Archive for Dezember, 2007

Weihnachtsfernsehen, heute: Mehrwertiger Energieausgleich mit Kanal Fehlemedial

Es ist Weihnachten. Milliarden Studenten Deutschlands pilgern in millioniger Anzahl nach Hause. Zu Tannenbaum, zu sozialer Konversation, zu Nichtmensaessen. Zur Familie. Ich auch.
Da meine Eltern noch über einen Fernseher verfügen, ist so ein ausgedehnter Heimatbesuch für mich auch immer Gelegenheit mich über das deutsche Fernsehen zu amüsieren.
Ganz großes Amüsement sind z.B. Astrologieshows. Astrologie ist ja an sich schon immer Garant für Heiterkeit (bald übrigens mehr dazu…), aber Astrologie vorgetragen in drittklassigen TV-Sendern von n-klassigen Moderatorenmedien? Groß. Ganz groß.

Da gibt es z.B. den Kanal Teleme- (getrennt; man muss ja sein Google-Ranking wahren!) -dial. Aus klammrigen Grund folgend in Kanal Fehlemedial übersetzt. Ein Fernsehsender der sich dem ganzen Spektrum der Esoterik verschrieben hat. Von Geisterkommunikation, von Kartenlegen in sämtlichen Richtungen (vorwärts, rückwärts, Tarot, etc.) bis eben hin zu Astrologie.
Da sitzt dann ein gediegenes Mannmedium mit Bart und dezentem schweizerischem Akzent und erklärt den Himmel. Dass es jetzt wieder Sternschnuppen geben könnte, die man ja besonders gut bei klarem Himmel sähe. Dass man aber aufpassen solle, wenn man jetzt (2:00 nachts) rausgehe. Es wäre kalt. Und dass man sich bei Sternschnuppen ja etwas wünschen könnte. Und ihn dazu gerne etwas fragen. Er habe das ja auch schon gemacht, und geklappt hätte es auch jedes Mal. Hat zwar teilweise etwas gedauert, aber, hey, man hat ja Zeit.
Wie es sich für einen viertklassigen Sender gehört, gibt es neben der Dauerüberschrift (“Mehrwertfernsehen”) natürlich auch ein Laufband. Einen Ticker. Und was da durch lief, das war dann noch das beste. Bitte festhalten:

Sie sehen gerade eine Free (!) Pay-TV Sendung im neuen Mehrwertfernsehen (!) von Kanal Fehlemedial. Unsere interaktive Mehrwertfernsehsendung bietet Ihnen esoterische Weiterbildung und unterhält (!) Sie auf hohem spirituellen (!!) Niveau (!!!). Unsere Berater coachen Sie zum Erfolg, beruflich und privat führen wir Sie zum Glück.
Bringen Sie Geben und Nehmen im Einklang. Beteiligen Sie sich am Energieausgleich (!). Überweisen Sie einen Mindestbetrag (!) von 1,00 Euro auf eines der folgenden Konten: Konto in DE, Konto in AT. Wenn Ihnen Kanal Fehlemedial mehr wert ist als 1,00 Euro, lassen Sie es uns spüren (!). Weitere Informationen im Service Centre oder im Internet zu diesem Thema unter www.kanal-fehlemedial.de. Sagen Sie “Ja” zu Mehrwertfernsehen und zeigen Sie uns Ihre Wertschätzung (!) durch einen Energieausgleich. Wir sagen “Danke”.
Kursivitäten von mir. Mitgetippt am 23.12.2007 um 2:15. Der momentane Mediummann hieß Ursus.

Ist das nicht ein Feuerwerk an Gags? Wer braucht da noch total lustige Fernsehcomedy, wenn es so etwas gibt? Mehrwertfernsehen. Energieausgleich. Und dann dreist um Spenden bitten. Zu lustig!

Ich wünsche ausgeglichene Weihnachten, energetisch betrachtet.

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Vorweihnachtliche Gedanken zum Jahresende, zum Einkaufen und Internetplattformen

“Was haben diese Themen miteinander zu tun?” – “Nichts!”. Egal. Nach Abschwächung und Selbstzensur des letzten Abschnitts einfach auf ‘Veröffentlichen’ geklickt. Punk is dead. Not.
Der interessanteste Teil dieses Artikels befindet sich ebenfalls im letzten Abschnitt. Ich nehme Skippen der ersten beiden Abschnitte nicht übel. Wirklich.

