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Primeval

Primeval LogoIrgendwo in England tauchen auf einmal Wesen auf, die es eigentlich schon längst nicht mehr geben dürfte. Dinosaurier und viele andere Urzeitviecher. Es stellt sich heraus, dass die Tiere durch glitzernde Portale kommen, sogenannte Anomalien. Diese poppen scheinbar ohne System für einen gewissen Zeitraum auf, bilden ein Fenster in die Vergangenheit und verschwinden dann wieder.
Nick Cutter stellt sich im Auftrag der Regierung ein Team zusammen, was zukünftig für die Untersuchung der Tiere und der Sache an sich verantwortlich ist. Später tritt seine vor einigen Jahren mysteriös verschwundene Frau auf den Plan und verwirrt die Situation noch ein Stück mehr.
Um das in der zweiten Staffel noch zu toppen, hat man eine große Verschwörung eingebaut, die jetzt im Hintergrund als episodenübergreifende Handlung steht und aufgeklärt werden will.

Der Cast von PrimevalDas, was Jonas Armstrong in “Robin Hood” ist, ist Douglas Henshall als Nick Cutter bei Primeval … nicht. Bei weitem nicht. Denn Nick Cutter besitzt insgesamt gerade mal einen Gesichtsausdruck. Und wird auch sonst sehr bescheiden gespielt: ausdruckslos und emotionslos. Wenn dann doch mit Emotion, dann völlig übertrieben und einfach nur fremdschämend schlecht. Nicks rechte Hand Steven ist da nur ein wenig besser, allerdings sieht er wenigstens besser aus. Aus schauspielerischer Sicht könnte man also denken, die Serie sei ein Reinfall; nur schlecht und blöd und sowieso.

Abby und ConnerFalsch. Denn zum Einen gibt es da die beiden “Quereinsteiger” Conner und Abby. Tollpatschig, nerdig, sympathisch und ganz gut gespielt.
Und zum Anderen gibt es da den Rest.
So beispielsweise die ansehnlichen (auf keinen Fall hollywoodeske, aber eben ansehnliche) Special-Effects, nette Ideen und immer viel Action. Die slapstick-artigen Einlagen Conners sorgen für reichlich Mitfühlung und machen die manchmal durchgestylte Story dann doch um einiges persönlicher. Diese ist meistens unterhaltsam, wandelt allerdings manchmal etwas haarscharf am ‘bescheuert’ vorbei…

Wer ein wenig auf Science-Fiction, auf special-effectig eingerahmte ‘nette’ Story mit ein wenig britischem Humor steht, der sollte Primeval mal einen Blick hinüberwerfen. Es erwartet keine großartige Serie, die die Welt verändern wird, aber eine unterhaltsame, leichte Kost.

Wenn er sich beeilt, dann kann er das sogar im deutschen TV tun. Seit letzten Montag, den 7. April, läuft die kürzlich in England zu Ende gegangene zweite Staffel auf ProSieben. Wenn irgendwie möglich, möge er aber auf die Originalvariante zurückgreifen. Wegen des tollen britischen Akzents.

6,5 von 10 Dinosaurierknochen.

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Skins

Skins LogoBereits Anfang des Jahres hatte ich diese vermeintliche Teenie-Serie vorgestellt.
O.C. auf Crack LSD.

Wir begleiten eine Handvoll Jugendliche bei ihrem Werdegang und ihrem täglichen Leben. Leben mit Drogen, mit Parties, mit Schuleschwänzen. Aber auch Leben mit Identitätssuche, mit Finden von Freundschaften, von Liebe und dem richtigen Umgang mit zum Teil sehr kaputten Eltern. Eine tolle Serie, die am laufenden Band überzeugt, dass es eben DOCH noch etwas krasser geht, die Kinnlade NOCH etwas weiter herunterklappt, wenn sie bereits ganz unten hängt.

SkinsDie zweite Staffel fängt dort an, wo die erste aufhört. Unser Hauptdarsteller Tony1 ist seltsam geworden. Er benimmt sich anders als vorher (ich möchte ja an dieser Stelle nicht zu viel verraten). Aber er ist auf dem Weg der Besserung und wird langsam wieder der Alte.

