why I moved from Linux to Mac OS X

Ein unaufgeregter Blogpost eines Londoner Systemadministrators, warum er von Linux zu OS X wechselte.
Seine wichtigsten Punkte:

  • Auch wenn Linux und das Unix-basierende Mac OS X nicht direkt verwandt sind, teilen sie doch gleiche Philosophien.1
  • Zum professionellen Einsatz ist Linux hervorragend geeignet.
  • OS X hat besseren Support2, mehr Programme (die zuverlässiger laufen), und sieht besser aus. 7,5% aller Betriebssysteme sind Mac OS X, 1,7% Linux (der Rest ist im wesentlichen Windows).
  • Ja, Apple-Hardware kostet mehr3, aber dafür ist das Betriebssystem günstig.
  • Den normalen PC-Benutzer interessiert Hardware-Aktualisierbarkeit nicht. Insbesondere in Zeiten von SSD braucht man nicht alle 18 Monate einen neuen Computer.4
  • It just works.

Ich kann den Punkten nur zustimmen. Am meisten mit einem bisher Unerwähnten:

Das Betriebssystem, das du wählst, ist deine persönliche Wahl und unterschiedliche Leute haben unterschiedliche Computerbedürfnisse.
The operating system you use is your personal choice and different people have different IT needs.

Für mich ist Windows völlig irrelevant geworden, seit ich einen Mac besitze. Einzig Linux wäre eine Alternative.
OS X hat für mich den besten Kompromiss aus:

  • Linux-artige Kommandozeile, inkl. so gut wie aller Linux-Tools.
    Ich kann mich per SSH mit dem Arbeits-Computer verbinden, oder einfach direkt meine Programme auf OS X schreiben. Ich kann selbst meine Automatisierungs-Skripte pflegen und sogar das ganze Betriebssystem, wenn nötig, via Dateien steuern.
  • Im Wochenend-Modus kann ich trotzdem auf Dinge klicken. Und die sehen dann tatsächlich so aus, wie sie aussehen sollten, und verhalten sich so, wie sie sich verhalten sollten. In GUI-Beziehung ist Linux IMHO am weitesten Weg von OS X5
  • Notfalls kann ich viele Dinge auf unterschiedlichsten Ebenen des Betriebssystems anpassen.
  • Ich bin auf Apples Infrastruktur fixiert. Wenn auch bei weitem nicht so stark wie bei iOS bin ich locked-in, also auf Apple beschränkt.
    Wie gefährlich das Eingeschlossen-Sein auch ist: Alles passt. Betriebssystem, mitgelieferte Software, Hardware.
  • Deswegen: Mac OS X funktioniert auch hervorragend für PC-Beginner (Elternkompatibilität).6

Die fehlende Hardware-Aktualisierbarkeit ist auch völlig unwichtig für mich. Nach vier bis fünf Jahren kann man sich durchaus guten Gewissens einen neuen Computer kaufen. Und ich glaube, mit SSDs wird die Spanne noch größer…

Die einzigen Fragen, die ich in zufälligen Abständen für mich erneut in Bezug auf Linux eruiere, sind:

  1. Sieht Linux (/Ubuntu) gut genug aus und fühlt sich gut genug an, um aus dem Apple-Knast auszubrechen?
  2. Gibt es Hardware, die mit dem Apple-Vergleichsmodell mithalten kann?

Aber bisher bin ich zufrieden.
Und habe hier ganz schön viel Prosa für einen Link-Beitrag geschrieben. Sorry.

→ kier.pe: »why I moved from Linux to Mac OS X«

  1. Linux Torvalds hat Linux ohne eine Zeile Unix-Code geschrieben, aber sich durchaus an Unix-ähnlichen Betriebssystemen orientiert. []
  2. Apple+Drittanbieter []
  3. Wenn auch nicht so viel, wie immer alle behaupten… []
  4. Höchstens: RAM. []
  5. Holt aber auf. []
  6. Bei elterlichen Windowsproblemen könnte ich tatsächlich in manchen Fällen nicht mehr helfen. Da bin ich zu lange weg. []

3 Gedanken zu „why I moved from Linux to Mac OS X

  1. Aus Gründen der Ausgewogenheit hier ein paar Punkte warum ich persönlich bei Linux bleibe:

    · Im eigentlichen Sinne kein Lock-In (wobei man sich natürlich mit der Entscheidung für eine Plattform immer auch ein bisschen daran bindet)
    · Zumindest auf meiner Hardware kann ich auch sagen: It just works.
    · Volle Anpassbarkeit des Systems, die in meinem Fall mit den Jahren sogar noch zugenommen hat, weil sich mein Verständnis der Software vergrößert hat
    · Ich finde Gnome3 tatsächlich sehr angenehm
    · Ja, Standard-Hardware kostet weniger (wenn auch nicht soviel weniger wie alle immer behaupten), dafür kostet Linux aber solange man keinen Support von außen braucht nichts

    · außerdem hab ich mich halt dran gewöhnt.

    1. Ich finde, im Vergleich zum OS-X-»It just works« ist das bei Linux kein »It just works«. Ich musste schon so oft in irgendwelchen Foren suchen, um herauszufinden, warum jenes Tool auf Linux nicht kompilieren will.
      Das hat natürlich mit ein paar Sachen zu tun: Linux hat (so gut wie) nur Open-Source-Software – und die Programme sind häufig weniger fertig und supported als (kommerzielle/closed source) Tools; Linux-Programme müssen auf arg unterschiedlichen Architekturen laufen; Ich setze Linux für etwas außergewöhnlichere Sachen ein als OS X (die Erfahrung beruht also eher auf diesen Programmen; aber auch mit Thunderbird hatte ich schon Spaß…).
      Natürlich ist das alles in Ordnung: Ich habe ja Spaß daran, herauszufinden, wieso Tool a mit Flag x nicht kompiliert – das ist diese Neugier des Verstehenwollens wie das System läuft! Aber nicht jeder empfindet so und ich habe auch nicht immer die Zeit dafür.

      Gnome3: Ja. Aber das Design erinnert mich doch irgendwie stark an… 😉 Aber klar: Aussehen ist immer eine Frage des Geschmacks. (Aber ich bleibe bei meinem Punkt: Im Durchschnitt finde ich OS X wesentlich besser aussehend als Linux, auch als Linux+Gnome3. Stimmiger.)

      Den ganzen Tag Leuten die Ohren mit Open-Source-Software blutig reden kannst du übrigens bei OS X auch. Wenn’s das Programm für Linux gibt dann gibt’s meiner Erfahrung nach auch in 97% aller Fälle eine Möglichkeit, dieses OS-Tool auf OS X zu kompilieren.

  2. Ach ja, den wesentlichsten Punkt habe ich natürlich vergessen:

    · Man kann den ganzen Tag Leuten die Ohren mit den Vorzügen von Open-Source-Software blutig beten.

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