“Aachen vor Weihnachten” steht ja bekanntlich im großen unalphabetisch geordneten Synonymlexikon direkt neben “Stress”. Die Innenstadt ist voller kleiner Buden, die sich unter dem Titel Weihnachtsmarkt angesammelt haben. Warum da die inexistente Gesellschaft der Deutschen Falschtitulierung (GDF) nicht einschreitet, müsste doch der Weihnachtsmarkt viel eher Fressmarkt heißen, ist mir schleierhaft. Für Kenner, Insider, Freizeitbespaßer und uns hat sich der Name Glühmarkt etabliert. Was könnte einen rationell denkenden Menschen auch anderes bewegen, die Füße über gekopfsteinte Pflaster zu führen als der Konsum traditionellen Glühweins. Korrekt: Nichts. Denn das aller schlimmste, noch viel schlimmer als Konsum, Materialismus, Nikolausmützen, Vermarktung des Weihnachtsfestes und all so etwas, das sind Menschen. Nicht allgemein, sondern speziell: die Menschen auf dem Weihnachtsmarkt. Die kommen in Aachen nämlich hordenweise in Reisebussen aus England, aus den Niederlanden, aus Belgien und mit Sicherheit auch aus Italien. Das führt dann zu verstopften Verkehrswegen, besonders für Autos und besonders zu Weihnachtsmarktendzeiten.
Alles nicht so toll. Besonders, wenn man zum Weihnachtsgeschenkeinkauf doch noch in tangentialer Art und Weise dem WeihnachtsFressGlühmarkt gefährlich nah kommt.

Zu gerade genannter Gelegenheit führte es mich dann auch in eine große, rote Elektronikmarktkette. Man übertrug mir die Verantwortung zur Besorgung einer CD eines lokalen Radiokomikers.
Ich stand also dort im Elektronikriesen, dort, vor meilenweit, bis zum Horizont reichenden Regalen voller viereckiger Plastikhüllen. Geordnet nach Genres und Anfangsbuchstaben. Die Regale der CDs im kontinuierlichen Übergang neben den Regalen der DVDs, der HD-DVDs, der Blue-Ray-Discs, der Weißichnichtwassonstnoch-Datenträger. Scheibe neben Scheibe. Cover an Cover.
Und auf einmal, da kam mir die Erleuchtung, wie einem Guru bei der Diagnostik des baldigen Dahinscheidens beim Handauflegen im Altersheim. Die Erleuchtung, warum Amazon so erfolgreich ist. Das Prinzip ist simpel. Und trotzdem wesentlich. Strg+f. AKA: Suchfunktion. Wie konnten Dekaden von Generationen von CD-Käufern bloß ohne Suchfunktion das analoge Leid des Plastikscheibenerwerben über sich ergehen lassen?
Unglaublich.

Auch unglaublich (Heute, reduziert und ganz billig: Übergänge!): StudiVZ. Immer mal wieder komme ich ja darauf zurück, was es so Neues aus den Forschungslabors des Berliner Waschmaschinenproduzenten gibt. Jetzt neu: AGB. Groß angekündigt wird eine Änderung der Allgemein Geschäfts Bedingungen. Alles darauf hin geschrieben, dass zukünftig personalisierte Werbung erlaubt ist. Das sind nicht alle Änderung, aber doch wohl die Wichtigsten. Erst wollte man das Versenden von Werbe-SMS auch hineinschreiben. Gab aber zuviel Widerstand. Hat man sein gelassen.
Also gibt’s jetzt ‘nur’ personalisierte Werbung aufgrund der Einträge bei Stadt und Studienrichtung (u.a.) im Benutzerprofil.

“So hat bei uns der Besitzer eine Pizzeria aus Aachen angefragt, ob er Werbung nur bei Aachener Studenten anzeigen kann”, sagt Hensen [heise.de vom 14.12.]

