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Serienbefund 2015/2016

← not so good | good →

ComedyDramaCrime/Law

  1. 11.22.63*†
  2. The Good Wife
  3. Person of Interest
  4. Arrow
  5. The Flash
  6. Gotham
  7. Supergirl*
  8. Dark Matter*
  9. Better Call Saul
  10. Billions*
  11. Blindspot*
  12. BrainDead*
  13. Brooklyn Nine-Nine
  14. Castle
  15. Colony*
  16. Crazy Ex-Girlfriend*
  17. Feed the Beast*
  18. Flesh and Bone
  19. Fresh Off the Boat
  20. Galavant
  21. Game of Thrones
  22. Heroes Reborn*†
  23. Homeland
  24. House of Lies
  25. How to Get Away with Murder*
  26. iZombie
  27. The Last Man on Earth
  28. Limitless*†
  29. Lucifer*
  30. Marvel’s Agent Carter
  31. Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.
  32. Mr. Robinson
  33. Preacher*
  34. Quantico*
  35. Second Chance*†
  36. >Sex & Drugs & Rock & Roll
  37. Shameless
  38. Silicon Valley
  39. The Night Manager*†
  40. The Americans
  41. The Big Bang Theory
  42. The Catch*
  43. The Expanse*
  44. The Girlfriend Experience*
  45. The Knick
  46. The Last Ship
  47. The Man In The High Castle*
  48. The Path*
  49. The Shannara Chronicles*
  50. The Strain
  51. UnREAL*
  52. Vinyl*†
  53. Wayward Pines
  54. Welcome to Sweden
  55. You, Me, And the Apocalypse*†
  56. Young and Hungry
  57. Zoo*
  58. Show Me A Hero*†
  59. Undateable
  60. Rookie Blue
  61. Deutschland 83*
  62. Strike Back
  63. Bosch
  64. Narcos*
  65. Mozart in the Jungle
  66. Halt and Catch Fire
  67. Mr. Robot*
  68. The Astronaut Wives Club*†
  69. The Brinksup>*†
  70. Ballers*
  71. Marvel’s Daredevil
  72. Marvel’s Jessica Jones*
  73. Unbreakable Kimmy Schmidt
  74. Sense8*
  75. Scream Queens
  76. Killjoys
  77. Stranger Things*
  78. The Get Down*

Herzlich willkommen zum Serienbefund 2015/2016!

Wie versprochen gibt’s auch in diesem Jahr meinen Rückblick auf (mehr als) 12 Monate Serien. Wie gewohnt in grafischer Form (oben), mit einigen Anmerkungen (unten). In der grafischen Form sind meine Lieblingsserien weiter oben, und die weniger Lieblingsserien weiter unten.1 Auf horizontaler Achse probiere ich die Serien nach drei(einhalb) Kategorien einzuordnen. Das klappt mal besser und mal weniger gut. Manche Namen sind klickbar, damit geht’s dann zu meiner etwas ausführlicheren Meinung zur jeweiligen Show weiter unten. Dieses Jahr gibt’s 78 Shows oben. Hui.

Für die Serienkarte hatte ich letztes Jahr eine kleine JavaScript-Anwendung geschrieben. Dieses Jahr habe ich sie um einiges erweitert – zum Beispiel könnt ihr jetzt die Shows über das Bild mit der Maus (oder der Tastatur!) hin- und herbewegen. Richtig interaktiv und so! Probiert’s mal aus – und falls es euch gefällt: Postet die Links zu euren Serienreviews in die Kommentare. Würde mich freuen! Hier ist meine Karte.

Einzelkommentare

The Good Wife

Vor ein paar Monaten ging die momentan beste Show der Flimmerkiste™ zu Ende; The Good Wife. Der Mix aus cleverer Gesellschaftskritik, lockerem Humor, tiefer Charakteranalyse, dramatischer Politikdarstellung, Emanzipationsdiskussion – und dabei noch hochunterhaltsam! – ist ungeangefochten. Die Show war eine Perle, vor und hinter der Kamera. Schade, dass es jetzt zu Ende ging; ich hätte Alicia doch gerne noch so lange beim Tanz durch den pointierten Alltagsdschungel zugeschaut. Rückblickend haben die Showrunner einen tollen Geschichtsbogen gespannt: Zum Ende von The Good Wife ist alles irgendwie so wie zu Beginn; nur eben völlig anders. #mehrkryptik
Die letzte Chance dann jetzt also ein weiteres Mal zu wiederholen: Ihr solltet The Good Wife schauen. Am besten eine Woche frei nehmen und direkt am Stück bingen. Los jetzt!
(Und falls ihr als Stammseher eine Ersatzdroge braucht: BrainDead. Vom Showrunner-Team von The Good Wife; aber mit mehr Alienameisen und weniger Gericht. Yep, das ist so großartig wie es klingt; s.u.) []

Game of Thrones

Auch in der fünften Staffel noch eine der epischsten Serien überhaupt. Aufwändig und fett produziert. Game of Thrones schafft es auch noch in der fünften Staffel, in der man eigentlich gelernt haben sollte, mit allem zu rechnen, den Zuschauer zu überraschen.2 Wir sind geschichtsmäßig auf der Zielgraden (noch zwei weitere Staffeln) und das tut der Show gut: Mir gefällt, dass mittlerweile die Geschichtsstränge beginnen zusammen zu laufen; außerdem beginne ich zu verstehen, wie detailreich viele der Geschichtsseitenstränge bereits früh geplant wurden. Respekt. Ich schaue sehr gerne weiter. []

Bosch

Bosch ist eine sehr, sehr ruhige Krimi-Serie. Aber trotz oder gerade wegen der Ruhe gefällt sie mir ganz hervorragend. Jeder Fall hat Zeit sich zu entfalten und von einem großartig gespielten Hauptcharakter Stück für Stück gelöst zu werden. Eine willkommene und dazu noch sehr gute Abwechslung der Fall-der-Woche-Broadcast-Procedurals. Lebt dazu noch von einem charismatischen Hauptdarsteller. []

Person of Interest

Person of Interest ist mit einer tollen letzten Staffel zu Ende gegangen. Damals™, als Person of Interest die künstliche Intelligenz zu einem Protagonisten einer TV Show machte, war vielen noch gar nicht klar, wie sehr Algorithmen unseren Alltag bestimmen werden. Mittlerweile gibt’s KI an jeder Ecke (Hey, Siri!) – und das ist erst der Anfang. Person of Interest stellt den KI-Zukunftsregler auf 11 und erzählt von einem spannenden Kampf, der nicht nur unterhaltsam und gut gemacht ist, sondern auch einen Haufen Metaphern für unsere technologisierte Zukunft enthält. Es war toll. Schade, dass es zu Ende ist. []

Brooklyn Nine-Nine

Immer noch furchtbar lustig. Soviel Wortwitz und Situationskomik. I like. []

Limitless

Für meinen Teil der beste Neustart der letzten Network-TV-Saison. Die Transformation vom Kinofilm zur TV-Serie hat gut geklappt. Jake McDorman hat mir in der Hauptrolle toll gefallen. Aber was mir am besten gefiel: Die Produktion der Show. Irgendwer hatte ganz viel Spaß mit dem Produktions-Design und baute bunte Digitaleffekte. Ein paar Folgen dauert es, bis Limitless seinen Stil gefunden hat; aber dann wird’s von Episode zu Episode besser. Leider war die Show nicht mit den Quoten gesegnet, die CBS haben wollte. Ist daher abgesetzt. Schade! [Mein Pilot-Review; ]

Stranger Things

Last-minute addition zur Liste. Auf sämtlichen Ebenen eine tolle Show auf Netflix, die furchtbar Spaß macht. Tolle Darsteller, tolle Bilder, tolle Story. Und eine tolle Hommage an die 80er, die ich allerdings – so befürchte ich – nur zu einem Bruchteil verstanden habe. Aber egal. Die fünf Jugenddarsteller sind großartige Entdeckungen, David Harbour ist auch toll. Winona Ryder spielt seltsam verwirrt. Aber alles passt. Und trotz Hommage ist das Mysterium um das Elektromonster spannend. Ich freue mich auf eine zweite Staffel. []

iZombie

Nach einer kurzen ersten Staffel lief iZombie in der vergangenen Saison mit einer kompletten Staffel bei The CW. Immer noch ein humorvoller Mix aus Zombiejagd und Krimi. Und die pointierten Wortspiele und sarkastischen Kommentare sind spitze. Go, Ravi! [Mein Pilot-Review; ]

Marvel’s Daredevil

Bereits die erste Staffel war gut, weil so anders als die übrigen Superheldenserien. So reell. Staffel macht da weiter und wurde, so finde ich, tatsächlich noch etwas besser. Vielleicht, weil der Hauptcharakter nicht mehr ganz so im Zentrum stand. Foggy, Karen und auch Frank Castle hätten die Staffel auch gut alleine spielen können… []

The Flash

The Flash ist mittlerweile meine Lieblings-Network-Superhelden-Show. Auf jeden Fall um Längen besser als die letzte Staffel Arrow. Während die Autoren von Arrow konstant versuchen, Oliver in noch tiefere Selbstzweifel stürzen zu lassen, tanzen Berry und Kollegen locker durch vielschichtige, spannende und unterhaltsame Geschichten. Bei The Flash stimmen die Charaktere, deren Entwicklung, die Schauspieler, die Fälle der Woche und das darunter liegende Mysterium. Also, eigentlich stimmt alles. Ich freue mich auf die nächste Staffel. []

BrainDead

Ein Midseason-The-Good-Wife-Ersatz, der plötzlich da war. Und großartig ist. Die Macher von The Good Wife verfilmen folgende Prämisse: Was, wenn außerirdische Alienameisen die Gehirne amerikanischer Politiker übernehmen? Erzählt aus der Sicht der Schwester eines Senators (eine ganz bezaubernde Mary Elizabeth Winstead). Und BrainDead ist mindestens so toll, wie sich die Prämisse anhört. Over the top und völlig bescheuert, aber eine großartig gespielte Persiflage des US-amerikanischen politischen Systems. Und allein für die wöchentlichen Lied-Rückblicke wäre die Serie eine Empfehlung wert. []

Supergirl

Supergirl hat einen ordentlichen Start letztes Jahr hingelegt. Eine tolle Darstellerriege (Melissa Benoist, Calista Flockhart) und unterhaltsame Geschichten, die manchmal typisch Superman-ig und manchmal so gar nicht sind. Mal sehen, wie der Wechsel von CBS zu The CW wird, inklusive der damit einhergehenden Darstelleränderungen. []

