ReGenesis und der Wahrheitsgehalt

In den US and A präsentieren sich gerade die größten aller diesweltlichen Fernsehsender gegenseitig einen Wolf, kündigen dabei vielversprechende neue Serien an und kündigen dabei nette alte Serien an, nicht zu verlängern — bauen auf jeden Fall aber ihre qualitative Vormachtstellung in der internationalen TV-Landschaft aus (dieser Bionic-Woman-Trailer ist doch wohl sehr guter Kinostandard!).
Ganz International? Nein! Ein von viel sympathischeren Amerikanern bewohntes Örtchen hört nicht auf, dem TV-Serienimperialismus aus Stars-and-Stripes-Land Widerstand zu leisten.
Die Rede ist von Kanada. Denn, kaum vorstellbar, ob der um 2/3 geringeren Bevölkerungszahl in Vergleich zu good ol‘ Germany (und damit natürlich geringeren Direktzielgruppe) kommen aus dem Norden Amerikas auch wunderbare Serien (Natürlich werden die Serien direkt nach USA exportiert, was das Argument mit der Zielgruppe etwas entkräftet. Aber, ehm, … trotzdem!).
Da gibt es „Little Mosque on the Prairie„, schon mal hier kurz erwähnt, eine Serie über eine islamische Glaubensgemeinschaft, die vor hat, im tiefsten, katholisch vorurteilig-geprägten Landinneren Kanadas eine Moschee zu betreiben. Großer und tiefgründiger Spaß. Aber darauf will ich gar nicht hinaus.
Ich will hinaus auf ReGenesis. Eine Serie, die in Kanada momentan in der dritten Staffel läuft — Arte hat gerade die zweite Staffel bei uns beendet. Es geht um NorBAC, ein fiktives Biotechnologieforschungszentrum, das von den USA, Kanada und Mexico betrieben wird. Leiter (und Hauptdarsteller) David Sandström und sein Team bekämpfen Ausbrüche längst ausgerottet geglaubter Krankheiten, identifizieren mögliche Bio-Katastrophen, und machen sonstigen, sehr unterhaltsamen (Bio-)Kram. Ja, richtig, die Serie ist etwas wissenschaftlich angehaucht. Aber weniger als House medizinisch ist… Und dann gibt es da noch diese Filmtechniken, die Animationen, die vielschichtigen Stories. Tolle Serie jedenfalls.
Und um dann schließlich auf die Existenzberechtigung dieses Posts zu kommen: Wie toll weil realitätsnah die Serie ist, untermauert das Ontario Genomics Institute.
Denn dort gibt es einen Episoden-Guide, der sämtliche biologischen Aspekte einer jeden Folgen erklärt. Die Machbarkeit wird dargelegt, die Risiken und die Grenze gezogen, wo es in der Serie zur Fiktion hinübergeht.
Unglaublich zu lesen, was alles möglich ist.