Kategorie-Archiv: Mars

Alles über und um den Mars: Mars Express, Opportunity, Spirit, Leben, Bilder. Was auch immer.

Mars Telecommunications Orbiter Mission gecancelt

2009 sollte ein Satellit von der Erde abheben, der sich in der Umlaufbahn des Mars positionieren sollte. Dieser Orbiter sollte über so gut wie keine wissenschaftlichen Instrumente verfügen, er sollte, ganz seinem Namen Mars Telecommunications Orbiter (MTO) nach, als Relaisstation für zukünftige Marssonden dienen.
Erstmals ausprobiert werden sollte ein Infrarotlaser, der, je nach Mars-Erde-Abstand, Daten zwischen 10 und 30 MBit senden kann. Somit hätte bei Marslandemissionen auf platzfressende Hochleistungsantennen verzichtet werden können, es hätte allein eine Verbindung zum relativ nahen MTO aufgebaut werden müssen, der dann die Daten zur Erde verschickt.
Aber nix da.
Wie jetzt bekannt wurde, hat die NASA das Projekt gestoppt. Aus Budgetgründen. Irgendwo hätte man kürzen müssen – man nahm den MTO.
Jetzt hofft man, dass der in zwei Wochen startende Mars Reconnaissance Orbiter die Aufgaben einer Relaisstation weitesgehend übernehmen kann, wenn er seine wissenschaftlichen Tests beendet hat. Zwar verfügt er nicht über die vergleichsweise riesige Bandbreite des MTO, doch besitzt er die bis heute stärkste Sendeeinheit.

Deutschland @ Aurora @ Mars

Das DLR wird sich zukünftig verstärkt am Europäischen Weltraumexplorationsprogramm Aurora beteiligen. Als zwölftes Land wurde der Beitritt zu Aurora letzte Woche in einer Konferenz der ESA in Paris bestätigt. Zu bereichert Deutschland den Geldpool mit zwei Millionen Euro.
Kernstück von Aurora ist der Bau und die Aussendung eines Marslanders, des ExoMars. Wie der Lander und das restliche Aurora Programm aussehen wird, wird Ende des Jahres auf einer ESA Konferenz in Berlin beschlossen. Mit etwas Glück könnte schon 2011 ExoMars auf dem Mars landen.
Mars: Here we go…
Achja, ich hasse es wenn Internetportale Pressemeldungen 1:1 übernehmen…

Introducing: Mars Reconnaissance Orbiter

Während die ganze Welt noch mit gebannten Augen auf den Start des Space Shuttles Discovery schaut, kündigt sich im Hintergrund schon das nächste größere Ereignis an.
Der für die nächsten vier Jahre letzte Marsorbiter der NASA, der Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) wird vorraussichtlich am 10. August mit der neuen Atlas V Rakete ins All geschickt.
Quasi als Antwort auf Mars Express der ESA wird der MRO eine hochauflösende Kamera an Bord haben, die (besser: das) HiRISE. Damit wird es möglich sein, aus dem Mars Orbit heraus Fotos mit einer Auflösung von 20.000 * 40.000 Pixel zu machen (= 800 Megapixel). Das 1,40 Meter lange und 65 Kilogramm schwere Instrument hat damit eine Auflösung von 25 Zentimeter pro Pixel. Allerdings kann nicht die ganze Zeit mit einer derartigen Auflösung fotografiert werden: Die Datenleitung zur Erde hat einfach nicht genug Bandbreite… (Die kommt erst mit Mars Telecommunications Orbiter)
Neben dem dauerhaften Suchen-wir-mal-nach-Wasser-auf-dem-Mars-Ziel, hier hat der MRO die Möglichkeit in eine größere Tiefe, als bisher möglich, in den Boden einzudringen, und Zeigen-wir-es-den-Europäern-nochmal-und-machen-wir-bessere-Bilder-als-die wird der MRO auch nach Landungsmöglichkeiten für die nächsten Raumsonden (z.B. Phoenix und das Mars Science Laboratory) Ausschau halten. Die Sonden werden wesentlich präziser auf dem Roten Planeten landen können.
Der 500 Millionen Dollar teure und mit fast 2200 Kilogramm relativ schwere MRO wird auch auf Suche nach dem verschollenen Beagle 2 Lander des Mars Express gehen.
Im März 2006 wird der MRO am Mars ankommen, und bis zum Oktober in Position gebracht sein, so dass er im November seine Arbeit beginnen kann. Diese Kernmission soll vier Jahre dauern, danach kann der MRO aber noch als Kommunikationsplattform zwischen Marslandern und Erde dienen.
Wird wieder interessant. Und mal schauen ob die Bilder der HRSC von Mars Express noch zu toppen sind.

