Weltjugendtag: Essen machen, Essen kämpfen

Es regnet nicht.
Gott sei dank.
Die letzten zwei Tage waren beide mehr oder weniger drastisch vom Regen gezeichnet. Aber heute kam tatsächlich auch einmal die Sonne heraus.

Ich bin dem Catering-Team zugeteilt. Wir müssen schauen, dass 7500 Camper und 650 Helfer (Volunteers) hier auf dem Zeltplatz mit Essen versorgt werden.
Das ist ja offensichtlich eine große Herausforderung, von der man ausgehen sollte, dass sie im vornherein ausreichend geklärt worden ist.
Pustekuchen.
Das Catering übernimmt die Firma Sodexho, eine französische Firma, die einen extra Weltjugendtagsableger gegründet hat.
Auf drei bis fünf LKWs kommt das Essen dann von Hürth (süd-westlich Kölns) nach hier (Düsseldorf, nördlich Köln). ‚Das Essen‘ heißt dann in dem Fall: Kistenweise Gefrorenes und kistenweise anderer Kleinkram.
Neben dem Essen außerdem noch ein Zelt, Tische und diverse andere Sachen.
Diese müssen zu aller Erst aufgebaut werden (Klappmeschanismus sei Dank), dann eine riesigie Pfanne, in der der von Sodexho gestellte Koch, bei uns übrigens ein Franzose, der neben seiner Muttersprache nur gebrochen englisch spricht, den tiefgeforenen Kram in Etappen erhitzt.
Während dort die erste Pfanne läuft, ist es Aufgabe der Volunteers (=uns!) Lunchpakete, die eigentlich Dinerpakete, weil für den Abend, sind abzupacken. Das heißt soviel, wie: Ein noch tiefgefrorenes, später zu einem ziemlichen Pappbrötchen auftauendes „Steinofenbaguette“, eine diverse Obstvariation der Gattung Apfel/Banane, einen kleines Döschen Streichkäse. Zusätzlich dazu, großzügigerweise, noch eine Süßigkeit.
Das alles in eine Plastiktüte und in Kartons. 1500 Stück pro Lastwagen.
Und das alles mit gereinigten, danach desinfizierten, danach wiederum mit Hygienehandschuhen versehenen Händen. Alles muss extrem hygienisch sein, um den bösen Augen des Gesundheitsamts glorreich zu erscheinen.
Gegen 13:00 stehen dann im Idealfall ca. 300 Pilger vor dem Cateringzelt und holen für sich und fünf andere Essen ab. Alles mit Hilfe von Essensmarken, die sie von den anderen schon besorgt haben. Nach dem Essen dann gibt’s die Lunch-eigentlich-Dinerpakete.
Im Idealfall.
Heute hatten alle drei auf dem Platz vorhandenen Cateringwagen wegen einer Fehlkalkulation viel zu wenig aufgewärmtes Essen dabei. So standen die Pilger schlange und warfen uns wilde Beschimpfungen entgegen. An einem anderen Stand kam es sogar zu Handgreiflichkeiten.
Ja es geht ordentlich ab, und ist ordentlich Stress.
Die Firma Sodexho, deren CEO heute auf dem Platz war, gab auf Anfrage sogar zu, einen Engpass morgens zu haben. Und im Vorhinein gehabt zu haben: Man musste Köche aus Frankreich hinzu’kaufen‘, da man in Deutschland nicht genug zusammen bekam.
Jetzt allerdings sind alle Essen, alle Lunch-eigentlich-Dinerpakete verteilt, die LKWs wieder auf dem Weg nach Hürth und wir haben endlich frei.

Sehr stark, die 7000 Menschen hier auf dem Platz, überall wird wild gesungen und getanzt, getrommelt und gejubelt (letzteres weiß ich allerdings nicht ganz zuzuordnen…).

Überall Fernsehen. WDR, ZDF, RTL. Die habe ich bisher entdeckt.

Wir gehen jetzt mal durch den Öffentlichen Bereich hier von Scoutmission und vielleicht auch mal rüber, übe auf das andere Rheinufer, nach Düsseldorf in die Altstadt rein.
Hoffentlich bleibt es trocken, das wünscht sich zumindest meine einziger-und-seit-gestern-durchnasse Pullover.

Mehr morgen (oder so), dann vielleicht sogar mit ein paar Fotos.

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