Kategorie-Archiv: Film & Serie

Neue Serien des Herbsts 2011

Letzte Woche startete in den USA die neue Seriensaison. Insgesamt werden fast 30 neue Serien anlaufen1. Puh.

Als es vor ein paar Monaten die ersten Trailer zu den Serien gab, zeigte ich euch indirekt durch die Reihenfolge, welche Serien mir hoffentlich gefallen werden – und welche vermutlich großer Schwachsinn sein werden.

Und wie sieht’s jetzt, kurz nach dem Start, wirklich aus?

Das steht bei »Newshows«, einem kleinen Blog, das ich zusammen mit Caro befülle.
Wir besprechen dort die Neustarts und geben, soweit man’s denn nach der Pilotepisode kann, unsere Bewertungen ab. Schaut man sich die Serienübersicht an, sind da auch schon ordentlich welche zusammengekommen.

Meine Highlights sind zum jetzigen, Mitten-Drin-Zeitpunkt2:

Prime Suspect
Toughe Polizistin in Männer-dominierter Crime-Taskforce.
Mag ich wegen der Bilder der Pilotepisode, der (gefühlten) Realitätsnähe und der Hauptdarsteller.

Person of Interest
Ben Linus hat eine Maschine gebaut, die Menschen voraussagt, die irgendwie an einem Verbrechen teilhaben werden. Ex-CIA-Typ hilft ihm in der Exekutiven.
Mag ich wegen dem Potenzial, was Autor und Produzent (Jonah Nolan, J.J. Abrams) mitbringen und bereits in der Pilotepisode zeigen: Schnell, intelligent und vielschichtige Geschichten.

Homeland
Soldat kommt nach acht Jahren Al-Qaida-Gefangenschaft zurück in die USA und ist direkt Nationalheld. Eine CIA-Analystin glaubt dem Braten allerdings nicht und vermutet, die Terroristen haben soeben einen Spion in die tiefsten Reihen eingeschleust.
Mag ich wegen des hohen Anspruchs der Story und der Schauspieler.

Pan Am
Eine Crew von Stewardessen lebt den amerikanischen Traum der 1960er Jahre.
Mag ich, wegen der schönen Bilder und dem Plotpotenzial. Außerdem: Flugzeuge.

Revenge
Frau kommt ins Reichenerholungsgebiet »Die Hamptons« und wird direkt in das soziale Gefüge installiert. Eigentlich ist sie aber da, um genau an diesen Reichen Rache für die Zerstörung ihrer Familie zu nehmen.
Ist eigentlich eines dieser Reichendramas, aber gefällt (vorerst) wegen des Rache-Spins.

New Girl
Zooey Deschanel zieht nach der Trennung von ihrem Freund in eine Männer-WG ein.
Könnte cool werden, weil Deschanel so eine bescheuerte Person spielt. Kann aber auch nerven.

  1. Manche davon allerdings erst zur Mid-Season Anfang 2012. []
  2. Ein paar Top-Kandidaten starten erst noch. []

Sommerserien 2011

»Hey Andi! Ich weiß, eigentlich ist Sommer und die ganzen Serien starten erst wieder Ende September, aber draußen ist so hell und seit ein paar Jahren komme ich mit diesem 3D ohne Brille sowieso nicht mehr so gut klar. Also, Andi, was guckt man im Sommer so?«

Gut, der Sommer samt seiner mitteljahrigen Serien ist fast vorbei, selbst die ersten Serien haben ihre Finale schon gespielt — aber besser spät als nie, was?

Starten wir ausführlich mit den Neustarts dieser Saison, um dann weiter unten kurz auf die auch schon im letzten Jahr laufenden Serien zurückzukommen. Rechts findet ihr ein Inhaltsverzeichnis. Die Ordnung der Serien ist, wie immer, ungefähr einer Top-Liste1 gleich.

Franklin & Bash
Eine Anwaltsserie über, na?, Franklin und Bash. Die beiden Protagonisten üben ihre Profession eigentlich vom Wohnzimmer ihres Hauses aus — zumindest, wenn darin nicht gerade eine Party steigt. Zum Beginn der Serie werden die beiden querulenten Anwälte aber von einer großen, seriösen und erfolgreichen Anwaltskanzlei eingestellt2. Sie sollen frischen Wind in den verstaubten Schuppen bringen. Und das gelingt ihnen sehr gut.

