Warum Skihallen nichts für mich sind

Hallo, mein Name ist Andi und das ist mein Blog. Ein Blog ist ein …
Unsere Universität, das ist die, die jetzt stolz ihr E im Namen herumträgt und es prägnant überall kundtut, hat eine relativ aktive Spochtabteilung. Sport, den man macht, keinen Sport, den man studiert. Mens sana in corpore sano und so. Ihr wisst schon.

Und so kam es, dass letzte Woche die Wintersportabteilung des RWTH Sports einlud, gemeinsam mit Bussen in die Skihalle Landgraaf (Aachen liegt ja bekanntlich nicht weit von der Niederländischen Grenze – und so tut es auch Landgraaf, nur andersrum) zu fahren. Schon das zweite Mal — 2006 wurden schon einmal >400 (geschätzt) Studenten in den großen Kaltraum gekarrt.
Und schon 2006 schwor ich mir, bloß nie wieder mitzufahren.

Aber das war vor einem Jahr. Und mein anfängliches Weigern, die Internetanmeldung auszufüllen, wurde über mehrere Tage gekonnt subtil niedergeredet, bis ich mich in einer kollektiven Anmelderunde anmeldete. Nur 17 Euro. Hey!
Alkohol war da noch nicht geflossen. Auf geistige Umnachtung kann ich mich also nicht, zumindest nicht mehr als sonst berufen. Mittlerweile ist mir aber klar, was mich zur Anmeldung bewegte: .

Damit mir so etwas ja nie wieder passiert. Als Mahnmal vor dem Teufel Skihalle für mich selbst. Zur Gedächtnisunterstützung für’s nächste Jahr: Andi, Skihallen sind nichts für dich.

Denn auch dieses Jahr war es schrecklich.

Fangen wir vorne an.
Skihalle. Skihalle! Ski-Halle! Das ist doch ein Oxymoron. Das ist so, als würde man Delphfine, als würde man Wale in Becken halten! Das ist so wie Zoo! Und Zoo ist langweilig. Ski-Halle. Zum Skifahren gehört doch das Denberghinauffahren. Das Panorama beim Ausstieg. Die Bäume am Pistenrand. Der Wind aus dem Tal, der beim Runterfahren um die Ohren pfeift. Der perfekt blaue Himmel von dem die Sonne langsam und unbemerkt, stark und intensiv das Gesicht verbrennt! Oder der gemein-dichte Nebel, der noch nicht einmal die eigene Hand, geschweige denn den nächsten Skifahrer weiter vorne erkennen lässt. Der einen mit Sicherheit über jeden dritten, im Nebel versunkenen Hügel stürzen lässt. Dieses Metaskigefühl, das alles fehlt in so einer öden Halle.
Dann sind da diese kurzen Pisten. Ist man oben in seine Bindung gestiegen und hat sich kurz nach vorne gelehnt, schon ist man wieder unten angelangt. Mit etwas Glück hat man Zeit gefunden, zwei, drei, oder vielleicht sogar vier Schwünge zu fahren. Aber nur, wenn man sich nicht über Anfänger und/oder dumme Pistenbenutzer geärgert hat, die einen den Weg gekreuzt oder zur Gruppen die Piste besetzt haben. Das gibt’s in freier Wildbahn auch. Aber da ist die Piste ca. x^8 km länger und 0.5*y^2 m breiter. Mindestens.
Wenn man sich dann auf der Piste, ob massiger Querschläger, noch nicht genug geärgert hat, darf man das am und im Sessellift gerne nachholen bzw. fortsetzen. Gut, an lange Schlangen ist man je nach Skigebiet gewöhnt. Aber: der Dummheitsfaktor beim Einstieg ist exponentiell erhöht. Menschen bleiben, völlig unabhängig der hinter sich befindlichen Schlangenlänge, noch vor dem Einstieg stehen, weil ihnen a) der Schuh noch etwas zu i) locker, ii) fest ist; b) die Bindung noch neu eingestellt werden muss; c) der total wichtige Freund noch nicht neben sich gerückt ist; d) ein undurchsichtiger Grund aufgetreten ist; e) eine mögliche Variation von a) bis d). Hat man es dann bis zum eigentlichen Einstieg geschafft, wird mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein Unglück passieren. Jemand lässt sich zu früh fallen, fährt zu weit hinaus, oder macht wasweißichwas. Alles führt jedenfalls zu einer Liftstoppung. Und bis so ein Lift wieder läuft, das dauert.
Ist man dann einmal in die größte, mechanische Warteschlange aka. „Lift“ eingepfercht darf man sich zehn bis hundert mal so lange wie beim Herunterfahren die Piste anschauen. Und zehn bis hundert mal so lange darauf freuen, endlich oben zu sein und wieder in ein zehntel bis ein hundertstel der Rauffahrzeit am unteren, potentialverringerten Ende des Lifts zu sein. Um sich dann darauf zu freuen, …

Aber am schlimmsten: die Musik. Konstant wird man mit der Essenz des Schrecklichsten aus 30 Jahre Musik beschallt. Zugegeben, eines von zehn bis hundert Liedern ist anhörbar. Der Rest ist ein wilder Mix aus Kirmestechno, 80er-Musik (aber die von der B-Seite!), Schlager, Apres-Ski-Musik und, worst of it all, Niederländischer Apres-Ski-Musik. Immer. Immer weiter auf die Ohren. Ohne Pause.
Des Niederländers geheime Forschungseinrichtung zur Erprobung neuartiger Foltermethoden durch Musik.

Skihallen? Sind nichts für mich.
Ich bleib lieber bei der echten Version. Mit Berg. Und schön. Und so.

Denk dran, Andi.

Und zum Ende noch ein toller Wortwitz: fin (Didn’t get it? Take a look at the source code…)

7 Gedanken zu „Warum Skihallen nichts für mich sind

  1. Dann war es ja die richtige Entscheidung von mir nicht mitzufahren. Obwohl die 17 € ja wirklich günstig waren. Aber im Januar genieße ich dann auch die echte Version. 🙂

  2. Mittlerweile ist mir aber klar, was mich zur Anmeldung bewegte: .

    wie ist das zu verstehen? soll man sich da in dem whitespace ein „nichts“ denken? 😉

  3. Das ist irgendwie die naheliegendere Begründung (und auch nicht gänzlich falsch), aber ich meinte damit, dass ich es letztendlich doch noch nicht weiß ;).

  4. Kann ich Dir zustimmen. Wenn man schon ein paar mal auf den Brettern in den richtigen Bergen war, ist so eine Skihalle wirklich nix. Zumal auch das Apres Ski in den Hallen meistens mau ist oder man anschliessend noch ziemlich weit fahren muss. Allerhöchstens für Skianfänger macht eine Skihalle Sinn. Die sind dann auch nicht innerhalb von 5 Sekunden wieder im „Tal“.

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