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Rückblick des Jahres 2007: Bücher

Zur Übersicht der Jahresrückblicke bitte dem weißen Hasen folgen.

Über gute und nicht ganz so gute von ihnen blogge ich hier zwar relativ regelmäßig, trotzdem möchte ich sie in meine Endzeitbetrachtung anschließen. Bücher. Dieses analoge Medium meines Vertrauens hat nämlich immer noch, trotz aller digitaler Fiktion ein paar Tollitäten zu bieten.

Die Erklärungen fallen hier etwas kürzer aus (wen höre ich da aufatmen?!), aber immerhin habe ich schon mal über die Bücher geschrieben. Details gibt’s also in den verlinkten Posts.

Die Links zu Amazon sind erstmalig in der Jahrhunderte alten Geschichte andisblogs Partnerlinks. Wenn ihr euch also zu spontanen Käufen entscheidet, macht das am besten über die Links. Für euch entsteht kein Nachteil. Im Gegenteil: Endlich das beruhigte Gewissen, euer Lieblingsblog unterstützt zu haben. Toll, oder?

Michael R. Baier – Coruum
Auf die ersten zwei Teile dieser fast schon epischen (aber rein im positiven Sinne) Sci-Fi-Trilogie bin ich durch Michael aufmerksam geworden. Zum Glück. Denn Michael Baier bringt das Buch in Eigeninitiative heraus, man wird es in keiner großen Buchhandlung finden.
Milliarden deutscher Science-Fiction-Fans wissen also nicht, was sie verpassen.
Das Buch hat alles, was ein Sci-Fi-Buch für mich haben muss. Intelligente Dialoge und Verstrickungen, wilde Kämpfe quer durch Galaxien, einen Haufen neuer und spritziger Zukunftsideen, sympathische Hauptdarsteller und noch vieles mehr.
Wenn ihr Sci-Fi-Fan seid: Lest dieses Buch unbedingt! Wenn ihr noch kein Fan seid, ich behaupte einfach mal, das Buch gefällt euch auch dann, denn es geht viel tiefer als „normaler“ Sci-Fi.
Bei soviel Werbung, Herr Baier, wann geht’s endlich weiter?

Mehr dazu: Meine Buchkritik. Amazon-Partnerlink für Coruum 1 und Coruum 2. Offizielle Seite des Autors über die Trilogie, mit viel Lesestoff.

Christopher Moore – Die Bibel nach Biff
Dieses Jahr bin ich zum absoluten Christopher-Moore-Anbeter geworden. Alles, was dieser Mann schreibt, strotzt nur so vor Kreativität, vor Humor und tiefgründigen Ideen. Die Spitze des Eisbergs war (das schon etwas ältere) Die Bibel nach Biff. Allein für die Grundidee, sollte man ihm einen Grammy Oscar Bambi Preis verleihen: Er lässt die jungen Jahre von Jesus, die ja bekanntlich in der Bibel so gut wie inexistent sind, von seinem (erfundenen) besten Freund Biff erzählen. Was dann folgt ist ein Roadmoviebuch, bei dem wir Biff und Joshua durch die halbe Welt auf der Suche nach dem Heiligen Geist begleiten.
Dabei hat Moore derart viele, tiefgründige und viel zu oft viel zu absurde Ideen, erstellt groteske Situationen und kreiert diese wunderbaren Hauptdarsteller, dass man einfach nur Lachen muss — besonders, wenn man Freizeitreligionsinteressierter ist. Ich sage immer wieder: Bei Büchern von Moore kann man irgendeine Seite aufschlagen und man findet mit Sicherheit eine Stelle, die man vorlesen kann und die die restlichen Anwesenden herausprusten lässt.

Robert C. Wilson – Spin
In diesem Soft-Science-Fiction lässt Robert Charles Wilson die Sterne verschwinden. Und die Zeit sich stauchen. Hat man sich mit dieser etwas abstrusen, aber im Sci-Fi-Bereich ja durchaus irgendwie zulässigen Ausgangssituation abgefunden, befindet man sich im einer schönen, erschreckend möglichen und immer intelligenten Zukunftsvision.
Hier kämpfen keine Raumschiffe gegen einander, werden keine intergalaktischen Wurmlochautobahnpotenziale explodiert, hier wird sich viel mehr mit den Konsequenzen der Personen beschäftigt und damit gespielt.
Ich freue mich, wenn im April dieses Jahres mit „Axis“ (Amazon-Partnerlink) die Fortsetzung von Spin herauskommt.

