Kategorie-Archiv: Leben im All

Alles mit und über extraterristischen Leben

Erstmals Licht von zwei Exoplaneten analysiert

Zuerst in der BiLD-Zeitung, dann hier im Blog.
Gut, das lag nicht daran, dass die BiLD besonders schnell recherchiert, oder vielleicht sogar richtig, nein, das lag nur an meinem Urlaub.
Zwei amerikanische Wissenschaftlerteams schafften es unabhängig von einander, das Licht zweier Exoplaneten, also Planeten anderer Sonnensysteme erstmals direkt zu analysieren. Da wäre zum Einen TrES-1, 500 Lichtjahre von der Erde entfernt, und zum Anderen HD 209458b, seinerseits ’nur‘ 150 Lichtjahre entfernt.
Nachdem beide Planeten durch übliche, indirekte Methoden als existent erklärt wurden, wurden sie mit Spitzer untersucht, im Infrarotbereich, aus diesem Grund gibt es auch keine klassischen Fotografien der Planeten. Untersucht, einmal als sie vor ihrem Zentralstern, und einmal als sie hinter ihm waren. Die Analyse gibt den Forschern zwar keine schönen Bilder, aber Informationen über diese Planeten (erstaunlicherweise nicht über Gott…), so handelt es sich um „Hot Jupiters“, Planeten in Jupitergröße mit einer allerdings aufgrund ihrer Nähe zu ihrem Stern wesentlich höhren Tempertur von bis zu 800C.
Für Wissenschaftler ist die Fotografie dennoch ein „Meilenstein“.
Wenn die gewusst hätten

Gletscher auf dem Mars

In der Nature sind drei Berichte über den Mars erschienen.
In allen geht es um Eis auf dem Mars.
Wissenschaftler sind zu der Überzeugung gekommen, dass der Mars neben einer vulkanaktiven Zeit auf eine gletscherreiche Vergangenheit zurückblicken kann. Überall sind Spuren von Eruptionen erkennbar. Von den Polkappen hin zum Äquator zeigen sich von der Erde bekannte Spuren von Gletschern.
Es gab also Mengen an Eis, und damit auch Wasser. So wird ein Nord See großes Eis Gebiet am Äquator vermutet.
Wohin das Wasser allerdings ist, da ist man sich noch nicht sicher. Früher dachte man, das Wasser sei als Gas in die Atmosphäre und dann ins All ausgetreten. Aber die neuen Erkenntnisse sprechen dafür, dass es immernoch einiges an Wasser auf dem Mars gibt. Unterirdisch wahrscheinlich. Genau das richtige für MARSIS also.
Gleichzeitig belegen alle Theorien, dass der Mars in jüngster Vergangenheit, soweit man das im Weltraummaßstab sagen kann, sehr aktiv gewesen ist. Gletscher bildeten sich, Gletscher schmolzen. Wahrscheinlich durch eine Veränderung der Neigung der Rotationsachse.
Es spricht also immer mehr für Leben.

Für die wissenschaflte Weltveränderung für zwischen durch

Heute wiedermal das Gefühl, du könntest mit einer tollen Idee die Welt, zumindest die wissenschaftliche, verändern?
Spitze, dann ist vielleicht der ESA Earth Explorer Call was für dich.
Die ESA schickt nämlich nach dem momentanen Earth Explorer Mission, die mit ein paar Instrumenten, richtig, die Erde untersucht, noch einen nach oben.
Und sucht dafür noch Ideen, Ideen welche Instrumente mit genommen werden, oder was untersucht werden soll.
Die einzige Vorraussetzung ist, dass der Vorschlag in eines der Gebiete passt: Globaler Wasserkreislauf, Globaler Kohlenstoffkreislauf, Atmosphärische Chemie und Klima, sowie der menschliche Einfluss auf das Klima.
Die Idee noch parat? Dann nichts wie hin, registrieren und Vorschlag abgeben.