The Get Down

Last-last-minute addition zur Liste. Frisch durchgeschaut; die erste Hälfte der ersten Staffel hat auch nur sechs Folgen. Sechs großartige Folgen. In The Get Down porträtiert Baz Luhrmann eine Gruppe Jugendlicher in der New Yorker Süd-Bronx der 70er, die mit Musik ihren Alltag bestreiten und aus ihm entfliehen wollen. Dabei geht’s um Hip Hop und um Funk; aber auch um Armenviertel, den Verfall der Stadt, um Politik und Gangs. Das tollste an The Get Down ist aber die Musik. Justice Smith als Ezekiel rappt tolle Stücke, Herizen F. Guardiola als Mylene singt hervorragend. Serienschauen mit Kopfwippen; besser geht nicht. The Get Down hat durchaus seine Fehler: alberne Momenten, übertriebene Seiten-Charaktere und Reaktionen, immer das gleiche Stilmittel des Gegenüberstellen von Situationen durch Schnitte mitten in der Geschichte. Aber trotzdem: Die Musik reißt’s raus. Und die Darsteller. []

Marvel’s Jessica Jones

Noch so eine untypische Superheldenserie. Jessica Jones hat mir auch hervorragend gefallen; der Bösewicht der Staffel, Kilgrave, war vielleicht das Bedrückendste und Fieseste, was ich bisher an TV-Bösewichten gesehen habe. Warum Jessica Jones dann doch vielleicht etwas weiter unten steht: Ich kann mich auch nach einer gesamten Staffel nicht mit Hauptdarstellerin Krysten Ritter anfreunden. []

The Expanse

Toller neuer Hard-Sci-Fi, bei dem ein Detektiv auf die Suche nach einer vermissten Frau im Sonnensystem geht. Eine komplexe und detaillierte Geschichte wird ausgerollt, die spannend ist und viele Twists hat. Wenn ihr Science Fiction mögt, dann ist The Expanse ein Muss. [Mein Pilot-Review; ]

Mozart in the Jungle

Neben Bosch meine Lieblings-Amazon-Serie. So verrückt und in der zweiten Staffel leider mit weniger Musik; aber vermutlich kann Gael García Bernals Maestro auch kochen oder die Straße fegen und ich fänd’s toll. Einziges Manko: Die Folgen sind zu kurz! []

Mr. Robot

Komplexe, spannende und toll gemachte Show über einen Hacker, der sich mit seiner Crew einen Technik-Großkonzern vornimmt. Dabei hat er auch noch seine kleinen eigenen Probleme. Toll gespielt von Rami Malek und allen anderen,3 düstere und realistische Geschichte. Ein Sommerhighlight. [Mein Pilot-Review; ]

Galavant

Was für eine spaßige Show. Ritter, die singen und dabei dauernd selbstironisch sind. War wohl etwas verrückt für das Publikum und ist nach der zweiten Staffel abgesetzt. Aber die beiden produzierten Staffeln lohnen sich. Herrlich bescheuert. []

Colony

Spannender Science Fiction, bei dem Sawyer in einem Alien-besetzten Los Angeles nach seinem Sohn sucht. Gut gemacht und tolle Idee, zwischendurch vielleicht ein bisschen viel Herzschmerz. [Mein Pilot-Review; ]

The Night Manager

Spannende Mini-Serie mit Hugh Laurie und Tom Hiddleston über Waffengeschäfte im nahen Osten. Gefiel mir sehr. []

Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.

Eigentlich könnte die Super-Sidekick-Helden-Serie weiter oben stehen. Sie hat alle Zutaten: Tolle Darsteller, vielschichtige Geschichtsstränge, Mysterien, hohen Produktionswert und ein fähiges Team hinter der Kamera. Aber die letzte Staffel war mir ein wenig zu konfus. Es sind zu viele Sachen gleichzeitig / kurz hintereinander passiert, den den Fokus ablenkten. Aber ich bin mir sicher, das wird wieder in der nächsten Staffel. Wir sind hier auch immer noch bei den Serien, die ich bedenkenlos weiterempfehlen würde. []

Wayward Pines

Wayward Pines war letztes Jahr eine echte Überraschung. Bei den ersten paar Episoden dachte ich noch »Ok, das ist alles etwas seltsam; ich gucke mal weiter.«, bis dann der Big Reveal kam und die Serie auf einmal viel Spaß gemacht hat. Der Big Reveal fehlte in Staffel zwei und das merkte man leider. Die Serie war immer noch gut anzusehen, aber die unerwartete Überraschungswendung fehlte. Die Idee, die gesamte Darstellerriege auszutauschen, gefällt mir allerdings sehr. []

11.22.63

11.22.63 startete mit einer tollen Prämisse: Was, wenn durch eine Zeitmaschine das Kennedy-Attentat verhindert werden könnte? Basierend auf einem Stephen-King-Buch folgte daraus leider ein etwas längliches Zeitreise-Abenteuer. Die Kulissen der 60er sind toll, James Franco und Sarah Gadon machen ihre Sache auch ordentlich. Aber leider fehlte mir die Spannung über weite Strecken der Show. []

Deutschland 83

Deutschland 83 porträtiert Martin Rauch, ein DDR-Polizist, der in den Westen Undercover geht. Gefiel mir sehr gut. Hoffentlich gibt’s weitere Staffeln. [Mein Pilot-Review; ]

Arrow

Arrow hat letzte Staffel bei mir seine Gunst verspielt. Und dabei war’s noch nicht mal die ewige Olicity-Romanze, die das Internet™ ankreidet. Für mich entwickelt sich die Story nicht genug weiter. Es ist immer Oliver, voller schwerer Selbstzweifel, gegen die Welt. Und seine SidekicksTeammates stolpern auch immer in die ewig gleichen, dramatischen Verwirrungen. Vielleicht soll Arrow die dunkle Serie des Arrowverse sein, aber dann doch bitte auch mal mit neuem Drama; und nicht immer mit dem gleichen Aufgewärmten. []

Sense8

Sense8 ist ein seltsamer Fall. Ich wollte die Show der Wachowski-Geschwister mögen (und irgendwie tue ich das auch), aber Sense8 ist ziemlich verworren, ziel- und strukturlos. Die erste Staffel ist eine lose Aneinanderreihung belangloser Geschichtchen, die allein dadurch Interessantheit erlangen, dass zwischendurch ein Protagonist einer anderen Geschichte mystisch zu Besuch kommt. Und die Sex-Szenen sind auch weird. []

Vinyl

Vinyl hätte eine tolle Show über das Musik-Biz der 70er Jahre. Die mit der Show verbundenen Talente hatten das jedenfalls erhoffen lassen (Mick Jagger und Martin Scorsese produzierten, Bobby Cannavale als Hauptdarsteller). Aber Vinyl hat nicht so recht gezündet. Der Show fehlt der gewisse Pep. Schade! []

Castle

Die letzte Staffel um den charmanten Freizeitdetektiv Richard Castle war nicht die beste der Serie. Die Luft war raus. Die Idee, Castle als Privatdetektiv ermitteln zu lassen, war eine gute; allerdings stolperte er dann ja doch immer wieder in Fälle mit seinem alten NYPD-Team. Naja. Auch die sympathischen und lustigen Spezialfolgen, bei denen Castle z.B. an Aliens glaubt, klappen in der Frequenz, in der sie in der letzten Staffel abgefilmt wurden, nicht. Tschüss, Castle. Aber ich wäre durchaus bereit für ein Alexis-Hayley-Spinoff. []

Dark Matter

Eine kleine Sci-Fi-Perle. Von den Produzenten der Stargate-Serien ist Dark Matter ein Space-Drama über eine Raumschiffbesetzung, die aus dem Tiefenschlaf ohne Erinnerung an die Vergangenheit erwacht. Unterhaltsam. [Mein Pilot-Review; ]

Narcos

Hier lernt man noch was für’s Leben. Über Carlos Escobar, sein Kolumbianisches Drogenkartell und die ganze verrückte Drogenwelt. Toll gemacht.4 []

  1. Mit einem * sin die Serien markiert, die seit dem letzten Review neu angelaufen sind. Mit † die, die abgesetzt sind und nicht mehr laufen. []
  2. Oder habt ihr mit der grünen Explosion gerechnet? []
  3. Eine der wenigen Christian-Slater-Serien, die nicht nach der ersten Staffel abgesetzt sind. []
  4. Wäre sicherlich weiter oben, wenn meine Erinnerungen an die Serie frischer wäre… []

Serienbefund 2013/2014

← not so good | good →

ComedyDramaCrime/Law

  1. The Good Wife
  2. Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.*
  3. Brooklyn Nine-Nine
  4. Game of Thrones
  5. How I Met Your Mother
  6. Community
  7. Shameless (US)
  8. House of Cards
  9. Orange Is The New Black*
  10. Person Of Interest
  11. Arrow
  12. Orphan Black*
  13. The Mentalist
  14. Mad Men
  15. Sherlock
  16. True Detective*
  17. The Newsroom
  18. Homeland
  19. Arrested Development*
  20. Castle
  21. Growing Up Fisher*
  22. The Bridge (US)*
  23. Top Of The Lake*
  24. 24*
  25. Franklin & Bash
  26. Silicon Valley*
  27. Chicago Fire
  28. Treme
  29. Vikings*
  30. The Americans
  31. Burn Notice
  32. Rookie Blue
  33. Chicago PD*
  34. Black Box*
  35. From Dusk Till Dawn*
  36. Strike Back
  37. Suits
  38. Episodes
  39. Graceland*
  40. Black Sails*
  41. Banshee
  42. Believe*
  43. House of Lies
  44. Enlisted*
  45. The Blacklist*
  46. Helix*
  47. Magic City
  48. The Glades
  49. Sleepy Hollow*
  50. Californication
  51. Doctor Who
  52. American Horror Story
  53. Dexter
  54. Almost Human*
  55. White Collar
  56. The Big Bang Theory
  57. True Blood
  58. Intelligence*
  59. New Girl

»Hey Andi, sag mal, welche Serien hast du denn im letzten Jahr so gesehen? Und wie fandest du sie?«
So!

Meine Damen, meine Herren. Mein Serienbefund der letzten 16 Monate.

