Kategorie-Archiv: Gedanken

Das Denken der Gedanken ist gedankenloses denken. Stimmt nicht.

Andi vs. Die Cloud: Die Großen

cloudheaderMein neues Laptop hat 250 GB Festplattenspeicher, anstelle der vorherigen 750 GB. Ich brauche Cloud-Hilfe.
Wenn’s um Cloudkram geht, dann sind normalerweise Dropbox und iCloud die ersten Anbieter, die einen in den Kopf kommen.

Taugen die auch was für meinen Fall?
Spoiler: Nein. Denn alle haben ein immanentes Problem. Trotzdem will ich euch die Dienste kurz vorstellen.

Dropbox

Dropbox benutze ich schon seit Ewigkeiten. Seit fünf Jahren, um genau zu sein. Damals war der Dienst noch der hippe Scheiß und in seiner Beta-Phase. Für uns Tester gab es 5 GB kostenlosen Speicherplatz. Durch Freundeempfehlen und anderen Promo-Kram kamen bis heute bei mir 6 GB dazu, durch das Space Race desletzt noch einmal 25 GB1. Den Trick, über eine Google-Adwords-Kampagne das Referrer-Budget auszuschöpfen, habe ich leider verprokrastiniert: Die Adwords Coupons scheint es nicht mehr umsonst zu geben…

So kann gemeinsame Dateiverwaltung via Dropbox aussehen.Obwohl ich mir schon relativ viel Umsonstspeicherplatz erschnorrt habe, von den 500 GB bin ich noch weit entfernt. Würde ich upgraden wollen, die kostenpflichtigen Speichererweiterungen empfinde ich als nicht besonders günstig – 100 GB für 100$ pro Jahr, 200 GB für 200$.
Prinzipiell allerdings gefällt mir Dropbox sehr — ich benutze es auch intensiv.

  • Das Revisions-Feature behält eine Historie meiner Dokumente 30 Tage lang in der Cloud. Wichtige Dokumente, wie Hausarbeiten, Artikel und Diplomarbeiten, schreibe ich im Dropbox-Ordner. Natürlich ist Revision auch direkt Backup.
  • Dropbox bietet das Teilen einzelner Ordner an. So haben wir zum Beispiel einen gemeinsamen Ordner für alle Dokumente unseres Pfadfindervereins, auf den alle zugreifen können.
    Dank LAN Sync kann man, betriebssystemübergreifend, fix Dateien im lokalen Netzwerk austauschen.2

Die Webseite ist auch schön — von unterwegs mal eben etwas nachschauen? Kein Problem.3

Dropbox ist toll, aber neben dem hohen Preis für richtigen Speicherplatz gibt es ein grundsätzliches Problem: Sämtliche Daten werden nur in die Cloud gespiegelt. Eine Version liegt immer auf der lokalen Festplatte und belegt dort Platz. Aber dieser Platz ist genau das, was mir fehlt.
Dropbox ist also keine Lösung für meine 500-GB-Lücke.

iCloud

iCloud.com LoginApples Cloud-Dienst verfolgt eine andere Philosophie, als alle restlichen Dienste. iCloud bietet keinen Ordner auf einem entfernten Server an, den man mit seinen Katzenbildern befüllt, sondern stellt den Zugang nur über einzelne Applikationen zur Verfügung.
Schriftstücke kann man mit Pages, Tabellen mit Numbers, Präsentationen mit Keynote in die iCloud laden. Über einen beliebigen Mac (mit installierter Anwendung), über ein beliebiges iOS-Gerät (mit installierter Anwendung), oder über icloud.com greift man darauf zu. Mittlerweile Unterstützung auch TextEdit iCloud, allerdings nur vom Mac.
Das passt irgendwie zur Apple-Softwaredesign-Philosophie: Schirme die unterste Struktur vom User ab und gebe ihm über einen einfacheren Layer Zugang dazu. Letztendlich der Grund, warum ich gerne einen Mac benutze: Vieles ist durchdacht und simplifiziert4. Aber normalerweise hat man als Benutzer auch genug Möglichkeiten, doch unter die Motorhaube zu gucken und dort rumzuschrauben.
Aber nicht so bei iCloud. Auf die plain Dateien kann man nicht zu greifen (zumindest nicht praktisch…).

Natürlich könnte ich iTunes Match und den iCloud Fotostream benutzen. Aber auch hier gilt das gleiche Problem wie oben: Auf die rohen Dateien kann man nicht zugreifen. iTunes Match analysiert meine Musik und lädt sie in die iTunes Cloud, falls sie dort noch nicht vorhanden sind. Aber dort bekommt man sie, soweit ich weiß, nicht wieder raus. Der iCloud Fotostream funktioniert nur mit iPhoto (bzw. vom iOS-Gerät) und lässt kein anderes Programm zu. Bäh.

5 GB gibt’s umsonst, mehr Speicherplatz kostet. Nicht angerechnet wird der iTunes-Match-Speicherplatz, wenn man die Musik über den iTunes Store gekauft hat.

iCloud mag eine nette Sache für das applikationsintegrierte Cloud-Verwenden zu sein — und die restlichen Fernwartungs- und Internetdienste, die unter dem iCloud-Dach zusammengefasst sind, sind toll — aber für meinen manuellen Anspruch taugt das absolut nichts.

Sonstso

Natürlich gibt’s noch mehr, außer iCloud und Dropbox. Die Wikipedia hat eine ganze Liste, bei Cloudsider gibt’s ebenfalls eine Übersicht.
Erwähnenswert vielleicht Box, ein Dropbox-Klon, der etwas freizügiger mit Speicherplatz um sich wirft (zumindest gefühlt).

Cyberduck auf Google DocInteressant ist das Google Drive. Unter dem Namen fasst Google seine Cloud-Dienste zusammen. Der Zugriff darauf funktioniert normalerweise nur via die Webseite — das kennt ihr, da habt ihr sicherlich schon zusammen eure Silvesterparty drin organisiert. Dedizierte Programme ermöglichen auch außerhalb der Webseite Zugriff — Cyberduck kann das zum Beispiel. Wenn ihr heute morgen das Nerd-Level-Up in euren Cornflakes hattet, dann könnt ihr euch das Google Drive auch als FUSE-Ordner5 im Betriebssystem mounten. fuse-google-drive und GDriveFS sind Pakete, die das ermöglichen. Für meinen Geschmack aber noch etwas zu unausgereift und noch etwas zu bastelig.

Fazit

Alles, was die Großen von Haus aus anbieten, spiegelt entweder die lokalen Dateien in die Cloud, oder schirmt den direkten Dateizugriff ab. Doof, also.
Googles Drive wäre ein Kandidat, den man genauer untersuchen müsste, mittlerweile gibt’s da interessante Dritt-Projekte.

