Archive for Dezember, 2006

Physikalische Weihnachten!

Große Dinge wie der Mauerfall, die Fertigstellung des Ausbaus der A4 und wie Weihnachten veranlassen zu großen Dingen.
Deswegen haben mein Kommilitone André und ich keine Kosten, besonders aber keine Mühen gescheut und die vielleicht schönste, auf jeden Fall aber seltsamste aller Weihnachtsgeschichten eingesprochen.
Das Video, wie auch den Text gibt’s drüben im physikBlog.

Frohe Weihnachten.

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Rezension: Frank Schätzing – Tod und Teufel

Einer dieser typischen, bitterkalten Herbsttage in Köln 1260. Der Wind fegt durch die Bäume, die letzten sommerlichen Sonnenstrahlen gehen immer früher am Horizont unter.
Jacop, seines Zeichens professioneller Dieb, streift durch die Straßen der westlichen Großmetrople mit einem Ziel: Er möchte die schmackhaften Äpfel des Erzbischofs Konrad von Hochstaden klauen. Kein leichtes Unterfangen. Sie hängen hoch und sind nur für geübte Kletterer erreichbar. Doch für Jacop kein Hindernis – immerhin nennt man ihn nicht umsonst “den Fuchs”.
Wie der rotschöpfige Jacop da so auf den Ästen des Baumes balanciert und sich Tasche um Tasche mit dem begehrten Gut vollpackt wird er Zeuge etwas Unglaublichens. Er blickt gerade auf die Baustelle, auf der der neue Dom zu Köln gebaut wird, als von den bereits stehenden Mauern eine Person herunterfällt. Eine zweite Personen, groß und stattlich wie der Teufel, scheint ihn gestoßen zu haben. Natürlich passiert, was in so einer Situation passieren muss: Jacop rutscht aus, fällt vom Baum und wird vom Teufel augenscheinlich gesehen. Doch bevor er weglaufen kann macht die zu Boden gefallene Gestalt auf sich aufmerksam. Als Jacop näher heran tritt erkennt er, wer dort liegt: Es ist Gerhard Morart, der Dombaumeister. Er haucht Jacop letzte Worte ins Ohr, bevor er dahinscheidet.
Von allen Seiten kommen Menschen herbeigestürmt, die den bitterlichen Aufprall Gerhards mitbekommen haben. Jacop tut, was er am Besten kann: Er rennt weg.

Das ist der Ausgang von Tod und Teufel, der Geschichte rund um das Mittelalter, die verschiedenen Stände im Gesamten und im Speziellen, die Macht der Kirche und die Jagd nach Dämonen. Natürlich darf auch eine klitze-kleine Liebesgesch Weiterlesen ‘Rezension: Frank Schätzing – Tod und Teufel’

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Zeitung vor 120 Jahren

Wen es einmal brennend interessiert, wie es vor 120 Jahren in den Medien (damals war das nahezu äquivalent zu “Zeitung”) aussah, dem sei “1887” an’s Herz gelegt. Dem Rest auch.
Michael (der von seinem Weblog drüben) bloggt dort ausgewählte Nachrichten des Gunzenhauser Anzeigeblatts mit so toller Sprache und so tollen Satzkombinationen wie diesen:

Die Beschlüsse der Militärkommission sind bisher noch nicht im Bundesrathe besprochen worden, wozu auch keine Veranlassung besteht, da Niemand dieselben für definitiv hält.

Also: Ab, ab!

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“Crazy”-Coverversionen

Während im Rest der Welt Schnee fällt, man sich halb tot-weihnachtsfeiert und überall ein Jahresrückblick nach Jahresrückblick den medialen Catwalk hoch und runter läuft, möchte ich hier in meiner kleinen Ecke des Internets natürlich auch nicht darauf verzichten.

In dem letzten diesen Jahr, es wird als 2006 in die Geschichte eingehen, gab es ein herausragendes Phänomenexempel der Popmusik. Im Internet kursierte irgendwann ein Song. Von irgendwelchen unbekannten Typen. Er verbreitete sich und kam irgendwann im Radio an. Irgendwann im Fernsehen. Und irgendwann ganz vorne an sämtlichen Charts dieser Welt. Und war irgendwann eingebrannt in sämtlichen Gehörgängen. Bis sie bluteten.
Natürlich geht es hier um Gnarls BarkleyCrazy. Dem ersten Song des auch sonst schön außergewöhnlichen Albums “St. Elsewhere”.

