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Daft Punk und der Hype

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Eine relativ unbekannte Band tauchte Anfang des Jahres aus ihrem Technokellerversteck auf. Daft Punk, eigentlich zwei Franzosen, seit einem unglücklichen Unfall im Studio allerdings zu Robotern mutiert, wechselten im Januar die Plattenfirma und kündigten an, im Mai ein neues Album rauszubringen.
Am Freitag, 17. Mai, ist es soweit.1 Random Access Memories, das vierte Studio-Album Daft Punks, wird erscheinen.

Und was die Daft-Punk-Maschine gerade herum-promotet, das ist ordentlich.
Ein Marketing-Chef der Plattenfirma sagt dazu:

They want to promote the record as if MTV never existed. They control everything.

Das klappt nur, wenn man a) ein etablierter Künstler ist, auf den die ganze Welt brennt und wenn man b) ein Marketing-Budget in der Größe eines durchschnittlichen europäischen Staatshaushalts hat. Oder so. Jedenfalls: Kohle.
Daft Punk wollten einen klassischeren Ansatz an die Albumwerberei, als er sonst so im Moment verfolgt wird. Sie wollten dicke Plakate, die auf das Wichtigste reduziert sind. Das hippe virale Marketing überspringen sie — schließlich machen das die Fans schon ganz alleine für sie.

Eine Zusammenfassung.

Daft Punk Helmets as of Random Access Memories

Background

Daft Punks letztes richtiges Studioalbum war Human After All 2005. Die Platte mit eher knarzigen Songs, wie The Prime Time of Your Life, oder dem bekannteren Technologic. Nominiert für einen Grammy, aber Charts-mäßig nicht so erfolgreich wie der Vorgänger Discovery von 2001. Auf Human After All folgte 2007 eine Live-Tour, zusammen mit Album, Alive 20072. Der Clou: Jedes Lied ist aus zweien zusammengemixt.
Ende 2010 lieferten Daft Punk, passend, den Soundtrack für Disneys Reboot von Tron, Tron: Legacy, ab. Endlich neuer Stoff, weil Filmmusik zwar atmosphärisch und durchaus bassgeladen, aber halt doch etwas lahm zum tagtäglichen Anhören.

Der Anfang der Promo

Für Random Access Memories3 wechselten sie von Virgin zu Columbia, einem Sony-Label, das ihnen vermutlich das beste Angebot für ihr neues Album machte. Schließlich brauchte ihre Promo-Vision Geld.

Mehr als die Pressemitteilungen gab es zu Random Access Memories das erste Mal am 2. März, als Daft Punk einen 15-Sekunden-Spot in der Werbepause der amerikanischen TV-Show Saturday Night Live (SNL) ausstrahlten. Ziemlich reduziert: Der ikonische Bandschriftzug in glitzernder Textur; zwei halbe Helme, die von außen nach innen wandern. Und im Hintergrund, zum ersten Mal seit sieben Jahren, neue Musik. Ein funkiges Gitarrenstück, gleichzeitig so Daft Punk und so Nicht-Daft-Punk. Cool. Aber… mehr!
Das gab’s drei Wochen später. Wieder in Form eines 15-Sekunden-Clips bei SNL. Wieder arg reduziert, allerdings dieses Mal mit dem Albumtitel und typisch Vocoder-verzerrtem Gesang im Hintergrund. Wie sich langsam herausstellte, ein Ausschnitt von Get Lucky, der ersten Singleauskopplung aus Random Access Memories, gesungen von Pharrell Williams.

Irgendwann zu der Zeit ging auch die Webseite zum Album online, die im Wesentlichen exakt das gleiche zeigte.

Got Lucky

Langsam kam die Maschinerie ins Rollen. Und erreichte schließlich den Höhepunkt am 13. April, als erst auf dem Coachella-Festival4 und dann auch wieder während SNL ein echter kleiner Musik-Video-Clip lief. Eine Minute lang5 sehen wir Daft Punk, Pharrell Williams und Nile Rodgers in Klitzerkostüm zu Get Lucky abfunken. Das einzige, annähernd Musikvideo-eske, was es zu diesem Song je geben soll.6 Und, wieder, ikonisch-reduziert, mit Stil.

Got Moar

Die langsame Einführung der ersten Single — und damit der Anstoß der Promo zum Album — war durch. Ab jetzt ging’s mit genereller Promo weiter.

