Kategorie-Archiv: Musik

Das, was so rhytmisch in die Ohren schallt…

Top Things 2008: Maschinelle Songcharts

Es geht weiter mit meinem kleinen popkulturellen Jahresrückblick.
Heute sind die Charts dran, die last.fm ganz automatisch, Tag für Tag aufzeichnet.
Für jeden Zahlenjunkie1 ist das ein Segen. Man kriegt zu allem möglichen Kram Daten geliefert und kann, wenn man denn will, sogar noch weiter in die Tiefe gehen. Man kann Sachen herausrechnen, Statistiken er- und Vergleiche anstellen. Toll!

Im letzten Jahr gab’s zu den last.fm-Listen auch noch meine iTunes-Charts. Leider habe ich bei meinem kürzlichen Umzug auf den Mac meine iTunes-Mediathek neu erstellt, so dass alle Spielanzahlen verloren gegangen sind.

last.fm: Letzte 12 Monate » Songs:
1. MGMT – Time to Pretend Titel (22)
2. Stars – The Night Starts Here (19)
2. Stars – Barricade (19)
2. Donots – Stop The Clocks (19)
5. Polarkreis 18 – Tourist (17)
5. Coldplay – Violet Hill (17)
5. Stars – Take Me To the Riot (17)
5. Jason Mraz – Make It Mine (Album Version) (17)
9. Polarkreis 18 – The Colour of Snow (16)
10. Polarkreis 18 – 130 / 70 (15)
11. Stars – My Favourite Book (14)
11. Stars – The Ghost of Genova Heights (14)
11. Dúné – 80 Years (14)
14. Polarkreis 18 – Allein Allein (13)
14. Black Kids – I’m Not Gonna Teach Your Boyfriend How To Dance With You (13)
14. Stars – Midnight Coward (13)
14. MGMT – Kids (13)
14. The Wombats – Moving to New York (13)

last.fm: Letzte 12 Monate » Alben:
1. Soulwax – Most Of The Remixes… (159)
2. Stars – In Our Bedroom After the War (154)
3. Polarkreis 18 – The Colour Of Snow (110)
4. Jason Mraz – We Sing. We Dance. We Steal Things. (90)
5. Keane – Perfect Symmetry (86)
6. Snow Patrol – A Hundred Million Suns (85)
6. The Beatles – Love (85)
8. MGMT – Oracular Spectacular (80)
9. Black Kids – Partie Traumatic (67)
10. Band of Horses – Cease to Begin (62)
11. Groove Armada – GA10 (61)
12. PeterLicht – melancholie und gesellschaft (59)
13. Digitalism – Idealism (56)
13. Peter Fox – Stadtaffe (56)
15. Justice – Justice (43)2

last.fm: Letzte 12 Monate » Künstler:
1. Soulwax (166)
2. Stars (160)
3. Polarkreis 18 (137)
4. The Kooks (129)3
5. Keane (121)
6. Justice (97)
7. Snow Patrol (95)
8. Jason Mraz (90)
9. The Beatles (85)
10. MGMT (83)
11. Coldplay (80)
12. Digitalism (77)
13. Panic at the Disco (75)
14. Moby (71)
15. Groove Armada (70)

Was bleibt festzustellen?
Songs: Mit großem Abstand schaffte es im letzten Jahr Maxïmo Parks »Books from Boxes« mit 48 Spielungen (dieses Jahr übrigens: 2) auf den ersten Platz der Songs. Da kann MGMTs »Time To Pretend« nicht mal annähernd mithalten — hatte das doch weniger als die Hälfte an Spielanzahlen. Überhaupt habe ich 2008 weniger gleiche Songs gehört: Die Summe aller Spielanzahlen der Top 15 2007 war 345, 2008 war es 270 — ca. 80%. Es treten sehr viele Songs der Stars auf. Allein 96 Hörungen der 280 gesamten gehen auf ihr Konto (ca. 1/3).
Alben: Machen wir direkt mit den Stars weiter. »In Our Bedroom after the War« steht auf Platz 2, taucht aber in meiner manuellen Alben-Topliste nicht auf? Ja! Mein Fehler! Das Album erschien 2007 und ich hab es um den Jahreswechsel gehört. Und kurze Zeit danach — aber darüber hinaus hab ich es viel zu sehr vergessen. Dabei ist es doch so toll! Ist im manuellen Alben-Beitrag natürlich nachgetragen.
Irgendwie scheine ich in diesem Jahr tatsächlich weniger von last.fm aufgezeichnete Stücke gehört zu haben. Bei den einzelnen Titeln taucht der 2008 Anführer »Time To Pretend« in der Alltime-Statistik erst auf Platz 13 auf.
Das müssen wir ändern, Andi.

