Archive for April, 2008

TED-Talks: Al Gore, Stephen Hawking, Brian Green und andere

Immer mal wieder sollte man einfach mal Uni Uni sein lassen, den Abwasch noch ein paar Minuten länger stehen lassen, das Ende von CSI verpassen und sich die Zeit nehmen einen Blick auf ted.com zu wagen.
Denn mit einer grenzwertig 1 entsprechenden Wahrscheinlichkeit gibt es dort einen interessanten neuen TED-Talk. So wie Godwins’s law, nur anders und -rum.

Unter einem Feature namens “A Greener Future” sind einige Talks zusammengefasst, die unsere Welt und den Klimawandel besprechen. Allen voran der Hulk der Klimaerwärmung1 Al Gore, der unter dem Titel “New thinking on the climate crisis” altbewährt eine neue Slideshow vorstellt. Das im März aufgenommene Video geht zwar fast 30 Minuten, aber Herrn Gore würde ich auch zuhören, wenn er dreiundzwanzig Mal hintereinander die gleiche Seite aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch vorliest. Er hat’s einfach drauf.

Siegfried Woldhek stellt in seinem Talk seine vorher noch nie veröffentlichte Theorie vor. Er hat das bisher noch nicht gefundene Gesicht von Leonardo Da Vinci entdeckt. Sagt er. Und er zeigt, wie. In seinem Vortrag “The true face of Leonardo Da Vinci?2.

Der Godfather der modernen (Astro-)Populärwissenschaft Stephen Hawking stellt im TED-Talk “große Fragen über das Universum“. Zugegebenermaßen fällt das Zuhören der Synthetikstimme nicht ganz leicht. Aber man gewöhnt sich dran.
Und, hey, immerhin ist es Stephen Hawking!

Ein Mensch, den ich bisher gar nicht kannte, der allerdings für einen Professor der Theoretischen Physik über einen herausragenden Vortragsstil verfügt, erzählt, was die Superstring-Theorie ist. Er benutzt dafür keine einzige Gleichung, Formel oder Zahl3, dafür umso mehr tolle und aufwändigen 3D-Animationen, die er durch seine Gestik untermalt. Wer morgen noch auf dem Schulhof mitreden will, muss sich unbedingt Brian GreensThe universe on a string4 anschauen. Sonst biste out.

Zum Schluss sei noch David Hoffman erwähnt, der in “Catch Sputnik mania!” einen Teaser für seinen neuesten Dokumentarfilm zeigt. Der setzt sich mit dem ersten Satelliten der Russen auseinander und wie er Amerika beeinflusst hat. Was er da anreißt klingt wirklich spannend.

Wenn bei euch die TED-Talks im Flash-Applet auch immer den Browser abstürzen lassen (so wie bei mir!), dann schaut mal kurz auf die Seite eines Talks, denn weiter unten gibt’s einen Link zur .mp4-, oder zur gezippten mp4-Datei. Damit klappts auch mit VLC.

Nach dem Klick habe ich die Videos der Reihe nach eingebunden.

Weiterlesen ‘TED-Talks: Al Gore, Stephen Hawking, Brian Green und andere’

  1. Ich wollte auch mal so ein Bild benutzen. War das letzte Mal. Versprochen. []
  2. Da haben die Leute von ted.com liebevoll noch ein Fragezeichen hinten dran gehängt. []
  3. gut, von den 10 Dimensionen mal abgesehen []
  4. Und über Greens Buch und TV-Serie “The Elegant Universe” werde ich dann an anderer Stelle noch mal ausführlicher schreiben []
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Sam Sparro: Album im Netz hören

Seit Tagen habe ich einen Ohrwurm – und meine Nachbarn sicherlich auch.

Cover des selbstbetitelten Albums von Sam SparroSam Sparro geht mit seinem “Black and Gold” (Hype Machine) nicht mehr aus meinem Kopf heraus. Diese minimalistischen, pumpenden Beats, die mich manchmal an eine futuristische Autowerkstatt erinnern1, untermalt von der souligen, kräftigen Stimme – und dann dieser eingängliche Text. Ganz groß2.

