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	<title>andisblog &#187; top-quark</title>
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	<description>Andi über Dinge, Sachen und Kram.</description>
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						<item>
		<title>Andi erz&#228;hlt von seiner Diplomarbeit</title>
		<link>http://www.andisblog.de/2011/01/24/andi-erzaehlt-von-seiner-diplomarbeit/</link>
		<comments>http://www.andisblog.de/2011/01/24/andi-erzaehlt-von-seiner-diplomarbeit/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 Jan 2011 12:02:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstgemachtes]]></category>
		<category><![CDATA[studieren]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[top-quark]]></category>

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		<description><![CDATA[Willkommen, gutgelaunter Rest meiner treuen Leserschaft, der so nett war, mein Blog in seinem Feedreader zu behalten. Danke daf&#252;r. Es ist schon einige Zeit hier, dass sich in diesem wunderh&#252;bschen Blog neuer Inhalt in den Pixeln eures Monitors materialisierte. Gef&#252;hlt ungef&#228;hr ein Jahr. Das ist schrecklich. Ich bin untr&#246;stlich. Echt jetzt. Was war los? Hat [...]]]></description>
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<p><small>Willkommen, gutgelaunter Rest meiner treuen Leserschaft, der so nett war, mein Blog in seinem Feedreader zu behalten. Danke daf&#252;r.</small><br />
Es ist schon einige Zeit hier, dass sich in diesem wunderh&#252;bschen Blog neuer Inhalt in den Pixeln eures Monitors materialisierte. Gef&#252;hlt ungef&#228;hr ein Jahr.<br />
Das ist schrecklich. Ich bin untr&#246;stlich. Echt jetzt.</p>
<p>Was war los?<br />
Hat Andi sich die Hand gebrochen? Traf eine Katze Andis Tastatur und besch&#228;digte sie irreparabel (die Tastatur, die Katze, beides?)? Traf eine Welle Quantengravitation diese Webseite und schickte alle neuen Blogposts direkt in den Papierkorb?</p>
<p>Fast.</p>
<div class="randgalerie" style="width: 180px;" ><a href="http://www.andisblog.de/wp-content/uploads/2011/01/diplomarbeit_abzugeben.jpeg" class="liimagelink" rel="lightbox[1639]"><img src="http://www.andisblog.de/wp-content/uploads/2011/01/diplomarbeit_abzugeben-180px1.jpeg" alt="" title="Abgegebene Diplomarbeit" width="180" height="241" class="alignnone size-full wp-image-1649" /></a></div>
<p>Ich schrieb meine Diplomarbeit. Und das war ganz sch&#246;n was.</p>
<p>Wenn ich Zeit hatte, um nicht C++-, oder LaTeX-Kram in die Tastatur hineinzuhauen, da schob ich unreflektierte und hochgradig uninteressante &#196;u&#223;erungen in mein <a href="http://andiplom.posterous.com/" class="liexternal">Diplomblog</a>. Wer sich die Datumsstempel der Beitr&#228;ge dort anschaut, kann schnell eine Korrelation zwischen Zeit_bis_zum_Ende_der_Diplomarbeit und Extensivit&#228;t_der_Beitr&#228;ge ausmachen. In den letzten Wochen, ach was, Monaten wurde es dann doch relativ stressig und ich kam immer weniger zur Dokumentation meines <del>Haarnichtschnitts</del> Schaffens.<br />
Ich wei&#223;, dass euch das wurmt und nachts ca. 2% schlechter schlafen l&#228;sst.<br />
Daher hier eine Retrospektive zur Diplomarbeit.<br />
Tada.</p>
<p><a href="http://www.andisblog.de/2009/12/30/andi-erklaert-seine-diplomarbeit-und-nebenbei-teilchenphysik/" class="liinternal">Zu Beginn der Arbeitszeit berichtete ich bereits</a>, mit welchem Thema ich mich ein Jahr auseinandersetzen sollte. Der Titel der Arbeit, die ich abgab, lautete schlussendlich: »Bestimmung der Masse des Top-Quarks anhand der Zerfallsl&#228;ngen von B-Hadronen im CMS-Experiment.«<br />