Getragen wird die TNT-Serie von den beiden Hauptcharakteren, die ihre eigenartigen Fälle mit eigenartigen Mitteln gewinnen. Charmant wird da mit der Jury geflirtet, leichtfüßig der Richter mit seinen eigenen Argumenten geschlagen.
Die Serie ist von völlig anderem Schlag als das ebenfalls tolle »The Good Wife«. Weniger Drama, mehr Comedy.
Aber trotzdem gefällt mir Franklin & Bash sehr gut, eben wegen der Leichtfüßigkeit, der Ist-alles-mal-nicht-total-dramatisch-keit.
Die Serie touchiert manchmal die Grenze zur Albernheit. Für manche zu viel. Für mich nicht. Ich finde das Übers-Ziel-Hinausschießen nett und zu der Art Lawmedy3 passend.
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Suits
Puh. Hätte mir jemand vor in paar Monaten berichtet, dass neben dem großartigen The Good Wife und dem nett verquirlten Harry’s Law meine Sommerlieblingsliste nicht von einer, sondern sogar zwei Anwaltsserien angeführt wird, ich hätte ihn vermutlich mit meiner Robe beworfen.
Das USA Network wirbt mit »Characters Welcome« und meint damit die starken Hauptcharaktere4 seiner Serien. Bei Suits ist es nicht anders.
Wie bei Franklin & Bash hat Suits zwei Hauptcharaktere, um die sich die Serie dreht. Hier sind es allerdings keine zwei Komiker, sondern ein junger, intelligenter Hochstapler der von einem zugeknüpften Harvardjuristen als Protegé angelernt wird.
Das Ansehpotenzial ergibt sich neben der Haupdarsteller aus den relativ straight-forward-en, aber intelligent und immer mit Spin gelösten Fällen. Und natürlich dem dunklen Geheimnis, das der Jungjurist mit sich herumträgt5.
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Torchwood (S04)
Sollten laut Überschrift hier nicht nur neue Serien stehen? Wohl wahr. Torchwood läuft bereits in der vierten Staffel. Allerdings ist diese Staffel, wie bereits die vorherige, nur lose mit den restlichen Staffeln verbunden. Man braucht kaum Vorwissen, außer: Torchwood ist ein Spin-Off aus dem Doctor-Who-Universum6, richtet sich an etwas älteres Publikum und begleitet den unsterblichen Captain Jack Harkness beim Kampf gegen das Böse. Um Harkness herum gibt’s Torchwood — eine Art Eingreiftruppe für die besonderen Probleme. Nun, eigentlich gibt’s die, denn, wie wir zu Beginn von Staffel vier erfahren, wurde Torchwood in der letzten Staffel wohl zerschlagen.
Und ab da nimmt die Mini-Serie »Torchwood S04« mit dem Titel »Miracle Day« ihren Lauf. An einem ganz normalen Tag passiert das Wunder: Kein Mensch der Welt kann mehr sterben. Was das alles für Probleme mit sich bringt und wie ein großer Konzern darin involviert ist, das versucht Captain Harkness mit ein paar Ermittlern herauszufinden.
Die Serie ist spannend erzählt und überrascht mit einigen Cliffhangern und Wendungen. Außerdem finde ich die Untersuchung dieses Science-Fiction-esken, »Was wäre wenn?«-Szenarios über das Ausbleiben des Sterbens toll. Klar hat Miracle Day auch seine Schwächen (dieser schreckliche Rex und die teilweise Langatmigkeit, bis zum nächsten Geschichtsschlüsselpunkt), aber alles in allem gefällt’s mir hervorragend.
Ich werde mir sicherlich auch die vorherige(n) Staffel(n) anschauen.
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Beaver Falls
Britische Serie auf E47, bei der drei verplante, nerdige Typen in die USA als Betreuer eines Elite-Sommercamps für die Jugend der reichen und (meistens) schönen gehen. Ganz Teen-Movie-eske versprechen sie sich Freizeit, Rumhängen und heiße Bräute, während sie auch noch dafür bezahlt werden. Es kommt etwas anders: Ihnen wird die Gruppe der dicken Nerds zur Betreuung zugeteilt. Und samt ihrer eigenen Tollpatschigkeit und Probleme ist irgendwie alles doch nicht mehr so rosig.
Ist letztendlich eine Coming-Of-Age-Serie im weitesten American-Pie-Stil. Aber die Briten, insbesondere E4, können so einen ausgelutschten Grundplot locker wieder interessant machen. Beim vorliegenden Exemplar geschieht das auf vielen Ebenen: Die Hauptdarsteller; die liebenswerten Nerds; die dreckige, britische Sicht des amerikanischen Lebensstils.
Beaver Falls muss man nicht gut finden. Kann man, wie Skins oder andere Serien mit Jugendlichen als Hauptdarsteller, als Jugendserie abtun. Muss man aber nicht. Mir gefällt’s.
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Combat Hospital
Ein Krankenhaus auf einer Militärbasis der alliierten Streitkräfte im Afghanistankrieg 2006.
Kein großes Kino, keine vielschichtigen Charaktere, keine ausgetüftelten Geschichten mit plötzlichen Wendungen: Combat Hospital ist eine Krankenhausserie im Krieg mit Soapelementen8. Der Vergleich zu Grey’s Anatomy zwängt sich auf9. Habe ich aber nie gesehen — ich stelle es mir allerdings um einiges soapiger vor als Combat Hospital. Hier gibt’s schließlich keine staffelumspannenden Liebesdreiecksbeziehungen zwischen Schwester Margret, der schwedischen Hausmeisterblondine und Doktor Stefan Frank — das ist doch so bei Grey’s, oder?
Natürlich ist bei Combat Hospital alles furchtbar falsch dargestellt, völlig unrealistisch und irgendwie sowieso10. Aber trotz all dieser Negativpunkte: Die Serie hat ihren Charme. Leichtfüßiges Procedural für den Sommer. Vermutlich muss man mein Mögen allerdings unter Guilty Pleasure abbuchen.
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Falling Skies
Lange Zeit erwartet habe ich dieses Steven-Spielberg-produzierte Post-Alien-Invasion-Drama. Ein Walking Dead des Invasions-Genres. Charakterzentrierter. Und Steven Spielberg!
Nun. Vermutlich war die Fallhöhe einfach zu hoch. Prinzipiell enttäuscht hat mich die Serie jedenfalls.
Wir begleiten Kriegsgeschichtsprofessor Tom Mason wie er in einer mittelgroßen Rebelleneinheit sechs Monate nach der Invasion durch die Amphibienaliens das tägliche Überleben und den täglichen Rebellenkampf bestreitet. Klingt von der Idee ganz gut, oder?
Nun, ausgeführt bei Falling Skies sieht das etwas anders aus. Pathostriefende, ewig lange klavieruntermalte Szenen geben sich die Klinke in die Hand. Die meisten Episoden wirken wie budgetsparende Episode einer Standardserie11, nur zwischendurch passiert tatsächlich mal etwas.
Und das ist auch der Grund, warum Falling Skies nicht weiter unten platziert ist. Trotz all des Pathoskäses blickt irgendwo das Potenzial der Geschichte und das Können der involvierten Parteien durch. Ja, in den letzten Episoden kann Falling Skies sogar mit ein paar Wow!-igen Wendungen aufwarten.
Für die zweite Staffel wünsche ich mir weniger Klavier und mehr Krawall. Aliens und Action. Schnellere Story mit weniger lala.
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Love Bites
Diese Episodenserie12 handelt von lose verbundenen Freunden, die irgendwie ihre Liebe entdecken. Massig Gastdarsteller, ihres Zeichens Hauptdarsteller einer von drei Episoden pro Folge, umgeben ein relativ enges Gespann wiederkehrender Kerndarsteller.
Die Idee der Liebesfindung in Episodenform ist super. Die Geschichten pendeln zwischen ok-kitschig, kitschig, super-kitschig und iiiih-kitschig. Letztere beiden Kategorien kann man sich nur mit Augenzwinkern anschauen13, aber die meisten Episoden sind tatsächlich ganz nett.
Love Bites wurde allerdings abgesetzt. Wenn es auch alles in allem ganz nett war, ich werde es vermutlich nicht vermissen.
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Necessary Roughness
Auch diese Serie ist eine aus der Kategorie »Ganz nett, aber irgendwie…«. Es geht um Dani Santino, Psychologin und frisch getrennte Mutter zweier Kinder. Dani arbeitet von zu Hause aus für das große Footballteam der Stadt und hilft, die mental angeschlagenen Spieler wieder zur Topleistung zu bringen.
Die Idee ist tatsächlich ganz nett, und die ersten Episoden funktioniert das auch ganz gut, aber irgendwann langweilt der immer gleiche Kram doch etwas: Vielverdienende Footballstars mucken, Dani versucht herauszufinden, was los ist, hat ihren erkenntnisreichen House-Moment und alles wird wieder gut.
Noch reicht für mich der Spin jeder Episode, um dann doch noch mal einzuschalten. Aber wenn sich nicht bald etwas verändert, wird die zweite Staffel bei mir nicht mehr ankommen.
Übrigens: Achtet auf das Sportgerät in den Opening Credits. Cooles Easter Egg, oder?
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Wilfred
Die wohl WTF-igste Serie der Saison. Und laut meinen Kriterien zur Beurteilungen von Serien eigentlich eine positive Sache – also warum hier unten? Ähnlich wie bei Necessary Roughness nervt mich das Setting nach der Zeit.
Prämisse dieses Remakes einer australischen Serie14: Der depressive und suizidale Ryan (Elija Wood) soll auf den Hund (Wilfred) der hübschen Nachbarin aufpassen. Als er das tut, stellt er fest, dass Wilfred ein Mann im Hundekostüm ist. Allerdings scheint nur er den Hund so zu sehen.
Die Idee? Großartig. Wie Wilfred sich im Kreis dreht, bevor er sich hinsetzt. Wie er dem Laserpointerpunkt hinterherspringt. Toll. Aber dann ist der Grundton der Serie so lahm! Sie fühlt sich an, als würden nicht nur die Hauptcharaktere dauernd kiffen, sondern auch Produktion und Regie.
Das Fall-der-Woche-Schema mit der immer gleichen Struktur ist auch nach ein paar Folgen ausgelutscht. Ryan undoder Wilfred geraten in Schwierigkeiten, Ryan undoder Wilfred bügeln es aus und sind beste Freunde, Wilfred macht etwas böses.
Liebe Autoren: Nehmt für Staffel zwei doch mal ein bisschen Fahrt auf, dann weden wir wieder Freunde.
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Alphas
X-Men meets CSI. Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten bilden eine Einsatzgruppe zur Bekämpfung von Verbrechen, die von böseren Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten verübt werden. Klingt nicht sonderlich originell, was?
Ist es auch nicht. Man hätte da vielleicht eine gute Genre-Serie draus machen können, aber Alphas ist leider von der Qualität eines durchschnittlichen SyFy-Films. Soll heißen: Platte Charaktere und langweilige Geschichten15, die schon bald nerven.
Ciao.
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Soviel zu den Neustarts. Jetzt, kurz, die bereits etwas länger laufenden Serien.