Wegen des großen Erfolgs des Originals, wegen der eingänglichen Melodie oder vielleicht nur wegen “because I can” coverten und covern den Song einige durchaus bekannte Künstler. Manche langweilig, aber manche durchaus interessant.
Und weil die ganzen Coverversionen irgendwann den Status der Übersehbarkeit weit hinter sich ließen, folgt hier meine kleine, sicherlich unvollständige Liste der Gnarls Barkley “Crazy” – Cover:

  • Gnarls Barkley – Crazy (Military Version Video)
    Die Coverübersicht startet mit zwei Selbstcovern. Hier spielt Gnarls Barkley eine militärische, langsame, trommelfixierte Version des Songs bei Top of the Pops US ein.
  • Gnarls Barkley – Crazy (MTV Movie Awards Video)
    Wie sich das für einen ordentlichen Auftritt bei einer MTV-Show gehört spielen Gnarls Barkley möglichst furios auf. Hier als Star-Wars-Figuren verkleidet. Inklusive Chewbacca an den Drums.
  • Nelly Furtado – Crazy (Video mit Charlotte Church | Video alleine)
    Das wohl bekannteste Crazy-Cover ist von Nelly Furtado. Soweit ich das überblicken kann, hat es bei dieser seltsamen Charlotte-Church-Show angefangen.
  • The Kooks – Crazy (Video)
    Auch die meiner Meinung besten Neuankömmlinge in der Musikszene dieses Jahres, The Kooks, covern den Track. Das Video zeigt sie vor einem Konzert in irgendwelchen Pariser Hinterstraßen. Später haben sie es aber noch einmal für BBCs Radio 1 Live eingesungen.
  • Ray LaMontagne – Crazy (Video)
    Akustisch-melancholische Version dieses mir bis dato unbekannten englischen Künstlers. Das Video ist eine Eigenanimation eines YouTube-Nutzers.
  • The Raconteurs – Crazy (Live Video)
    Die Zweitband von Jack White spielt auf einem Konzert auch eine Liveversion von Crazy. Leider aus dem Publikum gefilmt. Ziemlich schlecht.
  • Paolo Nutini – Crazy (Video)
    Relativ schönes Cover von dem italienisch angehauchten Alternative-Künstler.
  • Texas – Crazy (Video)
    Auch die britischen Altrockpopper von Texas spielen bei einem Liveauftritt eine Version.
  • Bryan Adams – Crazy (Video)
    Altrocker Bryan Adams covert auf einem Konzert den Song. Das Video ist leider auch alles andere als gut.
  • Billy Idol – Crazy (Video)
    Ein weiterer Altrocker versucht sich an dem Song. Leider nur ein 30-Sekunden-Video.
  • Jude – Crazy (Mp3)
    Zur Promotion seines neuen Albums hat Jude ein Akustikcover eingespielt. Den Song gibt’s auf seiner Homepage frei. Ganz schön hoch…
  • of Montreal – Crazy (Video)
    Diese mir unbekannten amerikanischen Indiepopper spielen auch eine Liveversion. Ziemlicher Standard. Qualität des Videos nicht so berauschend.
  • Mates of State – Like U Crazy / Crazy (Video | Song)
    Eine weitere amerikanische Indiepoprockband, die in Mitten ihres eigenen Songs “Like U Crazy” Gnarls Barkley covern. Liveaufnahme.
  • Butch Walker – Crazy (Video)
    Der Herr Walker ist in Deutschland leider völlig unbekannte (mir auch!), aber was er da covert wirkt recht gut.

Beim erstellen der Liste waren mir das Blog des Slate Magazins und Brigadoon eine Hilfe.
Weitere Coverversionen gerne in die Kommentare, ich nehme sie dann auf.

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Weihnachtsanfang 2006

12.12.2006, 10:38. Radio.
Band Aid 20 – Do They Know It’s Christmas?

Es ist soweit.

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andisblog fordert “Do-it-your-self überall!”

Etwas platt vielleicht, aber wenn das Politiker sein können, dann verantwortunglose Autoren dieses Blogs erst recht. Suchen sie, geehrter Leser, nach Dingen wie Vorbildfunktion, Tiefgründigkeit oder Sinn, so gehen sie bitte zu anderer Stelle. Nach Draußen, da waren sie sicherlich viel zu lange nicht mehr. Oder in die nächste Kunstausstellung.

Killerspiele.
Man lernt ja so wunderbar zu schießen in diesen bösen Spielen, in dieser Ingeburt des aktualitäts- und realitätsverlorenen Konservativmichels mit Fönfrisur (Man könnte sagen, die drüben haben Islamisten, wir haben Killerspiele. Könnte man.).
Das, und hier folgt jetzt das eigentlich platte, lässt sich wunderbar verallgemeinern:

Ich, meine Damen und Herren, fordere die Abschaffung sämtlicher Fahrschulen in diesem Land. Immer realistischere Rennsimulationen am Computer reichen völlig zum Lernen des Autofahrens aus. Weiter noch: Durch ausführliche Lektüre der “Tuning-Optionen” moderner Simulationen besteht die Möglichkeit, durch Abschaffung von Autowerkstätten viel zu lang besetzte Arbeitsplätze freizuräumen. Die freigewordenen Humanressourcen könnten sogleich Schuhe im Regierungsviertel putzen, nach draußen gehen oder eine Kunstausstellung besuchen. (Dieser Teil schamlos geklaut bei Andre!)
Die teueren Flugpreise mit Passagiermaschinen können gedrückt werden, in dem man auf die kostspiele Praxisausbildung von Flugpiloten verzichtet. 50.000 Euro können gespart werden, schafft man eine realistische Flugsimulation für den Heim-PC an. Diese sind im Handel für bereits 50 Euro erhältlich. Aber Achtung: Nicht auf Versionen zurückgreifen, die ein Erscheinungsdatum vor 2002 aufweisen; die hier verwendeten Nebelsimulationsmechanismen werden von der Vereinigung internationaler Computerflieger (ViC) als unzureichend angesehen.

