Martin.
Eigentlich Moderator einer Frühstücksshow – und deswegen so etwas wie bekannt. Dann schlief er mit einer Fünfzehnjährigen. Fünfzehn Jahre und 250 Tage um genau zu sein. 115 Tage von den sechszehn entfernt. Naja. Dafür ging er ins Gefängnis. Verlor natürlich seinen Job, seine Familie, seine Freunde. Als er schließlich wieder draußen war, war alles anders. Er war nichts mehr, niemand blickte mehr zu ihm hoch. Hatte nur noch eine langweilige Kabelshow, bei der man die Zuschauer an den Händen abzählen kann. Und so verließ er am Silvesterabend ohne weiteren Kommentar eine Party um auf das höchste Haus Londons zu steigen und sich herunterzustürzen.
Maureen.
Ihr Leben ist ihr Sohn Matty. Matty ist behindert. Er ist völlig abwesend. Redet nicht, bewegt sich nicht. Und das schon seit den knappen zwanzig Jahren, die er auf der Welt ist. Maureen erzählt ihm Geschichten. Hängt Poster auf, von den Bands, die er jetzt in dem Alter wohl mag. Wohl mögen würde. Sie geht nahezu täglich in die Kirche und betet. Und beichtet. Sie ist eine verlässliche und genaue Persönlichkeit. Deswegen plant sie den kommenden Jahreswechsel schon seit einem Jahr. Schwindelt Matty in Erzählungen von der Einladung, die sie auf eine Silvesterparty bekommen hat, vor. Und gibt ihn schließlich am Silvesterabend in ein Pflegeheim. Sie hat ein schlechtes Gewissen, immerhin hat sie dem Pflegepersonal gesagt, sie würde ihren Sohn morgen wieder abholen. Das wird sie aber nicht tun können – denn am Silvesterabend steigt sie auf das höchste Haus Londons um sich herunterzustürzen.
Jess.
Eigentlich ist sie nur auf eine Party irgendwo im höchsten Haus Londons gegangen. Sie suchte ihren Freund, oder Ex-Freund, oder was auch immer, Chas. Der läuft irgendwie die ganze Zeit vor ihr weg. Immer wenn sie zu Hause bei ihm aufkreuzt, macht er nicht auf, der Pisser. Weiterlesen ‘Rezension: Nick Hornby – A Long Way Down’
Eine kurze, technische Ansage:
andisblog.de (genau: das hier!) läuft jetzt endlich völlig uptodate auf WordPress 2.0.7 2.1 – und mein kritisches Warten hat sich noch nicht einmal gelohnt: Der Umstieg verlief problemlos!
Die Kommentare sollten jetzt endlich wieder funktionieren. Komplett mit ohne Fehlermeldung und so. Toll, was?
Farewell, ol’ WordPress 1.5! I’ll miss you.
Jawohl, auch das Update auf 2.1 funktionierte komplikationslos. Jap.
Heute basteln wir uns einen Zeitreisefilm.
Das hört sich jetzt jetzt im ersten Moment vielleicht schwer und kompliziert an, aber das ist es garnicht. Dazu braucht man nicht studiert haben und muss nicht aus der Zukunft sein; das kann man ganz einfach zu Hause nachmachen!
Zuerst, bittet Mutti euch im im Fachhandel folgendes Bastelmaterial zu besorgen: Stift (1x) und Papier (weiß, 1x). Und schon kann es losgehen!
Ihr müsst euch Gedanken darüber machen, wo das Ganze überhaupt hingehen. Nur Zeitreisen in der Zeit zurück sind hipp! Reisen in die Zukunft sind öde. Wenn es unbedingt eine Reise in die Zukunft sein muss, dann muss vorher wenigstens in die Vergangenheit gereist sein.
Werdet euch jetzt einig darüber, wie ihr in die Vergangenheit kommt. Der Shootingstar unter den Möglichkeiten ist da das Wurmloch. Das Wurmloch ist flexibel einsetzbar, klingt stylisch und ist vor allen Dingen noch unzureichend wissenschaftlich erforscht – ihr habt also alle Narrenfreiheit, die ihr euch wünschen könnt. Natürlich habt ihr auch andere Möglichkeiten. Da ist z.B. die Sache mit der Paralleldimension (Insider-Tipp: Verbinde Paralleldimension und Wurmloch!), die gute alte Zeitmaschine, die den Raum oder sowas krümmt, eine außerirdische Technologie, andere Planeten (siehe Ausgabe 14: “Quasizeitreisen”), transzendente Erfahrung oder Superkräfte (z.B. Schneller-als-das-Licht-um-die-Erde-fliegen, Augen zusammenkneifen). Fällt euch nichts tolles ein, ist das nicht schlimm. Baut euch einfach einen Apparat der super groß und aus Metall ist und verziert ihn mit ganz vielen Kabeln. Passt aber auf, wenn ihr die Kabel aus der Wand reißt: Es könnte Strom drauf sein! Dann müsst ihr euren Apparat nur noch mit ganz vielen Blitzen und Funken in Betrieb nehmen, den Bass auf 120% drehen, am Besten noch ein Hanszimmergedächtnisorchester engagieren und schon habt ihr eure Zeitmaschine!
Seid ihr hier angekommen, schon jetzt: Herzlichen Glückwunsch! Ihr habt die erste Hälfte geschafft. Aber die zweite Hälfte liegt noch vor euch, und erfordert noch ein paar schwierige Schnitte! Aber keine Angst. Auch das kriegt ihr hin!
Eure Zeitmaschine läuft und besitzt die Möglichkeit, eine Person in die Vergangenheit zu transportieren.