Am Montag erscheint drüben in dem Land, das noch guten Musikgeschmack hat, das Album von Sam Sparro. Sam Sparro. Also das heißt so. Wie er.

Auf NME.com, der Webseite zum Musikmagazin kann das Album (fast?) vollständig angehört werden (etwas weiter unten im “Media Player”). Zwar als .wma, aber die Qualität ist relativ gut.

Für Menschen, bei denen der Player der Webseite nicht funktioniert (wie bei mir), und natürlich für alle restlichen, habe ich eine Playlist-Datei im .m3u-Format3 erstellt, die direkt auf die Streams der Webseite zugreift. Die kann man ganz wunderbar auch aus andren Programmen öffnen und so auch z.B. mit Winamp das Album des Herrn Sparro genießen.
Das ist nämlich wirklich toll.

Wo wir schon mal dabei sind, nur kurz: Auf 3voor12s luisterpaal gibt’s das neue Portishead-Album “Third” auch für zum anzuhören — darüber hinaus natürlich noch vieles mehr.

  1. dieses Klacken / Seufzen hört sich an wie Hydraulikzylinder auf einer Maschinenstraße []
  2. Und diese Verbindung von soulesken, textintensiven Vocals mit elektronischen Beats wird das nächste große Ding, ich sach’s euch! []
  3. evtl. rechte Maustaste -> “Ziel speichern unter…” []
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Oliver Twist, Hustle und Jekyll

Als Abschluss des Britischen Teils der Serienserie seien noch drei Serien erwähnt:

Oliver Twist
Oliver TwistZu Weihnachten brachte die BBC diese abgeschlossene Miniserie mit fünf Folgen (Gesamtdauer drei Stunden).
Die Geschichte ist hinlänglich bekannt: Waisenjunge wird von Diebesbande aus bösem Waisenhaus geholt. Und. So. Weiter.
Die Version der BBC gefällt mir außerordentlich gut. Das Setting ist gelungen und detailgetreu nachgebaut. Die Schauspieler verstehen auch etwas von ihrem Handwerk. Allen voran der Darsteller Olivers, der für seine 11 Jahre ganz schön was drauf hat.
Zum Auffrischen seiner Oliver-Twist-Credibility und zur melancholisch-dramatischen Unterhaltung bestens geeignet.
6,5 von 10 listige Schlawiner.

Hustle
HustleÜber Hustle hatte ich schon einmal früher berichtet. Tolle Bankraubserie, mit moralischen Räubern und Adrian Lester1. Mit spitzfindigen, intelligenten, verwirrenden, klugen, aber auch lustigen, unterhaltsamen, insgesamt also tollen Geschichten und Wendungen. Und in Staffel 1 bis 3 mit einem überragendem Mickey Stone, gespielt von Adrian Lester (natürlich sind die anderen Charaktere auch allesamt einmalig und hervorragend gespielt, allerdings ist Stone einfach des Zentrum der Räubertruppe — und wenn man sich drei Staffeln lang an ihn gewöhnt hat, dann fehlt ohne einfach etwas essentielles).
Leider wurden die Ankündigungen einer fünften Staffel2 wieder zurückgezogen, bzw. auf einen amerikanischen prequelligen Film transformiert. Muss man im Auge behalten, aber hoffentlich passiert da noch etwas. Jedenfalls:
9 von 10 moralische Abzocken.

Jekyll
JekyllEbenfalls habe ich bereits über Jekyll geschrieben. Eine weitere BBC-Miniserie, die von Tom Jackman handelt. Tom stellt auf einmal fest, dass er sich an bestimmte Stunden der Nacht nicht erinnern kann. Dort übernimmt eine andere Person, Mr. Hyde, das Ruder.
Herausragender Hauptdarsteller, der spielt, als habe er die Mimik persönlich erfunden. Schöner Plot, der neben außerordentlich dramatischen Situationen sogar Actionelemente besitzt. Für jeden was dabei, auch wenn’s manchmal unerwartet heftig wird (was es aber nur besser macht).
Eine zweite Staffel liegt in der Schublade des Schreibers, man wartet auf die Produktionsanforderung der BBC. Einer zweiten Staffel blicke ich allerdings etwas spektisch gegenüber, denn das, was die Serie so spannend gemacht hat, das kann man nicht auf eine zweite Staffel übertragen. Allerdings bin ich mir bei so einem ausgefeilten Plot sicher, dass auch der Autor das weiß und sich etwas unerwartetes überlegt hat.
8,2 von 10 alternative Persönlichkeiten.

