ersten Staffel nicht viele Ideen übrigen? Nun, in gewisser weise stimmt das; Staffel zwei ist bei weitem nicht so kinnladenrunterziehend wie Staffel eins. Trotzdem schafft es Staffel zwei noch ein Stück krasser zu werden und ein paar mehr Twists einzubauen, die man so nicht erwartet hätte.
Am 22. Januar startet die dritte Staffel von Skins, und da man auch hinter den Kulissen festgestellt hat, dass sich die Geschichten und damit die Charaktere langsam auserzählt haben, dreht sich die dritte Staffel um die nächste Generation Skins. Wird sicherlich wieder außerordentlich toll, da bin ich sicher.
[Skins: offiziell | IMDb | Wikipedia]

Californication
CalifornicationAuch ein Problem mit der zweiten Staffel hat Californication. Die erste Staffel lebt davon, dass unser Lieblingsautor Hank Moody es immer wieder versaut. Steigt immerfort mit Frauen ins Bett, ist depressiv, reitet sich immer ein Stückchen weiter in die Scheiße.
Allein von der Ausgangssituation am Ende der ersten Staffel her kann man schon ahnen, dass uns in der zweiten Staffel ein völlig anderer Hank Moody begegnet. Einer, der versucht sein Leben auf die Reihe zu bekommen. Der sich nicht mehr von seiner Umwelt treiben lässt und auf jeden Karambolagezug aufspringt. Ein ziemlich langweiliger Hank Moody.
So ging es mir zumindest am Anfang der Staffel ganz stark und im weiteren Verlauf dann immer noch ein bisschen. Es fehlt das Krasse, was Californication so zur Perfektion überspitzt hatte. Das, wo man sich die Hände auf die Stirn schlägt und trotzdem das Zwerchfell blutig lacht.
Trotz allen Negativens bleibt auch die zweite Staffel Californication ein absoluter Hingucker und eine tolle Serie. Krassheit wurde durch Tiefgründigkeit ersetzt. Und die zieht irgendwie nicht ganz so stark.
[Californication: offiziell | IMDb | Wikipedia]

Psych
PsychBei keiner anderen Serie merkt man weniger, dass wir mittlerweile in der dritte Staffel von ihr sind. Psych bleibt immer gleich. Gleich gut.
Es ist einfach viel zu toll, Shawn und Gus bei ihren psychologischen Tatortevaluierungen zuzusehen. Dieser kindische Spaß, die nerdigen Anspielungen — und wie sich dann am Ende in Shawns Kopf alles zusammensetzt. Sehr toll. Und alles ohne irgendwelche tiefgründigen Verschwörungstheorien, großem Drama. Einfach nur Krimanalfällelösen mit Spaß.
Und wenn Shawn endlich mal seine Jules abkriegt, dann freu ich mich noch ein Stückchen mehr.
[Psych: offiziell | IMDb | Wikipedia]

30 Rock
30 RockKeine andere Serie, die gleichzeitig auch noch gut ist, gewinnt dabei noch so viele Preise wie 30 Rock. Die Geschichten aus dem NBC-Headquarter sind immer so toll abgedreht und bescheuert, die Menschen mindestens genauso. Tina Fey und Alec Baldwin zuzusehen, das ist einfach ein Genuss. Ach was — alle Schauspieler sind einfach erstklassig.
Es sollte viel mehr 30 Rock geben. Jawohl.
[30 Rock: offiziell | IMDb | Wikipedia]

90210neu
90210Das hätte ich vor dieser TV-Saison nicht gedacht. Als es erste Gerüchte um eine Neuauflage der 90er Jahre Teenie-Serie gab, und selbst als es dann fest wurde, habe ich immer nur müde darüber gelächelt. Wird bestimmt so, wie man heute „Beverly Hills, 90210“ empfindet.
Aber von wegen. Ich bin positiv überrascht über das, was Veronica-Mars-Ex Rob Thomas da abgeliefert hat. Klar, es bleibt Teenie-Serie, aber es geht nicht ganz so schmalzig zu, wie damals. Es geht immer noch um das tägliche Drama einer ganz normalen High School auf Beverly Hills14, viele Intrigen, die Probleme des Größerwerdens und der Schönen und Reichen.
Aber es ist schön in Szene gesetzt, mit netten Schauspielern und gar nicht so platten Plots. Keine große Serie und sicherlich kein Meilenstein – aber »fun to watch«.
[90210: offiziell | IMDb | Wikipedia]