Leben auf dem Mars? Ein Statusbericht

Auf Space.com gibt es einen neuen Beitrag über den aktuellen Marsstatus. Was das Leben angeht.
Im Grunde, darin, nichts neues. Überall auf und über dem Mars Spuren von Leben.
Auch die momentan wahrscheinlichste Hypothese wird nochmal schön klar dargestellt: Methanproduzierende Lebewesen in unterirdischen, von Wasser durch Lösen erstellten Höhlen.
Genaueres über diese Höhlen könnte Mitte Mai MARSIS zu Tage bringen, wenn das Radar denn ausreichend tief reicht.
Aber auch kritische Stimmen werden in dem Beitrag laut: Methan muss nicht von Lebewesen kommen. Es gibt auch andere Reaktionen, wie Methan enstehen kann.
Außerdem wird vor Kontamination gewarnt. Gesetz des Falles, es wird wirklich Leben auf dem Mars entdeckt, in wie weit wurde und besonders wird es von uns als Beobachter und ‚Entdecker‘ beeinflußt?

(Wem der Marscontent hier zuviel wird, der möge sich bitte melden)

Japan plant Mondbasis

Einen Monat, nachdem 2003 China den ersten bemannten Flug ins All vermeldet hat, startete eine japanische H-2A Rakete mit zwei Spionagesatelliten, die das Atomprogramm Nordkoreas beobachten sollten. Eine Fehlfunktion führte zu einem falschen Kurs, so dass die Rakete gesprengt werden musste.
Zwei Jahre danach hat jetzt die Japan Aerospace eXploration Agency, JAXA, eine redesignte H-2A Rakete in den Himmel gefeuert, an Bord ein Satellit, der den Japanern endlich eine Wettervorhersage bringt, die nicht auf einem alten, ausrangierten amerikanischen Satelliten beruht. Der Start verzögerte sich zwar um eine Stunde, konnte dann aber erfolgreich durchgeführt werden und der Satellit sicher in seinem geostationären Orbit platziert werden. Die komplette JAXA ist sehr froh über den geglückten Start, einen zweiten Fehlschlag hätten sie nach eigenen Angaben nicht vertragen.
Und während der Rest Japans noch die Hollywood-Remakes der eigenen „J-Horror“-Kultur begutachtet (ich wollte das mal einbringen…) will eine Zeitung wissen, dass Japan noch so einiges mehr plant.
Japan will aus dem Schatten Chinas springen und neben der Einführung der bemannten Raumfahrt die Entwicklung eines japanischen Space Shuttles vorrantreiben. Außerdem behauptet die Zeitung, die JAXA wolle eine Mondbasis bauen. Erst mit Robotern, dann aber bewohnt von Menschen.
Das Alles bis 2025 und mit einer Erhöhung des Budgets auf 56 Milliarden Dollar.
Hört sich alles sehr spekulativ an.
Am 31. März soll der Plan fertiggestellt werden, vielleicht erfährt die breite Öffentlichkeit ja dann mehr…

Nur Indizien für Leben auf dem Mars

Auf der schon erwähnten ESA Mars Express Conference wurde eine Umfrage veröffentlicht.
Befragt wurden 250 Marswissenschaftler.
Drei Viertel von ihnen glauben, dass es einmal Leben auf dem Mars gegeben hat, und sogar ein Viertel glaubt, dass es sogar heute noch existiert.
Auf der Konferenz wurden Daten von allen Experimenten an Bord von Mars Express vorgestellt. Alles deutet auf Leben hin, aber der Beweis fehlt immernoch. Ob Methan in der Atmosphäre oder Eismeer, alles nur Indizien. Der definitive Beweis würde wohl nur durch ein Experiment oder eine In-Vitro Untersuchung entweder vor Ort auf dem Mars oder aber durch eine Returnmission auf der Erde erlangt werden.
Trotzdem haben die Marsforscher verdammt viel erreicht. Gut auf den Punkt gebracht:

The question is not any more, Was there life on Mars? The question is: Is there life on Mars today? (Vittorio Formisano)

Und während in Europa noch die Forscher ihre Ergebnisse vergleichen, stolzieren die beiden Mars Rover der NASA noch immer fröhlich von Hügel zu Hügel und halten Ausschau nach diversenen spektakulären und weniger spektakulären Gesteinsbrocken.
So, genug Marscontent für heute.