Burn Notice
Auch in der fünften Staffel wird die Michael-Westen-Show nicht langweilig. Die Showrunner bauen genug Veränderungen ein, dass es neben dem Fall der Woche immer noch interessant bleibt. Gefällt mir immer noch sehr.

White Collar
Fast noch mehr als bei Burn Notice traut man sich bei White Collar große Veränderungen durchzusetzen, bzw. sie ordentlich anzudeuten16. Und auch bei den Fällen der Woche bleibt man kreativ.

Strike Back
Das britische 24. Viel Verschwörung und Action, weniger Patriotismus. Macht Spaß.

The Glades
Bei The Glades kann ich am wenigsten mit dem Finger drauf zeigen und sagen: »DAS gefällt.« Vermutlich ist es Hauptdarsteller Matt Passmore und seine Detektivfigur. Wie dem auch sei: The Glades findet immer noch abgedrehte Fälle in den Everglades und kombiniert sie mit abgedrehter Romantik zwischen den Hauptdarstellern.

True Blood
True Blood ist irgendwie auf dem absteigenden Ast. Die Serie ist toll und hervorragend geschrieben und produziert. Aber vermutlich hat sie sich selbst eine derart hohe Messlatte gesetzt, dass etwas schwächere Staffeln direkt langweilig erscheinen. So zumindest die Aktuelle. Sookie ist fast unanwesend und im Dauerliebesakt mit ihrem neuen Herzensvampir beschäftigt, während vor der Haustür eine Mittelalterhexe um ihre Emmynominierung kämpft. Ist immer noch toll zu sehen, aber früher war alles besser.

Rookie Blue
Die zweite Staffel dieser Polizeisoap ist tatsächlich etwas besser als die erste. Verbrechensbekämpfung mit Persönlichkeit. Gefällt.

Royal Pains
Wunderbar anzusehen, aber doch langsam etwas langweilig, oder? Die Versuche, die Geschichte durch damoklesschwertige Andeutungen potenzieller Zukunftsdramen zu würzen, scheitern am fehlenden Zumpunktkommen. Bitte tu das doch, liebes Royal Pains, dann würdest du mir noch ein bisschen mehr gefallen.

Leverage
Hier fehlt irgendwie die Weiterentwicklung. Der Fall der Woche ist mal schlechter, mal besser, aber das überlagernd gibt es keine wirkliche Geschichte, die die nächste Episode stärker erwarten lässt.

Covert Affairs
Das war mir nach ein paar Folgen zuviel bedeutungsschwerer Tralala. Wird vielleicht noch mal nachgeholt, die Hoffnung habe ich noch nicht aufgegeben.

