Kategorie-Archiv: Selbstgemachtes

Serienbefund 2012

Meine Lieblingsserien 2012, geordnet in drei grobe Kategorien.The Good WifeFringeChicago FireArrowThe NewsroomGame Of ThronesHow I Met Your MotherCommunityCastleHomelandDexter
The New NormalHouseDieses Inhaltsverzeichnis ist via CSS über das Bild platziert. Du siehst das nicht? Schau’s dir auf dem Blog an — ich habe mir super viel mühe gegeben! Kthxbai.

»Hey Andi, welche Serien hast du denn im letzten Jahr geschaut — und wie fandest du sie?«
So!
Ich präsentiere: Mein Serienbefund 2012 als dreigliedriges Schaubild; mein Serientriptychon 2012. Dieses Jahr sogar mit einzelnen, klickbaren Serien! Woho! Hier ist die vorherige, fast zwei Jahre alte Version.

Die drei Kategorien sind eigentlich nur zwei. Während Comedy relativ klar ist, ist Drama und Crime/Law dann doch häufig das selbe. Aber das hätte zur Folge, dass sich alle Serie in der Mitte tummeln. Und das wäre doof. Deswegen habe probiert, bei Mischserien den gefühlten Anteil von Crime/Law bzw. Drama anhand der Position zu verdeutlichen.

Wichtiger als die horizontale Position ist die vertikale. Da ist, mit analoger Schriftgröße, aufgetragen, wie gut mir eine Serie gefällt. Ihr seht also richtig: Die Serie, die mir 2012 am besten gefiel, war The Good Wife. Die Schlechteste, die ich aber dennoch schaue, ist The Big Bang Theory.

Die Liste ist zum Jahreswechsel 2012/2013 entstanden. Ich bin mir ziemlich sicher: Wenn The Newsroom in den letzten Wochen gelaufen wäre, wäre die Show weiter oben. Und das gilt sicherlich für noch mehr Serien. Das Bild ist gewissermaßen ein Snapshot meiner momentanen Serienbefindung.

Mit Caro habe ich drüben bei Newshows in unserem zweiten Podcast etwas über das letzte Serienjahr gelabert. Hört’s euch an!
Hier noch ein paar Notizen zu ausgewählten Serien — hauptsächlich den besseren1.

The Good Wife

Die Serie, an der sich bei mir momentan alle anderen messen müssen.2 Eine niveauvolle, intelligente Anwaltsserie, die nicht nur im Gesamten großartig ist, sondern auch in sämtlichen Teilaspekten.

  • Großartige Schauspieler: Von der Hauptdarstellerin, allen voran der Hauptdarstellerin!, über die Nebendarsteller bis hin zu den Gastrollen, alle hätten Emmys verdient. Carrie Preston als Elsbeth Tascioni und Tim Guinee als Nanny/Investigator Andrew Wiley sollten beide ihre eigenen Spin-Offs kriegen.
  • Großartige Fälle der Woche: Natürlich spielt The Good Wife die üblichen Anwaltsfälle durch. Aber sie greift auch aktuelle Themen auf, stellt sie stilistisch passend dar und diskutiert sie häufig sogar philosophisch innerhalb der Folge. Und zwischen diesen beiden Extrema lassen sich die Autoren ebenfalls einiges einfallen, was man so noch nicht aus anderen Anwaltsserien kennt. Ich zumindest nicht.
  • Großartige folgenübergreifende Geschichte: Wieviel Unterschiedliches haben wir schon mit den Charakteren mitgemacht? Distanzierung von Peter, Wiederanfreundung; Knast, District Attorney; Überfliegerkanzlei, Bankrott; Affäre, Gutefrau. Und so viel mehr. Manche Geschichten werden langsam, lange über Folgen hinweg eingeführt, bis sie irgendwann im Zentrum stehen. Und die Autoren scheuen nicht davor, radikale Änderung in die Geschichten zu schreiben. Das mag ich.
  • Großartige Inszenierung/Orchestrierung3: Hervorragend gefilmt – vermutlich könnte man über die Kameraarbeit ganze Abschlüsse schreiben. Über die musikalische Untermalung ebenfalls: Immer toll, manchmal ironisch und wtf-ig. Irgendwer, vermutlich die Showrunner, hat da ein großes Auge auf das Gesamtpaket. Nicht nur die Story muss passen — auch der Rest muss stimmig sein. Das fällt mir nirgends so auf wie bei The Good Wife4. Achtet mal auf die letzten, epilog-artigen Szenen, die sind häufig die besten.

Ich verstehe allerdings nicht, was diese Kalinda-Geschichte mit ihrem drogendealenden Ex-Mann da soll. Selten habe ich so etwas Unpassendes und Konfuses gesehen.
Für 2013 bleibt nur Daumendrücken, dass es vielleicht ein Jahr in Folge ein Wunder gibt und The Good Wife against all odds verlängert wird.
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Fringe

Die Serie, die fünf Staffeln lang alles daran setzte, die Bedeutung von WTF!? zu What The Fringe!? zu ändern. Und das grandios geschafft hat.
Nur noch zwei Mal werden Walter, Peter, Olivia und Astrid die Bühne betreten um die Welt zu retten.
Fringe ist die einzige klassische5 Science-Fiction-Show, die gerade im US-TV läuft. Und eine ganz, ganz großartige dabei. Der 18. Januar 2013 wird wirklich ein trauriger Tag.

Fringe hat es in den letzten Staffeln geschafft, die Geschichte kontinuierlich spannend zu halten. Sich dabei wiederholt selbst neu erfunden — bis zur vollständig neuen fünften Staffel, bei der es zwischenzeitlich sogar andere Hauptdarsteller gab!
Bei der ersten Staffel drücken wir mal ein Auge zu — zumindest bei der ersten Hälfte. Da war Fringe noch etwas ziellos und dachte, es sei eine Horror-eske, technisierte 2000er-Version von Akte X. Aber als man seinen Stil gefunden hatte, puh!, das wurde eine tolle Serie mit hohem Suchtfaktor.
Wisst ihr noch, als nur Schritt für Schritt klar wurde, dass wir uns auf einmal (Spoiler)6 in einer Parallelwelt befinden? Oder vorher, als herauskam, wer Peter ist?
Das waren tolle, spannende Momente, auf die akribisch hingeplant und hinerzählt wurde.
Immer im Hintergrund Abrams Mystery Box — das langsame anreizen7 von Geschichten durch Indizien und Andeutungen, gefolgt von der großen Auflösung in der eine noch größere und fantastischere Geschichte angedeutet wird.

Im Podcast haben wir noch ein paar andere Aspekte erwähnt, die Fringe zur tollsten8 Show machen: Die Darsteller. Unglaublich intensiv und subtil spielen sie ihre Rollen. Wie gut Anna Torv Olivia spielt, merkt man so richtig erst, wenn sie auch Fauxlivia portraitiert. Und John Noble als Walter? Spielt direkt drei Rollen in einer.
Dann sind da noch Kamera und Musik, die die Gesamterfahrung so hervorragend komplettieren.