Tight shit, was?</p>
<p>Das Jahr zwischen Physikern und angehenden Physikern war ganz sch&#246;n interessant. Mit Abstand das Interessanteste w&#228;hrend der f&#252;nf Jahre des Studiums. Endlich ging es mal nicht darum, den Lernvolumen(1)-Lernzeit-Koeffizienten f&#252;r s&#228;mtliche Werte von (1) zu optimieren, in einem Zeit-Delta-Peak<sup><a href="http://www.andisblog.de/2011/01/24/andi-erzaehlt-von-seiner-diplomarbeit/#footnote_0_1639" id="identifier_0_1639" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Lies: Klausur">1</a></sup> (1) intelligent abzurufen und den Langzeitged&#228;chtnis&#252;bernahme-Filter gleicherma&#223;en vorausschauend und effektiv einzustellen<sup><a href="http://www.andisblog.de/2011/01/24/andi-erzaehlt-von-seiner-diplomarbeit/#footnote_1_1639" id="identifier_1_1639" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Was immer einen Beigeschmack von Gl&amp;#252;cksspiel hat, denn die optimale Einstellung schafft man wohl nur durch Zeitreisen.">2</a></sup>. Endlich konnte man R&#252;ckst&#228;nde in jenem Ged&#228;chtnis abrufen, sie mit dem Meta-Grundrauschen der letzten Jahre vereinigen und an dem herumt&#252;fteln, weshalb man irgendwie vor f&#252;nf Jahren mal mit dem Studium begonnen hatte<sup><a href="http://www.andisblog.de/2011/01/24/andi-erzaehlt-von-seiner-diplomarbeit/#footnote_2_1639" id="identifier_2_1639" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Sachen kombinieren, verstehen, aha-n und wow-n.">3</a></sup>.<br />
Meine Arbeit fand an Simulationsdaten des CMS-Experiments statt. Das ist euphemistisch f&#252;r »Ich sa&#223; den ganzen Tag am Computer und programmierte wie wild.« Ich schrieb Programme f&#252;r eine Vor-Analyse, schrieb Programme f&#252;r meine richtige Analyse, schrieb alleine Programme und schrieb Programme gemeinsam; ich lie&#223; das Grid unter der Erstellung von Monte-Carlo-Datens&#228;tzen nicht mit der Wimper zucken und &#228;rgerte mich nur begrenzt bei der Verwendung russischer TIER-2-Sites; ich schrieb Auswertungsprogramme &#8212; und schrieb sie in den letzten Wochen noch mal von Neuem, weil ich a) kann, b) sie verallgemeinern und c) verbessern wollte.<br />
Ich diskutierte &#252;ber Anpassungsbereich, Binning-Effekte und Cut-Flow-Reihenfolgen; &#252;ber Farben, F&#252;llmuster und Liniendicke; &#252;ber richtige Bindestriche, Falsch Bindestrich Kombinationen, Abk&#252;rzungen und &#220;berschriftentiefen. Ich erlernte die unbekannte japanische Fehlervermeidungsmethode des automatischen Kompilierens von ROOT; ich formulierte im Kopf Hassmails an den Ersteller von THStack; ich fand mich im dunkeln, blind und noch nach zehnmaligen Drehens auf den Dokumentationsseiten von ROOT zurecht &#8212; ganz im Gegenteil zu den CMSSW-Klassenindizes, die bei jedem Besuch den Seitenaufbau durch ein TRandom zu jagen schienen. Ich vernerdete beim Textsatz in LaTeX, war freudig, dass es f&#252;r jedes Problem eine L&#246;sung in Paketform gibt, war ver&#228;rgert, dass diese Aussage wohl nur f&#252;r ausreichen komplexe Probleme gilt und bei einfachen Anforderungen zu einer Exception f&#252;hrte.<br />
Ich schrieb an Einleitung und Zusammenfassung &#252;berproportional lange, formulierte sie um, mikro-optimierte sie (Satzbau, Wortverwendung), l&#246;schte sie wieder und formulierte sie neu. Besonders die Zusammenfassung.<br />
