Seminararbeit: Web & Grid

Es geht nicht um Weihnachten, nicht um’s Ende des Jahres, nicht um Mac oder um TV-Serien. Unglaublich. Es geht um mein Studium.
Entgegen meiner eigenen Meinung, die ich fast sieben Semester gehabt habe, muss man als angehender Weltversteher, -veränderer und -herrscher, kurzum: als Physiker doch mal mehr tun als Übungen machen, Prüfungen ablegen und hin- und wieder an Praktika teilnehmen. Man muss bei uns in Aachen nämlich tatsächlich ein Seminar halten.
Bei uns heißt das: 35-minütige Präsentation und max. 20-Seiten-lange Ausarbeitung über ein zugeteiltes Thema.

Mein Thema war „Web & Grid — Wie weltweite Forschungskooperation ermöglicht wird“. Es hatte also eher entfernt etwas mit Physik zu tun. Der Vortrag fand unter dem Seminarthema „Mikroskopie des Universums, von großen und kleinen Teilchenbeschleunigern“ statt, in der Elementarteilchenphysik natürlich.
Und eben diese Elementarteilchenphysik ist es auch, die erst das Web hervorgebracht hat und jetzt einen Schritt weiter geht, in dem es mit dem WLCG1 das wahrscheinlich größte Rechnernetz der Welt verbindet.
Im Moment sind ca. 100.000 CPUs bei ca. 100 Petabyte Speichervolumen verfügbar. Tendenz rapide steigend. Ganz schön viel also.

Wer sich für mein Thema undoder meine Ausarbeitung interessiert, et voila: Die Ausarbeitung als PDF und der Vollständigkeit halber auch meine Slides2, die allerdings unerklärt nur beschränkt verständlich sind3. Logisch.

Das Dokument wurde, so wie es sich gehört, mit LaTeX4 gesetzt — Fragen dazu gerne in die Kommentare.

  1. Worldwide LHC Computing Grid []
  2. Ich benutze ja auch nur ungern den Anglizismus, aber für Slides gibt es einfach immer noch keine richtige Übersetzung. []
  3. Außer die letzte Seite. []
  4. LaTeX ist übrigens sehr toll. Erst frustriert es ziemlich, dann ist’s ok und schließlich macht’s unglaublich Spaß.
    Man schreibt und schreibt und schließlich bekommt man ein Dokument raus, was per se erstmal professionell aussieht. Viel falsch machen kann man nicht. Und dann darf man, wie zur Hochzeit der Adventures, immer kleine Quests lösen: Ich hätte gerne unter subsubsection noch zwei Ebenen, von der allerdings nur die oberste nummeriert ist. Kein Problem. Kniffel- und Googlei, aber kein Problem. Und wenn man das geschafft hat, dann macht’s Spaß! []

16 Gedanken zu „Seminararbeit: Web & Grid

  1. Die Slides würde ich als Folien bezeichnen. Ganz ohne Anglizismen 🙂
    Wobei ich 46 Folien für 35 Minuten schon recht viel finde. Da musste ja ganz schön fix sprechen.

    LaTeX wollte ich mich für meine Bachelor-Arbeit mal anschauen, aber ich glaube das ist viel zu komplex, da bin ich mit Word tausendmal schneller. Und selbst wenn ich es professionell in InDesign setze, gehts vermutlich fixer und sieht genauso professionell aus. Mindestens. 😉

  2. „Folien“ ist halt direkt das Problem. Folien sind aus Folie, und das kann man bei PDF-Seiten und Beamer nun weißgott nicht behaupten :).
    Der Umfang: Ja, ich musste schnell sprechen (erster Versuch: 50 Minuten xD), aber es ging dann doch sogar in 32 Minuten.

    Und ich behaupte mal, ich bin mit einem fertigen LaTeX-Header viel schneller als mit Word :).