Aber welche Person soll das sein? Es liegt nahe, dass diese Person euer Protagonist ist. Ihr braucht also einen, der genauso cool wie Onkel Siggi ist. Verdammt cool also – und verdammt abgebrüht. Weil nicht jeder einen Onkel Siggi hat nehmen wir normalerweise einen Polizisten. Die sind immer cool und abgebrüht. Ganz besonders wichtig ist, dass die Person bis kurz vor der Zeitreise nicht davon weiß, dass er sich bald in der Vergangenheit befinden wird. Weiterlesen ‘Andi bastelt: Einen Zeitreisefilm’
Es gibt Menschen, die nehmen zum ersten Mal an der Dorftombola teil und gewinnen direkt.
Es gibt Menschen, die rufen zum fünfzehnten Mal bei der Neun-Live-Hotline an und gewinnen schon wieder nichts.
Eigentlich war ich immer bei Letzteren zu Hause. Nicht bei den Neunliveanrufern, sondern bei den Nichtgewinnern (Du hättest wohl gerne, wenn ich hier Verlierer schrieb? Ha!).
Aber wäre der Jahreswechseldank von Thommy vom Blog eine Straße weiter (hihi) nicht schon genug, scheint auch mein Nichtgewinnerdasein im neuen Jahr ein gutes Los zu ziehen.
Liebe Damen und Daminnen, Herren und Herrinnen, ich bin der stolze Gewinner der DonsTag Dankeschönaktion! Ich darf jetzt das wohl einzigartigste und schönste Stück Kartontapete mit Zettel und Abreißkalender, den original DonsTag-Kalender mein Eigen nennen.
Dankeschön, Thommy! Dankeschön, Don!
Sämtliche Glückwünsche sind an meinen Butler zu entrichten. Ich verzichte freiwillig auf Geldgeschenke, bitte spendet sie doch dem WWF oder der UNESCO.
Danke!
Ich bin jetzt Gewinnertyp. Yeehaw!
Foto: Weiterlesen ‘Danke, DonsTag Dankeschönaktion!’
Paris. 1959. Jazzmusiker Floyd- nur Floyd, seinen Vornamen mag er gar nicht, zieht durch die Straßen der Stadt. Das Musikgeschäft läuft nicht mehr so gut. Schon seit längerem müssen er und sein Partner Custine sich als Privatdetektive über Wasser halten. Und sich mit so spektakulären Fällen wie dem Verschwinden einer Katze oder gar Ehebrüchen herumschlagen. Aber der kommende Fall scheint alles da gewesene in den Schatten zu stellen. Das spürt Floyd schon relativ am Anfang, als er den Fall übernimmt. Es geht um den seltsamen Selbstmord einer gewissen Susan White. Sie wird auf dem Boden aufgeschlagen, am Fuße eines Mietshauses, nebst ihrer zerschellten Schreibmaschine gefunden. Für die Polizei, die sich in den letzten Monaten keinen allzu guten Ruf gemacht hat, ist die Sache schnell klar: Einfacher Selbstmord. Wieso auch immer. Aber nicht so für den Vermieter von Whites Wohnung, Monsieur Blanchard. Er hatte sich in den letzten Wochen mit der amerikanisch stämmigen White angefreundet und kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie Suizid beginge. Darüber hinaus hält er auch eine ganze Palette an rätselhaften Ungereimtheiten bereit, die den Verdacht vom Selbstmord weglenken: White hat in ihrer Wohnung unzählige Schallplatten, Bücher und Magazine, die sie regelmäßig auszutauschen scheint – einen Plattenspieler besitzt sie allerdings nicht. Blanchard hat sie einmal in einem Metro-Bahnhof gesehen, wie sie mit einer schweren Tasche den Bahnsteig entlang ging, plötzlich verschwand um dann schließlich nach einer Stunde ebenso plötzlich mit einer anscheinend leichteren Tasche wieder aufzutauchen. Und das Mysteriöseste: Als hätte sie ihr baldiges Sterben geahnt, bat sie Blanchard eine Woche vor dem Tod darum eine Keksdose für ihre Schwester, die sie sicherlich abholen würde, aufzubewahren. Außerdem tauchen immer wieder diese eigenartigen Kinder auf.
Nach anfänglicher Skepsis übernimmt Floyd den Fall und ist auch sehr schnell davon überzeugt, dass hinter dem augenscheinlichen Selbstmord etwas viel Größeres steckt. Doch bloß was? Der Inhalt der Keksdose besteht aus einer Reihe von Papieren. Karten mit Längenangaben, Baupläne für riesige Aluminiumkugeln und dann noch diese Postkarte mit dem Namen „Silberregen“. War White eine Spionin? Alles scheint darauf hinzudeuten.
Ortswechsel.
Paris. 2266. Archäologin Verity Auger steuert gerade ein Ausgrabungsgerät durch die vereisten Überreste der einstig blühenden Metropole Frankreichs. Für mehr: sie steuerte gerade. Denn soeben ist der Ausgrabungsroboter abgestürzt und einer ihrer beiden Expeditionsteilnehmer schwebt in Lebensgefahr. Hilfe trifft schnell ein und rettet alle. Der Abgestürzte allerdings ist tot. Für den Moment zumindest: Ein Haufen winziger Nanomaschinen macht sich an ihm zu schaffen und wird ihn wahrscheinlich wieder unter die Lebenden zurückholen. Für Auger allerdings ist das ein größerer Schlag, als ihr zuerst bewusst wird. Ihre vorgesetzten, die VENS (Vereinigung Erdnaher Staaten), Weiterlesen ‘Rezension: Alastair Reynolds – Ewigkeit’