Erwähnenswert auch die Liebe zum Detail! Der Fringe Glyph Code, der bei den Werbeunterbrechungen ein zur Folge passendes Wort darstellt. Oder die unterschiedlichen Vorspanne. Überhaupt: Wer kommt darauf, durch einen Vorspann deutlich zu machen, welche Welt wir gerade erzählt bekommen? Grandios.

Fringe bleibt eine tolle Serie, die viel zu wenig beachtet und vom Gros der Zuschauer unterschätzt wurde. Diesen Nachruf da oben könnte ich noch seitenweise fortführen9.
Schade, dass es jetzt vorbei ist mit Fringe.
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Chicago Fire

Eine herbstneue Serie so weit oben? Gewagt. Ich geb’s zu. Aber mir gefällt die Show auch nach guten zehn Folgen immer noch sehr. Kurzweilige, hauptsächlich in der Episode bleibende Geschichten mit nettem Cast. Episodenübergreifende Handlungsbögen gibt’s auch, die die Spannung lose über einzelne Folgen hinaus tragen.10 Natürlich ist es eine Feuerwehrserie aus den USA, Pathos ist vorhanden, hält sich aber in Grenzen.

Chicago Fire ist kein Kunstwerk, wie es Fringe und The Good Wife eins sein könnten — Chicago Fire ist etwas simpler, dabei aber kurzweilig und hervorragend gemacht. Und deswegen gefällt mir die Show.

Mein Review auf Newshows. Da hatte ich nur die Pilotepisode gesehen und noch eine etwas andere Meinung.
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Arrow

Etwas überrascht bin ich über Arrow. Eine Superheldenserie. Und dazu noch auf dem Teenie-Sender The CW.
Aber Arrow ist gut!
Unterhaltsame Bösewichte der Woche, das große Familiengeheimnis, was über allem hängt. Dabei ist die Show manchmal erfrischend düster für die Zielgruppe11.
Man merkt das (relativ) geringe Produktionsbudget — manchmal fühlen sich die Kulissen und Effekte zu falsch an. Aber das holen Story und Schauspieler wieder raus. Gar nicht so wild.

Mein Pilotepisoden-basiertes Review auf Newshows.
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The Newsroom

Aaron Sorkin neuestes Stück. Wir begleiten die Redaktion einer Nachrichtenshow dabei, wie sie die Nachrichtenwelt etwas besser machen möchte.
Neu (so eine Show hatten wir noch nicht), schnell, intelligent, tolle Dialoge. Es geht viel um amerikanische Politik. Das mag nerven, wenn man da nur wenig Grundinteresse und Grundbildung vorzuweisen hat — aber ich empfand es als interessanter Einblick. Zumal zwar die politischen Fälle immer Thema einer Episode sind, aber der Fokus auf der Entwicklung der Story liegt, also eine Ebene Richtung meta. Und Auswahl und Behandlung der Fälle der Woche sind sehr europäerfreundlich…
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Game Of Thrones

Der Epos um Mittelerde Westeros gefällt mir immer noch.
Eigentlich bin ich kein großer Freund von Fantasy. Aber bei Game Of Thrones ist das ertragbar. Ich mag die Abwechslungsreiche der Geschichten. Die Tiefe der Gesamtgeschichte, die verschiedenen Verstrickungen. Die Größe von Allem. Und die Wendungen, die für mich als Buchnichtkenner plötzlich kommen.
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How I Met Your Mother

Ihr werdet da vielleicht nicht mit mir übereinstimmen, aber auch nach drölfzig Staffeln, siebzehn Müttern und einer Pärchen-On/Off-Frequenz im Kilohertzbereich unterhält mich How I Met Your Mother immer noch. Die Autoren finden immer noch neue Aspekte des Zusammen- und Liebesleben, des Älter- und Erwachsenwerden. Der Cast ist immer noch großartig. Der Stil, mit den verschachtelten Rückblenden und schnellen Schnitten, ist immer noch toll.
Eine nächste Staffel ist beschlossen — und so gern ich die Serie auch habe, ich hoffe, es wird ihre letzte12. Ich möchte endlich wissen, wer die Mutter ist.
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Community

Nerd’s best friend.
Community ist eine ganz hervorragende Comedy. Voller popkultureller Anspielungen. Mutig, auch mal neue Formate auszuprobieren (obwohl das jetzt schon zum System gehört). Die Pillow-Fort-Geschichten sind legendär, die Hommagen an Filme. Und: Inspector Space Time.
Bei der letzten Staffel hat für mich unter dem ganzen netten Nerdkram die eigentliche Storyline der Serie gelitten. Mal sehen, wie’s in der bald™ anlaufenden Nächsten aussieht. Allerdings befürchte ich schlimmes, wurde doch Dan Harmon als Showrunner gegangen.
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Castle

Castle ist furchtbar solide. Das ganze Konstrukt funktioniert kantenlos Folge für Folge. Aber dabei geht die Gesamtgeschichte auch immer weiter.
Ein leichter Thriller, den ich immer gerne sehe. Insbesondere weil Nathan Fillion. Und Castle und Beckett.
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Homeland

Die Serie um Claire Danes, ihr Gesicht und die verquerte Liebesgeschichte ihres Charakters.

Nein, ernsthaft: Homeland ist super. Claire Danes spielt toll, besonders wenn ihre großen Augen (wiedermal) in Nahaufnahme zu sehen sind. Aber auch die Darsteller an ihrer Seite liefern prämierungswürdige Leistungen ab.
Die zweite Staffel wurde interessant gehalten, wenn auch der Ton irgendwie ruhiger war. Ich dachte nicht, dass man genug Stoff für eine dritte Staffel hätte, bis diese am Ende der zweiten mit einem großen Knall eingeläutet wurde. Gut!

Homeland ist eine tolle Serie. Gleichzeitig bei mir aber auch auf Messers Schneide zum Haiübersprung13. Damit die Show interessant bleibt, muss irgendwo immer ein neuer Bösewicht, eine neue Verschwörung, ein neues Drama herkommen. Aber das ist alles immer so haarscharf an »Nee, jetzt echt!?«, das ist ganz schön knapp. Ich meine: Da geht’s um die CIA, um den Senat, um den Vizepräsidenten der mächtigsten Nation der Erde…
Aber noch bin ich auf der guten Seite des Hais.
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Dexter

Die letzte Staffel Dexter hatte zwar keine apokalyptischen Reiter im Zentrum, dafür aber Yvonne Strahovski. Und das hatte eine Änderung der Grundstimmung zur Folge. Es ging nicht darum, die religiös Verwirrten abzuwehren, sondern persönlicher um Dexters emotionale Lage. Mir gefiel das besser — und mit etwas Abstand zu Ritas dahinscheiden war es sogar relativ glaubwürdig14.
Dexters Konflikt mit seiner Schwester gibt der Story gleichzeitig auch genug Spin um darüber hinaus weiterhin interessant zu sein. Überhaupt: Viele Geschichten liefen gleichzeitig ab.
Ich mag das und bin gespannt, wie es in den nächsten Staffeln weiter geht. Ob Deb wohl auch…?
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The New Normal