Free Opportunity!

Einer der beiden Marsrover hatte sich festgefahren. Auf eine Sanddüne hat der Lümmel sich gewagt. Und von da kam er dann nichtmehr runter – seit dem 26. April.
Die NASA Mitarbeiter haben zur Problemlösung auf der Erde Marsdünen nachgestellt und den Marsrover im Gewicht verringert (geringere Gravitation auf dem Mars…) und konnten so nach ein wenig Rumdoktorei den Testrover aus der Düne bewegen.
Und genau so ging es auch auf dem Mars. Ganz fest steckte der Rover nämlich nicht.
99,5 Prozent Schlupf, also 0,5 Prozent vor Garnichtvonderstellekommen, genügten aus, um den Roboter, wenn auch seeehr langsam, zu bewegen.
Jetzt fährt Opportunity wieder seine Bahnen auf dem Mars. Allerdings langsamer. Man muss ja testen, ob der Untergrund befahrbar ist.

Neuer NASA-Administrator Griffin: Hubble weiterleben?

Der am 14.4. durch den Senat der USA als NASA-Administrator bestätigte Michael Griffin hat gleich zu Anfang seiner Zeit verkünden lassen, was er so abgehen lassen will. In der NASA.
Zum einen, und das ist nichts Neues, will Griffin die VSE-Pläne Bushs weiter vorrantreiben, also das Sonnensystem und mehr erkunden. Weiterhin will er mittelfristig Menschen auf den Mond, und langfristig Menschen auf den Mars bringen. Dazu braucht er aber das geplante CEV (Crew Exploration Vehicle), den Nachfolger des Space Shuttles. Er braucht es, und zwar schneller als bisher geplant. Man habe schließlich auch in den 60ern Kapseln innerhalb von drei bzw. sechs Jahren entwickelt, dann müsse das doch heute ähnlich schnell zu schaffen sein. Zeig’s ihnen Cowboy…
Griffin, der bis zur Administrationsübernahme Vorstand in dem Team war, was die Möglichkeit der Reperatur Hubbles durch einen Roboter untersuchen sollte, verkündete aber zu aller Überraschung auch, dass er, wenn denn die Neuauflage des Space Shuttles Mitte diesen Jahres erfolgreich gestartet ist, eine Komission zur Untersuchung einer bemannten Rettungsmission erstellen will. Für ihn gäbe es, wie auch andere Wissenschaftler schon festgestellt hatten, nur die Möglichkeiten entweder bemannt Hubble zu reparieren, oder aber einen Roboter hoch zu schicken, der dann aber nur zum (Achtung!) Deorbit Hubbles eingesetzt wird.
Es gibt also ernstzunehmende, neue Hoffnung auch zukünftig noch schöne Galaxien(nebel)bilder zu sehen. Achja, und nebenbei natürlich noch tolle Entdeckungen mit Hubble zu machen. Nebenbei.

Gletscher auf dem Mars

In der Nature sind drei Berichte über den Mars erschienen.
In allen geht es um Eis auf dem Mars.
Wissenschaftler sind zu der Überzeugung gekommen, dass der Mars neben einer vulkanaktiven Zeit auf eine gletscherreiche Vergangenheit zurückblicken kann. Überall sind Spuren von Eruptionen erkennbar. Von den Polkappen hin zum Äquator zeigen sich von der Erde bekannte Spuren von Gletschern.
Es gab also Mengen an Eis, und damit auch Wasser. So wird ein Nord See großes Eis Gebiet am Äquator vermutet.
Wohin das Wasser allerdings ist, da ist man sich noch nicht sicher. Früher dachte man, das Wasser sei als Gas in die Atmosphäre und dann ins All ausgetreten. Aber die neuen Erkenntnisse sprechen dafür, dass es immernoch einiges an Wasser auf dem Mars gibt. Unterirdisch wahrscheinlich. Genau das richtige für MARSIS also.
Gleichzeitig belegen alle Theorien, dass der Mars in jüngster Vergangenheit, soweit man das im Weltraummaßstab sagen kann, sehr aktiv gewesen ist. Gletscher bildeten sich, Gletscher schmolzen. Wahrscheinlich durch eine Veränderung der Neigung der Rotationsachse.
Es spricht also immer mehr für Leben.