Archiv für den Monat: Januar 2008

Die Demystifizierung der Uri-naissance

Man kennt das ja. Man kommt nach einem langen Tag auf der Turbinenteststrecke zurück, ist völlig geschafft und möchte nicht mehr viel machen. Man macht sich eine leckere frische Tütentomatensuppe warm und möchte sie bei der tollen Unterhaltung des deutschen Fernsehprogramms genießen. Man geht von der Küche ins Wohnzimmer, stellt die Suppentassen kurz auf dem Fernseher ab, macht den Fernseher an und, zack, da fällt die Suppentasse runter.
Natürlich genau auf die Marmeladenseite.
Man hat den Löffel in der Suppentasse stecken lassen. Und gerade lief Uri Geller im TV.
Anfängerfehler.

Aber dieses “Uri Geller”, wie funktioniert das eigentlich?

Nein: Wie funktioniert dieses Uri Geller eigentlich immernoch? Uri Geller geistert (!) ja nicht erst seit gestern durch die diversen anfälligen Medien des Diesseits. Vor vierzig Jahren, da beeindruckte der geistigerhaft Schmächtige das Weltpublikum von seiner TV- und Zeitungsbühne aus. Mit Löffelverbiegen. Mit Bildernachmalen. Mit Uhrenzumlaufenbringen. Glauben taten ihm das damals nur Wenige, ließen sich aber doch Einige von ihm unterhalten.
Und jetzt gibt es eine Urinaissance. Immerhin ist es mit Menschen so, wie mit Bambus: Wächst schnell nach. Eine ganze Reihe neuer, vermeintlich aufgeklärt-technisierter Generationen wabert im Äther, um von Gellers Schwingungen getroffen zu werden. Mit Löffelverbiegen. Mit Bildernachmalen. Mit Uhrenzumlaufenbringen. Und, 2.0: mit bunten Lichtern, gewichtigen Hintergrundmusiken und fetzigen Kamerafahrten.

In “The Next Uri Geller” sucht man, wie das seit ein paar Jahren so in ist, in Form einer Casting-Show nach einem “Nachfolger” Gellers. Wer meint, froh sein zu können, dass damit Mastermind Gellers Ära zu Ende sei, der hat sich getäuscht. Einem König der Täuscher gleich thront Geller am Rand der Bühne, kommentiert die Nachwuchsmagier mit lächerlich ernster und ernsthafter Mine und stellt immer auch sein eigenes Können unter Beweis. Durch Löffelverbiegen, durch Bildernachmalen, durch Uhrenzumlaufenbringen.

Und, tatsächlich sind genug Sprosslinge ins Land gegangen: Wieder vertrauen Menschen dem, was sie dort im TV zu Gesicht bekommen. Oder lehnen es zumindest nicht direkt und kategorisch ab. Für mich unbegreiflich.
Aber da dieses wunderschön anzusehenste Blog auch einen Bildungsauftrag, einen Aufklärungsauftrag hat1: Hier, alles, was man über Uri Geller und seine Fahrtwassershow wissen muss:

Alles Schwachsinn.

Ok, jetzt ernsthaft. Ich habe mal ein paar Videos und Texte herausgesucht, die Geller ein wenig entmystifizieren — eine kleine Sammlung von dem Gros, den man glücklicherweise im Netz findet:
(Die Videos gibt’s nach einander auch in einer YouTube-Playlist, eingebunden nach dem Klick.)

  • Wikipedia-Artikel zu Uri Geller himself und zur Next-Uri-Geller-Show
  • Uri Geller im Skeptic’s Dictionary, u.a. mit einem tollen Zitat des coolsten Physikers direkt nach Einstein: Richard Feynman
  • DAS Enthüllungsvideo schlechthin, irgendwann aus den 80er/90er von DEM Enthüller schlechthin, James Randi: “James Randi exposes Uri Geller and Peter Popoff“. Hier erzählt Randi von seinem ‘Kampf’ gegen Geller und probiert sich an der Erklärung ein paar Tricks.
  • Oben genannter James Randi hat eine “James Randi Educational Foundation“, da kann man sich den Herrn Geller auch anschauen.
  • Im Israelischen TV hat Geller einen Kompass-beweg-dich-Trick gemacht. Dumm nur: Die Kamera hat ihn dabei eingefangen, wie er sich einen Magneten auf einen Finger der linken Hand gesteckt hat. Das Video wurde von Geller wiederholt probiert offline zu nehmen, aber der Uploader postet es immer wieder. The Video Geller Does Not Want YOU to seeyou.
  • Bei getrue.com hat man sich außerhalb des YouTube-Imperiums darauf verschrieben, Tricks von Magiern zu entlarven. Hier versucht man sich z.B. an einer Erklärung des Löffelverbiegens.
  • Wer etwas mehr Zeit hat, sollte sich diesen Mitschnitt eines Vortrags von James Randi auf der Skeptic’s Society Convention ’98 bei der Caltech Universität anschauen. In vier YouTube-Teilen grast Randi mit Videos einmal das ganze Illusionsfeld ab. Teile 1, 2, 3 und 4.