Tolle, neue Serie.
Voller versteckter Klischees, auf die man spaßig mit der Nase gedrückt wird. Eine Serie, die Augen öffnet und Vorurteile abbaut, dabei aber immer aufrichtig und fair ist. Und lustig — die Tochter!
Mehr in meinem Review auf Newshows.
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House

Tja. Greg House ist im Ruhestand. Und das wurde auch Zeit.
Es war eine hervorragend gemachte Serie, die neben immer interessanten und komplexen Krankheiten der Woche auch noch viele andere Themen erforscht hat. Ja, häufig arg philosophisch.
Aber der große Vorteil ist auch der größte Nachteil gewesen: Der geniale (und hervorragend dargstellte) Greg House. Genie, Misantroph — und Philanthrop zugleich. Aber eben auch nach acht Staffeln, unzähligem auf und ab, zu Ende erzählt.
House war die erste Serie, die mir zeigte, dass TV-Shows mehr sind, als das, was man so aus der deutschen TV-Berieselung kennt — und, dass eine Synchronisation prinzipiell schlecht ist15. Danke dafür.16
[]

Et Ceterea

Suburgatory ist furchtbar lustig. Auch voller Klischees und toller Schauspieler.
Rookie Blue ist furchtbar kitschig. Aber auch nett. Schaue ich gerne, obwohl es manchmal näher an einer Soap, als an einer Polizeishow ist.
True Blood enttäuscht von Staffel zu Staffel immer mehr. Wenn etwas passiert, ist es entweder langweilig oder too much. Manchmal überlege ich, warum ich das überhaupt noch gucke (aber zum Glück gibt’s dann doch immer noch Momente, die einen zurückholen).
Leverage war langweilig am Ende. Wir sind einfach auf zu viele Arten ge-con-ed worden. Allein das Finale war ein Highlight der letzten Staffel.
Bei The Big Bang Theory lacht man wirklich nur noch über die Charaktere und nicht mit ihnen. Das ist keine Show über Nerds, sondern über einen a-sozialen Fiktionalintelligenten und seine unwichtige, wenn auch besser gezeichnete, Entourage.
[]

Und ihr so? Was sind eure Lieblinge?
Hier ist das SVG zum Titelbild. Falls ihr da was rumklicken wollt.

  1. Gelinkt, wenn ihr oben im Bild auf die Serien klickt. []
  2. Fringe ist Science Fiction und deswegen etwas außen vor. []
  3. Ich benutze das Wort jetzt einfach. Zack. []
  4. Ja, sogar mehr noch als bei Fringe. []
  5. Es gibt da noch Revolution, Person of Interest, die im engeren auch Sci-Fi-Shows sind, aber sich eher einen Sci-Fi-esken Aspekt herauspicken und ihre Geschichte darum drehen lassen. Fringe is ALL Sci Fi. []
  6. Mit der Maus drüber, um zu lesen. []
  7. Anteasern. Wisster. []
  8. Zweittollsten. []
  9. Und vielleicht mach ich das auch irgendwann mal? []
  10. Allerdings ohne negative Procedural-Serial-Interferenz. []
  11. Kabelserien dürfen düster sein. Aber solche Free-TV-Serien? Das finde ich bemerkenswert. []
  12. Aber da bin ich zuversichtlich. []
  13. To Jump The Shark — eine Serie wird zu bescheuert und unglaubwürdig. Ursprung. []
  14. So glaubwürdig wie Liebesbeziehungen unter Serienmördern halt sind. []
  15. Nicht, weil die deutsche Synchronisation von House schlecht war — sie war erstaunlich gut, sondern weil gute Geschichten eben auf die Charaktere zugeschrieben sind. Und die Intonierung des Charakters durch den Schauspieler gehört da eben essentiell zu. []
  16. Du Drecksstück. Ohne dich hätte ich wesentlich mehr Zeit für sinnvolle Dinge. []

Instagram-Mirror mit WordPress

Zum Jahreswechsel schrieb Johnny bei Spreeblick ein Plädoyer dafür, den eigenen Online-Content nicht fremden, kommerziellen Diensten anzuvertrauen, sondern wieder auf seinen eigenen Seiten zu veröffentlichen.
Sascha Lobo predigt das schon länger. Und tatsächlich war das der Grund, warum dieses Blog seit einiger Zeit wieder etwas mehr Einträge1 und ein neues Design aufweist.

Eine Idee kollidierte mit etwas Freizeit und — tada! — ich präsentiere:
Andinstagram2
Ein Mirror meiner Instagram-Bilder, auf Basis von WordPress.

Kurze Zeit nach der Veröffentlichung eines Bilds bei Instagram wird es auf meinen eigenen Webspace geladen und im Blog gepostet. Das übernimmt das Plugin Instagrate to WordPress. Zusammen mit einem eigenen CSS ergibt sich dann ein Instagram-artiges Aussehen. Mehr zur Technik und eine Anleitung zum Selberbauen findet ihr auf der Über-Seite von Andinstagram.

Natürlich schützt euch das nicht vor Nutzungsrechtsänderungen von Instagram, wie sie vor ein paar Wochen durchgedrückt werden sollten3. Ihr seid immer noch Nutzer der App und sammelt im Namen Instagrams fleißig bildgegossene Momentanspionagen eures Lebens. Auch wenn es wünschenswert wäre, sich davon zu lösen — das ist nicht mein Ziel gewesen. Unabhängig des Evil-Faktors von Instagram4 gefällt mir die App. Sie ist einfach zu bedienen und hinten dran hängt eine Community, die Spaß macht.
Ich möchte nur ein Backup meiner Bilder haben, falls ich mich irgendwann dazu entscheide, Instagram zu blitzdingsen. Und warum sollte dieses Backup dabei nicht schön aussehen können? Links zu Bildern rumschicken, den Feed abonnieren, das sind positive Nebeneffekte.

Natürlich wäre es cooler, die Instagram-Bilder zu flickr rüberzuschieben. Die App bietet das Feature an, notfalls hilft noch IFTTT5. Aber flickr ist flickr6 — und ich möchte meinen Account da nicht mit verrauschten, verfilterten Snapshot-Aufnahmen in Handyqualität zumüllen.

Also Andinstagram.

Vielleicht gefällt’s ja.
Und wenn ihr’s nachbaut, ich würd‘ mich über einen Hinweis freuen.