  1. z.B. … MICH. []
  2. Auf Platz 16 steht übrigens auch Justice mit der Live-Version ihres Albums: Justice – A Cross The Universe (42). Mit diesen Plays zusammen wäre Justice auf Platz 6 mit Snow Patrol. Aber »A Cross The Universe« ist ja weit mehr als eine einfache Liveversion einer Platte. Daher lohnt sich die Aufspaltung hier auf jeden Fall. []
  3. Sind hier hauptsächlich, weil ich neben dem neuen, auch immer noch das alte Album höre. []

Top Things 2008: Alben

Es gehört sich ja so. Das Jahr geht zu Ende und kurz bevor man mit herausschnellenden Sektkorken gegen das mitternächtliche Feuerwerk anzukommen versucht, da macht man sich noch mal Gedanken darüber, wie denn das letzte Jahr so war. Rein popkulturell.
Ich natürlich auch.

Letztes Jahr habe ich noch zeilenweise für jede Platte groß ausgeführt, warum sie mir gefiel.
Mach ich 2008 nicht. Lieber kurz und bündig, zumindest für diesen Teil des Rückblicks — und zumindest meistens.

Das Lustige ist ja: Wenn man so drüber nachdenkt, was man im letzten Jahr gut fand, man tendenziell immer neuere Dinge bevorzugt. Tothörfaktor und sowas.

Wie immer repräsentiert die Reihenfolge zwar grob meinen Geschmack, ist aber nicht als klassische Topliste zu sehen; weiter vorne heißt zwar besser, aber Platz zwei und drei könnten beispielsweise genauso gut vertauscht werden.
Die Links über den Albumnamen sind allesamt Amazon-Partnerlinks.
Noch was?! Nein!

MGMT – Oracular Spectacular
Ist zurecht auf allen wichtigen Toplists entweder im oberen Zehntel vertreten oder ganz oben. Tolle Stücke sind drauf, die erfrischend neu sind. Allen voran natürlich das hervoragende „Kids“ — und die Stücke in ihren diversen Soulwax- und Justice-Remixen. Awesome2. Schade, dass das Konzert von MGMT in Köln so dermaßen langweilig war.

Jason Mraz – We Sing. We Dance. We Steal Things.
Dieser Mann kam irgendwann aus dem völligen Nichts. Mit »I’m Yours« machte er sowas wie einen Sommerhit. Viel besser gefällt mir allerdings Nummer 1 der CD: »Make It Mine«. Easy-listening mit eingänglichen Texten und der wunderbaren Stimme des Herrn Mraz. Könnte ich den ganzen Tag mitsingen.

Fettes Brot – Strom und Drang
Fast völlig vergessen. Anfang des Jahres veröffentlichten die Hamburger ihr neues Album. Tolle Sprachakrobatik mit tollen Rhythmen. Den Anfang machte damals »Bettina, Zieh Dir Bitte Etwas An«, das man entweder schrecklich oder toll fand. Der Beat dazu kam von den Elektronikern von Modeselektor, was für mich heißt … dass ich es entweder schrecklich oder toll fand. Ich war mir da selbst unsicher.

Keane – Perfect Symmetry
Keane ist eine meiner Lieblingsbands. Aber als ich das Album das erste Mal hörte? Ohje! Genauso mit der vorhergeschickten Singleauskopplung »Spiralling«. Beim ersten Hören fand ich’s schrecklich. Aber sowohl »Spiralling«, wie auch »Perfect Symmetry« haben sich irgendwann warmgehört. Ich mag’s.

Polarkreis 18 – The Colour of Snow
Jaaa. Die Jungs aus Dresden sind ziemlich durchgestartet dieses Jahr. Platz-1-Hit mit »Allein, allein« inklusive. Darf ich kurz mal was loswerden? ICH KANNTE SIE SCHON VORHER! Polarkreis 18 sind die einzige Band, von der ich ein Band-T-Shirt im Schrank liegen habe. Vom ersten Album, natürlich. Aber genug des Elitärtums. »The Colour of Snow« ist weniger experimentell und weniger elektronisch als sein Vorgänger, in einem Musikmagazin würde man vielleicht ‚poppiger‘ sagen. Aber das Album ist natürlich trotzdem hervorragend, ich kann’s immer wieder hören und finde es jedes mal spannend. Allein das Schlagzeug bei »Tourist« …1

Black Kids – Partie Traumatic
Klingt sehr kitschig. Die Gitarren, Sänger und Sängerin. Wie aus einem knallbunten Cartoon. Und das gefällt! Herausragend natürlich »I’m Gonna Teach Your Boyfriend How To Dance With You«.