Random Access Memories konnte im iTunes-Store vorbestellt werden, bevor überhaupt die Namen der Tracks bekannt waren. Die Tracklist bestand aus einer Reihe von Zahlen und den Abspiellängen der Stücke. Erst am 16. April, drei Wochen nach Vorbestellbarkeit des Albums, gab Columbia via eines künstlerischen Vine-Videos (!) die Trackliste bekannt. Natürlich steht seitdem Random Access Memories ganz oben auf den Vorbestellt-Toplisten.

Mitarbeiter

Am 3. April startete ein wichtiger Eckpfeiler der Online-Promo-Kampagne zu Random Access Memories. In der Kurz-Video-Serie The Collaborators gibt’s Porträts von Künstlern, die auf dem Album mitgearbeitet haben. Und, schaut man sich das Tracklisting an, gibt es nur zwei Stücke, die von Bangalter und de Homem-Christo alleine geschrieben sind.
Natürlich arbeitet Daft Punk nicht mit irgendwem zusammen. Beschränkte sich die musikalische Verbeugung vor der Musikgeschichte in den alten Alben noch darauf, klassische Stück zu samplen, holt das Roboter-Duo für Random Access Memories Musikurgesteine direkt mit in den Schaltkreis. Episode eins gibt die Bühne Giorgio Moroder, weiter geht’s mit Todd Edwards, Nile Rodgers, Pharrell Williams, Panda Bear (Animal Collective), Chilly Gonzales, DJ Falcon und Paul Williams (Links gehen jeweils zum Wikipedia-Artikel, für die Videos nehmt die offizielle YouTube-Playlist).
Immer dürfen die Porträtierten von ihrer persönlichen Historie berichten, was ihnen wichtig ist in der Musik, wie sie sie beeinflusst hat und haben. Und dann natürlich, wie die Zusammenarbeit mit Daft Punk war und wie toll alles ist und Daft Punk und sowieso. Promo eben. Aber, trotzdem, toll anzuschauen.

Klassische Reklame

Während der Tag der Albumveröffentlichung näher rückt, erlischt das Non-Disclosure Agreement, das große Zeitungen nach dem Vorhören der Platte unterzeichneten. Neben etlichen Reviews der Platte gibt’s auch immer mehr Interviews — z.B. dieses ausführliche von GQ. Dazu gibt’s sogar ein Fotoshooting, und eins bei Yves Sant Laurent (!): Obsession — immer reduziert, fancy und subtil ironisches.
Auch sonst: Viele Artikel in sämtlichen relevanten Zeitungen und Nachrichtenmagazinen (z.B. hier und Spiegel Online hat etwas ok-es). Daft Punk sind zurück, Jubelei!

Langsam gibt es Listening Partys, bei denen man als Auserwählter in einen Club eingeladen wird, vernehmlich mit dicken Soundsystem. Dann kommen Menschen, verkleidet als Daft Punk, herein, bestückt mit einem schweren Koffer. In einem dramatischen Akt wird der geöffnet und daraus das neue Album gespielt. Auf Lautstärke-Level 11, mindestens.

Währenddessen fahren riesige Promo-LKWs durch Tokio.7

Das Internet

Natürlich gibt’s neben der offiziellen Daft-Punk-Seite noch einen weiteren Part, der den Hype macht. Das Internet (übrigens die beste Version des Internets, seit seiner Erfindung vor 256 Jahren).

Als Hub, wie so häufig, fungieren /r/daftpunk und diverse Tumble-Logs. Bei Letzterem ist besonders Daft House zu erwähnen. Da werden Bilder gesammelt, Infos geteilt — jeder Informationsbrocken protokolliert.

Und Reddit? Reddit ist Reddit.
Die Abonnementzahlen steigen steil an.
Man teilt Anekdoten, Bilder seiner Plattensammlung, Bilder der verrücktesten DP-Gadgets, stellt lebenswichtige Fragen (»Hey, gibt’s noch irgendwo die Fake-Kreditkarten von Discovery«?), teilt und diskutiert Leaks und analysiert sie auf ihre Authentizität. In den letzten Tagen besonders Letzteres.

Außerdem: Hunde, die als Daft Punk verkleidet, Get Lucky tanzen.

Conclusion

Daft Punk fahren eine ganz schön krasse Marketing-Maschinerie mit Random Access Memories auf. Das freut mich, immerhin bin ich großer Daft-Punk-Fan.

