Erstmals Exoplanet fotografiert

Keine zwei Wochen nach dem bahnbrechenden Messen der Infrarotstrahlung von zwei Exoplaneten durch amerikanische Forscher ist den Europäern wahrscheinlich etwas noch spektakuläreres passiert: Deutschen Forschern der Universität Jena ist es gelungen zum ersten Mal überhaupt einen Exoplaneten im sichtbaren Licht zu fotografieren.
Das Team um Neuhäuser benutzte das VLT der ESO um GQ Lupi zu beobachten. Nach mehreren Jahren sind sie sich sicher, dass es bei dem abgelichteten Objekt „GQ Lupi b“, neben dem Stern „GQ Lupi A“ um einen Planeten handelt.
Der Planet ist etwa dreimal so weit von seinem Zentralkörper entfernt wie der äußerste Planet unseres Sonnensystems Neptun, ist, genau wie sein Stern, noch relativ jung (ca. eine Million Jahre) und hat damit trotz seiner Entfernung noch eine Oberflächentemperatur von lecker warmen 2000C. Beide Umstände machten eine direkte Beobachtung erst möglich, der Planet war weit genug vom Stern entfernt um sich durch sein noch relativ starkes Leuchten im Infrarotbereich abzusetzen. Analysiert hat das Team GQ Lupi b auch direkt und dabei Wasserdampf, Kohlenmonoxid und evtl. Natrium entdeckt.
Leider ist der Abstand zum Stern aber auch ein Problem.
Andere Forscher zweifeln daran, ob der von Neuhäuser geschätzte Größenwert von bis zu drei Jupitermassen korrekt ist. Um Gewissheit in dieser Sache zu bekommen, ist die gängige Methode, das Wackeln des Planeten zu analysieren, wenn er optisch von uns aus vor seinem Stern steht. Bei der Entfernung zum Stern braucht er allerdings noch einige Zeit, bis diese analyse möglich ist.
Wäre der Planet über 13 Jupitermassen groß, so gilt er als nicht gezündeter, weil zu wenig Masse besitzender Stern, als Brauner Zwerg. Und so einen haben die von der ESO schon letztes Jahr fotografiert.
Trotzdem sind die Wissenschaftler zuversichtig: Bei dem fotografierten Objekt handelt es sich um einen Planeten.
Ob Gott da wohnt?

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