Eureka
EurekaEureka ist immer noch diese Mischung aus Science-Fiction, Comedy und Dramatik, die ich seit erster Staffel liebe.
Viel mehr bleibt nicht zu sagen: Sheriff Jack Carter wird von Colin Ferguson fantastisch gespielt; die simple, aber einfach funktionierende Struktur, die jeder Folge zu Grunde liegt (großes Problem mit irgendeiner wilden Maschine, Carter macht sich zum Affen, schafft es dann aber mit seinem ordinären Denken das Problem zu lösen – alles gut); und all die wunderbaren Sachen, die so drumherum noch passieren.
Schön anzusehen.
[Eureka: offiziell | IMDb | Wikipedia]

Greek
GreekGreek ist immer noch diese Mischung aus Klischee-Teen-Serie und dem genauen Gegenteil. Auf der einen Seite gibt es Studentenverbindungen, Saufparties, verworrende Liebesbeziehungen und all so etwas — aber letztendlich gehen die Geschichten dann doch etwas tiefer, das »Problem der Woche« ist nicht so platt, wie bei all den anderen Serien und der Witz ist meist wirklich spaßig, teils sogar intelligent.
Mal schauen, ob das auch für die restliche Staffel gilt.
[Greek: offiziell | IMDb | Wikipedia]

Gossip Girl
Gossip GirlYet another Teen Series. Und wieder geht’s um Reiche und Schöne. Von der Upper East Side New Yorks. Erzählt, mit dem Voice Over der immer mal wieder eine Rolle spielenden Gossip-Girl-Bloggerin.
Die erste Staffel ging mir zum Ende hin auf die Nerven. Immer wieder platte Intrigen, immer wieder Im-Kreis-Drehen und immer wieder neue Verstrickungen, die von Mal zu Mal nur noch unwirklicher werden.
In der zweiten Staffel ist das immer noch so15, aber irgendwie geht’s dann doch ein Stükchen weiter und es dreht sich nicht so viel im Kreis.
Ob es sich hält? Man weiß es nicht, gut möglich, dass mich in fünf Folgen auch schon wieder all das Hin und das Her nervt. Aber für den Moment ist’s ok.
[Gossip Girl: offiziell | IMDb | Wikipedia]

Smallville
SmallvilleSmallville ist wie eine Mücke, die einem immer und immer wieder in einer Sommernacht besuchen kommt. Die Story ist eigentlich schon seit ein paar Staffeln auserzählt. Aber es ist auch die einzige Serie, die dem Heimatsender The CW immer noch gute Quoten bringt. Also wird Smallville immer und immer wieder verlängert. Auch wenn von den ursprünglichen Darstellern nur noch wenige vorhanden sind.
Die aktuelle Staffel ist erstaunlich gut. Charakter, die mir schon viel zu lange auf die Nerven gingen, sind endlich weg und unser junger Farmer kann sich in seinem Plan, der Retter der Welt zu werden, wieder ein Stückchen weiter entwickeln.
Langsam kommt dann auch endlich die Liebesgeschichte zwischen Louis und Clark in Fahrt. Wurde auch langsam Zeit.
[Smallville: offiziell | IMDb | Wikipedia]

Merlinneu
MerlinDie Briten stehen auf Kostüme und Mittelalter. Nach ein paar tollen Staffeln von Robin Hood geben sie sich jetzt an den nächsten Mythos: Merlin. Es geht um die Jugendjahre des Magiers (ja, der Vergleich zu Smallville drängt sich förmlich auf…).
Merlin kommt als Schüler nach Camelot und wird zum Diener des designierten Trohnnachfolgers Arthur. Dabei wird er immer wieder in Verlegenheit gebracht, seine Magiekräfte einzusetzen. Aber mit denen gibt’s ein kleines Problem: Magie ist auf Camelot verboten.
Die Serie ist schön inszeniert, hat aufwändige Kulissen und pompöse Kostüme. Sie fing gut an, dümpelt zum Ende hin aber etwas. Es fehlt an der Progression, am Neuen, was die Story vorantreibt. Immerhin bietet der Mythos um Merlin und Camelot doch auch noch genug Stoff, wenn er denn mal erwachsen ist.
[Merlin: offiziell | IMDb | Wikipedia]

