Archive for Oktober, 2007

Klimaerwärmung ist das neue Intelligent Design, nur andersrum

Und wieder ein Post, was eigentlich total fetzig groß hätte werden können. Aber. Die Zeit. Deswegen hier nur eine Lightversion, die mehr eine kommentierte Linksammlung darstellt.
Das Klima wird wärmer. Klimaerwärmung nennt man das dann. Logisch.
Und mittlerweile gilt es auch als wissenschaftlich bestätigt, dass Mensch (1,50 bis 1,90 groß, vier Extremitäten, dumm) dafür verantwortlich ist. Und mittlerweile ist das sogar fast bei der Masse (Mensch, s.o.) angekommen.
Spätestens der Friedensnobelpreis dieses Jahrs, der an Albert Arnold “Al” Gore Jr. und die Forscher des IPCC, des Klimarats der UNO, für ihre Verdienste zur Aufklärung der Klimaveränderung durch Menschenhand geht, hat das Thema in der breiteren Gesellschaft ankommen lassen. Hoffentlich zumindest.

Der Herr Gore bekam seinen Teil des Preises, weil er immer und immer wieder auf das Problem der Erwärmung hinwies und so zu dem Shooting Star der Klimaerwärmung heranwuchs. Er zog jahrelang durch die US of A und hielt seine Diavorträge in immer größeren Hörsälen. Das Ganze mündete im letzten Jahr in der Dokumentation An Inconvenient Truth (Deutschland: Eine unbequeme Wahrheit), die Herrn Gore bei seiner Klimaerwärmungsmultimediashow zeigt und medial aufwertet (und nebenbei noch etwas zur Person Al Gore verklickert … Personality is the new Credibility und so). Die Doku hat völlig zu Recht zwei Oskaren gewonnen.
Und wer ihn noch nicht gesehen hat, der sollte das unbedingt nachholen. Einen von den oben genannten Diavorträgen gibt es bei Google Video. Nicht so tolle Qualität, aber man kann sich schon mal ein Bild machen. Am Besten direkt bis Minute 10 skippen.

Der Intergovernmental Panel on Climate Change der UNO bekam den Preis für die Aufklärungs- und Forschungsarbeit das Weltklima und dessen Erwärmung betreffend. Im IPCC sind eine (große) Reihe von Wissenschaftlern und Instituten zusammengeschlossen, die allesamt im vierten Assessment-Report anfang des Jahrs noch einmal alle Schultern mit wissenschaftlichen Fakten wachrüttelten. Klimaerwärmung ist reell.
Von der deutschen Seite aus wirkte das Potsdam-Institut für Klimaforschung (PIK) am IPCC-Bericht mit, sogar in relativ hoher Position. Das Institut stellt auch die wissenschaftliche Klimaerwärmungsberatung für die Frau Bundeskanzlerin.

Und um langsam den Bogen zu kriegen, weshalb ich diesen Beitrag schon vor einiger Zeit (vor Nobelpreisverleihung…) angefangen habe:
Am PIK arbeitet auch Stefan Rahmstorf, Professor für Physik der Ozeane. Und einer der öffentlichsten deutschen Klimaforscher.

Er lieferte sich ein wildes Gefecht mit einer Reihe von “Klimaskeptikern”, die man so nennt, oder “Achse des Guten”, die sich selbst so nennen, aber mit den “Klimaskeptikern” identisch sind, und werfen, wenn man es denn einmal herunterbrechen sollte, Rahmstorf und indirekt allen Klimaforschern Panikmache und Verschlimmisierung vor. Benutzen dabei aber nicht, wie ich es sich für einen richtigen Wissenschaftler gehört, Argumente, sondern prangern immer nur Formalitäten in den Artikeln Rahmstorfs an. Ganz groß. Ihre pseudokontroverse Diskussion und Überzeugung, die Klimaerwärmung sei so nicht vorhanden, erinnert dabei stark an die Intelligent Designer von Drüben, die versuchen ihre Religion durch Wissenschaft irgendwie aufzupeppen.
Und hier die versprochenen Links zu den Artikeln. Allesamt sehr lesenswert, nicht nur, weil man mehr über Klimaerwärmung erfährt, sondern auch, weil man mal einen Einblick gewinnt, wie unter Menschen (s.o.), von denen man eigentlich dachte, die könnten auf direkter Ebene argumentieren und bräuchten keine Metaebene dazu, es dann doch zugehen kann. Und wie sich diese Menschen dadurch selbst disqualifizieren, egal wieviel Wahrheit an iherer Klimaskepsis auch immer dran sein sollte (und das ist nicht viel).

