Archive for November, 2007

Andi on Tour …

Einfach mal aus dem, was einen verhindert, dieses Netz noch ein Stückchen mehr zu befüllen, Netzbefüllung machen. Aus der Not eine Tugend machen. Punk is not dead. Jippia-yeah!
Ich habe eine tourige Woche vor mir. Werde durch die Weltgeschichte reisen wie einst Bill und Ted. Naja. Fast.
Hier steht jetzt erst einmal eine Vorschau auf das, was ich in den nächsten Tagen mache. Stück für Stück werde ich das dann versuchen in ein Review zu verwandeln. Evtl. mit eigenen Artikeln, mal schauen.

Dienstag, 20.11.: Vortrag von Wolfgang Back über “Sind Internetmedien die besseren Lehrmeister?“.
Vorher: Der Vortrag war ein Tag vor Beitragerstellung. Geskippt.
Nachher: Wolfgang Back mag dem älteren Eisen durch die diversen Computerclubs bekannt sein. Der WDR Computerclub oder der CCzwei als Podcast. Gestern sollte er dann organisiert vom AStA-Kultur über Internet und Lernen referieren. Wenn man als Maßstab ansetzt, dass er vier bis fünf Mal das Wort “Lehrmeister” eingestreut hat, dann hat er sein Pensum erfüllt. Aber über Internet und Lernen hat er so gut wie kein Wort verloren. Er hat dafür eine Stunde und 45 Minuten über Gott und das Internet geplaudert, hat bewundernswerte Sprünge innerhalb eines Satzes gemacht (“Und als dann der WDR zwei Jahre vor meiner Pensionierung den Computerclub abgesetzt hab, da hab ich mich ein wenig gefühlt wie Conrad Zuse, der… Also, sie kennen Conrad Zuse, ja? Der hat ja seine Maschine im 2. Weltkrieg gebaut, und dann ist er mit Wernher von Braun bis nach…” 15 Minuten über Zuse…), Fragen zum Beruf des Reporters, zu seiner Person, zum Podcast und zum Fernsehen beantwortet. Das alles war sehr unterhaltsam, aber hatte nichts mit dem Erhofften Thema des E-Learnings zu tun. Schade eigentlich, hätte mich es doch irgendwie interessiert, immerhin sammele ich drüben im physikBlog ja in loser Reihenfolge Internetangebote zum ‘Lernen‘.

Donnerstag, 22.11.: Vortrag von Prof. Radermacher über den Global Marshall Plan (Titel “Jetzt die Welt retten“) um 19:30 im Papst-Johannes-Haus in Düren.
Vorher: Tobias hat im Namen der Pfadfinder im Bezirk Düren den Mitverbreiter der Global-Marshall-Plan-Initiative eingeladen. Ich habe bisher nur ein sehr oberflächliches Verständnis von dem, was der Global Marshall Plan überhaupt ist und bin sehr skeptisch, wie er überhaupt funktionieren soll. Mal schauen, ob der Abend mich für die Theorie(n) begeistern kann…
Nachher: Wow. Ich bin begeistert. Total platt. Hin und weg. Dieser Mann hat mit einem dermaßen ansprechenden Vortragsstil ein ein halb Stunden (mit Fragen sogar zwei) am Stück vorgetragen, dabei frei gesprochen, eine Gesamtstruktur gehabt, von der mancher Ablesevortrag nur träumen kann, und auch in strukturellen Details, wie seinen rhetorischen Mitteln, einfach nur geglänzt. Er erläuterte die Probleme, die es momentan in der Welt und auf dem Weltmarkt gibt und stellte die Lösungen durch den Global Marshall Plan vor. Ein fünf-Punkte-Programm bereits ratifizierter internationaler Agendas zu einer sozialeren Marktwirtschaft. Immer mit starkem Fokus auf ärmere Länder (Afrika, Asien), aber so gut wie ohne Einschnitte bei reichen Ländern. Er konnte mich begeistern, inhaltlich und formell. Einheit von Form und Inhalt und so. — Wenn meine Vorlesungen in der Uni so wären, ich würde nicht mehr schwänzen verschlafen. (Mit ein wenig Glück digitalisiert Tobias den Vortrag und lädt ihn hoch…)