Wie schon in den letzten Jahren habe ich probiert, die Serien in drei Kategorien einzuteilen. Comedy, Drama und Crime/Law. Die Einteilung ist stellenweise etwas beliebig. Insbesondere gibt’s keinen Überlapp zwischen Comedy und Crime/Law; Brooklyn Nine-Nine ist deswegen ganz links bei Comedy angeordnet. Stellt euch einfach vor, dass der linke Rand am rechten Rand anschließt.12

Oben stehen die besten Serien, nach unten hin werden sie immer schlechter. Bis am unteren Rand, weiß hinterlegt, die Serien kommen, die ich gar nicht (mehr) so knorke finde.
Auf einige Serien könnt ihr im oberen Bild klicken und kommt, weiter unten, zu meinem Kommentar dazu — oder ihr scrollt einfach runter und lest euch durch. Dieses Jahr habe ich meinen Senf zu ein paar mehr Serien gegeben.
Nichts zu sagen habe ich zu den beiden Amazon-Serien Bosch und The After, weil die Serien, abseits ihrer Piloten, eigentlich noch gar nicht angelaufen sind3, und über die Neil-deGrasse-Tyson-Neuauflage von Cosmos, weil’s keine fiktionale Serie ist.
Wie immer gilt: Bei vielen Serien ist die vertikale Position nicht ganz genau festgelegt. Vermutlich würde ich mich bei (fast) jeder einzelnen umentscheiden, wenn ich nur lange genug drüber nachdächte.
Natürlich habe ich eine Serie vergessen: Masters of Sex. Würde ich knapp unter Shameless einordnen.

Neu dieses Jahr: Das Bild oben ist komplett in CSS umgesetzt. Keine statische Grafik, alles HTML. Yay! So weit es das WordPress-Theme erlaubt ist es sogar ein wenig responsive.

Unten in den Serienbeschreibungen sind ein paar spoilrige Passagen ausgeblendet. Fahrt mit der Maus drüber und sie werden angezeigt.
Wenn ihr, als Mitglieder unserer kleinen Serienjunkie-Selbsthilfegruppe, sowieso schon alle Serien gesehen habt, dann könnt ihr hier für den gesamten Text die Spoiler wieder einblenden lassen:
Alle Spoiler .

Und bevor’s jetzt zu den Einzelbeschreibungen geht: Was denkt ihr? Was habe ich massiv falsch eingeordnet? Wo stimmen wir nicht überein? Was wollt ihr, jetzt, wo ihr wisst, dass es mein Premiumgütesiegel hat, unbedingt sehen? Lasst hören!

Übrigens: Mit den []-Links am Ende jeder Serienbeschreibung kommt ihr wieder hoch zum Bild.

The Good Wife

Keine Überraschung auf Platz eins, besonders nicht für Newshow-Podcast-Seher und -Höher.
Auch in der fünften Staffel macht The Good Wife noch immer alles richtig. Ach was… es macht alles richtiger als zuvor! Die Geschichten sind immer noch tolle Überdramatisierungen und TV-Verschwirbelungen aktueller Probleme (Google, Bitcoin, NSA, Snowden, Silk Road), gepaart mit altbekannter, komplexer aber kurzweiliger Familien- und Firmengeschichte. Julianna Margulies könnte in dem großartigen Mit-Cast untergehen, wäre sie nicht selbst eine noch etwas großartigere Schauspielerin. Und als Sahnehaube oben drauf: Musik und Kamera. Immer großartig4, manchmal ironisch und genial. Bei keiner TV-Serie fällt mir so stark auf, wie Bilder, Einstellungen und Musik das On-Screen-Geschehen verstärken können. Hach.
Und… (Spoiler!) … dann machen die auch noch inhaltlich solche abgedrehten Dinger! Das mit der langwierigen NSA-Story, die in Folge eins startet und erst, so richtig, zwanzig Folgen später zur Debatte kommt, hätte die Staffel schon abgehoben. Aber nahein! Wir lassen einfach mal so einen Hauptdarsteller sterben! Eine tolle Sache. Also, für die Geschichte, jetzt.
Jedenfalls: Dieses Jahr, wie alle vorherigen Serienbefunde zuvor: Anschaubefehl!
Ich rede sonst nicht mehr mit euch. Bitte verlasst mein Blog!!1
[]

Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.

Der erste von zwei Neustarts – und direkt so weit oben?! Ja! Agents of S.H.I.E.L.D. gefällt mir wirklich gut.
Das war nicht immer so. Zu Anfang fand ich die Show zwar solide, aber irgendwie hat sie nicht so recht gezündet. Das Artefakt der Woche war zwar nett, aber mehr auch nicht.
Aber irgendwann gegen Episode zehn wurde die folgenübergreifende Geschichte immer fesselnder – und SHIELD immer besser. Nach Captain America 2 dann, der inhaltlich so einigen Überlapp mit Marvel-Universums-Mitbewohner SHIELD hat, wurde die Serie dann so richtig gut. Verschwörungen, Betrug, actionreiche Handlung. Und das, mit den Schauspielern, die wir in den vorherigen, langsamen Episoden schon ausführlich kennengelernt haben. Dranbleiben hat sich also gelohnt.
Die Show balanciert gekonnt im Marvel-Universum herum und nimmt sich Inspiration aus Comic und Film. Hat aber genug Identität, um selbst eine eigene, starke Geschichte auszubreiten und fortzubringen; clever verwoben mit den Ereignissen aus Captain America 2.
Auch die Schauspieler sind ganz hervorragend. Clark Gregg mimt einen wunderbaren Phil Coulson, zeitweise cool, lässig und kontrollierend wie aus einem James-Bond-esken Agentenfilm, dann aber zutiefst erschüttert und zweifelnd. Toll sind auch Fitz & Simmons, die (viel) besseren Sheldon & Leonard.
Fassen wir zusammen: Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. ist eine tolle TV-Addition zum Marvelkrams. Tolle Schauspieler, actionreiche und aufwändige Umsetzung, Story gut, ab Mitte großartig.
→ Mein Pilotreview auf Newshows.
[]

Brooklyn Nine-Nine

Ja, direkt der zweite Neustart 2013. Die Serie über ein New Yorker Polizeirevier und deren seltsame Insassen.
Bei kaum einer Serie habe ich in der letzten Saison so viel gelacht wie bei 99. Die Witze sind großartig! Reichen im Spektrum von plump, über albern in an awkward way, über albern in a good way bis hin zu LOLROFLWTF! Jake Peralta ist ein so bescheuerter Charakter, er grenzt an Genialität. Und gespielt ist er auch großartig. Aber das gute bei 99: Damit hört’s nicht auf. Wenn ich die Charaktere-Liste im Kopf durchgehe, fällt mir bei jeder einzelnen Figur direkt eine spaßige Szene ein. Probiert’s mal selbst: Hitchcock & Scully. Boyle. Sergeant Terry. Rosa. Holt. Santiago.
Brooklyn Nine-Nine hat das Polizei-Comedy-Genre von aus der Polizeiakademie befreit und das allein wäre doch schon was. Aber so lustig? Damit hatte ich vorher nicht gerechnet. Und noch finde ich die Fall-der-Woche-Struktur, für mich sonst eher ein meh-Faktor von Serien, auch unterhaltsam.
Anschauen.
→ Mein Pilotreview auf Newshows.
[]

Game Of Thrones

GoT ist eine seltsame Serie. Aufwändig produziert, toll bespielt, fantastische Geschichte. Aber bis auf ein paar pompöse Schlüsselszenen passiert die meiste Zeit irgendwie nicht so furchtbar viel5. Und eh man sich versieht, sich langsam wieder an alle Namen, Beziehungen und Bösewichte gewöhnt hat, ist die Staffel auch schon wieder vorbei und die halbe Hauptdarstellerriege entlassen. Seltsame Serie.
Aber wenigsten ist dieses Drecksblag Joffrey weg!
Furchtbar toll anzusehen und auch in der aktuellen Staffel dem Hype gerecht werdend.
[]

How I Met Your Mother

2014, das Jahr, in dem uns Ted dann tatsächlich noch erzählte, wie er die Mutter traf. Das Internet™ fand das Staffelfinale nicht so knorke. Ich gebe zu: Das hätte besser gekonnt. Aber ich fand’s in Ordnung.
Das Ende der Geschichte, war ein bisschen forciert und vorschnell, aber inhaltlich durchaus schlüssig und ok. HIMYM war eben die Geschichte von fünf Freunden, die Erwachsen werden, die große Liebe – oder ihr persönliches Substitut dessen – suchen. Ted ist einer dieser Freunde. Und Teds Weg zum romantischen Glück war eben kein stetiger, grader Weg, sondern ein verworrener, voll Höhen und Tiefen.
Am Ende stand sein Glück mit der Mutter. Aber das Glück war eben nicht von Dauer, sondern kam nach toller Zeit zu Ende. That’s life! Man weiß nie, was einen erwartet. Und so fand Ted, die ältere Version seiner selbst, reicher um die Erfahrungen aus der Mutter-Zeit eben wieder zurück zu Robin. Das ist nicht das Ende, das ich gewählt hätte, aber für mich ist das ein plausibles Ende.
HIMYM ist die Geschichte vom Finden dessen, was einen persönlich glücklich macht. Individuell. Für das man selbst verantwortlich ist, aber das eben auch passiert. Man kann (und sollte!) initiativ sein — und das ist der Kampf, den Ted dauernd führt! — aber ultimativ gibt es immer noch Faktoren, die unbeeinflussbar jenseits des Einzugsbereich liegen. HIMYMs spielte von Anfang an mit Zufällen und unglücklichen Wendungen (wenn Ted mit der Mitbewohnerin seiner Zukünftigen anbandelt) und den Hauptcharakteren, denen das nicht genug ist, sondern die ihr Glück selbst in die Hand nehmen.
Eine weitere Moral HIMYMs: Jeder Mensch, jedes Paar ist anders. Lilly und Marshall, immerwährend perfekt und schon seit College in Stein gemeißelt, haben trotzdem ihre ganz eigenen Hürden zu bewältigen; der leichtfüßige Barney, eigentlich am anderen Ende der Romantikskala, der davon zwischendurch aber gar nicht so überzeugt ist. Und eben Robin und Ted, die irgendwie herauszufinden versuchen, was sie überhaupt wollen, wo sie überhaupt hingehören.
HIMYM ist »Der Weg ist ist das Ziel« unter den romantischen, coming-of-age-ishen Comedys. Eingebettet in eine großartige und stilprägende Produktion6 mit legendären Schauspielern und Charakteren. Das Ende hat mich da gar nicht so sehr interessiert. Auch wenn der Titel Anderes suggeriert, HIMYM war kein Lost, bei dem in der letzten Folge die große, finale Antwort dem Rest der Serie Sinn geben soll.7 HIMYM war eine tolle Reise.
Neun Jahre konnte ich Lilly und Marshall, Barney und Ted und Robin dabei zusehen, wie sie durch den lollipopbunten Alltag stolperten, während ich über Klausuren brütete, meinen Dipl.-Phys. bekam, meine Doktorarbeit startet — und auch mein Glück8 fand.
Danke dafür. Es war eine tolle Zeit.9
Um von diesen schmalzigen Endzeilen wieder runterzukommen, schaut doch bitte kurz dieses beiden GIFs: 1 & 2. Danke.
[]