The Kooks – Konk
Das zweite Album um den Menschen, mit der lustigen britischen Vernuschelstimme und dem fetzigen Haarband. Fand ich erst auch gar nicht so gut, aber dann habe ich mich irgendwann reingehört. Bleibt ein Stück hinter »Inside In/Inside Out« zurück, ist aber trotzdem noch sehr hörbar.

Hot Chip – Made in the Dark
Auch eine dieser Bands wie MGMT, die es mit ihrer Mischung von Elektronischem und Pop in den Mainstream geschafft haben. Tolles Album. Das Konzert in Köln fand ich (ähnlich MGMT…) nicht sooo sehr gut, aber etwas sehr Sympathisches habe ich dort festgestellt: Das sind verdammt nochmal alles NERDs!

Snow Patrol – A Hundred Million Suns
Eigentlich sind Snow Patrol mir ja viel zu seicht. Aber dann schaffen sie es doch immer wieder, mit ihren tollen Arrangements und wachsenden Stücken sich in mein Ohr zu spielen. So auch bei »A Hundred Million Songs«. Feststellung am Rande: Kein Stück endet so, wie es anfing.

Peter Fox – Stadtaffe
Seeed mag ich nicht. Peter Fox wohl irgendwie schon. Hip-Hop mag ich nicht2. Peter Fox schon. Macht Spaß zu hören.

Coldplay – Viva La Vida or Death and All His Friends
Coldplay war schon mal besser. War schon mal viel besser. Aber nach ein paar Tagen Einhörzeit ist mir auch mit ihrem letzten Album warm geworden.

Thomas D – Kennzeichen D
Das ist deutscher Hip-Hop, wie ich ihn mag. Gut, Herr D ist von den Fantas, da hat er sowieso schon mal ein Stein in meinem Musikknochen. Aber was er da als Soloalbum abgeliefert hat, das ist interessant und hat tiefgründige Texte.

Mr. Oizo – Lambs Anger
Krawall! Mr. Oizo kennt man noch von »Flat Beat«, mit diesem lustigen kleinen Etwas3, was zum Takt headbanged. Headbanged? Jeder Radiomoderator wäre stolz um diese Überleitung: Mr. Oizo ist jetzt auf dem französischen Ed-Banger-Label, was sich 2007 durch Justice, Uffie und Digitalism einen Namen gemacht hat. Und genauso hört sich der neue Mr. Oizo auch an. Knarztechno-ig. Kurze, kompakte Stücke. Aber alle haben ihr gewisses Etwas, für das man sich jedes Mal ärgert, dass es schon vorbei ist.

The Ting Tings – We Started Nothing
Braucht man nicht viel zu sagen. Eine, der Newcomer-Bands 2008. Einfache Stücke, die umso mehr eingänglich sind.

PeterLicht – Melancholie und Gesellschaft
»Alles was Du siehst gehört Dir« ist ein wunderbarer Song, bei weitem der beste auf dem Album. Aber auch der Rest macht dem Albumtitel alle Ehre. Leicht traurige und depressive, dann aber doch wieder sehr fröhliche Stücke von dem Mann, mit dem unbeschreibbaren Genre.

Deichkind – Arbeit nervt
Deichkind auf dem Southside war das Highlight des Festivals. Wir, bekleidet mit Müllsäcken, um die Wette mit dem Schweiß4 hüpfend — und Deichkind vorne, mit dem Schlauchboot über die Menge hinüber. Unglaublich. »Arbeit nervt« ist zwar nicht so gut wie das Konzert, aber es sticht einfach perfekt in die Deichkind-Nische. Stampfende und simple Beats mit auf-die-Fresse Texten. Toll.

The Killers – Day & Age
The Killers halt. Wahrlich nicht ihr bestes Album, aber allein wegen »Human« muss es hier stehen. Aber nicht zu unrecht zum Schluss.