Besonders zum aktuellen Thema, der “The Next Uri Geller”-Show findet man viele Lösungen bzw. Lösungsansätze der Tricks.

Ja, der Bindestrich im Titel dieses Beitrags ist extra.
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  1. An dieser Stelle bitte wer-wird-millionär-eske Dramamusik einbinden. []

andisblog v. 2.0

Nach drei ein halb Jahren habe ich mich vor ein paar Wochen endlich dazu aufgerafft, das Design meines Lieblingsblogs (ja, richtig: Das hier!) ein wenig zu modernisieren.
Das Grün nervte mich. Die große Breite der Seite nervte andere und mich. Und viele weitere Details waren über die Jahre einfach zu sehr dazu-geproscht worden.

Die (alte) Farbgebung mit dem (alten!) Layout war entstanden auf dem Standard WordPress-1.5-Theme, dass die Älteren von euch vielleicht noch kennen könnten (damalsTM). WordPress selbst hat schon vor einiger Zeit standarmäßig auf das Kubrick-Theme umgestellt.

Und jetzt, meine Damen, meine Herren; ja auch sie da vorne mit der Taube, Applaus für: andisblog v. 2.0.

Auf dem standardmäßig vollgepackten K2-Theme (der Nachfolger von Kubrick) habe ich ein etwas entschlacktes Style erstellt, dass immer noch an das alte andisblog-Design erinnert (grün!), dabei aber, so hoffe ich zumindest, moderner (Farbverlauf!!) und leserlicher (helles grün!!!) ist.
Zusätzlich habe ich noch ein paar neue Plugins installiert. Man kann jetzt z.B. E-Mails zu Kommentarantworten erhalten. Ist das nicht toll?

Es gibt natürlich noch einige Stellen, die work-in-progress-ig noch nicht ganz fertig sind. Rechts das Suchfeld macht noch einen Zeilenumbruch und das OpenID-Plugin will nicht laufen. Aber das kommt noch.

Was sagt ihr, meine Lieblingsleser dazu? Ideen, Verbesserungsvorschläge?
Meint aber nicht, ich würde auf alle eingehen..!

Update: Habt ihr Performanceprobleme bei dieser Webseite? Meldet euch mal bitte in den Kommentaren. Wahrscheinlich (eigentlich: Definitiv) liegt’s am Hintergrund. Aber der ist doch so schön… — Ich muss mir da etwas ausdenken… Ausgedacht: GIF anstelle von PNG. Hilft.

50 Liveset-Mixes zur musikalischen Tages-, Nacht- und Lernverschönerung

Mit viel, viel, viel zu großen Schritten nähert sich die Klausurlernzeit. Und um in einsamen Lernräumen nicht ganz so einsam zu sein, habe ich mir mal gute Musik herausgesucht, die zur Ohrbetäubung hervorragend geeignet ist.

newmixes.com ist ein Blog, welches Tag für Tag eine Vielzahl unterschiedlicher, aus dem Radio aufgenommener (meist britischer) Mixe postet. Ja, richtig: Elektronische Musik in all ihren Zügen. House, Club, Dance, Techno, Elektro und was es da noch so alles gibt.
Ich bin das Archiv der Seite und meine Sammlung durchgegangen um eine Reihe von andigefilterten Mixes empfehlen zu können.

Leicht zu verstehen, sind in folgender Liste die fettgedruckten Links besonders ans Herz zu legen.
Besonders hervorheben möchte ich die BBC Radio1 Essential Mixes, die genauso großartig wie legendär sind (auch zwei Klassiker sind dabei: U.a. der Daft-Punk-Essential-Mix von ’97!).

