Quantified Self: Ein Update

Quantified Me!Im August und im Oktober stellte ich euch mein neues digitales Hobby vor: Self Tracking, Quantified Self, Blablabuzzwordselfblabla. Für zwei Blogposts sammelte ich Informationen aus meinem Alltag, summierte sie oder stellte sie in Graphen dar.

Seitdem war es still hier im Blog zum Thema BuzzQuantified Self.

Aber nur hier! Denn meine QS-Interessen1 sind keines Falls abgekühlt. Nur, wie so häufig, fehlte mir vor lauter Enthusiasmus die Zeitpriorisierungsfähigkeit, einen Blogbeitrag daraus zu machen. Aber nun!

Was also in letzter Zeit so geschah:

Vortrag beim Quantified-Self-Meetup in Köln


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In Köln gibt’s ein Treffen von QS-Interessierten. Ich wurde gefragt, ob ich vortragen mag, was so meine Erfahrungen zum Thema sind. Habe ich gemacht, am 30. Januar.2

Fitbit-Schritte im Verlauf einer WocheIch erzählte ein bisschen von meiner QS-Motivation, von den beiden Blogposts und von dem, was ich seitdem gemacht habe (s.u.). Am Ende gab’s dann auch noch ein paar beschriftete Graphen: Fitbit-Schritte (in verschiedenen Darstellungsarten), Chrome-Prozesse, Tastaturanschläge, Stromverbrauch.

Ein großer Spaß! Anwesend waren auch Reporter der dpa und des ZDFs3, denen ich beide Antwort stand. Vermutlich habe ich großen Quatsch erzählt — ich werde euch jedenfalls nicht darüber informieren, wenn Artikel und TV-Beitrag veröffentlicht sind…

Stromverbrauch im Verlauf des Monats. Wer erkennt Wochenenden?(Es gab einige andere interessante (Werbe-)Vorträge. Und Trinken. Für umsonst — alles! Ihr solltet auch mal hin! →meetup.com/QS-Koeln/)

quantified.andreasherten.de

quantified.andreasherten.de Screenshot. Quelle: Internet.Wie im letzten Blogpost schon angeklungen, arbeite ich daran, verschiedene Quants4 automatisch, on the fly, zu speichern. Chrome-Prozesse werden im Fünf-Minuten-Takt in eine Datenbank geschrieben, Tastenanschläge und Mausklicks werden zweistündlich aus der Programm-Datenbank in meine eigene Datenbank exportiert, Fitbit-Daten werden aus der Fitbit-API in meine eigene Datenbank befreit. Das waren meine Schritte, dann sollten es doch auch meine Daten sein, was? Aber ich möchte auch alle Daten an einer Stelle in simpler Form gebündelt haben. Und manche Daten (Chrome-Prozesse) müssen sowieso live aufgezeichnet werden.
Ihr seht: Eine eigene Datenbank bietet sich förmlich an.

Und wenn sowas existiert, warum dann nicht auf einer Webseite darstellen?
Genau.
Und deswegen gibt’s quantified.andreasherten.de.
Die Webseite zeigt in seiner momentanen Fassung Schritte, Stockwerke, Tastaturanschläge, Mausklicks und gehörte Songs an.5 Außerdem gibt’s einen hübschen Graphen der Schritte und Stockwerke der letzten zehn Tage.

Nachts werden ein paar der Infos von einem Twitter-Bot gepostet — @QuandiH, weil ich ja großer Freund minderqualitativer Wortspiele bin. Bisher ist der Inhalt eher mau, aber das kommt schon (es fand nur im Vortrag Erwähnung, deswegen auch hier).

Code, Code, Code

Während ich so an Wochenenden einen Quant nach dem anderen (weiter)programmiere, lerne ich so einige Programmiersprachen. Insbesondere Python. In das ich mich ein bisschen verliebt habe. So intuitiv, reduziert, elegant — und es gibt schon so furchtbar viel dafür in Paketen. <3.

Allen Code, den ich so für meine QS-Erstellung produziert habe, gibt’s natürlich im entsprechenden Github-Repository: → github.com/AndiH/QuantifiedSelf. Dinge programmieren macht nämlich doppelt so viel Spaß, wenn man sein Resultat danach mit anderen teilt.
Jedes Quant (im entsprechenden Ordner) im Repository ist so angelegt, dass auch ihr mit eurer persönlichen Datennahme beginnen könnt. Jede README erklärt, was ihr benötigt und wie ihr vorzugehen habt. Ihr könntet zum Beispiel doch auch mal den Vorlauf eurer offenen Chrome-Tabs aufzeichnen — na?
Außerdem gibt’s Todo-Listen, falls ihr mir bei meinen zu vielen Ideen helfen wollt.

Zukunft

Ich habe noch einige Quants in petto. Manches läuft schon im Hintergrund und wartet nur auf die Auswertung, manches hat kleine Proof-of-Concept-Test-Dateien, manches habe ich nur als Idee skizziert. Aber davon habe ich genug.
Mal sehen, wo es als nächstes mit weitergeht. Wünsche?

  1. »QS«, wie wir Insider sagen — ich bin ja jetzt einer. []
  2. Dann, als in Köln eine Bombe entschärft wurde. Das weiß ich deswegen, weil mich die Google-Maps-Navigation mitten in den Bombenentschärfungsstau geleitet hat, mein Zeitpolster zum Staustehen und -umfahren drauf ging und ich keine Zeit mehr zum Abendessen hatte. Sadface. []
  3. Die sich, wiederholt, für meine Motivation hinter allem interessierten. Und Datenschutz! []
  4. So habe ich die analysierten Dinge genannt. Clever, was? []
  5. Schritte und Stockwerke sind sogar farbkodiert nach meiner erreichten Leistung! []

Ein Gedanke zu „Quantified Self: Ein Update

  1. Ich bin ja immer noch von den python-Plots begeistert, weil die um einiges reduzierter sind als die Standard-ROOT-Plots, die wir sonst so kennen.

    Insgesamt jedenfalls ein cooles Hobby, Mr. Quandi.

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