No Heroicsneu
No HeroicsDie Prämisse dieser britischen Serie ist einfach herrlich. Es geht um vier Superheldenfreunde, die sich in einer Superheldenkneipe treffen. Von da aus entwickelt sich dann pro Episode eine Geschichte, die im superheldigen London stattfindet.
Alles voller britischem Humor, aber dann leider letztlich manchmal doch etwas platt und unlustig.
Idee gut, Ausführung nur so naja.
[No Heroics: offiziell | IMDb | Wikipedia]

Privilegedneu
PrivilegedPrivileged hatte eigentlich Potenzial. Der Hauptdarstellerin macht es Spaß, beim Spielen zuzuschauen; die Story (arm trifft auf reich, die unterschiedlichen Verständnisse von Familie und die verschiedenen Werte) hatte viele Möglichkeiten.
Aber irgendwie? Nach viel zu kurzer Zeit nervt es meistens, die Geschichten drehen sich im Kreis, es ist schon wieder die blöde Schwester. Und die Töchter? Die sind bald nur noch nervig.
Vielleicht fängt es sich ja noch mal, aber ich befürchte…
(Trotzdem sei angemerkt, dass die Serie überhaupt auf dieser Liste steht — sie könnte also noch ein Zehnerpotenzen schlechter sein.)
[Privileged: offiziell | IMDb | Wikipedia]

Noch drei Serien am Ende, die eine gewisse Sonderstellung inne haben: Sie sind deutsch.

Dr. Psycho
Christan Ulmen in seiner Paraderolle. Auch in der letzten Staffel immernoch grandios. Ich werde den neurotischen Psychiater samt seiner mindestens genauso neurotischen Kollegen vermissen.

Türkisch für Anfänger
Auch hier legte Familie Öztürk eine tolle letzte Staffel hin. Am Ende ging es nur leider viel zu schnell, es wurde von einem Klischee ins nächste gerutscht. Ohne Halt. Etwas schade — ein Thema weniger hätte der Serie gut getan.
Trotzdem noch sehr toll!

Doctor’s Diaryneu
Die einzige dieser drei deutschen Serien, die noch nicht abgesetzt ist. Aber keine Angst, das dauert bestimmt nicht mehr lange.
Eigentlich ist Doctor’s Diary ein Abkupfern und Vermischen erfolgreicher amerikanischer Ärzteserien. Man findet quasi von jeder ein Element in ihr. Aber das Autorenteam hat es geschafft, die Stücke unserer Kultur anzupassen und amüsant zusammenzufügen.
Ich werde auch die nächste Staffel anschauen — ihr solltet das auch tun. Wegen der Quote, ihr wisst schon.

Wahrscheinlich wäre auch Dead Set auf dieser Liste, wenn ich denn endlich dazu käme, die Serie zuende zu schauen…

Nachtrag vom 27. Januar 2009:
Natürlich habe ich ein paar Serien vergessen. Es musste ja so kommen. Hier also ein kurzer Nachtrag zu drei Serien, die ihr ebenfalls nicht verpasst haben sollten, im letzten Jahr:

Doctor Who
Doctor WhoDem großartigen Doctordarsteller David Tennant steht in dieser Staffel eine neue Gefährtin zur Seite: „Donna Noble“. Und das ist auch schon der größte Kritikpunkt: Auch nach mehr oder minder dreizehn Folgen bin ich nicht mit Frau Noble warm geworden. Der Charakter ist zu blöd, und die Darstellerin mag ich auch nicht.
Aber darüber hinaus ist die vierte Staffel von Doctor Who hervorragend. Noch-Showrunner Russel T. Davies schafft kleine, fast schon stille Episode, die z.B. komplett in einem raumschiffartigen Gefährt spielen; und er schafft große und erzähltechnisch sehr komplexe Episoden, wie die Episoden in der Bibliothek zur Staffelmitte und die am Ende, als die Erde geklaut ist16. Egal ob kleine oder ob große Episode: Doctor Who ist immer noch eine grandiose Mischung aus Science Fiction, Drama und Sozialkritik. Das ganze furchtbar liebevoll, detailgetreu und nerdig. Toll!
[Doctor Who: offiziell | IMDb | Wikipedia (Staffel 4)]