Community

Die vorletzte, vierte Staffel von Community war nicht so das Wahre. Die Show war immer noch ansehbar und unterhaltsam. Aber den Weggang Dan Harmons hat man gemerkt.
Ein Glück kam er zurück für eine fünfte Staffel! Und die war direkt ein riesiges Stück besser und kehrte fast zu alten Höhen zurück. Fast, denn auch wenn die Serie einen guten Job ohne Troy macht – eigentlich gehört der dazu. Für mich mehr noch als Pierce.
Ich hoffe, dass Community auch nach der frischen Absetzung von NBC noch irgendwo eine sechste Staffel spendiert bekommt. Keine andere Serie vermag es so wie Community, andere Filme und Genres zu porträtieren.10 Dabei noch mit reichlich Meta-Elementen, Selbstreferenzen und Massen-inkompatiblem Nerd-Humor.
TV braucht eine Serie wie Community! #moreseasonsandmovies
[]

Shameless (US)

Shameless ist die abgefuckteste, aber zugleich auch ehrlichste Familienfernsehserie, die ich kenne. Natürlich ist die Show maßlos übertrieben und bis ins Letzte überspitzt. Aber im Kern dreht sie sich letztlich um die alltäglichen Probleme der Familie Gallagher & Co.
Shameless ist ein potenzieller Kandidat, um am 24-Syndrom zu leiden. Damit die Serie interessant bleibt, muss die Geschichte von Staffel zu Staffel immer extremer werden. Aus der Autobombe, wird die Atombombe, aus Schläfer-Wachsoldat wird der Schläfer-Präsidentenberater. Für 24 war das irgendwann zu viel. Aber, zum Glück, bei Shameless funktioniert das noch. Die Story der einzelnen Charaktere wird spaßig weiterentwickelt. Nur Fionas Rückfall fand ich ein wenig too much.
Bitte noch viele weitere Staffeln mit kreativen Wendungen.
[]

House Of Cards

House of Cards ist ein ganz eigenes Kaliber Fernsehen.11 Die Geschichte ist komplex, voll Politik und subtiler Taktierung. Aber man muss gar nicht alles bis ins aller letzte Detail nachverfolgen um die Optik und das Gefühl der Show wertzuschätzen. Und natürlich Kevin Spacey! Und Robin Wright!
→ Mein Pilotreview bei Newshows.
[]

Orange Is The New Black

Überrascht hat mich diese Netflix-Serie über den Gefängnisbesuch von Piper Chapman. Hatte ich, unter House Of Cards und Arrested Development, gar nicht so recht auf den Schirm. Umso toller war dann Show. Eine außergewöhnliche Story, erzählt von einer tollen Hauptdarstellerin. Macht Spaß. Und kommt zum Glück bald Staffel zwei.
→ Was ich auf Newshows dazu schrieb.
[]

Person Of Interest

Keine andere Show bringt so langsam und so subtil die übergreifende Geschichte voran, wie POI. Geht’s gerade noch um einen schwerwiegenden Mordfall, ist man auch schon mitten in einer neuen Verschwörungsaufklärung. Ohne, dass man’s merkt.
POI ist ein echter Slow Riser. Die Show war am Anfang etwas mäßig. Nicht schlecht, aber eben auch nicht so richtig interessant. Aber Stück für Stück, eben auf diese gemeine subtile Art und Weise, wurde es immer besser. Die übergreifende Geschichte immer wichtiger und interessanter. Und, zack, war man mitten drin, mit Herold und Reese und Carter und Fusco und Shaw.
POI ist die zweite Serie des letzten Jahres, die einfach mal so einen Hauptdarsteller umbringt. Wie bei der anderen Serie, auch hier ein genialer Schachzug, der zwar im ersten Moment erstmal blöd ist, die Geschichte aber ungemein nach vorne bringt und interessant hält. Und wie man immer wieder, indirekt, Parallelen zwischen der Maschine und der NSA-Maschinerie sehen kann, ist ebenfalls großartig.
POI ist eine Action/Crime-Serie, die man schnell mit YAP (Yet Another Procedural) verwechseln könnte. Aber das wäre aber falsch. POI ist nämlich ganz eigen und liebevoll geschrieben. Großartig.
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Arrow

Auch in der zweiten Staffel ist Arrow immer noch sehr unterhaltsam. Man hat gute neue Charaktere eingebracht und ist ,als dritte Serie im Bunde, andere losgeworden. Auch von der Story her war die zweite Staffel gut, Slade ein guter Bösewicht. Ein zweites Mal hab ich Arrow die Zerstörung von Starling City noch abgekauft. Für das Ende von Staffel drei sollten sie allerdings noch mal in die Kreativkiste greifen.
→ Mein Pilotreview, damals bei Newshows.
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Orphan Black

Eine echte Überraschung letztes Jahr, diese Serie des (vergleichsweise) kleinen BBC Americas. Tatiana Maslany! Die Hauptdarstellerin spielt die fünfunddrölfzig Hauptrollen dermaßen großartig…! Wow!
Abzüge gibt’s eigentlich nur für die etwas uninspiriert wirkende, aktuell laufende zweite Staffel. Aber solange Maslany dabei ist, würde ich vermutlich auch eine Häkelshow gucken.
Pilotreview.
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The Mentalist

Red John is dead! Oh. Spoiler! Sorry.
Die Show um Patrick Jane macht weiter ohne die traditionelle Red-John-Storyline. Ohne rotfarben-betitelte Folgen. Die sind jetzt vielfarbig und mit neuer FBI-Arbeitsgruppe. Zu meiner Überraschung funktioniert das erstaunlich gut. Jane löst seine Fälle auf altbekannte täuschende Art und Weise und hat dank neuem Setting neue Mitstreiter /-opfer und frische Randbedingungen.
So gut ich’s auch finde: All zu viele Staffel gebe ich der Show nicht mehr. Wenn Jane nicht bald einen neuen, großen Fall zur Seite kriegt, muss es inhaltlich doch schon bald wiederholend werden12.
Überhaupt, das wäre doch eine tolle Idee: The Mentalist orientiert sich an den vielen erfolgreichen Crime-Serien des letzten Jahres, die sich pro Staffel ausschließlich um einen einzigen großen Mordfall kümmern, und lässt in der ersten Hälfte der nächsten Staffel akribisch eine große Verschwörung eines Menschenhandelrings auffliegen.
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Sherlock

Sherlock, immer noch toll, wegen der hervorragend Schauspielern, wegen der Art der Darstellung der Geschichte. Aber in der letzten Staffel, Story-mäßig dann doch etwas dünn, fand ich. Kann dann bitte wieder so genial wie vorher werden.
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True Detective

Was ein Schauspiel! Im positiven Sinne. Es macht furchtbar viel Spaß, Woody Harrelson und Matthew McConaughey zuzusehen. Insbesondere Letzterer hat sich mit der Serie in meinem Ansehen hochgespielt13. Und, wie wir alle wissen, ist es das, was jeder Hollywoodschauspieler im Innersten erstrebt.
Der Fall an sich war tatsächlich eher so lala. Es war halt ein Mord-Entführungs-Fall, der sich über Jahrzehnte und die gesamte Staffel streckte. Wenn auch ein krasser Fall. Aber wie True Detective umgesetzt wurde — die Bilder Louisianas, die Kameraeinstellungen beim Porträtieren der verschiedenen Protagonisten, die Autoszenen!, auch die Verzahnung der verschiedenen Zeitlinien — toll. Ich freue mich auf die zweite Staffel. Und dann, vielleicht, ein klein bisschen schnelleres Erzähltempo. ok?
→ Mein Pilotreview drüben.
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Arrested Development

Hey Andi, warum steht Arrested Development denn so weit unten bei dir?
Weil ich die Staffel konfus fand.
Versteht mich nicht falsch: Die Netflix-Staffel von Arrested Development war großartig. Gespickt von hochwertigem und komplexen Nerd-, Insider-, Wortspiel- und Sowieso-Humor. Eine bescheuerte Aktion jagt die andere. Und auch die Erzählart fand ich prinzipiell ganz gut. Aber irgendwie war es mir dann, in der praktischen Ausführung, doch etwas zu wirsch.
Trotzdem war es entzückend, Michael samt Familie wiederzusehen.
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Growing Up Fisher

Growing Up Who!?
Eine der wenigen guten Serienneustarts der letzten Saison. Hatte ich so nicht auf dem Schirm — und so geht’s vermutlich auch den meisten Lesern. Ist leider auch schon abgesetzt.
Growing Up Fisher ist eigentlich eine Standard-Familien-Serien. Der Spin: Der Familienvater ist blind. Aber auch darüber hinaus ist die Show erfrischend unklischeeig und ehrlich. Gefiel mir und hatte Potenzial. Aber anscheinend keine Zuschauer.
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Castle

Castle und The Mentalist sind für mich eine Kategorie. Shows, die ewig laufen, die ihre Serienmitte gefunden haben und das Erfolgskonstrukt nur vorsichtig anfassen. Castles Ent-Red-John-isierung, das serienmarkerschütternde Ereignis der letzten Staffeln, war das Zusammenkommen des Detektivgespanns.
Während The Mentalist mir im Moment hervorragend gefällt und auch mit der neuen Struktur Spaß macht, geht mir Castle ein wenig zu zäh voran. Das ewige Castle-Beckett-Karussel dreht sich zu langsam weiter für meinen Geschmack.
Auch Castles unterhaltsame Form, Mordfälle als Persiflage anderer Filme, Serien und Comics zu erzählen, beginnen sich zu wiederholen. Das ist nicht gut.
Trotzdem: Immer noch schaue ich die Show gerne. Allein schon um das wöchentliche Outfit Becketts auszulachen. Wirklich, wer ist deren Kostümbeauftragte?!
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The Bridge (US)