Christopher Moore – Ein todsicherer Job
Das ist das Buch, was alles ausgelöst hat: mein erstes Moore-Buch („Kinder, damals, als Herr Moore nicht Bundeskanzler war, da hab ich ihn schon gelesen…“). Es geht um eines der Lieblingsthemen Moores. Um den Tod. Spezieller geht es um Charlie, der vom Universum oder vom Tod oder von … ist ja auch egal, jedenfalls wird er beauftragt, die Seelen von dahinscheidenden Menschen aufzusammeln und sie neuen zukommen zu lassen. Nebenbei muss er noch die Welt vor dem Untergang retten.
Auch hier: Ein hervorragend gezeichneter Hauptcharakter, der von einer seltsamen Situation in die nächste stolpert. Erwähnte ich eigentlich schon die tolle Detailiertheit von Moore? Und sein Gespür für abstrakten Humor? Und …

Natürlich gab es darüber hinaus noch eine Vielzahl Bücher im letzten Jahr, die mir sehr gut gefallen haben. Über schlechte Bücher schreibe ich erst gar nicht hier im Blog. Für mehr Bücher schaut einmal in die entsprechende Kategorie.

Der offizielle andisblog Jahresrückblick 2007, A.D.

An End has a Start. Sinnverändert umgeschrieben: Vor einem Anfang steht ein Ende.
Der ein oder andere wird mitbekommen haben, dass so ein Ende hinter uns liegt. Nicht ganz so pseudotiefgründig nennt man das allgemein Jahreswechsel, in Fachkreisen sogar Silvester. (Silvester Stallone hat seinen Namen übrigens von einer rotnäsigen Comickatze, die er am Jahreswechsel in Yorkshire kennenlernte. Wirklich.)

Für allerlei Menschen, die sich selbst zu wichtig nehmen, ist das traditionell Gelegenheit, auf die abgelaufenen 31.557.600 (in Worten: Einundreißigmillionenfünfhundertsiebenundfünfzigtausend600sechshundert) Sekunden zurückzublicken. Da ich auch Blogger bin (irgendwie zumindest, also, ich habe ja wenigstens mal ein Blog) ziehe ich da natürlich mit.

Hier also die zehn wichtigsten politischen Ereignisse dieses Jahres.
Pff. Nee.
Mein Jahresrückblick beschränkt sich nur auf das, von dem ich auch etwas verstehe; wenigstens ein kleines bisschen etwas verstehe. Ich meine, von dem ich glaube, ich verstünde etwas davon. Ihr wisst schon.
Das ist natürlich Polipkultur. Dieser wunderbare Begriff, der das Alles und das Nichts beschreibt, in dem unsere moderne kulturelle Wellenfunktion so Tag für Tag schwingt.

Meine Listen sind natürlich völlig subjektiv. Ich habe versucht, das komplette Jahr abzudecken und mich nicht von einer frischen Euphoriewelle eines Songs (im positiven Sinne) oder einem tothörbedingten Missfallen beeinflussen lassen. Ich weiß jetzt schon, dass mir das nicht gelingt. Aber versuchen ist doch das Gelingen in rosa.
Außerdem habe ich auf eine Nummerierung verzichtet. Ich kann mich nicht mit meinen diversen multiplen Persönlichkeiten einigen, was wo hin gehört. Trotzdem könnte die Reihenfolge als ehestes als „Toplist“ aufgefasst werden.
(Meine Liste ist zwar nicht so hübsch, wie die drüben bei eayz.net, dafür überzeuge ich durch Inhalt! Ha.)

Kategorie #1: Beste Alben 2007.
Kategorie #2: Beste Songs 2007.
Kategorie #3: Beste TV-Serien 2007.
Kategorie #4: Beste Hintergrundmusik 2007.
Kategorie #5: Maschinelle Songcharts 2007.
Kategorie #6: Beste Bücher 2007.
Kategorie #7: Beste Filme 2007.
Kategorie #8: Toplists der anderen.

