Rosetta flog vorbei

Vor drei Tagen flog die ESA-Sonde Rosetta so nah wie kein ESA Objekt zuvor an der Erde vorbei. Rosetta ist die ESA-Version von NASAs „Deep Impact„. Zumindest so ähnlich. Mit Rosetta soll nämlich auch ein Komet untersucht werden. 2014 der Komet „67P/Churyumov-Gerasimenko“. Bis dahin muss die Sonde allerdings noch ordentlich an Geschwindigkeit zulegen. Und im Gegensatz zu den klassischen (nein, ich sage nicht amerikanischen) Möglichkeiten, holt Rosetta die Geschwindigkeit aus Vorbeiflügen. Schon von der Cassini-Huygens-Mission sollte das bekannt sein, als Cassini um in den Radius des Saturns zu kommen mehrere „Flyby“-Manöver machte – dort allerdings um langsamer zu werden. Rosetta nutzt die Trägheit und die Gravitation massenreicher Objekte (Erde, Mars) aus, um sich immer mehr zu beschleunigen.
Und im Zuge dieser Beschleunigung flog die Sonde jetzt mit 1950 Kilometern Entfernung an der Erde, genauer Mexiko vorbei. Setzt man die Größe des Planeten als Bezugspunkt, so war das der näheste Vorbeiflug in der Geschichte der ESA. Cassini war zwar näher an Titan, aber der ist auch um einiges Kleiner.
Die ESA nutzte diesen kurzen Abstand zu allen möglichen Tests. Kalibrierung und Einstellungen und so. Außerdem wurde der automatische „asteroid fly-by mode“ (AFM) getestet, der Rosetta automatisch an den zu untersuchenden Kometen binden soll.
Das sind neben dem ‚Zielobjekt‘ 2014 vorher noch zwei andere Kometen, die sie 2008 (Steins) und 2010 (Lutetia) passieren wird.
Vorläufiger Höhepunkt wird aber im Juni dieses Jahres sein, dann nämlich richtet Rosetta ihre Instrumente auf die ‚Mitbewerber‘-Mission (Konkurrenz sagt man ja nichtmehr…), und wird „Deep Impact“ beim tiefen Einschlag (Danke, danke…) beobachten und unterstützen.

Auf ihrem Vorbeiflug hat Rosetta natürlich auch ein paar Fotos von der Erde gemacht.