FXs Remake des Dänischen Originals14 hat mir gut gefallen. Ein komplexer Fall15, gute Schauspieler, eigenartige Charaktere, viel Gesellschaftskritik. Und spannend.
Diane Kruger’s Darstellung von Det. Sonya Cross war anfänglich gewöhnungsbedürftig, der autistische Touch war mir etwas zu seltsam. Aber irgendwann ging’s. Gewöhnungssache.
Jedenfalls: Ich freue mich auf die zweite Staffel. Soll bald starten. Startet am 9. Juli.
Auf Newshows.
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Top Of The Lake

Eine weitere Single Case Show. Eine weitere Show, die mir vor Ausstrahlung nicht bekannt war.
Ein intensiver und spannender Fall, getragen von neuseeländischer Landschaft und Elisabeth Moss. In etwa, wenn Stieg Larsson The Killing geschrieben hätte.
Solltet ihr euch anschauen. Sechs Folgen. Das war’s. Eine zweite Staffel gibt’s nicht.
Pilotreview.
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24

24 ist zurück. Für eine 24/2-Episoden-lange Staffel. Inhaltlich bin ich noch nicht so sicher, ob die Staffel an die alten Qualitäten der frühen Staffeln anknüpfen wird. Aber seit dem eigentlichen Ende hat sich viel getan, bei der von 24 porträtierten Geschichtsnische (Snowden, Drohnen, Afghanistan, Bin Laden, …). Und man scheint einiges davon aufzugreifen. Gut!
Warum ich 24 hier aber erwähnen möchte: Mir war gar nicht mehr klar, wie stilprägend die Art von 24 war! Die verschiedenen Kameras, durch Fensterscheiben hindurch filmen diesen Doku-Look geben. Die Qualität der Bilder. Die (pseudo-)actionhaften Kamerafahrten. Ich finde das toll bei der aktuellen Staffel. Ein bisschen so, wie nach einem langem Urlaub zurück nach Hause kommen.
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Silicon Valley

Eine Serie über ein Startup im Silicon Valley. Mit lauter Internet- und Entwickler-Humor und verrückten Charakteren. Gefällt mir. Ist völlig anders als die üblichen, dramatischen Serien, aber für uns Internetmenschen™ nicht minder unterhaltsam. Highlight: Christopher Evan Welch als Peter Gregory. Und ein hübsches Intro. Vielleicht derzeitig das zweithübscheste nach Game Of Thrones.
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Treme

Treme ging leider dieses Jahr zu Ende. Stilecht, passend zur Serie, ohne großes Brimborium. Ich schrieb das ja hier schon: Treme war toll. Die Kultur, das New-Orleans-Feeling, die verschiedenen Charaktere.16
Ich freue mich auf das nächste Projekt von David Simon, Manhunt, über das Lincoln-Attentat.
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Vikings

Wer hätte gedacht, dass Geschichte so unterhalten könnte? Nungut, Vikings ist stark übertrieben, vermutlich so stark dramatisch überzeichnet, dass selbst Neal Caffrey das darunter liegende Gemälde nicht mehr erkennen könnte.
Trotzdem / gerade deswegen funktioniert Vikings. Ungeschönte, dreckige Bilder aus dem frühmittelalterlichen Skandinavien. Protagonist Ragnar, der aber alles andere als gerechter Herrscher ist. Auch das, plausibler Teil der schmutzigen Wikingerwahrheit. Ein Glücksgriff für den History Channel.
→ Mein Pilotrückblick auf Newshows.
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Suits

Suits, Suits, Suits. Die Serie hat so viel Potenzial! Grandiose Schauspieler. Ein tolles Setting.
Und dann drehte sie sich eine komplette Staffel nur um sich selbst. Serienmasturbation, sozusagen. Das ging mir gehörig auf den Senkel. Hier ein Hintergehen, dort eine Intrige. Puh.
Zum Glück wurde das in der aktuellen Staffel besser. Wenn das so bleibt, dann Stufe ich die Serie in meiner Liste nächstes Jahr auch wieder hoch. Dieses Jahr sind Aus-Prinzip-Strafpunkte. So.
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Graceland

Eine Serie über ein Haus voller Undercover-Agenten, bei dem die Bewohner auch nicht so ganz koscher sind. War gute Unterhaltung im letzten Sommer. Das Ist-er/Ist-er’s-nicht–Hin-und-her war, zu meinem Erstaunen, nicht langweilig. Mal sehen, ob das auch so bei der zweiten Staffel bleibt.17
Review auf Newshows.
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Black Sails

Die Prämisse fand ich toll. Eine Piratenserie! Arr! Das hatten wir noch nicht.
Letztendlich drehte sich die Show leider viel zu austauschbar um die verschiedenen Ebenen von Hintergehung, Hintermrückenhandel und Hinrichtung. Das Setting auf der Schatzinsel war ok, aber ich hatte mir mehr erhofft. Mehr Schiffskampf, mehr Überfälle.
Newshows-Pilotreview, bei dem ich das noch was anders sah.
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The Glades

The Glades ist leider abgesetzt. Schade.
Vermutlich war die Serie schlussendlich einfach zu profillos. Nicht schlecht, ich fand sie sogar sehr unterhaltsam (wegen Matt Passmore), aber eben auch nicht besonders genug.
Nur: Bitte A&E… Absetzen? Nach so einem Staffelfinale? Das ist doch geradezu grausam!
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American Horror Story

AHS ist so eine Sache. Jede Staffel ist furchtbar toll produziert und sieht optisch blendend aus. Soviel Detailtreue legen Ryan Murphy und Brad Falchuck da hin… Wow!
Aber leider sind die Geschichten furchtbar doof! Langweilig. Vorhersehbar. Over the top. Und an den Haaren herbei gezogen. Irgendwann funktioniert das Suspension of Disbelief eben nicht mehr… Und bei AHS schon relativ bald…
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Almost Human

Meine große Enttäuschung unter den letztjährlichen Neustarts. Ich hatte große Hoffnungen auf Almost Human gesetzt. Interessante Schauspieler (Karl Urban, Michael Ealy, Minka Kelly), bekannte Produzenten (J. H. Wyman, J.J. Abrams, Bryan Burk) und eine futuristische Story mit Androiden.
Geliefert haben sie ein langweiliges, weil unspannendes Cop-Drama(chen), das die Zukunftsumgebung zu wenig ausnutzte und auch mit keiner folgenübergreifenden Geschichte die mittelmäßigen Fälle der Woche überdecken konnte. Und dann hat FOX die Folgen auch noch in falscher Reihenfolge ausgestrahlt…
Ich bin enttäuscht. Ist auch abgesetzt…
Newshows-Review, bei dem ich noch guter Dinge war…
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Intelligence

Von Intelligence bin ich ebenfalls enttäuscht. Ich hatte mir das etwas ernstere Remake von Chuck vorgestellt, mit Sawyer in der Hauptrolle.
Von wegen.
Die Show war voller flacher Dialoge, inkonsistenter Story und viel Facepalm. Schade.
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New Girl

Blablablabla. So habe ich während der aktuellen Staffel gefühlt. Jess nervt einfach nur noch. Ich habe irgendwann aufgehört zu schauen. Ich denke, die Show ist zu Ende erzählt. Ich hoffe es…
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  1. So, als würde man das Bild aufrollen und die beiden Ränder mit Digitalkleb 200 zusammenkleben. []
  2. Für nächstes Jahr habe ich da eine Idee, die’s aber ganz schön kompliziert machen könnte. Wir werden sehen. []
  3. Ich fand sie aber gut. []
  4. Wiederhole ich mich? []
  5. Natürlich bei Weitem noch nicht auf Mad-Men-Niveau. []
  6. Die Rückblenden, schnellen Schnitte, Ausschweifungen. Das ist HIMYM! []
  7. Und auch bei Lost war das weniger wichtig, als wir der Serie im Nachhinein zugestehen. []
  8. <3. []
  9. Schluchtz. []
  10. Interessanterweise: Die zweitbeste Genre-Hommage-Serie ist Castle. Oder vergesse ich gerade eine? []
  11. Also, genau genommen, ist es gar kein Kaliber Fernsehen. Eher Internetsehen?! []
  12. So viele unterschiedliche Geschichten kann es doch einfach nicht geben, oder? []
  13. Jetzt fehlt nur noch, dass die Katherine-Heigl-Serie nächstes Jahr gut wird! []
  14. Das habe ich übrigens nie gesehen… Jaja, ich weiß. So many shows, so little time. []
  15. Haben wir denn jetzt eigentlich einen Namen für diese Art Serie? Single Case Show? []
  16. Ist euch eigentlich aufgefallen, in wie vielen Serien Michial ›Sonny‹ Huisman in letzter Zeit zu sehen ist? Nashville, Game Of Thrones, Orphan Black… Steve ›DJ Davis‹ Zahns Karriere ist nach dem Absetzen von Mind Games hingegen nicht so erfolgreich. []
  17. Startet am 11. Juni. []

Serienbefund 2012

Meine Lieblingsserien 2012, geordnet in drei grobe Kategorien.The Good WifeFringeChicago FireArrowThe NewsroomGame Of ThronesHow I Met Your MotherCommunityCastleHomelandDexter
The New NormalHouseDieses Inhaltsverzeichnis ist via CSS über das Bild platziert. Du siehst das nicht? Schau’s dir auf dem Blog an — ich habe mir super viel mühe gegeben! Kthxbai.

»Hey Andi, welche Serien hast du denn im letzten Jahr geschaut — und wie fandest du sie?«
So!
Ich präsentiere: Mein Serienbefund 2012 als dreigliedriges Schaubild; mein Serientriptychon 2012. Dieses Jahr sogar mit einzelnen, klickbaren Serien! Woho! Hier ist die vorherige, fast zwei Jahre alte Version.

Die drei Kategorien sind eigentlich nur zwei. Während Comedy relativ klar ist, ist Drama und Crime/Law dann doch häufig das selbe. Aber das hätte zur Folge, dass sich alle Serie in der Mitte tummeln. Und das wäre doof. Deswegen habe probiert, bei Mischserien den gefühlten Anteil von Crime/Law bzw. Drama anhand der Position zu verdeutlichen.

