Buch: Christopher Moore – Der törichte Engel

Theo, eigentlich ja Theopilus, Crowe ist der Dorfpolizist des verschlafenen Touristendörfchen Pine Cove. Eigentlich war er ja zu mehr bestimmt als ein lausiger Dorfpolizist zu sein. Aber damals fand man Marihuana bei ihm (was eigentlich kein Wunder war, immerhin war er leidenschaftlicher Kiffer). Und mit Marihuana wird es sich nun mal nicht viel mehr als Dorfpolizist.
Theo ist jetzt aber clean. Das hat er seiner Frau Molly versprochen. Die nimmt dafür brav ihre Antidepressiva, die verhindern, dass sie in ihre alte B-Movie-Rolle der Warrior Queen of the Outland abrutscht und nur mit Unterwäsche bekleidet im Garten mit ihrem Schwert trainiert. Das kam vor. Aber die Zeiten sind vorbei.
Eigentlich.
Denn Molly hat aus Geldnot ihre Medikamente abgesetzt (nur für kurz!) und Theo braucht das Geld seiner kleinen Marihuanaplantage auch (auch nur für kurz!).

Lena ist schon etwas länger von ihrem Ehemann Dale geschieden. Gut, manchmal haben sie noch postehelichen Sex, aber meistens ist Dale einfach ein riesiges Arschloch und sie haben Dauerstreit. So auch an dem vorweihnachtlichen Tag, als Lena für die Bedürftigen einen Weihnachtsbaum klauen möchte. Und dabei natürlich prompt von Dale erwischt wird. Der kommt nämlich gerade von einer Weihnachtsfeier und hat deswegen immer noch sein Weihnachtsmannkostüm an. Er hat auch schon etwas getrunken und wird böse und laut und dann ist da diese Schaufel und dann stürzt er und dann ist er tot. Lena kann eigentlich nicht wirklich dafür, fühlt sich aber schuldig.
Zum Glück geht gerade der Drogenfahndungshubschrauberflieger Tucker Case mit seinem Mikronesischen Flughund Roberto spazieren, trifft auf Lena, erkennt den ernst der Lage (es ist Weihnachten, er alleine und irgendwie geil, die Frau da, also Lena, auch alleine und irgendwie geil, und das passt ja schon irgendwie, ne?), beruhigt Lena und vergräbt mit ihr zusammen den Weihnachtsmann; also Dale.
Was die beiden nicht wissen: Josh, 10 Jahre und viel zu spät vom Spielen auf dem Heimweg, sieht, wie der Weihnachtsmann ermordet wird. Der Weihnachtsmann wurde ermordet! Das heißt kein Weihnachten! Keine Geschenke! Josh ist außer sich!

Zum Glück ist dieses Jahr Erzengel Raziel dran mit dem Weihnachtswunder. Und zum Glück führt Raziels Weg ihn nach Pine Cove. Und zum Glück wählt er sich für sein Weihnachtswunderkind Josh aus. Josh wünscht sich natürlich nichts sehnlicher, als dass der Weihnachtsmann wieder lebt!
Es kommt zum großen Showdown, wenn der Erzengel nicht nur Dale, sondern auch alle anderen Toten vom nahegelegenen Friedhof aufweckt, diese neben ihrem großen Drang nach dem Besuch eines schwedischen Möbelhauses einen noch größeren Drang nach Hirn haben und die Lonesome Christmas Party, die Pine Cover Weihnachtsparty der einsamen Herzen, belagern. Auf der Party befinden sich natürlich alle unsere Hauptdarsteller.
Showdown halt.

Der törichte Engel (Amazon-Partnerlink; Buch in der Wikipedia) von Christopher Moore ist eine Weihnachtsgeschichte.
Eine Weihnachtsgeschichte im Moore-Stil.
Und? Sie war großartig. Die beste Weihnachtsgeschichte ever, also, zumindest in den letzten 2000 Jahren. Eine kurze Zusammenfassung liefert diese Illustration.
Charaktere aus Moores anderen Büchern (die ich, Schande über mein Haupt, nur teilweise kenne) treffen im Städtchen Pine Cove aufeinander und feiern Weihnachten. Es gibt Mord, Engel, Flughunde und Zombies. Könnte es besser sein?
Muss ich erwähnen, wie sehr ich Moores abstrusen Ideen mag? Wie toll mir seine Dialoge gefallen? Wie herrlichen überspitzt seine Charaktere gezeichnet sind?
Und was das Buch für ein tolles Ende hat?
Ich denke nicht.

Für die nächste Vorweihnachtszeit: lesen.
Ach. Vergesst das. Jetzt lesen.
Ist auch ganz schmal.