John Mercer ist durch einen dummen Zufall im Gefängnis gelandet: Er hat seine Eltern umgebracht. Gut, passiert. Aber immerhin hat er nachher auch selbst die Polizei gerufen. Und die Ausbildung in den Special Forces hatte er immerhin auch schon absolviert. Passiert.
Eines Tages bekommt er das Angebot, eine Komme-aus-dem-Gefängnis-frei-Karte einzulösen. Das Einzige was er dazu tun muss, ist nachher Mitglied einer semigeheimen, semiexistenten Organisation beizutreten, die unverurteilte Verbrecher jagt und sie tötet. Pretty easy. Natürlich leugnet die Regierung jegliche Existenz dieser Organisation. Natürlich ist ein zwielichtiger Boss an der Spitze der Entscheidungsträger. Und natürlich gibt es die heiße Blondine, die Mercer in Episode 1 „überredet“ mitzumachen und nachher als seine Kumpaninloverin auftritt.
The Fixer ist eine Mischung aus Mission Impossible, aus Dexter, aus Charlie’s Angels und aus Weitereklassischeverbrecherserie. Sollte man eigentlich also zu genüge kennen und satt haben, meine Beschreibung lässt das jedenfalls vermuten.
Aber falsch.
Klar, man erkennt vieles wieder und denkt manchmal “Das hab ich da und da aber schon mal besser gemacht gesehen!”. Aber dann sind da wiedermal die typischen Attribute, warum ich britische Serien so gerne sehe. Die Geschichten, die John Mercer hier in Ordnung bringen muss, sind alle male gut ausgedacht und alles andere als platt. John Mercer himself ist ein trauriger, ein reuiger Charakter. Fast schon misanthropisch, im nächsten Augenblick dann aber wieder herzensgut.
Und obwohl die Serie noch viel mehr zu bieten hat (die restlichen Schicksale, der übergreifende Plot): das reicht eigentlich schon, um diese sechsfolgige Mini-Serie in Augenschein zu nehmen. Man kann seine Zeit wesentlich schlechter verschwenden.
6,9 von 10 Großkriminelle.
Ein seltsamer Trend der letzten TV-Saison war es, krasser zu werden. Tabubrüchiger. Bekanntestes Beispiel ist da Californication
Es geht um Belle, gespielt von Billie Piper (des Doctor Who’s erste Begleiterin “Rose” in den ersten zwei Staffeln der Neuauflage!). Tagsüber lebt sie ihr normales Leben, mit Freund und Familie und cetera.
“Der Doktor” ist ein darüber hinaus namenloser Außerirdischer der Gattung “
Die weltbekannten
Allem Voran ist da David Tennant. Selbst ein großer und akribischer Fan der Originalserie spielt er aktuell den Doktor. Und das ganz großartig. Diese Mimik, diese subtile Komik, diese Dauerbeschäftigtheit. Wenn nötig dann aber auch diese Einsamkeit, diese Unentschlossenheit. Hach. Insgesamt, einfach nur super.
Das, was Jonas Armstrong in “
Falsch. Denn zum Einen gibt es da die beiden “Quereinsteiger”
Und das war gut so.
Fangen wir bei den Schauspielern an. Hauptdarsteller Jonas Armstrong passt perfekt in seine Rolle (wie konnte es jemals einen andren Robin Hood geben?!). Er hat eine wunderbar verschmitzte Mimik, die aber immer intelligent bleibt, dann im nächsten Moment aber wieder Amüsement ausstrahlt, als sei er gerade auf der Kirmes und würde Riesenrad fahren. Ein paar Minuten später ist er dann dieser furiose, ungehaltene Waldausgestoßene, der droht irrational und so völlig un-robinhood-artig zu handeln. Dann ist da seine rechte Hand, Much, mit ihm durch Krieg und Frieden gegangen, ein Freund für’s Leben (?), der den liebenswürdigen Trottel der Serie übernimmt. Und auch er macht seine Rolle verdammt gut. Sehr sympathisch und im nächsten Moment aufbrausend, weil er sich wieder hintergangen fühlt. Marian gibt es natürlich auch, und auch sie ist sehr gut dargestellt. Hübsch und anmutig, aber eben auch rebellisch und wild.
Und dann ist da noch Keith Allen der den Sheriff of Nottingham spielt. Böse, wie man im Mittelalter nur sein kann, und dabei wunderbar anzuschauen. Die kultigste Rolle seit Barney Stinson. “Bla-di-bla-di-bla” wird von uns hoch- und runterzitiert. Außerdem kann er seinen Zahn wechseln! Seinen Zahn mit pinkem Glitzer! Super.
Und natürlich die Stories. Seien es diese kleinen, abgeschlossenen Handlungen pro Episode. Da hat sich der Sheriff wieder etwas Neues ausgedacht, um die Bewohner der Dörfer auszunehmen. Da hat er eine neue Falle für Robin Hood und seine Crew gestellt. Da ereilt Robin Hood die Nachricht eines verborgenen Schatzes. Immer genug Abwechslung, es wird nie langweilig. Darüber hinaus gibt es auch noch die allumspannende Handlung: Der König Englands kämpf im “Holy Land” und der Sheriff von Nottingham versucht die Herrschaft an sich zu reißen – erst alleine, später mit Hilfe seiner Black Knights. Diese Geschichte strotzt nur so vor Aktualität, vor kritischen, fast schon politischen Anspielungen und indirekten Statements auf der Meta-Ebene. Aber sie ist natürlich im Offensichtlichen schön anzuschauen und durchweg spannend. Schafft Robin es? Was hat sich der Sheriff jetzt noch ausgedacht?