SkinsOb es etwas mit seiner Genesung zu tun hat? Ich weiß es nicht, aber der Anfang der zweiten Staffel ist schleppend. Klar, die erste Folge ist wieder in jeder Hinsicht krass, aber danach? Es dümpelt so langsam. Man ist einfach (zu?) viel gewohnt von dem Betkreis bei Skins. Das ist vielleicht ein Dämon der Serie, aber wer seine Story mit immer außergewöhnlicheren, immer krasseren Wendungen forttreibt, der desensibilisiert sein Publikum auch, das zombiegleich vor der Kiste hängt und zähnefletschend nach mehr und mehr und mehr verlangt.
Nach dem Anfang kriegt es aber das dann auch: Die Story gewinnt wieder an Tiefe. An Charakter. An toll.

Also definitiv weiterhin eine Empfehlung, und selbst die ersten paar Folgen sind immer noch so toll, dass ich selbst diese uneingeschränkt empfehlen würde. Es geht hier um ein Abfallen von 220 % toll auf 190 % toll. Oder so.

8,5 von 10 Sternen.

Wer sich als Skins-Fan weiterbilden will, dem sei die offizielle Seite von E4 empfohlen. Da gibts haufenweise Zusatzinfos, Blogartikel, Onlineepisoden. Alles, was das Fanboyherz begehrt.

  1. Wieso habe ich eigentlich immer noch das Gefühl, Tony sei eine Art Hauptdarsteller? Seine Geschichte wird mehr oder minder gleich beleuchtet, wie die der anderen Kids. Sid steht sogar von der Hierarchie fast über Tony. Und trotzdem bleibt dieses Gefühl, Tony wäre der Zentralkörper unseres Planetenlustspiels. Zumindest Anfang der 2. Staffel []
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TV-Serien: Britische Serien

Manchmal denke ich, dass ich gerne in England leben würde1. Immerhin haben die dort die BBC. Eine staatliche Sendeanstalt, für die ich sogar gerne Geld bezahlen würde. Schließlich ist ungefähr alles, was die macht, sau cool. Hat ein grandioses Radioprogramm (mit legendären Essential-Mixen), weiß das Internet modern zu nutzen und war allein in diesem Aspekt schon vor vielen Jahren dort, wo die ARD jetzt langsam hinkommt. Aber das Wichtigste: Sie produziert tolle Serien.

Ich schaue gerne britische Serien. Viele sind von der BBC, aber auch die anderen, teils privaten TV-Anstalten aus UK produzieren ähnlich gute, und auf jeden Fall ansehnliche TV-Serien.

Warum gerade britische Serien?
Da gibt es diesen tollen Akzent, der viel schöner ist als seine kolonialisierte Variante. Da gibt es diesen Mut: Kleine Serienprojekte mit abgedrehten Themen, die es in den USA gerade mal in einen Spartenkanal schaffen würden, laufen dort zur Primetime. Aber auch bei von vornherein auf “groß” angelegten Serienprojekten fehlt nie der Witz, nie Das Gewisse Etwas, was man bei Hollywoodproduktionen manchmal vergeblich hinter illuminanten Explosionen und glattgeschminkten Gesichtern sucht. Und da gibt es diese Liebe zum Detail, die man nur entdeckt, wenn man genau (ein zweites Mal?) hinsieht.

Viele Gründe also, meine viel zu lange vor mich hingeschobene Serie über sehenswerte TV-Serien2 mit britischen Serien starten zu lassen.

Teil 1: Skins
Teil 2: Robin Hood
Teil 3: Primeval
Teil 4: Doctor Who
Teil 5: Secret Diary of a Call Girl
Teil 6: The Fixer
Teil 7: Oliver Twist, Hustle und Jekyll

  1. Dann denke ich allerdings an’s Essen und komme wieder zu mir. []
  2. In gewisserweise also eine Meta-Serie! ;) []
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