Nicht 2008 erschienen, aber von mir in diesem Jahr trotzdem sehr häufig gehört und deswegen einen Grund auf erwähnung:
Soulwax – Most of the Remixes5
Mit diesem Album bin ich dann schlussendlich ein Fan von den beiden Belgiern geworden. Unglaublich, was sie aus schon herausragenden Stücken noch herausholen können. Wie sie ihren eigenen Touch einfließen lassen können, ohne dass es langweilig wird oder auch nur ähnlich klingt. I ♥ Soulwax.
Nachtrag, 6. Januar 2009: Als ich in der nächsten Kategorie meiner „Top Things 2008“ die last.fm-Statistiken von mir ausgewertet habe, ist mir aufgefallen, dass ich ein Album einer Band völlig unterschlagen habe: Stars – In Our Bedroom after the War. Ein großartiges, 2007 erschienenes Album, was, fast schon episch, aber eigentlich alles andere als das, ein riesiges Spektrum der Dramatik aufspannt. Es sind so viele tolle Stück drauf! Lohnt sich! Sehr!

Weiter geht’s in den nächsten Tagen. Wenn ich mich von Silvester erholt habe.

  1. Und Polarkreis 18 schaffen es lustiger weise, Deutsch und Englisch zu vermischen, ohne das es albern ist. Respekt. []
  2. Das muss ich revidieren: Ich mag schon Hip-Hop, nur bin ich da seeeehr wählerisch. Aber ich brauchte die Wortfolge für den Vergleich, da war kein großer Platz für „aber“. []
  3. Flat Eric! []
  4. Die Sonne war schließlich durch ein im Weltraum stationiertes Linsenglas auf diesen Punkt der Erde konzentriert — anders war das absolut gute Wetter kaum erklärbar! []
  5. Und damit’s auch mal wo steht, es folgt der komplette Titel: Most of the remixes we’ve made for other people over the years except for the one for Einstürzende Neubauten because we lost it and a few we didn’t think sounded good enough or just didn’t fit in length-wise, but including some that are hard to find because either people forgot about them or simply because they haven’t been released yet, a few we really love, one we think is just ok, some we did for free, some we did for money, some for ourselves without permission and some for friends as swaps but never on time and always at our studio in Ghent. []

Soulwax „Part of the weekend never dies“ online anschaubar

Soulwax machen Musik, und das sogar Dreifach: Als 2 Many DJs, als Soulwax und als Radio Soulwax. Einmal legen sie ziemlich drastisch und wild Musik auf, einmal machen sie sie und dann remixen sie sie.

Die beiden Soulwaxer nehmen Musikstücke auseinander und setzen sie neu zusammen – mit ihrem besonderen Touch. Was raus kommt ist interessant und sehr tolle Musik. Meistens eine sehr fetzige Mischung aus Elektro, House und Knarz-Dance.

Auf ihrer letzten internationalen Tour haben sie sich filmen lassen. „Part of the weekend never dies“ verfolgt aber nicht nur Soulwax auf ihrem Weg durch die Clubs vor und hinter den Kulissen, es werden auch immer wieder Interviewschnipsel von befreundeten Künstlern eingeblendet.
Und diese Doku kann man sich jetzt online anschauen1.
Entweder hochoffiziell bei Pitchfork.TV im Stream, oder aber bei Google Video und nach dem Klick.

Allein das Intro der Doku sollte man sich, ganz gleich seines musikalischen Geschmacks einmal zu Gemüte führen. Tolle Typografieanimation!

Und wer jetzt auf den Geschmack von Soulwax gekommen ist: Anfang des Jahres hatte ich den genialen Essential-Mix von Soulwax bebloggt. Sehr zu empfehlen ist auch „Most of the Remixes …2, eine Zusammenstellung der Remixe von Soulwax – nebenbei auch das Album mit dem längsten Titel.

Wenn jemandem noch ein Weihnachtsgeschenk für mich fehlt: Ich nähm‘ dann einmal einen Konzertbesuch bei Soulwax.3 Egal wo. Das fehlt mir noch auf meiner Konzert-Liste.
[via Nerdcore] Continue reading

  1. Ich hab schon vor ein paar Wochen Teile des Films gesehen. Rockt — und man möchte sofort dabei sein und mit der Menge mitwabern, während einem das Licht blendet und der Bass die Knie zittern lässt. Aber ich schweife ab. []
  2. Amazon-Partnerlink []
  3. Und einmal ärgere ich mich, dass ich nicht in Berlin wohne und heute Abend zu Soulwaxmas gehen kann. []

MGMT: Konzert und Mix

MGMT @ Live Music Hall CologneAm Dienstag war ich in Köln.
In der Live Music Hall.
Und ich habe mir das Konzert von MGMT angesehen1.

Bilder davon habe ich bei flickr hochgeladen.