  1. Wenn auch nicht viele, nungut. []
  2. Und ich möchte mich für den Namen entschuldigen. Aber ohne zwanghaftes Wortspiel geht es nicht. []
  3. Aber dank des Internet-Mobs™ gestoppt wurden. Yay. []
  4. Der auf der Internetskala nicht wirklich arg hoch ist, finde ich. []
  5. Da gibt’s auch Instagram→Dropbox-Rezepte, falls euch das reicht. []
  6. Der Internetdienst mit größtem Potenzial und geringstem Vertrauen. []

Serienbefund 2011

Bevor ich mir in diesem Frühjahr die Finger wund tippe, hier meine Meinung zu gerade laufenden TV-Serien im triptychon-esken Schaubildstyle. Klick macht groß.

Erklärungen zur Anordnung? Rechtfertigungswünsche? Ab in die Kommentare. Wenn es sich anbietet, mache ich Antworten in Blogposts.

Anmerkungen zur Grafik:
Ich habe nur gerade laufende, amerikanische TV-Serien betrachtet – mit der Ausnahme von Outcasts (britisch).
Bei manchen frisch angelaufenen Serien kann sich die Position durchaus noch ändern, das ist eine »as of now«-Aufnahme (insb. »The Chicago Code«).
Chuck ist in Klammern, weil’s gerade durchgerutscht ist. Aber vielleicht hole ich die Serie noch mal auf (sonst wäre sie hier gar nicht aufgetaucht).

Kriterien zur Beurteilung von Serien Teil 2

Beschäftigten wir uns ins gestriger, erster Episode noch mit einer speziellen Kategoriegruppe und allgemeinen, schnell (aber auch oberflächlich) zu bewertenden Form-Kriterien, geht’s heute ans Eingemachte. Inhaltliche Kriterien.
Manche derer sind ein »best try« — ich habe versucht, sie möglichst allgemeingültig zu formulieren. Schimpft ruhig in die Kommentare, wenn ihr anderer Meinung seid. Oder wenn ihr andere Ideen habt!

Inhalt-Kriteriengruppe

Etwas schwieriger festzustellen als die Form-Kriterien sind Qualitätskriterien, die sich auf den Inhalt beziehen. Entgegen von Form-Methoden, wie z.B. der Messung der Episodendauer (asymmetrisches Möven-Modell) oder dem Abzählen genutzter Kraftausdrücke (»Fuck!«-Anteil), müssen hier nämlich Episode / Staffel / Serie bis zum Ende geschaut werden um eine Aussage treffen zu können. Und wenn man erst am Ende von 42, 1008, 50821 Minuten merkt, dass die Show in differierenden Teilen Quatsch war, dann ist das Ärgerungspotenzial sichtungsabhängig mitunter groß.
Ebenfalls ist die Quantifizierung von Qualitätskriterien dieser Gruppe relativ schwer.

Die Nerdskala — Authentizität des verwendeten Computer-Equipments

Ein Wespennest voller Fettnäpfchen bilden Computer in TV-Serien. Die größten Fehler, die eine Serie begehen kann, nach Schlimmheit auf der Nerdskala sortiert (schlimmstes zuerst):

  • IPs from Hell — IP-Adressen der Form 521.453.2541.852. Eigentlich gar nicht so wild; das wissen sowieso nur die Supernerds unter den Zuschauern und dann sind’s ja auch nur ein paar Zahlen, was? ABER VERDAMMTE AXT, das ist so schlimm, weil es so simpel ist! Liebe TV-Produktion, IP-Adressen bestehen aus vier Zahlen, wobei jede unter 256 sein muss. TV-Serien, die IP-Adressen from Hell benutzen, wollen cool, credible und am Zahn der Zeit sein, nehmen den Zuschauer aber nicht ernst genug, um auch nur 5 Sekunden Recherche zu betreiben. Großer Nerdskalenfail.
  • Superhackers. Serien, die Hacken mit Stricken oder gar Klopapierfalten verwechseln, befinden sich unten auf der Nerdskala. Ist die Dauer eines Hacks eines Firmennetzwerks kleiner als 5 Stunden2, so rutscht die Serie auf der Nerdskala 100/t_Hack hinab. Gleiches gilt für das Knacken von Tür-Code-Schlössern durch das Vorhalten eines lustigen Geräts. Das macht einfach keinen Sinn.
  • Betriebssysteme. Zum Beitritt in die Kategorie »gewollt, aber nicht gekonnt« führt häufig der Versuch, ein Nicht-Standard-Betriebssystem3 zu verwenden. Serien erhalten allerdings instantan ein +20-Level-Up auf der Nerd-Skala, wenn sie ein Nicht-Standard-Betriebssystem vernünftig und konsistent verwenden (Beispiele: Fringe, Hawaii Five-0).
  • Logoretusche. Entfernt eine Serie das Logo des Computers / Handys — und das ist meistens der Apfel auf der Bildschirmrückseite eines MacBooks — macht sich damit ein wenig lächerlich. Jeder weiß, was hinter dem Aufkleber zu sehen ist. Jedem fällt’s auf. Nicht positiv. Logoabstinenz hat für mich immer den Beigeschmack, am Zahn der Zeit bleiben zu wollen (wie bei den IPs from Hell), aber bloß keine kostenlose Werbung für den Ersteller des Produkts zu machen. Kommerz at its best. Und das mag ich nicht.

Wichtig für Serien, die sich auf dem Feld der hochfrequenten Benutzung von Computer-Equipment bewegen, ist allerdings ein Meta-Attribut der Handlung: Meint die Serie das ernst? Beispiel: Chuck ist von der Prämisse her bereits so over the top, dass dort durchaus ein Tür-Code-Schloss durch Steinauflegen homöopathisch geknackt werden darf. Leverage bemüht sich ebenfalls kein Stück, irgendwie authentisch zu sein.

Haupdarsteller in Love

Ein ungeschriebenes Gesetz der Serienwelt lautet: Besitzt eine Serie in der Hauptdarstellerriege einen weiblichen und einen männlichen Charakter, so ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie liiert sind. Die Dauer bis dahin sagt viel über die Qualität der Serie aus, ebenso das Handling der Laison (siehe Schondagewesen-Element).
Es geht sogar einen Schritt weiter: Ist das Paar wieder zerbrochen, ist die Re-Liierung von ihnen ein Serien-Ausschlusskriterium4. Es wird der Beigeschmack erweckt, die Autoren haben nichts mehr im kreativen Hut, als Partneroszillation oder gar -freudenhausisierung. Der Grund, warum Gossip Girl (oder andere Inkarnationen der geheimen The-CW-Protoserie) über eine Staffel hinaus bei mir nicht mehr funktionierte.
Ausnahmebeispiel: Fringe.

