Messung der Windgeschwindigkeit auf Titan

Einem Wissenschaftlerteam aus Bonn ist es gelungen, die Windgeschwindigkeit auf Titan zu bestimmen. Sie beträgt 40 bis 50 Meter pro Sekunde, und ist damit für obere Luftschichten garnicht so untypisch. Die Beobachtung bestätigt damit vorherige Vermutungen, dass sich die Atmosphäre des Mondes schneller als der selbst dreht.
Viel interessanter als die eigentliche Windgeschwindigkeit ist aber die Tatsache, wie sie die Forscher gemessen haben.
Eigentlich sollte ein neuartiges Gerät auf Rubidiumbasis an Board von Huygens ein Signal auf einer nicht modulierende Frequenz aussenden und zu Cassini schicken. Von Cassini kannte man die genaue Geschwindigkeit, und so konnte durch den entstandenen Dopplereffekt im Signal feststellen, wie schnell sich Huygens gerade bewegt – und eben dadurch auch, wie stark der Wind ist. Das Ganze hat man dann DWE, Doppler-Wind-Experiment genannt.
Aber wie wir wissen, gab’s da ein paar Probleme. Die ESA hat, wie sie selbst zugibt, verschlampt das Empfängergerät auf Cassini zu aktivieren, so dass dort garkein Signal ankam. Das Experiment hätte also eigentlich komplett fehlschlagen müssen.
Zum Glück wurde der Fehler aber sehr schnell erkannt und fast noch schneller reagiert. Es wurden weltweit 13 Radioteleskope aktiviert und auf den Saturn gerichtet, um die von dort kommenden Daten zu empfangen.
Und tatsächlich, war das Signal auch noch so schwach, konnte, besonders mit Hilfe der Empfängerdaten eines amerikanischen Telekops mit der bekannten Geschwindigkeit der Erde erfolgreich ausgerechnet werden, wie schnell sich Huygens beim Niedergang vom Wind hat abtreiben lassen.
Da sag nochmal einer, Wissenschaft sei nicht aufregend.