Freitag, 23.11.: Konzert der Beatsteaks im Palladium in Köln.
Vorher: Man sagt ja, die Beatsteaks seien eine der besten Livebands, die es gibt. Aber schon auf der letzten Platte gefallen mir die Herren sehr gut. Deutet also alles darauf hin, dass es ein toller Abend wird. (Siehe auch mein erster Beitrag dazu)
Nachher: Sehr wildes, fast so gar zu wildes Konzert für mich. Trotzdem sehr genial und sehr rockig. Leider ist das Palladium sehr unvorteilhaft geschnitten. Mehr in einem gesonderten Post später.

Samstag, 24.11.: Die große physikBlog-Geburtstagsparty!
Vorher: Vor einem Jahr haben André und ich unserem physikalischen geistigen Ausfluss eine Platform gegeben: Das physikBlog. Eine Reihe semi-ernstgemeinter Artikel, Videos und Entdeckungen sind in den Internäther (hihi) geschickt worden. Das wollen wir gebührend feiern. Einladung und mehr Infos gibt’s drüben.
Nachher: Die physikBlog-Geburtstagsparty war ein großer Spaß und hat allen viel Freude gemacht. Wir haben experimentiert, mein kurzfristig geschriebenes Gedicht vorgetragen (Jaha, in mir steckt doch ein Reimer; ein kleiner) und häufiger angestoßen. Genaueres und Fotos gibt’s drüben im physikBlog.

Sonntag, 25.11.: Konzert der Fantastischen Vier in der Kölnarena.
Vorher: Auch das letzte Album dieser popkulturellen Urgesteine gefiel mir richtig gut. Und nach unserer Kartenodysse vor ein paar Monate MUSS das einfach ein toller Abend werden. Jawohl.
Nachher: Woow! Das war eine Show; das war ein Konzert! Eine volle Kölnarena und wir 15 (20?) Meter vor der Bühne. Die Fantas mit Neuem und Alten auf zwei Bühnen. Ein Erlebnis von dem ich noch lange träumen werde. Mehr ebenfalls später in passendem Post.

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Einen Abend von Essen zu Essen rennen – rudirockt

rudirockt: Our Dessert and Decoration

rudirockt: Our Dessert

Wie nennt man es, wenn ein Haufen zweier-Pärchen (ca. 600 an der Zahl) wild im Regen durch eine mittelgroße (siebenundzwanziggrößte!) Großstadt Deutschlands tingeln, nur um die Verspätung zum nächsten Essen irgendwie noch zu verringern?
rudirockt.
Bei rudirockt meldet man sich zu zweit auf der passenden Internetseite an. Dann wartet man darauf, dass dies bis zur Deadline zwei Tage vor dem Eventabend möglichst viele Leute einem gleich tun. Nach der Todeslinie erfährt man dann auf der Internetseite, ob man für die Vor-, die Haupt-, oder die Nachspeise ausgewählt wurde und bei wem die restlichen beiden Speisen stattfinden. Dann heißt es vorbereiten und am rudirockt-Tag um 19:00 bei der Vorspeise erscheinen. Bei zwei Gastgebern und zwei weiteren Gästen, die man mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit noch nie gesehen hat.
Was das bringt? Einen Abend mit ausgezeichnetem Essen und vor allen Dingen jede Menge Spaß.