Ungestopfte Storylöcher

In Zeiten immer monumentaler Serienspektakel mit immer größeren Mysterien und immer dickeren Actionszenen vergessen die Autoren leider immer noch, dass auch das vermeintlich Simpelste, die Story, Sinn ergeben muss. Neben der bereits genannten Storystringenz gibt es da das Kriterium der Anzahl offener Storylöcher.
Ein befriedigendes TV-Erlebnis (und damit eine gute TV-Serie) kann nur dadurch erzeugt werden, dass der Rezipient am Ende einer Serie die Möglichkeit hat, die Story bis ins Detail zu verstehen. Mysterien mögen zur kurz- und mittelfristigen Zufriedenstellung durch Wow!-induzierte Substitutionsbefriedigung beitragen, aber langfristig hilft nur ein Verstehen möglichst vieler Details. Sonst macht die Serie den Anschein von Nicht zu Ende gedacht und Gewollt, nicht gekonnt.
Beispiel: Lost und viele zu früh abgesetzte Serien.

Spin-Anteil des Schondagewesen-Elements5

Neue Dinge erfinden ist aufwändig. Neue Dinge erfinden, die dazu noch gut sind, ist einige Größenordnungen aufwändiger. Verständlich also, dass man sich bei der Produktion einer Serie an Elementen bedient, die sich bereits bewährt haben. Das können kleine Details, wie auch komplette Prämissen sein. Das ist völlig legitim6.
Wichtig für eine gute Serie ist der Spin-Anteil dieser Schondagewesenheit. Wie stark wird Bekanntes verändert, mit üblichen Klischees gebrochen, die Genre- und die Eigen-Prämisse (siehe Prämisse) verändert und erweitert und dadurch neues Interesse geweckt? Das wohl subjektivste Kriterium dieser Liste, da es stark auf dem Seriengrundwissensschatz des einzelnen Rezipienten beruht.
Beispiel: How I Met Your Mother

Charakterstärke und -entwicklung

Auch ein Trend, den man zum Glück immer mehr sieht: Starke Charaktere. Wenn der Hauptcharakter über interessante Züge verfügt (und sei es seine Gemeinheit/Verschlossenheit) kann das viel zur Güte einer Serie beitragen.
Da dieser Umstand oft gegeben ist (und tatsächlich häufig vernünftig umgesetzt ist7 ) sei hier noch das Kriterium der Charakterentwicklung erwähnt. Ein Charakter wird interessanter, wenn der Rezipient an seiner Entwicklung teilnimmt. Dinge, die sich an seiner Persönlichkeit ändern. Dinge, die er im Verlauf der Serie anders sieht.

Prämissenkriterien

Jede Serie besitzt als Alleinstellungs- und Abgrenzungsmerkmal gegenüber anderer Serien eine gewisse Prämisse. Innerhalb der Prämisse entwickelt sich eine Story.
Über die Pionierhaftigkeit der Prämisse hinaus (siehe Spin-Anteil des Schondagewesen-Elements) gibt es noch mehr Qualitätskriterien die Prämisse betreffend:

  • Monozentrie der Prämisse
    Die Serie ist um einen zentralen Punkt der Prämisse aufgebaut. Das kann zu einer ganz großartigen Serie führen, oder aber auch schnell großer Quatsch werden. Zwei Gedankenexperimente zu möglichen monozentrischen Storylines:

    • Dynamische Monozentrie: Das zentrale Ereignis / die zentrale Person (also: die zentrale Prämisse) steht zwar im Mittelpunkt, verfügt aber über hinreichend Dynamik in der zeitlichen Entwicklung um die Geschichte interessant zu gestalten. Autoren nutzen das mühevoll, aber detailreich aufgebaute Monozentrum der Geschichte, bauen Untergeschichten herum (siehe Subprämissenfluktuation) und entwickeln es gleichzeitig intelligent und konsistent weiter.
    • Statische Monozentrie: Autoren machen Nichts des oben Erwähnten, sondern Ruhen sich auf ihren tollen Idee aus. Das Monozentrum ist statisch und bald schon zu Ende erzählt. Meist wird das irgendwann durch sinkende Zuschauerzahlen bemerkt und ein Reanimationsversuch gestartet, der klassischer weise in die Hose geht.

    Unter den monozentrischen Storys sind im allgemeinen die dynamischen als positiv anzusehen. Es gibt sicherlich Gegenbeispiele, aber als erste Abschätzung soll das genügen.
    Positives Beispiel: Fringe, The Good Wife.

  • Prämissenschildkrötität
    Die Prämisse der Serie ist ein Ereignis (/eine Person), das in der Ferne liegt. Durch Geschichtsschlüsselpunkte nähert man sich Episode für Episode dieser Ferne an. Hat man das subjektive Empfinden, dass die Geschichte trotzdem auf der Stelle tritt, nicht aus den Füßen kommt, dann ist dieser Umstand als Prämissenschildkrötität zu bezeichnen. Und schlecht.
    Beispiele: Lost (vor den letzten Staffeln), FlashForward, The Event.
  • Subprämissenfluktuation
    Das Kriterium existiert nur bei Serialserien und vereint zwei Dinge: Es existieren Subprämissen und diese ändern sich (ähnlich der Monozentrie, aber nicht identisch). Die Hauptprämisse existiert als stetig vorhandenes, alles überschattendes Element. Von dieser Hauptprämisse motiviert werden Untergeschichten ausgegliedert, die mehr als eine Episode andauern8. Die Subprämisse hat Auswirkungen auf die Hauptprämisse und führt nach Vollendung (meist durch Geschichtsschlüsselpunkte) zu einer nächsten Subprämisse. Auch mehrere Subprämissen können gleichzeitig, mehrschichtig, verfolgt werden, daher diese Namenwahl.
    Serien, die die richtige Balance zwischen Haupt- und Subprämissen hinkriegen, sind mir der liebste Kompromiss aus Procedrual und Serial — manchmal sogar besser als reine Serialserien (wenn es sie denn nach dieser Definition der Subprämisse überhaupt noch gibt).
    Beispiele: Fringe, Burn Notice (obwohl hier auch etwas Schildkrötität reinkommt).
  • Geschichtsschlüsselpunkte
    Geschichtsschlüsselpunkte sind Punkte innerhalb der Story, die diese merklich und unter Auswirkungen für die Zukunft ändern. Sie schließen Geschichtsbögen ab und sind hinreichend Wow!-ig. Eine gute Serie versteht es auf die Geschichtsschlüsselpunkte hinzuarbeiten und diese dann mit einem lauten Knall zu präsentieren, häufig (und besonders gut) mit einem unerwarteten Twist.
    Beispiel: Fringe.