  1. Gutes zuerst, schlechtes zuletzt. []
  2. Der Chef von »Infeld & Daniels« wird ganz großartig-bescheuert gespielt von Malcolm McDowell. Auch ein absolutes Highlight. []
  3. Habe ich gerade erfunden. Klingt doof, oder? Egal. []
  4. Und die daraus folgende charakter-zentrierte Story. []
  5. Buchrückenmodus. []
  6. Aufgabe: Findet ein Anagramm zu Doctor Who. Und los. []
  7. Dem Kanal von Skins… []
  8. Achtung, Klammersetzung! Eine (Krankenhausserie im Krieg) mit (Soapelementen). Hier bekriegt kein Krankenhaus Soaps. Das wäre ja auch irgendwie doof. []
  9. Krankenhaus + Soap = Grey’s. Oder? []
  10. Ich meine, die Hauptdarstellerin joggt immer. Mit langen Ärmeln. In der Wüste. Seriously? []
  11. Nach ISO-8541, ihr wisst schon. []
  12. Welche Serie hat keine Episoden? Andi, dieser Vollpfosten, ne? []
  13. Vorteil: Man muss durchschnittlich nur 12 Minuten zwinkern. Yeah. []
  14. Originalautor sowie Autor dieser Version ist übrigens Hunddarsteller Jason Gann []
  15. Zu letzterem hat sich auch Eureka hinentwickelt. Schade eigentlich. []
  16. Spoiler: Dass Caffrey nie mit dem Schatz abhauen würde, ist klar — schließlich wäre sonst die Serie vorbei… []

Trailer (fast) aller neuen TV-Shows kommender Saison Herbst 2011

It’s that time of the year again.
In den USA fanden in der letzten Woche die Upfronts statt. Die TV-Sender stellen ihr neues Programm für die kommende Saison ab Herbst vor. Und das heißt: Ganz viel neuer Stoff für uns Seriensüchtige.

Da die üblichen Infoseiten immer so auf Klickzahlen aus sind und jeden Trailer hinter siebunddrölfzig »Weiter«s verstecken, hier wie schon im letzten Jahr meine ultimative Liste aller Trailer für (fiktionale) TV-Serien der nächsten Saison.
Auch wenn ich im letzten Jahr grausam mit meinem Geschmack und der daraus implizierten Erfolgswahrscheinlichkeit daneben lag1, sind die Trailer nicht nach Sendern, sondern nach meiner diagnostizierten »Kann was werden«-heit geordnet. Die interessantesten Serien zuerst, die uninteressanteren danach2.

Dieses Jahr gibt’s sogar noch eine kurze Inhaltsangabe und eine Beurteilung von mir dazu. Umsonst. – Unglaublich.

Wenn ihr findet, dass ich einer Serie unrecht getan habt — sagt mir in den Kommentaren, warum!

Kurzes Trend-Spotting: Goldene 60er, Märchen, lebende Tote, außergewöhnliche WGs, Männer in anormalen Rollenmodellen.
Kurze Gesamtmeinung: Erstaunlich viele Shows dabei, die vom Trailer her ganz ok aussehen. Ich bin gespannt.

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  1. Dass da eine gewisse Unschärfe drauf ist, ok. Aber dass meine Top-Kandidaten dermaßen versagt haben?! Puh. Das war wirklich eine enttäuschende Saison. []
  2. Wie immer: einzelne Plätze sind relativ flexibel, die grobe Einordnung sollte aber stimmen. Natürlich kann ein gut geschnittener Trailer einiges aus einer blöden Serie rausholen (und andersrum). Siehe letzte Fußnote. []

Serienbefund 2011

Bevor ich mir in diesem Frühjahr die Finger wund tippe, hier meine Meinung zu gerade laufenden TV-Serien im triptychon-esken Schaubildstyle. Klick macht groß.

Erklärungen zur Anordnung? Rechtfertigungswünsche? Ab in die Kommentare. Wenn es sich anbietet, mache ich Antworten in Blogposts.

Anmerkungen zur Grafik:
Ich habe nur gerade laufende, amerikanische TV-Serien betrachtet – mit der Ausnahme von Outcasts (britisch).
Bei manchen frisch angelaufenen Serien kann sich die Position durchaus noch ändern, das ist eine »as of now«-Aufnahme (insb. »The Chicago Code«).
Chuck ist in Klammern, weil’s gerade durchgerutscht ist. Aber vielleicht hole ich die Serie noch mal auf (sonst wäre sie hier gar nicht aufgetaucht).

Kriterien zur Beurteilung von Serien Teil 2

Beschäftigten wir uns ins gestriger, erster Episode noch mit einer speziellen Kategoriegruppe und allgemeinen, schnell (aber auch oberflächlich) zu bewertenden Form-Kriterien, geht’s heute ans Eingemachte. Inhaltliche Kriterien.
Manche derer sind ein »best try« — ich habe versucht, sie möglichst allgemeingültig zu formulieren. Schimpft ruhig in die Kommentare, wenn ihr anderer Meinung seid. Oder wenn ihr andere Ideen habt!

Inhalt-Kriteriengruppe

Etwas schwieriger festzustellen als die Form-Kriterien sind Qualitätskriterien, die sich auf den Inhalt beziehen. Entgegen von Form-Methoden, wie z.B. der Messung der Episodendauer (asymmetrisches Möven-Modell) oder dem Abzählen genutzter Kraftausdrücke (»Fuck!«-Anteil), müssen hier nämlich Episode / Staffel / Serie bis zum Ende geschaut werden um eine Aussage treffen zu können. Und wenn man erst am Ende von 42, 1008, 50821 Minuten merkt, dass die Show in differierenden Teilen Quatsch war, dann ist das Ärgerungspotenzial sichtungsabhängig mitunter groß.
Ebenfalls ist die Quantifizierung von Qualitätskriterien dieser Gruppe relativ schwer.

Die Nerdskala — Authentizität des verwendeten Computer-Equipments

Ein Wespennest voller Fettnäpfchen bilden Computer in TV-Serien. Die größten Fehler, die eine Serie begehen kann, nach Schlimmheit auf der Nerdskala sortiert (schlimmstes zuerst):