Ich f&#252;llte mein erstes Whiteboard, nicht nur einmal; ich f&#252;llte zentimeterweise lose Papiere &#8211; nur nicht mein Diplombuch, das h&#228;tte ich daf&#252;r aufschlagen m&#252;ssen; mein Aufregungspotenzialtopf f&#252;llte sich von selbst und erweiterte sich schlie&#223;lich gemeinsam mit meiner Ausdauer.</p>
<p>Und schlie&#223;lich ging ich mit einem PDF<sup><a href="http://www.andisblog.de/2011/01/24/andi-erzaehlt-von-seiner-diplomarbeit/#footnote_3_1639" id="identifier_3_1639" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="In der kein einziges Bitmap-Bild drin ist! Darauf bin ich stolz! Jawohl!">4</a></sup> auf sieben verschiedenen Medien zum Copyshop, druckte meine Diplomarbeit und brachte sie zu ZPA und Professoren. Ein unspektakul&#228;res Finale f&#252;r die letzten Tage und Wochen.<br />
Aber ein (sehr) gutes &#8212; sp&#228;testens als ich dann ein paar Wochen sp&#228;ter die Note bekam. Ein tolles Ende einer erfahrungsreichen Zeit.</p>
<p>Erinnert ihr euch noch an die Selbstportraits von weiter oben? Zusammengeschnitten zu einem Video sehen die so aus:<br />
<iframe title="YouTube video player" class="youtube-player" type="text/html" width="550" height="442" src="http://www.youtube.com/embed/auoEYCAzl1E" frameborder="0" allowFullScreen></iframe></p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1639" class="footnote">Lies: Klausur</li><li id="footnote_1_1639" class="footnote">Was immer einen Beigeschmack von Gl&#252;cksspiel hat, denn die optimale Einstellung schafft man wohl nur durch Zeitreisen.</li><li id="footnote_2_1639" class="footnote">Sachen kombinieren, verstehen, aha-n und wow-n.</li><li id="footnote_3_1639" class="footnote">In der kein einziges Bitmap-Bild drin ist! Darauf bin ich stolz! Jawohl!</li></ol>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Andi erkl&#228;rt seine Diplomarbeit und nebenbei Teilchenphysik</title>
		<link>http://www.andisblog.de/2009/12/30/andi-erklaert-seine-diplomarbeit-und-nebenbei-teilchenphysik/</link>
		<comments>http://www.andisblog.de/2009/12/30/andi-erklaert-seine-diplomarbeit-und-nebenbei-teilchenphysik/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Dec 2009 22:53:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andi</dc:creator>
				<category><![CDATA[studieren]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[LHC]]></category>
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		<description><![CDATA[Achtung! Dieser Beitrag reduziert manchmal auf schmerzvolle Weise, denn er ist auch f&#252;r Leute gedacht, die keine Ahnung von Physik haben. &#220;ber vier Jahre ist es her, als ich damals hier in Aachen mein Physikstudium startete. We&#8217;ve come a long way since. Samt mittelschwerer Pr&#252;fungen, schwerer Pr&#252;fungen und Pr&#252;fungen, von denen ich niemals geglaubt h&#228;tte, [...]]]></description>
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<p><small>Achtung! Dieser Beitrag reduziert manchmal auf schmerzvolle Weise, denn er ist auch f&#252;r Leute gedacht, die keine Ahnung von Physik haben.</small><br />
&#220;ber vier Jahre ist es her, als ich damals hier in Aachen <a href="http://www.andisblog.de/2005/08/31/studiumsvorbeginn/" class="liinternal">mein Physikstudium startete</a>. We&#8217;ve come a long way since. Samt mittelschwerer Pr&#252;fungen, schwerer Pr&#252;fungen und Pr&#252;fungen, von denen ich niemals geglaubt h&#228;tte, dass ich sie bestehen w&#252;rde.<br />
