Musik der letzten Wochen

Lernen klappt bei mir am besten mit guter Musik. Und neben einer Reihe von Podcasts und Live-Mixes, habe ich auch ein paar neue Alben gekauft und hoch und runter gehört.
Ich möchte hiermit in mehr oder minder Toplistenreihenfolge meine Empfehlung aussprechen, für:

Kate Nash – Made of Bricks
Aus England kommt diese Singersongwriterin, die zumindest dort ein wenig über MySpace bekannt wurde. Kategorisieren kann man sie vielleicht als Indie-Pop, was aber dann auch nicht viel schwammiger mehr geht. Allerdings: Spezifischer wird auch schwierig, weil auf „Made of Bricks“ ein großes Spektrum abgedeckt wird. Mein Beschreibungsversuch: Kein Lied hört auf, wie es anfängt. Da ist z.B. Mariella, das Lied über eine Klassenkameradin, die sich auf einmal entschloß, ganz in schwarz zu kleiden. Mariella fängt nahezu schrecklich an, mit lauten Paukenschlägen, wird dann großartig und springt am Ende dann mit lauten Wiederholungen fast darüber hinaus.
Aber eben wegen dieses handgemachten, riesigen musikalischen Horizonts und wundervoll abgedrehten Texten (wie kann man bitte ein komplettes Lied über seinen Mund, seine Knochen usw. machen?!): Empfohlen!

Modeselektor – Happy Birthday!
Ganz im Kontrast zu Kate Nash steht die neue Platte des Berliner Elektroduos von Modeselektor (deren Name mit „k“ sich ausgesprochen ausgesprochen doof anhört). Vorher von Modeselektor gehört hatte ich höchstens einmal entfernt; der Kauf von „Happy Birthday!“ stellte sich ungefähr so dar: Ersten Track im iTunes Store vorhören, zweiten Track vorhören. Dritten Track. Einen Vierten, per Zufall ausgeliefert. Ok. Gefällt. Gekauft. Und bereut habe ich es nicht. Die Platte ist (im Gegensatz zu „Made of Bricks“) ganz klar dem Genre „Elektro“ zuzuordnen. Dort allerdings werden mehrere Teilgebiete bedient, von Uptempo bis Downtempo — alles dabei. Hervorzuheben ist der mit Maximo-Park-Sänger Paul Smith aufgenommene Track „(I can’t sleep) Without music“, bei dem man allerdings nicht schlafen kann. Hab ich probiert. Klappt nicht.

Kilians – Kill the Kilians
Diese recht frische Band aus Dinslaken macht, wie ich zumindest sagen würde, klassischen Rock. Allerdings, dann doch nicht so klassischen, als dass er langweilig würde. Aufgefallen ist mir die Band irgendwann auf Einslive abends. „Fight the Start“ ist einfach ein unglaublicher Ohrwurm. Und als ich dann bei coffeeandtv.de das sehr sympathische Interview (Teil 1 | Teil 2) mit Sänger Simon den Hartog sah, zack, „Kill the Kilians“ war gekauft. Die Lieder zu Anfang des Albums gefallen mir am Besten, rein subjektiv. Nach hinten hin wird’s nicht mehr ganz so gut. Achja: Wie mir aus Insiderkreisen (ich wollte das schon immer mal schreiben) gesteckt wurde sind alle Plattenvertragsgeschichte erfunden! In Wirklichkeit war es so:

Athlete – Beyond the Neighbourhood
Das dritte (richtige) Album der Engländer mit dem Frontmann mit der eingänglichen Stimme. Ist etwas elektronisch-angehaucht, ganz leicht, macht es damit anders als die bisherigen Alben, aber erst richtig interessant deswegen. Ich musste mich in „Beyond the Neighbourhood“ erst reinhören, wie das manchmal bei Alben so ist, aber mittlerweile mag ich den Sound sehr gerne. Eine gute Komplettierung meiner Athletesammlung.