Die Plattenfirma von MGMT hat einen Mix gemacht mit den Tracks des „Oracular Spectacular“-Albums und noch ein paar mehr. Nicht sooo toll, aber immernoch gut anhörbar. Zumal es gute MGMT-Songs für umme gibt. Also. [via Rivva]

  1. Das Konzert war alles andere als gut. Die Vorband „A Place to bury Strangers“ sollte sich lieber in „A Place to bury your Musical Taste“ umbenennen. 40-minütiges asketisches Herumschrabbeln auf Gitarren und Schlagzeug. Langweilig, schief, sinnlos und bescheuert. Highlight war die zerstörte Gitarre, die leider direkt danach wieder durch ein funktionstüchtiges Modell ersetzt wurde.
    Um 21:06 kamen dann die fünf Jungs von MGMT auf die Bühne. Und es wurd nur halb besser. Alle Songs wurden zu langsam abgespielt, mit Gitarrensoli in die länge gestreckt und allgemein irgendwie verschremmelt. Dabei war der Gesang schlecht abgemischt. Sie schafften es selbst, das so tolle „Time to Pretend“ in der Liveversion dermaßen untanzbar zu spielen, dass mitgehen nach den ersten paar Minuten des Songs keinen Spaß mehr machte. Zur Zugabe kamen die Herren MGMT dann mit „Kids“ wieder auf die Bühne — der einzige Lichtblick des Konzerts. Irgendein Remix wurde dageboten, von Platte wohlgemerkt. Letzteres ist so ironisch wie bezeichnend, für das Konzert — der einzige Track, bei dem das ganze Publikum extatisch herumspringt kommt vom Band, alle livegespielten Songs luden mehr zum Einschlafen und Tennis-auf-dem-Handy-spielen ein, denn zum mitgehen…
    Ja, ich glaube, das war mein schlechtestes Konzert bisher. Schade um MGMT. []

Southside 2008, die Anderen

Meine Meinung zu Platz und Musik habe ich euch schon aufgebrummt.
Aber die ist, in allerbester Blogkultur, natürlich völlig subjektiv1.

Analog zu meinem „Southside 2008, Blogger“-Post, in dem ich versucht hatte, im Vorhinein die Blogger (und Co.) zu sammeln, ist hier eine Liste von Nachbetrachtungen zum Festival abseits der durchgestylten (Presse-)Medien2. Wieder Blogger und flickr-User.

Blogs:
Der Link auf dem Blog geht auch jeweils genau dort hin, der Link im Text darunter geht zum jeweiligen Bericht.

Internet-Presse

flickr und andere Fotoseiten

So, das war’s hoffentlich mit meiner Meta-Berichterstattung.
Und das war’s dann auch mit meiner Berichterstattung. Dies war vorerst der letzte Beitrag zum Thema Southside in diesem Blog (Nicht so laut, sie da, in der letzten Reihe, ich kann sie stöhnen hören!).

Wenn du dich in obiger Liste vergessen fühlst, kein Problem: Ein kurzer Kommentar und ich nehme dich gerne auf.

Aber jetzt erstmal zurück zu den angeschlossenen Anstalten, die sicherlich nichts mit Festival zu tun haben. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

  1. Radiohead waren mit Sicherheit nicht so schlecht, wie ich sie als Nicht-Fan empfunden habe. Und ob Deichkind auch für den Rest der Besucher gerockt hat? Das bezweifele ich… []
  2. Ich habe auch Blogs aufgenommen, die angekündigt haben, über das Festival zu schreiben — ich werde die nächsten zwei Wochen nicht anwesend sein um mein Blog zu bearbeiten… []

Southside 2008, Musikgedanken

Zum ersten Teil meines Southside-Rückblick geht’s hier lang: „Southside 2008, Platzgedanken
Natürlich haben auch ein ‚paar‘ Bands auf dem Southside gespielt.

Donots
Southside 2008: DonotsIch war schlecht vorbereitet: Ich kannte wenig Songs von ihnen. Zu wenig. Der Funke sprang nicht über, auch wenn man dem Frontsänger nicht vorwerfen kann, er hätte es nicht versucht. Von Stück zu Stück wurden Mitgröhlchore eingeübt: „Danke, Lieber Donots, es hat mir sehr gut gefallen.“ – Oder so ähnlich, denn genau wie ich, hatten die meisten im Publikum den Satz wieder schnell vergessen.