Stefan Rahmstorf: “Klimawandel – Deutsche Medien betreiben Desinformation” in der FAZ vom 31.8, bzw. ungekürzte und bebilderte Fassung auf Rahmstorfs Homepage “Alles nur Klimahysterie?“.
Die “Klimaskeptiker”: “Wir müssen Urängste relativieren” in der FAZ vom 5.9.
Stefan Niggemeier: “Wollt ihr den totalen Widerspruch?“, eine (sprachliche) Analyse der Antwort der Skeptiker in seinem Blog am 4.9.
Stefan Rahmstorf: “Antwort auf die Replik von Bartsch, …” auf seiner Homepage vom 5.9.

Danach wird sich von Skeptikerseite nur noch auf ihrer Achse-des-Gutes-Internetseite gewehrt. Natürlich weiterhin gegenstandslos und mit seltsamen Versuchen von Sarkasmus. Sind leider zu viele einzelne Posts zum Verlinken, aber das “Wissen”-Archiv des Monats September könnte eine Anlaufposition sein. Darüber hinaus gibt es in der WELT einen Vorabteilabdruck eines Klimaskepsisbuchs – “Wider die Ökodiktatur” von Maxeiner vom 5.7.

Was der in der FAZ angefangene Schlagabtausch auch in anderen Medien bewegt hat:
WELT: “Der heilige Krieg der Klimaskeptiker
taz: “Sturm über dem Elfenbeinturm[beide, und mehr via Stefan Niggemeiers Folgepost]

Wer sich von all der Formdebatte nicht hat abschrecken lassen, der interessiert sich vielleicht wirklich für die Klimaerwärmung. Da seinen auch ein paar Anlaufstellen erwähnt:
realclimate.org: Sammelpunkt für eine Reihe von Klimafakten.
Stefan Rahmstorf: Warmingfacts.pdf und klimawandel_fact_sheet.pdf – verschieden ausführliche Informationen zur belegten Tatsachen der Klimaerwärmung. Und natürlich darüber hinaus seine komplette Homepage, besonders die untere Hälfte.
IPCC: Der 4. Assessment Report (AR4), die Einführung ist sogar noch relativ verständlich gehalten.

Zu dem Thema auch: sueddeutsche.de – “Rekordschmelze in der Arktis. Nordwest-Passage erstmals eisfrei“.

Puh.
Wer bis hier durchgehalten hat, darf sich bei mir ein Schokoriegel abholen. Nicht.

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Werben mit Bahn.de!

Endlich wird mal der Streik positiv genutzt!

Aus einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn:

…fgrund des kurzfristig bekanntgegebenen Streiks der GDL im Regionalverkehr wird es zu einem stark erhöhten Besucheraufkommen auf der Internetseite der Deutschen Bahn, bahn.de kommen. Erstmalig in der Geschichte eines Staatsunternehmens wird die Deutsche Bahn diesen Besucherandrang nutzen und Werbung auf bahn.de schalten. Die Vorteile des neuen Mediums “Internet” einsetzend, wird auf diese Weise der Gewinnausfall durch den Streik der Gewerkschaft kompensiert.
“Wir sind stolz, trotz einer prikären Lage wie der das Streiks, die ja erst einmal eher negativ zu sein scheint, einen so weiten Schritt im Internet nach vorne gehen zu können und exklusiv Werbung auf den Streikseiten zu präsentieren”, so Dr. H. Mehd…

Diese Pressemeldung wurde natürlich frei von mir erfunden.

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Buch: Michael R. Baier – Coruum

Donavon McAllon ist Analyst alter Sprachen. Hieroglyphen und so was. Gerade ist er aber mit seiner Familie auf den Schottischen Highland-Games, als ihn ein Anruf seiner Studienkollegin Karen Whitewood erreicht. Diese befindet sich gerade in Guatemala, ganz in der Nähe der alten Mayastadt Tikal. Dort wurde ein unterirdischer Raum gefunden – ein Raum inklusive seltsamer Stele. Letztere besteht aus außergewöhnlich glattem Gestein, das zu dem noch warm ist. Eingeritzt sind Symbole, die keiner der bisher bekannten Kulturen entstammen. Und deswegen will Karen Donavon vor Ort haben, er besitzt einfach das beste Gespür, wenn es um die Entschlüsselung neuer Inschriften geht.
In Südamerika angekommen beginnt Donavon zusammen mit Karen und ihrer Kollegin Sinistra so gleich mit der Untersuchung der mittlerweile von schwerem Gerät freigelegten Stele. Donavon findet eine geheimnisvolle Scheibe, die er einsteckt und später zusammen mit seinem in England gebliebenen Institutsleiter Fergus untersucht. Es scheint sich um einen spacigen Kalender zu handeln. Sehr spacig, denn aus einem unbekanntem Material und total hipp beleuchtet. Etwas später, in einer nächtlichen Aktion, erforschen Donavon und Karens Team eine neu gefundene Stätte in der Nähe der Stele, das allerdings hinter dem Rücken der sich immer restriktiver verhaltenden offiziellen Seite vor Ort an der Ausgrabungsstelle.
Was sie dort unten finden, ändert alles.