Und was ist daran so unglaublich? mag sich der geneigte Leser fragen, der sich tagtäglich über die lustigen Google Adwords am rechten Rand seiner Google-Suchanfragen wundert, der gerade im Studentenviertel noch an Plakatwerbung für die neuen Studententarife von Vodafone vorbeigelaufen ist. Der beim Anmelden für die letzte umsonst E-Mail-Adresse bei GMX einen Haufen Fragen nach Interessen und Hobbies beantworten musste. Der auf der Startseite von Amazon Bücher empfohlen bekommt, die zu ihm passen. Der bei iTunes in der Kategorie “Könnte ihnen gefallen” browst. Unglaublich daran ist, dass es auf einmal Gallier gibt. Punks 2.0. Menschen, die irgendwie meinen, das, was der Waschmaschinenproduzent da macht, sei irgendwie auflehnungsbedürftig. Die nicht wahr haben wollen, dass der lustige 4-Millionen-Nutzer-große Schuppen da doch nur an Gewinn und Gewinnmaximierung interessiert ist. Es außerdem voll blöde finden, wenn ihre persönlichen Daten für irgendwas benutzt werden. Die dann ihr Avatarbild ändern. Oder ihren Namen anonymisieren. Oder sogar mit Abmeldung drohen! Menschen, denen auf einmal bewusst wird, was sie da die letzten zwei Jahre in den digitalen Äther an digitalem Profil gepustet haben. In die geschlossenen Toren eines (A?)Sozialen Netzwerks hinein. Sich total crazy auf Partybildern verlinkt und sich diese witzigen Kommentare auf die Pinnwand geschrieben haben. Und immer ach so viel Spaß dabei gehabt haben.
Liebe diese Menschen. Friede, Freude, Blümchenwiese gibt’s unter’m Tannenbaum; Nächstenliebe gibt’s nicht bei der Wartung riesiger Serverfarmen, Managergehältern und Auslandstöchter.
Damit wir uns richtig verstehen: Mir geht es hier nicht um die Bewertung der personalisierten Werbung, mir geht es um die Reaktion der Community. Um die Naivität bei der Annahme, dass StudiVZ allein mit Banner- und Textwerbung sein finanzielles Dasein fristet, wo sie doch 4 Millionen hoch gefüllte, wertvolle Profile Deutschlands potenzieller Elite im Kader haben. Um die Amüsanz der Auflehnung. Wir sind das Volk, wir sind das StudiVZ.
Anonymisiert euer Profil, oder löscht es einfach! Noch könnt ihr das sogar dauerhaft.
Oder meldet euch bei Facebook an. Obwohl. Wenn ihr dann nach ein paar Monaten begreift, was die Zuckerfirma aus Amerika mit euren Daten macht, dann geht ihr noch mehr in der Menge unter. Also, lasst es besser.

Update: Johnny schreibt im Spreeblick viel lesenswerteres und richtigeres und sowieso. Außerdem schon vor zwei Tagen. Naja.
Dieser Beitrag wurde ihnen gesponsort von: “Melancholie und Pessimismus vor Weihnachten, oder – Warum nicht auch an Weihnachten cholerisch sein?”

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Es könnte alles so toll sein. Isses auch. — Die Fantastischen Vier in der Kölnarena

Concert Die Fantastischen Vier #13: Hands up!

Concert Die Fantastischen Vier #12: 3/4 at the centre

Concert Die Fantastischen Vier #11: Video-screens

Concert Die Fantastischen Vier #10: Gorillas on the screens

Concert Die Fantastischen Vier #9: Singing

Concert Die Fantastischen Vier #8: Video-screen

Concert Die Fantastischen Vier #7: Orange singing

Concert Die Fantastischen Vier #6: Green backgrounded

Concert Die Fantastischen Vier #5: Kölnarena

Concert Die Fantastischen Vier #4: Blue dusty

Concert Die Fantastischen Vier #3: Feet in red

Concert Die Fantastischen Vier #2: Fantame

Concert Die Fantastischen Vier #1: Red and Stage from Above

Zwei Tage nach dem wilden und vollen Konzert der Beatsteaks, einen Tag nach unserer grandiosen physikBlog-Geburtstagsparty stand dann am Sonntagabend das Konzert der Fantastischen Vier an.