Nachdem ich alle notwenigen Diplompr&#252;fungen im Sp&#228;tsommer erledigt hatte, fing am 26. Oktober das (vor-)<sup><a href="http://www.andisblog.de/2009/12/30/andi-erklaert-seine-diplomarbeit-und-nebenbei-teilchenphysik/#footnote_0_1570" id="identifier_0_1570" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Das wohl eigentlich letzte Kapitel ist die Diplompr&amp;#252;fung &amp;#252;ber die Vertiefungsrichtung meiner Diplomarbeit, die im Anschluss an diese folgt&hellip;">1</a></sup> letzte Kapitel des Studiums an.<br />
<strong>Die Diplomarbeit.</strong></p>
<div class="randgalerie" style="width: auto; text-align: left;">
<ul>
<li><a href="#entscheidungsfindung" class="liinternal">Entscheidungsfindung</a></li>
<li><a href="#dasthema" class="liinternal">Das Thema</a></li>
<li><a href="#teilchenphysik101" class="liinternal">Teilchenphysik 101</a></li>
<li><a href="#inhaltdiplomarbeit" class="liinternal">Der Inhalt meiner Diplomarbeit</a></li>
<li><a href="#andiplom" class="liinternal">andiplom – Mein Diplomarbeitsblog</a></li>
</ul>
</div>
<p>Falls euch die folgende Einleitung nervt, der Erkl&#228;rteil zu unphysikalisch ist und auch das genaue Thema meiner Arbeit sowas von 1999 ist und ihr lieber direkt zur Adresse meines Diplomblogs springen wollt: Rechts das Inhaltsverzeichnis ist klickbar!</p>
<h3 id="entscheidungsfindung">Entscheidungsfindung</h3>
<p>Alles begann damit, dass ich mich zwischen so einigem entscheiden musste. Welche Vertiefungsrichtung? Experimentell oder theoretisch? Welches Institut? Welches Forschungsgebiet, welches Experiment, welche Arbeitsgruppe? Welches Thema?</p>
<div class="randgalerie" style="width: 180px;" ><img src="http://www.andisblog.de/wp-content/uploads/2009/12/rwthaachenphysik.png" alt="" title="RWTH Aachen Physik" width="180" height="67" class="alignnone size-full wp-image-1579" style="padding: 0;"/></div>
<p>Ein paar der Fragen waren einfach beantwortet.<br />
Auch wenn ich theoretische Physik faszinierend finde – wir sind nie so recht mit einander warm geworen. Ich wollte also experimentell forschen.<br />
Bei der Vertiefungsrichtung habe ich mich f&#252;r die Elementarteilchen entschieden. Die andere Richtung hier in Aachen, Festk&#246;rperphysik, besch&#228;ftigt sich mit dem Verhalten von Kristallen und forscht zum Beispiel an Datenspeichern und alles, was irgendwie »Nano« im Namen tr&#228;gt. Das ist sicherlich auch interessant und hat gro&#223;e praktische Bedeutung, erst recht mit dem vor zwei Jahren nobelpreis-ierten Forschungszentrum J&#252;lich im R&#252;cken. Aber das Grundlegende, das Vordringen in unbekanntes Terrain mit all den in den n&#228;chsten Monaten und Jahren zu erwartenden Meilensteinen in der Teilchenphysik hat mich schnell diese Richtung w&#228;hlen lassen. (Kurzer Exkurs: Teilchenphysik besch&#228;ftigt sich mit der Physik auf subatomarer Skala. Ein Atom ist u.a. aus Protonen aufgebaut. Protonen u.a. aus Up- und Down-Quarks. Letztere sind typische Vertreter der Teilchenphysik.)<br />
Weitesgehend wegen pers&#246;nlicher Pr&#228;ferenzen<sup><a href="http://www.andisblog.de/2009/12/30/andi-erklaert-seine-diplomarbeit-und-nebenbei-teilchenphysik/#footnote_1_1570" id="identifier_1_1570" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Ich hatte die Leute schon kennengelernt und f&amp;#252;r nett befunden.">2</a></sup> bin ich schlie&#223;lich im Top-Quark-Bereich einer Arbeitsgruppe am CMS-Experiment hier in Aachen gelandet.</p>
<h3 id="dasthema">Das Thema</h3>
<p>Zum Erkl&#228;ren des Krams, &#252;ber den ich die Diplomarbeit schreiben werde, m&#246;chte ich das Thema mal auseinander pfl&#252;cken. Et voila…<br />
»<strong>Massenbestimmung des Top-Quarks anhand der Zerfallsl&#228;ngen von B-Hadronen im CMS-Experiment</strong>«</p>