Die Scheibe passt in eine Vertiefung in der Wand und gestattet den Forschern das Eindringen durch ein rotes Kraftfeld in einen kleinen, mit Schriftzeichen übersäten Raum, ein Archivraum. Als die Schriftzeichen berührt werden erscheint in der Mitte des Raumes ein drei-dimensionale Hologramm, die genau das, was auch in den Schriftzeichen zu stehen scheint, hautnah darstellt: Aus dem Himmel landet ein Raumschiff, ein menschlich aussehender Besucher steigt aus, wird von den Bewohnern der Stadt empfangen und verschwindet mit dem König wieder. Was das Team schon vermutet hatte: Die Ruinen, die sie dort gerade ausgraben, sind nicht von Menschenhand.

Was das Team allerdings nicht vermutet, ist, dass ihr Eintritt in den Archivraum quer durch die halbe Galaxis übertragen wird. Bis hin zum großen Saal der Winterresidenz von Torkrage Treerose, seines Zeichens einer der Herrscher über die Sieben Königreiche, einem der drei großen Bünde im Universum. Torkrage erkennt die Bedeutung der Übermittlung, immerhin scheint in den Aufzeichnungen, die die Fremden da abrufen, Harkcrow Treerose zu sehen zu sein. Torkrage schickt so gleich seinen besten Mann, Merkanteer Kaleeze zum Planeten Ruthpark, von dem das Signal kommt.
Aber auch eine andere Ecke des Universums kriegt den Archivraumbetritt mit, zwar nicht wie Torkrage mit Bild, dafür mit ähnlicher Gespanntheit. Ashia, ihres Zeichens Mitglied einer äußerst geheimen Einheit des Geheimdiensts Z-Zemonthy des Zentrums (welches mit den religiösen Nebelwelten die drei Bünde komplettiert) wird sofort nach Ruthpark geschickt.
Als in der Ausgrabungsstelle wenige Tage später der Schlüssel in die Stele gesteckt wird und sich der Eingang zu einem riesigen, unterirdischen Lager öffnet, wissen die Erdbewohner noch nicht, dass sie schon bald mitten ins Kreuzfeuer beim Kampf zweier außerirdischer Kulturen kommen werden.

Michael schrieb bei sich im Blog über Coruum, das Buch von Michael R. Baier (ja, genau, mit richtig tollem, literarischen Zwischenbuchstaben!), für das er keinen großen Verlag fand und es dann “einfach” im Eigenverlag herausbrachte (und deswegen nur via Amazon Marketplace bezogen werden kann). Die Geschichte interessierte mich: Maya meets Außerirdische. Indiana Jones and the visit from above. Verborgene Schätze, rätselhafte Artefakte, mysteriöse Enthüllung, rasante Verfolgungsjagden – und dann noch eine unheimliche Begegnung der dritten Art? Könnte gut werden! Und? Es wurde sogar noch besser, noch viel, viel besser. Weiterlesen ‘Buch: Michael R. Baier – Coruum’

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StudiVZ: revisited nach 1,5 Jahren

Liebe Studenten, Studentinnen, Unstudenten und Unstudentinnen, lieber Rest, es folgt ein anglizismenüberladenes, semigut-strukturiertes Post. Wiedermal also bitte: Festhalten.
Heute auf den Tag genau vor ein einhalb Jahren habe ich mich bei einem damals ziemlich neuen und unbekannten Social Network angemeldet. StudiVZ, oder, wie es damals noch hieß: StudiVerzeichnis.
Das mit dem unbekannt, das sollte sich damals rasant ändern. Die Älteren von euch mögen sich noch an die wilden ersten Tage erinnern, damals, als wir noch jung waren. Der Gründer, der sich daneben benommen hat und bei Erklärungsversuchen das alles noch viel schlimmer gemacht hat. Die auch sonst eher suboptimale Kommunikation. Die Userdaten, die komplett gestohlen wurden. Die Investition von den Jambabrüdern und natürlich der Aufkauf durch Holtzbrinck. Diese enthoben oben genannten von seiner Position und seltsamer weise wurde es dann sogar fast ruhig um studiVZ.
Was ist seitdem passiert?