Wichtiger als die horizontale Position ist die vertikale. Da ist, mit analoger Schriftgröße, aufgetragen, wie gut mir eine Serie gefällt. Ihr seht also richtig: Die Serie, die mir 2012 am besten gefiel, war The Good Wife. Die Schlechteste, die ich aber dennoch schaue, ist The Big Bang Theory.

Die Liste ist zum Jahreswechsel 2012/2013 entstanden. Ich bin mir ziemlich sicher: Wenn The Newsroom in den letzten Wochen gelaufen wäre, wäre die Show weiter oben. Und das gilt sicherlich für noch mehr Serien. Das Bild ist gewissermaßen ein Snapshot meiner momentanen Serienbefindung.

Mit Caro habe ich drüben bei Newshows in unserem zweiten Podcast etwas über das letzte Serienjahr gelabert. Hört’s euch an!
Hier noch ein paar Notizen zu ausgewählten Serien — hauptsächlich den besseren1.

The Good Wife

Die Serie, an der sich bei mir momentan alle anderen messen müssen.2 Eine niveauvolle, intelligente Anwaltsserie, die nicht nur im Gesamten großartig ist, sondern auch in sämtlichen Teilaspekten.

  • Großartige Schauspieler: Von der Hauptdarstellerin, allen voran der Hauptdarstellerin!, über die Nebendarsteller bis hin zu den Gastrollen, alle hätten Emmys verdient. Carrie Preston als Elsbeth Tascioni und Tim Guinee als Nanny/Investigator Andrew Wiley sollten beide ihre eigenen Spin-Offs kriegen.
  • Großartige Fälle der Woche: Natürlich spielt The Good Wife die üblichen Anwaltsfälle durch. Aber sie greift auch aktuelle Themen auf, stellt sie stilistisch passend dar und diskutiert sie häufig sogar philosophisch innerhalb der Folge. Und zwischen diesen beiden Extrema lassen sich die Autoren ebenfalls einiges einfallen, was man so noch nicht aus anderen Anwaltsserien kennt. Ich zumindest nicht.
  • Großartige folgenübergreifende Geschichte: Wieviel Unterschiedliches haben wir schon mit den Charakteren mitgemacht? Distanzierung von Peter, Wiederanfreundung; Knast, District Attorney; Überfliegerkanzlei, Bankrott; Affäre, Gutefrau. Und so viel mehr. Manche Geschichten werden langsam, lange über Folgen hinweg eingeführt, bis sie irgendwann im Zentrum stehen. Und die Autoren scheuen nicht davor, radikale Änderung in die Geschichten zu schreiben. Das mag ich.
  • Großartige Inszenierung/Orchestrierung3: Hervorragend gefilmt – vermutlich könnte man über die Kameraarbeit ganze Abschlüsse schreiben. Über die musikalische Untermalung ebenfalls: Immer toll, manchmal ironisch und wtf-ig. Irgendwer, vermutlich die Showrunner, hat da ein großes Auge auf das Gesamtpaket. Nicht nur die Story muss passen — auch der Rest muss stimmig sein. Das fällt mir nirgends so auf wie bei The Good Wife4. Achtet mal auf die letzten, epilog-artigen Szenen, die sind häufig die besten.

Ich verstehe allerdings nicht, was diese Kalinda-Geschichte mit ihrem drogendealenden Ex-Mann da soll. Selten habe ich so etwas Unpassendes und Konfuses gesehen.
Für 2013 bleibt nur Daumendrücken, dass es vielleicht ein Jahr in Folge ein Wunder gibt und The Good Wife against all odds verlängert wird.
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Fringe

Die Serie, die fünf Staffeln lang alles daran setzte, die Bedeutung von WTF!? zu What The Fringe!? zu ändern. Und das grandios geschafft hat.
Nur noch zwei Mal werden Walter, Peter, Olivia und Astrid die Bühne betreten um die Welt zu retten.
Fringe ist die einzige klassische5 Science-Fiction-Show, die gerade im US-TV läuft. Und eine ganz, ganz großartige dabei. Der 18. Januar 2013 wird wirklich ein trauriger Tag.

Fringe hat es in den letzten Staffeln geschafft, die Geschichte kontinuierlich spannend zu halten. Sich dabei wiederholt selbst neu erfunden — bis zur vollständig neuen fünften Staffel, bei der es zwischenzeitlich sogar andere Hauptdarsteller gab!
Bei der ersten Staffel drücken wir mal ein Auge zu — zumindest bei der ersten Hälfte. Da war Fringe noch etwas ziellos und dachte, es sei eine Horror-eske, technisierte 2000er-Version von Akte X. Aber als man seinen Stil gefunden hatte, puh!, das wurde eine tolle Serie mit hohem Suchtfaktor.
Wisst ihr noch, als nur Schritt für Schritt klar wurde, dass wir uns auf einmal (Spoiler)6 in einer Parallelwelt befinden? Oder vorher, als herauskam, wer Peter ist?
Das waren tolle, spannende Momente, auf die akribisch hingeplant und hinerzählt wurde.
Immer im Hintergrund Abrams Mystery Box — das langsame anreizen7 von Geschichten durch Indizien und Andeutungen, gefolgt von der großen Auflösung in der eine noch größere und fantastischere Geschichte angedeutet wird.

Im Podcast haben wir noch ein paar andere Aspekte erwähnt, die Fringe zur tollsten8 Show machen: Die Darsteller. Unglaublich intensiv und subtil spielen sie ihre Rollen. Wie gut Anna Torv Olivia spielt, merkt man so richtig erst, wenn sie auch Fauxlivia portraitiert. Und John Noble als Walter? Spielt direkt drei Rollen in einer.
Dann sind da noch Kamera und Musik, die die Gesamterfahrung so hervorragend komplettieren.

Erwähnenswert auch die Liebe zum Detail! Der Fringe Glyph Code, der bei den Werbeunterbrechungen ein zur Folge passendes Wort darstellt. Oder die unterschiedlichen Vorspanne. Überhaupt: Wer kommt darauf, durch einen Vorspann deutlich zu machen, welche Welt wir gerade erzählt bekommen? Grandios.

Fringe bleibt eine tolle Serie, die viel zu wenig beachtet und vom Gros der Zuschauer unterschätzt wurde. Diesen Nachruf da oben könnte ich noch seitenweise fortführen9.
Schade, dass es jetzt vorbei ist mit Fringe.
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Chicago Fire

Eine herbstneue Serie so weit oben? Gewagt. Ich geb’s zu. Aber mir gefällt die Show auch nach guten zehn Folgen immer noch sehr. Kurzweilige, hauptsächlich in der Episode bleibende Geschichten mit nettem Cast. Episodenübergreifende Handlungsbögen gibt’s auch, die die Spannung lose über einzelne Folgen hinaus tragen.10 Natürlich ist es eine Feuerwehrserie aus den USA, Pathos ist vorhanden, hält sich aber in Grenzen.

Chicago Fire ist kein Kunstwerk, wie es Fringe und The Good Wife eins sein könnten — Chicago Fire ist etwas simpler, dabei aber kurzweilig und hervorragend gemacht. Und deswegen gefällt mir die Show.

Mein Review auf Newshows. Da hatte ich nur die Pilotepisode gesehen und noch eine etwas andere Meinung.
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Arrow

Etwas überrascht bin ich über Arrow. Eine Superheldenserie. Und dazu noch auf dem Teenie-Sender The CW.
Aber Arrow ist gut!
Unterhaltsame Bösewichte der Woche, das große Familiengeheimnis, was über allem hängt. Dabei ist die Show manchmal erfrischend düster für die Zielgruppe11.
Man merkt das (relativ) geringe Produktionsbudget — manchmal fühlen sich die Kulissen und Effekte zu falsch an. Aber das holen Story und Schauspieler wieder raus. Gar nicht so wild.

Mein Pilotepisoden-basiertes Review auf Newshows.
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The Newsroom

Aaron Sorkin neuestes Stück. Wir begleiten die Redaktion einer Nachrichtenshow dabei, wie sie die Nachrichtenwelt etwas besser machen möchte.
Neu (so eine Show hatten wir noch nicht), schnell, intelligent, tolle Dialoge. Es geht viel um amerikanische Politik. Das mag nerven, wenn man da nur wenig Grundinteresse und Grundbildung vorzuweisen hat — aber ich empfand es als interessanter Einblick. Zumal zwar die politischen Fälle immer Thema einer Episode sind, aber der Fokus auf der Entwicklung der Story liegt, also eine Ebene Richtung meta. Und Auswahl und Behandlung der Fälle der Woche sind sehr europäerfreundlich…
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Game Of Thrones

Der Epos um Mittelerde Westeros gefällt mir immer noch.
Eigentlich bin ich kein großer Freund von Fantasy. Aber bei Game Of Thrones ist das ertragbar. Ich mag die Abwechslungsreiche der Geschichten. Die Tiefe der Gesamtgeschichte, die verschiedenen Verstrickungen. Die Größe von Allem. Und die Wendungen, die für mich als Buchnichtkenner plötzlich kommen.
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How I Met Your Mother

Ihr werdet da vielleicht nicht mit mir übereinstimmen, aber auch nach drölfzig Staffeln, siebzehn Müttern und einer Pärchen-On/Off-Frequenz im Kilohertzbereich unterhält mich How I Met Your Mother immer noch. Die Autoren finden immer noch neue Aspekte des Zusammen- und Liebesleben, des Älter- und Erwachsenwerden. Der Cast ist immer noch großartig. Der Stil, mit den verschachtelten Rückblenden und schnellen Schnitten, ist immer noch toll.
Eine nächste Staffel ist beschlossen — und so gern ich die Serie auch habe, ich hoffe, es wird ihre letzte12. Ich möchte endlich wissen, wer die Mutter ist.
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Community

Nerd’s best friend.
Community ist eine ganz hervorragende Comedy. Voller popkultureller Anspielungen. Mutig, auch mal neue Formate auszuprobieren (obwohl das jetzt schon zum System gehört). Die Pillow-Fort-Geschichten sind legendär, die Hommagen an Filme. Und: Inspector Space Time.
Bei der letzten Staffel hat für mich unter dem ganzen netten Nerdkram die eigentliche Storyline der Serie gelitten. Mal sehen, wie’s in der bald™ anlaufenden Nächsten aussieht. Allerdings befürchte ich schlimmes, wurde doch Dan Harmon als Showrunner gegangen.
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Castle

Castle ist furchtbar solide. Das ganze Konstrukt funktioniert kantenlos Folge für Folge. Aber dabei geht die Gesamtgeschichte auch immer weiter.
Ein leichter Thriller, den ich immer gerne sehe. Insbesondere weil Nathan Fillion. Und Castle und Beckett.
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Homeland

Die Serie um Claire Danes, ihr Gesicht und die verquerte Liebesgeschichte ihres Charakters.