Wie schon im letzten Semester haben Christoph und ich auch dieses Mal wieder mitgemacht. Und wieder haben wir die Nachspeise zugeteilt bekommen. Nach kurzem Brainstorm (“Mousse au Chocolate!” “Mousse au Chocolate?” “Nee…” “Nee…” “Hm…” “Früchtespieße mit Schokoglasur?” “Ja. Genommen.”) entschieden wir uns für etwas sehr Schokoladiges. Vorbereiten und dann ab, trotz Wind und Wetter durch die halbe Innenstadt. Denn lustiger weise hatten wir Vorspeise bei Verena vom Blog nebenan. Wahrscheinlichkeiten und so. Es gab Broccolisuppe und … Wein. Den Rest kürze ich mal ab: Zur Hauptspeise Pfannenpizzen und viel Redefluß. Und unsere Nachspeise war natürlich klasse. Nur super süß. Und Vanilleeis mit geriebener Chilli ist schon ziemlich cool.
Zu guter Letzt gab es dann auch noch eine Party. Die wurde aufgrund der großen Anmeldezahl von knapp 1300 Leuten irgendwo in die Industriebereiche Aachens ausgegliedert. Bei Sturm und Regen und Fies nicht so prickelnd. Aber es gab Shuttle-Busse (“Zoff den Stoff!”). Trotzdem war die Party nur so semi-gut. Die Location war zwar ziemlich stylisch (Eine alte Lagerhalle im 4. Stock). Nur Stimmung kam nicht so recht auf. Aber egal.

Rudirockt ist eine klasse Sache. So klasse, dass der Server bei Anmeldezahlen, die erstmals die 1000er-Grenze durchbrachen, in die Knie ging (siehe u.a. das Blog dazu). Die Jungs dahinter erzählen im easn.de-Interview noch mal, wie es funktioniert und wie sie darauf gekommen sind. Sehr interessant (und ein wenig Balsam für mein interessiertes Haupt, das den Vortrag auf dem Aachener Webmontag verpasst hat…).
Und wer sich nicht vorstellen kann, dass ein running diner Spaß machen kann, der sollte es einfach mal ausprobieren. Für neue Städte werden immer Organisatoren gesucht!

Zur Feier des Abends habe ich unseren mal mit der Kamera begleitet. Fotos gibt’s in meinem Picasa-Account oder nach dem Klick unter dem Video.

Link: sevenload.com
Weiterlesen ‘Einen Abend von Essen zu Essen rennen – rudirockt’

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Warum Skihallen nichts für mich sind

Hallo, mein Name ist Andi und das ist mein Blog. Ein Blog ist ein …
Unsere Universität, das ist die, die jetzt stolz ihr E im Namen herumträgt und es prägnant überall kundtut, hat eine relativ aktive Spochtabteilung. Sport, den man macht, keinen Sport, den man studiert. Mens sana in corpore sano und so. Ihr wisst schon.

Und so kam es, dass letzte Woche die Wintersportabteilung des RWTH Sports einlud, gemeinsam mit Bussen in die Skihalle Landgraaf (Aachen liegt ja bekanntlich nicht weit von der Niederländischen Grenze – und so tut es auch Landgraaf, nur andersrum) zu fahren. Schon das zweite Mal — 2006 wurden schon einmal >400 (geschätzt) Studenten in den großen Kaltraum gekarrt.
Und schon 2006 schwor ich mir, bloß nie wieder mitzufahren.

Aber das war vor einem Jahr. Und mein anfängliches Weigern, die Internetanmeldung auszufüllen, wurde über mehrere Tage gekonnt subtil niedergeredet, bis ich mich in einer kollektiven Anmelderunde anmeldete. Nur 17 Euro. Hey!
Alkohol war da noch nicht geflossen. Auf geistige Umnachtung kann ich mich also nicht, zumindest nicht mehr als sonst berufen. Mittlerweile ist mir aber klar, was mich zur Anmeldung bewegte: .

Damit mir so etwas ja nie wieder passiert. Als Mahnmal vor dem Teufel Skihalle für mich selbst. Zur Gedächtnisunterstützung für’s nächste Jahr: Andi, Skihallen sind nichts für dich.

Denn auch dieses Jahr war es schrecklich.