Radiohead
Southside 2008: RadioheadEin, wenn nicht der Headliner des Festivals. Die Jungs haben in den letzten Monaten von sich reden gemacht, weil sie ihre Songs über das Internet verschenkten und verkauften. Die Bühnenshow ließ viel erahnen: Von der Decke abgehängt waren dünne Säulen, die über der ganzen Bühne verteilt waren. Während der Show dann leuchteten diese Stangen bunt, im Intergrund wurde atmosphärisches Licht verteilt, auf den Videoleinwänden wurden vier Nahaufnahmen von Bands oder Instrumenten eingespielt. Aber ich fand es langweilig. Damit mache ich mir jetzt keine Freunde unter den Radioheadfans. Die Musik war einschläfernd. Energielos.
Muss nicht sein.

The Kooks
Southside 2008: The KooksWir sind dann etwas früher als nötig zur anderen Bühne abgehauen. Dort spielten The Kooks. Darauf freute ich mich sehr. Wer mein last.fm-Profil kennt, der weiß: Die mag ich.
Frontman Luke Pritchard kam mit Stirnband auf die Bühne und … fetzte! Songs vom neuen, wie auch vom alten Album wurden gespielt, wenn der Herr Pritchard nicht gerade, wahrscheinlich betrunken, seine Lippen an das Mikrofon nuschelte und dem Publikum etwas erzählen wollte. Trotzdem: Die Jungs gingen ab, spielten alle großen Songs.
Erstes Highlight.

Deichkind
Southside 2008: DeichkindDer Samstag startete mit Präparation. Wir wollten zu Deichkind. Am Eingang hatten wir ein paar Müllsäcke extra mitgenommen. Klar, was man in dieser Situation macht: Unser Deichkindkostüm war geboren.
Die Jungs selbst hatten mit großem neonfarbenem Klebeband Buchstaben auf ihre Müllsäcke geschrieben – was könnte es anderes sein als „YEAH“! So betraten sie ihre seltsame Bühne auf der Bühne um sogleich mit tiefen Beats und sinnlosen Texten loszulegen.
Während der einstündigen Dauerjubelei wurden wir Zeuge des wohl abgedrehtesten Konzerts. Nicht nur mit Paddelboot wurde crowd-ge-surft, sondern auch ein großer Wasserring wurde dazu benutzt. Eine große Flasche gefüllt mit Orangensaft (und …?) wurde über der Menge verteilt („Zitze“). Ein Sänger eilte auf den Abmischturm (dicht gefolgt von einem Security, der ihn da direkt wieder runterholte). Und bei dem absoluten Kracher „Yippie Yippie Yeah!“ wurden zwei Trampoline ausgepackt.
Die Jungs machten absolute Party auf der Bühne, das ganze Publikum ging mit. Ich kannte zwar nur ein paar Lieder, aber das war hier völlig egal…
Highlight.

Jan Delay & Disko No 1
Southside 2008: Jan Delay and Disko No. 1Nach Deichkind wurde die Bühne erstmal umgebaut. Pause war ganz gut, immerhin hatten wir mehr als Stunde lang wild getanzt.
Jan Delay und seine hervorragenden Disko No 1 spielten um 22:30 und rockten auch ganz schön. Der Herr Delay spielte einen Kracher nach dem anderen und seine Band unterstützte ihn auf diese perfekte Art und Weise, von der man schon lange vorher gehört hatte. Jan Delay machte Udo Lindenberg so grandios nach, dass wir daran zweifelten, ob auf seiner Platte jemals ein echter Udo gesungen hat.
Zur Zugabe wurde dann der Trompetenbeat von „Put Your Hands Up For Detroit“ zu „Put Your Hands Up For Southside“ umgewandelt, bis schleichend in „Yippie Yippie Yeah!“ gewechselt wurde und ein Deichkind noch mal auf die Bühne kam (und ein Sofa versuchte zu zerstören). Krönender Abschluss für ein sonst hervorragendes Konzert.

The Chemical Brothers
Southside 2008: The Chemical BrothersIn der Umbaupause sahen wir Stück für Stück, was uns erwarten sollte. Eine riesige Technikarmada wurde aufgefahren. Im Hintergrund eine große LED-Wand, dahinter noch ein paar Moving-Heads und ein weiterer (einfarbiger) LED-Teppich. Links und rechts zwei große, ins Publikum gerichtete Laser. Vor der LED-Wand dann drei große Racks, in denen Keyboards und Synthesizer aufgereiht waren. Davor schließlich ein großes Pult, hinter das man schließlich zwei kleine Gestalten verschwinden sehen konnte.
The Chemical Brothers lieferten eine atemberaubende Light-Show ab. Musik und Licht waren perfekt aufeinander abgestimmt. Durch den Nebel trieben sich die Laserstrahlen, während Blitzlicht im Takt des Basses die Augen massierte und riesige Roboter auf der LED-Wand auf das Publikum zu kam. Wow.
Aber die Musik? Zwar nicht in der „Langweilig“-Liga von Radiohead, doch trotzdem: langweilig. Die Beats waren hölzern, ohne Leben und es fehlte auch hier der große Funke, der übersprungen musste.
Schade eigentlich. Aber wenigstens konnten wir was sehen. Was Tolles.