Zahlen
StudiVZ hat sich mittlerweile europaweit ausgedehnt und dort insg. (lt. Wikipedia) 3,3 Millionen Mitglieder (vor einem Jahr sprach ich in einem Blogposting von 600.000). StudiVZ hat eine Tochter gegründet: SchülerVZ, die mittlerweile in Deutschland (ebenfalls lt. Wikipedia) 1,2 Millionen Mitglieder hat und den Trend des social-networking unter Schülern aufgreift und fortführt. (Interessanterweise gibt es unter den Schüler-Sozialnetzwerken mehr Konkurrenz als unter den studentischen…)
Soviel nur zum Einordnung der Größenordnung, in der sich studiVZ mittlerweile bewegt.

Abmeldungen
Nach den Ausuferungen vor ca. einem Jahr hat sich so manch einer von studiVZ abgemeldet. Was man verstehen konnte, immerhin führte es zumindest zu einem Gewissenskonflikt, irgendetwas mit dem Unternehmen zu tun zu haben. Ich hatte mich nicht abgemeldet. Ich reduzierte die von mir dort so schön übersichtlich zusammengefasste Preisgabe meiner Daten auf das, was auch der etwas internetaffinere User mit ein wenig Recherche im Netz finden konnte. Ich machte für mich aus, dass das genug Konsequenz aus der studiVZ-Affäre, nein, aus den -Affären war. Immerhin machte (und macht) das networking Spaß.

NichtstudiVZ
Mit heutigem Tag habe ich 170 “Freunde”, also bestätigte Kontakte. Von denen habe ich eine Reihe seit längerem weder im analogen, noch im digitalen Leben gesprochen. Bei Vielen ging selbst das jemals nicht über ein “Hallo” oder ein “Hallo, wie geht’s?” hinaus.
Von den 170 Freunden in studiVZ sind 38 Stück keine Studenten. Das macht eine Quote von 23 %, also fast ein Viertel meiner Kontakte. Und das ist ein Trend, der klar zu erkennen ist. Waren es am Anfang, als studiVZ noch neu und damit noch regelmäßiges Gespräch auf dem Campus (themengebunden also) war, natürlich Studenten, die das Verzeichnis infiltrierten wie Bienen Gänseblümchenfelder, so ist bei denen mittlerweile fast eine Sättigung erreicht (wann habe ich den letzten Studenten geaddet, der sich erst vor Kurzem angemeldet hat?!). Jetzt sind es (junge) Leute aus anderen Ausbildungsarten bzw. aus anderen Berufen. Nichstudenten also. Da wird sich dann einfach eine Hochschule ausgesucht, die einem gefällt, und schon ist man angemeldet.
Woran das liegt? Relativ einfach: StudiVZ ist das größte Social Network (und, ja, leider immer noch das Beste) und welchen Sinn macht es für eine beliebige Person, sich im Nicht-das-größte-Netzwerk anzumelden? StudiVZ nähert sich also, wieder mal, dem amerikanischen Facebook an, das offen für alle Internetnutzer ist – eben nicht nur für Studenten.

Fotos und Tagging
Nachdem studiVZ die Möglichkeit eingeführt hatte, Alben anzulegen und Fotos via Javaupload massenweise hochzuladen, benutzen immer mehr Menschen ihr, zumindest prinzipiell privates studiVZ-Profil dazu, Fotos zu speichern und sharen (also nur einer relativ kleinen Benutzergruppe zugänglich zu machen…). Dazu gibt es sogar extra eine eigene Domain, imagevz.net, die wohl als Fileserver für die Fotos dient. Etwas unverständlich seltsam ist Taggen von Personen auf Bildern, auf denen sie gar nicht drauf sind. Da gibt es beispielsweise die Wiese, auf der einfach ein Personentag an den anderen gepappt ist. Ob diese Leute ein ernsthaftes Aufmerksamkeitsproblem haben? Man weiß es nicht.