Das war’s mit den Britischen Serien. Die Serienserie wird bald (sobald ausreichen Zeit vorhanden) fortgesetzt. Dann mit Serien aus USA, die man nicht verpasst haben sollte.

  1. Neben einer Nebenrolle im pilotierten (und mir sehr gut gefallen habenden) Being Human wird man ihn künftig (=Spring 2008…) als einer der Hauptdarsteller in Bonekickers sehen können. Bonekickers wird ein “Bones” auf Englisch und in cooler – ich freue mich jedenfalls sehr darauf []
  2. alle vorherigen Staffeln hatten übrigens jeweils sechs einstündige Folgen, lassen sich also prima ’schnell’ durchschauen []
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The Fixer

Logo von ITVs The FixerJohn Mercer ist durch einen dummen Zufall im Gefängnis gelandet: Er hat seine Eltern umgebracht. Gut, passiert. Aber immerhin hat er nachher auch selbst die Polizei gerufen. Und die Ausbildung in den Special Forces hatte er immerhin auch schon absolviert. Passiert.
Eines Tages bekommt er das Angebot, eine Komme-aus-dem-Gefängnis-frei-Karte einzulösen. Das Einzige was er dazu tun muss, ist nachher Mitglied einer semigeheimen, semiexistenten Organisation beizutreten, die unverurteilte Verbrecher jagt und sie tötet. Pretty easy. Natürlich leugnet die Regierung jegliche Existenz dieser Organisation. Natürlich ist ein zwielichtiger Boss an der Spitze der Entscheidungsträger. Und natürlich gibt es die heiße Blondine, die Mercer in Episode 1 „überredet“ mitzumachen und nachher als seine Kumpaninloverin auftritt.

The Fixer ist eine Mischung aus Mission Impossible, aus Dexter, aus Charlie’s Angels und aus Weitereklassischeverbrecherserie. Sollte man eigentlich also zu genüge kennen und satt haben, meine Beschreibung lässt das jedenfalls vermuten.
Aber falsch.

Mercer (und Rose) in The FixerKlar, man erkennt vieles wieder und denkt manchmal “Das hab ich da und da aber schon mal besser gemacht gesehen!”. Aber dann sind da wiedermal die typischen Attribute, warum ich britische Serien so gerne sehe. Die Geschichten, die John Mercer hier in Ordnung bringen muss, sind alle male gut ausgedacht und alles andere als platt. John Mercer himself ist ein trauriger, ein reuiger Charakter. Fast schon misanthropisch, im nächsten Augenblick dann aber wieder herzensgut.

Und obwohl die Serie noch viel mehr zu bieten hat (die restlichen Schicksale, der übergreifende Plot): das reicht eigentlich schon, um diese sechsfolgige Mini-Serie in Augenschein zu nehmen. Man kann seine Zeit wesentlich schlechter verschwenden.

6,9 von 10 Großkriminelle.

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Secret Diary of a Call Girl

Showtime-Banner für Secret Diary of a Call GirlEin seltsamer Trend der letzten TV-Saison war es, krasser zu werden. Tabubrüchiger. Bekanntestes Beispiel ist da Californication1 mit David Duchovny (in den ersten zwei Episoden 7 unterschiedliche paar Frauenbrüste!). Aber auch darüber hinaus, weg vom amerikanischen Mainstream wandte man sich den nicht so glattgebürsteten Themen zu. In Australien lief “Satisfaction“, eine Serie über das Leben von ein paar Edelprostituierten. In England lief “A Secret Dairy of a Call Girl“, eine Serie über das Leben einer (Edel-)Prostitutierten.