  1. Allerdings letzteres nur für ein Jahr. []
  2. Dank der Macifizierung meines Freuneskreises und AirDrop allerdings nur selten benutzt. []
  3. Es gibt sogar einen Dropbox-to-WebDAV-Dienst, und ein Dropbox-FUSE. []
  4. Und auch der Grund, warum meine Eltern mittlerweile einen Mac haben. []
  5. »Filesystem in Userspace« bezeichnet das integrieren fremder Ordner- und Systemstrukturen in den eigenen Dateisystembaum. Wird uns noch ein paar mal begegnen. []

Andi vs. Die Cloud

cloudheaderEnde 2012 kaufte ich mir ein neues Laptop. Das vier Jahre alte MacBook Pro1 wich einem neuen MacBook Pro Retina. Hochauflösendes Display, schnelle Solid-State-Festplatte. Besonders die Festplatte begeistert mich — die Geschwindigkeit ist großartig.
Aber, wie Spider-Man schon wusste, mit großer Geschwindigkeit kommt große Kosten. Die Dinger sind teuer wie ein goldbesetztes Bernsteinzimmer. Und so besitzt mein MacBook nur eine 256-GB-SSD2. Das Alte hatte 750 GB Plattenspeicher. Eine hochkomplizierte Quantenfeldsimulation verrät: Da fehlen 500 GB.

Bestandsaufnahme

Meine momentane Speicherverbrauchskonfiguration. Nach Upgrade auf SSD.Daisy Disk, ein hübsches kleines Utility zur Speicherplatzanalyse, verriet: Neben den unlöschbaren Systemdateien3 belegten den meisten Platz auf der Platte Musik und Fotos.
Na klar, schließlich ist mein exquisiter Musikgeschmack vermutlich das einzige, was uns einmal vor den Alieninvasoren beschützen wird — und der braucht eben seinen Platz. Den aktuellen Kram höre ich dauernd, die älteren Alben möchte ich auch am Mann haben, falls mich spontan mal ein Verlangen nach dem ersten Album von Panic! At The Disco überkommt.4. Und auch die Fotos trage ich gerne mit mir herum, falls ich Supermarktkassierern Bilder aus dem Skiurlaub 2005 zeigen möchte5
Außerdem wird alles, was lokal auf der Platte liegt, via Time Machine gesichert. Ein wichtiger Punkt, damit das »Ohgottohgottohgott gleich trifft uns ein Asteroid und dann habe ich meine Daten nicht gesichert!«-Gefühl nicht aufkommt.

Rational gibt es eigentlich keinen wirklichen Grund, alle Musik und Fotos die ganze Zeit immer verfügbar an mir zu haben. Aber löschen möchte ich das natürlich auch nicht.
Also wohin mit den Daten?

DIE FUCKING CLOUD

Der naive Ansatz lautet: Externe Festplatte.6 Aber wir sind ja die cool Kids from the Block und externe Festplatten sowas von 2010 — die externe Platte im Always-On-Zeitalter heißt Cloud.

Aber so verbuzzwortet der Begriff auch ist, so unübersichtlich und vielfältig die Anbieter, die irgendwas cloudiges bereitstellen.

Der Weg

Ich möchte euch an meinem Status des Lösungswegs zur abstrakten Wolkenspeicherung teilhaben lassen. Ganz zufrieden bin ich nach drei Monaten Beschäftigung damit noch immer nicht — ich glaube auch nicht, dass ich es je sein werde. Cloud-Speicher wird wohl eher eine »Das Beste des Moments«-Sache bleiben. Wie eigentlich immer, wenn’s um Computerkrams geht.

Mein SEO-Berater7 hat gesagt, ich soll das in verschiedene Artikel packen — um Page Impressions und Cross Relations beim Deep Linking zu optimieren, wisster?

Es folgen also in den nächsten Tagen Die Artikel:

Bleiben Sie dran.

Eigentlich wollte ich euch ja nur kurz was über diesen neuen Cloud-Dienst erzählen. Aber das ist irgendwie ausgeufert.

  1. Late 2008. []
  2. Solid Sate Disk. []
  3. Und einem riesigen Application-Support-Ordner, den ich im Zuge dessen ausdünnte. []
  4. Soll heißen: Eigentlich gibt es keinen rationellen Grund, die komplette Musik immer mitzuschleppen. []
  5. Soll heißen: Eigentlich gibt es keinen rationellen Grund, alle Bilder immer mitzuschleppen. []
  6. Und tatsächlich lief es darauf auch bei mir hinaus. Aber mehr als ein Offline-Backup, falls die Cloud weggezogen ist. []
  7. Deine Mudda! []

Serienbefund 2012

Meine Lieblingsserien 2012, geordnet in drei grobe Kategorien.The Good WifeFringeChicago FireArrowThe NewsroomGame Of ThronesHow I Met Your MotherCommunityCastleHomelandDexter
The New NormalHouseDieses Inhaltsverzeichnis ist via CSS über das Bild platziert. Du siehst das nicht? Schau’s dir auf dem Blog an — ich habe mir super viel mühe gegeben! Kthxbai.

»Hey Andi, welche Serien hast du denn im letzten Jahr geschaut — und wie fandest du sie?«
So!
Ich präsentiere: Mein Serienbefund 2012 als dreigliedriges Schaubild; mein Serientriptychon 2012. Dieses Jahr sogar mit einzelnen, klickbaren Serien! Woho! Hier ist die vorherige, fast zwei Jahre alte Version.

Die drei Kategorien sind eigentlich nur zwei. Während Comedy relativ klar ist, ist Drama und Crime/Law dann doch häufig das selbe. Aber das hätte zur Folge, dass sich alle Serie in der Mitte tummeln. Und das wäre doof. Deswegen habe probiert, bei Mischserien den gefühlten Anteil von Crime/Law bzw. Drama anhand der Position zu verdeutlichen.

Wichtiger als die horizontale Position ist die vertikale. Da ist, mit analoger Schriftgröße, aufgetragen, wie gut mir eine Serie gefällt. Ihr seht also richtig: Die Serie, die mir 2012 am besten gefiel, war The Good Wife. Die Schlechteste, die ich aber dennoch schaue, ist The Big Bang Theory.

Die Liste ist zum Jahreswechsel 2012/2013 entstanden. Ich bin mir ziemlich sicher: Wenn The Newsroom in den letzten Wochen gelaufen wäre, wäre die Show weiter oben. Und das gilt sicherlich für noch mehr Serien. Das Bild ist gewissermaßen ein Snapshot meiner momentanen Serienbefindung.

Mit Caro habe ich drüben bei Newshows in unserem zweiten Podcast etwas über das letzte Serienjahr gelabert. Hört’s euch an!
Hier noch ein paar Notizen zu ausgewählten Serien — hauptsächlich den besseren1.

The Good Wife

Die Serie, an der sich bei mir momentan alle anderen messen müssen.2 Eine niveauvolle, intelligente Anwaltsserie, die nicht nur im Gesamten großartig ist, sondern auch in sämtlichen Teilaspekten.