Die Karten für die Veranstaltung entzogen sich leider unserer Bestellfähigkeit. “Bestellen wir morgen, ok?” “Ja, ok”. Morgen: “Mist, ausverkauft. Wo kriegen wir denn jetzt welche her?” “Ich such mal im Netz.” “Hab was. Aber jetzt ist mir zu spät. Mach ich morgen, ok?”. Morgen²: “Mist, ausverkauft.” Dann haben wir sie uns bei eBay erkauft. Schlappe fünf Euro über Normalpreis. Sitzplätze wären zu dem Zeitpunkt noch frei gewesen, aber, hey, SO alt bin ich dann doch noch nicht. Außerdem: viel zu weit weg.

Aus unseren schlechten Erfahrungen vom Beatsteakskonzert lernten wir, nahmen einen frühen Zug und fanden uns schlappe 1,5 Stunden vor Beginn im fast leeren Innenraum der Kölnarena. Die Wartezeit überbrückten wir souverän mit dem Genuss von Fanta (!), dem Schießen und Sichten von Fotos.
Um 19:45 machte sich dann die Befürchtung wahr, die ich hatte, als wir in die Halle kamen: Miss Platnum ist Vorbandactbespaßung. Mochte ich ja vorher nicht so wirklich. Mag ich, seitdem ich dort noch mehr von ihr hören musste, noch weniger. Obwohl ich zugeben muss, dass ihr ponybedingt stirnloses Gesicht, umgeben von putzfraubekleideten Tänzerinnen, die immerzu Tücher rhyhtmisch in die Luft warfen durchaus unterhaltsam war.

Unser frühes Vor-Ort-sein machte sich bezahlt: Wir standen ca. 10 bis 12 m vor der Bühne (Fühlmeter), ungedrängelt, ohne Ellbogen im Rücken!, als dann das Licht ausging und unter grünem, nebelartigem (so stelle ich mir Biohazard im Allgemeinen vor…) Licht das Fornika Intro ertönte. Leider viel zu lang und leider war der Übergang zur Show danach nicht ganz perfekt. Aber ich glaube, das war dann auch alles, was ich am Konzert aussetzen kann.
Die Fantastischen Vier spielten eine routinierte, aber nicht weniger tolle Show runter. Auch sie garnierten ihre Schlager vom aktuellen Album mit einer Reihe älterer Stücke und sogar einem Medley von Songs ihrer ersten Platte (von der ich keinen einzigen kannte) mit Michi Beck hinter dem MacgeBookten Turntable rockend.
Spätestens, wenn man den Blick von der Aura der Fanastischen Vier erweiterte, herauszoomte, und einmal Technik, also Bühnenaufbau und Licht betrachtete, da wäre sicherlich auch dem letzten Punkrockemokid bewusst geworden, dass die Herren Vier in einer anderen Liga spielen als die Jungs der Beatsteaks.
Gekonnt wurde immer ein anderes Bandmitglied bei seinem Lied gefeatured, bis dann bald wieder ein ‘gemeinsames’ Lied an die Reihe kam.
Und spätestens als dann bei “Krieger” eine der Grünlichtquellen vom Anfang heruntergefahren kam, sich um 90 Grad nach vorne hin zum Publikum beugte, auf diese Art eine runde LCD-Fläche preisgab und sich im dampfdifussiertem Blitzlichtgewitter ein monochromer Thomas D. flackernd darin gefangen fand, da wure aus der “wow”-Show eine “woooohow!”-Show. Für den Rest des Abends sollten die sieben LCD-Screens hängen bleiben und den Gesang durch Bilder unter-, nein, übermalen. Darunter so tolle Animationen wie ein rhythmisch bananenessender Gorilla. Zusätzlich gab’s im Hintergrund dazu noch einen riesigen LED-Teppich, der ebenfalls ins Videogeprolle eingebunden war. Von den restlichen Moving-Heads, deren Anzahl gefühlt in die hundert gegangen ist, und den riesigen Flutern muss ich nicht erzählen, ja?

