Tempel 1s letzter Tag rückt nahe

Ihr erinnert euch an die Kometenbesuchmission der NASA mit dem bezeichnenden Namen „Deep Impact„? Ziel von Deep Impact ist es, nach eingehender Untersuchung des Kometen „Tempel 1“ ein Geschoss mit Namen „Impacter“ auf diesen zu Feuern. Ein fussballfeldgroßer Krater auf dem 14 mal 5 Kilometer großen Kometen wird einen Blick ins Innere freigeben, von dem sich die Forscher Aufschlüsse über die Funktionsweise von Kometen, aber auch über die Entstehung des Universums erhoffen.
Seit Januar führt Deep Impacts Reise immer weiter Richtung Tempel 1. Aber nichtmehr lange: Am kommenden Montag, dem 4. Juli wird das 327 Kilogramm schwere Kupfergeschoss auf den Komet gejagt. Um 7:52 wird es dort ankommen.
Deep Impact wird nah an den Kometen heranfliegen, Impacter freisetzen, dann aber einen anderen Kurs einschlagen und sich etwas vom Kometen entfernen. Man möchte verhindern, dass die Kameras Deep Impacts von wahrscheinlich aufwirbelden Staub verdeckt werden, und so das Aufnehmen von Fotos verhindern.
Die Kameras an Deep Impact sind aber nicht die einzigen, die das Geschehen beobachten. Überall auf und über der ganzen Welt werden nicht nur Augen und Aufmerksamkeit gen Himmel gerichtet sein, auch Teleskope werden ihre Linse bzw. Schüssel auf die Stelle richten. Durch eine Verteilung auf alle Kontinente ist so eine lückenlose, von der Erddrehung quasi unabhängige Dokumentation möglich. In Australien, Süd Afrika, Spanien, Chile und den USA, und das sind noch längst nicht alle. Auch die ‚bekannten‘ Teleskope werden das Spektakel verfolgen, wie das VLT, Spitzer oder Hubble. Auch ein ‚Exot‘ wird sich zu ihnen gesellen: Die NASA hat extra zu diesem Ereignis eine seit elf Monaten stillgelegte Raumsonde reaktiviert. „SWAS“ wird von seiner Position im All die Wassermoleküle im Staub des Einschlags analysieren.
Hubble hat Mitte letzten Monats bei kürzlich veröffentlichen Probebeobachtungen einaußergewöhnliches Phänomen festhalten können: Tempel 1 nießt. Könnte man sagen. Genauer: Für kurze Zeit entstand am Kometen eine 2000 Kilometer große Staubwolkeneruption. Von der Sonne erwärmte und danach aufgeplatzte Spalten auf dem Kometen könnten die Ursache dafür sein.
Eine Ahnung wie das vorher aussieht, was Deep Impact beschießen wird, erlangten Froscher, indem sie in 32 Millionen Kilometer Entfernung mit der Bordkamera Deep Impacts aufgenommene Bilder mittels Computerfilter überarbeiteten. Die Technik legte den Blick durch die dichten Staubschleier um den Kometen frei.
Die Mini-CD, die an den Impacter befestigt ist, wird auch wie geplant zerstört werden. Auf ihr hatten 625.000 Menschen per Internetunterschrift erweigt.
Die können bald von sich behaupten, auf einem Kometen eingeschlagen zu sein. Naja, wahrscheinlich wird das andersrum irgendwann mal jeder Mensch behaupten können. Oder auch nicht? Hoffen wir auf den besten Erfolg der Deep Impact Mission.
(Habe ich noch etwas vergessen..?)

5 Gedanken zu „Tempel 1s letzter Tag rückt nahe

  1. Hm dann kann ich ja fast nochmal Sistas altes Teleskop auspacken wa…. letztes Mal beim Venustransit hat unser Vorhaben ja nicht ganz so geklappt… 😀

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