Schulen und Universitäten sind vollständig abzuschaffen. Lernsoftware wie “Phase 6″ für Spezialwissen, sowie “You Don’t Know Jack” und “Trivial Persuit” für Allgemeinwissen können schneller lehren als jeder Lehrer es kann und modernisieren dabei auf sympathische Art unser Bildungssystem. Auch für Studiengänge gibt es ausreichende Software, die eine Abschaffung naheliegt. Als Beispiel sie an dieser Stelle das hervorragende Brückensimulationsprogramm “Bridge Builder” erwähnt.

Sämtliche Vernügungsparks sind mit sofortiger Wirkung zu schließen. “Rollercoaster Tycoon” und andere Simulationsprogramme sind als realitätsersetzende Vergnügungsstandards zu etablieren. Nehmen auch nicht soviel Platz der deutschen Kuh beim Grasen weg.
Ebenso wird jegliche Art von sozialem Kontakt, besonders der interagierenden Art, ab 1. Februar 2007 verboten. Auch hier gibt es realistische Simulationen wie “The Sims”, die für derartige Zwecke vollkommen ausreichen.

Sie sehen, meine Damen und Herren, geehrte Leser, mit den nahegelegten Gründen besteht kein Zweifel daran: Der Computer reicht als Lehrer in sämtlichen Kategorien völlig aus.
Es bleibt einzig noch zu klären, wer den Umgang mit dem PC beibringt.
Danke für ihre Aufmerksamkeit.

Wesentlich differenzierter, sinnvoller und sowieso besser setzt sich Mike mit dem Paradoxon einmal auseinander.
Über das Wort “Killerspiele” an sich rege ich mich dann später auf.
Disclaimer: Ich spiele keine Computerspiele und habe das letzte Mal vor fünf Jahren meine Freunde digital abgemetzelt.

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Mondbasis 2024

Vor viel zu langer Zeit war das hier ein kleines Astronomiefanblog. In Teilen zumindest.
Und weil früher ja sowieso alles besser war möchte ich das an dieser Stelle renaissancieren.

Heute nämlich hat die NASA beschlossen, eine Weltraumstation auf dem Mond zu bauen. Unglaublich, aber wahr.
Bis 2024 soll wahrscheinlich auf dem Südpol eine Basis errichtet werden, auf der Menschen dann bereits ein halbes Jahr leben können. Man plant dann, den Mars und weiter entfernte Ziele von dort aus anzusteuern.
Bis dahin ist es allerdings noch ein aufwendiger Weg. Die Space Shuttle müssen ersetzt und entsorgt, die ISS fertiggebaut werden und dann Stück für Stück Bauteile auf den Mond transportiert werden. Über konkrete Finanzierungszahlen ist bisher noch nichts nach außen gedrungen, allerdings sind bisher 104 Milliarden Dollar allein für die erste Reise zum Mond eingeplant. Das sollte die Größenordnung in etwa deutlich machen.
Man möchte, und das ganz gegen die eigentliche wir-machen-alles-alleine-und-sowieso-viel-besser-Einstellung der Amerikaner, die Besiedelung mit reichlicher internationaler Hilfe durchführen. Gespräche mit Raumfahrtbehörden werden schon geführt.

Ich finde das alles einfach faszinierend. In 20 Jahren (wird doch sicherlich alles etwas länger dauern) werden da oben, auf dem Ding was nachts so schön leuchtet, Menschen rumlaufen und sogar so etwas wie ‘leben’.
Bleibt nur zu hoffen, dass das kein amerikanischer Käsekuchen wird. Aber die Gabeln stehen ja positiv, es sind schließlich auch genug da.

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Proudly presenting: physikBlog

Ganz kurz muss ich dieses lernbedingte Schweigen meines Blogmunds brechen, denn drüben, in einer anderen Ecke dieses Servers, da haben ein Kommilitone und ich ein schnuckeliges, kleines Blog eröffnet, in dem wir über alles, aber besonders über Physik schreiben: physikBlog (grandioser Name, was?). Purer Nerdcontent. Purer Freakkram. Purer Studentenmist.
Es wird also phänomenal und sicherlich lustig.
Den Anfang macht ein toller physikAdventskalender, in dem alles ist, aber besonders Physik.
(Und eigentlich, lieber Leser, mache ich das nur für dich, denn dann quäle ich dich auf diesem Blog nicht weiter mit diesen seltsamen Studentengeschichten. Die will ja eigentlich sowieso keiner hören.)

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