“Der Doktor” ist ein darüber hinaus namenloser Außerirdischer der Gattung “Time Lord“. Er sieht relativ menschlich aus, kann aber mit seiner TARDIS, einer von außen wie eine handelsübliche britische Telefonzelle aussehender Zeitmaschine durch die Zeit reisen. Dabei muss er das ein oder andere Problem lösen, muss gegen die ein oder anderen, meistens allerdings ebenfalls außerirdischen Feinde kämpfen, hat dabei zwischenzeitlich das ein oder andere überaus profane Problem.
2005 ist die neue Version von Doctor Who on Air gegangen. Von 1963 bis 1989 lief bereits die Urserie Doctor Who, die besonders in UK Kultstatus erlangt hatte.
Zeitmaschine? Zeitreisen? Außerirdische? Kämpfe? Weltall? Da denkt man doch gleich an riesige Special Effects. An außerirdische Raumschiffe, die sich durch die Wolken schieben. An perfekt animierte Sternenkampfträger, die glattpoliert das Licht eines fernen Planeten reflektieren. Eigentlich sollte man so etwas also auch von Doctor Who erwarten. Diese Kategorie Filmunterhaltung wäre es zumindest.
Wiedermal: Falsch. Völlig.
Doctor Who hat zwar durchaus ein paar nett anzusehende und gut gemachte Special Effects, aber der Reiz der Serie besteht darin, dass sie es meistens eben nicht sind.
Die weltbekannten Daleks, die Superbösewichter im Doctor-Who-Universum, z.B. sind Staubsauger mit kitschigen Plastikapplikationen (zumindest in ihrer Ursprungsvariante). Doctor Who braucht keine moderne Rechnerleistung um seine Zukunftsvisionen vorgekaut auf den Schirm zu projizieren. Die Arbeit findet im eigenen Kopf statt.
An guten Ideen mangelt es Doctor Who indes nicht. Da werden ganze Krankenhäuser auf den Mond gebeamt. Da werden dystopische Welten gezeigt, für die es in Buchform sicherlich Preise gegeben hätte. Und da sind auch Folgen dabei, die mit dem Doctor-Who-Universum im Offensichtlichen gar nichts zu tun haben, aber dann doch ganz großartig sind.
Allem Voran ist da David Tennant. Selbst ein großer und akribischer Fan der Originalserie spielt er aktuell den Doktor. Und das ganz großartig. Diese Mimik, diese subtile Komik, diese Dauerbeschäftigtheit. Wenn nötig dann aber auch diese Einsamkeit, diese Unentschlossenheit. Hach. Insgesamt, einfach nur super.
Klar gibt es auch Nebendarsteller. Dem Doktor steht immer eine Dame zur Seite. Zur Unterstützung und zum nötigen Knistern. Über die Nebendarstellerinnen könnte man seitenlange Abhandlungen schreiben. Könnte. Nur kurz: Manche sind besser, manche sind schlechter. An die Aktuelle muss ich mich z.B. noch sehr stark gewöhnen. Sehr.
Wer einmal weg will, von den durchgestylten Science Fiction Hollywoods und zurück zu den Science Fiction, die mehr im Kopf statt finden; die durch Ideen und eigenartigen Zukunftsvorstellungen beeindrucken, der sollte Doctor Who schauen. Sollte er. Jawohl.
7,2 von 10 Daleks.
Und ich bin völlig überwältigt davon, was es in der Wikipedia alles zu Doctor Who gibt. Das ist Fan-ismus pur! Toll.