Buch: Michael R. Baier – Coruum

Donavon McAllon ist Analyst alter Sprachen. Hieroglyphen und so was. Gerade ist er aber mit seiner Familie auf den Schottischen Highland-Games, als ihn ein Anruf seiner Studienkollegin Karen Whitewood erreicht. Diese befindet sich gerade in Guatemala, ganz in der Nähe der alten Mayastadt Tikal. Dort wurde ein unterirdischer Raum gefunden – ein Raum inklusive seltsamer Stele. Letztere besteht aus außergewöhnlich glattem Gestein, das zu dem noch warm ist. Eingeritzt sind Symbole, die keiner der bisher bekannten Kulturen entstammen. Und deswegen will Karen Donavon vor Ort haben, er besitzt einfach das beste Gespür, wenn es um die Entschlüsselung neuer Inschriften geht.
In Südamerika angekommen beginnt Donavon zusammen mit Karen und ihrer Kollegin Sinistra so gleich mit der Untersuchung der mittlerweile von schwerem Gerät freigelegten Stele. Donavon findet eine geheimnisvolle Scheibe, die er einsteckt und später zusammen mit seinem in England gebliebenen Institutsleiter Fergus untersucht. Es scheint sich um einen spacigen Kalender zu handeln. Sehr spacig, denn aus einem unbekanntem Material und total hipp beleuchtet. Etwas später, in einer nächtlichen Aktion, erforschen Donavon und Karens Team eine neu gefundene Stätte in der Nähe der Stele, das allerdings hinter dem Rücken der sich immer restriktiver verhaltenden offiziellen Seite vor Ort an der Ausgrabungsstelle.
Was sie dort unten finden, ändert alles.

Die Scheibe passt in eine Vertiefung in der Wand und gestattet den Forschern das Eindringen durch ein rotes Kraftfeld in einen kleinen, mit Schriftzeichen übersäten Raum, ein Archivraum. Als die Schriftzeichen berührt werden erscheint in der Mitte des Raumes ein drei-dimensionale Hologramm, die genau das, was auch in den Schriftzeichen zu stehen scheint, hautnah darstellt: Aus dem Himmel landet ein Raumschiff, ein menschlich aussehender Besucher steigt aus, wird von den Bewohnern der Stadt empfangen und verschwindet mit dem König wieder. Was das Team schon vermutet hatte: Die Ruinen, die sie dort gerade ausgraben, sind nicht von Menschenhand.

Was das Team allerdings nicht vermutet, ist, dass ihr Eintritt in den Archivraum quer durch die halbe Galaxis übertragen wird. Bis hin zum großen Saal der Winterresidenz von Torkrage Treerose, seines Zeichens einer der Herrscher über die Sieben Königreiche, einem der drei großen Bünde im Universum. Torkrage erkennt die Bedeutung der Übermittlung, immerhin scheint in den Aufzeichnungen, die die Fremden da abrufen, Harkcrow Treerose zu sehen zu sein. Torkrage schickt so gleich seinen besten Mann, Merkanteer Kaleeze zum Planeten Ruthpark, von dem das Signal kommt.
Aber auch eine andere Ecke des Universums kriegt den Archivraumbetritt mit, zwar nicht wie Torkrage mit Bild, dafür mit ähnlicher Gespanntheit. Ashia, ihres Zeichens Mitglied einer äußerst geheimen Einheit des Geheimdiensts Z-Zemonthy des Zentrums (welches mit den religiösen Nebelwelten die drei Bünde komplettiert) wird sofort nach Ruthpark geschickt.
Als in der Ausgrabungsstelle wenige Tage später der Schlüssel in die Stele gesteckt wird und sich der Eingang zu einem riesigen, unterirdischen Lager öffnet, wissen die Erdbewohner noch nicht, dass sie schon bald mitten ins Kreuzfeuer beim Kampf zweier außerirdischer Kulturen kommen werden.

Michael schrieb bei sich im Blog über Coruum, das Buch von Michael R. Baier (ja, genau, mit richtig tollem, literarischen Zwischenbuchstaben!), für das er keinen großen Verlag fand und es dann „einfach“ im Eigenverlag herausbrachte (und deswegen nur via Amazon Marketplace bezogen werden kann). Die Geschichte interessierte mich: Maya meets Außerirdische. Indiana Jones and the visit from above. Verborgene Schätze, rätselhafte Artefakte, mysteriöse Enthüllung, rasante Verfolgungsjagden – und dann noch eine unheimliche Begegnung der dritten Art? Könnte gut werden! Und? Es wurde sogar noch besser, noch viel, viel besser. Continue reading