Dating auf studentisch
Immer noch, denn das war bereits kurz nach studiVZ-Start in, dient studiVZ als Datingplattform. Im Reallife kennengelernte Beziehungen werden via studiVZ ausgebaut und vertieft. Oder es wird einfach direkt im studiVZ kennengelernt, viel komprimierter können Likes und Dislikes schließlich nicht dargestellt und gefunden werden. Gleichzeitig allerdings auch nicht viel ungezwungener, denn entgegen neu.de und Konsorten ist studiVZ prinzipiell keine Datingplattform. Es ist eine Studentenplattform mit Datingfeature, sozusagen.

Stalking auf studentisch
(Fast) Jeder ist drin, (fast) jeder gibt persönliche Daten preis, (fast) jeder hat Fotogalerien oder ist auf Fotos verlinkt. Perfekte Grundlagen also zum Stalken. Oder etwas netter ausgedrückt: Perfekte Grundlagen also zum Kennenlernen und Nachverfolgen. Das fängt an, mit “Hey, die ist aber hübsch, mal schauen was die sonst so treibt” und mündet im “Krass, auf dem Foto ist die mit DEM Typen im Arm? Und das war doch DIE Party, da hat mir vorher gesagt, sie sei krank!”. Ok, zugegeben, Letzteres habe ich noch nicht erlebt, aber zumindest Ähnliches habe ich im Umfeld schon mal gehört.

Werbung
Lange Zeit wurde sich gefragt, wie sich studiVZ zukünftig finanzieren wird. Einfache Bannerwerbung? Blöde Flash Fly-ins? Must-click-to-continue-Seiten? Oder wird man gar irgendwann einmal für studiVZ bezahlen müssen? Im Hause studiVZ macht man Ersteres, also Bannerwerbung. Die kann man wunderbar mit einem Adblocker unsichtbar werden lassen. Die Damen und Herren aus Berlin machen aber noch ein Zweites: Eine Reihe über die Startseite vermarkteter Werbekampagnen und Partnerprogramme. Für die neue Juli-CD oder ein total hippes Webangebot von Weißichnicht zum Beispiel. Dazu gibt es noch eine dritte Art Werbung: Die böseste aller Websuchmaschinen, Yahoo, hat ein Suchfeld in studiVZ integriert, listet die Top-5-Suchbegriffe, die nebenbei ziemlich willkürlich und unecht aussehen, am linken Rand jeder Seite auf und zeigt zusätzlich dazu am unteren Ende mancher Seiten ähnliche “interessante” Suchbegriffe. Mit Adblocker also eigentlich halb so wild und halb so schlimm, wie befürchtet. Nur die Werbebotschaften auf der Startseite nerven, wenn sie in zu großer Zahl vorhanden sind.
Gleichzeitig wird aber studiVZ auch von anderen Leuten als den Betreibern als Werbeplattform benutzt. Besonders Einladungen in Gruppen diverser Parties flattern in mein Postfach wie Geldtransfergesuche aus Nigeria. Das ist ganz nett und befindet sich noch im erträglichen Rahmen, könnte aber schnell Umschlagen, wenn “professionellere” Kreise (die Parties, von denen ich gerade Sprach, sind meist studentisch organisierte Parties, wenn auch im nicht ganz kleinen Stil) anfangen Guerillawerbung via Gruppen / Pinnwand / Nachricht zu machen. Hoffen wir, dass das nie eintrifft.

Kurz erwähnen möchte ich nur, dass es mir unbegreiflich erscheint, warum dieser Blödeste-Gruppentitel-Wettkampf immer noch läuft. Und warum immer noch so viele mitmachen. Gut, ich muss zugeben, so manch ein Gruppenname bringt mich auch zum Schmunzeln, aber ihr deswegen Beitreten? Das hat, ganz rational betrachtet, überhaupt keinen Mehrwert. Bis auf Albernheit und die Kenntnis für mich als Profilstalker, in welche Schublade ich denjenigen einordnen darf. So herum betrachtet, eigentlich … macht doch weiter, mit dem Gruppenbeitreten.

Toll ist übrigens das Geburtstags-Feature. Ich kann mir generell schlecht Geburtstage merken. Die müssten nämlich ins Langzeitgedächtnis und das ist bei mir im Dauerurlaub auf Habichvergessen. Es ist also ziemlich toll, wenn man daran erinnert wird. Hat natürlich auch seine Nachteile: Nicht jeder hat seinen Geburtstag eingetragen (Paranoiker!) und würde jemand einen falschen Termin eintragen, zu einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit würde ich ihm trotzdem gratulieren (Ich bitte von praktischen Fallstudien abzusehen!).

