Buch: Iain Banks – Der Algebraist

Fassin Taak ist Seher. Langsamen-Seher. Er begibt sich in kleinen Kapseln in die Atmosphäre von großen Gasplaneten, im Speziellen in die Atmosphäre von Nasqueron (größter Planet des Ulubis-Systems), um Informationen mit den dort lebenden Dwellern auszutauschen. Die Dweller leben schon seit Milliarden Jahren auf den verschiedensten Gasplaneten des Universums. Haben also schon viel gesehen, und noch mehr Informationen.
Eigentlich ist Fassin nur einer von vielen Sehern in seinem Sept Bantrabal. Bis er eines Tages zu einer Versammlung in die Hauptstadt gerufen wird. Ihm, wie einer Reihe weiterer Ausgewählte wird von den Vorsitzenden des größten Völkerzusammenschlusses des Universums, der Merkatoria, eröffnet, dass eine riesige Flotte von Sternenschiffen zum Ulubis-System unterwegs ist, um dieses einzunehmen. Eine Merkatoria-Flotte sei ebenfalls unterwegs, werde aber erst ein paar Monate nach der Angreiferflotte eintreffen, da auch kein Wurmlochzugang mehr im Ulubis-System existiere (dieses wurde vor mehr als zwanzig Jahren von den ulubiseigenen Beyonder-Rebellen zerstört). Der Grund für den Angriff sind Informationen über eine geheime Liste der Dweller, die Fassin zufällig vor einiger Zeit bei einen seiner Spaziergänge auf Nasqueron, unwissend, entdeckt hatte. Die Liste soll Daten enthalten zu einem gerüchtweise existierenden, Milliarden Jahre alten Wurmlochsystem der Dweller. Die Merkatoria könnte es u.a. nutzen, um noch rechtzeitig vor dem Angriff in Ulubis anzukommen.
Fassin wird wieder auf Nasqueron geschickt, um näheres über die Liste herauszufinden — vielleicht ja sogar die Liste selbst!
Während er sich dort und auf anderen Planeten mit den seltsamen Dwellern auseinandersetzt, rückt gleichzeitig die Bedrohung des Angriffs immer näher. Bis die Flotte schließlich im Ulubis-System ankommt, natürlich bevor Fassin die Liste gefunden hat und bevor die Einheiten der Merkatoria der Verteidigung Ulubis helfen können.
Existiert die Liste? Wer wird Ulubis erobern? Was sind das für seltsame Zwillinge? Und wie kommt man auf die ganzen lustigen Namen?

Der Algebraist“ war langweilig. Viel zu lang gezogen. Das, was dort oben steht, schmückt Iain Banks auf ca. 80 Prozent der stattlichen 800 Seiten aus. Space Opera hin oder her, ZU lang für meinen Geschmack. Es passiert einfach nichts.

Zugute halten muss man Banks, dass er bei allen inhaltlichen Längen auch einige interessante Ideen mit hineinsteckt.
Anhand der im Gas lebenden Dwellern, was an sich schon eine nette Idee ist (immerhin sind ein großteil der (bisher entdeckten) Planeten Gasriesen und dann damit potenzielle Lebenswelten) bricht Banks immer wieder mit unseren Moral- und Wertevorstellungen. Dweller leben mehrere Millionen Jahre, schauen nur selten über ihre eigene ‚kleine‘ Welt hinaus und schauen dann voller Verachtung auf alle Schnellen-Lebewesen, also jene, deren Lebens- und Kulturalter nur ein paar hunderttausend Jahre dauert. Sie jagen ihre Kinder, behandeln sie als Sklaven und führen Kriege gegeneinander, weil sie Spaß dran haben. Nehmen nichts ernst, nichts wichtig; haben perfektionierten Anarchismus aber sind trotzdem hoch technisiert. Man kann einiges an versteckter Gesellschaftskritik an unserer Zeit entdecken — wenn man es mag und sich hinreißen läßt.
Banks installiert aber noch mehr Alienvölker (wie Wasserlebewesen, Vogelwesen und sogar eine riesige, lebendige Wolke aus Sternenstaub) und die Möglichkeiten Schrägstrich Probleme des Zusammenlebens in einem Verbund (Merkatoria).
Dann visualisiert er und denkt er die Angst unserer Zeit vor Künstlicher Intelligenz weiter. Das alles natürlich immer garniert mit den sonst so üblichen futuristischen Visionen.

Es stecken also ein paar gute und tolle Ideen in „Der Algebraist“, die aber leider nicht über die sonst recht maue und vor allen Dingen langatmige Story hinweg trösten.
Schade eigentlich.
(Zumal ich mir habe sagen lassen, dass nicht alle Bücher von Iain Banks so langweilig sind.)

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