Rückblick des Jahres 2007: Songs

Einleitung zum Jahresrückblick gibt’s ein Post älter, die besten Alben 2007 gibt’s auch ganz in der Nähe.

Im Gegensatz zu Alben, die entweder durch eine Vielzahl einzelner toller Stücke, oder aber als Gesamtzusammenstellung (um „Gesamtwerk“ zu vermeiden — fieses Wort) überzeugen, fällt es mir schwerer für einzelne Songs eine Liste zu erstellen. Denn viel mehr als bei Alben spielt die „Ultimate Listening Experience“ (das Wort habe ich bei einem fremden Blog geklaut, ha) eine viel größere Rolle. Also das, was man mit dem Song verbindet. Wann hat man ihn das erste Mal gehört, was war die Stimmung zu dem Zeitpunkt. Hat man sich dann in ihn hineingestürzt oder langsam warm gehört (bis zur Überhitzung?)? Und dann gibt es Songs, die man einzeln eher selten hört, sich aber freut, wenn sie im Album als nächstes an der Reihe sind.

Trotzdem natürlich ein Wagnis, was ich für dich, lieben Leser, gerne auf mich nehmen will. Das Risiko und ich, wir sind ja so Gesteeinfügen.

Die Liste gibts nach dem Klick als YouTube-Playlist anzuschauen/-hören. Am Besten beim Lesen starten.

Maxïmo Park – Books from Boxes
Ich singe gerne bei Liedern mit. In sozialer Umgebung versuche ich das weitesgehenst zu unterdrücken. Klappt aber nicht immer. Leider kann ich in vielen Fällen den Text gar nicht. Und das klingt dann ziemlich peinlich. Books from Boxes gehört aber zu den wenigen Songs, von denen ich behaupte, den Großteil des Texts zu kennen (Da fällt mir sonst gerade nur Wonderwall ein…). Liegt daran, dass ich es so häufig gehört habe, dass es in einem Zug auf Platz Eins meiner last.fm-Liederhörtopliste hochgewandert ist.
Toller englischer Akzent, toll eingängliche Melodie und natürlich großartiger Liedtext. Wird auch irgendwie nicht langweilig.

Hören & Sehen: Song im FoxyTunes Planet. Song bei YouTube.

Justice – D.A.N.C.E.
Wohl DER Song vom Album. Etwas lieber und netter als der Rest (ihr wisst, Knarzmusik und so), aber dadurch um so tanzbarer. Musikvideoschauer bin ich nicht, aber dieses Video ist ebenso legendär und stilprägend wie es Justice an sich schon sind.
Außerdem bin ich stolz, dass ich weiß, was PYT ist. Nein, keine Krankheit in der Lendenregion.

Hören & Sehen: Der Song bei YouTube und in der Hype Machine (unbedingt den MSTRKRFT-Remix beachten.

Foo Fighters – The Pretender
Kein Song kann so gut die Energetik (Energie klingt so abgedroschen; Mehr erfundene Synonyme!) der verwendeten Musikstücke rüberbringen, als eben dieser. Text ist in Ordnung, erinnert mich aber an Schulhofpunk. Wie die Gitarren samt Gesang immer aufdiefresse-ig einsetzen, wow. Mit dem Song habe ich meine Lernzeit überstanden und mich motiviert und aufgeweckt.
Und außerdem hat es kein anderer Song geschafft, durch André auf der Autobahn einen Lautsprecher meines Autos zu defektieren.

Hören & Sehen: Song bei YouTube und in der Hype Machine.

Kate Nash – Mariella
Klar, der Frau Nashs Foundations ist groß. Aber beim Hören des Albums habe ich mich in Mariella verliebt. Wie (beim ersten Hinhören) grausam dieser Song mit Pauken anfängt. Das klingt schief, irgendwie. Aber dann ist das Ganze nur ein viel, viel zu langes Intro für eine herzzerreißende Geschichte über eine Standardschulfreundin von damals. Und am Ende kommt dann dieses „never ever“-ge-zungengebreche. Muss man nicht mögen. Tu ich aber. Sehr sogar.

Hören & Sehen: Song bei YouTube und in der Hype Machine.

Band of Horses – Is there a Ghost
Erst in den letzten Wochen heraufgaloppiert (Hat eigentlich mal jemand die Pferdemetaphern gezählt, die im Zusammenhang mit dieser Band genannt werden?) aber direkt für sehr gut befunden. Die Männer haben zwar lange Bärte, aber die sieht man, wiedermal, zum Glück nicht (selbst im tollen Video so gut wie nicht).
Und sag noch einer, elektronische Musik hätte ja immer so wenig Text und sei deswegen blöd. Er möge sich bitte dieses repititive Meisterwerk anschauen.

Hören & Sehen: Der Song im FoxyTunes Planet. Das Video dazu bei YouTube und auch hörbar bei der Hype Machine.