Vorhang und Leitungen auf, für …:

Gefällt euch das? Besteht da Bedarf nach einer Serie? Z.B. monthly best mixes chosen by … andi? Oder Schwachsinn?!

Buch: Christopher Moore – Der törichte Engel

Theo, eigentlich ja Theopilus, Crowe ist der Dorfpolizist des verschlafenen Touristendörfchen Pine Cove. Eigentlich war er ja zu mehr bestimmt als ein lausiger Dorfpolizist zu sein. Aber damals fand man Marihuana bei ihm (was eigentlich kein Wunder war, immerhin war er leidenschaftlicher Kiffer). Und mit Marihuana wird es sich nun mal nicht viel mehr als Dorfpolizist.
Theo ist jetzt aber clean. Das hat er seiner Frau Molly versprochen. Die nimmt dafür brav ihre Antidepressiva, die verhindern, dass sie in ihre alte B-Movie-Rolle der Warrior Queen of the Outland abrutscht und nur mit Unterwäsche bekleidet im Garten mit ihrem Schwert trainiert. Das kam vor. Aber die Zeiten sind vorbei.
Eigentlich.
Denn Molly hat aus Geldnot ihre Medikamente abgesetzt (nur für kurz!) und Theo braucht das Geld seiner kleinen Marihuanaplantage auch (auch nur für kurz!).

Lena ist schon etwas länger von ihrem Ehemann Dale geschieden. Gut, manchmal haben sie noch postehelichen Sex, aber meistens ist Dale einfach ein riesiges Arschloch und sie haben Dauerstreit. So auch an dem vorweihnachtlichen Tag, als Lena für die Bedürftigen einen Weihnachtsbaum klauen möchte. Und dabei natürlich prompt von Dale erwischt wird. Der kommt nämlich gerade von einer Weihnachtsfeier und hat deswegen immer noch sein Weihnachtsmannkostüm an. Er hat auch schon etwas getrunken und wird böse und laut und dann ist da diese Schaufel und dann stürzt er und dann ist er tot. Lena kann eigentlich nicht wirklich dafür, fühlt sich aber schuldig.
Zum Glück geht gerade der Drogenfahndungshubschrauberflieger Tucker Case mit seinem Mikronesischen Flughund Roberto spazieren, trifft auf Lena, erkennt den ernst der Lage (es ist Weihnachten, er alleine und irgendwie geil, die Frau da, also Lena, auch alleine und irgendwie geil, und das passt ja schon irgendwie, ne?), beruhigt Lena und vergräbt mit ihr zusammen den Weihnachtsmann; also Dale.
Was die beiden nicht wissen: Josh, 10 Jahre und viel zu spät vom Spielen auf dem Heimweg, sieht, wie der Weihnachtsmann ermordet wird. Der Weihnachtsmann wurde ermordet! Das heißt kein Weihnachten! Keine Geschenke! Josh ist außer sich!

Zum Glück ist dieses Jahr Erzengel Raziel dran mit dem Weihnachtswunder. Und zum Glück führt Raziels Weg ihn nach Pine Cove. Und zum Glück wählt er sich für sein Weihnachtswunderkind Josh aus. Josh wünscht sich natürlich nichts sehnlicher, als dass der Weihnachtsmann wieder lebt!
Es kommt zum großen Showdown, wenn der Erzengel nicht nur Dale, sondern auch alle anderen Toten vom nahegelegenen Friedhof aufweckt, diese neben ihrem großen Drang nach dem Besuch eines schwedischen Möbelhauses einen noch größeren Drang nach Hirn haben und die Lonesome Christmas Party, die Pine Cover Weihnachtsparty der einsamen Herzen, belagern. Auf der Party befinden sich natürlich alle unsere Hauptdarsteller.
Showdown halt.