  • IPs from Hell — IP-Adressen der Form 521.453.2541.852. Eigentlich gar nicht so wild; das wissen sowieso nur die Supernerds unter den Zuschauern und dann sind’s ja auch nur ein paar Zahlen, was? ABER VERDAMMTE AXT, das ist so schlimm, weil es so simpel ist! Liebe TV-Produktion, IP-Adressen bestehen aus vier Zahlen, wobei jede unter 256 sein muss. TV-Serien, die IP-Adressen from Hell benutzen, wollen cool, credible und am Zahn der Zeit sein, nehmen den Zuschauer aber nicht ernst genug, um auch nur 5 Sekunden Recherche zu betreiben. Großer Nerdskalenfail.
  • Superhackers. Serien, die Hacken mit Stricken oder gar Klopapierfalten verwechseln, befinden sich unten auf der Nerdskala. Ist die Dauer eines Hacks eines Firmennetzwerks kleiner als 5 Stunden2, so rutscht die Serie auf der Nerdskala 100/t_Hack hinab. Gleiches gilt für das Knacken von Tür-Code-Schlössern durch das Vorhalten eines lustigen Geräts. Das macht einfach keinen Sinn.
  • Betriebssysteme. Zum Beitritt in die Kategorie »gewollt, aber nicht gekonnt« führt häufig der Versuch, ein Nicht-Standard-Betriebssystem3 zu verwenden. Serien erhalten allerdings instantan ein +20-Level-Up auf der Nerd-Skala, wenn sie ein Nicht-Standard-Betriebssystem vernünftig und konsistent verwenden (Beispiele: Fringe, Hawaii Five-0).
  • Logoretusche. Entfernt eine Serie das Logo des Computers / Handys — und das ist meistens der Apfel auf der Bildschirmrückseite eines MacBooks — macht sich damit ein wenig lächerlich. Jeder weiß, was hinter dem Aufkleber zu sehen ist. Jedem fällt’s auf. Nicht positiv. Logoabstinenz hat für mich immer den Beigeschmack, am Zahn der Zeit bleiben zu wollen (wie bei den IPs from Hell), aber bloß keine kostenlose Werbung für den Ersteller des Produkts zu machen. Kommerz at its best. Und das mag ich nicht.

Wichtig für Serien, die sich auf dem Feld der hochfrequenten Benutzung von Computer-Equipment bewegen, ist allerdings ein Meta-Attribut der Handlung: Meint die Serie das ernst? Beispiel: Chuck ist von der Prämisse her bereits so over the top, dass dort durchaus ein Tür-Code-Schloss durch Steinauflegen homöopathisch geknackt werden darf. Leverage bemüht sich ebenfalls kein Stück, irgendwie authentisch zu sein.

Haupdarsteller in Love

Ein ungeschriebenes Gesetz der Serienwelt lautet: Besitzt eine Serie in der Hauptdarstellerriege einen weiblichen und einen männlichen Charakter, so ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie liiert sind. Die Dauer bis dahin sagt viel über die Qualität der Serie aus, ebenso das Handling der Laison (siehe Schondagewesen-Element).
Es geht sogar einen Schritt weiter: Ist das Paar wieder zerbrochen, ist die Re-Liierung von ihnen ein Serien-Ausschlusskriterium4. Es wird der Beigeschmack erweckt, die Autoren haben nichts mehr im kreativen Hut, als Partneroszillation oder gar -freudenhausisierung. Der Grund, warum Gossip Girl (oder andere Inkarnationen der geheimen The-CW-Protoserie) über eine Staffel hinaus bei mir nicht mehr funktionierte.
Ausnahmebeispiel: Fringe.

Ungestopfte Storylöcher

In Zeiten immer monumentaler Serienspektakel mit immer größeren Mysterien und immer dickeren Actionszenen vergessen die Autoren leider immer noch, dass auch das vermeintlich Simpelste, die Story, Sinn ergeben muss. Neben der bereits genannten Storystringenz gibt es da das Kriterium der Anzahl offener Storylöcher.
Ein befriedigendes TV-Erlebnis (und damit eine gute TV-Serie) kann nur dadurch erzeugt werden, dass der Rezipient am Ende einer Serie die Möglichkeit hat, die Story bis ins Detail zu verstehen. Mysterien mögen zur kurz- und mittelfristigen Zufriedenstellung durch Wow!-induzierte Substitutionsbefriedigung beitragen, aber langfristig hilft nur ein Verstehen möglichst vieler Details. Sonst macht die Serie den Anschein von Nicht zu Ende gedacht und Gewollt, nicht gekonnt.
Beispiel: Lost und viele zu früh abgesetzte Serien.

Spin-Anteil des Schondagewesen-Elements5

Neue Dinge erfinden ist aufwändig. Neue Dinge erfinden, die dazu noch gut sind, ist einige Größenordnungen aufwändiger. Verständlich also, dass man sich bei der Produktion einer Serie an Elementen bedient, die sich bereits bewährt haben. Das können kleine Details, wie auch komplette Prämissen sein. Das ist völlig legitim6.
Wichtig für eine gute Serie ist der Spin-Anteil dieser Schondagewesenheit. Wie stark wird Bekanntes verändert, mit üblichen Klischees gebrochen, die Genre- und die Eigen-Prämisse (siehe Prämisse) verändert und erweitert und dadurch neues Interesse geweckt? Das wohl subjektivste Kriterium dieser Liste, da es stark auf dem Seriengrundwissensschatz des einzelnen Rezipienten beruht.
Beispiel: How I Met Your Mother

Charakterstärke und -entwicklung

Auch ein Trend, den man zum Glück immer mehr sieht: Starke Charaktere. Wenn der Hauptcharakter über interessante Züge verfügt (und sei es seine Gemeinheit/Verschlossenheit) kann das viel zur Güte einer Serie beitragen.
Da dieser Umstand oft gegeben ist (und tatsächlich häufig vernünftig umgesetzt ist7 ) sei hier noch das Kriterium der Charakterentwicklung erwähnt. Ein Charakter wird interessanter, wenn der Rezipient an seiner Entwicklung teilnimmt. Dinge, die sich an seiner Persönlichkeit ändern. Dinge, die er im Verlauf der Serie anders sieht.

Prämissenkriterien

Jede Serie besitzt als Alleinstellungs- und Abgrenzungsmerkmal gegenüber anderer Serien eine gewisse Prämisse. Innerhalb der Prämisse entwickelt sich eine Story.
Über die Pionierhaftigkeit der Prämisse hinaus (siehe Spin-Anteil des Schondagewesen-Elements) gibt es noch mehr Qualitätskriterien die Prämisse betreffend:

  • Monozentrie der Prämisse
    Die Serie ist um einen zentralen Punkt der Prämisse aufgebaut. Das kann zu einer ganz großartigen Serie führen, oder aber auch schnell großer Quatsch werden. Zwei Gedankenexperimente zu möglichen monozentrischen Storylines:

    • Dynamische Monozentrie: Das zentrale Ereignis / die zentrale Person (also: die zentrale Prämisse) steht zwar im Mittelpunkt, verfügt aber über hinreichend Dynamik in der zeitlichen Entwicklung um die Geschichte interessant zu gestalten. Autoren nutzen das mühevoll, aber detailreich aufgebaute Monozentrum der Geschichte, bauen Untergeschichten herum (siehe Subprämissenfluktuation) und entwickeln es gleichzeitig intelligent und konsistent weiter.
    • Statische Monozentrie: Autoren machen Nichts des oben Erwähnten, sondern Ruhen sich auf ihren tollen Idee aus. Das Monozentrum ist statisch und bald schon zu Ende erzählt. Meist wird das irgendwann durch sinkende Zuschauerzahlen bemerkt und ein Reanimationsversuch gestartet, der klassischer weise in die Hose geht.