Billie Pieper als Belle in Secret Diary of a Call GirlEs geht um Belle, gespielt von Billie Piper (des Doctor Who’s erste Begleiterin “Rose” in den ersten zwei Staffeln der Neuauflage!). Tagsüber lebt sie ihr normales Leben, mit Freund und Familie und cetera.
Nachts verwandelt sie sich in einen Werwolf wird sie zur Prostituierten. Zu keiner schlechten, ihre Vermittlungsagentur lässt sie sich ihre Kunden immerhin aussuchen. Sie erzählt tagebuchartig aus ihrem Alltag: szenenweise spricht sie offensiv zur Kamera während ein Klient auf der Couch sitzt und in der Zeit still sitzen bleibt, manchmal blickt sie auch nur heimlich in die Kamera. Wir nehmen teil an ihrem Leben und ihren strengen Regeln.

Die ganze Geschichte basiert irgendwie auf den Blogeinträgen eines Londoner Call Girls. Ob alles so stimmt, oder nicht, ist aber irrelevant. Die Serie ist auch so schön produziert und zeigt kontrovers das gespaltene Leben der Dame. Außerdem sensibilisiert sie für den Job.
Lustig sind die Überbelichtung und dieser Weichzeichnereffekt, der manchmal über dem Bild liegt. Eine Hommage, wie ich vermute.

Wenn man sich nicht vor “expliziteren” Darstellungen und Themen scheut, dem sei diese acht episodige (zu á 20 Minuten) Mini-Serie an Herz gelegt.

6,8 von 10 Doppelleben.
Staffel zwei der Serie gibt es in diesem Jahr.

  1. Kein Wunder, dass in USA SDoaCG bei Showtime läuft, dem Broadcaster, der auch für Californication verantwortlich ist. []
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Doctor Who

Doctor Who 2005 Logo“Der Doktor” ist ein darüber hinaus namenloser Außerirdischer der Gattung “Time Lord“. Er sieht relativ menschlich aus, kann aber mit seiner TARDIS, einer von außen wie eine handelsübliche britische Telefonzelle aussehender Zeitmaschine durch die Zeit reisen1. Dabei muss er das ein oder andere Problem lösen, muss gegen die ein oder anderen, meistens allerdings ebenfalls außerirdischen Feinde kämpfen, hat dabei zwischenzeitlich das ein oder andere überaus profane Problem.
2005 ist die neue Version von Doctor Who on Air gegangen. Von 1963 bis 1989 lief bereits die Urserie Doctor Who, die besonders in UK Kultstatus erlangt hatte.

Zeitmaschine? Zeitreisen? Außerirdische? Kämpfe? Weltall? Da denkt man doch gleich an riesige Special Effects. An außerirdische Raumschiffe, die sich durch die Wolken schieben. An perfekt animierte Sternenkampfträger, die glattpoliert das Licht eines fernen Planeten reflektieren. Eigentlich sollte man so etwas also auch von Doctor Who erwarten. Diese Kategorie Filmunterhaltung wäre es zumindest.

Wiedermal: Falsch. Völlig.

Doctor Who hat zwar durchaus ein paar nett anzusehende und gut gemachte Special Effects, aber der Reiz der Serie besteht darin, dass sie es meistens eben nicht sind. Dalek! Dalek!Die weltbekannten Daleks, die Superbösewichter im Doctor-Who-Universum, z.B. sind Staubsauger mit kitschigen Plastikapplikationen (zumindest in ihrer Ursprungsvariante). Doctor Who braucht keine moderne Rechnerleistung um seine Zukunftsvisionen vorgekaut auf den Schirm zu projizieren. Die Arbeit findet im eigenen Kopf statt2.
An guten Ideen mangelt es Doctor Who indes nicht. Da werden ganze Krankenhäuser auf den Mond gebeamt. Da werden dystopische Welten gezeigt, für die es in Buchform sicherlich Preise gegeben hätte3. Und da sind auch Folgen dabei, die mit dem Doctor-Who-Universum im Offensichtlichen gar nichts zu tun haben, aber dann doch ganz großartig sind.