The Wombats
Southside 2008: The WombatsDiese putzigen Tierchen spielten nach Mittag am Sonntag. Drei lustige Jungs und sogar der Schlagzeuger mit Mikrofon (sieht man ja eher selten). Sie spielten gut und toll ihre Songs und verliehen ihnen meistens noch ein Stück Liveindividualität, wenn sie für die Outros wild auf ihren Gitarren herumhauten und sie immer weiter und weiter, fast schon episch, an den Verstärkern rückkoppelten. Zu guter letzt biss sogar der Sänger in ein Keyboard.
Abgedreht, aber sehr sympathisch und gut.

Panic At The Disco
Southside 2008: Panic at the DiscoGanz ungeschminkt und mit fast normaler Frisur traten die Herren in so etwas wie Westernklamotten auf. Passend zum Stil ihres neuen Album also. Auf der Bühne war kein einziger Synthesizer zu sehen, denn sie spielten alle ihre Songs völlig un-elektronisch. Besonders die Stücke des ersten Albums wirkten da etwas anders — aber keines falls schlecht! Ich war erstaunt, wie gut Leadsänger Brendon Urie singen konnte. Es machte Spaß zuzuhören, auch die Band auf der Bühne (und mit ihr das Publikum) etwas verhalten war und nicht recht mitging. Die Pausen zwischen den Liedern füllten sie gekonnt mit einem „So, now, we sing a couple more songs“. Immer wieder…
Trotzdem: Anzuhören war es sehr schön.

Maximo Park
Southside 2008: Maxïmo ParkMaximo Park spielten als letztes auf der Blauen Bühne, lieferten dabei eine solide Show ab. Zwischen den alten Klassikern (von denen ich leider manche nicht kannte…) hörten wir sogar ein Stück vom neuen, upcoming Album. Ich hab keine Ahnung mehr wie es ging.
Der Auftritt war unspektakulär aber gut. Routiniert.

Leider habe ich meinen Dezibelmesser im Handformat vergessen, denn es war überall ziemlich laut. Selbst mit Ohrstöpsel erreichte man eine Lautstärke, die ich normalerweise als „laut“ betiteln würde. Aber so ist das wohl (und leise ist ja auch blöd, irgendwie).

Southside 2008: SecurityLustig waren die Securities, die immer am Rand stehen mit Handzeichen probierten, Menschen auf den Schultern Anderer zum Herunterkommen zu bewegen. Autoritätsverlust pur.

Ein paar mehr / andere Kommentare habe ich zu den Bildern in meinem flickr-Account geschrieben.

Vergleicht man meine Liste der Bands, die ich gesehen habe, mit denen, die ich sehen wollte, dann habe ich es zu vier Bands nicht geschafft. Razorlight, da war ich schlichtweg zu faul. The Notwist haben im Zelt gespielt, was ich mir bei der Hitze nicht antun wollte. Bei Apoptygma Berzerk haben wir gerade unser Lager abgebrochen, ebenso bei Madsen – da habe ich nur das Ende mitbekommen.
9 von 13 vorgenommenen Bands besucht macht aber immerhin knapp 70%. Passt schon.

Southside 2008, ich komme

Letztes Jahr konnte ich mich noch wehren1, doch dieses Jahr sprach kein wesentlicher Grund dagegen. Gut, es wird knapp mit der Ferienfahrt, die ich für eine Woche später organisiere, aber wer früh organisiert ist länger rockbar. Uni habe ich keine2 und den Termin bei der Bundeskanzlerin habe ich an dem Wochenende auch nicht bekommen.
Dieses Jahr wird also in die Geschichte eingehen als das Jahr, in dem ich mein erstes Festival besuchte.


(cc) by Körschgen

Southside ich komme.
Normalerweise werde ich an dieser Stelle immer gefragt: „Southside?“, dann sag ich entweder „Southside verhält sich zum Hurricane wie Rock im Park zu Rock am Ring„, oder aber „das Parallelfestival zum Hurricane, nur eben im Süden“. Das Hurricane kennt irgendwie jeder.