Ich freue mich auf’s Album.
Allerdings wird’s sicherlich nicht so großartig, wie der Hype verspricht. Versteht mich nicht falsch, das Album wird großartig — komme was wolle, aber bei soviel Dauerbedaftpunkung? Das legt die Messlatte ganz schön hoch.

Freitag wissen wir mehr.

Technisches

Credit, wem Credit gebührt. Die Schriftart, in der der Seitenname andisblog gesetzt ist, Daft Font von MatreroG. Der Titel dieses Beitrags ist gesetzt in V5 Prophit DOT von Roberto Christen. Die Hintergrundbilder sind meine eigenen – vom Alive-2007-Konzert in Düsseldorf.

  1. Vier Tage vor dem Erscheinen in den USA! []
  2. Von dieser Tour entstammen auch meine Bilder im Hintergrund dieses Beitrags. Zumindest, wenn ihr ihn in der Einzelansicht anschaut. TUT DAS. JETZT. []
  3. Eine Anspielung auf den Arbeitsspeicher-RAM in eurem Computer. []
  4. Einen Tag zuvor. []
  5. Die Kohle! []
  6. Jedenfalls nach meinem Kenntnisstand momentan. []
  7. Geogeblocktes Video. []

Musikalische Fastempfehlungen und Erwartungen für den Frühlingsommer

Wenn man dieses Blog liest, dann könnte man meinen, ich würde den ganzen Tag nur hier sitzen, mir über Politik verzweifelt die Haare raufen und dabei irgendwelche amerikanischen Serien anschauen, von denen bis dato noch niemand etwas gehört hat.

Natürlich stimmt das nur begrenzt.
Ich höre nämlich auch noch Musik.

Hier ein paar Empfehlung für Musik, die entweder bereits raus ist und mir gefällt, oder aber erst raus kommt und mir gefallen könnte.

Amazon-Links sind Partner-Links. Wenn ihr über den Link die Mp3s kauft, so unterstütz ihr dieses Blog ganz automatisch ein ganz klein bisschen, ohne selbst etwas mehr zu bezahlen1.
Zwischendurch sind ein paar Spotify-Links versteckt. Toller Service, mit dem man neue Musik hören kann – ein Music-On-Demand-/Streaming-Dienst.

Passion Pit – MannersPassion Pit – Manners
Neue Band, die ich durch die Hype Machine kennengelernt habe2. Spielt irgendwas zwischen Alternative, Elektronik und Pop – aber eine großartige Mischung. Wenn ihr den aktuellen Titel »The Reeling« noch nicht kennt, so aber sicherlich das schon etwas ältere »Sleepyhead«.
In Deutschland ist das Album noch nicht so recht raus, aber beim Soundsystem 78s kann man es sich online anhören und mit etwas Geschick und dem richtigen Firefox-Plugin3 auch in feiner Qualität abspeichern.

Little Boots – HandsLitte Boots – Hands
Little Boots ist eine dieser britischen Künstlerinnen, die über das Internet bekannt geworden sind. Ihr kennt doch sicherlich ihr grandiose Tenori-On-Cover von Hot Chips »Ready For The Floor«? Und spätestens ihr sehr4 poppiges »New in Town« wird ja auch von diversten Radiostationen gespielt.
Bald (weltweit am Montag, in Deutschland erst am 26. …) bringt sie ihr erstes Album »Hands« raus. Mal abwarten, ob das was taugt.

Gossip - Music For Men(The) Gossip – Music for Men
Gossip waren für mich ja immer ein paar abgefuckte Punkrocker, da konnte mich auch Beth Dittos tolle Stimme nicht zum Albumhören bewegen. Mit »Standing in the Way of Control«, bzw. dem tollen Soulwax-Cover davon fing sich das an zu ändern. Und dann kam »Heavy Cross«. Ein wirklich großartiges Lied, mit seinen Steigerungen und elektronischen und funkigen Elementen5. Und da das das erste Lied aus dem am Monatsende erscheinenden Album »Music for Men« ist, könnte die Platte auch so gut werden. Warten wir’s ab – auch hier.

Kasabian - West Ryder Pauper Lunatic AsylumKasabianWest Ryder Pauper Lunatic Asylum
Auch wenn Kasabian jetzt für mich nie die große musikalische Erfüllung waren, sie machen eine hübsche verelektronisierte Rockmusik. Das neue Album mit dem bescheuerten Namen hört sich nach erstem Anhören auch so an.