Nein, ernsthaft: Homeland ist super. Claire Danes spielt toll, besonders wenn ihre großen Augen (wiedermal) in Nahaufnahme zu sehen sind. Aber auch die Darsteller an ihrer Seite liefern prämierungswürdige Leistungen ab.
Die zweite Staffel wurde interessant gehalten, wenn auch der Ton irgendwie ruhiger war. Ich dachte nicht, dass man genug Stoff für eine dritte Staffel hätte, bis diese am Ende der zweiten mit einem großen Knall eingeläutet wurde. Gut!

Homeland ist eine tolle Serie. Gleichzeitig bei mir aber auch auf Messers Schneide zum Haiübersprung13. Damit die Show interessant bleibt, muss irgendwo immer ein neuer Bösewicht, eine neue Verschwörung, ein neues Drama herkommen. Aber das ist alles immer so haarscharf an »Nee, jetzt echt!?«, das ist ganz schön knapp. Ich meine: Da geht’s um die CIA, um den Senat, um den Vizepräsidenten der mächtigsten Nation der Erde…
Aber noch bin ich auf der guten Seite des Hais.
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Dexter

Die letzte Staffel Dexter hatte zwar keine apokalyptischen Reiter im Zentrum, dafür aber Yvonne Strahovski. Und das hatte eine Änderung der Grundstimmung zur Folge. Es ging nicht darum, die religiös Verwirrten abzuwehren, sondern persönlicher um Dexters emotionale Lage. Mir gefiel das besser — und mit etwas Abstand zu Ritas dahinscheiden war es sogar relativ glaubwürdig14.
Dexters Konflikt mit seiner Schwester gibt der Story gleichzeitig auch genug Spin um darüber hinaus weiterhin interessant zu sein. Überhaupt: Viele Geschichten liefen gleichzeitig ab.
Ich mag das und bin gespannt, wie es in den nächsten Staffeln weiter geht. Ob Deb wohl auch…?
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The New Normal

Tolle, neue Serie.
Voller versteckter Klischees, auf die man spaßig mit der Nase gedrückt wird. Eine Serie, die Augen öffnet und Vorurteile abbaut, dabei aber immer aufrichtig und fair ist. Und lustig — die Tochter!
Mehr in meinem Review auf Newshows.
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House

Tja. Greg House ist im Ruhestand. Und das wurde auch Zeit.
Es war eine hervorragend gemachte Serie, die neben immer interessanten und komplexen Krankheiten der Woche auch noch viele andere Themen erforscht hat. Ja, häufig arg philosophisch.
Aber der große Vorteil ist auch der größte Nachteil gewesen: Der geniale (und hervorragend dargstellte) Greg House. Genie, Misantroph — und Philanthrop zugleich. Aber eben auch nach acht Staffeln, unzähligem auf und ab, zu Ende erzählt.
House war die erste Serie, die mir zeigte, dass TV-Shows mehr sind, als das, was man so aus der deutschen TV-Berieselung kennt — und, dass eine Synchronisation prinzipiell schlecht ist15. Danke dafür.16
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Et Ceterea

Suburgatory ist furchtbar lustig. Auch voller Klischees und toller Schauspieler.
Rookie Blue ist furchtbar kitschig. Aber auch nett. Schaue ich gerne, obwohl es manchmal näher an einer Soap, als an einer Polizeishow ist.
True Blood enttäuscht von Staffel zu Staffel immer mehr. Wenn etwas passiert, ist es entweder langweilig oder too much. Manchmal überlege ich, warum ich das überhaupt noch gucke (aber zum Glück gibt’s dann doch immer noch Momente, die einen zurückholen).
Leverage war langweilig am Ende. Wir sind einfach auf zu viele Arten ge-con-ed worden. Allein das Finale war ein Highlight der letzten Staffel.
Bei The Big Bang Theory lacht man wirklich nur noch über die Charaktere und nicht mit ihnen. Das ist keine Show über Nerds, sondern über einen a-sozialen Fiktionalintelligenten und seine unwichtige, wenn auch besser gezeichnete, Entourage.
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Und ihr so? Was sind eure Lieblinge?
Hier ist das SVG zum Titelbild. Falls ihr da was rumklicken wollt.

  1. Gelinkt, wenn ihr oben im Bild auf die Serien klickt. []
  2. Fringe ist Science Fiction und deswegen etwas außen vor. []
  3. Ich benutze das Wort jetzt einfach. Zack. []
  4. Ja, sogar mehr noch als bei Fringe. []
  5. Es gibt da noch Revolution, Person of Interest, die im engeren auch Sci-Fi-Shows sind, aber sich eher einen Sci-Fi-esken Aspekt herauspicken und ihre Geschichte darum drehen lassen. Fringe is ALL Sci Fi. []
  6. Mit der Maus drüber, um zu lesen. []
  7. Anteasern. Wisster. []
  8. Zweittollsten. []
  9. Und vielleicht mach ich das auch irgendwann mal? []
  10. Allerdings ohne negative Procedural-Serial-Interferenz. []
  11. Kabelserien dürfen düster sein. Aber solche Free-TV-Serien? Das finde ich bemerkenswert. []
  12. Aber da bin ich zuversichtlich. []
  13. To Jump The Shark — eine Serie wird zu bescheuert und unglaubwürdig. Ursprung. []
  14. So glaubwürdig wie Liebesbeziehungen unter Serienmördern halt sind. []
  15. Nicht, weil die deutsche Synchronisation von House schlecht war — sie war erstaunlich gut, sondern weil gute Geschichten eben auf die Charaktere zugeschrieben sind. Und die Intonierung des Charakters durch den Schauspieler gehört da eben essentiell zu. []
  16. Du Drecksstück. Ohne dich hätte ich wesentlich mehr Zeit für sinnvolle Dinge. []

Neue Serien des Herbsts 2011

Letzte Woche startete in den USA die neue Seriensaison. Insgesamt werden fast 30 neue Serien anlaufen1. Puh.

Als es vor ein paar Monaten die ersten Trailer zu den Serien gab, zeigte ich euch indirekt durch die Reihenfolge, welche Serien mir hoffentlich gefallen werden – und welche vermutlich großer Schwachsinn sein werden.

Und wie sieht’s jetzt, kurz nach dem Start, wirklich aus?

Das steht bei »Newshows«, einem kleinen Blog, das ich zusammen mit Caro befülle.
Wir besprechen dort die Neustarts und geben, soweit man’s denn nach der Pilotepisode kann, unsere Bewertungen ab. Schaut man sich die Serienübersicht an, sind da auch schon ordentlich welche zusammengekommen.

Meine Highlights sind zum jetzigen, Mitten-Drin-Zeitpunkt2:

Prime Suspect
Toughe Polizistin in Männer-dominierter Crime-Taskforce.
Mag ich wegen der Bilder der Pilotepisode, der (gefühlten) Realitätsnähe und der Hauptdarsteller.

Person of Interest
Ben Linus hat eine Maschine gebaut, die Menschen voraussagt, die irgendwie an einem Verbrechen teilhaben werden. Ex-CIA-Typ hilft ihm in der Exekutiven.
Mag ich wegen dem Potenzial, was Autor und Produzent (Jonah Nolan, J.J. Abrams) mitbringen und bereits in der Pilotepisode zeigen: Schnell, intelligent und vielschichtige Geschichten.

Homeland
Soldat kommt nach acht Jahren Al-Qaida-Gefangenschaft zurück in die USA und ist direkt Nationalheld. Eine CIA-Analystin glaubt dem Braten allerdings nicht und vermutet, die Terroristen haben soeben einen Spion in die tiefsten Reihen eingeschleust.
Mag ich wegen des hohen Anspruchs der Story und der Schauspieler.

Pan Am
Eine Crew von Stewardessen lebt den amerikanischen Traum der 1960er Jahre.
Mag ich, wegen der schönen Bilder und dem Plotpotenzial. Außerdem: Flugzeuge.

Revenge
Frau kommt ins Reichenerholungsgebiet »Die Hamptons« und wird direkt in das soziale Gefüge installiert. Eigentlich ist sie aber da, um genau an diesen Reichen Rache für die Zerstörung ihrer Familie zu nehmen.
Ist eigentlich eines dieser Reichendramas, aber gefällt (vorerst) wegen des Rache-Spins.

New Girl
Zooey Deschanel zieht nach der Trennung von ihrem Freund in eine Männer-WG ein.
Könnte cool werden, weil Deschanel so eine bescheuerte Person spielt. Kann aber auch nerven.

  1. Manche davon allerdings erst zur Mid-Season Anfang 2012. []
  2. Ein paar Top-Kandidaten starten erst noch. []

Serienrundumschlag, Endjahres-Kurzversion

Kennt ihr noch andisblog? Dieses Blog für Dampfmaschinen und Einhornenthaarungscreme?
Dieses Blog jedenfalls leidet gerade mehr denn je1 unter der Keinezeitigkeit seines Autor – dazu aber bald mehr.
Zum Jahresende hin kann ich euch gerade mal eine Kurzversion meiner Meinung der momentanen Serienlandschaft bieten. Reviews zu 23 Serien, twitterized, sozusagen2.

Fangen wir mit Serien an, die ich allesamt äußerst gut finde und das aktuelle Jahr zu einem wirklich guten Serienjahr machen (und das noch nichtmal unbedingt die Neustarts betreffend; viele alte Serien finden zu ihrer alten Stärke zurück).

