Archiv für den Tag: 3. März 2005

Nur Indizien für Leben auf dem Mars

Auf der schon erwähnten ESA Mars Express Conference wurde eine Umfrage veröffentlicht.
Befragt wurden 250 Marswissenschaftler.
Drei Viertel von ihnen glauben, dass es einmal Leben auf dem Mars gegeben hat, und sogar ein Viertel glaubt, dass es sogar heute noch existiert.
Auf der Konferenz wurden Daten von allen Experimenten an Bord von Mars Express vorgestellt. Alles deutet auf Leben hin, aber der Beweis fehlt immernoch. Ob Methan in der Atmosphäre oder Eismeer, alles nur Indizien. Der definitive Beweis würde wohl nur durch ein Experiment oder eine In-Vitro Untersuchung entweder vor Ort auf dem Mars oder aber durch eine Returnmission auf der Erde erlangt werden.
Trotzdem haben die Marsforscher verdammt viel erreicht. Gut auf den Punkt gebracht:

The question is not any more, Was there life on Mars? The question is: Is there life on Mars today? (Vittorio Formisano)

Und während in Europa noch die Forscher ihre Ergebnisse vergleichen, stolzieren die beiden Mars Rover der NASA noch immer fröhlich von Hügel zu Hügel und halten Ausschau nach diversenen spektakulären und weniger spektakulären Gesteinsbrocken.
So, genug Marscontent für heute.

Neue Marsbilder

Die ESA hat neue Bilder von der HRSC von Mars Express, die auf der ersten „Mars Express Science Conference“ vorgestellt worden, veröffentlicht.
Auf den kurz kommentierten Bildern sind die Klassiker (Olympus Mons, Wasser in der Nähe der Pole), aber auch neue Sachen (Kasei Valles) erkennbar. Natürlich in einer atemraubenden Qualität und größtenteils in Stereo (HRSC).
Ich kann es immer noch nicht fassen, dass das alles 80 Millionen Kilometer von uns entfernt aufgenommen worde…

Eismeer auf dem Mars entdeckt

Zwar bedingt durch meine freien Tagen ‚etwas‘ spät, aber trotzdem:
Ein britisches Forscherteam hat die mit der HRSC des Mars Express abgelichtete Äquatorregion des Mars untersucht und erstaunliches festgestellt.
Abgebildete Strukturen lassen auf ein Eismeer schließen. Auf den Bildern erkennbar sind Schollen, wie sie in der Größe nur von Eis erzeugt werden können. Gegen Lavaschollen (wie sie auf der Erde in Island bewundert werden können) spräche auch, dass der Untergrund charakteristisch für Wasser weggesackt sei.
Der See könnte durch thermische Effekte des nahe gelegenen Vulkans Elysium Mons an die Oberfläche getreten sein.
Das Nichtverdampfen des Wassers an der Oberfläche erklären sich die Forscher durch eine Staubschicht, vielleicht vom selben Vulkan, die sich gleich einer Schutzhülle über das Eis gelegt haben soll.
Weder das MARSIS-Radar von Mars Express, noch die Ende des Jahres startende NASA Marssonde „Mars Reconnaissance Orbiter“ können allerdings eine definitive Bestätigung geben, dass es sich bei der 800 mal 900 Meter großen und 45 Meter tiefen Ebene um einen See handelt.
Das könnte nur eine Zusätzliche Rovermission klären, die dann aber auch ziemlich tief in den Boden bohren müsste. Grundsätzlich biete sich das Gebiet dafür allerdings sehr gut an.