Eismeer auf dem Mars entdeckt

Zwar bedingt durch meine freien Tagen ‚etwas‘ spät, aber trotzdem:
Ein britisches Forscherteam hat die mit der HRSC des Mars Express abgelichtete Äquatorregion des Mars untersucht und erstaunliches festgestellt.
Abgebildete Strukturen lassen auf ein Eismeer schließen. Auf den Bildern erkennbar sind Schollen, wie sie in der Größe nur von Eis erzeugt werden können. Gegen Lavaschollen (wie sie auf der Erde in Island bewundert werden können) spräche auch, dass der Untergrund charakteristisch für Wasser weggesackt sei.
Der See könnte durch thermische Effekte des nahe gelegenen Vulkans Elysium Mons an die Oberfläche getreten sein.
Das Nichtverdampfen des Wassers an der Oberfläche erklären sich die Forscher durch eine Staubschicht, vielleicht vom selben Vulkan, die sich gleich einer Schutzhülle über das Eis gelegt haben soll.
Weder das MARSIS-Radar von Mars Express, noch die Ende des Jahres startende NASA Marssonde „Mars Reconnaissance Orbiter“ können allerdings eine definitive Bestätigung geben, dass es sich bei der 800 mal 900 Meter großen und 45 Meter tiefen Ebene um einen See handelt.
Das könnte nur eine Zusätzliche Rovermission klären, die dann aber auch ziemlich tief in den Boden bohren müsste. Grundsätzlich biete sich das Gebiet dafür allerdings sehr gut an.

Beweis für momentanes Leben auf dem Mars?

Wie Space.com exklusiv berichtet, behaupten zwei amerikanische Wissenschaftler einen Beweis für Leben auf dem Mars gefunden zu haben. Leben, das immernoch existiert.
Ihre Untersuchung soll im Mai in der Nature veröffentlicht werden und wird im Moment von anderen Wissenschaftlern begutachtet (Das wird jeder Artikel, der in einem Wissenschaftsjournal veröffentlich werden soll).
Die beiden Wissenschaftler hätten in einer privaten ‚Audienz‘ davon berichtet, dass eine Methansignatur auf Leben hinweist.
Um diese Signatur zu erhalten und zu überprüfen, haben sie mehrere Quellen benutzt. Zum einen den europäischen Mars Express, zum anderen die NASA Mars-Rover. Aber auch Aufnahmen von der Erde.
Dass die Signatur für Leben spricht, haben die Wissenschaftler auch selbst herausgefunden.
Vor zwei Jahren brachen sie auf, zum Rio Tinto nach Spanien. Einem Fluss der aufgrund von durch Säuren gelöstem Eisen rot gefärbt ist. Eigentlich wäre unter diesen Bedigungen kein Leben zu erwarten gewesen. Trotzdem fanden sie etwas. Sie fanden Lebewesen die sich in Höhlen ihrer Umgebung angepasst haben.
Und ähnliche Lebenwesen vermuten die beiden jetzt auch auf dem Mars, u.U. auch in Höhlen.
Sollte nicht zufällig ein Höhlenlurch durch das Bild von Opportunity oder Spirit laufen, so könnte man das Leben nur dadurch finden, wenn man in die Erde bohrt. Nächste Gelegenheit dafür wäre, den 2009 startenden neuen, atmoangetriebenen Marskundschaftler mit einem Bohrgerät auszustatten.
Es bleibt spannend.