Und wenn ich einmal groß bin und das mit dem Studium nicht geklappt hat, dann werde ich einer dieser Fernsehsendungen-aus-dem-Off-Besprecher, die selbst “Die Pralinen werden jetzt von dieser Maschine einzeln in Folien verpackt” mit einer Dramatik sagen, als würde dabei die Welt untergehen, als würden Menschen gefoltert, Steuern hinterzogen und Jesus wiedergeboren.
Oder alles gleichzeitig.
Hoffentlich gibt es bis dahin noch private TV-Sender.
Archive for Oktober, 2006
Ich muss dann doch nochmal auf diesen einen Film zu sprechen kommen. Diesen einen Film, den ich dank des atomtigerzoos schon vor ein paar Wochen sehen durfte. Diesen einen Film, der gerade so dermaßen durch die neue und alte Presse gejagt wird. Diesen Film, der vielleicht im ersten Moment albern und übertrieben wirkt, der das vielleicht auch ist, dabei allerdings wunderbar sozialkritisch und ohne Grenzen die Grenzen grenzenlos übertritt (Ehm, welche Grenzen noch gleich?).
Diesen Film, der deswegen in den USA um zwei Drittel seiner Startkinos beraubt wurde.
Man fürchte, der kommerzielle Erfolg könne ausbleiben. Man fürchte, die Amerikaner hätten doch schon verstanden, dass sich große Teile des Films auch gegen sie selbst richten. Nicht gegen Kasachen, gegen “Zigeunener” oder gar Schwule. Wenn man denn ‘gegen sich richten’ im Rahmen von nicht vorhandener Selbstironie, wie -kritik zu eben diesem uminterpretiert.
Dieser Film jedenfalls läuft nächste Woche an. Borat. Mitechtmallangemuntertitel.
Draußen in den spacigen Weiten des MySpaces gibt’s die ersten beiden Minuten dieses Films zum anschauen. Denn ähnlich wie in Deutschland, wo die Marketingagentur sicherlich nicht nur Autoren eines Blogs zum Screening eingeladen hat, versteht es die überatlantische Agentur ebenfalls, die Vorzüge des neuen Netzes für den Film lebendig zu nutzen.
Anschauen! Und selbst Urteil bilden.
Und “der Michael Moore der Komik” passt absolut nicht. Cohen ist lustig, intelligent, kritisch. Moore ist kritisch, populär und ein Arsch. Großer Unterschied.
Damit dieses Blog nicht zum Boratfanblog verkommt, war das jetzt der letzte Eintrag zu dem Thema. Wirklich! … Obwohl. Einen noch. Wenn ich den Film gesehen habe. Um mich dann auszulassen über die schreckliche, deutsche Synchronisation, die der schlimme deutsche Untertitel vermuten lässt.
Natürlich ist mein großer Studentennetzwerktest noch lange nicht vorbei.
Aber ich möchte auf das, was der henning drüben im atomtigerzoo schönes gemacht hat hinweisen – und meinem nicht vorhandenen Studinetzwerkupdateblog-Auftrag gerecht werden: Bei ihm gibt’s das StudiVZ in blau! Wie das funktioniert und was ihr machen müsst, damit es das StudiVZ auch bei euch in blau gibt, das erklärt der Erklärbär henning hier.
Und der findige Gelegenheitsprogrammierer mag diesen Gedankenanstoß aufsaugen und weitere tolle Greasemonkey-Skripte fürü das StudiVZ programmieren, auf die ich hier natürlich auch sehr gerne linke. Dann.
Liebes Studiumstagebuch,
Auch das zweite Semester dieses Physikstudiums zog also ins Land. Leider werden wir nicht offizielle Elite, aber inoffiziell sind wir es sowieso schon lange. Mindestens seit zwei Semestern jetzt. Ja.
War klausurell betrachtet das letzte Semester auch nicht so erfolgreich wie das Erste, kann ich doch auf ein paar anstrengende Stunden des Studierens zurückblicken. (Der vorurteilsbehaftete Leser mag an dieser Stelle anmerken “Moment. Sind Studenten nicht die, die spät alkoholisiert ins Bett fallen, ihren Rausch zur Hälfte zu Hause und zur anderen Hälfte im Vorlesungssaal aussschlafen um schließlich Prüfungen durch möglichst kreatives Herumgeblabbere doch noch irgendwie zu bestehen?”. Aber eben das macht es ja so schwer!)