Grand Finale, Intermediate Finale

Geschichten möchten zu Ende erzählt werden. Und wenn eine Serie den Aufwand betreibt, den Zuseher in eine fremde Welt zu befrachten, dann sollte diese Welt auch vernünftig zu Ende erzählt werden. Bei kompletten Serien findet das im großen Finale am Schluss statt, bei Storybögen in Zwischenfinalen, die einen Geschichtsschlüsselpunkt darstellen sollten. Hier kommt alles auf die Inszenierung, das Tempo und die Hinarbeit an. Ein gutes Finale verbindet verschiedene Handlungsstränge, die der Rezipient bis dahin als unabhängig annahm, und lässt sie mit Twists in einigen Wow!-Momenten kulminieren. Die Untergeschichte wird abgeschlossen, kreiert dabei einen neuen, großen Cliffhanger, der in der nächsten Staffel aufgegriffen wird und dort als Anschlusspunkt fungiert.
Obiges gilt für Zwischenfinale; bei einem Serienfinale (dem Grand Finale) sollte es weder Cliffhanger am Ende, noch neue oder alte offene Fragen geben. Am Ende einer Serie besitzt ein Seher alle notwendigen Informationen zum Gesamtverständnis des Seriengeschehens.
Serien, die sich nicht an die Konzepte von Grand und Intermediate Finale halten, sind blöd. Solche, die am Ende ihres Seriendaseins mit halbgaren Antworten den Serienschauer selbst über wichtige Inhalte entscheiden lassen, sind äußerst blöd. Das ist zwar intelligent und echt toll von euch, liebe Autoren, und ihr seid total wunderbare Künstler, aber zum Abschluss möchte ich eine echte Antwort. Kein Weichgespülerkram.
Beispiel für hervorgendes Zwischenfinalisieren: Fringe.
Beispiele für ok-e bis blöde Endfinale: Veronica Mars, Lost.

  1. Lost. []
  2. Ein frei erfundener Wert. Ich hab doch keine Ahnung. []
  3. Und das ist im Serienfall ein 2-Tupel aus Windows und Mac OS X. Linux hat verschwindend geringe Einsätze in TV-Shows. []
  4. Zumindest, wenn sie innerhalb der nächsten zwei Staffeln stattfindet []
  5. Alternativtitel, der durch die Antiphysikqualitätskontrolle fiel: Spin-Anteil bei Projektion auf die Schondagewesenen-Ebene. []
  6. Die Freizeitphilosophen unter den Lesern könnten hier die Natürlichkeit dieser Sache diskutieren. Evolution und so. Ihr wisst schon. []
  7. Wobei das ein anderes mögliches Problem eröffnet: Wenn sich die Story zu sehr auf den Charakter verlässt und die Story darunter leidet (eine Art monozentrische Prämisse, siehe unten). []
  8. Sonst wären sie der Fall der Woche, der Proceduralanteil der Serie []

Kriterien zur Beurteilung von Serien Teil 1

Nachtrag: Hier geht’s zum zweiten Teil!
»Du, Andi, sag mal: Wie bewertest du eigentlich immer die ganzen Serien, die du guckst?«
»Gut, dass du fragst! Ich mache das anhand von Tabellen mit Zufallszahlen. Außer wenn die aufgebraucht sind, dann mache ich das mit folgenden Kriterien.«

Willkommen zum ersten Teil »Serienkritisieren mit Andi«. Heute widmen wir uns erst einer speziellen Gruppe von Kriterien, der Kabel-Kriteriengruppe, und dann den Form-Kriterien. Der große Block der etwas ernsteren Inhalt-Kriterien kommt morgen. Ihr dürft euch freuen.

Die Nichtamerikanisch-und-Kabel-Kriteriengruppe

Jedes Jahr geben die großen Sender (CBS, FOX, ABC, NBC, The CW) eine unübersichtliche Menge neuer Serienproduktionen in Auftrag. Mit einer Schrotflinte wird hier Masse auf den TV-Markt geschossen, unter der Hoffnung, irgendeine Serie finde ja schon ihr Ziel.

Andere Sender abseits der großen fünf machen es sich da nicht so leicht. Mögliche Gründe: Der Sender verfügt nicht über soviel Kapital und jede Serienorder muss gut überlegt sein (Kabel). Die Leute haben einfach was drauf und sind cool. Prestige. Die Zuseher bezahlen direkt dafür und erwarten Hochqualitatives (Pay-TV). Der Sender ist traditionell bekannt für sein Ausprobieren — und fährt gut damit (UK-Sender).
Diese Randgruppen-Serien sind zu einer höheren Wahrscheinlichkeit gute Serien, im Vergleich zu Serien der großen fünf.

Drei Kriterien um eine Stichprobe schnell auf die Zugehörigkeit dieser Gruppe zu testen.
Achtung: Alle Kriterien sind nur ein Indikator für eine gute Serie. Nur weil die Serie exakt 42 Minuten lang ist, heißt das noch nicht, dass sie per se schlecht ist. Hier werden Wahrscheinlichkeitsaussagen gemacht. Man könnte sagen, das hier ist die Quantenmechanik der Serientypisierung.

»Fuck!«-Anteil

Wie oft wird das Wort »Fuck« verwendet? Werte größer eins sind hier bereits ein guter Indikator.

Asymmetrisches Möven-Modell zur Episodendauer

asymmmoeve.png
Anhand der oben angezeigten Grafik lässt sich über die Episodendauer eine grobe Abschätzung auf die Qualität geben. Aufgrund der Form bezeichne ich diese Verteilung als asymmetrisches Möven-Modell. Eine grobe, lineare Näherung des Modells besagt: Je weiter die Episodenlänge von der 42-Minuten-Marke entfernt ist, desto wahrscheinlicher ist die Serie »gut«, desto höher ist ihr Qualitätspotenzial.

Dauer und Aufwand der Titel-Sequenz

Besitzt die Serie eine aufwändig produzierte und lange Titel-Sequenz? Hier möchte der Showrunner seiner Serie einen »artsy«, einen künstlerischen Touch geben. Vermutlich, weil er wirklich was drauf hat. Oder gut beraten wurde.

Form-Kriteriengruppe

Neben inhaltlichen Kriterien, die im nächsten Teil Erwähnung finden werden, gibt es auch Formelemente einer TV-Show oder -Episode, die über deren Qualität Ausdruck geben können.
Manche hier erwähnte Kriterien sind sowohl Form, als auch Inhalt. Sie stehen in dieser Gruppe, weil a) der Formanteil überwiegt, b) mir danach war oder c) Zuckerwatte.

Involvierte Meta-Ebenen

Wie viele Meta-Ebenen besitzt die Show? Ist sie / geht es um eine Show-in-Show? Und zeigt sie manchmal eine weitere Show? Werte größer eins sind bei der Meta-Ebenen-Anzahl bereits ein hervorragender Indikator.
Beispiele: 30 Rock, Community

Keine Minimalmimik: Anzahl der Gesichtsausdrücke des Hauptdarstellers

Ein guter Hauptdarsteller1 sollte mehr als einen Standardgesichtsausdruck vorweisen können. Um statistische Fluktuationen zu Berücksichtigen, ist die Anwesenheit von drei Gesichtsausdrücken des Hauptdarstellers ein guter Indikator für eine Serie mit Gutpotenzial.
Beispiel für Minimalmimik: FlashForward, 242

WTFität

Schafft es die Serie auch nach mehreren Staffel, durch Wow!- und WTF!-Momente den Rezipienten in lange nicht, oder noch nie besetzte geistige Anregungszustände zu versetzen, ist die Serie als »gut« anzunehmen.
Beispiel: Californication.