Der törichte Engel (Amazon-Partnerlink; Buch in der Wikipedia) von Christopher Moore ist eine Weihnachtsgeschichte.
Eine Weihnachtsgeschichte im Moore-Stil.
Und? Sie war großartig. Die beste Weihnachtsgeschichte ever, also, zumindest in den letzten 2000 Jahren. Eine kurze Zusammenfassung liefert diese Illustration.
Charaktere aus Moores anderen Büchern (die ich, Schande über mein Haupt, nur teilweise kenne) treffen im Städtchen Pine Cove aufeinander und feiern Weihnachten. Es gibt Mord, Engel, Flughunde und Zombies. Könnte es besser sein?
Muss ich erwähnen, wie sehr ich Moores abstrusen Ideen mag? Wie toll mir seine Dialoge gefallen? Wie herrlichen überspitzt seine Charaktere gezeichnet sind?
Und was das Buch für ein tolles Ende hat?
Ich denke nicht.

Für die nächste Vorweihnachtszeit: lesen.
Ach. Vergesst das. Jetzt lesen.
Ist auch ganz schmal.

Buch: Robert Charles Wilson – Quarantäne

Chris ist eigentlich Autor. Sein letztes Buch war zwar viel beachtet, aber ebenso umstritten. Deswegen fristet er jetzt sein unglückliches, in Selbstmitleid suhlendes Dasein als Journalist und reist für eine Reportage mit in das kleine US-Städtchen Blind Lake.
Dort gibt es eine fantastische Maschine: Ein Quantenteleskop. Eine Reihe von O/BEC-Zylinder wurden mit selbsterweiterndem und -verbesserndem Code versehen, so dass sich in den Computern ein künstliches, intelligentes Netz bildete. Wie genau diese Computer funktionieren, das versteht keiner. Man probierte aus, initiierte den Code und ließ die Maschine etwas laufen. Was dabei herauskam, war zu komplex für das menschlichen Verständnis. Aber was dabei herauskam war auch revolutionär.
Die Quantenmaschine bildete ein Teleskop, was den Einblick in eine fremde Welt ermöglicht. Die fremde Welt des Planeten UMa47, auf dem es intelligente Wesen gibt, die sogar in einer Kultur leben. Das Quantenteleskop wurde auf ein einzelnes Wesen dieser Kultur geeicht, welches es immer auf Schritt und Tritt verfolgt.
Chris soll mit seinen beiden Journalistenkollegen eine Reportage über das Teleskop von Blind Lake schreiben.
Doch nach ihrer Ankunft im Ort wird auf einmal das Stadttor geschlossen. Die Stadt von außen hermetisch abgeregelt. Der Fluchtversuch eines Bewohners endet sogar tödlich: Außerhalb des ersten Zauns sind Minen gelegt worden. Was geht dort vor sich? Warum werden alle Netzwerkverbindungen nach außen getrennt, die Stromversorgung aber nicht?
Das Örtchen verwandelt sich in einen Mikrokosmos, der in all seinen Einzelheiten organisiert werden will.
Chris wird, wie alle Zugereisten, bei Einheimischen einquartiert. So kommt es, dass er Marguerite und ihre Tochter Tessa kennenlernt. Außerdem ihren Ex-Mann Ray.
Es folgt eine Geschichte, die langsam das Geheimnis der Quarantäne enthüllt und stetig auf einen Höhepunkt zuzulaufen scheint.

Spin von Robert Charles Wilson hatte mir außerordentlich gut gefallen. Klar also, dass ich mir den chronologischen Vorgänger besorgt habe. Aber Quarantäne kommt bei weitem nicht an Spin heran.
Die Ideen sind ja noch ganz lustig. Da wird ein Quantencomputer erfunden, der sein Eigenleben führt. Da wird eine fremde Zivilisation dargestellt und ihre Beobachtung durch Menschen. Da wird eine Quarantäne eines Ortes dargestellt, der sein Eigenleben entwickelt, wie man es aus Big Brother / Das Experiment / Whatever kennt. Sogar etwas anspruchsvoller als dort. Und dann gibt’s sogar noch eine Reihe ganz nett verquerter Liebesgeschichten und zumindest interessante Ausführungen über Schizophrenie.