The Sounds – Crossing the Rubicon
Die sympathischen6 Schweden von The Sounds haben von mir völlig unbemerkt ein neues Album rausgebracht: »Crossing the Rubicon«. physikMitBlogger André hat es schon ein paar Mal durchgehört und für gut befunden. Ich bin noch nicht so intensiv dazu gekommen.

Billy Talent – Billy Talent III
Auch wenn ich mir hiermit alle Kredibilität kaputt mache: Mir hat Billy Talent II gefallen. Die Musik ist alles andere als komplex, aber doch gut anzuhören. Besonders wenn man mal wieder Nachtstunden aufbleiben und einer ermüdenden Arbeit nachgehen muss.
Jedenfalls gibt’s jetzt »Billy Talent III«. Wollt ich nur mal erwähnt haben.

Moby – Wait For Me
Gar nicht so lange her, da hat Moby »Last Night« rausgebracht. Fand ich gar nicht mal so gut. Aber vielleicht wird ja sein nächstes Album »Wait For Me« (30. Juni) wieder besser.

Dann noch ein etwas weiterer Ausblick:
Im September kommt ein neues Album der Beastie BoysHot Sauce Committee«) heraus. Und mindestens genauso überraschend: Auch Massive Attack planen für den Oktober eine neue Scheibe. Das wird definitiv ein toller Herbst.
Die französischen LieblingsDJs von Daft Punk arbeiten auch an neuer Musik: Sie machen den Soundtrack zur Neuauflage des Sci-Fi-Klassikers Tron (»Tron 2.0« …). Allerdings soll der Film erst 2011 in die Kinos kommen, wir müssen uns also noch etwas Around The World drehen bis dahin…

  1. Ich freue mich darüber, wenn ihr’s wahr nehmt! []
  2. Wie das so ist. Ich hab mir populäre Tracks anzeigen lassen, einen Remix von Calvin Harris entdeckt, ihn für ganz ok befunden und nach der Band gesucht. Und zack. []
  3. FlashGot! []
  4. Etwas zu… []
  5. Ich stehe ja momentan auf jedwede Funk-Verwurschtelung in Songs! []
  6. Das ist ja auch so ein Wort, was in keinster weise zu diesem Star-Business passt. Sympathisch kann einem doch nur jemand sein, den man kennengelernt hat, oder? Jedenfalls: Die Musik ist sympathisch – und das, was man von den Personen so mitbekommt. Ich bin da radiobrenntgebrandmarkt. []

The World is Daft – Fanvideo zur Daft Punk Alive-2007-Tour

Video verpasst? Nicht schlimm! Scrolle herunter zum Ende des Beitrags…
In zwei Wochen vor einem Jahr werde ich das beste Konzert meines Lebens besucht haben. Ich werde in Düsseldorf gestanden haben, den wummernden Bass auf meiner Pupille gespürt haben, gefühlte zehntausend Musikstücke gleichzeitig gehört haben, dabei von Lied zu Lied noch atemberaubendere Lichtspektakel auf der Bühne zur Sicht bekommen haben und mich medizinisch davon überzeugt haben, dass mein Kiefer doch noch immer ein Stück mehr herunterfallen kann.
Ich war auf einem Konzert der Alive-2007-Tour von Daft Punk. Und es war mehr als großartig.

Die CD zur Tour kam Ende letzten Jahres heraus1. Aber die geplante Live-DVD wurde irgendwann gecancelt. Man könnte nicht das transportieren, was sowieso schon auf YouTube und Co. an „Live Coverage“ vorhanden sei.
Kann man verstehen. Ich hatte schließlich auch meinen Teil zu YouTube und Co. abgeliefert und ein paar Impressionen auf Sevenload veröffentlicht (1 | 2 | 0).

The World is Daft

Mathieu hat, ganz im Sinne des user generated content, kurzerhand selber Initiative ergriffen und Videos, die er auf YouTube und Co. gefunden hat, passend zu den Songs zu einer eigenen DVD zusammengeschnitten. Leider konnte er die Rechte der verwendeten Musik(-samples) nicht ausreichend klären, so dass auch diese DVD nie rausgekommen ist.

Aber das Internet, ne?