    Unter den monozentrischen Storys sind im allgemeinen die dynamischen als positiv anzusehen. Es gibt sicherlich Gegenbeispiele, aber als erste Abschätzung soll das genügen.
    Positives Beispiel: Fringe, The Good Wife.

  • Prämissenschildkrötität
    Die Prämisse der Serie ist ein Ereignis (/eine Person), das in der Ferne liegt. Durch Geschichtsschlüsselpunkte nähert man sich Episode für Episode dieser Ferne an. Hat man das subjektive Empfinden, dass die Geschichte trotzdem auf der Stelle tritt, nicht aus den Füßen kommt, dann ist dieser Umstand als Prämissenschildkrötität zu bezeichnen. Und schlecht.
    Beispiele: Lost (vor den letzten Staffeln), FlashForward, The Event.
  • Subprämissenfluktuation
    Das Kriterium existiert nur bei Serialserien und vereint zwei Dinge: Es existieren Subprämissen und diese ändern sich (ähnlich der Monozentrie, aber nicht identisch). Die Hauptprämisse existiert als stetig vorhandenes, alles überschattendes Element. Von dieser Hauptprämisse motiviert werden Untergeschichten ausgegliedert, die mehr als eine Episode andauern8. Die Subprämisse hat Auswirkungen auf die Hauptprämisse und führt nach Vollendung (meist durch Geschichtsschlüsselpunkte) zu einer nächsten Subprämisse. Auch mehrere Subprämissen können gleichzeitig, mehrschichtig, verfolgt werden, daher diese Namenwahl.
    Serien, die die richtige Balance zwischen Haupt- und Subprämissen hinkriegen, sind mir der liebste Kompromiss aus Procedrual und Serial — manchmal sogar besser als reine Serialserien (wenn es sie denn nach dieser Definition der Subprämisse überhaupt noch gibt).
    Beispiele: Fringe, Burn Notice (obwohl hier auch etwas Schildkrötität reinkommt).
  • Geschichtsschlüsselpunkte
    Geschichtsschlüsselpunkte sind Punkte innerhalb der Story, die diese merklich und unter Auswirkungen für die Zukunft ändern. Sie schließen Geschichtsbögen ab und sind hinreichend Wow!-ig. Eine gute Serie versteht es auf die Geschichtsschlüsselpunkte hinzuarbeiten und diese dann mit einem lauten Knall zu präsentieren, häufig (und besonders gut) mit einem unerwarteten Twist.
    Beispiel: Fringe.

Grand Finale, Intermediate Finale

Geschichten möchten zu Ende erzählt werden. Und wenn eine Serie den Aufwand betreibt, den Zuseher in eine fremde Welt zu befrachten, dann sollte diese Welt auch vernünftig zu Ende erzählt werden. Bei kompletten Serien findet das im großen Finale am Schluss statt, bei Storybögen in Zwischenfinalen, die einen Geschichtsschlüsselpunkt darstellen sollten. Hier kommt alles auf die Inszenierung, das Tempo und die Hinarbeit an. Ein gutes Finale verbindet verschiedene Handlungsstränge, die der Rezipient bis dahin als unabhängig annahm, und lässt sie mit Twists in einigen Wow!-Momenten kulminieren. Die Untergeschichte wird abgeschlossen, kreiert dabei einen neuen, großen Cliffhanger, der in der nächsten Staffel aufgegriffen wird und dort als Anschlusspunkt fungiert.
Obiges gilt für Zwischenfinale; bei einem Serienfinale (dem Grand Finale) sollte es weder Cliffhanger am Ende, noch neue oder alte offene Fragen geben. Am Ende einer Serie besitzt ein Seher alle notwendigen Informationen zum Gesamtverständnis des Seriengeschehens.
Serien, die sich nicht an die Konzepte von Grand und Intermediate Finale halten, sind blöd. Solche, die am Ende ihres Seriendaseins mit halbgaren Antworten den Serienschauer selbst über wichtige Inhalte entscheiden lassen, sind äußerst blöd. Das ist zwar intelligent und echt toll von euch, liebe Autoren, und ihr seid total wunderbare Künstler, aber zum Abschluss möchte ich eine echte Antwort. Kein Weichgespülerkram.
Beispiel für hervorgendes Zwischenfinalisieren: Fringe.
Beispiele für ok-e bis blöde Endfinale: Veronica Mars, Lost.

  1. Lost. []
  2. Ein frei erfundener Wert. Ich hab doch keine Ahnung. []
  3. Und das ist im Serienfall ein 2-Tupel aus Windows und Mac OS X. Linux hat verschwindend geringe Einsätze in TV-Shows. []
  4. Zumindest, wenn sie innerhalb der nächsten zwei Staffeln stattfindet []
  5. Alternativtitel, der durch die Antiphysikqualitätskontrolle fiel: Spin-Anteil bei Projektion auf die Schondagewesenen-Ebene. []
  6. Die Freizeitphilosophen unter den Lesern könnten hier die Natürlichkeit dieser Sache diskutieren. Evolution und so. Ihr wisst schon. []
  7. Wobei das ein anderes mögliches Problem eröffnet: Wenn sich die Story zu sehr auf den Charakter verlässt und die Story darunter leidet (eine Art monozentrische Prämisse, siehe unten). []
  8. Sonst wären sie der Fall der Woche, der Proceduralanteil der Serie []

Kriterien zur Beurteilung von Serien Teil 1

Nachtrag: Hier geht’s zum zweiten Teil!
»Du, Andi, sag mal: Wie bewertest du eigentlich immer die ganzen Serien, die du guckst?«
»Gut, dass du fragst! Ich mache das anhand von Tabellen mit Zufallszahlen. Außer wenn die aufgebraucht sind, dann mache ich das mit folgenden Kriterien.«

Willkommen zum ersten Teil »Serienkritisieren mit Andi«. Heute widmen wir uns erst einer speziellen Gruppe von Kriterien, der Kabel-Kriteriengruppe, und dann den Form-Kriterien. Der große Block der etwas ernsteren Inhalt-Kriterien kommt morgen. Ihr dürft euch freuen.