Storystringenz

Zum Glück leben wir mittlerweile in einem Zeitalter, in dem eine Show extra Praktikanten besitzt, die darauf achten, dass aus Äpfeln keine Birnen werden. Wenn auch bei Requisiten manchmal noch ein Tausch im Szenenwechsel stattfindet, ist im Big Picture meist alles stringent. Trotzdem darf dieser Punkt nicht fehlen.
Sonderfall: Pausierte Storystringenz, siehe Procedural-Serial-Interferenz.

Procedural-Serial-Interferenz

Meine persönliche Vorliebe liegt bei Serial-Serien, also bei solchen Serien, die eine episodenübergreifende Handlung besitzen. Die andere Sorte von Serien ist die der Procedurals: ein Fall der Woche, für den sich die nächste Episode so wenig interessiert wie die vorherige.
Neben dieser persönlichen Vorliebe (die ein eigenes großes, allerdings subjektives Qualitätskriterium bildet) kann es zu unschönen Überlagerungen von Serial- und Procedural-Elementen einer Serien kommen — denn moderne Serien haben in unterschiedlichen Ausmaßen so gut wie immer einen Anteil von beidem.
Da gewöhnt man sich an einen kleinen episodenübergreifende Handlungsbogen, nur um ihn dann für ein paar Episoden auf’s Abstellgleis gestellt zu sehen, weil die Autoren gerade mit drei guten Procedural-Büchern um die Ecke kamen. Episch aufgebaute, überlebenswichtige, offene Fälle verschwinden nach einer Episode (meist: Pilot- oder Finalepisode) im Giftschrank. Und werden erst später wieder ausgegraben. Schlechter Stil. Ich nenne das die pausierte Storystringenz.
Beispiel: Hawaii Five-0 2010, How I Met Your Mother, The Mentalist, Castle
Kennt ihr über pausierte Storystringenz hinweg noch mehr Procedural-Serial-Interferenzen, bei der die Überlagerung schlecht für die Serie ist?

Openings

Die Anwesenheit von Szenen vor der Titel-Sequenz deuten auf eine gute Show hin. Das ist allerdings ein äußerst schwacher Indikator, da so gut wie alle modernen Serien über solche Opening-Sequenzen verfügen3. Wenn ich genauer drüber nachdenke, ist dieser Indikator Quatsch.

Die Regel der ersten beiden Episoden

Die Standardvorgehensweise nach ISO 2135 zur Begutachtung neuer Serien ist die initiale Qualitätsfeststellung nach Sichtung der Pilotepisode — zumindest wenn bereits vorher durch Reviews, Tweets oder andere Halunken ein gewisses Grundinteresse geweckt wurde.
Wichtig (aber gemeinhin unterschlagen) ist allerdings, dass zur Qualitätsbeurteilung auch die zweite Episode zu Rate gezogen wird. Denn die Zweite ist in Wirklichkeit die erste Richtige.
Klingt dumm? Pilotepisoden werden mit einem Großteil des Budgets einer Standardepisode gedreht, müssen Charaktere einführen, die Prämisse etablieren sowie eine überlagerte Story of the Week erzählen. Auch wenn in die Episode vermutlich soviel Arbeit gesteckt wird, wie sonst selten, klappt das ebenso häufig: selten. Denn oft übernehmen sich die Autoren (die für die Pilotepisode häufig aus einem Ein-Personen-Team bestehen, nämlich dem Showrunner) und schaffen Nichts des Anvisierten. Erst die zweite Episode einer Serie ist so, wie auch der Rest der Show sein wird. Daher verdient eben auch die eine Chance auf Sichtung.
Beispiel: Harry’s Law4.

Im zweiten, Inhaltsteil werde ich euch u.a. die Nerdskala Nahe bringen, werde euch über Spinzustände berichten, die Prämissenschildkrötität einführen und von Monozentrie berichten. Yeah.

  1. Geht auch für weibliche Hauptdarstellerinnen. Ist klar. []
  2. Gleichzeitig allerdings auch ein Gegenbeispiel, die Jack-Bauer-One-Man-Show war nämlich lange Zeit gut. []
  3. Und die, die es nicht tun, trotzdem gut sind. []
  4. Die Pilotepisode fand ich krude, verwirrend und ziellos. Erst die zweite Episode zeigte, wo die Serie hingehen wird — und das gefiel mir genug zum Weiterverfolgen. []

Andi erzählt von seiner Diplomarbeit

Willkommen, gutgelaunter Rest meiner treuen Leserschaft, der so nett war, mein Blog in seinem Feedreader zu behalten. Danke dafür.
Es ist schon einige Zeit hier, dass sich in diesem wunderhübschen Blog neuer Inhalt in den Pixeln eures Monitors materialisierte. Gefühlt ungefähr ein Jahr.
Das ist schrecklich. Ich bin untröstlich. Echt jetzt.

Was war los?
Hat Andi sich die Hand gebrochen? Traf eine Katze Andis Tastatur und beschädigte sie irreparabel (die Tastatur, die Katze, beides?)? Traf eine Welle Quantengravitation diese Webseite und schickte alle neuen Blogposts direkt in den Papierkorb?

Fast.

Ich schrieb meine Diplomarbeit. Und das war ganz schön was.

Wenn ich Zeit hatte, um nicht C++-, oder LaTeX-Kram in die Tastatur hineinzuhauen, da schob ich unreflektierte und hochgradig uninteressante Äußerungen in mein Diplomblog. Wer sich die Datumsstempel der Beiträge dort anschaut, kann schnell eine Korrelation zwischen Zeit_bis_zum_Ende_der_Diplomarbeit und Extensivität_der_Beiträge ausmachen. In den letzten Wochen, ach was, Monaten wurde es dann doch relativ stressig und ich kam immer weniger zur Dokumentation meines Haarnichtschnitts Schaffens.
Ich weiß, dass euch das wurmt und nachts ca. 2% schlechter schlafen lässt.
Daher hier eine Retrospektive zur Diplomarbeit.
Tada.

Zu Beginn der Arbeitszeit berichtete ich bereits, mit welchem Thema ich mich ein Jahr auseinandersetzen sollte. Der Titel der Arbeit, die ich abgab, lautete schlussendlich: »Bestimmung der Masse des Top-Quarks anhand der Zerfallslängen von B-Hadronen im CMS-Experiment.«
Tight shit, was?

