We. Are. Your Friends. Nicht ganz. — Justice im Prime Club

Justice #4: The Hands

Justice #5: The Cross

Justice #3: Reduce to the Max

Justice #2: Crowd in the light

Justice #1: Mixing Console

Wenn ich jemandem den Musikstil von Justice erklären soll, dann benutze ich gerne „Knarzelektro“. Keine andere Band schafft es, so viele Unsounds zu einem melodischem Brei zu schlagen, der vollständig rockbar ist. Das hört man schon auf dem Album wunderbar.

Aber das hörte man gestern beim Konzert von Justice im Prime Club NOCH besser. Die beiden Franzosen spielten in ihrem knapp einstündigen Set die meisten Tracks ihres Albums. D.h. sie spielten sie nicht nur: sie webten sie regelrecht ineinander. Den Anfang machte, ganz wie im Album „Genesis“ — wenn auch eine halbe Stunde später als angekündigt. Das Stück konnte man noch ganz gut erkennen. Aber dann ging’s los. Dann wurden mehrere Samples der verschiedensten Stücke von Justice miteinander Verknüpft, die Tonspuren ineinander geschoben, eine Portion Extrabass drunter gemischt. Und ab geht’s. Ganz schön wow.

Ganz im Recordlabelnamen konnte man grandios ‚Ed Bangen (jetzt kann man so einen offensichtlichen Wortwitz noch machen — aber auch nur, damit ich dann später sagen kann „Alt, hab ich schon Nullsieben gebracht“), der Bass wummerte konstant nackennickend. Man konnte, wenn man denn genug Platz hatte.
Denn der Prime Club ist nicht groß. Genau genommen ist er ist alles andere als das. Aber wer konnte ahnen, dass „ausverkauft“ synonym zu „überfüllt“ ist? Gleichmäßig wie das pulsierende Leuchten des Kreuzes auf der Bühne kamen neue Leute von hinten und füllten jeden Nanometer der feuchten Restluft, drängelten nach vorne und rieben ihre nassen Körper wild durch die Gegend.
Dabei trugen 110% der Männer von ihnen idealer weise zwei Röhrenjeans (anders kann ich mir die hohe Röhrenjeansdichte nicht erklären), hatten emoige Haarprachten im Gesicht hängen und ließen sich etwas später mit Händen vom Publikum durch die Gegend und gegen die Scheinwerfer tragen, dabei den eh schon beschränkten Blick auf die Bühne verdeckend.

Die Musik war toll. Die Stücke ihres Albums zusammengewebt ohne Fehler — und ohne Langeweile. Und dann kurz vor Ende das Immernochfavourite „We Are Your Friends„. Arme hoch und mitgröhlen. Aber der Ort? Viel zu voll. VIEL zu voll. Und dazu Gedränge, Geschweißtropfe von der Decke. Und ganz schön viele ganz schön seltsame Leute.
Justice? Gerne. Prime Club? Nein. Nicht freiwillig.

Zur Nachbearbeitung in Bild und Video:

Rechts seht ihr die Besten der (wenig guten) Bilder über flickr.

Ein kleines Video vom D.A.N.C.E.-Intro (Leider musste ich zwischendrin einem der ewigen Stagediver einen Arm geben. Dafür lohnen sich die letzten 20 Sekunden, da kriegt man trotz der grandiosen Tonqualität einen Eindruck vom Rock.):

Direktgerechtigkeit

Alle ansatzweise nicht verwackelten Bilder gibt’s in meinem Picasa-Account.
Und wäre das nicht genug der medialen Nachbearbeitung, hat Martin mich sogar auf einem Bild bei Einslive gefunden. Ich bin Walter.
Aaaaußerdem haben die Damen von Les Mads vor dem Konzert ein kleines Videointerview mit den Herren von Justice gemacht. Anschauen!

Und, verdammt, ich brauche so ein tolles Justice-/Ed-Banger-T-Shirt

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