Die Nichtamerikanisch-und-Kabel-Kriteriengruppe

Jedes Jahr geben die großen Sender (CBS, FOX, ABC, NBC, The CW) eine unübersichtliche Menge neuer Serienproduktionen in Auftrag. Mit einer Schrotflinte wird hier Masse auf den TV-Markt geschossen, unter der Hoffnung, irgendeine Serie finde ja schon ihr Ziel.

Andere Sender abseits der großen fünf machen es sich da nicht so leicht. Mögliche Gründe: Der Sender verfügt nicht über soviel Kapital und jede Serienorder muss gut überlegt sein (Kabel). Die Leute haben einfach was drauf und sind cool. Prestige. Die Zuseher bezahlen direkt dafür und erwarten Hochqualitatives (Pay-TV). Der Sender ist traditionell bekannt für sein Ausprobieren — und fährt gut damit (UK-Sender).
Diese Randgruppen-Serien sind zu einer höheren Wahrscheinlichkeit gute Serien, im Vergleich zu Serien der großen fünf.

Drei Kriterien um eine Stichprobe schnell auf die Zugehörigkeit dieser Gruppe zu testen.
Achtung: Alle Kriterien sind nur ein Indikator für eine gute Serie. Nur weil die Serie exakt 42 Minuten lang ist, heißt das noch nicht, dass sie per se schlecht ist. Hier werden Wahrscheinlichkeitsaussagen gemacht. Man könnte sagen, das hier ist die Quantenmechanik der Serientypisierung.

»Fuck!«-Anteil

Wie oft wird das Wort »Fuck« verwendet? Werte größer eins sind hier bereits ein guter Indikator.

Asymmetrisches Möven-Modell zur Episodendauer

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Anhand der oben angezeigten Grafik lässt sich über die Episodendauer eine grobe Abschätzung auf die Qualität geben. Aufgrund der Form bezeichne ich diese Verteilung als asymmetrisches Möven-Modell. Eine grobe, lineare Näherung des Modells besagt: Je weiter die Episodenlänge von der 42-Minuten-Marke entfernt ist, desto wahrscheinlicher ist die Serie »gut«, desto höher ist ihr Qualitätspotenzial.

Dauer und Aufwand der Titel-Sequenz

Besitzt die Serie eine aufwändig produzierte und lange Titel-Sequenz? Hier möchte der Showrunner seiner Serie einen »artsy«, einen künstlerischen Touch geben. Vermutlich, weil er wirklich was drauf hat. Oder gut beraten wurde.

Form-Kriteriengruppe

Neben inhaltlichen Kriterien, die im nächsten Teil Erwähnung finden werden, gibt es auch Formelemente einer TV-Show oder -Episode, die über deren Qualität Ausdruck geben können.
Manche hier erwähnte Kriterien sind sowohl Form, als auch Inhalt. Sie stehen in dieser Gruppe, weil a) der Formanteil überwiegt, b) mir danach war oder c) Zuckerwatte.

Involvierte Meta-Ebenen

Wie viele Meta-Ebenen besitzt die Show? Ist sie / geht es um eine Show-in-Show? Und zeigt sie manchmal eine weitere Show? Werte größer eins sind bei der Meta-Ebenen-Anzahl bereits ein hervorragender Indikator.
Beispiele: 30 Rock, Community

Keine Minimalmimik: Anzahl der Gesichtsausdrücke des Hauptdarstellers

Ein guter Hauptdarsteller1 sollte mehr als einen Standardgesichtsausdruck vorweisen können. Um statistische Fluktuationen zu Berücksichtigen, ist die Anwesenheit von drei Gesichtsausdrücken des Hauptdarstellers ein guter Indikator für eine Serie mit Gutpotenzial.
Beispiel für Minimalmimik: FlashForward, 242

WTFität

Schafft es die Serie auch nach mehreren Staffel, durch Wow!- und WTF!-Momente den Rezipienten in lange nicht, oder noch nie besetzte geistige Anregungszustände zu versetzen, ist die Serie als »gut« anzunehmen.
Beispiel: Californication.

Storystringenz

Zum Glück leben wir mittlerweile in einem Zeitalter, in dem eine Show extra Praktikanten besitzt, die darauf achten, dass aus Äpfeln keine Birnen werden. Wenn auch bei Requisiten manchmal noch ein Tausch im Szenenwechsel stattfindet, ist im Big Picture meist alles stringent. Trotzdem darf dieser Punkt nicht fehlen.
Sonderfall: Pausierte Storystringenz, siehe Procedural-Serial-Interferenz.

Procedural-Serial-Interferenz

Meine persönliche Vorliebe liegt bei Serial-Serien, also bei solchen Serien, die eine episodenübergreifende Handlung besitzen. Die andere Sorte von Serien ist die der Procedurals: ein Fall der Woche, für den sich die nächste Episode so wenig interessiert wie die vorherige.
Neben dieser persönlichen Vorliebe (die ein eigenes großes, allerdings subjektives Qualitätskriterium bildet) kann es zu unschönen Überlagerungen von Serial- und Procedural-Elementen einer Serien kommen — denn moderne Serien haben in unterschiedlichen Ausmaßen so gut wie immer einen Anteil von beidem.
Da gewöhnt man sich an einen kleinen episodenübergreifende Handlungsbogen, nur um ihn dann für ein paar Episoden auf’s Abstellgleis gestellt zu sehen, weil die Autoren gerade mit drei guten Procedural-Büchern um die Ecke kamen. Episch aufgebaute, überlebenswichtige, offene Fälle verschwinden nach einer Episode (meist: Pilot- oder Finalepisode) im Giftschrank. Und werden erst später wieder ausgegraben. Schlechter Stil. Ich nenne das die pausierte Storystringenz.
Beispiel: Hawaii Five-0 2010, How I Met Your Mother, The Mentalist, Castle
Kennt ihr über pausierte Storystringenz hinweg noch mehr Procedural-Serial-Interferenzen, bei der die Überlagerung schlecht für die Serie ist?

