Spass mit der Autobahnpolizei

Ich sollte mehr dieser Anekdoten aus meinem Leben erzählen.
Die Pointe dieser grandiosen Geschichte folgt am Ende.
Ostern dieses Jahres. Mein Bruder und ich in meinem Polo unterwegs zum alljährlichen Winterurlaub mit der Familie in Österreich. Mittwoch Nachmittag.
Wir halten an einer Tank-Raststättenkombination irgendwo in der Nähe Stuttgarts.
Ich tanke, während mein Bruder schonmal die Toiletten der Raststätte aufsucht. Ich soll ihn dann dort abholen, wenn ich fertig bin.
Nach dem Bezahlen steige ich ein und möchte weg fahren. Mann mit stylisher Mammut-Fleece-Weste und Polizeikelle. Jung. Winkt mich auf den Seitenstreifen.
„Guten Tag, Autobahnpolizei. Verkehrskontrolle, Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte.“
„Oh Hallo, ja moment.“
Bereitwilligerweise zeige ich natürlich von mir gefordertes Informationsgeblättere.
„So, Herr H., wer war denn der Kerl der eben weggelaufen ist?“
„Oh, ehm, mein Bruder. Felix. H. Wieso? Was los?“ In Gedanken spiele ich durch, ob ich in den letzten fünfzig Kilometern die 20km/h-über-Limit-Grenze überschritten hatte. Nein. Hatte ich nicht. Glaube ich.
„Ahja. Irgendwas dabei?“
„Ehm?“ Ich spiele kurz mit dem Gedanken, auf das hinter mir liegende Snowboard und die Reisetaschen zu verweisen und ‚Sehen sie doch‘ zu sagen, verwerfe diesen Gedanken aber ebenso schnell, sowas kommt ja nie so gut an, als Gesprächsstart. „Was meinen sie?“
„Ja, Drogen und sowas, sie wissen schon.“
„Nein, nein. Sowas habe ich nicht.“
Der zweite Polizist wird mit meinen Personalien weggeschickt. Ich stelle mir vor, wie er den Kram in sein Super-Onlineterminal eintippt und als erstes eine mindestens genauso supergeheime BND-Seite findet, die als allererstes mein Blog, dann meinen flickr-Account, schließlich meinen last.fm-Account listet, woraufhin der Beamte zurückkommt und mich nach dem tollen Lied von gestern Abend fragt. Wahrscheinlich spricht er den Kram aber nur in sein Funkgerät. Naja.
„Sie kommen aus Aachen? Das ist ja schon ziemlich nah an Holland dran…“
„Jau, das stimmt. Aber ich studiere da Physik. Hab nichts mit Drogen zu tun.“ Ich bilde mir ein, sobald ich ‚Physik‘ erwähne, sofort in eine andere Schublade gesteckt zu werden. Naja. Trendy.
„Und ihr Bruder, der igendwas dabei?“
„Nein, der auch nicht.“ gedacht: ‚…hoffe ich.‘
„Wohin geht’s denn?“ Blick auf das Snowboard im Kofferraum. „Zum Boarden nach Österreich?“
„Jap, fahren unsren Eltern hinterher. Man muss ja studieren und so. Da kommt man ja zu nichts.“
„Machts ihnen denn etwas aus, wenn ich mal kurz in ihrem Auto umschaue.“
Solang er nicht meine Mp3-Sammlung auf dem iPod durcheinander bringt „Nein, machen sie ruhig.“
Erwartungsgemäß findet er natürlich nichts und lässt mich von Dannen ziehen.
Als ich gerade losfahren will, sehe ich meinen Bruder vom Rasthof wieder zurück zur Tankstelle laufen. Habe ihn ja schließlich nicht abgeholt. Auf seinem Weg kommt er an den Polizisten vorbei. Die sind immernoch in Zivil und kurz zu ihrem Auto zurückgegangen.
(Achtung, jetzt kommt die langerwartete Pointe.)
Polizist. Überschwinglich. (In diesem Treffe-alten-Schulfreund-MeinHaus-MeinAuto-MeinBoot-Stil dieser endneunziger Werbung, die schon viel zu oft nachgespielt wurde) „Hey, Felix H.! Erkennst du mich noch? Letztes Jahr in Schruns [Österreich]? Man, war das ein Spass, ne? Geht’s jetzt wieder zu deinen Eltern zum boarden?“ Mein Bruder. Sichtlicht verdutzt. Kennt den Mann nicht.
„Nein, war ein Scherz. Bin von der Autobahnpolizei. Hab grad deinen Bruder kontrolliert. Viel Spass im Urlaub.“

11 Gedanken zu „Spass mit der Autobahnpolizei

  1. Hab ich nun ein übles Dejavue (man möge die fehlenden ‚ und ´ und ` ergänzen) oder hattest du das schonmal erzählt? Ja oder? *grybel*

  2. so eine witzige geschichte. ich sitze gerade gelangweilt im büro und habe aus diesem
    grund deinen blog gelesen. habe ziemlich gelacht am schluss! ich hoffe, du erlebst
    wiedereinmal eine solche geschichte und schreibst darüber einen eintrag.

    gruzz aus der schweiz, marco

  3. Das freut mich Marco, wenn ich dich ein wenig lachen lassen konnte :). War die Pointe doch nicht so schlecht wie ich befürchtete :).

  4. sehr schön! mehr davon. die haben ja humor, die jungs. bei dem sch**job, kein wunder. ohne geht wohl nicht.

    schickes woende.

    *ick mag gar nicht flickern bei dem neuen layout oder wie das heisst.*

    *so, schätzing, teil 2, das andere buch: meinst du der aufwand lohnt sich es aus d zu bestellen, damit ich es in asien lesen kann, hab angst, dass mir da die lektuere ausgeht. 9 days to go*

  5. Ach, so schlimm ist das Layout doch nicht. Einfach weitermachen ;). Passt schon.

    Du sprichst von Lautlos? Hmm extra aus .de?! Uff, weiß nicht. Vermute fast – eher nicht. Nimm ein andres ;).

  6. ja, hat viele vorteile. das auge muss sich noch dran gewöhnen.

    sag mal, liessest du dich auf einen „buch swap“ ein? ich krieg von dir das buch und du von mir was schönes? suesses aus finnland ? das wäre doch lustig, oder? oder hast du’s schon in die tonne geworfen?

    liebe gruesse

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