Von vierten Semestern, Physikprüfungen und zeitgerafften Lernwänden

Fast ein Monat war wieder einmal Stille in diesem Blog. Was kann das um die Jahreszeit heißen? Andi war auf einer Weltreise und hat in ausgedienten Nuklearatollen nach Eisen gesucht? Andi hat im Botanischen Garten Aachen neue Pflanzenarten und Maikäfer gesucht? Andi hat Demokratie nach Nordkorea gebracht? Andi hat die gaußsche Glockenkurve integriert?

Nein, viel besser: Andi hat wieder mal gelernt.

No pinboardS at all: Physics

Denn, bekanntermaßen ist „Vorlesungsfreiezeit“ für Physikstudenten in Aachen synonym mit „lernen“. Neben den regulär angesetzten Klausuren musste ich noch zwei Altlast-Klausuren nachholen. Eine 2/3-Bestehensquote war auch ein ganz guter Schnitt. Zwar noch nicht so gut, als dass ich in Regelstudienzeit (JETZT) mein Vordiplom hätte, aber dem ist dann nach diesem Semester mit Sicherheit so. Ich kann hoffentlich trotzdem regulär weiter mit dem Studium machen.

Darüber hinaus gab es dieses Jahr kein Praktikum (der ein oder andere treue Leser erinnert sich vielleicht noch an unsere mittlerweile legendär gewordenen Videos), sondern eine total crazige mündliche Prüfung in Experimentalphysik über die Semester 1 bis 4. Mechanik, Relativitätstheorie, Wärmelehre, E-Lehre, Optik und Quanten sollten hoch und runter gelernt werden. Leider die ganze Zeit ohne eine Ahnung, was der Professor in der Prüfung abfragen könnte. Andi (ich!) hat sich nämlich am ersten Prüfungstag die dritte Prüfung und damit die Dritte des Professors überhaupt gesichert. Schlau von ihm.

So hat sich in einem Endspurt, bei dem selbst Achill alt (!) ausgesehen hätte, mein Zimmer in ein großes Formel- und Wissensarchiv verwandelt. Jede Wand wurde von mir mit Zetteln behängt, die dann belernt wurden. Wie das Aufhängen aussah, das habe ich mit der tollen Zeitrafferfunktion meiner noch tolleren neuen Kamera (don’t ask about the old one) aufgenommen, zusammengepappt, musikalisch unterlegt und hochgeladen. Das eine Minute lange Video gibt’s weiter unten nach dem Klick. Wie die Wände, die Freunde übrigens mit den opferbehangenen Kammern von Serienkillern verglichen, in ihrer vollen Pracht aussahen habe ich rechts illustriert (Klicken macht’s größer!). (Und auch vom Abhängen gibt’s ein Video, was allerdings NOCH langweiliger als das Video des Aufhängens ist.)
Das Dauerlernen lohnte sich (wenn auch nur begrenzt, lieber hätte ich etwas anderes lernen sollen — aber, hey, nachher ist man immer schlauer). Denn es sprang eine okaye 2,7 dabei heraus, die zwar für die Verhältnisse sonst bei der Prüfung nicht so toll war (90% der restlichen Noten befinden sich im 1er-Bereich), die aber für mich völlig in Ordnung geht.

Jetzt freue ich mich ein wenig auf den Semesteranfang nummero fünf. 6 to go.


Link: sevenload.com

7 Gedanken zu „Von vierten Semestern, Physikprüfungen und zeitgerafften Lernwänden

  1. erschreckend! Ich dachte immer, ich wäre groß darin irgendwelche Lernzettel an meine Wände zu kleistern aber wenn ich mir deine Wände so ansehe muss ich kapitulieren 😉

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