Aber das alles ist mit einer derart distanzierten Trockenheit geschrieben, dass mir zumindest der Anschluss an die Story fehlte. Ich fühlte mich immer außen vor. Irgendwie außerhalb der Quarantäne.
Bis etwas in Gang kommt, die Story an Fahrt aufnimmt vergeht einfach viel zu viel Zeit. Die Geschichte stockt in fast regelmäßigen Abständen. Und erst ganz am Ende merkt man, dass man sich doch in einem Science-Fiction befindet (und nicht etwa in einem Sci-Fi-angehauchten Drama).
Diese über Allem hängende Mystik. Was hat Chris da für ein Buch geschrieben? Warum ist er so … seltsam? Was hat es mit Tessas Schizophrenie auf sich? Ist es wirklich ein fremder Planet, den die Computer da beobachten? Und vor allen Dingen: Wieso ist Blind Lake von der Außenwelt abgeschottet?
Das alles wirkt so gewollt, aber nicht gekonnt. Ich mag Rätsel und Mysteries, ich bin schließlich großer Fan von LOST, aber dann muss auch die Spannung entsprechend um diese Pfeiler aufgebaut sein. Und von Spannung ist bei Quarantäne über weite Strecken nichts zu spüren. Das plätschert so vor sich hin und erzählt nach und nach, fast hintergründig, was es mit dem ganzen Kram da auf sich hat.

Ein ganz okes Buch, wenn man sich einmal druchgewühlt hat. Die Idee über das menschliche Unverständnis über selbst erzeugte Maschinen ist ganz nett, und es gibt auch eine weitere Vielzahl von ‘netter’ Aspekte des Buchs. Aber eben nicht mehr als nett. Der letzte Schliff fehlt; das letzte Etwas.
Schade eigentlich.

Das Buch trotzdem bei Amazon kaufen (Partnerlink)?

Zu Gute halten muss man allerdings das Coverartwork. Wie schrecklich ist bitte dieses Original!?

Rückblick des Jahres 2007: Andere Toplists

Als letzten Teil meines unglaublich ausgedehnten Jahresrückblicks für 2007, sozusagen als letzte Tankstelle vor der Grenze, möchte ich auf ein paar Listen anderer Blogs in diesem Internet (ja, jetzt isses raus: Es gibt noch andere.) verweisen.
Ich habe das unbestimmte Gefühl, dass die folgend aufgezählten Listen nicht alle Listen sind, die es im Internet gibt. Es ist nur eine völlig subjektive Auswahl von Listen der Blogs, die sich so in meinem Feedreader tummeln. Subjektivität und Blogs sind ja so: . (Mist, hab ich Spruch in so kurzer Zeit zwei mal rausgehauen.)

Wenn Sie sich, liebster aufmerksamkeitsdefizierter Blogger (ob das nicht sogar synonym ist? hmm) an dieser Stelle unterrepräsentiert fühlen, so scheuen sie nicht davor, dies kund zu tun und einen Link zu Ihrer Liste in die Kommentare zu setzen. Husch husch!

Lukas hat bei Coffee And TV zwei Listen bebloggt: Einmal seine Songs 2007 und einmal seine Alben 2007. Außerdem hat er das Publikum befragt und den Jahresaufguss 2007 wählen lassen (ich habe mitgemacht, jawohl).

Der Popkulturjunkie hat in seiner allerbesten anachronistischen Manier die Listen von großen Zeitschriften/Magazinen gesammelt und diese dann sogar insgesamt ausgewertet und eine Totalchartliste erstellt.

René hat in seinem Nerdcore vier Listen veröffentlicht: Top 20 der Alben, der Filme; Die besten Songs laut iTunes und laut seiner eigenen, gefälscht-subjektiven Meinung.

Auch bei Spreeblick gibt es eine iTunes-generierte “Beste Songs 2007″-Liste.

Christian Junklewitz hat für die Serienjunkies sein Serienjahr 2007 verlistisiert: Nummer Eins und Nummer zwei.

Auch Sascha hat in seinem sablog einen Listen-2007-Eintrag gemacht, unterteilt in beste Künstler, beste Drama-Serie und beste Comedy-Serie.

Im Blog des Fernsehlexikons haben die drei Autoren auch Toplists erstellt — alle unterschiedlich lang und ergiebig.

Dann sei außerdem nochmal Eays Topliste erwähnt und die beiden Blogger, die auf meinen last.fm-Aufruf reagiert haben: André und Tanja und natürlich Vreni und dirki in den Kommentaren zum passenden Beitrag.

Das war es dann mit dem Zurückblicken für das Jahr Zweitausendundsieben.
2008 kann kommen.
Juchu.