Das wirklich Anstrengende wurde uns schön für das Ende des Semesters aufgespart. Im letzten Monat der Semesterferien Vorlesungsfreienzeit durften wir das “Physikalische Anfängerpraktikum Teil 1″ bestreiten.
Ganz großes Tennis.
Strukturell ging das nach folgendem Schema von statten:
Tag 1 – Versuch vorbereiten. Formeln reinpfeifen, Versuchsdurchführung durchsprechen, mögliche Fehlerquellen diskutieren.
Tag 2 – Im Institut den jeweiligen Versuch durchführen. Vorher allerdings anderthalb Stunden abgefragt werden. Zu Formeln, Versuchsdurchführung, möglichen Fehlerquellen. Weiterlesen ‘Studium Reviewed: Physikalisches Anfängerpraktikum Teil 1′
Bekanntermaßen bin ich ja Gelegenheitsfan von Büchern Frank Schätzings. Nicht nur mir scheint es so zu gehen, nachdem Herr Schätzing im breitbandigen Mainstream angelegt ist werden der Reihe nach seine Bücher neu aufgelegt. Für mich eine gute Gelegenheit sein zweites Buch mit dem, wie ich finde, etwas verwirrenden Titel “Mordshunger” herunterzuschlingen.
Erwarten Sie auf folgenden Seiten wieder eine knallharte Buchrezension mit beißenden Fakten, umhauenden Meinungen und schmackhaften Einblicken.
Romanus Cüpper ist Kriminalpolizist. So ein Original. So einer aus dem Tatort. So ähnlich zumindest. Er ist von der bequemeren Sorte und ermittelt, wenn es denn gerade kein Fall ist, auch gerne und häufig die Tiefen von mit gutem Wein gefüllte Gläser und neue wohlschmeckende Kochrezepte. Zu seiner Seite steht in allen Lagen sein Kollege Rabenhorst. Zu seiner Seite, aber auch immer in seinem Schatten. Die reißenden Ideen kommen ihm nie. Und auch das mit dem Kochen mag ihm einfach nicht gelingen.
Es ist einer dieser verregneten und faden, aber zugleich unangenehm Weiterlesen ‘Rezension: Frank Schätzing – Mordshunger’
Und dann, nach mehreren tausend Konsumierungskonsultationen endlich der bewegende Moment an dem mich mein Lieblingschinese fragte “Schön bitte?”.
Das war er nun, mein erster Kinobesuch, bei dem ich Handy und Mp3-Player vor dem Metalldetektor am Eingang abgeben musste.
Der atomtiger von drüben hat mir aufgrund meiner herausragenden Errungenschafen in der Kategorie “Special Mustache Performance” die fünfte und letzte Karte, die er vom kasachischen Informationsministerium per Taubenpost zugeschickt bekommen hatte, zukommen lassen. Wir durften also in Köln in den Genuss eines Pre-Screenings des Films kommen. Inkl. Metalldetektor und Körperbeabtastung, aber auch mit frei Trinken.
Borat. D.h. im Glanze seiner vollen Länge “Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan“. Noch nie von gehört? Nicht schlimm. Kann man nachholen. Z.B. den Trailer anschauen. Und lachen.
Hauptdarsteller ist Sacha Baron Cohen. Den meisten wahrscheinlich besser bekannt als Ali G. Er spielt den TV-Reporter aus Kasachstan, der auszog, um von den Vorbildern in den USA zu lernen. Und stößt da auf so einige kulturelle Differenzen.
Der Film ist gedreht, als wäre alles spontan entstanden – mit Hilfe einer Handkamera. Ob dem wirklich so war, weiß man nicht. Ist aber auch egal. Rockt nämlich trotzdem.
Ich lag während des ganzen Films auf dem Boden. Quasi zumindest. Ganz, ganz großes Kino. Wie Borat und Azamat sich durch das Hotel jagen. Wie Borat den Veteranen-Frauen ganz trocken ein kleineres Hirn zusagt. Hachja. Und sogar stellenweise kritisch. Selten für einen Klamauk (Klasse Wort).
Unbedingt schauen, wenn er am 2. November im Kino ist. (Und hoffen, dass sie ihn im Originalton belassen.)
Und wenn das liebe Informationsministerium wiedermal Karten übrig hat, ich nähm ja welche.
Auf dem Shampoo stand revitalisierend. Von wegen.