<h3 id="teilchenphysik101">Teilchenphysik 101</h3>
<p>Starten wir ganz simpel, schlie&#223;lich richtet sich der Beitrag alles andere als an Physiker.</p>
<div class="randgalerie" style="float: left; width: 240px; margin-top: 5px;"><a href="http://www.flickr.com/photos/96688848@N00/2253929442" class="liimagelink"><img src="http://www.andisblog.de/wp-content/uploads/2009/12/cernglobe.jpg" alt="" title="cernglobe" width="240" height="180" class="alignnone size-full wp-image-1581" style="padding: 0;"/></a><br /><small>Photo by <a href="http://www.flickr.com/photos/96688848@N00/2253929442" class="liflickr">JohnJobby</a> on flickr.</small><small></small></div>
<p>Ihr kennt das <strong>CERN</strong> in Genf? Das, wo immer schwarze L&#246;cher und Antimaterie und Sex und so? L&#228;sst man mal den Quatsch au&#223;en vor, dann ist das <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/CERN" rel="nofollow" class="liwikipedia">CERN</a> ein Physik-Forschungszentrum in der Schweiz. Das gr&#246;&#223;te der Welt. Mehr als 10.000 Menschen arbeiten entweder direkt vor Ort (ca. ein Drittel) oder an den angeschlossenen Instituten und Universit&#228;ten in der Welt verstreut. Dieses Jahr ist dort (endlich) der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Large_Hadron_Collider" rel="nofollow" class="liwikipedia">LHC</a> gestartet.<br />
LHC. Der Large Hadron Collider ist ein Teilchenbeschleuniger. Das hei&#223;t: er beschleunigt Teilchen. Das k&#246;nnen Elektronen, oder wie im Fall des LHCs Protonen sein. Durch abgefahrene Technik werden die Protonen in einen 27 Kilometer langen Ring eingeschleust und durch noch abgefahrenere Technik (Magnete und so) im Ring angeschubst. Dadurch werden die Protonen immer weiter beschleunigt, bis sie schlie&#223;lich fast Lichtgeschwindigkeit erreicht haben. Teilchen beschleunigt. Teilchenbeschleuniger.  Das ganze macht man jetzt parallel in einem zweiten Ring in die andere Richtung. Beschleunigt auch dieses Proton auf fast Lichtgeschwindigkeit. Irgendwann, wenn alle Kaffeetassen voll und alle Valiums geschluckt sind, dann stellt die Wissenschaftler die Weichen um und lassen diese beiden gegenl&#228;ufigen Strahlen kollidieren.<br />
Dies geschieht an so genannten <strong>Interaction Points</strong>. Das ist Englisch. Und hei&#223;t Wechselwirkungspunkt. Die beiden Protonen wechselwirken. Sie besitzen so hohe Energien, wie man sie in der Natur eigentlich nicht mehr antrifft. Das f&#252;hrt dazu, dass sie kurzzeitig mit einander verschmelzen. Dabei bilden sie andere, etwas exotischere Teilchen aus die wegen der hohen involvierten Energie auch hohe Massen haben k&#246;nnen<sup><a href="http://www.andisblog.de/2009/12/30/andi-erklaert-seine-diplomarbeit-und-nebenbei-teilchenphysik/#footnote_2_1570" id="identifier_2_1570" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Einstein hat das mal gesagt. E gleich m mal c-quadrat. Hat zwar nur rudiment&amp;#228;r damit zu tun, aber ist letztendlich dann doch der Grund daf&amp;#252;r.">3</a></sup>.</p>
<div class="randgalerie" style="float: right; width: 150px; margin-top: 5px;"><a href="http://www.particlezoo.net/individual_pages/shop_topquark.html" class="liimagelink"><img src="http://www.andisblog.de/wp-content/uploads/2009/12/Bildschirmfoto-2009-12-29-um-17.47.20-150x150.png" alt="" title="Top Quark" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-1584" style="padding: 0;"/></a></div>