Zusammenfassend also? Der Hype ist vorbei. Um studiVZ ist es ruhiger geworden. Zumindest in Internet- und Studentenkreisen. Dafür treten immer mehr Nichstudenten dem Social Network bei. Fotos hochladen und taggen ist in, Dating immer noch ein Größe in der Community.
Ich bin ja dazu übergegangen, das studiVZ je nach Benutzung anders zu nennen: stalkerVZ, fotoVZ, geburtstagVZ. Und jeder versteht sofort, was gemeint ist. Das nenn’ ich mal Branding. Spread the word!

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Drei mal Daft Punk

Auch wenn es langsam viel zu viel musikalische Popkultur für dieses Blog wird. Das muss sein.

Vor ein paar Monaten durfte ich Zeuge eines Auftritts einer kleinen, unscheinbaren und unbekannten Band aus Frankreich werden. Zeuge von Daft Punk. Das Konzert in Düsseldorf war ja leicht atemberaubend. Wirklich nur ein wenig!

Damit man aber noch mehr Liveexperience von Daft Punk haben kann, bringen die Damen und Herren eine Live-CD ihrer Tour heraus. Aufgenommen auf einem Konzert in Paris (wo sonst?) gibt es eine CD voller Alive 2007. Das Album kommt am 19. November heraus. Vorher gibt’s eine Singleauskopplung vom “Harder, Better, Faster, Stronger”, ebenfalls die passende Liveversion. Das Video dazu wurde von 250 Konzertbesuchern in New York gedreht, die alle eine Kamera in die Hand gedrückt bekamen. Klingt sehr interessant.
Bei jeder anderen Band hätte ich gesagt: Unnötiges Geldmachen. Liveversion. Pff. Gerade bei elektronischer Musik. Die spielen doch sowieso nur ihre Stücke hintereinander ab.
Aber nach dem Konzert? Das war ein riesiges Mashup. Tracks gestreckt, gestaucht, Tracks gemixt, bis zur nahezu Unerkennbarkeit mit anderen Stücken verstrickt.
Und wie sich das anhören wird kann man auf der MySpace-Seite von Daft Punk feststellen. Vielleicht ist an der Stelle auch dieser Link irgendwie hilfreich. Oder gar der hier. [via Oh, what a world.]

Auf YouTube gibt es auch einen Account zur Alive-Tour, bei dem es im Gegensatz zu den sonst so allgegenwärtigen user-generated Videos (done my part…) professionelle Mitschnitte mit ohne übersteuertem Sound zu sehen gibt. Für die afterconcert-experience, quasi. (Mein Blog braucht mehr Buzzwords, jawohl!.)

Bei Google-Video wiederum gibt es “Daft Punk’s Electroma“, der einstündige Film aus 2006 von und mit Daft Punk, der bei uns nur auf Festivals lief und den zu sehen ich eigentlich schon abgeschrieben hatte. Aber zum Glück gibt’s ja dieses Internet hier. Hach. [irgendwie via Nerdcore, glaub ich]

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Musik der letzten Wochen

Lernen klappt bei mir am besten mit guter Musik. Und neben einer Reihe von Podcasts und Live-Mixes, habe ich auch ein paar neue Alben gekauft und hoch und runter gehört.
Ich möchte hiermit in mehr oder minder Toplistenreihenfolge meine Empfehlung aussprechen, für:

Kate Nash – Made of Bricks
Aus England kommt diese Singersongwriterin, die zumindest dort ein wenig über MySpace bekannt wurde. Kategorisieren kann man sie vielleicht als Indie-Pop, was aber dann auch nicht viel schwammiger mehr geht. Allerdings: Spezifischer wird auch schwierig, weil auf “Made of Bricks” ein großes Spektrum abgedeckt wird. Mein Beschreibungsversuch: Kein Lied hört auf, wie es anfängt. Da ist z.B. Mariella, das Lied über eine Klassenkameradin, die sich auf einmal entschloß, ganz in schwarz zu kleiden. Mariella fängt nahezu schrecklich an, mit lauten Paukenschlägen, wird dann großartig und springt am Ende dann mit lauten Wiederholungen fast darüber hinaus.
Aber eben wegen dieses handgemachten, riesigen musikalischen Horizonts und wundervoll abgedrehten Texten (wie kann man bitte ein komplettes Lied über seinen Mund, seine Knochen usw. machen?!): Empfohlen!