Buch: Christopher Moore – Lange Zähne

Jody ist zwar eine relativ attraktive, aber trotzdem nur eine von vielen Angestellten in der Transamerica-Pyramide von San Francisco. Eines Abends auf dem Heimweg wird sie überfallen und in Folge dessen irgendwie ohnmächtig. Als sie wieder wach wird, stellt sie fest, dass ihre Hand verbrannt ist, dass sie seltsam scharfe Sinne hat und ihr Freund ein ziemliches Arsch ist. Achja: Und, dass sie ein Vampir ist.
Thomas C. Flood, oder C. Thomas Flood, oder einfach nur Thomas Flood ist gerade vom Land nach San Francisco gekommen. Er will Abenteuer erleben, das Leben kennenlernen und Bücher schreiben. Er ist nämlich Schriftsteller (dafür auch das C. in seinem Künstlernamen!). Geld hat er allerdings keines, weshalb er mit den fünf Wongs zusammen in einem kleinen Raum in China-Town wohnen muss und zusammen mit einem Haufen anderer Menschen, von allen nur „die Tiere“ genannt, die Nachtschicht in einem Supermarkt schiebt. Gerade rechtzeitig, als die fünf Wongs ihm einen Heiratsantrag machen, lernt er Jody kennen. Continue reading

Buch: Iain Banks – Der Algebraist

Fassin Taak ist Seher. Langsamen-Seher. Er begibt sich in kleinen Kapseln in die Atmosphäre von großen Gasplaneten, im Speziellen in die Atmosphäre von Nasqueron (größter Planet des Ulubis-Systems), um Informationen mit den dort lebenden Dwellern auszutauschen. Die Dweller leben schon seit Milliarden Jahren auf den verschiedensten Gasplaneten des Universums. Haben also schon viel gesehen, und noch mehr Informationen.
Eigentlich ist Fassin nur einer von vielen Sehern in seinem Sept Bantrabal. Bis er eines Tages zu einer Versammlung in die Hauptstadt gerufen wird. Ihm, wie einer Reihe weiterer Ausgewählte wird von den Vorsitzenden des größten Völkerzusammenschlusses des Universums, der Merkatoria, eröffnet, dass eine riesige Flotte von Sternenschiffen zum Ulubis-System unterwegs ist, um dieses einzunehmen. Eine Merkatoria-Flotte sei ebenfalls unterwegs, werde aber erst ein paar Monate nach der Angreiferflotte eintreffen, da auch kein Wurmlochzugang mehr im Ulubis-System existiere (dieses wurde vor mehr als zwanzig Jahren von den ulubiseigenen Beyonder-Rebellen zerstört). Der Grund für den Angriff sind Informationen über eine geheime Liste der Dweller, die Fassin zufällig vor einiger Zeit bei einen seiner Spaziergänge auf Nasqueron, unwissend, entdeckt hatte. Die Liste soll Daten enthalten zu einem gerüchtweise existierenden, Milliarden Jahre alten Wurmlochsystem der Dweller. Die Merkatoria könnte es u.a. nutzen, um noch rechtzeitig vor dem Angriff in Ulubis anzukommen.
Fassin wird wieder auf Nasqueron geschickt, um näheres über die Liste herauszufinden — vielleicht ja sogar die Liste selbst!
Während er sich dort und auf anderen Planeten mit den seltsamen Dwellern auseinandersetzt, rückt gleichzeitig die Bedrohung des Angriffs immer näher. Bis die Flotte schließlich im Ulubis-System ankommt, natürlich bevor Fassin die Liste gefunden hat und bevor die Einheiten der Merkatoria der Verteidigung Ulubis helfen können.
Existiert die Liste? Wer wird Ulubis erobern? Was sind das für seltsame Zwillinge? Und wie kommt man auf die ganzen lustigen Namen?