Das Jahr zwischen Physikern und angehenden Physikern war ganz schön interessant. Mit Abstand das Interessanteste während der fünf Jahre des Studiums. Endlich ging es mal nicht darum, den Lernvolumen(1)-Lernzeit-Koeffizienten für sämtliche Werte von (1) zu optimieren, in einem Zeit-Delta-Peak1 (1) intelligent abzurufen und den Langzeitgedächtnisübernahme-Filter gleichermaßen vorausschauend und effektiv einzustellen2. Endlich konnte man Rückstände in jenem Gedächtnis abrufen, sie mit dem Meta-Grundrauschen der letzten Jahre vereinigen und an dem herumtüfteln, weshalb man irgendwie vor fünf Jahren mal mit dem Studium begonnen hatte3.
Meine Arbeit fand an Simulationsdaten des CMS-Experiments statt. Das ist euphemistisch für »Ich saß den ganzen Tag am Computer und programmierte wie wild.« Ich schrieb Programme für eine Vor-Analyse, schrieb Programme für meine richtige Analyse, schrieb alleine Programme und schrieb Programme gemeinsam; ich ließ das Grid unter der Erstellung von Monte-Carlo-Datensätzen nicht mit der Wimper zucken und ärgerte mich nur begrenzt bei der Verwendung russischer TIER-2-Sites; ich schrieb Auswertungsprogramme — und schrieb sie in den letzten Wochen noch mal von Neuem, weil ich a) kann, b) sie verallgemeinern und c) verbessern wollte.
Ich diskutierte über Anpassungsbereich, Binning-Effekte und Cut-Flow-Reihenfolgen; über Farben, Füllmuster und Liniendicke; über richtige Bindestriche, Falsch Bindestrich Kombinationen, Abkürzungen und Überschriftentiefen. Ich erlernte die unbekannte japanische Fehlervermeidungsmethode des automatischen Kompilierens von ROOT; ich formulierte im Kopf Hassmails an den Ersteller von THStack; ich fand mich im dunkeln, blind und noch nach zehnmaligen Drehens auf den Dokumentationsseiten von ROOT zurecht — ganz im Gegenteil zu den CMSSW-Klassenindizes, die bei jedem Besuch den Seitenaufbau durch ein TRandom zu jagen schienen. Ich vernerdete beim Textsatz in LaTeX, war freudig, dass es für jedes Problem eine Lösung in Paketform gibt, war verärgert, dass diese Aussage wohl nur für ausreichen komplexe Probleme gilt und bei einfachen Anforderungen zu einer Exception führte.
Ich schrieb an Einleitung und Zusammenfassung überproportional lange, formulierte sie um, mikro-optimierte sie (Satzbau, Wortverwendung), löschte sie wieder und formulierte sie neu. Besonders die Zusammenfassung.
Ich füllte mein erstes Whiteboard, nicht nur einmal; ich füllte zentimeterweise lose Papiere – nur nicht mein Diplombuch, das hätte ich dafür aufschlagen müssen; mein Aufregungspotenzialtopf füllte sich von selbst und erweiterte sich schließlich gemeinsam mit meiner Ausdauer.

Und schließlich ging ich mit einem PDF4 auf sieben verschiedenen Medien zum Copyshop, druckte meine Diplomarbeit und brachte sie zu ZPA und Professoren. Ein unspektakuläres Finale für die letzten Tage und Wochen.
Aber ein (sehr) gutes — spätestens als ich dann ein paar Wochen später die Note bekam. Ein tolles Ende einer erfahrungsreichen Zeit.

Erinnert ihr euch noch an die Selbstportraits von weiter oben? Zusammengeschnitten zu einem Video sehen die so aus:

  1. Lies: Klausur []
  2. Was immer einen Beigeschmack von Glücksspiel hat, denn die optimale Einstellung schafft man wohl nur durch Zeitreisen. []
  3. Sachen kombinieren, verstehen, aha-n und wow-n. []
  4. In der kein einziges Bitmap-Bild drin ist! Darauf bin ich stolz! Jawohl! []

Mein Desktop, anno Februar 2010

Hatten wir vor knapp zwei Jahren das letzte Mal. Und weil Tanja anfängt, viele anderen mitziehen, ich sowieso ja empfänglich für Peer Pressure1 bin und draußen so schön weiß ist:

Mein Desktop, Februar-2010-Version.

Ich2 habe das OS-X-Standardhintergrundbild, Aurora, in der Snow-Leopard-Version. Ich finde die Farben sehr stimmig, dezent und nicht zu aufdringlich. Außerdem habe ich eine Schwäche für Weltraumbilder. Und es sind die physikBlog-Farben. Also bitte.

Letztendlich ist mir Hintergrundbild aber völlig egal.
Ich habe immer Programme im Vordergrund. Und wenn ich keine Programme im Vordergrund habe, dann nur, weil das MacBook aus ist.
Das sieht dann ungefähr so aus:

Gerade ist Wochenende. Das sieht man. Sonst wären noch ein paar Finder-Fenster, Terminal-Instanzen und Source-Code-Anzeigen mehr offen. Lediglich das X11-Icon im Dock ist noch ein Artefakt meiner täglichen Diplomarbeitarbeit.

Wie sich das Ganze in meinen Schreibtischplatz eingliedert, das gibt’s nach dem Klick: Continue reading

  1. Gruppenzwang und Peer Pressure sind ja irgendwie nicht das gleiche, ne? Peer mit Gruppe zu übersetzen, gut, das kann ich noch hinnehmen. Aber Pressure mit Zwang? Nee. Peer Pressure ist da eher die Light-Version des Gruppenzwangs. []
  2. Im Vergleich zur 2008er-Version dieses Postings benutze ich zwar den gleichen Monitor, habe aber mittlerweile den Laptop und damit das Betriebssystem gewechselt. Ich laufe nun auf Mac OS X. []
  3. Na, wer findet das Nerd-Gimmick? []

Mehr Andi: Twitter, Tumblr, Tsammelseite

Nur weil dieses Blog hier viel zu häufig vernachlässigt wird und gleich einer Karstadt-Filiale brach liegt, heißt das noch lange nicht, dass mein digitaler Exhibitionismus Redefluss ebenfalls versiegt. Nahein!

Euch allen bekannt sein sollte mein Twitter-Account, auf dem ich allen täglichen Unsinn veröffentliche.

Darüber hinaus habe ich einen Nutzen für den vor ewig langer Zeit angelegten tumblr-Account gefunden. Dort, unter andih.tumblr.com werden zum einen Links und gefundene und möglicherweise interessante Bilder gespeichert. Zum anderen veröffentliche ich dort manchmal kurze, manchmal nicht so kurze, meist aber halbgare und unfertige Einträge zu differierenden Themen. Die Linkempfehlungen werden automatisch von meinem Account bei Mento1 exportiert; übrigens schickt Mento die Sachen auch (allerdings ohne Bilder) an Delicious.

Links zu meinem flickr-Account, zu Facebook und all den sozialen Diensten, bei denen ich sonst noch aktiv bin, gibt’s auf meiner frisch neugemachten, jetzt bekreisten Sammelseite andreasherten.de.
Wenn ihr mich irgendwo befreunden wollt – fühlt euch frei das zu tun.

  1. Eine Art besseres Delicious, mit Bild- und Sozialfunktionen, das sich aber irgendwie nicht durchsetzen konnte… []