Robin Hood

Ich mag keine Mittelalterserien. Überhaupt nicht. Gut, die BBC-Miniserie „Oliver Twist“ war nett1, aber da wusste man schließlich auch, was einen erwartet. Ich war also skeptisch und habe mich lange gewehrt, die 2006er Version von Robin Hood anzusehen. Letztendlich hat mich dann glaube ich ein Review von Christian auf Serienjunkies.de überredet.

Robin HoodUnd das war gut so.

Denn an Robin Hood ist einfach alles toll.

Jonas Armstrong in Robin HoodFangen wir bei den Schauspielern an. Hauptdarsteller Jonas Armstrong passt perfekt in seine Rolle (wie konnte es jemals einen andren Robin Hood geben?!). Er hat eine wunderbar verschmitzte Mimik, die aber immer intelligent bleibt, dann im nächsten Moment aber wieder Amüsement ausstrahlt, als sei er gerade auf der Kirmes und würde Riesenrad fahren. Ein paar Minuten später ist er dann dieser furiose, ungehaltene Waldausgestoßene, der droht irrational und so völlig un-robinhood-artig zu handeln. Dann ist da seine rechte Hand, Much, mit ihm durch Krieg und Frieden gegangen, ein Freund für’s Leben (?), der den liebenswürdigen Trottel der Serie übernimmt. Und auch er macht seine Rolle verdammt gut. Sehr sympathisch und im nächsten Moment aufbrausend, weil er sich wieder hintergangen fühlt. Marian gibt es natürlich auch, und auch sie ist sehr gut dargestellt. Hübsch und anmutig, aber eben auch rebellisch und wild. Keith Allen in Robin Hood als Sheriff von NottinghamUnd dann ist da noch Keith Allen der den Sheriff of Nottingham spielt. Böse, wie man im Mittelalter nur sein kann, und dabei wunderbar anzuschauen. Die kultigste Rolle seit Barney Stinson. „Bla-di-bla-di-bla“ wird von uns hoch- und runterzitiert. Außerdem kann er seinen Zahn wechseln! Seinen Zahn mit pinkem Glitzer! Super.

Das Setting der Serie ist auch ganz wunderbar: Tolle Landschaftsbilder inmitten unberührter Wälder, eine schnieke Burg und detailgetreue Dörfer.
Die Outlaws bei Robin HoodUnd natürlich die Stories. Seien es diese kleinen, abgeschlossenen Handlungen pro Episode. Da hat sich der Sheriff wieder etwas Neues ausgedacht, um die Bewohner der Dörfer auszunehmen. Da hat er eine neue Falle für Robin Hood und seine Crew gestellt. Da ereilt Robin Hood die Nachricht eines verborgenen Schatzes. Immer genug Abwechslung, es wird nie langweilig. Darüber hinaus gibt es auch noch die allumspannende Handlung: Der König Englands kämpf im „Holy Land“ und der Sheriff von Nottingham versucht die Herrschaft an sich zu reißen – erst alleine, später mit Hilfe seiner Black Knights. Diese Geschichte strotzt nur so vor Aktualität, vor kritischen, fast schon politischen Anspielungen und indirekten Statements auf der Meta-Ebene. Aber sie ist natürlich im Offensichtlichen schön anzuschauen und durchweg spannend. Schafft Robin es? Was hat sich der Sheriff jetzt noch ausgedacht?

Die zweite Staffel wird dabei pro Folge immer noch ein Stück besser und endet mit einem ziemlichen Hammer.

7,5 von 10 Pfeile.

Viele Hintergrundinfos, z.B. die ziemlich ironische Story des Mastertape-klaus gibt es in dem sehr ausführlichen Artikel der Wikipedia.

  1. Später mehr… []

3 Gedanken zu „Robin Hood

Kommentare sind geschlossen.