Heute, Samstag, 14. Juni, 2008, gibt es ab 21:00 FT (was, so nehme ich an, für French Time steht und sich mit unserer Zeitzone deckt) die DVD zum herunterladen auf www.theworldisdaft.com. Für lau. Und nur begrenzte Zeit.
Wer eine Vorschau von dem, was dort kommt, erhalten will, der kann das auf dieser Webseite tun (die mittlerweile nicht mehr auf der Startseite gelinkt ist). Für die DVD hat sich Mathieu einen Großteil der verwendeten YouTube-und-Co.-Videos in Originalqualität besorgt und die ganze Schose nochmal neu geschnitten.
Klingt alles ziemlich spannend.
Ob’s das auch ist, werden wir heute Abend sehen.
[via Nerdcore]

Nachtrag, 21:30: Das Video steht jetzt auf der Seite. Ein 1,4 GB großes Flash-Video.

Nachtrag, 23. Juni: Das Video stand tatsächlich nur einen Tag auf der Webseite. Aber, Internet, ne? Es gibt ein paar Möglichkeiten, wie man es trotzdem noch herunterladen kann. Entweder per Google nach „Alive_2007.flv“ suchen (und eine Menge Torrent-Links finden) oder einfach mal diese französische Seite ansteuern.

  1. Und war ebenfalls großartig []

Drei mal Daft Punk

Auch wenn es langsam viel zu viel musikalische Popkultur für dieses Blog wird. Das muss sein.

Vor ein paar Monaten durfte ich Zeuge eines Auftritts einer kleinen, unscheinbaren und unbekannten Band aus Frankreich werden. Zeuge von Daft Punk. Das Konzert in Düsseldorf war ja leicht atemberaubend. Wirklich nur ein wenig!

Damit man aber noch mehr Liveexperience von Daft Punk haben kann, bringen die Damen und Herren eine Live-CD ihrer Tour heraus. Aufgenommen auf einem Konzert in Paris (wo sonst?) gibt es eine CD voller Alive 2007. Das Album kommt am 19. November heraus. Vorher gibt’s eine Singleauskopplung vom „Harder, Better, Faster, Stronger“, ebenfalls die passende Liveversion. Das Video dazu wurde von 250 Konzertbesuchern in New York gedreht, die alle eine Kamera in die Hand gedrückt bekamen. Klingt sehr interessant.
Bei jeder anderen Band hätte ich gesagt: Unnötiges Geldmachen. Liveversion. Pff. Gerade bei elektronischer Musik. Die spielen doch sowieso nur ihre Stücke hintereinander ab.
Aber nach dem Konzert? Das war ein riesiges Mashup. Tracks gestreckt, gestaucht, Tracks gemixt, bis zur nahezu Unerkennbarkeit mit anderen Stücken verstrickt.
Und wie sich das anhören wird kann man auf der MySpace-Seite von Daft Punk feststellen. Vielleicht ist an der Stelle auch dieser Link irgendwie hilfreich. Oder gar der hier. [via Oh, what a world.]

Auf YouTube gibt es auch einen Account zur Alive-Tour, bei dem es im Gegensatz zu den sonst so allgegenwärtigen user-generated Videos (done my part…) professionelle Mitschnitte mit ohne übersteuertem Sound zu sehen gibt. Für die afterconcert-experience, quasi. (Mein Blog braucht mehr Buzzwords, jawohl!.)

Bei Google-Video wiederum gibt es „Daft Punk’s Electroma„, der einstündige Film aus 2006 von und mit Daft Punk, der bei uns nur auf Festivals lief und den zu sehen ich eigentlich schon abgeschrieben hatte. Aber zum Glück gibt’s ja dieses Internet hier. Hach. [irgendwie via Nerdcore, glaub ich]

Daft Punk in der Philipshalle – Legen … dary!

Liebe Leser und Leserinnen, liebe Kinder, Sie befinden sich in einem rar gesäten illustrierten andisblog.de-Post. Bitte halten Sie einen Moment inne, legen Sie die Erdnüsse beiseite, die Hand aufs Herz und werden Sie sich bewusst, welcher Monumentalität Sie beiwohnen. Danke.

Daft Punk: Final Stage

Alive!

White #3

LED-Background

Light! Give me Light!

LCDs?!

The Masters #2

Wer meinen twitter-Account verfolgt, der könnte in den letzten Tagen zur Überzeugung gekommen sein, ich würde mich auf etwas freuen. Und dem war auch so. Es ging nicht um die anstehenden Klausuren, nein, sondern um Musik.
Denn am Freitag war ich in der Düsseldorfer Philipshalle auf dem Konzert von Daft Punk.