Die Karte liegt schon ein paar Monate bei mir herum, das erste (und, wie es sich gehört, letzte) Planungstreffen ist hinter uns, verschiedenste Fahrtmöglichkeiten durchgesprochen und neugeplant, revidiert und permutiert, die Einkaufsliste aufgestellt und verschiedenste Stellen für’s Trockeneis angefragt. Heute in zwei Wochen geht’s los. Bei sicherlich äußerst strahlendem Sonnenschein.

Neben den wichtigsten Sachen wie Anreise, Campen, Grillen, Trinken, In-der-Sonne-brüten und gemeinsam der Natur lauschen, sind es ja die Nebensächlichkeiten, die so ein Festival sympathisch machen. Zum Beispiel die Hintergrundmusik, die sich auf einem Festival herumtreibt.
Auf der offiziellen Homepage zum Festival hat man eine Liste mit dem Spielplan, Line-Up oder auch timetable (wahlweise auch mit einem Leerzeichen: time table) der auftretenden Bands gestellt. Leider ist die etwas … suboptimal.

Ich habe mal Initiative ergriffen und die Pläne für die drei Tage zusammen in ein Bild geschnitten. Leider als PNG, da sich alle vektoriellen Bemühungen als viel zu aufwändig herausstellten.
Darüber hinaus habe ich mal in grün markiert, welche Bands ich anzusehen gedenke3. Hellgrün heißt in dem Fall, dass ich diese Band gerne sehen würde, ich allerdings nicht kann, weil eine Band, die ich viel mehr gerne sehen würde zur gleichen Zeit spielt.4

Wie sieht’s bei euch aus: Welche Bands wollt ihr ansehen? Wie sieht euer Timetablelineupspielplan aus?

Southside-Time-Table als PNG: Original | Gekürzt.

  1. hat einer meiner Sekretärinnen eigentlich meine fadenscheinigen Gründe notiert? []
  2. pff, und wenn schon []
  3. man beachte diese Formulierung – ich werde mal nachher austesten, welche der Bands ich tatsächlich gesehen habe []
  4. In Worten übrigens: Donots, (Razorlight,) The Kooks, (Patrice,) The Notwist, Deichkind, Jan Delay & Disko No. 1, The Chemical Brothers, Apoptygma Berzerk, The Wombats, Madsen, (Kaiser Chiefs,) Panic at the Disco, (Billy Talent,) Maximo Park (, Digitalism, Foo Fighters). []

Sam Sparro: Album im Netz hören

Seit Tagen habe ich einen Ohrwurm – und meine Nachbarn sicherlich auch.

Cover des selbstbetitelten Albums von Sam SparroSam Sparro geht mit seinem „Black and Gold“ (Hype Machine) nicht mehr aus meinem Kopf heraus. Diese minimalistischen, pumpenden Beats, die mich manchmal an eine futuristische Autowerkstatt erinnern1, untermalt von der souligen, kräftigen Stimme – und dann dieser eingängliche Text. Ganz groß2.

Am Montag erscheint drüben in dem Land, das noch guten Musikgeschmack hat, das Album von Sam Sparro. Sam Sparro. Also das heißt so. Wie er.

Auf NME.com, der Webseite zum Musikmagazin kann das Album (fast?) vollständig angehört werden (etwas weiter unten im „Media Player“). Zwar als .wma, aber die Qualität ist relativ gut.

Für Menschen, bei denen der Player der Webseite nicht funktioniert (wie bei mir), und natürlich für alle restlichen, habe ich eine Playlist-Datei im .m3u-Format3 erstellt, die direkt auf die Streams der Webseite zugreift. Die kann man ganz wunderbar auch aus andren Programmen öffnen und so auch z.B. mit Winamp das Album des Herrn Sparro genießen.
Das ist nämlich wirklich toll.

Wo wir schon mal dabei sind, nur kurz: Auf 3voor12s luisterpaal gibt’s das neue Portishead-Album „Third“ auch für zum anzuhören — darüber hinaus natürlich noch vieles mehr.

  1. dieses Klacken / Seufzen hört sich an wie Hydraulikzylinder auf einer Maschinenstraße []
  2. Und diese Verbindung von soulesken, textintensiven Vocals mit elektronischen Beats wird das nächste große Ding, ich sach’s euch! []
  3. evtl. rechte Maustaste -> „Ziel speichern unter…“ []