  • Großartige Schauspieler: Von der Hauptdarstellerin, allen voran der Hauptdarstellerin!, über die Nebendarsteller bis hin zu den Gastrollen, alle hätten Emmys verdient. Carrie Preston als Elsbeth Tascioni und Tim Guinee als Nanny/Investigator Andrew Wiley sollten beide ihre eigenen Spin-Offs kriegen.
  • Großartige Fälle der Woche: Natürlich spielt The Good Wife die üblichen Anwaltsfälle durch. Aber sie greift auch aktuelle Themen auf, stellt sie stilistisch passend dar und diskutiert sie häufig sogar philosophisch innerhalb der Folge. Und zwischen diesen beiden Extrema lassen sich die Autoren ebenfalls einiges einfallen, was man so noch nicht aus anderen Anwaltsserien kennt. Ich zumindest nicht.
  • Großartige folgenübergreifende Geschichte: Wieviel Unterschiedliches haben wir schon mit den Charakteren mitgemacht? Distanzierung von Peter, Wiederanfreundung; Knast, District Attorney; Überfliegerkanzlei, Bankrott; Affäre, Gutefrau. Und so viel mehr. Manche Geschichten werden langsam, lange über Folgen hinweg eingeführt, bis sie irgendwann im Zentrum stehen. Und die Autoren scheuen nicht davor, radikale Änderung in die Geschichten zu schreiben. Das mag ich.
  • Großartige Inszenierung/Orchestrierung3: Hervorragend gefilmt – vermutlich könnte man über die Kameraarbeit ganze Abschlüsse schreiben. Über die musikalische Untermalung ebenfalls: Immer toll, manchmal ironisch und wtf-ig. Irgendwer, vermutlich die Showrunner, hat da ein großes Auge auf das Gesamtpaket. Nicht nur die Story muss passen — auch der Rest muss stimmig sein. Das fällt mir nirgends so auf wie bei The Good Wife4. Achtet mal auf die letzten, epilog-artigen Szenen, die sind häufig die besten.

Ich verstehe allerdings nicht, was diese Kalinda-Geschichte mit ihrem drogendealenden Ex-Mann da soll. Selten habe ich so etwas Unpassendes und Konfuses gesehen.
Für 2013 bleibt nur Daumendrücken, dass es vielleicht ein Jahr in Folge ein Wunder gibt und The Good Wife against all odds verlängert wird.
[]

Fringe

Die Serie, die fünf Staffeln lang alles daran setzte, die Bedeutung von WTF!? zu What The Fringe!? zu ändern. Und das grandios geschafft hat.
Nur noch zwei Mal werden Walter, Peter, Olivia und Astrid die Bühne betreten um die Welt zu retten.
Fringe ist die einzige klassische5 Science-Fiction-Show, die gerade im US-TV läuft. Und eine ganz, ganz großartige dabei. Der 18. Januar 2013 wird wirklich ein trauriger Tag.

Fringe hat es in den letzten Staffeln geschafft, die Geschichte kontinuierlich spannend zu halten. Sich dabei wiederholt selbst neu erfunden — bis zur vollständig neuen fünften Staffel, bei der es zwischenzeitlich sogar andere Hauptdarsteller gab!
Bei der ersten Staffel drücken wir mal ein Auge zu — zumindest bei der ersten Hälfte. Da war Fringe noch etwas ziellos und dachte, es sei eine Horror-eske, technisierte 2000er-Version von Akte X. Aber als man seinen Stil gefunden hatte, puh!, das wurde eine tolle Serie mit hohem Suchtfaktor.
Wisst ihr noch, als nur Schritt für Schritt klar wurde, dass wir uns auf einmal (Spoiler)6 in einer Parallelwelt befinden? Oder vorher, als herauskam, wer Peter ist?
Das waren tolle, spannende Momente, auf die akribisch hingeplant und hinerzählt wurde.
Immer im Hintergrund Abrams Mystery Box — das langsame anreizen7 von Geschichten durch Indizien und Andeutungen, gefolgt von der großen Auflösung in der eine noch größere und fantastischere Geschichte angedeutet wird.

Im Podcast haben wir noch ein paar andere Aspekte erwähnt, die Fringe zur tollsten8 Show machen: Die Darsteller. Unglaublich intensiv und subtil spielen sie ihre Rollen. Wie gut Anna Torv Olivia spielt, merkt man so richtig erst, wenn sie auch Fauxlivia portraitiert. Und John Noble als Walter? Spielt direkt drei Rollen in einer.
Dann sind da noch Kamera und Musik, die die Gesamterfahrung so hervorragend komplettieren.

Erwähnenswert auch die Liebe zum Detail! Der Fringe Glyph Code, der bei den Werbeunterbrechungen ein zur Folge passendes Wort darstellt. Oder die unterschiedlichen Vorspanne. Überhaupt: Wer kommt darauf, durch einen Vorspann deutlich zu machen, welche Welt wir gerade erzählt bekommen? Grandios.

Fringe bleibt eine tolle Serie, die viel zu wenig beachtet und vom Gros der Zuschauer unterschätzt wurde. Diesen Nachruf da oben könnte ich noch seitenweise fortführen9.
Schade, dass es jetzt vorbei ist mit Fringe.
[]

Chicago Fire

Eine herbstneue Serie so weit oben? Gewagt. Ich geb’s zu. Aber mir gefällt die Show auch nach guten zehn Folgen immer noch sehr. Kurzweilige, hauptsächlich in der Episode bleibende Geschichten mit nettem Cast. Episodenübergreifende Handlungsbögen gibt’s auch, die die Spannung lose über einzelne Folgen hinaus tragen.10 Natürlich ist es eine Feuerwehrserie aus den USA, Pathos ist vorhanden, hält sich aber in Grenzen.

Chicago Fire ist kein Kunstwerk, wie es Fringe und The Good Wife eins sein könnten — Chicago Fire ist etwas simpler, dabei aber kurzweilig und hervorragend gemacht. Und deswegen gefällt mir die Show.

Mein Review auf Newshows. Da hatte ich nur die Pilotepisode gesehen und noch eine etwas andere Meinung.
[]

Arrow

Etwas überrascht bin ich über Arrow. Eine Superheldenserie. Und dazu noch auf dem Teenie-Sender The CW.
Aber Arrow ist gut!
Unterhaltsame Bösewichte der Woche, das große Familiengeheimnis, was über allem hängt. Dabei ist die Show manchmal erfrischend düster für die Zielgruppe11.
Man merkt das (relativ) geringe Produktionsbudget — manchmal fühlen sich die Kulissen und Effekte zu falsch an. Aber das holen Story und Schauspieler wieder raus. Gar nicht so wild.