Fangen wir vorne an.
Skihalle. Skihalle! Ski-Halle! Das ist doch ein Oxymoron. Das ist so, als würde man Delphfine, als würde man Wale in Becken halten! Das ist so wie Zoo! Und Zoo ist langweilig. Ski-Halle. Zum Skifahren gehört doch das Denberghinauffahren. Das Panorama beim Ausstieg. Die Bäume am Pistenrand. Der Wind aus dem Tal, der beim Runterfahren um die Ohren pfeift. Der perfekt blaue Himmel von dem die Sonne langsam und unbemerkt, stark und intensiv das Gesicht verbrennt! Oder der gemein-dichte Nebel, der noch nicht einmal die eigene Hand, geschweige denn den nächsten Skifahrer weiter vorne erkennen lässt. Der einen mit Sicherheit über jeden dritten, im Nebel versunkenen Hügel stürzen lässt. Dieses Metaskigefühl, das alles fehlt in so einer öden Halle.
Dann sind da diese kurzen Pisten. Ist man oben in seine Bindung gestiegen und hat sich kurz nach vorne gelehnt, schon ist man wieder unten angelangt. Mit etwas Glück hat man Zeit gefunden, zwei, drei, oder vielleicht sogar vier Schwünge zu fahren. Aber nur, wenn man sich nicht über Anfänger und/oder dumme Pistenbenutzer geärgert hat, die einen den Weg gekreuzt oder zur Gruppen die Piste besetzt haben. Das gibt’s in freier Wildbahn auch. Aber da ist die Piste ca. x^8 km länger und 0.5*y^2 m breiter. Mindestens.
Wenn man sich dann auf der Piste, ob massiger Querschläger, noch nicht genug geärgert hat, darf man das am und im Sessellift gerne nachholen bzw. fortsetzen. Gut, an lange Schlangen ist man je nach Skigebiet gewöhnt. Aber: der Dummheitsfaktor beim Einstieg ist exponentiell erhöht. Menschen bleiben, völlig unabhängig der hinter sich befindlichen Schlangenlänge, noch vor dem Einstieg stehen, weil ihnen a) der Schuh noch etwas zu i) locker, ii) fest ist; b) die Bindung noch neu eingestellt werden muss; c) der total wichtige Freund noch nicht neben sich gerückt ist; d) ein undurchsichtiger Grund aufgetreten ist; e) eine mögliche Variation von a) bis d). Hat man es dann bis zum eigentlichen Einstieg geschafft, wird mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein Unglück passieren. Jemand lässt sich zu früh fallen, fährt zu weit hinaus, oder macht wasweißichwas. Alles führt jedenfalls zu einer Liftstoppung. Und bis so ein Lift wieder läuft, das dauert.
Ist man dann einmal in die größte, mechanische Warteschlange aka. “Lift” eingepfercht darf man sich zehn bis hundert mal so lange wie beim Herunterfahren die Piste anschauen. Und zehn bis hundert mal so lange darauf freuen, endlich oben zu sein und wieder in ein zehntel bis ein hundertstel der Rauffahrzeit am unteren, potentialverringerten Ende des Lifts zu sein. Um sich dann darauf zu freuen, …

Aber am schlimmsten: die Musik. Konstant wird man mit der Essenz des Schrecklichsten aus 30 Jahre Musik beschallt. Zugegeben, eines von zehn bis hundert Liedern ist anhörbar. Der Rest ist ein wilder Mix aus Kirmestechno, 80er-Musik (aber die von der B-Seite!), Schlager, Apres-Ski-Musik und, worst of it all, Niederländischer Apres-Ski-Musik. Immer. Immer weiter auf die Ohren. Ohne Pause.
Des Niederländers geheime Forschungseinrichtung zur Erprobung neuartiger Foltermethoden durch Musik.

Skihallen? Sind nichts für mich.
Ich bleib lieber bei der echten Version. Mit Berg. Und schön. Und so.

Denk dran, Andi.

Und zum Ende noch ein toller Wortwitz: fin (Didn’t get it? Take a look at the source code…)

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