Modeselektor – Happy Birthday!
Ganz im Kontrast zu Kate Nash steht die neue Platte des Berliner Elektroduos von Modeselektor (deren Name mit “k” sich ausgesprochen ausgesprochen doof anhört). Vorher von Modeselektor gehört hatte ich höchstens einmal entfernt; der Kauf von “Happy Birthday!” stellte sich ungefähr so dar: Ersten Track im iTunes Store vorhören, zweiten Track vorhören. Dritten Track. Einen Vierten, per Zufall ausgeliefert. Ok. Gefällt. Gekauft. Und bereut habe ich es nicht. Die Platte ist (im Gegensatz zu “Made of Bricks”) ganz klar dem Genre “Elektro” zuzuordnen. Dort allerdings werden mehrere Teilgebiete bedient, von Uptempo bis Downtempo — alles dabei. Hervorzuheben ist der mit Maximo-Park-Sänger Paul Smith aufgenommene Track “(I can’t sleep) Without music”, bei dem man allerdings nicht schlafen kann. Hab ich probiert. Klappt nicht.

Kilians – Kill the Kilians
Diese recht frische Band aus Dinslaken macht, wie ich zumindest sagen würde, klassischen Rock. Allerdings, dann doch nicht so klassischen, als dass er langweilig würde. Aufgefallen ist mir die Band irgendwann auf Einslive abends. “Fight the Start” ist einfach ein unglaublicher Ohrwurm. Und als ich dann bei coffeeandtv.de das sehr sympathische Interview (Teil 1 | Teil 2) mit Sänger Simon den Hartog sah, zack, “Kill the Kilians” war gekauft. Die Lieder zu Anfang des Albums gefallen mir am Besten, rein subjektiv. Nach hinten hin wird’s nicht mehr ganz so gut. Achja: Wie mir aus Insiderkreisen (ich wollte das schon immer mal schreiben) gesteckt wurde sind alle Plattenvertragsgeschichte erfunden! In Wirklichkeit war es so:

Athlete – Beyond the Neighbourhood
Das dritte (richtige) Album der Engländer mit dem Frontmann mit der eingänglichen Stimme. Ist etwas elektronisch-angehaucht, ganz leicht, macht es damit anders als die bisherigen Alben, aber erst richtig interessant deswegen. Ich musste mich in “Beyond the Neighbourhood” erst reinhören, wie das manchmal bei Alben so ist, aber mittlerweile mag ich den Sound sehr gerne. Eine gute Komplettierung meiner Athletesammlung.

Hard-Fi – Once Upon a Time In the West
Ob man das Releasedate, das gleichzeitig mit dem von Athlete gesetzt wurde, als Kampfansage werten muss, hoffe ich nicht. Denn Hard-Fi ist zwar auch Englisch und auch Alternative, aber anders. Schneller, unmelancholischer. Und trotzdem frontmannbedingt mit einer grandios eigenen Stimme ausgestattet. “Suburban Knights” ist ganz klar das beste Stück von “Once Upon a Time In the West“, in den Rest muss man sich, wiedermal, erst reinhören. Das Album an sich ist nicht ganz so gut wie Athletes; leider nervt die Stimme von Richard Archer ebenso schnell, wie sie eingänglich ist.
Lustig ist, dass Hard-Fi in UK erfolgreicher als Athlete sind. In Deutschland ist das eher anders herum.

Boys Noize – Oi Oi Oi
Ein stilistischer Stilbruch kann ja auch Stil sein. Zu den besten Remixen von Popsongs, die ich kenne, gehört der Boys-Noize-Remix von Feists “My Moon My Man” (den Track in normal finde ich zu langweilig). Seitdem war Boys Noize auf meinem Radar, auch wenn ich da noch nicht wusste, dass es sich bei Boys Noize um das zweite Image von Berliner Kid Alex handelt. Mit Boys Noize springt er auf den momentan zu recht erfolgreichen Zug um den Krachelektro vom Ed-Banger-Label auf. Der Name “Oi Oi Oi” ist schrecklich, das Cover (ein Spiegelkugeltotenkopf) geht noch so gerade, aber die Musik, die rockt. Klar, sie ist schnell und wild und abgedreht. Aber sowas braucht man ja auch manchmal. Grandios sind Anfang und Ende der Platte. Sozusagen Intro und Outro. Ein schlichtes “Hallo” aus dem Stimmsynthesizer, gefolgt von einer Sekunde Pause und dem instantan einsetzenden Bassmachinekrach. Am Ende genau so, nur eben mit einem “Goodbye”. Cool!