  • V – Überraschung. Hatte ich damals noch gesagt, dass der Trailer zwar gut aussieht, aber die Serie sicherlich in der Prime-Time auf einem Major-Sender floppt – immerhin ginge es um Aliens und es sei ein Remake? Quatsch! Mir gefällt V hervorragend, auch wenn erst 4 Folgen davon liefen3. Unbedingt weiterverfolgen – großartig!
  • FlashForward – Nimmt leider nach einer starken Pilotepisode immer noch etwas an Qualität ab, gefällt mir aber trotzdem ganz gut. Ich mag die Mythologie und die verwobenen Storyelemente. Leider wirkt manches selbst für eine Serie mit derart seltsamer Prämisse weit hergeholt. Ist wohl nicht der versprochene Lost-Nachfolger, aber trotzdem gut ansehbar.
  • Fringe – Geschichtlich hat sich viel verändert, Fringe ist aber seinem Stil treu geblieben. Mir gefallen immernoch die Folgen am besten, die sich um das »große Mysterium« drehen. Die Zwischenfolgen sind allerdings auch ertragbar. (Ich hatte ja gehofft, dass mit dem Ableben einer Hauptfigur eine weitere Person (z.B. eine Polizistin…) dauerhaft eingeführt wird. Würde dem ganzen ein bisschen Pepp bringen.)
  • Glee – Das ist immer noch diese seltsame Mischung aus tiefgründigem und vielschichtigem High-School-Drama und naiver Musical-Show. Gefällt mir immer noch, besonders wenn Ryan Murphy seine etwas krassere Seite durchblicken lässt und es zum Beispiel eine gesellschaftskritische Folge über Behinderte gibt. I like.
  • Castle – Die Serie um den dauerflirtenden Buchautor Castle gefällt mir auch in seiner zweiten Staffel. Die Rolle ist für Nathan Filion gemacht und zusammen mit Tochter, Mutter und Detektivin könnte es um Kanalisationsreinigungen oder Äquatorialgemüse gehen, es wäre immer noch ein großartiges Stück Serie.
  • The Mentalist – Und auch hier ist alles immer noch toll. Nach der Nähe zu Red John im letzten Staffelfinale überwiegt zu Anfang der zweiten Staffel dann doch das Prozedurale4 viel. Geschmückt gibt es das mit ein paar Liebesgeschichten, die langsam an Fahrt aufnehmen (oder auch nicht…), und das ist auch eigentlich ok – bis dann alles redjohnnige in einer Folge mit einem großen, kinnladenklappende „Wow!“ aufgeholt wird.
  • Stargate: Universe – Wirklich und positiv überrascht bin ich von der Serie. Eigentlich hatte ich das Franchise ja schon abgeschrieben. Aber bisher gelingt es dem gleichen Team, das mit Stargate SG-1 und Stargate: Atlantis Millionen Amerikaner in den Schlaf geschaukelt hat, tatsächlich eine ausreichend spannende Science-Fiction-Geschichte zu erzählen. Es gibt zwiespältige Charaktere (allen voran der düstere Hauswissenschaftler), gute und frische Ideen, eine Prämisse, die für eine solide Grundversorgung ausreicht, und einen tatsächlich guten Ausgleich zwischen fortgeführter und episodialer5 Handlung – das ganze in viel dunklerer Form als bisher.
  • House – Dass und wie man eine Serie auch nach sechs Staffeln noch interessant halten kann, zeigt House, den ich auch trotz schwindender Uberquoten in den USA immer noch herausragend finde. Die Geisteskrankgeschichte ist abgeschlossen6, Cuddy auch7, das Teammemory beginnt wieder. So langsam sollte bei aller Housegenialität dann aber doch mal was neues kommen…
  • Californication – Nach einer nichtganzsoguten Staffel zwei ist Californication mit seiner dritten Staffel wieder oben angekommen8. Hank Moody ist wieder dreckiger und stolpert von einer Desasterfalle in die nächste. Jetzt, zum Ende hin, wird es wieder blümchiger. Schade.
  • Dexter – Von der letzten Staffel Dexter war ich nicht so überzeugt. Aber hier, in Staffel vier ist Dexter wieder toll anzusehen. Endlich gibt es wieder einen dexterwürdigen »Gegner«, an dem sich Dexter, seine gestörte Persönlichkeit und er selbst den Schädel die Zähne ausbeißen können. Das und die restlichen tollen Bögen, die so nebenbei laufen, sind wirklich unterhaltend. Dexter ist wieder mein Lieblingsserienmörder. ♥
  • How I Met Your Mother – Barney ist endlich wieder der alte. Endlich. Ted an sich ist ein toller Hauptcharakter, ganz klar, aber die Show lebt mindestens genauso viel von seinen »Sidekicks«. Und Barney in verliebt war einfach langweilig. Jetzt läuft HIMYM wieder so, wie es sein sollte und wie wir es lieb gewonnen haben.
  • The Big Bang Theory – Auch hier ist alles immernoch toll. Die Situation hat sich etwas geändert, aber es passt in den Nerddunst der Physiker-WG hinein. TBBT, so wie HIMYM auch, hat immer mal wieder eine gute und eine schlechte und eine sehr gute Folge – beide bleiben aber selbst bei ihren schlechten Folgen immer noch höchst ansehnlich9.
  • White Collar – Ich glaube, die Serie hatte ich hier noch nicht. Deswegen kurz: Profi-Con-Artist wird von FBI-Agent nach langer Zeit endlich hinter Gitter gesteckt. Kurz bevor er seine Haftstrafe abgesessen hat, bricht er allerdings aus. Nur um von eben jenem FBI-Typen wieder gefangen zu werden. Eins kommt zum anderen und Con-Artist arbeitet mit FBI zusammen um Kunstraub-, Hehlerei- Und Etceterafälle zu lösen. Gefällt mir ganz gut. Ist eine locker leichte Serie, die (Characters Welcome…) von ihren Hauptdarstellern und der Chemie untereinander getragen wird.
  • Cougar Town – Eigentlich überrascht es mich ein wenig, dass mir die Serie gefällt. Aber die Charaktere rund um Courtney Cox sind so wunderbar abgefahren gestrickt10 – da macht selbst so ein Midlife-Thema Spaß anzusehen.
  • Greek – Irgendwie ist Greek ja ähnlich zu Glee. Auf der Oberfläche betrachtet eigentlich eher kitschig – wenn man genauer hinsieht aber interessant. Und an dem Konzept ändert sich auch in der dritten Staffel auf dem griechischen Campus nichts. Übertriebene und nette Geschichten aus dem Alltag amerikanischer Studentenverbindungsbewohnerjugendliche11.
  • 30 Rock – Braucht man eigentlich nicht viel drüber zu sagen, oder? Nachdem Heroes abgesetzt wurde12 und Chuck erst im nächsten Jahr wieder anläuft, ist 30 Rock die einzige, gute Serie auf NBC. Aber was für eine! Tina Fey, Alec Baldwin; großartige, abwechslungsreiche Handlungen die vor Witz, Gesellschaftskritik und Nerdhumor nur so triefen. Großartig. Allein schon für die Witzwiederhol-„Oh, shh, I hear a whale crying“-Szene mit Al Gore.
  • Scrubs – Der Reboot hat gerade angefangen. Die alte Geschichte ist tatsächlich zu Ende erzählt. Und die Idee hinter des Reboots finde ich prinzipiell auch gar nicht so schlecht. Aber was ich bisher gesehen habe, das war mir zuviel J.D. und vor allen Dingen zu viel Dr. Cox. Aber abwarten, vielleicht ist das ja nur der Übergangsmodus…
  • Smallville – Eine Serienleidenschaft, die ich nicht großartig propagiere, ist Smallville. Kitschig und manchmal auch billig ist die Show. Jap. Aber an vielen Stellen finde ich das superheldige Treiben Clark Kents auch hübsch umgesetzt – und seit Lana weg ist, machen auch die Liebesgeschichten um The Blur wieder Spaß. Keine herausragende Serie vom Kaliber Dexter, aber immer ein guter und unterhaltsamer Lückenfüller.
  • The Prisoner – Eigentlich eine Mini-Serie und hat hier nicht großen Platz verdient. Aber was soll’s. Ich kenne das Original nicht, kann also zum Vergleich nicht viel sagen. Aber was ich von The Prisoner gesehen habe (leider habe ich noch nicht alle geschafft) gefällt mir. Schön retro-futuristisch und verstörend. Mehr später.

Und dann gibt es noch ein paar Serien, die ich schauen würde, hätte ich mehr Zeit, und mir daher für die Weihnachtstage (bei denen dieser temporale Zustand hoffentlich eintrifft) aufgespart habe.

  • Bored To Death – Eigentlich ist es immer ein bisschen Fremdschämen beim Schauen der Show. Aber dann ist’s auch wieder furchtbar nett, Jason Schwartzman beim naiven straucheln durch seinen Job und durch sein Leben zuzusehen.
  • The Good Wife – Viel besser ist da diese Show um eine Anwältin, die nach einem Sex-Skandal ihres Politiker-Manns wieder zurück in den Gerichtssaal geht. Hervorragend produziert, tolle Hauptdarstellerin und solider Mix aus Procedural und Serial. Was mich am Schauen hindert ist einfach das Genre. Anwaltsserie. Legal Drama. Dazu brauch ich immer ein bisschen Überwindung…13
  • Community – Die Charakterzusammensetzung und die Witze rechtfertigen eigentlich ein Anschauen. Eigentlich.
  • Eastwick – Hat mir ganz gut gefallen, dieses neuaufgerollte Drama um die drei Kleinstadthexen. Leider sahen das die amerikanischen Zuschauer anders: die Serie ist abgesetzt. Und abgesetzte Serien schaue ich eigentlich nur ungern an (zumindest, wenn sie mich vorher nicht 100% gepackt haben14).
  1. Und ja, es geht immer noch ein bisschen mehr. []
  2. Auch wenn ich hier Twitters 140-Characters-Policy gnadenlos sprenge. []
  3. Die Pilotepisode war zwar nicht ganz so gut wie die von FlashForward, aber FlashForward nahm nach danach ab, V nicht. []
  4. »Case of the week« []
  5. Gibt’s das Wort? Jetzt schon! []
  6. Zumindest scheint es so, man weiß ja nie so recht… []
  7. Zumindest scheint es, bla. []
  8. Manchmal denke ich auch, Californication S03 gelingt das Künststück, besser zu sein, als seine Premierenstaffel. []
  9. Wobei es amüsant zu beobachten ist, wer welche Episode für gut und für nicht gut hält. Man sollte da mal sozialanalytische Studien drüber machen. []
  10. Hier merkt man die Hanschrift von Bill Lawrence. []
  11. Um mal alle erwähnt zu haben… []
  12. wurde es doch nach der ersten Staffel, oder?! []
  13. Hachja, Eli Stone… []
  14. Hachja, Eli Stone… []