  3. Folie hat aber mehrere Bedeutungen, in der Literaturwissenschaft wird der Begriff z.B. zur Beschreibung von einer zweiten Bedeutungsebenen verwendet (ohne das diese Ebene aus einer Folie besteht oO ), Microsoft nennt die „Folien“ in Powerpoint auch Folie. Ich bin der Meinung, man kann den Begriff „Folie“, angelehnt an das lateinische folium was einfach nur „Blatt“ bedeutet (übrigens auch für pflanzliche Blätter verwendet), durchaus auch für digitale Folien benutzen.

    Mir fehlt wohl einfach der fertige LatTeX-Header. Aber ich werde mich damit mal beschäftigen. Vielleicht wenn meine Bachelor-Arbeit fertig ist und ich noch Zeit habe 😉

  4. Deine Argumentation klingt ganz gut, ABER für mich bleibt die Bedeutung der Folie immer noch die der Folie, die man auf den OHP drauf legt.
    Wenn man Folie nimmt, dann kann man auch direkt Blatt nehmen. Aber das klingt nun wirklich seltsam ;).

  5. Ich muss mich da DemBene anschließen. Nur weil eine Wortbedeutung im Alltag überwiegt heißt das nicht, dass man sie nicht auch für etwas anderes verwenden kann. Sodenn es auch eindeutig ist, was man meint.
    Und bei der Folie im Sinne der Präsentation weiß ich, was damit gemeint ist.

    Dass es nicht unbedingt das perfekteste Wort ist: OK. Ist aber schließlich auch nicht der einzige Fall (← da sieht man ein weiteres Beispiel, wo sich auch keiner dran stört).

    Von daher: mir ist Folie lieber, da weiß jeder was damit gemeint ist.

  6. Für mich ist aber die Bedeutung die primärste: Folie sind manuelle Folien zum auflegen. Aus Folie halt.
    Alles andere hat für mich nichts mit Folie zu tun und wird von daher weiterhin probiert als „Slide“ zu bezeichnen (wobei mir das ja auch schwer fällt, „Folie“ hat sich einfach zu sehr ins Hirn gebrannt ;D).

  7. Mach das … aber sag dann vielleicht, dass es _für dich_ keine passende Übersetzung gibt. So hört sich das so an, als wenn du anderen eine Meinung aufzwingen willst. Jedenfalls ging es mir so 😉

    So, genug Korinthen gekackt.

    Ach ja, LaTeX: Ich behaupte auch mal, dass es damit schneller, vor allem aber reproduzierbarer funktioniert als mit Word/OpenOffice. Hat man einmal einen Header mit den Einstellungen, die einem gefallen, sieht es immer so aus. Punkt.

  8. LaTeX hat einen sehr großen, prinzipiellen Vorteil gegenüber Word und anderen Textverarbeitungssystemen (OK, es hat haufenweise Vorteile, aber einige davon sind — wie die Bugfreiheit — nur graduell, und andere mitunter Geschmackssache):
    LaTeX schreibt niemals in Meine Dateien, sondern liest sie nur. Ein Programmfehler in Word kann Meine Arbeit zerstören, einer in LaTeX nicht.

  9. Ich hab ja grade meine Diplomarbeit in LaTeX gesetzt… fast. Als alter HTML-Heini finde ich es ziemlich super, allerdings bin ich im vergangenen halben Jahr nicht so 100% damit warm geworden. Größere Dokumente würde ich wieder damit setzen, aber für „auf die Schnelle“ werde ich auch in Zukunft OpenOffice nehmen.

  10. Ja, TeX benutze ich auch nur für ‚Spezial‘-Dokumente. Für Schnell-mal-was-schreiben, was auch nicht so komplex ist, reicht Word / OpenOffice.

  11. Um nochmal auf die Folie zurückzukommen. 🙂

    Wenn an irgendeiner Wand ein Bild von einer Lichtquelle angezeigt wird, woher kann man den Unterschied zwischen einer Folie und einer Slide ausmachen?

    Viele Grüße Thommy. (Folie! Dafür!)

Kommentare sind geschlossen.