Hard-Fi – Once Upon a Time In the West
Ob man das Releasedate, das gleichzeitig mit dem von Athlete gesetzt wurde, als Kampfansage werten muss, hoffe ich nicht. Denn Hard-Fi ist zwar auch Englisch und auch Alternative, aber anders. Schneller, unmelancholischer. Und trotzdem frontmannbedingt mit einer grandios eigenen Stimme ausgestattet. „Suburban Knights“ ist ganz klar das beste Stück von „Once Upon a Time In the West„, in den Rest muss man sich, wiedermal, erst reinhören. Das Album an sich ist nicht ganz so gut wie Athletes; leider nervt die Stimme von Richard Archer ebenso schnell, wie sie eingänglich ist.
Lustig ist, dass Hard-Fi in UK erfolgreicher als Athlete sind. In Deutschland ist das eher anders herum.

Boys Noize – Oi Oi Oi
Ein stilistischer Stilbruch kann ja auch Stil sein. Zu den besten Remixen von Popsongs, die ich kenne, gehört der Boys-Noize-Remix von Feists „My Moon My Man“ (den Track in normal finde ich zu langweilig). Seitdem war Boys Noize auf meinem Radar, auch wenn ich da noch nicht wusste, dass es sich bei Boys Noize um das zweite Image von Berliner Kid Alex handelt. Mit Boys Noize springt er auf den momentan zu recht erfolgreichen Zug um den Krachelektro vom Ed-Banger-Label auf. Der Name „Oi Oi Oi“ ist schrecklich, das Cover (ein Spiegelkugeltotenkopf) geht noch so gerade, aber die Musik, die rockt. Klar, sie ist schnell und wild und abgedreht. Aber sowas braucht man ja auch manchmal. Grandios sind Anfang und Ende der Platte. Sozusagen Intro und Outro. Ein schlichtes „Hallo“ aus dem Stimmsynthesizer, gefolgt von einer Sekunde Pause und dem instantan einsetzenden Bassmachinekrach. Am Ende genau so, nur eben mit einem „Goodbye“. Cool!

Foo Fighters – Echoes, Silence, Patience and Grace
Die Band um Exnirvanaraner Dave Grohl liefert mit dem viel zu lange betitelten Album ein ganz solides Stück ab. „The Pretender“ lief bei mir immer und immer wieder. Es hat diese tolle Abwechslung aus ruhigen Teilen, die sofort wieder in Energetischere umschwenken. Und es hat die tolle Textzeile „I’m what’s left, I’m what’s right“ – viel mehr Doppeldeutigkeit kann man in sechs Worte nicht packen. Leider werde ich es zur Schadensvermeidung jetzt nicht mehr so häufig hören können. Man möchte sich ja nicht überhören. Der Rest des Albums steht meiner Meinung nach im Schatten des Tracks. Alles Ok, aber keine so grandiosen Stücke mehr.

Vielleicht konnte ich ja zu einer musikalischen Inspiration dienen.
Was läuft bei euch gerade im Plattenschrank hoch und runter?

6 Gedanken zu „Musik der letzten Wochen

  1. Schon wieder ein Blogeintrag? Man merkt, dass die Lernerei vorbei ist 😉
    In meinem virtuellen Plattenschrank läuft zur Zeit entweder Keith Urban („Love, pain & the whole crazy thing“), The Veronicas („The secret life of…“), Nickelback („All the right reasons“) oder Pink („I’m not dead“).
    Merkst du was? Kein Bon Jovi! 😉

  2. Ja, super!
    Du entwickelst dich weiter ;p.

    Nee, da ist zwar Pink und Nickelback bei, aber das ist bei weitem besser als der Herr Jovi. Sag ich jetzt mal so :).

  3. Sehr interessant!
    Überall – zumindest wo es klappt – reingehört. Interessante Zusammenstellung!
    Teilweise finde ich die aber nicht in iTunes… Wahrscheinlich hörst du zu wenig mainstreamige Musik 😉

    Gerade läuft noch der myspace-Account von Kate N. durch… Melodie und Stimme hinterlässt irgendwie einen… mhh… zufriedenen Eindruck 😉

  4. Gerade im Newsletter vom Grand Hotel van Cleef folgende Information gelesen:

    […]
    TOURDATEN:
    […]
    KILIANS
    präsentiert von Visions
    […]
    * 14.11.07 Aachen, Malteserkeller

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