andisblog fordert „Do-it-your-self überall!“

Etwas platt vielleicht, aber wenn das Politiker sein können, dann verantwortunglose Autoren dieses Blogs erst recht. Suchen sie, geehrter Leser, nach Dingen wie Vorbildfunktion, Tiefgründigkeit oder Sinn, so gehen sie bitte zu anderer Stelle. Nach Draußen, da waren sie sicherlich viel zu lange nicht mehr. Oder in die nächste Kunstausstellung.

Killerspiele.
Man lernt ja so wunderbar zu schießen in diesen bösen Spielen, in dieser Ingeburt des aktualitäts- und realitätsverlorenen Konservativmichels mit Fönfrisur (Man könnte sagen, die drüben haben Islamisten, wir haben Killerspiele. Könnte man.).
Das, und hier folgt jetzt das eigentlich platte, lässt sich wunderbar verallgemeinern:

Ich, meine Damen und Herren, fordere die Abschaffung sämtlicher Fahrschulen in diesem Land. Immer realistischere Rennsimulationen am Computer reichen völlig zum Lernen des Autofahrens aus. Weiter noch: Durch ausführliche Lektüre der „Tuning-Optionen“ moderner Simulationen besteht die Möglichkeit, durch Abschaffung von Autowerkstätten viel zu lang besetzte Arbeitsplätze freizuräumen. Die freigewordenen Humanressourcen könnten sogleich Schuhe im Regierungsviertel putzen, nach draußen gehen oder eine Kunstausstellung besuchen. (Dieser Teil schamlos geklaut bei Andre!)
Die teueren Flugpreise mit Passagiermaschinen können gedrückt werden, in dem man auf die kostspiele Praxisausbildung von Flugpiloten verzichtet. 50.000 Euro können gespart werden, schafft man eine realistische Flugsimulation für den Heim-PC an. Diese sind im Handel für bereits 50 Euro erhältlich. Aber Achtung: Nicht auf Versionen zurückgreifen, die ein Erscheinungsdatum vor 2002 aufweisen; die hier verwendeten Nebelsimulationsmechanismen werden von der Vereinigung internationaler Computerflieger (ViC) als unzureichend angesehen.

Schulen und Universitäten sind vollständig abzuschaffen. Lernsoftware wie „Phase 6“ für Spezialwissen, sowie „You Don’t Know Jack“ und „Trivial Persuit“ für Allgemeinwissen können schneller lehren als jeder Lehrer es kann und modernisieren dabei auf sympathische Art unser Bildungssystem. Auch für Studiengänge gibt es ausreichende Software, die eine Abschaffung naheliegt. Als Beispiel sie an dieser Stelle das hervorragende Brückensimulationsprogramm „Bridge Builder“ erwähnt.

Sämtliche Vernügungsparks sind mit sofortiger Wirkung zu schließen. „Rollercoaster Tycoon“ und andere Simulationsprogramme sind als realitätsersetzende Vergnügungsstandards zu etablieren. Nehmen auch nicht soviel Platz der deutschen Kuh beim Grasen weg.
Ebenso wird jegliche Art von sozialem Kontakt, besonders der interagierenden Art, ab 1. Februar 2007 verboten. Auch hier gibt es realistische Simulationen wie „The Sims“, die für derartige Zwecke vollkommen ausreichen.

Sie sehen, meine Damen und Herren, geehrte Leser, mit den nahegelegten Gründen besteht kein Zweifel daran: Der Computer reicht als Lehrer in sämtlichen Kategorien völlig aus.
Es bleibt einzig noch zu klären, wer den Umgang mit dem PC beibringt.
Danke für ihre Aufmerksamkeit.

Wesentlich differenzierter, sinnvoller und sowieso besser setzt sich Mike mit dem Paradoxon einmal auseinander.
Über das Wort „Killerspiele“ an sich rege ich mich dann später auf.
Disclaimer: Ich spiele keine Computerspiele und habe das letzte Mal vor fünf Jahren meine Freunde digital abgemetzelt.