Natürlich gab’s auch von den Fantastischen Vieren das Rockstargesülze (Selbstzitat, yeah): “Wir dachten ja, gestern, in Leipzig, das sei fett gewesen. Aber, Köln, wir sind gerade erst bei der Hälfte der Show, und bereits jetzt ist es schon dermaßen geil!”, aber irgendwie schafften sie die nötige Authentizität zu wahren und mir doch noch so etwas wie Einzigartigkeit zu vermitteln. Spätestens dann, als Herr Smudo wiederholt zur Heliumpartygasflasche griff und mit erhöhter, Comic-Stimme “Viva Colonia” ansang und, natürlich, stimmten alle Menschen in der Arena ein. Albern. Klischee. Egal.

Überhaupt, die Menschen: Schon lange kam ich mir mit meinen illuminatischen Jahren nicht mehr so jung vor! Ich war ganz klar im unteren Zehntel der Alterspyramidegaußkurve. Aber das war angenehm. Zum Einen war es, wiedermal, durchaus spaßig, Menschen, die ohne weiteres meine Eltern sein könnten, wie Teenies bei Rockkonzerten rumhüpfen und armemitrhythmieren™ zu sehen, und zum Anderen hat das den tollen Nebeneffekt, dass auch im ersten Viertel vor der Bühne kein Gedränge stattfindet. Keine Umkippenden Menschenmassen, die einen mitziehen. Immer Platz um sich herum. Und trotzdem grandiose Stimmung. Toll!

Zur Zugabe passierte dann etwas, das wirklich ein gekonntes Finale des Abends darstellte und die bisherige Steigerung fast exponentiell erhöhte. Vom Großteil (Ok, wenn man bedenkt, dass der Großteil wohl hinter und neben uns stand, dann wohl: von uns) unbemerkt, gleitete in der Mitte der Halle von der Decke eine Traversenkonstruktion an Stahlseilen hinab. Direkt über den Abmischstand. Als die Konstruktion unten war, wurde eine Leiter angelehnt, das Licht darauf gelenkt und von drei Fantastischen Vier gestürmt. Da haben sie einfach mal so eine Bühne in der Mitte der Kölnarena gebaut. Auf der sie dann Troy und andere Reißer hinsangen. Das war schon toll, sich einfach mal um 180 Grad drehen zu müssen. Und dabei zu sehen, wie groß diese Halle ist; wieviele Leute in dieser Halle sind, wieviele Leute da gerade in dieser Halle sich mit einem mitreißen lassen (und wie weit vorne vor der Bühne man selbst steht, hihi).

Ein in allen Punkten tolles Konzert. Tolle Musik, tolle Show; tolle Unterhaltung.
Geil. (Um das einfach mal bei Christian zu klauen).

Wer sich für die Setlist des Abends interessiert, das müsste ca. diese hier sein (ganz unten).

Und, natürlich, die adäquate mediale Nachbereitung: Fotos bei flickr (rechts), bzw. alle im Album bei Picasa; Impressionsvideo folgend.

Link: sevenload-Direktvier

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Eng und weit — Beatsteaks im Palladium

Bevor sich das Konzert noch verjährt…

Concert Beatsteaks #8: b-Background

Concert Beatsteaks #7: Girl on shoulders

Concert Beatsteaks #6: Armin with guitars

Concert Beatsteaks #5: Ceilling.

Concert Beatsteaks #4: Beatme

Concert Beatsteaks #3: The Stage

Concert Beatsteaks #2: Hall filling

Concert Beatsteaks #1: The Entrance

Das Palladium war mal eine alte Maschinenhalle. Oder so etwas in die Richtung; jedenfalls eine hohe und lange Halle.
Die Beatsteaks sind eine Punkrockpop-Band. Oder so etwas in die Richtung; jedenfalls eine laute und meist wilde Band.