Daft Punk? Kennt ihr. Kennt ihr nicht? Schade.

Die Philipshalle in Düsseldorf sieht von außen ziemlich langweilig aus. Von drinnen auch. Da musste drinnen schon ordentlich die Post abgehen. Inneres und Äußeres. Ihr kennt das ja. Und? Das wurde es auch. Es wurde drinnen so gekracht, da blieb keine Stirn trocken.

Bevor aber Daft Punk das Ruder übernommen hatte, wurde den Massen von einem DJ-Set eingeheizt (Unten: Video!). Pünktlich um 20:00 fingen die Bässe an zu dröhnen, dass T-Shirts, Gehörgänge und Augen anfingen rhythmisch zu schwingen. Sau laut. Aber sau geil. (Und gegen Laut wurden ja lustige kleine Plastikdinger erfunden.) Das DJ-Set wurde von keinen geringeren als Guy-Manuel de Homem-Christo (diesen Namen jetzt 10 mal schnell hintereinander aussprechen! Und … los!) und Thomas Bangalter SebAstian & Kavinsky gespielt. Kennt ihr nicht? Ich bis dato auch nicht.: Das sind die Köpfe hinter den Masken von Daft Punk. Kein Wunder also, dass der Sound ordentlich gefetzt hat (was natürlich rein positiv gemeint ist) (Habe ich gerade gefetzt geschrieben? Gefetzt? Schluck.).
Aber bevor das DJ-Set gespielt wurde und nachdem wir diverse Schlangen trotz überpünktlicher Anreisezeit überwunden hatten traf ich noch total unnerdig jemanden. Nämlich den .dean von pl0g.de — wir hatten uns über das tolle last.fm-Event-Feature zu einem spontanen last.fm-Meetup verabredet. Web goes real und so. War aber sehr lustig. (Besonders mal jemanden zu sehen, der via Handy getwittert und geflickrt hat.)

Kommen wir aber zur Hauptspeise.
Das Konzert.
Pünktlich um 21:00 wurde es dunkel, ging die Musik aus und die Vorhänge auf. Leicht konnte man eine Pyramide erahnen, spätestens dann, wenn ein paar (und dieses „paar“ ist noch völlig unironisch gemeint!) Scheinwerfer anfingen zu leuchten (Unten im Video!).
Dann ging’s aber auch schon los und Daft Punk spielten 90 Minuten einen Klassiker nach dem anderen. Around the World. Technologic. Robot Rock. Brainwasher. Television rules the Nation. Alle. Gut, das war garantiert nicht livemusiziert, dafür war das Licht viel zu perfekt auf die Musik abgestimmt. Aber, hey, na und? So eine grandiose Lichtshow, mit ein paar Scheinwerfer, habe ich noch nicht erlebt (Überzeugt euch selbst – in den Videos unten!). Diese LED-Wand im Hintergrund (Sieht man auf den Videos!). Dann die Röhren rechts und links neben der Punk-Pyramide (Videos!). Und dann diese riesigen LCD-Bildschirme auf eben dieser Pyramide (…). Uff. Das war Daft Punk at its best. Ihr Robot-/Technologic-Leitmotiv zur Perfektion getrieben.
Es war stark.
Nach eben jenen 90 Minuten fingen die Roadies sofort an die Bühne abzubauen und wir näherten uns wieder dem Eingang. Immer noch mit dem riesigen Bass in den Knochen. Wow.

Bei flickr (Jaja…) habe ich besten Bilder hochgeladen. In meinem Picasa-Web-Account noch ein paar mehr.
Und ich habe Videos gemacht. Ein langweiliges von dem DJ-Set vor der Show. Eines vom Intro von Daft Punk und eine Zusammenstellung immer kürzer werdender Schnipsel von der Show an sich. Impressionen und so. Zu mehr reichte mein Speicherchip leider nicht. Der Sound überfordert meine Cam natürlich restlos, aber das Licht war auf dem Konzert sowieso viel wichtiger. Deswegen möchte ich euch auch besonders den letzten Clip ans Herz legen!

Daft Punk Philipshalle: Intro

Link: sevenload.com

Daft Punk Philipshalle: Show Impressions

Link: sevenload.com

Und der Preis für die langweiligste Überschrift geht an … Andi!