Der Algebraist“ war langweilig. Continue reading

Rezension: Robert C. Wilson – Spin

Der zehnjährige Tyler Dupree sitzt mit seinen beiden besten Freunden und Nachbarn Diane und Jason auf der Wiese im Garten und beobachtet mit einem Fernrohr den Himmel. Die Party der Eltern im Großen Haus kracht ordentlich, Jason schwärmt über die Welt und Gott, Diane über Gott und die Welt und Tyler für Diane. Alles scheint in üblicher (Un-)Ordnung. Als plötzlich die Sterne verschwinden. Direkt merkt das irgendwie so recht niemand. Erst am nächsten Tag wird gerätselt, was das für ein seltsames Phänomen ist. Woher kommt es? Ist es schlimm? Wie lange wird es bleiben? Diese Fragen verbreiten sich allerdings nur sehr langsam. Denn sämtliche Satelliten sind ausgefallen. Eigentlich ein Totalschaden für E. D. Lawton, Jason und Dianas Vater. Er ist nämlich ein ziemlich globaler Spieler in der Raumfahrtindustrie. Aber er ist auch ein verdammt gerissener Kopf, und deswegen hat er schon schnell eine neue Idee parat: Kommunikationsballons, sogenannte Aerostaten. Als auch nach mehreren Monaten keine Sterne wieder auftauen, wird E. D.s Patent ein richtiger Kassenschlager und er gewinnt immer mehr Geld. Und Einfluss. Vor allen Dingen Einfluss.
Das Trio, Tyler, Jason und Diane wächst also in einer Welt ohne Sterne auf. Nungut. Könnte Schlimmeres geben. Wäre da nicht das dieses seltsame Vater-Sohn-Verhältnis von E. D. zu Jason. Letzterer ist äußerst intelligent und wird deswegen so gut es nur geht von E. D. gefördert – um später einmal in seine Fussstapfen zu treten. So kommt es, dass Jason mehr und mehr über das Verschwinden der Sterne herausfindet und seinen besten Freunden weiter gibt: Die Sterne sind verschwunden, weil sich eine seltsame Membran, der sogenannte Spin, um die Erde gelegt hat. Auch die eigentliche Sonne ist verschwunden, eine perfekte, aber künstliche Nachbildung erhellt jetzt den Tag.
Später erfährt E. D.s zur Erforschung des Spin eingerichtete Insitution „Perihelion“, und damit dann auch Jason, dass das noch lange nicht alle Eigenschaften des Spins sind. Außerhalb der sterneverschlingenden Membran geht die Zeit anders. Für jede auf der Erde vergangene Sekunde, vergehen außerhalb der Spinmembran 3,7 Tage. Continue reading

Rezension: Nick Hornby – A Long Way Down

Martin.
Eigentlich Moderator einer Frühstücksshow – und deswegen so etwas wie bekannt. Dann schlief er mit einer Fünfzehnjährigen. Fünfzehn Jahre und 250 Tage um genau zu sein. 115 Tage von den sechszehn entfernt. Naja. Dafür ging er ins Gefängnis. Verlor natürlich seinen Job, seine Familie, seine Freunde. Als er schließlich wieder draußen war, war alles anders. Er war nichts mehr, niemand blickte mehr zu ihm hoch. Hatte nur noch eine langweilige Kabelshow, bei der man die Zuschauer an den Händen abzählen kann. Und so verließ er am Silvesterabend ohne weiteren Kommentar eine Party um auf das höchste Haus Londons zu steigen und sich herunterzustürzen.

Maureen.
Ihr Leben ist ihr Sohn Matty. Matty ist behindert. Er ist völlig abwesend. Redet nicht, bewegt sich nicht. Und das schon seit den knappen zwanzig Jahren, die er auf der Welt ist. Maureen erzählt ihm Geschichten. Hängt Poster auf, von den Bands, die er jetzt in dem Alter wohl mag. Wohl mögen würde. Sie geht nahezu täglich in die Kirche und betet. Und beichtet. Sie ist eine verlässliche und genaue Persönlichkeit. Deswegen plant sie den kommenden Jahreswechsel schon seit einem Jahr. Schwindelt Matty in Erzählungen von der Einladung, die sie auf eine Silvesterparty bekommen hat, vor. Und gibt ihn schließlich am Silvesterabend in ein Pflegeheim. Sie hat ein schlechtes Gewissen, immerhin hat sie dem Pflegepersonal gesagt, sie würde ihren Sohn morgen wieder abholen. Das wird sie aber nicht tun können – denn am Silvesterabend steigt sie auf das höchste Haus Londons um sich herunterzustürzen.

Jess.
Eigentlich ist sie nur auf eine Party irgendwo im höchsten Haus Londons gegangen. Sie suchte ihren Freund, oder Ex-Freund, oder was auch immer, Chas. Der läuft irgendwie die ganze Zeit vor ihr weg. Immer wenn sie zu Hause bei ihm aufkreuzt, macht er nicht auf, der Pisser. Continue reading