Zum Konzert ankommen am Palladium hieß in der 150 m langen Schlange zu stehen. Die wurde zwar relativ schnell kürzer, im Inneren war es aber nicht weniger voll. Der Vorraum quoll über, der Zugang zur Garderobe und zur Toilette mit eine großen Menschentraube bevölkert.
Bei meinem vergeblichen Versuch, die mit 2000 Haken versehene und bereits übervoll besetzte Garderobe durch meine Jacke zu verschönern, verpasste ich die Vorband Turbostaat. Machte aber nichts, mag ich sowieso nicht.
Erst dachten wir, wir könnten uns noch in die ersten 20-30 m vor die Bühne implementieren. Fremde, schweißnasse Arme an seinen eigenen; fremde, schweißnasse T-Shirts an seinem, den Zustand ebenfalls langsam erreichenden eigenen; ein Haufen blauer Flecken und Beleidigungen später verwarf ich den Plan aber. Kennt ihr das, wenn ihr Teil einer homogenen Masse (geteilt in “oben” und “unten” durch die breitesten Stellen des Körper, Hüfte – oder meistens: Bauch) seid und diese Masse auf einmal umkippt? Initiiert von irgendeinem spaßigen Menschen vorne? Die Unfähigkeit, irgend etwas zu tun außer mitzukippen und hoffen, dass weiter hinten irgend jemand die Bewegung umkehrt? Ganz unangehmens Gefühl.
Da habe ich mir lieber weiter hinten einen etwas ruhigeren Platz gesucht. Punkrock schön und gut, aber entweder bin ich zu friedlebig, zu unwild oder doch schon zu alt für Konzerte solcher Musik. Jedenfalls: “Weiter hinten” heißt auch genau das im Palladium. Die Halle ist eher schmal und deswegen wesentlich länger als breit. Etwas doof, handelt es sich bei Licht und Schall doch um eine Welle die sich gleichmäßig in alle Richtungen ausbreitet. Und erfahrungsgemäß heißt das besonders für Licht: Weiter hinten sieht alles tendenziell kleiner aus.

Gut, das ist ärgerlich, aber damit kann man klarkommen. Und auch so kann man das Konzert der Beatsteaks genießen.
Denn natürlich lieferte die beste Liveband der Welt, wie man sie manchmal bezeichnet, ein hervorragendes Konzert ab. Sie spielten die besten Songs ihres aktuellen Albums und, zu meinem Leidwesen, die besten Songs ihrer alten Alben. Da bin ich nämlich überhaupt nicht so fit. Mehr überhaupt gar nicht. Trotzdem: Genug Songs zum mitspringen und (ganz wichtig) zum mitsingen. Genug Songs zum Armemitrhythmieren™.
Dabei natürlich das übliche Rockstargesülze “Köln, ihr seid die Besten! Yeah!” und “Als wir damals im Underground angefangen haben …”. Die Bühnenshow war, konnte man erwarten, eher zurückhaltend: Ein paar wechselnde Hintergrunde und buntes Licht (und bei “She was great” sogar Seifenblasen!). Bei den Beatsteaks kommt es halt ganz auf die Jungs rund um Sänger Arnim an. Wäre die positive Interpretation.

Ganz entgegen des irgendwie unterschwellig vorhandenen Tons dieses Beitrags fand ich das Konzert toll! Die Beatsteaks sind wirklich eine hervorragende Liveband, sehr publikumsnah (“Hey Security, lasst doch endlich mal die Leute hier in den Vorraum! Verdammte <schimpfwort>, wir sind ein Punkband!”) und auch das drumherum stimmte. Wäre es nur nicht so verdammt voll gewesen…

Traditionell habe ich folgend wieder meine Impressionen in einem kleinen Video zusammengeschnitten. Die besten von-sehr-weit-weg Fotos gibt’s in meinem flickr-Account, alle in meinem Picasa-Account.

Sevenload-Direktentfernung

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Rudirockt Weihnachtsedition

Um nicht alle Miniinfos in meinen Twitteraccount zu heizen und weil wir in den letzten Tagen (im analogen Leben) häufiger über’s Thema sprachen:
Das nächste rudirockt findet am 20. Dezember als Weihnachtsspecial statt.
Mit grandiosem Wichtelfeature!
(Leider haben die Jungs mein “Weihnachten? Anstelle Muddi: rudi!”-Slogan nicht übernommen. Wieso bloß?!)

Also: Ihr da, die ihr noch nicht mitgemacht habt (Herr G., Herr K.², Herr J., Familie J. & V.) – meldet euch an! Jetzt!