Und wer mehr als 532 “Toplist”s zählt, darf sich eine Topflist überlegen.

Jetzt hab ich aber auch genug gebloggt für dieses Jahr. Melde mich dann im Sommer wieder.

Rückblick des Jahres 2007: Filme

Eine Kategorie fehlt noch in meinem Jahregerückblicke (hier geht’s zum Übersichtsbeitrag!). Nämlich die Kategorie “Film“.
Aber es gibt keine Kategorie, die mir unwichtiger scheint.

Mit dem Siegeszug immer besserer und ideenreicherer TV-Serien wurden zumindest aus meiner medialen Rezeption auch gleichzeitig (Kino-)Filme verdrängt. Es gibt seitenlange Ausführungen darüber, was den Reiz von Serien gegenüber Filmen ausmacht, um es auf einen Hauptpunkt herunterzubrechen: Die Ausführlichkeit. Ein Film hat 90plus Minuten Zeit nicht nur die Charaktere, sondern auch das Problem einzuführen. Dann erst kann es gelöst werden (ja, Filmwissenschaftler, steinigt mich ruhig). Bei Serien reicht die Zeit nicht nur, wesentlich detailreichere Persönlichkeiten zu zeichnen, sondern auch mehrere Probleme, oder größere Probleme zu erstellen und lösen zu lassen. Gut, auf der anderen Seite kann das natürlich anstrengend werden und Special Effects sieht man bei Serien auch eher selten.
Trotzdem: Ich persönlich ziehe Serien Filmen vor.

Das heißt trotzdem nicht, dass Filme für mich inexistent wären. Ich überlege nur sehr scharf, welchen ich mir anschauen mag. Und leider vergesse ich sie auch relativ schnell wieder, in Vergleich zu Serien zumindest.

Ich mag mich hier also nur sehr begrenzt zu angeschauten Filmen äußern. Das machen pseuointellektuelle Professionelle … Filmkritiker diverser Medien zur Genüge (und darüber hinaus).
Außerdem habe ich mit Sicherheit einen Haufen (wahrscheinlich sogar guter) Filme vergessen.
Also, “sehr begrenzt äußern”? Ja: Ich bin meine iMDB-Votehistory, die ich zumindest versuche zu pflegen, durchgegangen und habe mir letztjährige Filme, die ich irgendwie als ‘gut’ in Erinnerung habe, herausgepickt. Und sie hier hin geschrieben. Mehr nicht.
Passt ja irgendwie zu meiner subjektiven Filmkonsumwahrnehmung.
Für Fragen, wieso ich diesen und jenen Film gut fand, stehe ich natürlich jeder Zeit in den Kommentaren zur Verfügung.

Trommelwirbel, für die reduzierteste, aller Rückblick-2007-Listen:

The Prestige (2006)
Ratatouille (2007)
Knocked Up (2007)
Superbad (2007)
Shoot ‘Em Up (2007)
Hairspray (2007)
Transformers (2007)
Shoppen (2006)
Sunshine (2007)

kaioo, nicht.

Während all diesen Jahresendzeitgedanken möchte ich auf einen Artikel von physikBlog-Mitweltherrscher André hinweisen.
Er kommentiert in seinem Blog Auszüge aus den AGB des unter “Insidern” (spürt ihr die Ironie knistern?) als StudiVZ-Nachfolge-Social-Network gehandelte “kaioo”.

Wie man also gut sieht, ist auch bei kaioo, der ach-so-tollen und “ersten ECHTEN Social Community”, nicht alles im Reinen, insbesondere den Punkt mit dem Löschen der Daten finde ich riskant. [...]

Ich habe mich heute auch, natürlich aus reinen Testzwecken, dort angemeldet. Und nicht die (völlig ausgeblendeten) AGB sind für mich der Entschluss gewesen, das Netzwerk links liegen zu lassen, viel simpler und André erwähnt es auch am Rand: Das Ding ist in der Usability einfach völlig unnütz. Haufenweise Fehler, langsam ladende AJAX-Überladung, unerkennbare Struktur.
Nee, Jungs. Danke.

Nachtrag, 9. Januar: Spiegel Online über kaioo, etwas zu unkritisch (liest sich fast wie eine neutralgehaltene Pressemitteilung…), aber mit einer Reihe interessanter Hintergrundinformationen. [via Bastis Twitter]