David Tennant als DoktorAllem Voran ist da David Tennant. Selbst ein großer und akribischer Fan der Originalserie spielt er aktuell den Doktor. Und das ganz großartig. Diese Mimik, diese subtile Komik, diese Dauerbeschäftigtheit. Wenn nötig dann aber auch diese Einsamkeit, diese Unentschlossenheit. Hach. Insgesamt, einfach nur super.
Klar gibt es auch Nebendarsteller. Dem Doktor steht immer eine Dame zur Seite. Zur Unterstützung und zum nötigen Knistern. Über die Nebendarstellerinnen könnte man seitenlange Abhandlungen schreiben. Könnte. Nur kurz: Manche sind besser, manche sind schlechter. An die Aktuelle muss ich mich z.B. noch sehr stark gewöhnen. Sehr.

Wer einmal weg will, von den durchgestylten Science Fiction Hollywoods und zurück zu den Science Fiction, die mehr im Kopf statt finden; die durch Ideen und eigenartigen Zukunftsvorstellungen beeindrucken, der sollte Doctor Who schauen. Sollte er. Jawohl.

7,2 von 10 Daleks.
Und ich bin völlig überwältigt davon, was es in der Wikipedia alles zu Doctor Who gibt. Das ist Fan-ismus pur! Toll.

  1. und hat er hat den wohl coolsten aller Kugelschreiber der Welt des Universums aller Zeiten, überall []
  2. Negativer könnte man auch von Trash-Sci-Fi sprechen, aber da stelle mich etwas anderes drunter vor und es würde dem Doktor nicht gerecht werden. Doctor Who ist alles andere als trashig… []
  3. Gut, natürlich hätten sie dafür etwas ausführlicher sein müssen. Aber es könnte ja auch der Unausführlichkeits-Gedächtnispreis sein. Oder so. []
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Primeval

Primeval LogoIrgendwo in England tauchen auf einmal Wesen auf, die es eigentlich schon längst nicht mehr geben dürfte. Dinosaurier und viele andere Urzeitviecher. Es stellt sich heraus, dass die Tiere durch glitzernde Portale kommen, sogenannte Anomalien. Diese poppen scheinbar ohne System für einen gewissen Zeitraum auf, bilden ein Fenster in die Vergangenheit und verschwinden dann wieder.
Nick Cutter stellt sich im Auftrag der Regierung ein Team zusammen, was zukünftig für die Untersuchung der Tiere und der Sache an sich verantwortlich ist. Später tritt seine vor einigen Jahren mysteriös verschwundene Frau auf den Plan und verwirrt die Situation noch ein Stück mehr.
Um das in der zweiten Staffel noch zu toppen, hat man eine große Verschwörung eingebaut, die jetzt im Hintergrund als episodenübergreifende Handlung steht und aufgeklärt werden will.

Der Cast von PrimevalDas, was Jonas Armstrong in “Robin Hood” ist, ist Douglas Henshall als Nick Cutter bei Primeval … nicht. Bei weitem nicht. Denn Nick Cutter besitzt insgesamt gerade mal einen Gesichtsausdruck. Und wird auch sonst sehr bescheiden gespielt: ausdruckslos und emotionslos. Wenn dann doch mit Emotion, dann völlig übertrieben und einfach nur fremdschämend schlecht. Nicks rechte Hand Steven ist da nur ein wenig besser, allerdings sieht er wenigstens besser aus. Aus schauspielerischer Sicht könnte man also denken, die Serie sei ein Reinfall; nur schlecht und blöd und sowieso.

Abby und ConnerFalsch. Denn zum Einen gibt es da die beiden “Quereinsteiger” Conner und Abby. Tollpatschig, nerdig, sympathisch und ganz gut gespielt.
Und zum Anderen gibt es da den Rest.
So beispielsweise die ansehnlichen (auf keinen Fall hollywoodeske, aber eben ansehnliche) Special-Effects, nette Ideen und immer viel Action. Die slapstick-artigen Einlagen Conners sorgen für reichlich Mitfühlung und machen die manchmal durchgestylte Story dann doch um einiges persönlicher. Diese ist meistens unterhaltsam, wandelt allerdings manchmal etwas haarscharf am ‘bescheuert’ vorbei…

Wer ein wenig auf Science-Fiction, auf special-effectig eingerahmte ‘nette’ Story mit ein wenig britischem Humor steht, der sollte Primeval mal einen Blick hinüberwerfen. Es erwartet keine großartige Serie, die die Welt verändern wird, aber eine unterhaltsame, leichte Kost.