Mein Pilotepisoden-basiertes Review auf Newshows.
[]

The Newsroom

Aaron Sorkin neuestes Stück. Wir begleiten die Redaktion einer Nachrichtenshow dabei, wie sie die Nachrichtenwelt etwas besser machen möchte.
Neu (so eine Show hatten wir noch nicht), schnell, intelligent, tolle Dialoge. Es geht viel um amerikanische Politik. Das mag nerven, wenn man da nur wenig Grundinteresse und Grundbildung vorzuweisen hat — aber ich empfand es als interessanter Einblick. Zumal zwar die politischen Fälle immer Thema einer Episode sind, aber der Fokus auf der Entwicklung der Story liegt, also eine Ebene Richtung meta. Und Auswahl und Behandlung der Fälle der Woche sind sehr europäerfreundlich…
[]

Game Of Thrones

Der Epos um Mittelerde Westeros gefällt mir immer noch.
Eigentlich bin ich kein großer Freund von Fantasy. Aber bei Game Of Thrones ist das ertragbar. Ich mag die Abwechslungsreiche der Geschichten. Die Tiefe der Gesamtgeschichte, die verschiedenen Verstrickungen. Die Größe von Allem. Und die Wendungen, die für mich als Buchnichtkenner plötzlich kommen.
[]

How I Met Your Mother

Ihr werdet da vielleicht nicht mit mir übereinstimmen, aber auch nach drölfzig Staffeln, siebzehn Müttern und einer Pärchen-On/Off-Frequenz im Kilohertzbereich unterhält mich How I Met Your Mother immer noch. Die Autoren finden immer noch neue Aspekte des Zusammen- und Liebesleben, des Älter- und Erwachsenwerden. Der Cast ist immer noch großartig. Der Stil, mit den verschachtelten Rückblenden und schnellen Schnitten, ist immer noch toll.
Eine nächste Staffel ist beschlossen — und so gern ich die Serie auch habe, ich hoffe, es wird ihre letzte12. Ich möchte endlich wissen, wer die Mutter ist.
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Community

Nerd’s best friend.
Community ist eine ganz hervorragende Comedy. Voller popkultureller Anspielungen. Mutig, auch mal neue Formate auszuprobieren (obwohl das jetzt schon zum System gehört). Die Pillow-Fort-Geschichten sind legendär, die Hommagen an Filme. Und: Inspector Space Time.
Bei der letzten Staffel hat für mich unter dem ganzen netten Nerdkram die eigentliche Storyline der Serie gelitten. Mal sehen, wie’s in der bald™ anlaufenden Nächsten aussieht. Allerdings befürchte ich schlimmes, wurde doch Dan Harmon als Showrunner gegangen.
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Castle

Castle ist furchtbar solide. Das ganze Konstrukt funktioniert kantenlos Folge für Folge. Aber dabei geht die Gesamtgeschichte auch immer weiter.
Ein leichter Thriller, den ich immer gerne sehe. Insbesondere weil Nathan Fillion. Und Castle und Beckett.
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Homeland

Die Serie um Claire Danes, ihr Gesicht und die verquerte Liebesgeschichte ihres Charakters.

Nein, ernsthaft: Homeland ist super. Claire Danes spielt toll, besonders wenn ihre großen Augen (wiedermal) in Nahaufnahme zu sehen sind. Aber auch die Darsteller an ihrer Seite liefern prämierungswürdige Leistungen ab.
Die zweite Staffel wurde interessant gehalten, wenn auch der Ton irgendwie ruhiger war. Ich dachte nicht, dass man genug Stoff für eine dritte Staffel hätte, bis diese am Ende der zweiten mit einem großen Knall eingeläutet wurde. Gut!

Homeland ist eine tolle Serie. Gleichzeitig bei mir aber auch auf Messers Schneide zum Haiübersprung13. Damit die Show interessant bleibt, muss irgendwo immer ein neuer Bösewicht, eine neue Verschwörung, ein neues Drama herkommen. Aber das ist alles immer so haarscharf an »Nee, jetzt echt!?«, das ist ganz schön knapp. Ich meine: Da geht’s um die CIA, um den Senat, um den Vizepräsidenten der mächtigsten Nation der Erde…
Aber noch bin ich auf der guten Seite des Hais.
[]

Dexter

Die letzte Staffel Dexter hatte zwar keine apokalyptischen Reiter im Zentrum, dafür aber Yvonne Strahovski. Und das hatte eine Änderung der Grundstimmung zur Folge. Es ging nicht darum, die religiös Verwirrten abzuwehren, sondern persönlicher um Dexters emotionale Lage. Mir gefiel das besser — und mit etwas Abstand zu Ritas dahinscheiden war es sogar relativ glaubwürdig14.
Dexters Konflikt mit seiner Schwester gibt der Story gleichzeitig auch genug Spin um darüber hinaus weiterhin interessant zu sein. Überhaupt: Viele Geschichten liefen gleichzeitig ab.
Ich mag das und bin gespannt, wie es in den nächsten Staffeln weiter geht. Ob Deb wohl auch…?
[]

The New Normal

Tolle, neue Serie.
Voller versteckter Klischees, auf die man spaßig mit der Nase gedrückt wird. Eine Serie, die Augen öffnet und Vorurteile abbaut, dabei aber immer aufrichtig und fair ist. Und lustig — die Tochter!
Mehr in meinem Review auf Newshows.
[]

House

Tja. Greg House ist im Ruhestand. Und das wurde auch Zeit.
Es war eine hervorragend gemachte Serie, die neben immer interessanten und komplexen Krankheiten der Woche auch noch viele andere Themen erforscht hat. Ja, häufig arg philosophisch.
Aber der große Vorteil ist auch der größte Nachteil gewesen: Der geniale (und hervorragend dargstellte) Greg House. Genie, Misantroph — und Philanthrop zugleich. Aber eben auch nach acht Staffeln, unzähligem auf und ab, zu Ende erzählt.
House war die erste Serie, die mir zeigte, dass TV-Shows mehr sind, als das, was man so aus der deutschen TV-Berieselung kennt — und, dass eine Synchronisation prinzipiell schlecht ist15. Danke dafür.16
[]

Et Ceterea

Suburgatory ist furchtbar lustig. Auch voller Klischees und toller Schauspieler.
Rookie Blue ist furchtbar kitschig. Aber auch nett. Schaue ich gerne, obwohl es manchmal näher an einer Soap, als an einer Polizeishow ist.
True Blood enttäuscht von Staffel zu Staffel immer mehr. Wenn etwas passiert, ist es entweder langweilig oder too much. Manchmal überlege ich, warum ich das überhaupt noch gucke (aber zum Glück gibt’s dann doch immer noch Momente, die einen zurückholen).
Leverage war langweilig am Ende. Wir sind einfach auf zu viele Arten ge-con-ed worden. Allein das Finale war ein Highlight der letzten Staffel.
Bei The Big Bang Theory lacht man wirklich nur noch über die Charaktere und nicht mit ihnen. Das ist keine Show über Nerds, sondern über einen a-sozialen Fiktionalintelligenten und seine unwichtige, wenn auch besser gezeichnete, Entourage.
[]

Und ihr so? Was sind eure Lieblinge?
Hier ist das SVG zum Titelbild. Falls ihr da was rumklicken wollt.