Openings

Die Anwesenheit von Szenen vor der Titel-Sequenz deuten auf eine gute Show hin. Das ist allerdings ein äußerst schwacher Indikator, da so gut wie alle modernen Serien über solche Opening-Sequenzen verfügen3. Wenn ich genauer drüber nachdenke, ist dieser Indikator Quatsch.

Die Regel der ersten beiden Episoden

Die Standardvorgehensweise nach ISO 2135 zur Begutachtung neuer Serien ist die initiale Qualitätsfeststellung nach Sichtung der Pilotepisode — zumindest wenn bereits vorher durch Reviews, Tweets oder andere Halunken ein gewisses Grundinteresse geweckt wurde.
Wichtig (aber gemeinhin unterschlagen) ist allerdings, dass zur Qualitätsbeurteilung auch die zweite Episode zu Rate gezogen wird. Denn die Zweite ist in Wirklichkeit die erste Richtige.
Klingt dumm? Pilotepisoden werden mit einem Großteil des Budgets einer Standardepisode gedreht, müssen Charaktere einführen, die Prämisse etablieren sowie eine überlagerte Story of the Week erzählen. Auch wenn in die Episode vermutlich soviel Arbeit gesteckt wird, wie sonst selten, klappt das ebenso häufig: selten. Denn oft übernehmen sich die Autoren (die für die Pilotepisode häufig aus einem Ein-Personen-Team bestehen, nämlich dem Showrunner) und schaffen Nichts des Anvisierten. Erst die zweite Episode einer Serie ist so, wie auch der Rest der Show sein wird. Daher verdient eben auch die eine Chance auf Sichtung.
Beispiel: Harry’s Law4.

Im zweiten, Inhaltsteil werde ich euch u.a. die Nerdskala Nahe bringen, werde euch über Spinzustände berichten, die Prämissenschildkrötität einführen und von Monozentrie berichten. Yeah.

  1. Geht auch für weibliche Hauptdarstellerinnen. Ist klar. []
  2. Gleichzeitig allerdings auch ein Gegenbeispiel, die Jack-Bauer-One-Man-Show war nämlich lange Zeit gut. []
  3. Und die, die es nicht tun, trotzdem gut sind. []
  4. Die Pilotepisode fand ich krude, verwirrend und ziellos. Erst die zweite Episode zeigte, wo die Serie hingehen wird — und das gefiel mir genug zum Weiterverfolgen. []

Links zu Interpretationen des Serienfinales von Lost

Update 25.5., 21:30: Zwei Links der Liste hinzugefügt (DarkUFO x 2).
Update 27.5., 12:00: Link zu Hitfix hinzugefügt.

Fand ich auf Twitter noch eloquentere Worte, möchte ich das Serienfinale von Lost an dieser Stelle mit einem einzelnen Wort zusammenfassen: WTF!?.

Das Finale war all das, was wir uns gewünscht haben und zugleich das Gegenteil. Es beantwortete Haufen von Fragen und Mythologien – und gibt der gesamten Serie im allabschließende Finale-Finale ein völlig neues, altes, wtf-iges Thema.

Es ist so verwirrend, dass ich mich selbst außer Stande sehe, eine schlüssige Interpretation abzugeben. Das ist schade. Aber für sowas gibt’s das Internet, in dem sich schließlich eine Reihe Nerds herumtummeln, die neben Zeit zum Schauen der Lost-Folgen und zum Auswendiglernen der Lostpedia auch noch über genug Kreativität verfügen, schlüssige Zusammenhänge zwischen Pilot: Part 1 und The End zu finden.

Hier möchte ich sie sammeln.

Achtung. Folgende Liste kann Hochgradigkeit von Spoilern enthalten.

Und jetzt ihr: Habt ihr Links zu Interpretationen? Oder gar selbst welche? Ab damit in die Kommentare!

  1. Ja, fast die besten bisher. []
  2. Uff. Das ist mir zu lang. Hab’s noch nicht ganz gelesen. Kommt noch. Vielleicht. []

Trailer (fast) aller neuen TV-Shows kommender Saison Herbst 2010 (NBC, FOX, ABC, CBS, The CW)

Diese Woche sind in den USA die Upfronts: Die großen TV-Sender stellen ihren Werbekunden und der Öffentlichkeit ihr neues Programm für das im Herbst startende TV-Jahr vor. Die bei den Produzenten1 bestellten TV-Shows kommen so erstmals richtig ans Tageslicht.

Die Trailer zu den Shows sind an vielen Stellen verteilt. Selbst bei den Serienüberblickseiten muss man sich bilderklickstreckengleich durch eine Reihe von Seiten durchklicken.

Deswegen: In dem Post sind alle bisher veröffentlichten Trailer eingebunden. Teils von den offiziellen Network-Seiten, teils von YouTube.
Bisher haben fast alle großen Sender ihr Programm vorgestellt. Als kleinster großer Sender fehlt nur noch The CW2. Aber, seien wir mal ehrlich, zu 85% wird das sowieso wieder nur die fünfhundertste Lorentztransformation von 90210 Unexpected. Werde die Trailer bei Zeiten hinzufügen. Trailer sind dabei.

Trends 2010? Neue Superhelden, viel Coming-of-Age- und Marriage-Kram, Rückkehr der klassischen Freunde-unterhalten-sich-über-ihr-Liebesleben-(und-schlafen-miteinander-)Sitcoms, Urban-Crime-Dramas (Detroit / Chicago; Hawaii Five-O), neue Ansätze bei Law-Procedurals.

Grob sind die Clips nach meinem Gefallen geordnet: Oben steht das, was mir gut gefiel, unten das, was mir nicht so gut gefiel. Alles ist als Tendenz zu verstehen und natürlich nur basierend auf dem, was der Trailer zu bieten hatte3.

Update, 21. Mai: Clips4 der beiden neuen The-CW-Shows »Nikita« und »Hellcats« eingebaut.

Side Note: Wie das physikBlog hat diese Seite nun am Ende jedes Postings auch Facebook-Like- und Flattr-Button.

Et Voila, es folgenden 31 33 Trailer:

The Event (NBC)

Undercovers (NBC)

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  1. Jaja. Im weitesten Sinne »Produzenten«. Das sind natürlich riesige Produktionsfirmen, die dahinter stecken… []
  2. Kommt heute/morgen. []
  3. Und man merkt, was schon ein guter Schnitt ausmachen kann… []
  4. Wohl keine wirklichen Trialer… []