<p>Eines dieser Teilchen ist das <strong>Top-Quark</strong>. Quark. Quark. Kann man gar nicht oft genug sagen. Quarks sind nichts aus Science Fiction, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Quark" rel="nofollow" class="liwikipedia">Quarks sind real</a>. So wie Protonen, Neutronen und Elektronen eine Stufe kleiner als Atome sind, k&#246;nnte man sagen, sind Quarks eine Stufe kleiner als Protonen und Neutronen. Quarks sind eine Art der Teilchen, die es gibt, wenn man <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Standardmodell" rel="nofollow" class="liwikipedia">zu kleineren L&#228;ngenskalen</a> geht, also die Nanometer der Festk&#246;rperphysik (weit) hinter sich l&#228;sst. Das Proton besteht aus Up- und Down-Quarks. Das waren auch die ersten Quarks, die man damals gefunden hatte – wegen ihrer vergleichsweise geringen Masse. Mittlerweile ist man da weiter und eines der letzten gefunden Quarks ist das <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Top_quark" rel="nofollow" class="liwikipedia">Top-Quark</a>. Das ist &#228;u&#223;erst schwer<sup><a href="http://www.andisblog.de/2009/12/30/andi-erklaert-seine-diplomarbeit-und-nebenbei-teilchenphysik/#footnote_3_1570" id="identifier_3_1570" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="im Sinne von: massiv">4</a></sup> und damit eher schwer<sup><a href="http://www.andisblog.de/2009/12/30/andi-erklaert-seine-diplomarbeit-und-nebenbei-teilchenphysik/#footnote_4_1570" id="identifier_4_1570" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="im Sinne von: aufw&amp;#228;ndig">5</a></sup> zu produzieren. Mit dem LHC hat man aber erstmals genug Energie zur Verf&#252;gung um Top-Quarks mit einer hohen Rate zu erzeugen.<br />
Bei den obigen Interaction Points hat man den unterirdischen Tunnel des LHCs in H&#246;hlen vergr&#246;&#223;ert und hat Experimente um sie gebaut.</p>
<div class="randgalerie" style="float: left; width: 240px;  margin-top: 5px;"><a href="http://www.flickr.com/photos/andih/3295603498/" title="Particles' days out at CERN by AndiH, on Flickr" class="liimagelink"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3602/3295603498_a6a1f36472_m.jpg" width="240" height="180" alt="Particles' days out at CERN" style="padding: 0;" /></a></div>
<p>Eines dieser Experimente ist das <strong>CMS</strong>. Der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Compact_Muon_Solenoid" rel="nofollow" class="liwikipedia">Compact Muon Solenoid</a> ist ein State-of-the-Art-, ach was, ein Statest-of-the-Artest-Experiment das wie eine Zwiebel um das Protonenrohr und den Interaction Point gebaut wurde. Jede Schicht der Zwiebel wurde irgendwo auf der Welt daf&#252;r entwickelt, um eine ganz bestimmte Art von Teilchen nachzuweisen. Alles furchtbar komplexe und furchtbar interessante Technik, die es in dieser Expertise noch nie vorher gab<sup><a href="http://www.andisblog.de/2009/12/30/andi-erklaert-seine-diplomarbeit-und-nebenbei-teilchenphysik/#footnote_5_1570" id="identifier_5_1570" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Superlative sind &amp;#252;brigens im CERN-Sprachgebrauch ein Muss. Habe das damals bei der Anmeldung unterschreiben m&amp;#252;ssen. Nein. Scherz.">6</a></sup>. In Aachen wurden Teile des innteresten Detektors, des sogenannten Trackers, und Teile des &#228;u&#223;ersten Detektors, der Myonenkammern gebaut.</p>