  1. Gelinkt, wenn ihr oben im Bild auf die Serien klickt. []
  2. Fringe ist Science Fiction und deswegen etwas außen vor. []
  3. Ich benutze das Wort jetzt einfach. Zack. []
  4. Ja, sogar mehr noch als bei Fringe. []
  5. Es gibt da noch Revolution, Person of Interest, die im engeren auch Sci-Fi-Shows sind, aber sich eher einen Sci-Fi-esken Aspekt herauspicken und ihre Geschichte darum drehen lassen. Fringe is ALL Sci Fi. []
  6. Mit der Maus drüber, um zu lesen. []
  7. Anteasern. Wisster. []
  8. Zweittollsten. []
  9. Und vielleicht mach ich das auch irgendwann mal? []
  10. Allerdings ohne negative Procedural-Serial-Interferenz. []
  11. Kabelserien dürfen düster sein. Aber solche Free-TV-Serien? Das finde ich bemerkenswert. []
  12. Aber da bin ich zuversichtlich. []
  13. To Jump The Shark — eine Serie wird zu bescheuert und unglaubwürdig. Ursprung. []
  14. So glaubwürdig wie Liebesbeziehungen unter Serienmördern halt sind. []
  15. Nicht, weil die deutsche Synchronisation von House schlecht war — sie war erstaunlich gut, sondern weil gute Geschichten eben auf die Charaktere zugeschrieben sind. Und die Intonierung des Charakters durch den Schauspieler gehört da eben essentiell zu. []
  16. Du Drecksstück. Ohne dich hätte ich wesentlich mehr Zeit für sinnvolle Dinge. []

Rick Astley im Infinite Loop

Die Infinite Jukebox analysiert Songs, unterteilt sie in Stücke und verbindet ähnliche Segmente miteinander. Beim Abspielen des Songs gibt es dann eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass der aktuelle Abspielpunkt zu einem assoziierten Segment springt.
Es entsteht eine theoretisch unendlich lange Version des Songs. Klappt besonders gut mit Pop-Songs, die sind normaler weise simpel gestrickt und haben viele ähnliche Segmente — Pop halt.

Was ist also besser als Rick Astley? Richtig: Rick Astley im infinite Loop.

Die Infinite Jukebox wurde von Paul Lamere auf einem Music Hack Day für PSY’s Gangnam Style erfunden und bei einem weiteren Tag so erweitert, dass sie mit allen Songs funktioniert und hübsch dabei aussieht.

Bei der nächsten Party ist unbedingt auszuprobieren, wie lang man ein infinitisiertes Stück laufen lassen kann, bis es jemand merkt…

via Nerdcore

→ Elon Musk’s Mission to Mars

Interview auf Wired Science.

Elon Musk darüber, wie er nach dem Verkauf von Paypal darüber nachdachte, ein kleines Biotop auf den Mars zu schicken (schließlich hatte er jetzt Kohle), aber feststellte, dass es keine günstigen Raketen gibt.
Also begann er, welche zu bauen.

Musk: I can’t tell you much. We have essentially no patents in SpaceX. Our primary long-term competition is in China—if we published patents, it would be farcical, because the Chinese would just use them as a recipe book. But I can give you one example.

Link in der Überschrift, nach dem Pfeil.

Sommerserien 2011

»Hey Andi! Ich weiß, eigentlich ist Sommer und die ganzen Serien starten erst wieder Ende September, aber draußen ist so hell und seit ein paar Jahren komme ich mit diesem 3D ohne Brille sowieso nicht mehr so gut klar. Also, Andi, was guckt man im Sommer so?«

Gut, der Sommer samt seiner mitteljahrigen Serien ist fast vorbei, selbst die ersten Serien haben ihre Finale schon gespielt – aber besser spät als nie, was?

Starten wir ausführlich mit den Neustarts dieser Saison, um dann weiter unten kurz auf die auch schon im letzten Jahr laufenden Serien zurückzukommen. Rechts findet ihr ein Inhaltsverzeichnis. Die Ordnung der Serien ist, wie immer, ungefähr einer Top-Liste1 gleich.

Franklin & Bash
Eine Anwaltsserie über, na?, Franklin und Bash. Die beiden Protagonisten üben ihre Profession eigentlich vom Wohnzimmer ihres Hauses aus — zumindest, wenn darin nicht gerade eine Party steigt. Zum Beginn der Serie werden die beiden querulenten Anwälte aber von einer großen, seriösen und erfolgreichen Anwaltskanzlei eingestellt2. Sie sollen frischen Wind in den verstaubten Schuppen bringen. Und das gelingt ihnen sehr gut.

