Eng und weit — Beatsteaks im Palladium

Bevor sich das Konzert noch verjährt…

Concert Beatsteaks #8: b-Background

Concert Beatsteaks #7: Girl on shoulders

Concert Beatsteaks #6: Armin with guitars

Concert Beatsteaks #5: Ceilling.

Concert Beatsteaks #4: Beatme

Concert Beatsteaks #3: The Stage

Concert Beatsteaks #2: Hall filling

Concert Beatsteaks #1: The Entrance

Das Palladium war mal eine alte Maschinenhalle. Oder so etwas in die Richtung; jedenfalls eine hohe und lange Halle.
Die Beatsteaks sind eine Punkrockpop-Band. Oder so etwas in die Richtung; jedenfalls eine laute und meist wilde Band.

Zum Konzert ankommen am Palladium hieß in der 150 m langen Schlange zu stehen. Die wurde zwar relativ schnell kürzer, im Inneren war es aber nicht weniger voll. Der Vorraum quoll über, der Zugang zur Garderobe und zur Toilette mit eine großen Menschentraube bevölkert.
Bei meinem vergeblichen Versuch, die mit 2000 Haken versehene und bereits übervoll besetzte Garderobe durch meine Jacke zu verschönern, verpasste ich die Vorband Turbostaat. Machte aber nichts, mag ich sowieso nicht.
Erst dachten wir, wir könnten uns noch in die ersten 20-30 m vor die Bühne implementieren. Fremde, schweißnasse Arme an seinen eigenen; fremde, schweißnasse T-Shirts an seinem, den Zustand ebenfalls langsam erreichenden eigenen; ein Haufen blauer Flecken und Beleidigungen später verwarf ich den Plan aber. Kennt ihr das, wenn ihr Teil einer homogenen Masse (geteilt in „oben“ und „unten“ durch die breitesten Stellen des Körper, Hüfte – oder meistens: Bauch) seid und diese Masse auf einmal umkippt? Initiiert von irgendeinem spaßigen Menschen vorne? Die Unfähigkeit, irgend etwas zu tun außer mitzukippen und hoffen, dass weiter hinten irgend jemand die Bewegung umkehrt? Ganz unangehmens Gefühl.
Da habe ich mir lieber weiter hinten einen etwas ruhigeren Platz gesucht. Punkrock schön und gut, aber entweder bin ich zu friedlebig, zu unwild oder doch schon zu alt für Konzerte solcher Musik. Jedenfalls: „Weiter hinten“ heißt auch genau das im Palladium. Die Halle ist eher schmal und deswegen wesentlich länger als breit. Etwas doof, handelt es sich bei Licht und Schall doch um eine Welle die sich gleichmäßig in alle Richtungen ausbreitet. Und erfahrungsgemäß heißt das besonders für Licht: Weiter hinten sieht alles tendenziell kleiner aus.

Gut, das ist ärgerlich, aber damit kann man klarkommen. Und auch so kann man das Konzert der Beatsteaks genießen.
Denn natürlich lieferte die beste Liveband der Welt, wie man sie manchmal bezeichnet, ein hervorragendes Konzert ab. Sie spielten die besten Songs ihres aktuellen Albums und, zu meinem Leidwesen, die besten Songs ihrer alten Alben. Da bin ich nämlich überhaupt nicht so fit. Mehr überhaupt gar nicht. Trotzdem: Genug Songs zum mitspringen und (ganz wichtig) zum mitsingen. Genug Songs zum Armemitrhythmieren™.
Dabei natürlich das übliche Rockstargesülze „Köln, ihr seid die Besten! Yeah!“ und „Als wir damals im Underground angefangen haben …“. Die Bühnenshow war, konnte man erwarten, eher zurückhaltend: Ein paar wechselnde Hintergrunde und buntes Licht (und bei „She was great“ sogar Seifenblasen!). Bei den Beatsteaks kommt es halt ganz auf die Jungs rund um Sänger Arnim an. Wäre die positive Interpretation.

Ganz entgegen des irgendwie unterschwellig vorhandenen Tons dieses Beitrags fand ich das Konzert toll! Die Beatsteaks sind wirklich eine hervorragende Liveband, sehr publikumsnah („Hey Security, lasst doch endlich mal die Leute hier in den Vorraum! Verdammte <schimpfwort>, wir sind ein Punkband!“) und auch das drumherum stimmte. Wäre es nur nicht so verdammt voll gewesen…

Traditionell habe ich folgend wieder meine Impressionen in einem kleinen Video zusammengeschnitten. Die besten von-sehr-weit-weg Fotos gibt’s in meinem flickr-Account, alle in meinem Picasa-Account.

Sevenload-Direktentfernung

8 Gedanken zu „Eng und weit — Beatsteaks im Palladium

  1. Ich bin ja schon ein klein wenig neidisch … ! Ich will auch auf ein Beatsteaks-Konzi!!! Das letzte ist schon viiiel zu lange her. Weckt allerdings Erinnerungen. 2003 (?) war es auch das Palladium und auch viel zu voll. Leider habe war ich etwas zu sehr damit beschäftigt, mich über das Rumgeschubse aufzuregen, als das Konzert wirklich zu genießen, aaaaber naja 🙂 Toll war es trotzdem. Und Mensch, würds gern auf ein Neues versuchen! Muss jedenfalls sehr geil gewesen sein, dem Video und deinem Bericht nach zu urteilen! Und mein Kommentar ist grad mal viel zu lang … aaaaber egal 🙂 Bla.

  2. Das Palladium ist echt ziemlch scheiße, ich vermeide es so weit es geht dort Konzerte zu besuchen.
    Das letzte Album der Beatsteaks fand ich leider sehr enttäuscht, vor kurzem ist mir allerdings die 2005 erschienene doppel DVD B-Seite in die Hände geraten und von der bin ich ziemlich begeistert. In knapp 4 Stunden Material sind alle Video-Clips, Live-Auftritte, Doku, Making-Of Smack Smash…ersetzt zwar nicht das Gefühl eine der besten Live-Bands selbst zu erleben ist aber eine sehr feine Sache…

  3. Jo, Konzert war super. Aber ich muss dir widersprechen, Andi, dieses Umkippen in der homogenen Menge war eigentlich ziemlich lustig.

    Wie auch immer, sonst kann ich allem zustimmen 😉

  4. Maren: Da sprach wohl ein wenig Freud aus mir! Ist korrigiert – danke :).
    Vreni: Ja, am Anfang hat mich das Rumschubsen auch aufgeregt, aber naja, etwas später dann hinten hatte ich mich beruhigt :). Und lange Kommentare sind super (wenn man bedenkt, wie sehr ich hier meinen „kurzen Konzertbericht“ überzogen habe …)
    Benedikt: Prime Club, Palladium – irgendwas stimmt mit Ps am Anfang nicht! Alle Locations nicht so der Brüller… Die DVD kenne ich nicht, aber ich bin ja auch kein jahrelanger Beatsteaks-Fan — ich bin erst vor ein/zwei Jahren auf den Zug aufgesprungen ;).
    André: Wie gesagt – deine Umkippfreude ist mit Sicherheit auf deiner erhöhten körperlichen Statue zurückzuführen.

  5. Es ist eben immer wieder ein Traum sich von wildfremden Menschen auf den Füßen rumtrampeln zu lassen o.ä. da habe auch ich schon das ein oder andere Mal bemerkt wie alt man tatsächlich ist 😉

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