<p>Wenn sich nun zwei Protonen im Zentrum dieses Experiments treffen, gerade weder Kaffee, noch Kekse oder Pinguine dabei haben, sondern sich dazu entschlie&#223;en, zu kollidieren, dann ist das so, als w&#252;rden zwei Autos aufeinander Rasen. Bei der Kollisionen fliegen Autoteile als Splitter nach au&#223;en weg<sup><a href="http://www.andisblog.de/2009/12/30/andi-erklaert-seine-diplomarbeit-und-nebenbei-teilchenphysik/#footnote_6_1570" id="identifier_6_1570" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Der Vergleich hinkt ein bisschen, denn die Splitter sind im Protonfall kein direkter Teil des Protons gewesen, sondern werden erst durch die vorhandene Energie der Kollision in Splitter umgewandelt&hellip;">7</a></sup>. Die Splitter und Splitter der Splitter werden dann von den einzelnen Zwiebelschalen detektiert, abgespeichert und in ein weltweites Datennetz verteilt.</p>
<p>Einige dieser Splitter sind obige Top-Quarks und ich besch&#228;ftigte mit ihnen.</p>
<h3 id="inhaltdiplomarbeit">Der Inhalt meiner Diplomarbeit</h3>
<p><a href="http://www.andisblog.de/wp-content/uploads/2009/12/ttBar-e1262105622161.png" class="liimagelink" rel="lightbox[1570]"><img src="http://www.andisblog.de/wp-content/uploads/2009/12/ttBar1.png" alt="" title="ttBar" width="550" height="224" class="alignnone size-full wp-image-1591" /></a><br /><small>Adaptiert von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/File:Top_antitop_quark_event.svg" rel="nofollow" class="liwikipedia">einem &#228;hnlichen Bild in der Wikipedia</a><sup><a href="http://www.andisblog.de/2009/12/30/andi-erklaert-seine-diplomarbeit-und-nebenbei-teilchenphysik/#footnote_7_1570" id="identifier_7_1570" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Habe semileptonisch in dileptonisch umgewandelt&hellip;">8</a></sup>.</small><br />
Ohne darauf einzugehen, warum das so ist: Top-Quarks treten meist in Paaren auf und zerfallen sehr fix in ein b-, wie Bottom-Quark<sup><a href="http://www.andisblog.de/2009/12/30/andi-erklaert-seine-diplomarbeit-und-nebenbei-teilchenphysik/#footnote_8_1570" id="identifier_8_1570" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Indirekt gab&amp;#8217;s f&amp;#252;r die Theorie, die das erkl&amp;#228;rt, letztes Jahr den Nobelpreis&hellip;">9</a></sup>. Dabei wird ein W-Boson ausgesandt, das wiederum in Elektron und Neutrino<sup><a href="http://www.andisblog.de/2009/12/30/andi-erklaert-seine-diplomarbeit-und-nebenbei-teilchenphysik/#footnote_9_1570" id="identifier_9_1570" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Genauer gesagt: Es zerf&amp;#228;llt in ein Lepton-Antilepton-Paar, da sind neben Elektronen noch Myonen und Taus.">10</a></sup> zerf&#228;llt. Obiges b-Quark macht fetzige Dinge, die Teilchenphysiker als Hadronisieren beschreiben. Das ist nichts anderes, als dass es sich aus dem umliegenden Energiefeld Partner erzeugt und mit ihnen Bindungen, sogenannte <strong>B-Hadronen</strong> ausbildet. Das passiert immer wieder, so dass sich ein Strahl voll Hadronen ausbildet, den man Jet nennt.<br />
Wie beim Zerfall radioaktiver Isotope k&#246;nnen die letzten Produkte dieser »Zerfallskette«, also Jets, Elektronen und indirekt Neutrinos, durch die Zwiebelschalen von CMS nachgewiesen werden.</p>
<p>Vor zwei Jahren haben sich schlaue Menschen eine Methode ausgedacht, wie man anhand dieser Endprodukte Informationen &#252;ber das alles startende Top-Quark gewinnen kann. Denn das Top-Quark an sich bleibt f&#252;r alle direkten Messmethoden unsichtbar und man muss den Prozess sozusagen <em>reverse engineeren</em>, also von hinten aufrollen.<br />