Getragen wird die TNT-Serie von den beiden Hauptcharakteren, die ihre eigenartigen Fälle mit eigenartigen Mitteln gewinnen. Charmant wird da mit der Jury geflirtet, leichtfüßig der Richter mit seinen eigenen Argumenten geschlagen.
Die Serie ist von völlig anderem Schlag als das ebenfalls tolle »The Good Wife«. Weniger Drama, mehr Comedy.
Aber trotzdem gefällt mir Franklin & Bash sehr gut, eben wegen der Leichtfüßigkeit, der Ist-alles-mal-nicht-total-dramatisch-keit.
Die Serie touchiert manchmal die Grenze zur Albernheit. Für manche zu viel. Für mich nicht. Ich finde das Übers-Ziel-Hinausschießen nett und zu der Art Lawmedy3 passend.
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Suits
Puh. Hätte mir jemand vor in paar Monaten berichtet, dass neben dem großartigen The Good Wife und dem nett verquirlten Harry’s Law meine Sommerlieblingsliste nicht von einer, sondern sogar zwei Anwaltsserien angeführt wird, ich hätte ihn vermutlich mit meiner Robe beworfen.
Das USA Network wirbt mit »Characters Welcome« und meint damit die starken Hauptcharaktere4 seiner Serien. Bei Suits ist es nicht anders.
Wie bei Franklin & Bash hat Suits zwei Hauptcharaktere, um die sich die Serie dreht. Hier sind es allerdings keine zwei Komiker, sondern ein junger, intelligenter Hochstapler der von einem zugeknüpften Harvardjuristen als Protegé angelernt wird.
Das Ansehpotenzial ergibt sich neben der Haupdarsteller aus den relativ straight-forward-en, aber intelligent und immer mit Spin gelösten Fällen. Und natürlich dem dunklen Geheimnis, das der Jungjurist mit sich herumträgt5.
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Torchwood (S04)
Sollten laut Überschrift hier nicht nur neue Serien stehen? Wohl wahr. Torchwood läuft bereits in der vierten Staffel. Allerdings ist diese Staffel, wie bereits die vorherige, nur lose mit den restlichen Staffeln verbunden. Man braucht kaum Vorwissen, außer: Torchwood ist ein Spin-Off aus dem Doctor-Who-Universum6, richtet sich an etwas älteres Publikum und begleitet den unsterblichen Captain Jack Harkness beim Kampf gegen das Böse. Um Harkness herum gibt’s Torchwood — eine Art Eingreiftruppe für die besonderen Probleme. Nun, eigentlich gibt’s die, denn, wie wir zu Beginn von Staffel vier erfahren, wurde Torchwood in der letzten Staffel wohl zerschlagen.
Und ab da nimmt die Mini-Serie »Torchwood S04« mit dem Titel »Miracle Day« ihren Lauf. An einem ganz normalen Tag passiert das Wunder: Kein Mensch der Welt kann mehr sterben. Was das alles für Probleme mit sich bringt und wie ein großer Konzern darin involviert ist, das versucht Captain Harkness mit ein paar Ermittlern herauszufinden.
Die Serie ist spannend erzählt und überrascht mit einigen Cliffhangern und Wendungen. Außerdem finde ich die Untersuchung dieses Science-Fiction-esken, »Was wäre wenn?«-Szenarios über das Ausbleiben des Sterbens toll. Klar hat Miracle Day auch seine Schwächen (dieser schreckliche Rex und die teilweise Langatmigkeit, bis zum nächsten Geschichtsschlüsselpunkt), aber alles in allem gefällt’s mir hervorragend.
Ich werde mir sicherlich auch die vorherige(n) Staffel(n) anschauen.
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Beaver Falls
Britische Serie auf E47, bei der drei verplante, nerdige Typen in die USA als Betreuer eines Elite-Sommercamps für die Jugend der reichen und (meistens) schönen gehen. Ganz Teen-Movie-eske versprechen sie sich Freizeit, Rumhängen und heiße Bräute, während sie auch noch dafür bezahlt werden. Es kommt etwas anders: Ihnen wird die Gruppe der dicken Nerds zur Betreuung zugeteilt. Und samt ihrer eigenen Tollpatschigkeit und Probleme ist irgendwie alles doch nicht mehr so rosig.
Ist letztendlich eine Coming-Of-Age-Serie im weitesten American-Pie-Stil. Aber die Briten, insbesondere E4, können so einen ausgelutschten Grundplot locker wieder interessant machen. Beim vorliegenden Exemplar geschieht das auf vielen Ebenen: Die Hauptdarsteller; die liebenswerten Nerds; die dreckige, britische Sicht des amerikanischen Lebensstils.
Beaver Falls muss man nicht gut finden. Kann man, wie Skins oder andere Serien mit Jugendlichen als Hauptdarsteller, als Jugendserie abtun. Muss man aber nicht. Mir gefällt’s.
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Combat Hospital
Ein Krankenhaus auf einer Militärbasis der alliierten Streitkräfte im Afghanistankrieg 2006.
Kein großes Kino, keine vielschichtigen Charaktere, keine ausgetüftelten Geschichten mit plötzlichen Wendungen: Combat Hospital ist eine Krankenhausserie im Krieg mit Soapelementen8. Der Vergleich zu Grey’s Anatomy zwängt sich auf9. Habe ich aber nie gesehen — ich stelle es mir allerdings um einiges soapiger vor als Combat Hospital. Hier gibt’s schließlich keine staffelumspannenden Liebesdreiecksbeziehungen zwischen Schwester Margret, der schwedischen Hausmeisterblondine und Doktor Stefan Frank — das ist doch so bei Grey’s, oder?
Natürlich ist bei Combat Hospital alles furchtbar falsch dargestellt, völlig unrealistisch und irgendwie sowieso10. Aber trotz all dieser Negativpunkte: Die Serie hat ihren Charme. Leichtfüßiges Procedural für den Sommer. Vermutlich muss man mein Mögen allerdings unter Guilty Pleasure abbuchen.
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Falling Skies
Lange Zeit erwartet habe ich dieses Steven-Spielberg-produzierte Post-Alien-Invasion-Drama. Ein Walking Dead des Invasions-Genres. Charakterzentrierter. Und Steven Spielberg!
Nun. Vermutlich war die Fallhöhe einfach zu hoch. Prinzipiell enttäuscht hat mich die Serie jedenfalls.
Wir begleiten Kriegsgeschichtsprofessor Tom Mason wie er in einer mittelgroßen Rebelleneinheit sechs Monate nach der Invasion durch die Amphibienaliens das tägliche Überleben und den täglichen Rebellenkampf bestreitet. Klingt von der Idee ganz gut, oder?
Nun, ausgeführt bei Falling Skies sieht das etwas anders aus. Pathostriefende, ewig lange klavieruntermalte Szenen geben sich die Klinke in die Hand. Die meisten Episoden wirken wie budgetsparende Episode einer Standardserie11, nur zwischendurch passiert tatsächlich mal etwas.
Und das ist auch der Grund, warum Falling Skies nicht weiter unten platziert ist. Trotz all des Pathoskäses blickt irgendwo das Potenzial der Geschichte und das Können der involvierten Parteien durch. Ja, in den letzten Episoden kann Falling Skies sogar mit ein paar Wow!-igen Wendungen aufwarten.
Für die zweite Staffel wünsche ich mir weniger Klavier und mehr Krawall. Aliens und Action. Schnellere Story mit weniger lala.
Links: WikipediaIMDbNetwork

Love Bites
Diese Episodenserie12 handelt von lose verbundenen Freunden, die irgendwie ihre Liebe entdecken. Massig Gastdarsteller, ihres Zeichens Hauptdarsteller einer von drei Episoden pro Folge, umgeben ein relativ enges Gespann wiederkehrender Kerndarsteller.
Die Idee der Liebesfindung in Episodenform ist super. Die Geschichten pendeln zwischen ok-kitschig, kitschig, super-kitschig und iiiih-kitschig. Letztere beiden Kategorien kann man sich nur mit Augenzwinkern anschauen13, aber die meisten Episoden sind tatsächlich ganz nett.
Love Bites wurde allerdings abgesetzt. Wenn es auch alles in allem ganz nett war, ich werde es vermutlich nicht vermissen.
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Necessary Roughness
Auch diese Serie ist eine aus der Kategorie »Ganz nett, aber irgendwie…«. Es geht um Dani Santino, Psychologin und frisch getrennte Mutter zweier Kinder. Dani arbeitet von zu Hause aus für das große Footballteam der Stadt und hilft, die mental angeschlagenen Spieler wieder zur Topleistung zu bringen.
Die Idee ist tatsächlich ganz nett, und die ersten Episoden funktioniert das auch ganz gut, aber irgendwann langweilt der immer gleiche Kram doch etwas: Vielverdienende Footballstars mucken, Dani versucht herauszufinden, was los ist, hat ihren erkenntnisreichen House-Moment und alles wird wieder gut.
Noch reicht für mich der Spin jeder Episode, um dann doch noch mal einzuschalten. Aber wenn sich nicht bald etwas verändert, wird die zweite Staffel bei mir nicht mehr ankommen.
Übrigens: Achtet auf das Sportgerät in den Opening Credits. Cooles Easter Egg, oder?
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Wilfred
Die wohl WTF-igste Serie der Saison. Und laut meinen Kriterien zur Beurteilungen von Serien eigentlich eine positive Sache – also warum hier unten? Ähnlich wie bei Necessary Roughness nervt mich das Setting nach der Zeit.
Prämisse dieses Remakes einer australischen Serie14: Der depressive und suizidale Ryan (Elija Wood) soll auf den Hund (Wilfred) der hübschen Nachbarin aufpassen. Als er das tut, stellt er fest, dass Wilfred ein Mann im Hundekostüm ist. Allerdings scheint nur er den Hund so zu sehen.
Die Idee? Großartig. Wie Wilfred sich im Kreis dreht, bevor er sich hinsetzt. Wie er dem Laserpointerpunkt hinterherspringt. Toll. Aber dann ist der Grundton der Serie so lahm! Sie fühlt sich an, als würden nicht nur die Hauptcharaktere dauernd kiffen, sondern auch Produktion und Regie.
Das Fall-der-Woche-Schema mit der immer gleichen Struktur ist auch nach ein paar Folgen ausgelutscht. Ryan undoder Wilfred geraten in Schwierigkeiten, Ryan undoder Wilfred bügeln es aus und sind beste Freunde, Wilfred macht etwas böses.
Liebe Autoren: Nehmt für Staffel zwei doch mal ein bisschen Fahrt auf, dann weden wir wieder Freunde.
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Alphas
X-Men meets CSI. Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten bilden eine Einsatzgruppe zur Bekämpfung von Verbrechen, die von böseren Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten verübt werden. Klingt nicht sonderlich originell, was?
Ist es auch nicht. Man hätte da vielleicht eine gute Genre-Serie draus machen können, aber Alphas ist leider von der Qualität eines durchschnittlichen SyFy-Films. Soll heißen: Platte Charaktere und langweilige Geschichten15, die schon bald nerven.
Ciao.
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Soviel zu den Neustarts. Jetzt, kurz, die bereits etwas länger laufenden Serien.