Foo Fighters – Echoes, Silence, Patience and Grace
Die Band um Exnirvanaraner Dave Grohl liefert mit dem viel zu lange betitelten Album ein ganz solides Stück ab. “The Pretender” lief bei mir immer und immer wieder. Es hat diese tolle Abwechslung aus ruhigen Teilen, die sofort wieder in Energetischere umschwenken. Und es hat die tolle Textzeile “I’m what’s left, I’m what’s right” – viel mehr Doppeldeutigkeit kann man in sechs Worte nicht packen. Leider werde ich es zur Schadensvermeidung jetzt nicht mehr so häufig hören können. Man möchte sich ja nicht überhören. Der Rest des Albums steht meiner Meinung nach im Schatten des Tracks. Alles Ok, aber keine so grandiosen Stücke mehr.

Vielleicht konnte ich ja zu einer musikalischen Inspiration dienen.
Was läuft bei euch gerade im Plattenschrank hoch und runter?

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Von vierten Semestern, Physikprüfungen und zeitgerafften Lernwänden

Fast ein Monat war wieder einmal Stille in diesem Blog. Was kann das um die Jahreszeit heißen? Andi war auf einer Weltreise und hat in ausgedienten Nuklearatollen nach Eisen gesucht? Andi hat im Botanischen Garten Aachen neue Pflanzenarten und Maikäfer gesucht? Andi hat Demokratie nach Nordkorea gebracht? Andi hat die gaußsche Glockenkurve integriert?

Nein, viel besser: Andi hat wieder mal gelernt.

No pinboardS at all: Physics

Denn, bekanntermaßen ist “Vorlesungsfreiezeit” für Physikstudenten in Aachen synonym mit “lernen”. Neben den regulär angesetzten Klausuren musste ich noch zwei Altlast-Klausuren nachholen. Eine 2/3-Bestehensquote war auch ein ganz guter Schnitt. Zwar noch nicht so gut, als dass ich in Regelstudienzeit (JETZT) mein Vordiplom hätte, aber dem ist dann nach diesem Semester mit Sicherheit so. Ich kann hoffentlich trotzdem regulär weiter mit dem Studium machen.

Darüber hinaus gab es dieses Jahr kein Praktikum (der ein oder andere treue Leser erinnert sich vielleicht noch an unsere mittlerweile legendär gewordenen Videos), sondern eine total crazige mündliche Prüfung in Experimentalphysik über die Semester 1 bis 4. Mechanik, Relativitätstheorie, Wärmelehre, E-Lehre, Optik und Quanten sollten hoch und runter gelernt werden. Leider die ganze Zeit ohne eine Ahnung, was der Professor in der Prüfung abfragen könnte. Andi (ich!) hat sich nämlich am ersten Prüfungstag die dritte Prüfung und damit die Dritte des Professors überhaupt gesichert. Schlau von ihm.

So hat sich in einem Endspurt, bei dem selbst Achill alt (!) ausgesehen hätte, mein Zimmer in ein großes Formel- und Wissensarchiv verwandelt. Jede Wand wurde von mir mit Zetteln behängt, die dann belernt wurden. Wie das Aufhängen aussah, das habe ich mit der tollen Zeitrafferfunktion meiner noch tolleren neuen Kamera (don’t ask about the old one) aufgenommen, zusammengepappt, musikalisch unterlegt und hochgeladen. Das eine Minute lange Video gibt’s weiter unten nach dem Klick. Wie die Wände, die Freunde übrigens mit den opferbehangenen Kammern von Serienkillern verglichen, in ihrer vollen Pracht aussahen habe ich rechts illustriert (Klicken macht’s größer!). (Und auch vom Abhängen gibt’s ein Video, was allerdings NOCH langweiliger als das Video des Aufhängens ist.)
Das Dauerlernen lohnte sich (wenn auch nur begrenzt, lieber hätte ich etwas anderes lernen sollen — aber, hey, nachher ist man immer schlauer). Denn es sprang eine okaye 2,7 dabei heraus, die zwar für die Verhältnisse sonst bei der Prüfung nicht so toll war (90% der restlichen Noten befinden sich im 1er-Bereich), die aber für mich völlig in Ordnung geht.

Jetzt freue ich mich ein wenig auf den Semesteranfang nummero fünf. 6 to go.
Weiterlesen ‘Von vierten Semestern, Physikprüfungen und zeitgerafften Lernwänden’

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