How Not To Live Your Life
How Not To Live Your LifeDon ist ein Dickhead. Und sein geerbtes »Massive Free House« ist alles andere als free. Es ist noch nicht abbezahlt. Zur Finanzierung sucht er sich einen Untermieterin, die natürlich just seine alte Jugendliebe Abby ist. Und als wäre das in Zusammenhang mit Dons Tollpatschigkeit noch nicht genug Stoff für eine der bescheuersten britischen Comedies aller Zeiten, nein, Don wird auch noch ungefragt ein ziemlich freakiges Hausmädchen zur Seite gestellt. Also eher ein Hausjunge.
Jedenfalls: Ganz viele absolut bescheuerte Szenen, jede Menge Hand-an-den-Kopf Momente. Und dann doch noch immer irgendwie versöhnlich. Sehr nett!
[How Not To Live Your Life: offiziell | IMDb | Wikipedia]

The IT Crowd
The IT CrowdDie dritte Staffel unserer sympathischen Wohngemeinschaft aus Nerds und Nichtnerdin war gut. Es gab tollen Nerdhumor, unzählige Anspielungen auf Videospiele, Webmemes und Wasnochfürkram. Die Folge mit dem Internet und den »Eldest of the Internet«! Wie großartig war das denn bitte!?
Trotzdem werde ich bei der dritten Staffel das Gefühl nicht los, dass die Charaktere so langsam zuende erzählt sind. Die Witze sind nicht mehr so toll nerdig wie vorher! Klar, es gibt unzählige Anspielungen, aber einiges ist zu normal.
Vielleicht sollten es die Macher der Serie für eine vierte Staffel so machen, wie es die Skins-Macher für ihre dritte machen: den Cast auswechseln. Andererseits: IT Crowd ohne Moss?! Ohne Roy?! Ohne Jen? Never! Das kann nicht klappen! Wohl eher sollten sie sich ihrer Wurzeln besinnen und ein paar richtige, un-mainstreamige Nerdwitze reinschreiben. Ja, das sollten sie.
Natürlich bleibt auch die dritte IT-Crowd-Staffel ein absolutes »must see«. Also hopp, hopp!
[The IT Crowd: offiziell | IMDb | Wikipedia]

  1. Natürlich muss man ihnen zu Gute halten, dass die Serien dort sowieso schon besser und besser werden. []
  2. Wer diese Untertreibung nicht so ganz verstanden hat, weil er das gut nicht korrekt betont hat (Ja, das war ein Wink mit dem Zaunpfahl: Beton verdammt nochmal das gut richtig!): Dr. Horrible’s Sing-Along Blog war ganz große klasse. Tolle Schauspieler mit tollen Songs. []
  3. Auch hier: weiter oben ist besser, aber einzelne Plätze lassen sich genau so gut vertauschen. []
  4. Über 1 natürlich. []
  5. Gibt es auch dazu einen Terminus? Egal, welches noch so kleine Inhaltdetail einer Serie man erwähnt, es ist ein Spoiler? Splost-Faktor? []
  6. Gut, eigentlich sind sie es immer noch — »nicht allzu abgedreht« rein in Relation zu den Ideen der älteren Staffeln. []
  7. Und in gewisser weise besteht das Potenzial auch immer noch, aber es ist alles andere als akut. []
  8. Gut, als treuer Serienbewunderer kennt man natürlich jeden noch so kleinen Sender aus kleinen, 1866 ausgestorbenen, tasmanischen Provinzen. []
  9. Übrigens auf dem gleichen… []
  10. Ist euch das eigentlich auch mal aufgefallen? Fringe benutzt ganz offensiv die Blendenflecken, die man aus Gegenlichtaufnahmen und Photoshopeffekten kennt. Verleiht allen Shots einen sehr edlen Look. Man darf nur nicht zu sehr drauf achten, sonst merkt man die fast inflationäre Benutzung… []
  11. Und damit meine ich keine zeitlich zurücklaufenden Antiteilchen, barrierebrechende Tunnelströme oder vierblättrige Kleeblätter. []
  12. Zumindest innerhalb der Folge — lustigerweise gliedert sich später das noch so Belanglose dann doch noch irgendwie in den großen Zusammenhang ein. []
  13. Und ich habe das Gefühl, dass ich gar nicht so weit von der Realität bin… []
  14. Hihi. []
  15. Man denke nur an Dan und Serena, oder an Chuck und Blair. []
  16. Wobei diese Episoden natürlich nicht aus der Feder des Herrn Davies stammen. []

