Buch: Christopher Moore – Lange Zähne

Jody ist zwar eine relativ attraktive, aber trotzdem nur eine von vielen Angestellten in der Transamerica-Pyramide von San Francisco. Eines Abends auf dem Heimweg wird sie überfallen und in Folge dessen irgendwie ohnmächtig. Als sie wieder wach wird, stellt sie fest, dass ihre Hand verbrannt ist, dass sie seltsam scharfe Sinne hat und ihr Freund ein ziemliches Arsch ist. Achja: Und, dass sie ein Vampir ist.
Thomas C. Flood, oder C. Thomas Flood, oder einfach nur Thomas Flood ist gerade vom Land nach San Francisco gekommen. Er will Abenteuer erleben, das Leben kennenlernen und Bücher schreiben. Er ist nämlich Schriftsteller (dafür auch das C. in seinem Künstlernamen!). Geld hat er allerdings keines, weshalb er mit den fünf Wongs zusammen in einem kleinen Raum in China-Town wohnen muss und zusammen mit einem Haufen anderer Menschen, von allen nur „die Tiere“ genannt, die Nachtschicht in einem Supermarkt schiebt. Gerade rechtzeitig, als die fünf Wongs ihm einen Heiratsantrag machen, lernt er Jody kennen.
Die taucht nämlich zufälligerweise in der Nacht am Supermarkt auf und bietet Tommy eine Wohnung mit ihr zusammen an, wenn er dafür ein paar Erledigungen tagsüber machen könnte. Thommy nimmt das Angebot natürlich liebend gerne an. Und ehe er sich versieht liegt er im dunkeln Raum unter Jody, die ihm eben noch beim wildesten Sex seines Lebens in den Hals gebissen hat und jetzt Kopf über an der Decke hängt und im Dunkeln aus einem Buch vorliest.
Im weiteren jagen Jody und Tommy zusammen mit den Tieren und zwei Detectives der Mordkommision einen Vampir, der am laufenden Band Personen in San Francisco umbringt. Der Vampir, der auch Jody überfallen und gebissen hat…

Christopher Moore stellt, wiedermal, ein seltsames und groteskes Bild von einer übernatürlichen Sache dar. In Lange Zähne (Bloodsucking Fiends) dieses Mal: Vampire. Manches (‚literarhistorisch‘) bekannte lässt er bestehen (Vampire können Wärmeaura spüren, sich in Nebel verwandeln und sind dauergeil) und Vieles verwirft er, geschickt dabei immer in Bezugnahme auf die großen Vampirromane.
Grandios ist ihm der Charakter von Thomas Flood gelungen. Nie doof, sogar irgendwie intelligent, aber tollpatschig und (wieder) besonders: schräg. Ich mag es ja, wenn Dialoge auf einmal zusammenhangslos verlaufen. Aber auch die anderen Haupt- und Nebencharaktere sind toll. Jody, hin- und hergerissen zwischen dem alten Spießer- und dem neuen Hedonismusleben. Die Tiere, eines schräger als das andere.
Und natürlich: Der Kaiser. Der wohl sympathischste aller Obdachlosen ist samt seiner Truppen auch bei Lange Zähne dabei und hilft mit den Vampir zu jagen (Und ich könnte mich ja stundenlang nur darüber amüsieren, wie jemand auf die Idee kommt, einen in der ganzen Stadt etablierten Obdachlosen, der sich selbst als Kaiser sieht, zu schreiben. Groß!). Und auch die beiden Cops Cavuto und Rivera aus „Ein todsicherer Job“ spielen hier mit.

Lange Zähne war das dritte Buch von Christopher Moore – also eines seiner ersten. Das merkt man. Die Bücher, die ich sonst von Moore gelesen habe, waren noch ein Stück abgedrehter. Noch etwas seltsamer. Und das spielt eine Rolle, denn die ganze Story lebt davon, dass sie so wunderbar surreal ist.

Es ist also nicht das Beste der Bücher von Moore. Trotzdem ist es gut; andere Bücher von ihm sind schlichtweg besser. (Und er legt ja IMHO eine recht hohe Latte vor.)

9 Gedanken zu „Buch: Christopher Moore – Lange Zähne

  1. Schon wieder einen Autor, den ich nicht kenne.
    Du bringst mir immer Namen, wenn ich wegen Leserities mein Studium nicht schaffe, mache ich dich verantwortlich! 😉

  2. Nun, man könnte argumentieren, dass „Fool on the Hill“ ja das Leben an einer Uni beschreibt, und „Ich und die anderen“ beschreibt, wie man die Arbeit von mehreren Personen verrichtet. Ich erwähne diese Titel aber nur, um Dich davor zu warnen, diese Bücher zu kaufen.

  3. Jetzt wo du „Ich und die anderen“ erwähnst, wird mir bewusst, dass ich doch tatsächlich schon einmal von dem Buch gehört habe. Nämlich hier.
    Gut, also wieder ein Autor, den ich auf meine Amazon Wishlist (=to-buy-list) setze ;).

  4. Ich finde Deine Seite echt klasse , denn die Inhalte der Bücher ist so gut beschrieben, dass man sich darunter auch was vorstellen kann. Man kann dann schon im Vorfeld besser entscheiden interessiert mich das Buch oder lass ich es bleiben. Ein dickes Lob. Echt Klasse.
    Gruß

  5. Hey Steffen! Auch dir vielen Dank für dein Lob. Es freut mich, wenn ich andere Leser für Bücher, die mir gefielen, begeistern kann :).

  6. Hi, hab grade das buch zuende gelesen und finde es einfach klasse!! ^^

    also es gibt klar lustigere und abgedrehtere geschichten (auch von moore oder sämtliche douglas adams bücher), aber bei dem buch stimmt einfach alles, hat mich irgendiwe tief berührt, vorallem das ende gefällt mir so richtig^^ hab keinen tag gebraucht um es zu lesen, genial.

    äh… nun gut…, ich wollte mich einfach mal jemandem mitteilen ^^, schönen tag noch!!!

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