Burn Notice
Auch in der fünften Staffel wird die Michael-Westen-Show nicht langweilig. Die Showrunner bauen genug Veränderungen ein, dass es neben dem Fall der Woche immer noch interessant bleibt. Gefällt mir immer noch sehr.

White Collar
Fast noch mehr als bei Burn Notice traut man sich bei White Collar große Veränderungen durchzusetzen, bzw. sie ordentlich anzudeuten16. Und auch bei den Fällen der Woche bleibt man kreativ.

Strike Back
Das britische 24. Viel Verschwörung und Action, weniger Patriotismus. Macht Spaß.

The Glades
Bei The Glades kann ich am wenigsten mit dem Finger drauf zeigen und sagen: »DAS gefällt.« Vermutlich ist es Hauptdarsteller Matt Passmore und seine Detektivfigur. Wie dem auch sei: The Glades findet immer noch abgedrehte Fälle in den Everglades und kombiniert sie mit abgedrehter Romantik zwischen den Hauptdarstellern.

True Blood
True Blood ist irgendwie auf dem absteigenden Ast. Die Serie ist toll und hervorragend geschrieben und produziert. Aber vermutlich hat sie sich selbst eine derart hohe Messlatte gesetzt, dass etwas schwächere Staffeln direkt langweilig erscheinen. So zumindest die Aktuelle. Sookie ist fast unanwesend und im Dauerliebesakt mit ihrem neuen Herzensvampir beschäftigt, während vor der Haustür eine Mittelalterhexe um ihre Emmynominierung kämpft. Ist immer noch toll zu sehen, aber früher war alles besser.

Rookie Blue
Die zweite Staffel dieser Polizeisoap ist tatsächlich etwas besser als die erste. Verbrechensbekämpfung mit Persönlichkeit. Gefällt.

Royal Pains
Wunderbar anzusehen, aber doch langsam etwas langweilig, oder? Die Versuche, die Geschichte durch damoklesschwertige Andeutungen potenzieller Zukunftsdramen zu würzen, scheitern am fehlenden Zumpunktkommen. Bitte tu das doch, liebes Royal Pains, dann würdest du mir noch ein bisschen mehr gefallen.

Leverage
Hier fehlt irgendwie die Weiterentwicklung. Der Fall der Woche ist mal schlechter, mal besser, aber das überlagernd gibt es keine wirkliche Geschichte, die die nächste Episode stärker erwarten lässt.

Covert Affairs
Das war mir nach ein paar Folgen zuviel bedeutungsschwerer Tralala. Wird vielleicht noch mal nachgeholt, die Hoffnung habe ich noch nicht aufgegeben.

  1. Gutes zuerst, schlechtes zuletzt. []
  2. Der Chef von »Infeld & Daniels« wird ganz großartig-bescheuert gespielt von Malcolm McDowell. Auch ein absolutes Highlight. []
  3. Habe ich gerade erfunden. Klingt doof, oder? Egal. []
  4. Und die daraus folgende charakter-zentrierte Story. []
  5. Buchrückenmodus. []
  6. Aufgabe: Findet ein Anagramm zu Doctor Who. Und los. []
  7. Dem Kanal von Skins… []
  8. Achtung, Klammersetzung! Eine (Krankenhausserie im Krieg) mit (Soapelementen). Hier bekriegt kein Krankenhaus Soaps. Das wäre ja auch irgendwie doof. []
  9. Krankenhaus + Soap = Grey’s. Oder? []
  10. Ich meine, die Hauptdarstellerin joggt immer. Mit langen Ärmeln. In der Wüste. Seriously? []
  11. Nach ISO-8541, ihr wisst schon. []
  12. Welche Serie hat keine Episoden? Andi, dieser Vollpfosten, ne? []
  13. Vorteil: Man muss durchschnittlich nur 12 Minuten zwinkern. Yeah. []
  14. Originalautor sowie Autor dieser Version ist übrigens Hunddarsteller Jason Gann []
  15. Zu letzterem hat sich auch Eureka hinentwickelt. Schade eigentlich. []
  16. Spoiler: Dass Caffrey nie mit dem Schatz abhauen würde, ist klar — schließlich wäre sonst die Serie vorbei… []

Sinn machen ergibt Sinn beim Sinnvollsein


Vier Jahre zu spät. Aber trotzdem noch hochaktuell.
Durch einen Blogbeitrag von Florian bin ich auf das Sprachblog von Anatol Stefanowitsch aufmerksam geworden. In fünf Artikeln erklärt er dort, warum die viel-gescholtene Phrase »Sinn machen« nicht falsch ist sondern sogar eine bedeutungsvolle Existenzberechtigung besitzt.

Es folgt eine Zusammenfassung der fünf Artikel, die sich jeweils ungefähr einem »Sinn machen«-Gegenargument widmen. Das ist natürlich sehr verkürzt, ich empfehle euch dringend die Lektüre im Sprachblog drüben.

»Sinn machen« ist eine neue Erfindung – vermutlich wegen der zunehmenden Verdenglischung1. [1]
Nö. Eine schriftliche Erwähnung findet sich bereits 1966, in der Umgangssprache vermutlich zehn bis zwanzig Jahre älter2.

»Machen« kann man nur Dinge, die man anfassen kann. Und »Sinn« ist schließlich kein Haus. Oder eine Transrapidstrecke. [2]
Nö. Wenn dem so wäre, dann dürfte man auch keine Karriere machen, weder Scherze, noch Komplimente machen, keine Lust auf etwas machen und keine Sorgen machen. Und das würde ganz schöne Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache machen. Kurz: »Machen« ist kein Wort, dass nur Handfestes beschreibt. Es geht in eine abstrakte Ebene über3. Und auf der ist auch der Sinn. Also, »Sinn«.