Serien zur Sommerpause

Auch wenn es momentan nicht danach aussieht, aber ja, es ist Sommer1. Wie sich die Älteren unter euch vielleicht noch erinnern können gab es eine Zeit vor der Klimaerwärmung, in der sich Mensch, Tier und Pflanze im Freien tummelten und gemeinsam auf einer Picknickdecke beim Duft von grillendem Maiskolben Schach spielten. Das war die Zeit, in der die großen amerikanischen TV-Sender ihre großen Serien pausieren ließen und die TV-Landschaft aussah, wie der Mars, nachdem ihn seine Bewohner verlassen hatten.
Aber wir haben die Klimaerwärmung. Und wir haben große TV-Serien im Sommer.2

Hier meine bescheidene Meinung, etwas ausführlicher als es meine Kurzbewertungen bei Twitter ([#]) zulassen.

Swingtown
SwingtownEs geht um Susan und Bruce Miller, die in einen neuen Stadtteil ziehen und sich dort mit ihren neuen Nachbarn, Trina und Tom Decker anfreunden. Die Letztgenannten leben ihre Ehe nach dem Prinzip der „Open Marriage“, feiern wilde Parties und genießen ihr Leben. Bruce und Susan lassen sich von dieser neuen Welt anstecken, verfallen aber immer wieder in Zweifel, ob das denn alles so ok ist.
Inhaltlich geht Swingtown weit über den Open-Marriage-Stoff hinaus, bildet die Serie doch die Aufbruch-, die Veränderungsstimmung der 70er ab und diskutiert sie währenddessen in ihren Vorzügen und Nachteilen (Nebenbei: Amüsant wie sich das projizierte Bild samt der Rollenmodellzuordnung der Deckers und Thompsons während der Staffel ändert…). Da geht es um wirtschaftlichen Aufschwung, um Emanzipation, um das Brechen mit alten Werten, aber auch um den Erhalt alter Werte. Sehr Vielschichtig.
Stilistisch ist die Serie darüber hinaus ein absoluter Augenschmaus. Der Soundtrack besteht aus tollen 70er Songs (die man sich bei last.fm anhören kann). Die Kostüme und die Kulisse sind authentisch, die Serie ist mit leichtem Weichzeichner und überstrahlten weißen Farben aufgenommen. Die Krone setzen diese schmalzigen Überblendungen auf, bei denen zum Beispiel eine alte Szene in der Flamme einer Kerze verschwindet.
Absolute Anschauempfehlung. [#, #]
7,6 von 10 Hippiesongs.

Flashpoint
FlashpointEtwas mehr von den Quoten gesegnet ist diese Serie über ein Spezialeinsatzkommando. Während des Streiks von CBS in Kanada zum Dreh aufgetragen geht es um ein Team von Polizisten der SRU (Special Response Unit), das sich mit den etwas heikleren Polizeisituationen auseinander setzen muss, den Situationen, die starke Nerven und fetzige Technik benötigen.
Mit ein paar bekannten Schauspielern besetzt (allen voran Enrico Colantoni, den man sonst z.B. als den Vater von Veronica Mars kennt…) geht es bei Flashpoint viel um Psychologie und den heiklen Einsatz der Spezialtruppe. Ist in gewisser weise just-another-crime-series, aber in gewisser weise auch nicht. Die Charaktere stehen im Vordergrund und alles wirkt etwas tiefgründiger. [#]
7,1 von 10 Geiselbefreiungen

The Cleaner
The CleanerEs geht um William Banks. Einst war er ein ziemlicher Junkie. Doch während der Geburt seiner Tochter machte er einen Deal mit Gott: Wenn er ihm eine zweite Chance geben und die Sache überstehen lassen würde, dann würde er seine Drogenkarriere beenden und anderen helfen, das ebenfalls zu tun. Natürlich ging alles gut und wir sehen Banks als geläuterten Familienvater. Und als Teamchef. Denn er hat sich eine Truppe aus Ex-Abhängigen zusammengestellt, mit denen er durch die Straßen zieht und anderen hilft, vom Drogenkonsum (et cetera) runterzukommen.
Die Serie ist, ganz entsprechend des behandelnden Themas sehr düster angelegt. Viel spielt in der Nacht, im Schatten oder in schlecht beleuchteten Einrichtungen.
Dreh- und Angelpunkt ist William Banks (gespielt von Benjamin Brett, den man aus einer anderen, ganz guten A&E-Produktion Namens „The Andromeda Strain“ kennen könnte…), dem man bei seinem stressigen und bösen, aber hilfsbereiten und verantwortungsvollen Alltag sehr gerne zu sieht. [#]
7,1 von 10 Abhängigkeiten