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Erster 2. Webmontag in Aachen

Webmontag Aachen #1: Arriving

Webmontag Aachen #3: Pre-Talk (front)

Webmontag Aachen #4: Pre-Talk (left)

Webmontag Aachen #5: Flavored Coffee

Webmontag Aachen #6: Coffee display

Das war er also, mein erster großer Web-goes-Reallife-Abend: Gestern war ich auf dem 2. Webmontag in Aachen.
Nur, wat is en Webmontag? Da stelle mer uns janz dumm. En Webmontag, dat ist en Montagsabend bei dem et um et Internet jeht. Da trifft sich eine Riege von irgendwie-im-und-am-Internet-interessierten Leuten, die sich vorher über passendes Wiki angemeldet haben, lauscht erst ein paar Vorträgen zu (na, wer errät’s?) irgendwelchen Dingen in und am Internet und lässt dann den Abend bei Kennenlernen und Weiterkennen auslaufen. Web Social Miniconference. Oder so.
Gestern dann also die zweite, Andrés und meine erste Version davon in Aachen. In den Räumen der humanmachine, die irgendwas mit Schnitt-stellen, im rötlicheren Viertel Aachens.

Nachdem stilecht die Netzwerkprobleme beseitigt waren startete der erste Vortrag. Über Second Life. Die Jungs (und Damen!) von Second Labs haben eine Möglichkeit entwickelt, User im Second Life zu tracken und die Statistiken auszuwerten. Da sich mir immer noch nicht der Nutzen und damit das Interesse an Second Life erschließt konnte ich da nur etwas begrenztinteressiert zuhören. Wäre ich Second-Life-Nutzer, fände ich es allerdings relativ erschreckend, auf all meinen Wegen, bei all meinen Aktionen erfasst und kommerziell ausgewertet zu werden. Aber. Bin ich ja nicht.
Danach startete Andreas Gerards über seine Startup-Hilfe-Plattform: easn.de. Eine work-in-Progress-Seite, die sich an Startup’ler richtet und ihnen etwas unter die Schulter hilft. Thematisch auch nicht unbedingt mein Fall, aber ich kann den Nutzen verstehen.
Jonan Rhodin aus Schweden stellte im dritten Vortrag des Abends bekannte Web-2.0-Firmen aus Schweden vor. Wer hätte gedacht, dass auf der ganzen Welt 12 Millionen Kinder Kohle dafür ausgeben, ihren virtuellen Puppen Kleidung zu kaufen!? Ich jedenfalls nicht.
Den Abschluss des Vortragsteils bildete Till Achinger. Er stellte sein Kaffee-Startup zuckr.com, bzw. an dem Abend den neuen Namen: sonntagmorgen.com vor. Es geht darum, ähnlich zu mymuesli seinen personalisierten Lieblingskaffee mischen und sich schicken zu lassen. Neben einer Reihe hochqualitativer Kaffeebohnen gibt es auch aromatisierte Röstungen, bei denen Sachen wie Kaffee mit Orangengeschmack herauskommen. Im Moment suchen die Jungs nach einer guten Möglichkeit, Labels auf die Tüten aufzubringen – befinden sich also mehr oder minder in ihrer Endphase. Nach dem Vortrag ging es zur Live-Demo, der Verköstigung (fieses Wort übrigens). Till und sein Kollege hatten ein paar Sorten durch den Regen aus Münster mitgebracht und brühten nach Wunsch auf. Sehr toll! Zwar scheine ich nicht der Experte im Sortenunterscheiden zu sein, aber gut schmeckten sie alle. Nur, Jungs, ich brauche Pads! Für meine Massenkaffeemaschine hier!

Der Abend ging fließend in den “Socializing”-part über. Ich habe ein paar nette Leute kennengelernt (endlich sogar Thommy und Martin persönlich/-er); mich mit Florian und Phillip von rudirockt (u.a. über mein Video) unterhalten (und häufiger gemerkt, wie sehr sie Spaß an ihrer Idee haben!) und große Webluft geschnuppert.

Alles in allem, wie nicht anders zu erwarten, ein toller Event der Spaß macht. Danke an die Organisatoren (Christian, Andreas und Franz), ich komme sehr gerne wieder!

Bilder (rechts eingebunden) in meinem flickr-Account. Mehr Bilder in der passenden Galerie meines PicasaWeb-Accounts.

Wer hätte eigentlich gedacht, dass es soviel Zweites Leben in Aachen gibt? Unglaublich.

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