Wenn er sich beeilt, dann kann er das sogar im deutschen TV tun. Seit letzten Montag, den 7. April, läuft die kürzlich in England zu Ende gegangene zweite Staffel auf ProSieben. Wenn irgendwie möglich, möge er aber auf die Originalvariante zurückgreifen. Wegen des tollen britischen Akzents.

6,5 von 10 Dinosaurierknochen.

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Robin Hood

Ich mag keine Mittelalterserien. Überhaupt nicht. Gut, die BBC-Miniserie “Oliver Twist” war nett1, aber da wusste man schließlich auch, was einen erwartet. Ich war also skeptisch und habe mich lange gewehrt, die 2006er Version von Robin Hood anzusehen. Letztendlich hat mich dann glaube ich ein Review von Christian auf Serienjunkies.de überredet.

Robin HoodUnd das war gut so.

Denn an Robin Hood ist einfach alles toll.

Jonas Armstrong in Robin HoodFangen wir bei den Schauspielern an. Hauptdarsteller Jonas Armstrong passt perfekt in seine Rolle (wie konnte es jemals einen andren Robin Hood geben?!). Er hat eine wunderbar verschmitzte Mimik, die aber immer intelligent bleibt, dann im nächsten Moment aber wieder Amüsement ausstrahlt, als sei er gerade auf der Kirmes und würde Riesenrad fahren. Ein paar Minuten später ist er dann dieser furiose, ungehaltene Waldausgestoßene, der droht irrational und so völlig un-robinhood-artig zu handeln. Dann ist da seine rechte Hand, Much, mit ihm durch Krieg und Frieden gegangen, ein Freund für’s Leben (?), der den liebenswürdigen Trottel der Serie übernimmt. Und auch er macht seine Rolle verdammt gut. Sehr sympathisch und im nächsten Moment aufbrausend, weil er sich wieder hintergangen fühlt. Marian gibt es natürlich auch, und auch sie ist sehr gut dargestellt. Hübsch und anmutig, aber eben auch rebellisch und wild. Keith Allen in Robin Hood als Sheriff von NottinghamUnd dann ist da noch Keith Allen der den Sheriff of Nottingham spielt. Böse, wie man im Mittelalter nur sein kann, und dabei wunderbar anzuschauen. Die kultigste Rolle seit Barney Stinson. “Bla-di-bla-di-bla” wird von uns hoch- und runterzitiert. Außerdem kann er seinen Zahn wechseln! Seinen Zahn mit pinkem Glitzer! Super.

Das Setting der Serie ist auch ganz wunderbar: Tolle Landschaftsbilder inmitten unberührter Wälder, eine schnieke Burg und detailgetreue Dörfer.
Die Outlaws bei Robin HoodUnd natürlich die Stories. Seien es diese kleinen, abgeschlossenen Handlungen pro Episode. Da hat sich der Sheriff wieder etwas Neues ausgedacht, um die Bewohner der Dörfer auszunehmen. Da hat er eine neue Falle für Robin Hood und seine Crew gestellt. Da ereilt Robin Hood die Nachricht eines verborgenen Schatzes. Immer genug Abwechslung, es wird nie langweilig. Darüber hinaus gibt es auch noch die allumspannende Handlung: Der König Englands kämpf im “Holy Land” und der Sheriff von Nottingham versucht die Herrschaft an sich zu reißen – erst alleine, später mit Hilfe seiner Black Knights. Diese Geschichte strotzt nur so vor Aktualität, vor kritischen, fast schon politischen Anspielungen und indirekten Statements auf der Meta-Ebene. Aber sie ist natürlich im Offensichtlichen schön anzuschauen und durchweg spannend. Schafft Robin es? Was hat sich der Sheriff jetzt noch ausgedacht?

Die zweite Staffel wird dabei pro Folge immer noch ein Stück besser und endet mit einem ziemlichen Hammer.

7,5 von 10 Pfeile.

Viele Hintergrundinfos, z.B. die ziemlich ironische Story des Mastertape-klaus gibt es in dem sehr ausführlichen Artikel der Wikipedia.

  1. Später mehr… []
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