The Middleman
The MiddlemanDer Middleman ist ein freier Geheimagent, der sich für außergewöhnliche Probleme zuständig sieht. Hochintelligente Mafia-Affen gehören zum Beispiel dazu. Unsere Protagonistin Wendy Watson begegnet dem Middleman zufällig, als bei einem ihrer Aushilfsjobs ein Monster die Belegschaft tötet. Eins führt zum Anderen und Wendy wird die rechte Hand des Middlemans.
Die Serie basiert auf einem Comic. Und das merkt man: Alles ist wunderbar übertrieben und wunderbar übertrieben bunt. Alles glänzt und hat diesen falschen Touch. Abgedrehte Personen mit abgedrehten Handlungen in abgedrehten Geschichten. Dazu noch eine sehr große Zahl an popkulturellen Anspielungen.
Die Quoten sind wohl nicht so toll, wie es sich im Blog der Serie liest. Mehr als eine Staffel wird es also nicht vom mittleren Mann geben. [#]
6,9 von 10 Comicmonster

In Plain Sight
In Plain SightMary ist eine Polizistin, genauer ein Marshal des Zeugenschutzprogramms. Ihre Aufgabe ist es, ehemalige Kriminelle und andere Menschen im Programm zu beschützen und sie zu betreuen. Dass das kein einfacher Job sein muss, zeigt In Plain Sight.
Mary wird als verzweifelter und fast schon misanthropischer Charakter gezeichnet (allerdings gibt es da auch diese hoffnungsvollen Momente, ganz im Gegensatz zu Saving Grace, was ich quasi deswegen nicht weiterverfolgt habe…), der sich so durch sein Berufs- und Privatleben schlägt und versucht, ein wenig Ordnung hinein zu bringen. [#]
6,5 von 10 Zweitelebenimzeugenschutz

Es gibt auch zwei neue Serien, die mir ganz und gar nicht gefallen. Hier also zwei kleine Warnungen:

Bonekickers
Eigentlich hat diese Serie Potenzial: Besetzt durch Adrien Lester, den ich seit Hustle sehr gerne sehe, geht es um Archäologen und das Aufdecken von Fehlern in der Geschichtsschreibung. Aber leider ist das alles so billig, schlecht und uninteressant umgesetzt. Jede Folge ist eine Qual. Es zieht sich und wird nie richtig spannend. Schade eigentlich. [#]

Generation Kill
Wir sind Teil einer Militärtruppe, die in ihren Zelten in der Wüste darauf wartet, endlich den Irak im Jahr 2003 angreifen zu dürfen. Und das war’s. Hier passiert mal etwas, da tritt dieser lustige General auf, hier wird jemand verprügelt. Aber die ganze Story dümpelt so vor sich hin. Klar, das ist aus dokumentarischer Sicht sicherlich hochgradig relevant, die Realität will schließlich abgebildet werden. Nur interessant macht es Generation Kill dadurch noch lange nicht.
Und wenn man sich an den schönen Aufnahmen von Militärfahrzeugen im Wüstensand3 satt gesehen hat, dann gibt es irgendwie gar nichts interessantes mehr in der Serie. [#]

Noch kurz vor dem Ende:
Doctor Who: Die vierte Staffel des Doctors endete geradezu phänomenal. Das Finale vom noch-Showrunner Russell T Davies beendet die zu Anfang recht schwache vierte Staffel mit einem großen Familientreffen-Feuerwerk. Ich weiß jetzt wieder, was mich am Doctor so fesselt. [#]
Burn Notice: Davon hat gerade die zweite Staffel begonnen. Es geht so furios weiter, wie es aufgehört hat. Aber mit neuem, großem Soundtrack, wie mir scheint.