Gut, gut. Aber denk doch mal drüber nach. »Sinn machen«. Das ergibt doch logisch überhaupt keinen Sinn. [3]
a) Ein philosophisches Argument: Sinn ist nicht, Sinn entsteht. Unser Gehirn erzeugt aus Buchstaben Sätze und dadurch Bedeutungen. Und es geht noch viel tiefer: Unser Gehirn erzeugt aus geraden, schrägen und runden Strichen Buchstaben. Unser Gehirn erkennt aus farblichen Unterschieden Striche. Auf dem Weg zum Sinn wurde einiges an CPU-Power geleistet. Sinn wird erschaffen, Sinn wird gemacht.
b) Philosophie schützt vor Metapher nicht: Selbst wenn es keine philosophische Erklärung gäbe – »Sinn machen« kann trotzdem eine valide Bedeutung haben. Schließlich ist es eine Metapher – und die müssen in der sprachlichen Autopsie nicht immer Sinn ergeben. Stefanowitsch führt »der hat ein helles Köpfchen« an4. Alle Ausdrücke mit »Sinn« (»Sinn ergeben«, »Sinn haben«, etc) sind Metaphern und daher ähnlich anfällig auf alle Sprachnörgelei.

Trotzdem: Meine Sprache ist mir heilig as shit. Ich möchte auf alle Anglizismen und Sprichwortentlehnungen verzichten. »Sinn machen« kommt von »to make sense« und mir nicht ins Haus. [3]
»Sinn machen« muss nicht unbedingt eine Entlehnung des Englischen sein. Mit dem Metapher-Argument von vorhin ist eine eigenständige Entstehung in Deutschland durchaus denkbar. Das wäre aber noch zu zeigen.

Ich benutze lieber die Alternativen »Sinn ergeben«, »Sinn haben« und »sinnvoll sein«. Die sind gleichbedeutend und auf jeden Fall richtig. Ätsch.[5]
Nein. Es gibt Bedeutungsunterschiede. »Sinn haben« deutet auf einen Zweck hin, »Sinn ergeben« bezieht sich auf eine Bedeutung, »Sinn machen« auf etwas gut Durchdachtes. »Sinnvoll sein« hat den Beiton, dass das Sinnvolle der Meinung einer objektiven Gesamtheit entspricht, während »Sinn machen« eher sein persönliches Anliegen ist.
Diese Nuancen sind nicht immer scharf getrennt im Sprachgebrauch untergebracht. Manchmal geht’s quer. Aber die Tendenz stimmt.

Letztendlich also: »Sinn machen« hat seine Berechtigung, eine logisch korrekte Bedeutung, könnte aus dem Englischen stammen, muss aber nicht und darf in jedem Fall fröhlich benutzt werden. Alaaf.

Bonus: Kommt das Englische »to make sense« nicht eigentlich nur in der verneinten, »doesn’t make sense«-Form vor?[4]
Nein. Stefanowitsch hat Google bedient und unter Muttersprachlern gesucht. Es kam ungefähr ein 2:1-Verhältnis für die Nichtverneinteform heraus.

Die falsche Verwendung von Anführungszeichen und Interpunktion wurde mutwillig durchgeführt. Ich mag’s so lieber. Weil logischer. Und übersichtlicher.

  1. Wegen Internet und so. Ihr wisst schon. []
  2. Und wenn man eine etwas weitere Bedeutung ansetzt, dann finden sich schon vor 100 Jahren Aufzeichnungen vom »Sinn machen«. []
  3. Ungefähr das fasst dieser tolle Halbsatz zusammen: »[Dies zeigt], dass machen keine Subkategorisierungsbeschränkungen hat, die abstrakte Substantive in der Subjektposition verbieten würden […]«. []
  4. Oder kommt diese Metapher etwa aus der Nazi-Zeit? Verschwörung, anyone? []

Geht’s noch, René? – Andi erklärt diesen kleinen Strich

Nachdem ich mich in völlig selbstloser Weltverbesserungsmanier vor ein paar Jahren den Unterschieden zwischen »nen« und »ne« gewidmet habe, möge hier die nächste Bastion der Missschreibung angegriffen werden.

Auf dem euch vorliegenden Eingabegerät mit den vielen kleinen Dingern, die so »Klack!« machen, wenn ihr sie herunter drückt, finden sich zwei, die sehen ganz schön ähnlich aus.
Weit oben, rechts neben dem scharfen S und dem Fragezeichen, ist ein Klickding mit zwei kleinen Strichchen drauf. Und zwei Tasten darunter, neben dem A mit den zwei Punkten drüber, findet sich noch so ein Klickding mit kleinem Strichchen.

Das mag euch verwirren! Warum sind da drei Striche mit unterschiedlichen Neigungswinkeln, wann benutzt man sie und wann geht heute Abend eigentlich die Sonne unter?

Seit 1200 v. Chr. König Ramses II in einem kleinen, russischen See einen Meerotter unter dem Rasterelektronenmikroskop untersuchte, verwendet man die oberen, leicht abgeknickten Striche als Akzente, den unteren als Apostroph. Vermutlich auch schon vorher.

Der untere der beiden Akzente, der Akut, wird verwandt, wenn ein Buchstabe besonders betont ist. Wir Deutsche kennen dafür keine eigenen Textzeichen1, aber weil wir schon seit 1423 total Gut Freund mit unseren westlichen Nachbarn sind und sowieso total auf Import stehen, gibt es ein paar Wörter in unserer Sprache, die eine Akzentsonderbehandlung benötigen. Meistens Eigennamen, wie René oder André oder Pelé. Dort liegt dann die Betonung auf dem letzten Vokal.
Den anderen, oberen Akzent braucht keiner. Sogut wie. In Deutschland zumindest.

Der Apostroph symbolisiert eine Auslassung. Anstelle des längeren »Geht es noch?«, kann man hier wertvolle Aussprachzeit bei Verkürzung zu »Geht’s noch?« sparen und die Suggestivfrage auch formell auf den Punkt bringen. Auch unsere Lieblingsartikel, die »’nen«s und »’n«s würde man korrekt mit einem Apostroph schreiben.
Wer Teil der Sprachimperialisierung sein möchte, der möchte beim Genitiv-S ebenfalls den Apostroph verwenden: »Des Apostroph’s Verwendung ist so grausam auf diese Art.« Bitte seid euch bewusst, dass bei jedem Genitiv-Apostroph-S im Deutschen irgendwo ein Mammut stirbt. Ein Babymammut. Mit großen Augen.

Eine Verwendung des Akzents als Apostroph ist immer: falsch. Nicht ohne Grund müsst ihr erst noch eine Taste drücken, ehe der Akzent überhaupt erst richtig auf dem Bildschirm erscheint.

Merke2:
Akzent nur bei Eigennamen, Apostroph bei Verkürzungen von »es«, kein Apostroph bei Genitiv-S.

Vielen Dank. Weitermachen.

  1. Wir machen das mit Verdopplung von Folgekonsonanten oder durch Dehnungszeichen. []
  2. Faustregelalarm! []