Dazu schaut man sich die <strong>L&#228;nge</strong> an, die B-Hadronen im Mittel brauchen, bis sie zerfallen. Diese L&#228;nge h&#228;ngt direkt mit der <strong>Masse</strong> des Top-Quarks zusammen, denn hat das Top-Quark eine gro&#223;e Masse, dann gibt diese gr&#246;&#223;ere Masse dem B-Hadron mehr Energie mit auf den Weg und es zerf&#228;llt &#252;ber eine l&#228;ngere Strecke (es ist »schneller«); hat es eine kleinere Masse, ist die Zerfallsl&#228;nge kleiner.<br />
Messe Zerfallsl&#228;ngen, wende etwas Theorie an und schon gibt&#8217;s die Masse des Top-Quarks, die dabei losgel&#246;st von bisherigen Ergebnissen sind, die immer eine spezifische Unsicherheit aufgrund der Messmethode hatten.</p>
<p>Und diese neue Technik wende ich auf die Daten von CMS an.</p>
<p>Das klingt doch spannend, oder?<br />
Zwar werde ich nicht die ersten »echten« Daten des LHCs benutzen k&#246;nnen, die wir Anfang/Mitte n&#228;chsten Jahres erwarten, sondern nur auf den simulierten Daten meine Analyse laufen lassen – aber auch so klingt das Thema interessant.</p>
<h3 id="andiplom">andiplom – Mein Diplomarbeitsblog</h3>
<p>In den letzten zwei Monaten habe ich mich in die eigenwillige Software eingearbeitet, die extra f&#252;r das Experiment programmiert wurde. Gar nicht so leicht. Aber so langsam habe ich genug wissen, um das Programmieren an der Analyse zu beginnen.</p>
<div class="randgalerie" style="float: right; width: 220px;  margin-top: 15px;"><a href="http://andiplom.posterous.com/" class="liimagelink"><img src="http://www.andisblog.de/wp-content/uploads/2009/12/Bildschirmfoto-2009-12-29-um-17.56.06-e1262105856837.png" alt="" title="Andiplom" width="220" height="76" class="alignnone size-full wp-image-1588" style="padding: 0;" /></a></div>
<p>Auf meinen Babyschritten begleite ich mich selbst beim Versuch eines digitalen Diplomtagebuchs. Unter <a href="http://andiplom.posterous.com" class="liexternal">andiplom.posterous.com</a> schicke ich jeden Tag einen kleinen Statusbericht samt Bild ins Universum.<br />
Mal schauen, ob ich das auch die n&#228;chsten 220 Tage durchhalte. </p>
<p>Noch Fragen?</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_1570" class="footnote">Das wohl eigentlich letzte Kapitel ist die Diplompr&#252;fung &#252;ber die Vertiefungsrichtung meiner Diplomarbeit, die im Anschluss an diese folgt…</li><li id="footnote_1_1570" class="footnote">Ich hatte die Leute schon kennengelernt und f&#252;r nett befunden.</li><li id="footnote_2_1570" class="footnote">Einstein hat das mal gesagt. E gleich m mal c-quadrat. Hat zwar nur rudiment&#228;r damit zu tun, aber ist letztendlich dann doch der Grund daf&#252;r.</li><li id="footnote_3_1570" class="footnote">im Sinne von: massiv</li><li id="footnote_4_1570" class="footnote">im Sinne von: aufw&#228;ndig</li><li id="footnote_5_1570" class="footnote">Superlative sind &#252;brigens im CERN-Sprachgebrauch ein Muss. Habe das damals bei der Anmeldung unterschreiben m&#252;ssen. Nein. Scherz.</li><li id="footnote_6_1570" class="footnote">Der Vergleich hinkt ein bisschen, denn die Splitter sind im Protonfall kein direkter Teil des Protons gewesen, sondern werden erst durch die vorhandene Energie der Kollision in Splitter umgewandelt…</li><li id="footnote_7_1570" class="footnote">Habe semileptonisch in dileptonisch umgewandelt…</li><li id="footnote_8_1570" class="footnote">Indirekt gab&#8217;s f&#252;r die Theorie, die das erkl&#228;rt, letztes Jahr den Nobelpreis…</li><li id="footnote_9_1570" class="footnote">Genauer gesagt: Es zerf&#228;llt in ein Lepton-Antilepton-Paar, da sind neben Elektronen noch Myonen und Taus.</li></ol>]]></content:encoded>
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