  1. Gut, wenn die meisten von euch das jetzt lesen, ist es sicherlich wieder völlig schön, die Sonne scheint durch die Jalousien und die Luft flimmert nur so vor Hitze. Aber egal. Blog for the moment. []
  2. Ob da ein Zusammenhang besteht möge sich der geneigte Leser selbst erschließen. Aber es passte gerade ganz gut für die Einleitung. []
  3. Das meine ich tatsächlich nicht so ironisch, wie es sich anhört. Die Qualität und die Shots sind schön anzusehen. []

Doctor Who

Doctor Who 2005 Logo„Der Doktor“ ist ein darüber hinaus namenloser Außerirdischer der Gattung „Time Lord„. Er sieht relativ menschlich aus, kann aber mit seiner TARDIS, einer von außen wie eine handelsübliche britische Telefonzelle aussehender Zeitmaschine durch die Zeit reisen1. Dabei muss er das ein oder andere Problem lösen, muss gegen die ein oder anderen, meistens allerdings ebenfalls außerirdischen Feinde kämpfen, hat dabei zwischenzeitlich das ein oder andere überaus profane Problem.
2005 ist die neue Version von Doctor Who on Air gegangen. Von 1963 bis 1989 lief bereits die Urserie Doctor Who, die besonders in UK Kultstatus erlangt hatte.

Zeitmaschine? Zeitreisen? Außerirdische? Kämpfe? Weltall? Da denkt man doch gleich an riesige Special Effects. An außerirdische Raumschiffe, die sich durch die Wolken schieben. An perfekt animierte Sternenkampfträger, die glattpoliert das Licht eines fernen Planeten reflektieren. Eigentlich sollte man so etwas also auch von Doctor Who erwarten. Diese Kategorie Filmunterhaltung wäre es zumindest.

Wiedermal: Falsch. Völlig.

Doctor Who hat zwar durchaus ein paar nett anzusehende und gut gemachte Special Effects, aber der Reiz der Serie besteht darin, dass sie es meistens eben nicht sind. Dalek! Dalek!Die weltbekannten Daleks, die Superbösewichter im Doctor-Who-Universum, z.B. sind Staubsauger mit kitschigen Plastikapplikationen (zumindest in ihrer Ursprungsvariante). Doctor Who braucht keine moderne Rechnerleistung um seine Zukunftsvisionen vorgekaut auf den Schirm zu projizieren. Die Arbeit findet im eigenen Kopf statt2.
An guten Ideen mangelt es Doctor Who indes nicht. Da werden ganze Krankenhäuser auf den Mond gebeamt. Da werden dystopische Welten gezeigt, für die es in Buchform sicherlich Preise gegeben hätte3. Und da sind auch Folgen dabei, die mit dem Doctor-Who-Universum im Offensichtlichen gar nichts zu tun haben, aber dann doch ganz großartig sind.

David Tennant als DoktorAllem Voran ist da David Tennant. Selbst ein großer und akribischer Fan der Originalserie spielt er aktuell den Doktor. Und das ganz großartig. Diese Mimik, diese subtile Komik, diese Dauerbeschäftigtheit. Wenn nötig dann aber auch diese Einsamkeit, diese Unentschlossenheit. Hach. Insgesamt, einfach nur super.
Klar gibt es auch Nebendarsteller. Dem Doktor steht immer eine Dame zur Seite. Zur Unterstützung und zum nötigen Knistern. Über die Nebendarstellerinnen könnte man seitenlange Abhandlungen schreiben. Könnte. Nur kurz: Manche sind besser, manche sind schlechter. An die Aktuelle muss ich mich z.B. noch sehr stark gewöhnen. Sehr.

Wer einmal weg will, von den durchgestylten Science Fiction Hollywoods und zurück zu den Science Fiction, die mehr im Kopf statt finden; die durch Ideen und eigenartigen Zukunftsvorstellungen beeindrucken, der sollte Doctor Who schauen. Sollte er. Jawohl.

7,2 von 10 Daleks.
Und ich bin völlig überwältigt davon, was es in der Wikipedia alles zu Doctor Who gibt. Das ist Fan-ismus pur! Toll.

  1. und hat er hat den wohl coolsten aller Kugelschreiber der Welt des Universums aller Zeiten, überall []
  2. Negativer könnte man auch von Trash-Sci-Fi sprechen, aber da stelle mich etwas anderes drunter vor und es würde dem Doktor nicht gerecht werden. Doctor Who ist alles andere als trashig… []
  3. Gut, natürlich hätten sie dafür etwas ausführlicher sein müssen. Aber es könnte ja auch der Unausführlichkeits-Gedächtnispreis sein. Oder so. []