Mika – Happy Ending
Auch hier, das Kate-Nash-Schrägstrich-Newcomer-Phänomen: Grace Kelly war anfangs großartig. Diese verspielten Rhythmen, der leicht-lockere Gutelaunepop. Aber auf dem Album dann habe ich mich an Happy Ending nicht satt hören können. Wie sich das Lied Stück für Stück steigert und immer kräftiger wird. Toll. Und dann noch zum Gipfel am Ende dieser kitschige Chor im Hintergrund? Wow!

Hören & Sehen: Der Track im FoxyTunes Planet, bei YouTube und in der Hype Machine.

Sportfreunde Stiller – (Tu nur das) Was dein Herz dir sagt
Die Sportfreunde Stiller sind ja so eine Sache. Auf der einen Seite sind sie eine der wenigen deutschen Bands, die irgendwie ihren eigenen Stil haben, dabei relativ sympathisch sind und auch ganz nette Lieder machen. Auf der anderen Seite sind sie eine Teenieband, spielen diese pseudotiefgründigen Songs und sind für „’54, ’74, ’90, 2006“ verantwortlich. Und Burli konnte mich auch nicht so recht überzeugen.
Aber dieses baladeske (kann man das schreiben?) Stück ist einfach nur schön und schön langsam. Mehr braucht man dazu nicht sagen. (Ok: Wiedermal Pseudotiefgrund, aber noch im erträglichem Maße. Vielleicht auch überproduziert, aber auch noch im erträglichem Maße.)

Hören & Sehen: Das Stück beim FoxyTunes Planeten und bei YouTube.

Daft Punk – Harder, Better, Faster, Stronger 2007
Eigentlich ist es für einen Künstler peinlich, wenn er sich selbst covert. Das klingt immer so nach Erfolgslosigkeit, nach Verzweifelung, nach Dorfdiscotour. Aber bei Daft Punk ist das etwas anderes. Denn die 2007er Version ihres Songs ist nicht einfach ein Cover des alten Klassikers. Es ist ein riesiges Mashup, ein Verwurschtelung von Songs. Härter als das Original und irgendwie im (nicht-?)Trend. Besser als das Original, wie ich finde. Und es fasst perfekt die Alive-2007-Tour zusammen, in einem einzigen Song.
Und dem blöden Herrn West nehme ich es übel, dass er für seine erste Singleauskopplung unbedingt den Song mit dem legendären Daft-Punk-Sample benutzt hat. Der Blöde. Den lad ich nicht mehr zum Kaffeetrinken ein.

Hören & Sehen: Das Video bei YouTube, der Song in der Hype Machine.

Die Fantastischen Vier – Du mich auch
Ernten was wir säen, Einfach sein. Beides tolle Lieder und wohl am Ehesten die, die man im Kopf hat, wenn man an Die Fantastischen Vier denkt undoder das Fornika-Album identifizieren sollen. Für mich ist aber Du mich auch ein Track, den ich auf meine Topliste setzen möchte. Auch der ist eher etwas härter, aber noch im grünen Bereich. Und, muss ich das sagen?, hat einen tiefgehenden Text. Lässt mitwippen.
Gut, es könnte auch Nikki war nie weg sein. Auf das passt die Beschreibung auch. Und die beiden spiegeln, neben den erstgenannten Singles die Viel-falt wieder, die man auf dem Album findet. Aber, nee, ich bleib bei Du mich auch.

Hören & Sehen: Song im FuchsigTunes Planet (leider weder Video noch MP3…).

Das war die Speerspitze meiner Jahresliste, unerwähnt lassen möchte ich aber nicht:

Shout Out Louds – Tonight I Have To Leave It
Lief laut durch meine Wohnung, am Stück, sehr lange. Unheimlich eingänglicher Refrain. Toll.

Hören & Sehen: … in der Hype Machine.

The Chemical Brothers – Saturate
Das Album der Altmeister der Elektrochemie hat mich nicht so ganz überzeugt, aber dieser instrumentale Track mit seinem tiefen Bass und den verzogenen Strings (nennt man das so?, egal!), einfach toll. Besonders wenn der Bass am Anfang zum ersten Mal einsetzt. Wow.

Hören & Sehen: Song beim FoxyTunes Planet.

Róisín Murphy – Let me Know
Irgendwann im Herbst kamen Roisin Murphy, die Frontdame von dem großartigen Moloko, und Robyn, die … Frau mit Ypsilon, irgendwie gleichzeitig auf mein Radar. Und erst da wurde mir bewusst, dass Let me Know von Roisin Murphy ist und wie toll ich das finde.

Hören & Sehen: FoxyTunes-Planet.


2 Gedanken zu „Rückblick des Jahres 2007: Songs

  1. Dem Harder, Better, Faster, Stronger kann ich mich anschließen! Habs mir bei iTunes schenken lassen. Hatte nen Gutschein und wollte mal was iTunes-plusiges haben – nicht bereut.
    Von Maximo Park hat mich wohl eher Our Velocity fasziniert, obwohl der Drang, von denen was zu hören mit den Clip zu Books from Boxes irgendwann sonntags morgens auf MTV angefangen hat…
    Pretender hat mir dagegen nicht gefallen… alles andere kenn ich nicht und kommentier ich nicht! 😉

Kommentare sind geschlossen.